Lieber Manfred,
Danke für Deine Zeilen, die mich zum Nachdenken bringen, Danke auch für Deine anderen Beiträge, auf die ich manchmal stoße und die auch mich berühren. Ich freue mich über einen weiteren Austauch mit Dir, da es in mir die Hoffnung weckt, dass es Menschen gibt, die nicht stehen bleiben wollen.
Ich bin ja der Meinung, das wir hier alle ein sehr ähnliches Thema haben, mit sehr ähnlichen Ursachen, bloß unterschiedliche Strategien daraus entwickelt haben, um durchs Leben zu marschieren, die aber nicht unbedingt unserem Leben gedient haben :-(. Zumindest ist es bei mir und meinem XY so gewesen. Wir haben original die gleichen Traumatisierung durch unsere Kindheit erfahren.
Tja und wie kann es gelingen diesen Selbsthass in Selbstliebe zu entwickeln? Für mich gehörte dazu als erster Schritt, mich meinem XY zu öffnen. Ich habe mich nicht entschuldigt für mein Verhalten, ich habe es zutiefst bedauert, mir sind dabei auch die Tränen runter gelaufen, es war ein unglaublicher Schmerz. Ich konnte sagen, warum ich mich so zu verhalte, alles Strategien, die ich aus meiner Kindheit übernommen habe um nicht wieder verletzt zu werden - genau das Gegenteil ist übrigens passiert. Ich habe nicht nur ihn verletzt, sondern auch mich. Bei all meinen "Bemühungen" war mein Bedürfnis nach echter Verbindung und Gemeinschaft nicht erfüllt und statt das zu sagen, habe ich ihn kritisiert. NUR aus angst mich zu zeigen was ich mir wirklich wünsche:-). Ich übernehme hier übrigens nur Verantwortung für mein Verhalten, der andere ist für sein Verhalten verantwortlich.
Ich komme mehr und mehr zu der Überzeugung, nur wenn ich mich zeige wie ich bin, mit meinem Schmerz und meiner Verletzbarkeit gehts weiter, komme ich in Verbindung mit mir, mit dem anderen. Indem ich anerkenne, was ich erlebt habe, anerkenne, das der andere wirklich nur ein Auslöser für meinen Schmerz ist.
Es ist ein totales Umdenken, ja es ist eine Haltung. Jeden Tag aufs neue, doch Schrittchen für Schrittchen gehts bergauf.
Mich haben zwei Sätze von Dir sehr angesprochen, die mich übrigens angefangen haben auf meinen Weg zu bringen.
ich genüge nicht, so wie ich bin
Wie kann ich Nähe zu mir selbst herstellen? Wie kann ich mir selbst vertrauen? Wie kann ich mich selbst mögen?
Diese Sätze kenne ich auch heute noch.........
So, nun will ich mal schnell an den Herd, könnte mir grad die Finger wieder wund schreiben........ Ich freue mich von Dir zu hören
Bis später und ganz liebe Grüße Martha[/b]