Beiträge von pedi1970

    Gerade ist mir ein Erlebnis auf einer Reise zu meinem Inneren Kind eingefallen, was ich kürzlich hatte und was gut hierher passt:

    Ich reise in Gedanken zu meinem IK und sehe mich im Alter von ca. 2-3 Jahren in meinem Zimmer auf dem Boden sitzen.
    Meine Eltern stehen bei mir. Meine Mutter ist wütend, sie beschimpft meinen Vater und macht ihm Vorwürfe wegen seiner Trinkerei.
    Sie zeigt auf mich und sagt. "Hier, guck dein Kind an, nicht mal deine Tochter ist Grund genug, dass du mit dem Trinken aufhörst!".
    Mein Vater guckt nur beschämt und traurig zu Boden.

    In dem Moment erkenne ich, was passiert ist: meine Mutter hat mich (unbewußt) dazu "benutzt", dass mein Vater mit dem Trinken aufhören soll. Sie selbst hat es ja nicht geschafft, also habe ich die Aufgabe bekommen. Ich habe es natürlich auch nicht geschafft. Diese Aufgabe habe ich in mein Erwachsenenleben mitgenommen, denn wiederholt ziehe ich mir alkoholkranke Männer ins Leben. Anscheinend muss ich immer wieder versuchen, sie zu heilen... ich muss doch Grund genug dafür sein, dass sie mit Trinken aufhören. Das tun sie natürlich nicht, also fühle ich mich schuldig, wertlos, ungeliebt.
    Genau so ist es. Genau so fühle ich.

    Der erste Schritt ist die Erkenntnis, das Bewußtwerden. Nun muss ich es auflösen. Daran arbeite ich noch, den nächsten Schritt zu gehen, denn z.Zt. habe ich mich wieder in einen Alkoholkranken verliebt.

    Hoffe, mein Beitrag ist hilfreich für Euch.

    LG.. Pedi

    Hallo Moppel,

    die Tipps von Trillian sind super! Mach es!
    Du verletzt Deine Eltern damit nicht, sondern letztendlich bestrafst Du nur Dich selbst, wenn Du weiter in Deiner Starre verharrst.

    Ich weiß, alles ist so leicht gesagt... vielleicht gibt es jemanden, einen Freund oder Freundin, der/ die Dich zu Ämtern etc. begleiten kann? Das macht es vielleicht einfacher. Du musst nicht alles allein machen.

    Du schreibst, dass Du wieder lernen willst zu lachen - das ist wunderbar. Gehe in das Gefühl des Lachens und der Freude und schöpfe daraus die Kraft, die Du für den nächsten Schritt brauchst.

    Alles Liebe für Dich.. Pedi

    Hallo an Euch,

    mir geht es wie u.a. Petra, ich bin auch ein EKA.. ich bin auch seit gerade eben in diesem Forum und hätte nie gedacht, dass es dafür eine extra Rubrik gibt.

    Auch in meinem Leben werden mir nach und nach die Auswirkungen, ein EKA zu sein, bewußt. Nun kann ich anfangen, daran zu arbeiten und alte Muster in mir aufzulösen, um die Chance auf eine glückliche Partnerbeziehung zu bekommen.

    Ich bin sehr froh, Euch hier und dieses Forum gefunden zu haben.

    LG.. Pedi

    Hallo Lilli,

    das muss alles wirklich sehr hart und traurig für Dich sein.
    Ich kann mir vorstellen, dass Dein Mann auch spürt, wie traurig Du bist... das kann er vielleicht schlecht aushalten, zu den eigenen Problemen, die er ja hat.
    Vielleicht kannst Du es schaffen, für Dich mehr Zufriedenheit und ein gutes Gefühl und Freude zu bekommen durch Dinge, die Du gern magst.. da er ja noch eine Weile weg sein wird, hast Du Gelegenheit, für Dich zu sorgen, woraus Du Kraft schöpfen kannst - für Dich.
    Und die Erkenntnis, dass Du für seine Stimmung und Probleme nicht verantwortlich bist, sondern nur für Deine eigenen.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für diese Zeit.

    Alles Liebe.. Pedi

    Liebe Foris,

    Euch bzw. dieses Forum schickt der Himmel. Seit knapp 4 Stunden lese ich Eure Beiträge und habe mich schon in so vielem wiedergefunden. Erst hatte ich Angst, mich hier einzureihen, aber mein Wunsch, mir selbst zu helfen, war nun zum Glück stärker, und nun bin ich angemeldet.

    Ich bin, wie ich seit heute weiß, ein EKA und co-abhängig. Mein Vater ist Alkoholiker, meine Mutter hat es immer gehasst und führt bis heute erfolglos Krieg dagegen. Sie hat mir immer gesagt "Lass dich nie mit einem Alkoholiker ein!", und genau das ist mir passiert. Aber der Reihe nach.

    Meine Kindheit war nicht schlecht.. mein Vater hat uns nie verprügelt oder so. Er hat nur immer bis zum Abwinken getrunken, auf jeder Feier, zu der er ging. Meist kam er kaum noch die Treppe hoch. Ich liebe meine Eltern.
    Mit 19 bin ich ausgezogen (aber nicht deswegen), habe eine Ausbildung angefangen nach dem Abi. Ich hatte selbst mit Alkohol nie was am Hut. Hab zwar auch gefeiert, auch mal gut mitgebechert, hatte aber nie selbst Probleme damit. Heute trinke ich gar keinen Alkohol, weil ich total schnell betrunken werde und ich es vom Magen her auch einfach nicht vertrage. Er schmeckt mir auch nicht. Und diese Kopfschmerzen...

    Meine erste Ehe (1996-2000) ging auseinander, es passte einfach nicht, er hat hin und wieder aus Genuss getrunken.
    Danach war ich 9 Jahre mit einem Mann zusammen, der Alkoholiker ist, aber es selbst nicht erkennt. Anfangs hab ich mich nur gewundert, warum er jeden Abend Bier trinkt und ihn gefragt, ob er das nicht mal lassen kann. Während der ganzen Jahre hat er es nie länger als max. 4 Tage ohne Alk geschafft. Vom Pegel her war es immer so, dass er so gerade angetrunken war, um seinen Bewusstseinszustand zu verändern und eine Art von Humor zu entwickeln, die ich gar nicht lustig fand. Dann wurde er aggressiv und beleidigend. Und s*x gab es nur, wenn er getrunken hat. Ich führte nun den gleichen Krieg wie meine Mutter und merkte nichts.

    Ich habe sehr lange gebraucht, um mich zu trennen. Das war im April dieses Jahres und ich bin total froh und erleichtert. Ich habe verstanden, dass es nicht meine Aufgabe sein kann, ihm zu helfen. Denn das klappte nicht.

    Nun hat die nächste Falle zugeschnappt: im Oktober habe ich einen Mann kennengelernt und mich quasi sofort verliebt. Wir haben ein paar Mal gemailt und uns ins Kino verabredet, danach noch was essen gegangen. Wir redeten über dies und das, und er sagte mir, als ich in einem Nebensatz das Alk-Problem meines Ex´ erwähnte, dass er das gleiche Problem hat.
    Ich wechselte die Gesichtsfarbe wohl von weiß zu grau und dachte, ich fall vom Stuhl.
    Was folgte, waren viele Diskussionen über das Thema, wie er und ich damit umgehen usw, kurze Kontaktunterbrechung, dann Wiedersehen.
    Er macht seit einem Jahr eine Therapie mit dem Ziel, kontrolliert trinken zu können. M.E. geht das nicht. Er ist so ein wunderbarer Mann, weswegen es mir unendlich schwer fällt, hier eine Entscheidung zu treffen.
    Ich weiß, dass mich das total fertig machen wird, ich habe es ja 9 Jahre lang mitgemacht. Andererseits ist die Hoffnung da, dass er gesund wird. Er trinkt täglich alkoholfreies Bier. Als er vorgestern für uns gekocht hat, wollte er allen Ernstes mit mir ein Glas Wein trinken, und ich war total geschockt. Er auch, weil ich so heftig ablehnend reagiert habe.

    Ich weiß nicht, was ich tun soll. Mein Verstand sagt "Hau ab", mein Gefühl sagt "Bleib".

    Dann hab ich hier Eure Beiträge gelesen und muss mir eingestehen, dass ich co-abhängig war und nun Gefahr laufe, es wieder zu werden. Ich habe so viele Merkmale dazu gefunden, die zu mir passen.. das wußte ich alles gar nicht....
    Das will ich nicht, co-abhängig sein, und suche daher Hilfe. Hier bei Euch.

    Ist der erste Schritt nun, meinem Verstand zu folgen? Abzuhauen?

    Soweit die Kurzform meiner Situation mit meinem S.O.S.-Ruf.

    Danke an Euch für´s Zuhören... hab so viel geschrieben...

    LG.. Pedi

    Hallo Petra,

    ich habe schon mit dem Inneren Kind gearbeitet und tue es noch und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht.
    Hier bei uns gibt es glücklicherweise die Möglichkeit, an der VHS einen solchen Kurs zu besuchen (nicht so teuer), was ich dieses Jahr erstmalig gemacht habe. Das Arbeits-Buch, was Du erwähnst, habe ich mir auch gekauft. Allerdings finde ich es ohne Anleitung sehr schwer, mit solchen Themen zu arbeiten, so dass ich Dir raten würde, Dir dazu Hilfe von außen zu holen.

    Ganz kurz zum Thema:
    Wir alle haben ein heiles, "goldenes", sowie ein verletztes Inneres Kind (IK) in uns. Diese Verletzungen sind sehr früh in unserem Leben, teilweise auch schon vor unserer Geburt, entstanden. Diese Verletzungen (z.B. durch Verhalten, Gefühle der Eltern) sind für das verletzte IK kaum auszuhalten, so dass es Schutzmechanismen entwickelt, um den Schmerz zu überleben. Diese Schutzmechanismen wirken bis in unser Erwachsenenalter und können ganz verschieden sein (der Alkohol gehört auch dazu).
    Wir können nun Kontakt mit unserem verletzten IK aufnehmen (mit Hilfe von jemandem, der sich damit auskennt), uns anschauen, was es so verletzt hat, es annehmen und lieben. So kann es Stück für Stück heilen, weil wir es endlich wahrnehmen und lieben. Und somit verlieren unsere Schutzmechanismen ihre Bedeutung, wir brauchen sie nicht mehr und sind geheilt.

    Das war wirklich nur die Mega-Kurzform. Es ist eine wunderbare Methode, die ich Euch nur empfehlen kann. Es dauert halt, geht nicht von heute auf morgen und ist ein langer Prozess. Und es braucht, zumindest am Anfang, eine professionelle Begleitung. Wenn man es einmal gelernt hat, mit seinem IK in Kontakt zu treten, kann man auch allein (oder mithilfe von Büchern) damit arbeiten.

    Ich habe dadurch schon viel über mich gelernt und einen Teil in mir schon heilen können.

    Alles Liebe... Pedi