Hallo Ihr Lieben,
ich möchte Euch heute nochmal um Euren Rat bitten.
Zur gegenwärtigen Situation bei mir:
Weihnachten habe ich ganz gut überstanden, habe meine Eltern vom 24.-25.12. besucht. Sie wohnen 380 km entfernt.
Es war ziemlich nervig, wenn ich ehrlich bin. Meine Mutter ist ein totales Nervenbündel (war sie eigentlich immer schon), mein Vater hat Heiligabend sein Weinchen und Sektchen getrunken, so wie alle Erwachsenen; Alkohol kam gleich auf den Tisch. Ich war die einzige, die auf Alkohol verzichtet hat. Meine Nichte (12) hat einen Cocktailshaker bekommen, den sie sich gewünscht hatte (zum Mixen von Saft-Cocktails) sowie ein Rezeptebuch für Cocktails, u.a. auch mit Alkohol als Zutaten mit der Bemerkung "diese Rezepte sind für dann, wenn du irgendwann mal in 20 Jahren Alkohol trinkst....".. Meine Schwester und die kleine Tochter (6) spannen unsere Eltern für ihre Zwecke ein, mein Vater pampt meine Mutter auch hin und wieder an, ist total rechthaberisch... kein Wunder, dass meine Mutter durchdreht... 
Wie auch immer, reden kann ich da sowieso mit keinem und ich habe mich gefühlt wie ein Fremdkörper und wurde auch so behandelt (wir sehen uns ca. 2x im Jahr, meine Schwester wohnt im Ort meiner Eltern, und sie sehen sich jeden Tag; klar, meine Schwester braucht ja meine Eltern auch!).
Es hat kaum einer mit mir geredet, denn ich habe ja auch nichts zu bieten, denk ich mal. Keine Kinder, kein Haus.... und was ich so mache (ich mache ein paar spirituelle Sachen), finden sie ohnehin nicht gut und Anerkennung bekomme ich dafür eh nicht. Im Gegenteil.
Auf der Rückfahrt habe ich lange über das alles nachgedacht und was ich von dem allen halten soll. Irgendwann aber bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich mir im Grunde dazu keine Meinung bilden muss, denn es geht mich alles nichts an, da die alle selbst für sich und ihr Leben verantwortlich sind. Wenn sich jemand bereitwillig ausnutzen läßt, kann ich das nicht ändern. Wenn meine Schwester sich benimmt wie die Axt im Walde, kann ich das nicht ändern. Ich kann nur für mich Dinge ändern, und seit dieser Erkenntnis kann ich besser loslassen.
Der Besuch hat mir defintiv nicht gut getan, so dass ich mich von meiner Familie erstmal distanzieren möchte. Zudem ist ja meine Familiengeschichte Ursache meiner Probleme (Co usw.), so dass ich das Gefühl habe, ich muss mich zurück ziehen. Jedesmal muss ich mich verstellen, denn ich kann (bzw. darf) meine wahren Gefühle nicht zeigen, genau wie ich es als Kind nicht durfte. Denn negative Gefühle wie Angst, Trauer, Wut zeigt man ja nicht, ist ja alles Quatsch, das will keiner sehen und sich damit nicht auseinander setzen. Ich muss mich also jedesmal verbiegen, was für meine Heilung m.E. nicht gut ist.
Wenn ich denen wirklich sagen würde, wie es in mir aussieht, wären sie total geschockt und würden es nicht verstehen. Meine Mutter würde sich für alles die Schuld geben. Dabei gebe ich niemandem die Schuld. Meine Eltern haben uns eben so großgezogen, wie sie es selbst gelernt hatten. Ich habe das alles vergeben. Dennoch ist dieses Sich-Verstellen-Müssen belastend für mich.
Geht Euch das auch so? Dass Euch der Kontakt zu Eurer Familie einfach nicht gut tut? Wie geht Ihr damit um? Zieht Ihr Euch zurück oder beschränkt Euch auf gelegentliche Telefonate? Denn bei mir meldet sich das schlechte Gewissen und Schuldgefühle, wenn ich an Rückzug denke.
Ich freue mich auf Eure Erfahrungen und danke Euch für´s Lesen und Eure Antworten.
LG... Pedi