Beiträge von kleine biene

    Hallo noch mal an alle,

    danke für Euren Zuspruch.
    @Shatki, ich weiß dass es mir hilft wenn ich darüber spreche, Es befreit ein wenig und hilft bei der Trauerbewältigung.

    @Joachim, mach Dir keine Sorgen um mich. Ich werde nicht in ein tiefes Loch fallen und vielleicht auch das Trinken anfangen. Ich lasse nur meinen Tränen freien lauf wenn mir danach ist zu weinen. Danach gehts mir wieder besser.

    Für meinen Mann gabs immer Gründe zu trinken:

    Ich habe Schmerzen.
    Ich fühl mich mieß.
    Ich habe keine Arbeit.
    Das müssen wir feiern. usw.

    Für mich gibt es viele Gründe NICHT zu trinken:

    Die Alkoholabhängigkeit meiner Mutter, meines Vaters, meiner Schwester.
    Der Tod meines Mannes.
    Meine Kinder.
    Freude am Leben, auch wenn man wenig Geld hat.
    Weil ich auch erst 38 bin und so lange wie möglich gesund bleiben will.
    und noch vieles mehr.

    Hallo Finja,

    leider kann ich Dir im Bezug auf Deine Eltern keinen Rat geben. Aber ich finde es toll das Du Dich sozusagen geoutet hast. Mein Mann hat nie zugegeben dass er Alkoholiker war. Er hat es immer abgestritten.
    Ich glaube Du bist auf dem richtigen Weg.

    Ich wünsche Dir viel Kraft dafür.

    Hallo Annika,

    genau das wollte ich erreichen. Es ist auch für die Angehörigen schrecklich mit anzusehen, wie ein geliebter Mensch stirbt. Es schmerzt unheimlich. Man fühlt sich schuldig, hilflos und man hat Wut auf den Partner, den Alkohol und sich selbst.

    Hallo an alle,

    ich möchte hier einmal die recht kurze Leidensgeschichte meines Mannes erzählen. Recht kurz, weil einige trinken schon länger als mein Mann alt war. Dies soll vor allem an alle gerichtet sein, welche noch unentschlossen sind oder rückfallgefährdet.

    Wir lernten uns 1997 kennen. Er war ein großer kräftiger Mann und stand mit beiden Beinen im Leben. Von Alkoholproblemen habe ich damals nichts bemerkt. Selbstverständlich wurde zu Feiern getrunken und sogar reichlich, aber eben nur dann. Und nach der Arbeit 2-3 Bier.

    1998 sagte er zu mir: "Wir könnten doch mal was trinken". Ich hatte nichts einzuwenden, es war ja auch Freitag. Aber daraus wurde regelmäßiges trinken, jeden Freitag, 1 Flasche Korn mit Saft oder Cola. Diese haben wir uns immer geteilt. Ich habe ihn gewarnt und sagte:" Das regelmäßige Trinken ist gefährlich, man merkt nicht wie man abhängig wird". Doch es ging so weiter.

    1999 wurde er krank, Diagnose: Morbus Crohn. Er war sehr niedergeschlagen denn er haßte es zum Arzt zu gehen und Tabletten zu nehmen. Aber am meisten Angst hatte er vorm Krankenhaus.
    Die Kortisontabletten brachten Nebenwirkungen mit sich. Grauer Star, er mußte an beiden Augen operiert werden. Osteoporose, er brach sich beim Husten die Rippen und Stimmungsschwankungen. Außerdem litt er an Begleiterkrankungen von Morbus Crohn z.B. furunkelartige große Geschwüre die sicher sehr schmerzten.

    Ich hatte manchmal das Gefühl er trinkt heimlich, fand aber zuerst nichts. Aus unserem wöchentlichen Trinkritual wurde ein mehrfaches. Aus 1 mal wurde 2 mal und wenn noch eine Feier anstand auch 3 oder 4 mal pro Woche. Ich machte mir sorgen. " Wir müssen damit aufhören!" sagte ich, aber er wollte nicht.
    Es gab immer mehr Anzeichen dass er heimlich trinkt und ich fand die Verstecke. Sprach ich ihn darauf an sagte er die Flaschen würden dort schon ewig liegen.

    Anfang 2004 verlor er seinen Führeschein und ich denke ab da hat er endgülig resigniert. Ich versuchte ihm Mut zu machen, brachte das Beispiel meiner Schwester, die wurde mit über 3 Promille erwischt, hat eine Therapie gemacht und die MPU überstanden. Es half nichts.

    Dann begann sein Appetit auf Essen zu schwinden. Er aß immer weniger wurde immer dünner.
    Irgendwann habe ich dann aufgehört immer mitzutrinken nur noch ab und zu. Sein Konsum steigerte sich in den letzten Monaten auf eine Flasche Schnaps täglich, aber man merkte es ihm nicht an. Er lallte nicht er schwankte nicht.

    Dann wollte er einige Sachen gar nicht mehr essen und nahm noch mehr ab. Bis er Anfang dieses Jahres weniger als 80 Kilo wog bei einer Größe von 1,90 m.
    Schmerzen hatte er ständig irgendwelche. Aber ob die nun von seiner Darmerkrankung oder vom Alkohol kommen das wußte er nicht. Er war auch schon lange nicht beim Arzt. Wenn ich sagte. "Das kommt vom Trinken" meinte er ich würde spinnen. Er hatte Gedächtnislücken und war vergesslich geworden. Es zeigten sich Hautekzeme.

    Irgendwann im Februar schwollen Unterschenkel und Knöchel an und kurze Zeit später der Bauch. Er bekam plötzlich Rückenschmerzen. Heute weiß ich es war das beginnende Nierenversagen.

    Eine Woche bevor er starb wurden erst die Augen dann die Haut immer gelber.
    Samstag schlief er sehr lange. Als er aufstand war ihm schlecht. Er versuchte zu trinken aber es brannte im Hals. Seine Ausprache wurde undeutlich wie lallen. Er übergab sich und es sah aus als wäre Blut dabei. Ich wollte einen Arzt rufen, er sagte: "NEIN".
    In der Nacht erzählte er wirres Zeug und übergab sich weiter.
    Sonntagmorgen rief ich den Notarzt.

    Montagmorgen war er Tod. Mit 38 Jahren.

    Hallo Blumi,

    also ich würde Dir raten geh weg! Ich habe das zwar nicht getan, sondern meinen Mann bis zum Tode begleitet. Aber er war auch nicht so aggressiv, zumindest nicht mir gegenüber. Ich weiß nicht ob ich ihn hätte retten können wenn ich gegangen wäre. So bin ich geblieben und mußte hilflos zusehen wie er sich umbringt.

    @ angara,

    natürlich wünsche ich Dir auch viel Kraft den schweren Weg ohne Alkohol zu gehen.
    Ich bin erstaunt wie viele ich erreichen und zum nachdenken bringen kann. Sicherlich sind es noch mehr, als darauf antworten.

    Viel Erfolg allen die sich ihr festes Ziel gesetzt haben.

    @ romaja,

    danke für Deine tröstenden Worte. Natürlich wünsche ich Dir auch alles Gute und Kraft, dass Du es schaffst. Wir haben nunmal nur ein Leben und sollten es genießen, auch wenn es uns der Alltag manchmal schwer macht.

    Hallo Karsten,

    danke für das herzliche Willkommen.

    Ich bin jetzt leider allein, aber Du hast recht, vielleicht kann ich ja durch meine Beiträge andere dazu animieren endlich ein neues Leben anzufangen. Ich denke den meisten ist bestimmt gar nicht bewußt wieviel Leid und Schmerz sie ihren Familien zufügen.

    Hallo an alle hier,

    ich bin zwar keine Alkoholikerin aber wahrscheinlich war ich Co-Abhängig. Mein Mann ist im März, 3 Wochen nach seinen 38. Geburtstag an den unmittelbaren Folgen des Trinkens gestorben. Obwohl wir uns sehr liebten habe ich es nicht geschafft ihn von trinken abzubringen. Ich fühle mich so lehr und irgendwie auch schuldig. Weil auch ich eine ganze Weile mitgetrunken habe, aber eben nicht bis zur Abhängigkeit. Als sich in meinem Gesicht Gewebsspinnen zeigten habe ich für mich die Bremse gezogen.
    Ich habe zugesehen wie er langsam starb. Das tut mir unglaublich weh. Ich habe ihn sehr geliebt.