Beiträge von MrHardcore

    hi celestine,

    das thema stellt für dich ein problem dar, sonst würdest du es nicht in einem alkoholiker-forum posten.

    ich hoffe für dich, dass es dabei ausschließlich um deine zufriedenheit und den erhalt deiner trockenheit geht, und nicht um seine trinkgewohnheiten.

    wenn das so ist, dann kennst du die lösung für dein problem: viel/übermässig/missbräuchlich/süchtig trinkende menschen (auch wenn sie nüchtern sind) sind für einen trockene alkoholiker seltenst ein "gewinn", viele trockene alkoholiker fühlen sich von deren trinkgewohnheiten (und alleine dem wissen darum) nicht angezogen.

    manchmal ist es gut, auf sein bauchgefühl zu hören und auch unbequeme wege zu gehen - wege, die momenatan weh tun, aber in letzter konsequenz hilfreich sind.

    viel glück und kraft gewünscht,
    cu
    MrHardcore

    Hi Martha66,

    ich finde, du lässt einen wichtigen aspekt bei deiner fragestellung aussen vor: kannte der jeweilige angehörige seinen partner auch schon im stadium, als weder sucht noch missbrauch von alkohol eine rolle spielten?

    das habe ich immer so meine zweifel.

    sehr oft erfahre ich von angehörigen, dass ihr partner "damals" zwar schon "ganz gerne einen getrunken" hat, aber vom wesen her "ganz anders" war, als im (end-)stadium der sucht. was sagt das aus? nichts anderes, als dass der angehörige den jetzt süchtig trinkenden partner schon damals nicht ohne alkohol gekannt hat - also auch damals schon nicht sein "wahres gesicht" gekannt haben kann.

    daraus dann abzuleiten, mann "kenne" den "alten" (im sinne von nüchternen) partner, halte ich für einen klassischen selbstbetrug.

    beim rest stimme ich meinen vorschreibern zu, niemand kann vorhersagen, wie sich ein alkoholiker verändert - weder von trocken zu nass, noch umgekehrt.

    cu
    MrHardcore

    hi linde,

    ich hab mich schon gefragt, wo dein beitrag dazu bleibt.
    willst du denn deine gefühle wahrhaben, oder willst du sie nach wie vor unter kontrolle (= unter verschluss) halten, verdrängen, ihnen keinen raum geben?

    es sind uralte, wohl trainierte und angepasste verhaltensweisen. und sie sind bequem, da alltagskompatibel - kein aussenstehender weiss, wie es in mir aussieht...

    cu
    MrHardcore

    hi luca_s,

    hast du jemals ihr gegenüber klar und eindeutig formuliert, dass dir ihr alkoholgenuss so nicht passt?

    mutmassungen, sie hätte etwas verstanden, oder blosses hoffen, da aktuell ein anderer "zusatand" herrscht, als noch vor ein bis zwei jahren, ist ja wohl keine gesprächsgrundlage.

    also, nägel mit köpfen gemacht, das gemeinsame gespräch gesucht, die fronten geklärt und die eigenen grenzen aufgezeigt - und dann aber auch nach den grenzen gehandelt.

    und da wird es bei manchen ganz schön mau, denn das hiesse ja dann, auch unbequeme wege zu gehen.

    wärest du denn bereit, die partnerschaft hier und jetzt zu beenden, wenn sie dir sagt, dass sie ihren alkoholkonsum so in ordnung findet und nichts daran ändern will?

    du scheinst ja eher damit (=mit ihrem alkoholkonsum) ein problem zu haben, nicht unbedingt sie selbst...

    also: thema anschauen, thema aussprechen, zur reaktion die entsprechenden konsequenzen ziehen. oder?

    lg
    MrHardcore

    hi so_anders,

    es kommt ja nicht von ungefähr, dass du dir jetzt ein forum für alkoholiker und den bereich der kinder aus alkoholikerfamilien zum schreiben aussuchst - das hat ja wohl seinen grund.

    und diesen grund kennst du, nur du.

    in wie weit du dann "mal nachsehen" willst, bleibt dir überlassen. aber du hast schon recht treffend den zusammenhang zwischen eigener unzufriedenheit mit verschiedenen lebensbereichen und der herkunft (oder dem erlebten) hergestellt.

    trau dich, schreib dir den ballast von der seele, lies andere lebensgestaltungen hier im forum, tu was für dich und du wirst eine vielzahl an möglichkeiten entdecken, um dein leben lebenswert zu gestalten.

    cu
    MrHardcore

    hi so_anders,

    ist es wirklich teil unserer persönlichkeit oder ist es teil einer kranken, antrainierten lebensstruktur, um in dem zu hause eines alkoholikerkindes halbwegs überleben zu können?

    ich habe mir angewöhnt, genau hin zu sehen, was mir mein geist da so vorspiegelt. und nicht immer ist der erste eindruck auch der richtige, ist der schein auch gleich die wahrheit.

    warum würdest du etwas gerne nutzen, das in schlimmen zeiten einfach eine überlebensstrategie war? weil "man" damit "immer punkten" kann, "immer gut ankommt"?

    oder wäre es auch mal schön, sich selbst und seinen platz im leben zu finden - ohne sich zu verbiegen, ohne "lieb-kind" zu spielen?

    denn sinn von allem zu finden ist wichtig, aber bitte überfordere dich nicht damit. lebe einfach erst mal. das leben ist nämlich zu schön, um es mit selbstzweifeln schlecht zu reden/denken/fühlen.

    cu
    MrHardcore

    P.S.: und viel kraft zum da-hin-schauen-wo`s-weh-tut!

    hi Linde66,

    heute kreuzen sich unsere wege scheinbar öfter...

    meine gefühle waren als kind sehr abhängig von äusseren einflüssen, die ich nicht kontrollieren oder beeinflussen konnte.

    seien das die stimmungsschwankungen meines saufenden vaters, oder seien es die permanenten ortswechsel meiner familie durch die halbe welt. ich musste jeden moment damit rechnen, dass irgendetwas unangenehmes, bedrohliches, bedrückendes aus dem nichts auftauchte und bei mir -wieder mal- ein gefühl der angst, der unsicherheit, der traurigkeit, kurz: "schlechte" gefühle erzeugte.

    mit zunehmendem alter erkannte ich, dass alle prozesse, die ich planen konnte, auch manipulierbar waren und somit ich einen gewissen einfluss auf das geschehen und -als resultat- meine gefühle nehmen konnte. klar, dass das denken immer mächtiger wurde, schließlich musste/wollte ich ja möglichst viele situationen zu meinen gunsten beinflussen, und sei es nur, das schlimmste für mich zu verhindern.

    im jugendalter dann habe ich bewusst immer nur solche situatione zu erzeugen versucht, die mir vermeintlich "gut" taten. auch hier: alles sehr rationell, kontrolliert, abwägend, erklärend. gefühle? fehlanzeige.

    als junger erwachsener wechselte das dann nicht unbedingt - ich suchte weiter nach strategien, um für mich unangenehme gefühle gar nicht erst entstehen zu lassen. auch hier war der verstand wieder mal gefragt, diesmal mehr in richtung: "wer im beruf erfolgreich ist, wird weniger oft negativ angemacht. es traut sich keiner an ihn ran". klar, meine sache...

    ich kürze mal ab: erst im rahmen meiner therapie, die ich als alkoholiker machte, kam ich dazu, mir selbst überhaupt wieder gefühle zu zu gestehen.

    heute hat die erfahrung der vergangenheit jedoch einen entscheidenden vorteil für mich: ich kann recht gut und treffsicher "analysieren", ob meine gefühle "echt" sind, oder ich mir wieder etwas vormache - hilfreich als prävention, nicht mehr in alte fahrwasser zurückzukehren.

    aber ich bin und bleibe wahrscheinlich mein leben lang eher ein kopfmensch, als ein gefühlsbetonter. ich weiss nicht ob es überhaupt möglich ist, fast 40 jahre prägung in eine richtung zu überwinden.

    cu
    MrHardcore

    P.S.: ich weiss auch nicht, ob ich das möchte...

    hi Linde66,

    Zitat

    Mal eine Frage, wie lange geht denn die Anfangsphase, der Anfang der Trockenheit?

    willst du darauf eine philosophische antwort, oder willst du die antwort jahres-, monats-, tages-, stunden- und minutengenau?

    philosophisch kann ich dir sagen, dass jeder anfang das immerwährende ende ist, also im anfang das ende schon begründet ist. der umkehrschluss ist hier zulässig, kein ende ohne einen anfang... das hilft nicht wirklich weiter, oder?

    minutengenau kann ich es bei mir auch nicht festmachen, ich hab nicht auf die uhr geschaut. aber so ungefähr gute zwei jahre waren es bei mir schon, wo ich jede möglichkeit gesucht habe, um eben nicht an solche orte zu gehen, wo gesoffen wird, alkohol getrunken oder ausgeschenkt wird.
    danach wurde ich etwas relaxter, habe entsprechend meiner entwicklung und meiner tagesform abgeschätzt, ob ich mir z.B. einen restaurantbesuch mit meiner frau zum hochzeitstag "leisten" kann und will - im wissen, dass dort alkohol getrunken wird, wenn auch nicht an unserem tisch.

    auch heute, nach mehr als sieben jahren "ohne", gibt es tage oder situationen, an denen ich einfach nicht zum essen in ein speiselokal gehen möchte - sei es, dass es dort schon nach sprit riecht (z.b. runtergefallenes bierglas), oder die speisekarte diversen mehr oder minder versteckten alkohol in den speisen "verspricht" (z.b. burgunderbraten, biersauce, cognacrahm, weissweinschaum etc. pp). muss ich nicht haben.

    bei urlaub kann ich nicht mitreden, ich habe die letzten 25 jahre keinen mehr gemacht, zumindest keinen, bei dem ich verreist wäre. (ich habe als kind selten mehr als 6 monate an einem ort gewohnt, das war "reisen" genug für mehr als ein leben)

    grillfeten und geburtstagseinladungen waren auch lange zeit eine "no-go-area" für mich, weil ich erst lernen musste, mich zu outen. dabei hat mit unser ex-chef sehr geholfen, der völlig offen damit umging, selbst trockener alkoholiker zu sein. sein selbstverständlicher umgang mit unserer krankheit und sein fast schon freches selbstbewusstes auftreten haben mir mut gemacht, meine wünsche auch im bekanntenkreis offen auszusprechen und auch die manchmal unerwünschten reaktionen dann anzunehmen - und mich von diesen personen aus dem bekanntenkreis dann dauerhaft "zu verabschieden". beim rest war ab dem zeitpunkt klar, feten mit mir sind keine besäufnisse oder ich bin weg. mehr will ich nicht.

    huch, ist ja schon wieder ein roman, ich bin abgeschweift. löschen? nein, ich lass es stehen.

    cu
    MrHardcore

    hi pfundi,


    habe ich irgendwo auch nur ansatzweise geschrieben, dass ich mich aus dem gesellschaftlichen leben zurückziehen würde? :roll: Never ever!
    ich muss nur nicht in der anfangsphase eines suchtmittelfreien lebens zwingend an orte gehen, wo von vorne herein alkohol ausgeschenkt/angeboten/konsumiert wird, oder?

    was ich in meiner freizeit so mache, möchte ich hier in der öffentlichkeit nicht breit treten. meine hobbies sind so speziell, dass zu viele rückschlüsse auf meine familie und mich möglich wären.

    aber auch meine hobbies habe ich so "gefiltert", dass ich mich nicht dem alkohol aussetze. das ist problemlos möglich, ich musste nur ein paar mal ganz deutlich sagen, dass ich als trockener alkoholiker einfach nicht auf vereinsaktivitäten gehe, so lange dort gesoffen wird. inzwischen gibt es eine ganze menge mitglieder, die auch lieber "ohne" als "mit" feiern - und der alkohol ist auf unseren vereinsfeiern einfach nicht mehr präsent. und bevor hier nachfragen kommen: nein, wir sind kein 5-mann-verein, sondern knapp 700 aktive mitglieder im alter zwischen 14 und 86 jahren.

    bei meiner anderen freizeitbeschäftigung weiss ich, dass die schluckspechte an eniem bestimmten tag der woche besonders aktiv sind. diesen tag meide ich daher - es stehen mir noch 6 weitere tage pro woche zur verfügung, ich ich nutzen kann.

    im dienst ist bei uns alkoholfrei (unserem ex-chef sei dank, auch er ist ein trockener alki), auch auf feiern.

    also, du siehst, es geht alles. ich muss halt mein leben danach ausrichten und im zweifelsfall mal den mund aufmachen.

    cu
    MrHardcore

    hi EinNeuer,

    warum betonst du die unterschiede in den gastronomischen einrichtungen? sind die wichtig?
    für mich -und vielleicht nur für mich- macht es keinen unterschied, ob ich dem alkohol in einer bahnhofspinte oder einem toprestaurant oder einem luxuscafe begegnen würde. es ist der gleiche alkohol.

    ich habe damals für mich entschieden, die erste zeit (es wurden fast zwei jahre daraus) bewusst nicht an orte zu gehen, an denen alkohol konsumiert wurde.

    ich lebe immer noch, auch ohne cafehausbesuche, restaurantaufenthalte, und von dunklen bahnhofskeipen halte ich mich seither generell fern. es hat mir nicht geschadet, sondern es hat mich in meinem denken und handeln gefestigt.

    warum, in aller welt, halten nur so viele menschen mit alkoholkrankheit am besuch solcher lokalitäten fest? gibt es nichts anderes, wo ich gerne verweilen kann? kann ich meinen hunger/thurst nicht anderweitig stillen? finde ich an anderen plätzen noone, mit dem ich kommunizieren kann?

    das kann ich mir nicht vorstellen. ich habe es anders selbst erlebt.

    was also ist es, was den "reiz" dieser dinge ausmacht? ich würde es gerne verstehen, aber finde keinen zugang dazu - wie franky, karsten, martin und viele andere.

    cu
    MrHardcore

    by the way: "schuld" an einer diskussion zu sein finde ich cool - schliesslich lernen wir aus diskussionen, oder?

    hi maulwurfn,

    es tut weh wenn ein kind fest stellt, dass ein elternteil hilfe benötigt, aber keine hilfe annehmen will. und nachdem alkoholismus ja noch dazu auch heute noch ein "tabu-thema" in der öffentlichkeit ist, kommen hier oftmals auch noch eigene scham dazu.

    beides ist fehl am platze.

    deine mutter ist krank, so wie du ihren konsum beschreibst. aber wenn sie das möchte, und keine gefahr für andere darstellt, bzw keine akute selbstgefährdung mehr vorliegt, dann wird das zuständige amtsgericht sie in wenigen tagen wieder in eigene obhut begeben - es ist in deutschland nicht verboten, sich zu tode zu trinken.

    für dich als kind ist das sicher kein trost, aber es ist eine realität, der du dich einfach stellen musst.

    ich kann dir nur empfehlen, dich und deine familie nicht in das leid deiner mutter hineinziehen zu lassen. eine klare und bestimmte ansage sowohl deiner mutter gegenüber (z.B.: wenn du organisatorische hilfe brauchst, um während einer entgiftung/therapie/nachsorge beruhigt dort sein zu können, dann helfen wir dir gerne. willst du trinken, dann lass uns bitte in ruhe) als auch den behörden (ich bin nicht der aufpasser meiner mutter, sie lebt ihr eigenes leben und ist selbst in letzter konsequenz dafür verantwortlich) kann dir helfen, hier ein wenig "aussen vor" zu bleiben.

    du wirst leider auch die feststellung machen müssen, dass ohne den willen deiner mutter keinerlei hilfsangebote greifen - sie muss mit dem trinken aus eigenem antrieb aufhören wollen, sonst ist jede hilfe vergeblich und verlängert nur das leid des alkoholikers und der angehörigen.

    das ist jetzt sicher nicht die antwort, die du hier gerne gelesen hättest, aber es ist leider die bittere wahrheit bei der absoluten masse der alkoholkranken.

    sieh zu, dass du abstand gewinnst, um nicht in das hamsterrad der familienkrankheit zu geraten. lies dich hier durch, auch der bereich der coabhängigen wir dir sicher einige gedankliche impulse geben können um fest zu stellen, dass du weder schuld an der sucht deiner mutter hast, noch zu helfen verpflichtet/im stande bist.

    cu
    MrHardcore

    hi all,

    bei mir war es eher ein "point of no return". ich hatte schon mehrfach erfolglos mit eigenen mitteln versucht, ohne alkohol auszukommen. beim letzten versuch des kalten entzuges, dessen gefahren ich damals noch nicht kannte, fiel ich in ein delir.
    nach aussagen meiner familie muss dieses delir fast drei wochen angdauert haben. ich selbst habe nur sehr schreckliche erinnerungen daran und keinerlei zeitliche orientierung.
    in einem lichten moment begab ich mich dann jedoch selbst in die klinik, von wo aus ich umgehend in eine entgiftungsklinik weiterverlegt wurde.
    mein gesundheitszustand zu diesem zeitpunkt war derart desolat, dass für wochen mit meinem ableben gerechnet werden musste. neben fortgeschrittener entzündung der bauchspeicheldrüse und einer massiv angegriffenen leber waren auch beide nieren bereits faktisch funktionslos. dazu kamen massive herzrhytmusstörungen. kurz: ich hätte die nächsten tage nicht ohne ärztliche hilfe überlebt.

    das ist mir heute noch so plastisch vor augen, dass ich schweissaubrüche und fingerzittern bei der erinnerung daran bekomme.

    dahin möchte ich nie wieder zurück, egal, was ich dafür tun muss. ich habe mich für den "geraden weg" entschlossen, und gehe diesen sehr konsequent und für mich sehr zufrieden stellend. ich möchte auch keine anderen wege ausprobieren. ich bin zufrieden mit dem, was ich heute habe und möchte lieber diesen zustand erhalten, als irgendwelche experimente mit ungewissem ausgang zu wagen. zu viele, die ich kannte, sind an den folgen ihrer experimente (mit entsprechenden rückfällen) elendiglich verreckt.

    das will ich nicht. da war ich schon zu kurz davor, und ich habe nur ein leben - das mir heute einfach zu kostbar ist.

    cu
    MrHardcore

    @frozen: welch halbseidener rückzug und beharren zugleich...
    lass es einfach, wir im sinne von dieses forum müssen zum glück das thema gar nicht diskutieren. mich wühlt auch schon lange nicht mehr das thema auf, sondern der umgang von manchen teilen unserer bevölkerung damit.

    und das beinhaltet für mich u.a. das sinnlose, mutmassende geschwafel von menschen, die offensichtlich gefallen daran finden, sich um dinge zu kümmern, die sie weder beeinflussen können, noch die sie etwas angehen.

    aber das scheint eine generelle tendenz in unserem lande zu sein, dass sich jeder berufen fühlt zu allem stellung zu nehmen, ohne dass es dafür eine notwendigkeit gibt. von fachlicher qualifikation oder gar umfassendem wissen mal ganz zu schweigen.


    oder, frozen, mit deinen worten:

    Zitat

    ich schreibe hier unter: sonstiges !!!

    in diesem sinne: fröhliches schwafeln und mutmassen weiterhin...

    hi mondschein,

    nun, es ist in allererster linie mal dein leben, euer leben als eheleute/paar, das ihr so zu leben habt, dass ihr zufrieden seid.

    wenn dann noch kraft, zeit, emotionen und was es sonst noch so braucht vorhanden ist, um einen alkoholkranken auf seinem weg zu belgeiten, dann ist das schön - aber es kann und darf nicht dein, nicht euer leben diktieren.

    schuld? schuld ist niemand am alkoholismus eines anderen menschen. lass dir da auch nichts einreden! niemand zwingt einen alkoholiker, sich den stoff in die birne zu kippen - und ich habe noch keinen alkoholiker getroffen (mich eingeschlossen), der nicht gewusst hätte, wo es hilfe gibt - wenn er wirklich hilfe zum aufhören möchte.

    auch das kann also kein grund sein, um dich (unterschwellig oder offen) zu einem verweilen zu zwingen.

    ich habe die erfahrung gemacht dass es durchaus hilfreich sein kann, erst mal für sich selbst das leben so zu organisieren, dass ich mich wohl fühle. dann kann ich gerne auch anderen von meiner energie und lebensfreude abgeben. aber erst dann, nicht ohne meine eigene zufriedenheit erreicht zu haben.

    lass dir das mal durch den kopf gehen, und denk an dich.

    cu
    MrHardcore

    hi frozen,

    nix kapiert aber erst mal wieder zum rundumschlag draufhauen. gut, akzeptiert, bin ja nicht der erste und nicht der einzige, dem du mangelndes verständnis u.ä. unterstellst, sobald eine antwort kommt, die dir nicht passt.

    nur soviel: ich arbeite sehr viel und schon sehr lange mit menschen zusammen, die suizid verarbeiten müssen/mussten. suizid, beganngen durch einen angehörigen, einen freund, einen nachbarn. und aus dieser erfahrung heraus kann ich dir sagen, dasss das was du hier anzettelst, nämlich das "anregen einer diskussion" nichts anderes als logorrhoe ist. eine orfeige ins gesicht derjenigen, die sich tatsächlich mit der thematik auseinandersetzen müssen und denen pauschale mutmassungen über das wieso, weshalb und warum einfach zu plump sind.

    die, die es betrifft, wissen, dass ein angehöriger bei einem geplanten siuzid machtlos ist. sie wollen nicht über vielleicht-eventuell-unter umständen-hätte-wäre-etc diskutieren, die phase haben sie alle schon lange hinter sich, sie ist einer trauer gewichen, die sich nicht mit solch theoretischen dingen befasst, die keinerlei anspruch auf hilfe haben.

    wie ich hier von eigenen erfahrungen sprechen kann, will ich dir auch sagen. mein zwillingsbruder hat im alter von 21 jahren suizid begangen. er ist mit tempo 140 km/h gegen einen baum gerast. das problem dabei: ich war auf dem beifahrersitz und wusste bis zum einschlag nicht, was mit ihm los ist. ich war danach fast 11 monate durchgehend in diversen kliniken und konnte erst knapp zwei jahre später wieder ohne hilfsmittel alleine gehen.
    in seinem abschiedsbrief, der später gefunden wurde, war dann klar, dass er die alkoholsucht unseres vaters nicht verwunden hat und mit der lieblosigkeit unseres elternhauses nicht zurecht kam.

    mir hat das bis heute genügt, um mich mit diesem thema sehr intensiv auseinander zu setzen. wenn dir agus ein begriff ist, weisst du auch, was ich mache. (ich hoffe, das ist jetzt kein verstoss gegen die forenregeln - der verein ist seriös).

    aber was soll's wozu schreibe ich das? dich interessiert es ja doch nicht, du willst ja nur schwadronieren. unter "sonstiges". sicher sehr hilfreich.

    cu
    MrHardcore

    hi frozen,

    ziemlich viele mutmassungen und ziemlich wenig eigene erfahrung, die du da hineinpackst. das thema scheint dich mächtig aufzuwühlen. allerdings für mich nachvollziehbar, nachdem dein vater auch einen suizid versuchte.

    hast du schon mal versucht, deine eigenen erfahrungen mit professioneller begleitung abgleichen zu lassen? ich kann es dir nur empfehlen, wenn dich das thema wirklich so berührt, wie du hier rüberkommst.

    ich kann dir nur sagen, dass es unsinnig ist, für einen anderen vermeintliche oder tatsächliche gründe für dessen alkoholsucht zu suchen. das alles ändert nichts an den tatsachen, die nun mal sind wie sie sind. und je eher die angehörigen eines suchtkranken es schaffen, sich aus dem dunstkreis der krankheit des betroffenen zu lösen, um so besser. mache dir nicht die kranheit eines anderen zu deiner eigenen, indem du durch sinnloses grübeln deine eigene lebensfreude und womöglich deinen lebensmut einbüsst.

    das leben des alkoholikers ist seines.
    der tod des suizidalen ist auch seiner.

    dein leben gehört dir, und nur du bestimmst, wie es dir dabei geht.

    lg
    MrHardcore

    (ich weiss, dass mein kommentar durchaus negativ interpretiert werden kann. das soll er aber nicht sein. daher bitte nicht mit fehlender empathie oder gar ignoranz gegenüber dritten interpretieren, sondern exakt so, wie ich es geschrieben habe: positiv im sinne des angehörigen. danke)

    für mich heisst trocken sein, dass ich endlich wieder ein selbstbestimmtes leben führen darf - ich muss mich nicht mehr meiner sucht und meiner droge unterordnen und sklavisch nach den zwängen leben.

    für mich heisst das aber auch, dass ich jeden tag -auch die schlechten, die gibt's ja nach wie vor- bewusst lebe und geniesse. dazu bin ich gerne bereit, manche lebensbereiche komplett umzukrempeln, andere nur leichten korrekturen zu unterwerfen: immer so weit, dass ich für mich sicher sein kann, keine kompromisse bei meiner trockenheit einzugehen.

    am anfang war das anders: da musste ich mein komplettes leben neu organisieren - vom "freundeskeis" angefangen, über die arbeitsstelle, die "hobbies" - und auch das zusammenleben mit anderen menschen.

    mir hat das gut getan, ich möchte es heute nicht anders. trotzdem muss ich immer wachsam bleiben und mich selbst beobachten, um nicht wieder in alte verhaltensmuster abzugleiten oder neue -unangemessene- verhaltensmuster zu entwickeln.

    ein kleiner nebensatz an pittchen: du magst ja überzeugt davon sein, dass dir dein vorgehen nicht schadet. bleibt die frage ob es dir auch gut tut. und zum zweiten: würdest du als überzeugter fleischesser absichtlich in ein vegetarisches restaurant gehen um dort eine diskussion über "medium" oder "rare" gebratenes fleisch anzetteln und dich dann wundern, dass du auf unverständnis triffst? ich find's schade, aber du musst wissen, wie viel kraft dur für solche scharmützel hast... und was sie dir bringen... ich finde es lächerlich und traurig zugleich.

    cu
    MrHardcore

    hi dani,

    klingt ziemlich nach hard stuff, was du da schreibst.

    und es klingt für mich, als wärest du dir der folgen sehr bewusst. wenn das so ist, magst du vielleicht prüfen, ob du deinen frieden mit deinem vater machst - wenn du das nicht ohnehin schon gemacht hast.

    das grosse amen kommt für jeden irgendwann.

    wir kinder von alkoholkranken sind ja durchweg meister im verdrängen und anderen ersatzhandlungen, dabei ist es für uns so wichtig, unsere gedanken und gefühle auch mal annehmen zu können und zuzulassen.

    ich wünsche dir, dass du mit deiner familie offen reden kannst und vor allem den rückhalt findest, den du (jetzt) brauchst.

    denk an dich und gönne dir bei allem kummer auch dein persönliches glück!

    cu
    MrHardcore

    hi claudia,

    wenn du dich wunderst, dass du kaum antworten erhältst - was würden antworten die denn an deiner situation ändern?
    oder anders gefragt: könntest du denn als "abziehbildchen" das adaptieren, was andere für deren leben als "die lösung" erachten?

    auf mich wirkt deine frage als wartest du auf jemand, der dir die allein seelig machende lösung präsentiert, mit der du dann dein leben "von jetz auf gleich auf die reihe" bekommst.

    das wird nicht passieren. du wirst nicht umhin kommen, deinnen eigenen weg finden zu müssen. und da kommt es darauf an, dass du dir erst mal klar darüber wirst, an was du (dir) als nächstes/erstes be-/erarbeiten willst - und mit welchem ziel.

    die vergangenheit ist rum, die kommt nicht wieder, da braucht es keine energie mehr, die ist unveränderlich.

    alles auf einmal und mit dem ziel der allumfassenden glückseeligkeit wird es nicht geben, bei niemand, und nie in diesem leben.

    was möchtest du dir denn wirklich erarbeiten?

    cu
    MrHardcore