Beiträge von MrHardcore

    hi xenica,

    meiner weiss "es" vom ersten vorstellungsgespräch an. ich bin damit gut gefahren, rigoros offen zu sein. somit kann auch nie getratsche über meine vergangenheit aufkommen - ich steh dazu.
    ich hätte allerdings auch keine stelle angenommen, bei der der arbeitgeber vorbehalte gegen suchtkranke hat. dann halt ohne mich.
    ich will mich nicht mehr selbst verbiegen müssen.

    ich drück dir die daumen, dass du was passendes findest und deinen job bekommst!

    cu
    MrHardcore

    hi lostsoul,

    wenn du abstand brauchst, dann nimm ihn dir. wenn du auf ihre mails nicht reagieren willst, dann lass es. niemand zwingt dich zu irgend etwas.
    ob sie nun alkoholikerin ist oder nicht - geschenkt, kann dir egal sein. was hast du davon, wenn du darauf rumreitest? dir gefällt es nicht, wie sie sich verhält und was sie macht, und damit gut. der punkt ist doch der, wenn ich deine posts so lese: du möchtest dass sie etwas macht - und sie will nicht so, wie du dir das vorstellst.

    da gibt es keine lösung dafür, sie ist ein eigenständiger mensch, sie kann tun und lassen, was sie will. du bist volljährig, stehst in gewisser weise auf eigenen füssen, also gibt es nichts und niemanden, vor dem sie sich zu rechtfertigen hätte.

    versuche doch einfach mal, sie so zu lassen, wie sie ist. und wenn dir die situation zu viel wird, brauchst du dich ja nicht damit zu befassen und kannst dich zurück ziehen in dein umfeld, so, wie du es gerne hättest.

    loslassen, hier sehr oft zitiert, in liebe loslassen, das wird der schlüssel sein - für deine zufriedenheit.

    cu
    MrHardcore

    hi orlando,

    in einer ähnlichen situation habe ich den rat eines anwaltes in anspruch genommen. er riet mir zu einer unterlassungsklage mit einstweiliger verfügung mit dem ziel, dass der beklagte mich nicht mehr per telefon / brief / email belästigen darf.

    dinge, über die wir uns dennoch austauschen müssen, kommen von der anwaltlichen vertretung dieser person und gehen direkt an meinen anwalt.

    Das ganze hat mich mit allem drumherum rund 400 € gekostet, was es mir wert war. bis heute habe ich meine ruhe von dieser person.

    cu
    MrHardcore

    hi lucy,

    so bitter für uns kinder das ganze auch ist - wir sind zum glück nicht dafür verantwortlich.
    daher wäre es schön, wenn du dir mal überlegst, ob du wirklich das "alles machen musst". ich behaupte: nein.

    schau, so lange er sich nicht eingestehen will, dass er ein problem hat, wird sich ncihts verändern. da kannst du "helfen", so viel du willst. das gegenteil passiert: du erleichterst ihm das trinken, indem du ihm die "lästigen" nebensächlichkeiten abnimmst.

    ich weiss, dass es mehr als hart ist, einen menschen, den man ohne vorbehalte liebt, einfach "im regen stehen zu lassen". aber sei dir in einem sicher: wenn es ihm zu nass wird, dann weiss er sehr gut, wo es wieder trocken ist...

    ich wünsche dir viel kraft, dich mal in die materie näher einzulesen und dann auch die für dich richtigen wege einzuschlagen.

    cu
    MrHardcore

    hi kaleu,

    den "richtigen" weg gibt es. nämlich aufhören. und den "richtigen zeitpunkt" gibt es auch. nämlich dann, wenn du realistisch deine eigene stabilität selbst einschätzen kannst.
    so ist das mit allen stofflichen süchten.
    saufen
    rauchen
    kaffe/schwarztee/...
    nahrungsmittel/süssigkeiten/knabbereien/...
    ...
    ...
    wenn du das willst, dann schaffst du das auch. weil du dann dafür sorgst, alles zum richtigen zeitpunkt und mit der richtigen hilfe/unterstützung zu machen.

    alles andere ist fremdbestimmt und nicht von erfolg gekrönt - meine eigene und die erfahrung in vielen gesprächen mit suchtkranken.

    ach ja, ich trinke nicht mehr, ich rauche nicht mehr, ich nehme weder kaffee noch tee "gewohnheitsmässig/egelmässig" zu mir (habe ich auch frührer nicht, seither jedoch noch bewusster), ich habe etliche kg abgenommen, nachdem ich meine ernährungs- und sportgewohnheiten umgestellt habe - aber alles zu seiner zeit, immer dann, wenn ich den nächsten schritt gehen konnte.

    es geht (fast) alles, wenn wir bereit sind, uns ehrlich darauf einzulassen und die angebotene/verfügbare/sinnvolle/benötigte hilfe auch anzunehmen.

    viel erfolg,

    cu
    MrHardcore

    hi kaleu,

    Zitat

    Ein bisschen Angst habe ich zwar nach wie vor irgendwelche Abwertungen zu erfahren und trau mich irgendwie nicht so richtig, aber das werd ich wohl überwinden müssen. Ich möchte ja reden und auch raus aus diesem Mist.

    hmmm, diese unsicherheit kenne ich. aber führe dir bitte mal vor augen: wir leiden alle an der selbsen krankheit. d.h. in einer shg triffst du -wie auch hier- auf menschen, die deine erfahrung, gefühle, sorgen und nöte deshalb nachvollziehen können, weil sie es zum teil 1:1 selbst erlebt haben - da weiss jede(r), wovon du sprichst.
    abwertung habe ich noch nie in irgend einer shg erfahren oder erleben müssen.

    wenn du also das bedürfnis hast, dich in einer face-to-face-shg auszutauschen, dann mach das! jede hilfe, die du kriegen kannst, solltest du dir zukommen lassen! ob es dir dann den gewünschten erfolg bringt, entscheidest du.

    ach ja, und: müssen tust du gar nichts. entweder du willst, oder du willst nicht.

    cu,
    MrHardcore

    hi franky,
    ich finde es immer wieder erstaunlich, mit welcher vehemenz und welchen "totschlagsargumenten" manche von uns alkoholikern die chance einer langzeittherapie an sich vorbeiziehen lassen.

    so mit die beliebtesten argumente -bei frauen- sind "ich kann meine kinder/familie jetzt nicht im stich lassen" bzw -bei männern- "ich verliere womöglich meinen arbeitsplatz".

    in der realität sieht es jedoch sehr häufig so aus, dass statt der familie oder des arbeitsplatzes die trockenheit auf der strecke bleibt, und als folge davon dann auch die familie bzw der arbeitsplatz verlustig geht.

    ich persönlich habe die erfahrung gemacht, dass eine lzt das "unangenehmste" war, was ich mir als nasser säufer vorstellen konnte. warum? weil ich wusste, dass ich da meiner sucht -anders als bei einer ambulanten therapie- nicht entfliehen konnte, kein raum, keine zeit für ablenkung etc - nur beschäftigung mit mir, meinen defiziten und meinem suff.

    das wollte ich natürlich nicht, denn ich hatte ja alles unter kontrolle, ich war ja anders als die anderen alkoholiker, ich und meine situation...

    was soll ich sagen? das funktionierte in meiner einbildung und selbstüberschätzung so lange, bis ich die schnauze voll hatte vom saufen, und bedingungslos trocken werden und bleiben wollte. da hatte dann auch die lzt ihren schrecken für mich verloren, und ich war froh um jede nur erdenkliche hilfe, die ich bekommen konnte. egal was, hauptsache, nicht mehr trinken müssen.

    und was soll ich noch sagen? die lzt war gar nicht so schlimm, wie ich mir das immer eingeredet habe. es war kein hort der zwänge, keine strafkolonie, keine entmündigung. es war nicht unter meinem niveau, und ich war nicht fehl am platze. im gegenteil, es war genau der richtige ort, um endlich das rüstzeug zu erlernen, mit dem ich seither trocken leben darf.

    von daher erstaunt mich dein"genervt-die-augen-hochzieh-smilie" zum thema lzt. das einzige was du in deiner säuferkarriere bis jetzt bewiesen hast, ist doch, dass du es im "normalen umfeld" eben nicht geschafft hast, trocken zu werden.

    verstehe mich bitte nicht falsch: ich will dir keine lzt andrehen, wozu auch. ich will nur wissen, wie jemand, der es selbst nicht auf die reihe kriegt trocken zu werden, etwas (=eine lzt) beurteilen will, worauf er sich selbst nicht einlässt.

    ist es etwa die gleiche angst, die ich damals hatte???

    cu
    MrHardcore

    oh, schick! spontanheilung auf allen ebenen! hatte ich auch öfters so empfunden, weil ich es mir so schöngeredet habe.
    meine realität sah aber leider anders aus. "mein" alkoholiker hat weitergesoffen, halt "kontrollierter" (=versteckter) und weniger (menge, dafür mehr "umdrehungen").

    dann hoffe ich einfach mal für deine kinder, dass sie nicht in einem haushalt aufwachsen müssen, in dem ich gross werden musste: der eine säuft und der andere elternteil tut so, als wäre alles in butter... es war zum kotzen... und da beide elternteile "funktionierten" und die fassade nach aussen brav aufrecht erhielten, drang auch nichts nach "draussen".

    nur wie es mir als kind ging, das hat niemand interessiert. ich hatte ja auch alles, ich undankbarer balg. essen, kleidung, spielsachen - nur keine eltern, die für mich da waren. nur keine freunde, die ich nach hause bringen konnte, wenn der säufer da war. nur kein verständnis, weil beide mit ihren eigenen problemen überfordert waren.

    aber wir haben das spiel einfach weitergespielt, bis zum bitteren ende...

    spontanheilung auf allen ebenen. schick, macht was her.

    cu,
    MrHardcore

    hi emma,

    kannst du dir auch nur annähernd vorstellen, wie abgenervt, enttäuscht, traurig und wütend unsere freunde und angehörigen sein können, wenn wir sie -wieder mal- durch unser saufen davon "überzeugen", dass wir es "nicht im griff haben"?

    ich weiss ja nicht, wie lange du schon trinkst, aber nach meiner erfahrung hat jeder alkoholiker sein umfeld ganz schön strapaziert, bis er/sie ans aufhören denkt.

    da braucht es einen nicht verwundern, wenn uns im falle eines rückfalls das ganze auch schonungslos um die ohren gepfeffert wird, oder?

    und dass sich alle die, die die jetzt "schlecht tun" von dir fern halten, das willst du nicht wirklich. das ist eine trotzreaktion.

    also, nochmal von vorne: hör auf zu saufen, fange ein trockenes leben an. sei ehrlich zu dir und nimm dir in den punkten hilfe, die du nicht alleine bewältigen kannst. und zwar dann, wenn du hilfe brauchst, nicht erst, wenn das kind schon in den brunnen gefallen ist.

    so long & cu
    MrHardcore

    hi emma,

    ich habe länger rumgeeiert und mehrere trinkpausen eingelegt, bevor ich endlich nur noch trocken werden wollte. in diesen trinkpausen habe ich mich auch immer gerne in einer situation gesehen, in der mein umfeld mich hätte loben / wertschätzen sollen, für meine leistung.

    seit langem ist mit klar: welche leistung denn? so, wie ich auf meinen wunsch hin gesoffen habe, ist es auch einzig und alleine meine sache, trocken zu leben. davon abgesehen: trocken zu leben ist mit das normalste auf der welt, was es gibt. milliarden menschen auf unserem planeten trinken keinen alkohol.

    also, nochmal: welche leistung hätte denn hier bewundert werden sollen?

    und das "hinter meinem rücken reden": ja klar haben sie sich die mäuler über mich zerrissen, ich hab ja schließlich getrunken. ich hab ja zum wiederholten mal "bewiesen", dass ich eben nicht über dem alkohol stehe und ihn kontrolliere, sondern dass ich es wieder mal nicht auf die reihe gekriegt habe... durch mein saufen.

    es hat weh getan, mir selbst eingestehen zu müssen, dass ich es "verbockt" habe, ich und niemand anders war aber auch der einzige, der es -für mich- wieder "auf die reihe" bringen konnte, indem ich dauerhaft trocken blieb.

    heute sage ich mir: ich kann nur durch meine aktive und zufrieden gelebte trockenheit das vertrauen der menschen gewinnen, die mir wichtig sind. das dauert und gelingt nciht in jedem fall, aber es ist ein ansatz. es liegt an mir, dieses vertrauen aufzubauen und durch mein handeln nicht wieder zu zerstören.

    auch nicht durch "den kleinen rückfall zwischendurch"...

    cu
    MrHardcore

    hi silberschweif,


    diese innere zerrissenheit begleitet mich meinem vater gegenüber nun schon mehr als 25 jahre. ich konnte iden hintergrund jedoch erst vor rund 7 jahren "begreifen", als ich selbst trocken wurde und blieb, also die familienkrankheit erst mal durchbrochen habe.

    ab da wurde mir dann vieles erstmalig bewusst:

    was ich an einem normalen familienleben vermisst hatte
    dass das, was meine herkunftsfamilieführte, kein normales leben war
    dass ich nie einen vater hatte, der seiner rolle als vater auch gerecht werden konnte
    dass meine konditionierung im rahmen der erziehung meine eigenen gefühle vollkommen überdeckt hatte
    dass ch emotional völlig verarmt war
    dass ich nicht gelernt hatte, mich mit meinen defiziten auf eine normale und gesunde art auseinander zu setzen
    ...
    und noch vieles mehr.

    ich habe aber auch gelernt, dass ich meine gefühle ihm gegenüber haben "darf", dass sie echt sind, und ich sie auch äußern kann.
    und ich weiss heute, dass er einfach nicht anders konnte - die sucht ist stärker, als alles andere. ich musste dies am eigenen leib erfahren, durch meine eigene alkoholsucht.

    somit sehe ich meinen vater heute in einem milderen licht. ich beurteile und verurteile ihn nicht, auch wenn ich sein trinken nicht toleriere. ich weiss, dass er jederzeit den weg aus seiner sucht gehen kann, wenn er dies möchte. ich weiss, dass es genügend hilfsangebote in anspruch nehmen kann - wenn er das will.
    und ich weiss, dass niemand trinken muss. jeder kann es schaffen, aus der sucht auszusteigen.

    und ich weiss aus meienr eigenen erfahrung, dass dazu der eigene tiefpunkt notwendig ist. so lange der nicht da ist, ist jede hilfe vergebens.

    all dieses wissen und die eigene erfahrung können jedoch eines nicht: es mir erleichtern, ihn so zu erleben, wie er als nasser alkoholiker eben ist: nass. auch nach 25 jahren nicht. ich bin daher heute bemüht, den kontakt so weit einzuschränken, dass ich ihn nicht volltrunken erleben muss und nicht alle üblen ausfallserschenungen hautnah mitbekomme.

    das macht es mir auch heute unmöglich, mit ihm unbelastet umzugehen.

    aber ich liebe ihn, er ist mein vater. ich liebe ihn wahrscheinlich genau so, wie mein sohn mich liebt.

    das macht es nicht immer einfacher, aber im laufe der jahre habe ich mich einfach daran gewöhn es so zu nehmen, wie es ist.

    die zeit ist dabei manchmal ein gnädiger helfer. vielleicht kannst du auch mit der zeit einen weg finden, damit um zu gehen.

    cu
    MrHardcore

    hi sandy,

    ich habe lange überlegt, ob ich auf dein posting antworten soll - weil es mir zu sehr auf deinen partner bezogen ist. aber sei es drum:

    eka = erwachsenes kind eines (oder mehrerer) alkoholkranken elternteils.

    aber nun zu dir und wie ich es sehe: du kreist mir deinen gedanken um ihn und seine situation. kein wort, wie es dir damit geht. kein wort, welche erwartung du an dein leben stellst. kein wort, wo deine zukunft ist. definierst du dich nur über deine partnerschaft bzw über ihn? wäre doch schade!

    wichtig ist doch, was du möchtest. und aus deinen zeilen lese ich, dass dir der alkoholkonsum deines partners nicht behagt. das ist "grund" genug, um als paar nach einer lösungsmöglichkeit zu suchen, miteinander.

    das funktioniert nicht? warum denn? etwa, weil er vom alkohol nicht lässt?

    dann bleibt doch nicht mehr viel: erdulden oder gehen.

    was möchtest du für dich? weiter mit einem trinkenden partner ohne eigene perspektive leben, oder dein recht auf ein leben ohne trinkenden partner wahrnehmen?

    wenn du dir diese (oder ähnliche, für dich wichtige) fragen selbst stellst und ehrlich für dich beantwortest, dann wirst du für dich auch zu einem lösungsweg aus der misere kommen.

    ich wünsche dir viel mut und kraft, das auch durchzuziehen & umzusetzen.

    cu
    MrHardcore

    hi xena,

    warum sollte der co-partner da was erkennen müssen? wichtig für den co-partner ist doch, dass er sich selbst aus seinen krank machenden elementen befreien kann, seine eigene krankheit erkennen und annehmen kann. und somit seinen eigenen weg zur genesung findet.

    solange sich der coabhängige (und ich rede jetzt nur über beziehungen zwischen einem alkoholiker und einem coabhängigen) noch um den alkoholiker kümmert und gedanken um dessen genesung macht, hat er selbst noch nicht erkannt und eingestanden, wie krank er selbst ist.

    woran erkennt man nun, ob der alkoholiker ernsthaft aufhören will? nun, ganz einfach: daran, dass er trocken bleibt, sich um seine genesung selbst kümmert, für ihn passende hilfsangebote ausfindig macht und wahrnimmt, einen sogenannten "langen atem" entwickelt, wenn es auch mal mit der eigenen entwicklung zäh voran geht. dass tatsächliche veränderung statt findet, und nicht nur lippenbekenntnisse. dass dinge umgesetzt werden, und nicht nur geplant. dass offen gesprochen wird, auch über gefühle, stimmungen, ängste etc - nicht nur über den einkaufszettel oder die finanzplanung.
    zeitrahmen für diese entwicklung? ein jahr, vielleicht auch mehr.

    und wie verkraftet der coabhängige das? kann er auf sein gefühl bauen?
    ich sage nein. denn sein gefühl hat ihn ja jahrelang betrogen, sonst wäre er gar nicht in eine dermassen krank machende beziehung geraten und hätte darin jahrelang ausgehalten. es wird wohl an der zeit sein, dass sich der coabhängige auch um seine defizite kümmert. damit ist er erfahrungsgemäss erst mal selbst recht lange voll ausgelastet.

    den rest zeigt die zeit. ich habe sehr viele beziehungen erst nach einem jahr oder mehr (nach beginn der trockenheit) auseinander gehen sehen. da merken dann beide partner sehr oft, dass jeder von ihnen sich zu einer eigenständigen persönlichkeit entwickelt hat, und diese zwei "neuen" menschen einfach nicht zueinander passen. das kommt vor, sehr oft sogar. das mag schmerzhaft sein, aber sich auch das eingestehen zu können, zeigt, dass sich die menschen ernst nehmen, ehrlich zu sich sind.

    etwas, was in der sucht völlig verloren gehen kann.

    zeit heilt wunden, auch wenn narben bleiben. narben sind für mich die bekenntnisse eines gelebten lebens.

    cu
    MrHardcore

    hi schattenspringerin,

    da gibt es bei mir nicht viel zu erzählen, es war der "gerade weg" als ich endlich trocken werden wollte und keine kraft mehr hatte, mich selbst mit trinkpausen zu belügen. dass ich alkoholiker bin, wusste ich ja - schliesslich hatte die droge mich im griff, nicht umgekehrt. also - in dieser reihenfolge, jedoch im zeitraffer-: hausarzt, gespräch mit frau/familie/firma/freunden, entgiftung in der klinik 10 tage, wartezeit auf therapieplatz 4 wochen, lzt 16 wochen, anschließend nachsorge 9 monate mit besuch der shg - shg bis heute.

    was viel wichtiger war, als alle diese sehr sinnvollen hilfsangebote, war jedoch die schonungslose, bedingungslose und äusserst schmerzhafte ehrlichkeit mir selbst gegenüber. nicht mehr schönreden, verharmlosen, verniedlichen, und was es da noch so gab. nein. aus, ende, vorbei. ich wollte endlich wieder leben. im verlogenen suff war das nicht möglich.

    tut manchmal weh, ist durchaus auch unbequem von zeit zu zeit, aber meiner meinung nach für mich der einzige weg gewesen, um dauerhaft aus der suchtspirale auszusteigen.

    das, was du so an aktiver hilfe im rahmen der selbsthilfe ansprichst, habe ich hinter mir. ich habe festgestellt, dass z.b. die leitung einer shg für mich nicht gut ist. ich neigte dazu, neben der helferrolle auch mein anspruchsdenken weiter zu geben. das geht aber nicht - ich kann niemand anderen trocken legen oder ihm die basis für seine trockenheit schaffen, das muss derjenige schon selbst. auch bin ich dazu einfach zu radikal, geht nicht, gibts nicht. das wollen viele menschen nicht hören. dabei stimmt das. hier habe ich schon oft gelesen:"jeder kann es schaffen". das unterschreibe ich sofort. er muss es nur ehrlich wollen.

    recht viel mehr möchte ich zu meiner person nicht im web preis geben, dafür lesen einfach zu viele menschen mit, die das einfach nichts angeht.

    cu,
    MrHardcore

    käsespätzle, nachdem ich endlich mal wieder einen gut gelagerten und gereiften allgäuer emmentaler bekommen habe.
    dazu einen schönen grünen salat mit viel kräutern, etwas zitronensaftdressing und viel gutes olivenöl. oben drauf noch ein berg röstzwiebeln...

    cu
    MrHardcore

    (die spätzle frisch vom brett geschabt, so wie sich das gehört)

    hi schattenspringerin,

    danke für die guten wünsche zum jahreswechsel, die ich gerne auch so zurückgebe!

    was meinst du denn mit meinem

    Zitat

    persönlichen Hintergrund?

    ich dir gerade nicht folgen, was du von mir erwartest oder wissen möchtest.

    cu
    MrHardcore

    hi manu,

    dein wunsch, am liebsten "gaaanz weit weg" zu ziehen macht mich nachdenklich, ob du innerlich wirklich so abgeklärt bist, wie du das vorgibst zu sein. mach dir selbst mal deine gedanken darüber, ob du nicht vielleicht auch hilfe in anspruch nehmen willst - zum beispiel hier?

    zum thema deiner kinder: ich habe es so erfahren, dass kinder nicht in der unmittelbaren obhut von alkoholikern sich selbst überlassen sein sollte, das tut nicht gut. aber so lange ein "nüchterner" erwachsener als bezugsperson dabei ist, der die kinder a.) schützt und b.) aus der "schusslinie" nimmt, wenn der alkoholiker untragbar wird, warum nicht? es bleibt doch ein familienangehöriger, wenn auch ein kranker.

    ganz wichtig finde ich es, nichts zu beschönigen aber auch nicht zu dramatisieren. der mensch ist krank und verhält sich deshalb so "unnormal". und ich finde es wichtig dem kind mitzugeben: "nein, wir können dem menschen nicht helfen, das kann nur der selbst."

    das ganze jetzt noch altersgerecht - und nur, wenn du damit auch wirklich umgehen kannst, sonst hat es sicher keinen sinn.

    cu
    MrHardcore

    hi soshi,

    ich hatte nie "den" grund zum trinken. ich war ganz einfach ein wirkungstrinker, und meine trinkmenge/trinkmuster hat sich im laufe der jahre immer mehr zu meinem nachteil in richtung sucht gesteigert. irgendwann war halt der rubikon überschritten, und aus dem permanenten missbrauch die sucht geworden.

    so gesehen sind also alle meine saufgründe nach wie vor präsent, nur gehe ich heute anders mit mir um. ich bin nicht mehr in der passiven rolle des erdulders, sondern in der aktiv handelnden position - und die ermöglich es mir zu entscheiden, wie ich diesen situationen gegenübertreten möchte, wie ich darauf eingehe, ob ich diesen situationen überhaupt raum gebe oder ob ich einfach mal "nein" sage.

    cu,
    MrHardcore