Beiträge von MrHardcore

    so hatte ich mich im vorstellungsbereich vorgestellt. nachdem das nicht jeder lesen kann, hier noch einmal. ich freue mich auf einen regen austausch uns wünsche uns allen eine zufrieden-trockene (vorweihnachts-)zeit.

    cu
    mrhardcore

    hi silberkralle,
    geht es wirklich darum??

    Zitat von silberkralle

    langzeittherapie = sicher weder sinnlos noch kontraproduktiv - aber ist sie desshalb unbedingt erforderlich :?:

    geht es nicht eher darum, dass manche suchtkranke eine stationäre langzeittherapie grundlegend ablehnen, ohne sich über sinn und nutzen überhaupt ein urteil bilden zu können? die einfach ihrer angst vor unbekanntem/unbequemem nachgeben und so den weg des geringsten widerstands weitergehen, anstatt sich konsequent neu zu orientieren?

    zwingend notwendig ist eine (stationäre / langzeit-)therapie nicht, und ich bin der letzte, der die als allheilmittel anpreist. ich sehe aber sehr wohl, dass sich viele suchtkranke genau diesem weg widersetzen, sobald er ihnen von anderer seite nahegelegt wird.

    und da frage ich mich schon, wer den nun eher in der lage ist, den sinn oder unsinn einer solchen massnahme zu beurteilen: der suchtkranke, der (meistens jedenfalls) noch gedanklich in seinem suchtverhalten verstrickt ist oder derjenige, der als therapeut/arzt/psychologe/usw den suchtkranken erst mal vor sich hat und mit der notwendigen erfahrung an die materie herangeht?

    wenn wir suchtkranke mit soviel weitblick, verstand und wissen gesegnet wären, wie wir in solchen augenblicken vorgeben zu haben, dann wären wir mit sicherheit nicht da, wo wir zu dem zeitpunkt sind: im stadium der sucht.

    einfach mal in (mich)sich gehen und hinterfragen, was ich mit welcher motivation und aus welchen beweggründen mache. :wink:

    cu,

    MrHardcore

    hi hanson,

    ich kann dir nur von mir sagen, dass die zeit der therapie nicht nur sinnvoll war, sondern auch die einzige möglichkeit, um ehrlich mit mir selbst umzugehen: keine ablenkung durch firmentermine, keine ausreden durch paargespräche, kein sonstiges störendes "nebenher".

    diese art der abgeschiedenheit in einer käseglocke ist durchaus dazu geeignet gewesen, dass ich mich erst mal mir selber stellen musste um meine ansprüche an mich selbst kritisch und realistisch hinterfragen zu können.

    ich finde es immer wieder schade wenn suchtkranke am anfang eines für sie neuen weges erst mal die hilfsangebote ablehnen, ohne die tauglichkeit für sich selbst überhaupt einschätzen zu können.

    ich selbst habe bis heute keinen einzigen alkoholiker kennen gelernt, der langfristig trocken ist (mehr als 5 jahre) und (s)eine stationäre langzeittherapie als sinnlos oder kontraproduktiv bezeichnet hätte. im gegenteil, viele davon haben sich nach einigen jahren eine auffrischung "gegönnt".

    vielleicht magst du darüber ja einfach mal nachdenken. nicht alles, was dir momentan angst macht oder unsicherheit erzeugt, muss für dich potentiell schlecht sein. oder meinst du, die große zahl der wirklich langzeittrockenen und der therapeuten irrt sich?

    cu
    MrHardcore