Beiträge von Manfred

    Liebe Antworterinnen und Antworter,
    vielen Dank für Eure Antworten.

    Jetzt weiß ich, wer Ihr seid ;)

    Fehlen noch u.a. Fliegender Stern, Murmeltier, Sinnesrausch, etc.

    Na ja, vielleicht soll es ja auch Euer Geheimnis bleiben ;)

    Ich stell mir dann bei Euren Namen immer fliegende Sterne und Murmeltiere im Rausch ihrer Sinne vor ;)

    Übrigens:
    Ich hätte mich auch mit "Monsignore Manfredo" anmelden können. Das käme ja meiner Friedensmission auch nahe. Ach ne, geht nicht. Ich bin nicht katholisch.

    Aber jetzt ist Schluß mit der Blödelei. Jetzt wird weiter trockengearbeitet. Streng evangelisch ;)

    Liebe Grüße
    Manfred

    Liebe Martha,
    ich habe mich in diesem Forum etwa zur selben Zeit angemeldet wie Du.

    In meiner Trockenzeit (ich bin trockener Alkoholiker) habe ich mich in den letzten Jahren überwiegend mit dem Lesen von Büchern zu diesem Thema (und angrenzenden) beschäftigt. Dazu kamen eine psychosomatische und eine ambulante Psychotherapie.
    Das Anmelden hier im Forum ist quasi eine Art Neubeginn mich wieder mit „Betroffenen“ auszutauschen.

    Am Anfang habe ich sehr viel über mich und mein Leben geschrieben. Jetzt habe ich angefangen auch etwas intensiver in anderen Threads zu lesen und hier und da einen Beitrag zu schreiben.
    So bin ich auch auf Deine Threads und Beiträge gestoßen.

    Da mich einige Deiner Beiträge sehr angesprochen haben und bei mir einige Schwingungen ausgelöst haben, möchte ich jetzt darauf eingehen.

    Ich stelle dabei die Zitate (z.T. verkürzt) kursiv an den Anfang, weil ich nicht mehr genau weiß an welcher Stelle ich sie herauskopiert habe.

    Habe heute mit XY getroffen. Habe von mir und erzählt, das erste mal in meinem Leben, warum ich so bin, wie ich bin. Was ich erlebt habe, warum ich mir bestimmte Verhaltensmuster an den Tag gelegt habe. Es war wie mein persönliche Coming out - ich habe mich das erste mal in meiner Schwäche gezeigt, offen und schonungslos. Komische, dass was ich immer von ihm erwartet habe. Es tat gut mich so zu zeigen - alles sagen zu können,auch ihm mitzuteilen zu können, wie sehr mich sein Alkoholkonsum gestört hat, weil mein extremes Bedürfnis nach Sicherheit und Verlässlichkeit nicht erfüllt war. Wir saßen beide berührt und traurig auf meinem Sofa.
    Diese „kleine“ (in Wahrheit große) Szene finde ich sehr berührend …

    Verletzlichkeit zulassen und mitteilen. Schön, dass Du das erleben konntest. Es hat mich wahrscheinlich deshalb so berührt, weil das auch eine große Sehnsucht von mir ist …

    Das was Du dem anderen vorwirfst, ist Dein Eigens, Dein verleugnetes Selbst

    Auch das erlebe ich bei mir selbst immer wieder. Besonders bei den so genannten „negativen“ Seiten. Wie gehe ich mit meiner Wut, mit meiner Angst, mit meiner Schwäche um. So wie Du auch schreibst: mit meinem Bedürfnis nach Sicherheit, etc.

    Besonders anregend fand ich allerdings Deine Gedanken zum Thema Schuld und Scham. Ich zitiere mal auszugsweise:

    Es ist schade, dass sich so viele von uns in Selbsthass verstricken, statt aus Fehlern Nutzen zu ziehen.

    Eine andere Motivation der Weiterentwicklung wäre der klare EIGENE Wunsch, dadurch (durch die Weiterentwicklung) das Leben für uns und andere zu bereichern und nicht aufgrund destruktiver Energien wie Schuld und Scham.

    ich will mich weiter entwickeln, weil ich ein zufriedeneres Leben haben möchte.

    Also, das wäre und ist, nach meiner Einschätzung, für alle, denen es gelingt diese Haltung einzunehmen, zweifellos ein Quantensprung in der persönlichen Entwicklung.

    Die Vorrausetzung ist m.E., dass es gelingt, dass sich Selbsthass in Selbstliebe „verwandelt“.

    Wie kann dieser Verwandlungsprozess gestaltet werden?

    Das ist sicher sehr individuell und hängt sicher auch mit der jeweiligen Lebensgeschichte zusammen.

    Bei mir war es (in Kürze, etwas mehr dazu steht in meinem Thread) so:

    15 Jahre das Gefühl nicht willkommen und erwünscht zu sein
    15 Jahre die damit verbundenen Gefühle mit Alkohol betäubt
    20 Jahre die Gefühle von Schuld und Scham bearbeitet

    Der Gedanke mich um meiner selbst Willen zu entwickeln, um mein Leben und das Anderer zu bereichern, um ein zufriedeneres Leben zu haben, diesen Gedanken empfinde ich als sehr befreiend. :D

    Gerne würde ich mich mit Dir und Anderen weiter darüber austauschen.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Bianca,
    ich kann das, was Linde geschrieben hat, nur voll unterstreichen.

    Ob jemand 1,2,3 oder 50 oder 1000 Tage trocken ist, das hat nichts, absolut nichts mit seiner Wertigkeit zu tun.

    Der Wert eines Menschen hat nichts damit zu tun, ob er trinkt oder nicht.

    In meiner "schwankenden" Zeit habe ich mich oft auch minderwertig gefühlt. Ich habe mich geschämt und hatte nicht den Mut Hilfe anzunehmen. Niemals hätte ich mich in einem Forum dazu geäussert. Ich musste offensichtlich den Weg bis fast zu Ende gehen ...
    Ich habe allergrößten Respekt davor, dass Du Dich hier im Forum äusserst und über Deinen Weg berichtest.

    Ich fühle mich auch heute immer wieder mal minderwertig (unabhängig von meiner Trockenzeit), aber ich trinke nicht.
    Ich suche nach anderen Wegen mit meinen Minderwertigkeitsgefühlen umzugehen.

    Du bist ein wertvoller Mensch und ich drücke Dir die Daumen, dass Du Deinen Weg findest.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Bedeutung der Nicknames

    Liebes Forum,

    wenn ich im Forum die vielen, z.T. sehr phantasievollen, Nicknames lese, dann stellen sich mir immer folgende Fragen:

    Warum hat sich der/die TeilnehmerIn gerade diesen Namen ausgesucht?
    War das eine spontane Entscheidung?
    Hat der Nickname eine besondere Bedeutung?
    Ist das eine Wunschfigur oder Zielfigur, die man gerne sein möchte?

    Bei mir war das so:
    Ursprünglich wollte ich den Namen einer Romanfigur wählen. Den Titelheld aus dem Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“.
    Ich habe von diesem Roman und der Figur zum ersten Mal in meiner LZT erfahren. Meine Therapeutin hatte mir das Buch empfohlen, obwohl sie es selbst noch nicht gelesen hatte.
    Nach der Lektüre bin ich dann nur noch ganz langsam über das Therapiegelände gegangen ;)
    Entschleunigung pur sozusagen …
    Ich habe das Buch in den darauf folgenden Jahren dann noch 2,3 mal gelesen und war und bin von dem Grundprinzip immer noch sehr angetan.
    Diese Romanfigur konnte ich dann aus rechtlichen Bedenken (Karsten) hier nicht verwenden.

    Ich habe mich dann spontan für meinen richtigen Vornamen entschieden. Und bin im Nachhinein mit dieser Entscheidung auch sehr zufrieden, weil ich damit mehr bei mir bleibe.
    Ich neige manchmal dazu, mich allzu sehr mit Romanfiguren oder anderen „Figuren“ zu identifizieren ;)

    Meinen wirklichen Vornamen mag ich übrigens nicht so gern. Ich hätte mir da lieber einen etwas klangvolleren gewünscht. Irgendwie italienisch oder französisch klingend …

    Was mir an meinem Vornamen gefällt, dass ist die Bedeutung. Er setzt sich aus den Begriffen „Mann“ und „Friede“ zusammen. Und kommt wohl aus dem Althochdeutschen und bedeutet „mannhafter Friedensschaffer“. Tja, das ist doch mal ne echte Herausforderung ;) Innen wie Außen …

    Wie ist das mit Euren Nicknames und Namen?

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hi Murmeltier,
    das hört sich doch schon alles ganz gut an. Besonders schön finde ich die Teezeremonie.:-)
    Muss ich auch mal wieder machen ...

    Was ist denn jetzt mit Deinem LG? Trinkt er noch?
    Und wie bedrohlich ist die Situation insgesamt?

    Ein alkoholfreies Zuhause halte ich für ein absolutes Muss, wenn Du dauerhaft trockenbleiben willst.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Murmeltier,
    das klingt überhaupt nicht doof.

    Eine Tagesstruktur für sich zu entwickeln ist gerade am Anfang der Trockenzeit für Viele sehr hilfreich.

    Wenn die Zeit zwischen 18:00 und 19:00 Uhr für Dich das größte Gefahrenpotential für Dich darstellt, dann könntest Du hier vielleicht nochmal eine Tätigkeit "einbauen", die Dir besonders gut tut. Was immer das auch sein mag ... Vielleicht irgendetwas was Deine innere Struktur stärkt. Entspannungstechnik, z.B. Es gibt da eine ganze Reihe von CD´s. Progressive Muskelentspannung wäre einen Möglichkeit ...

    Liebe Grüße und einen entspannten Abend ;)
    Manfred

    Hallo Hartmut, hallo Karsten,
    ich lese Eure Beiträge so, dass sie in erster Linie an Euch gerichtet sind. Für Euch war Euer beschriebener Weg genau richtig. Und ich gratuliere Euch zu diesem Weg. :)

    Pittchen ist auf ihrem Weg. Wir haben ihr die Gefahren aufgezeigt und deutlich gemacht. So weit so gut.
    Was sie jetzt daraus macht ist ihre Entscheidung.

    Und Pittchen,
    mich interessieren Deine Erfahrungen. Ich lerne auch immer wieder durch die Erfahrungen, die andere machen.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Guten Abend Elke,
    wenn Du auf meinen Namen klickst, dann kommst Du zu meinem Profil. Und da gibt es eine Rubrik "5 letzte Themen". Da findest Du auch "meinen" Thread. Geht mit jedem anderen Namen auch ;)

    Zum "Erwachsen sein":
    Ich glaube, dass es ein Prozess ist. Also mehr "Erwachsen werden". Für mich ist damit sehr stark Unabhängigheit und Selbstverantwortung verbunden. Eine tägliche Aufgabe.
    Ich freue mich schon, wenn ich merke, ob ich gerade "Kind" bin, ob ich "Ich" bin, oder ob ich wie "meine Eltern" bin.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Fliegender Stern,
    ich bin einer von der anderen Seite ;)

    Was ist schwerer Alkoholismus?
    Was ist leichter Alkoholismus?

    Warum spielt das eine Rolle?

    Ich kann Alkohol nicht kontrolliert trinken. Konnte ich noch nie. In der ersten Zeit habe ich nicht sooo viel getrunken. War das leichter Alkoholismus?
    Bei mir ist es jedenfalls über die Jahre immer mehr geworden. Habe von ca. 15 J. an bis zum 31. Lebensjahr getrunken. Am Ende rund um die Uhr. Ich musste trinken. Bis zum endgültigen Zusammenbruch.

    Macht das für Dich als Co. Einen Unterschied, ob Du Dich um einen „leichten“ Alkoholiker kümmerst oder um einen „schweren“?

    Bist Du beim „Leichten“ auch nur leicht Co-abhängig?

    Wenn ich Deinen Thread lese, dann habe ich den Eindruck, dass Du mit Deinen Gedanken und Gefühlen sehr bei Deinem Ex. bist. Also für mich liest sich das „schwer“ co-abhängig.

    Das ist sicher am Anfang ähnlich schwer, wie bei den Alkoholikern, die noch „schwanken“ zwischen trinken und trocken sein.

    Nach allem was ich weiß, über Co-Abhängigkeit, hilft wohl auch hier nur die vollständige Kapitulation.

    Nochmal kurz zu meiner nassen Zeit:
    Ich habe alle, meist sehr kurzen, Beziehungen sofort abgebrochen, wenn das Thema Alkohol zur Sprache kam. Niemals wollte ich, dass jemand von außen entscheidet, wann und wie viel ich trinke. Ich hätte auch niemals wegen einer Frau (und wäre sie noch so toll gewesen) aufgehört zu trinken. Ich wäre dann ja vollkommen abhängig von der Frau gewesen. Also von einer totalen Abhängigkeit in die Nächste. Niemals. Am Ende ich hätte ich mich für meine Abhängigkeit gehasst (habe ich auch immer als nasser Alkoholiker) und die Frau, weil sie mir das jeden Tag vor Augen führt.

    Ich wünsche Dir möglichst viel Klarheit und Mut bei Deinen weiteren Entscheidungen!
    Manfred

    Liebes Murmeltier,
    ein Beispiel zum Thema „Wut“ und „Schreien“:

    In meiner letzten beruflichen Position hatte ich mal eine Auseinandersetzung mit meinem Chef. Ab einem bestimmten Punkt war die Gesprächssituation so verfahren, dass ich an zu schreien anfing. Ich hab dann auch noch mit der Faust auf den Tisch geschlagen, auf dem eine Kaffeetasse stand. Das hat dann noch mal ordentlich gescheppert. Er hat dann zurück geschrieen. Nachdem wir uns eine Weile angeschrieen hatten bin ich aus der Situation ausgestiegen und ein halbe Stunde um den Block gegangen. Danach bin ich zu Ihm hingegangen und hab mich bei ihm für meinen Wutausbruch entschuldigt. Wir haben uns die Hand gegeben und die Sache war erledigt.

    Ich will damit nicht sagen, dass ich es für richtig halte, dass man die Wut einfach mal rauslassen sollte. Zumindest nicht im beruflichen Umfeld. Das hätte ja auch andere Folgen haben können. Aber es ist für mich alle mal gesünder gewesen als zu trinken.

    Für die Ursachen von Wut, Langeweile, Stress, etc. und den Umgang damit gibt es ja unterschiedliche Bewältigungsstrategien. Diese kannst Du sicher mit Deinem Therapeuten besprechen.

    Die denkbar ungesündeste Strategie ist jedoch Alkohol zu trinken. Niemand kann vorhersagen wo und wie das endet …

    Ich wünsche Dir einen entspannten Abend!
    Manfred

    Liebes Murmeltier,
    mich erinnert das Alles sehr an meine nasse Zeit.

    Nachdem ich jahrelang „öffentlich“ getrunken habe, im Betrieb, im Fussballverein, in Kneipen, auf Feiern, etc., und mir das irgendwann peinlich wurde, habe ich mich zu Hause weggesoffen.

    Ich habe den Betrieb gewechselt (dort gab es ein Alkoholverbot), ich bin aus dem Verein ausgetreten, ich bin nicht mehr weggegangen. Ich habe nur noch zu Hause gesoffen. Und zwar nicht weniger. Sondern mehr. Viel mehr. Bis zum endgültigen Zusammenbruch …

    Seit ich trocken bin, bin ich mit meiner Alkoholkrankheit immer offen umgegangen. Arbeitsumfeld, Freunde, Familie, etc. Ich habe dabei durchweg positive Erfahrungen gemacht.

    Unangenehme Fragen? Wie sollten die lauten? Zum Beispiel: Warum trinkst Du nicht mehr?, Warum bist Du denn Alkoholikerin geworden und dergleichen?

    Meine Antwort: Ich kann Alkohol nicht kontrolliert trinken. Weitere Fragen nach Gründen, etc. beantworte ich so: Das bespreche ich nicht in der Öffentlichkeit.

    Für eine dauerhafte Trockenheit ist es m.E. unerlässlich die nähere Umgebung (Betrieb, Familie, Freunde, etc.) darüber zu informieren, dass ich keinen Alkohol trinke. Das ist in erster Linie ein für Dich wichtiger Selbstschutz. Sonst bleibt immer dieses Hintertürchen: Ach, da es ja keiner weiß, kann ich mich heute ja nochmal richtig zuschütten. Ich habe das ja auch in der Vergangenheit gut verstecken können.
    Das ist, finde ich, lebensgefährlich. Woher willst Du wissen, ob Du aus einem Rückfall wieder herausfindest.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo murmeltier,
    wenn ich es richtig verstanden habe, dann bist Du die Chefin in Deinem Unternehmen.

    Unabhängig von Deiner zweifellos nicht einfachen Gesamtsituation, könntest Du doch in Deinem beruflichen Umfeld für eine alkoholfreie Zone sorgen. Die gilt dann selbstverständlich auch für Geburtstage u.ä.

    Wissen Deine Mitarbeiter, dass Du Alkoholikerin bist?

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Zuversicht bei den anstehenden Aufgaben.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Pittchen,
    also, was ich Dir jetzt schreibe, das sage ich in erster Linie (auch) mir. Das gilt im übrigen für die meisten Beiträge ;)

    Dieses darüber Nachdenken, ob ich evtl. nicht doch mal wieder Alkohol trinken könnte, nur mal so zur Entspannung, nur um noch mal irgendwie dazuzugehören (Wozu eigentlich?), nur mal für einen Moment noch mal fliegen zu können, dieses Nachdenken hatte ich in meiner nassen Zeit oft.
    Ich habe das hin und wieder jetzt auch noch. Meine Trockenzeit erlebe ich ja nicht gerade durchgehend als zufrieden.

    In meiner nassen Zeit habe ich dann einfach getrunken. Mit ungeheurem Energieaufwand habe ich dann versucht kontrolliert zu trinken. Beispielsweise „nur“ abends, „nur“ Bier, „nur“ bestimmte Mengen, etc. Manchmal ging es ein halbes Jahr gut, manchmal auch ein ganzes Jahr. Am Ende bin ich dann vollkommen abgestürzt. Ich hatte mich aufgegeben. Ich musste trinken. Rund um die Uhr. Was, war mir am Ende vollkommen egal. Hauptsache es hat schnell gewirkt. Bis hin zum billigen Fusel. Mein (Entzugs)-Delir hat mich dann letztlich gerettet. Ich dachte ich bin wahnsinnig geworden. Für immer. Mitten im Horrorfilm. Ohne Ende.

    Das ist jetzt gute 20 Jahre her. Und die Erinnerungen an dieses schreckliche Erlebnis verblassen ein wenig. Durch Dein Fragen werden sie wieder wachgerufen. Und das ist gut so. Danke.

    Wenn ich jetzt auf diese Gedanken komme, dann blicke ich zurück und frage mich, was war das Wichtigste für mich, was ich in diesen gut 20 Jahren trockenes Leben erfahren und erlebt habe. Zentral für mich ist, dass ich meine Selbstachtung neu entwickelt und bewahrt habe. Ich kann in den Spiegel schauen und sagen: Egal wie schwierig die Lebenssituationen in der Vergangenheit auch waren, Du hast Dich Ihnen mit klarem Kopf gestellt. Trotzdem bin ich mit meiner Selbstachtung und allem was dazu gehört noch nicht zufrieden. Das ist auch ein Grund, warum ich mich nach langer Zeit des alleine Kämpfens hier angemeldet habe. Ich will weitere Schritte gehen zu einer umfassenderen Selbstachtung. Vieles an Gedanken und Inspiration habe ich hier schon gefunden.

    Mit Alkohol kann ich nicht fliegen. Nur immer ein kurzes Stück. Dann stürze ich ab. Je weiter und höher der Flug desto größer der Absturz. Ich kann auch die Höhe und Strecke des Fluges nicht bestimmen. Die bestimmt der Alkohol. Jeder Flug könnte der letzte sein. Ich kann nicht kontrolliert trinken!

    Aber ich kann anders fliegen. In dem ich z.B. alten Ballast abwerfe. Leichter werde. O.k., vielleicht ist das kein Fliegen, aber ein beschwingtes Schweben mit immer wieder wichtigem Bodenkontakt.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Zitat

    ? wie denkt ihr darüber: …im ersten persönlichen gespräch … ich bin trockener alkoholiker ?

    Hi Matthias,
    das hängt von der Gesprächssituation ab, und vom Gesprächsverlauf.

    Ich habe da verschiedene Varianten:

    - ich trinke keinen Alkohol
    - ich habe aufgehört Alkohol zu trinken
    - ich kann Alkohol nicht kontolliert trinken
    - ich bin trockener Alkoholiker

    Manchmal reicht eine Variante. Manchmal verwende ich alle Varianten.
    Das hängt davon ab, ob und wie jemand nachfragt.

    Liebe Grüße
    Manfred