Beiträge von Manfred

    Hallo Schattenspringerin,

    tja, keine leichte Frage.

    Da kommt es für mich auf den Kontext an: In welchem Zusammenhang wird die Frage gestellt? Wer stellt (sich) die Frage?

    Wenn mir ein trockener Alkoholiker erzählt, dass er einen Rückfall hatte, dann gehe ich spontan davon aus, dass er wieder Alkohol getrunken hat.
    Wenn derselbe Mensch sagen würde, dass er angefangen hat Haschisch zu rauchen oder „harte“ Drogen nimmt, dann würde ich auch von einem Rückfall ausgehen. Auch dann, wenn er nicht medizinisch verordnete Medikamente nimmt.
    Wenn sein Verhalten in einem bestimmten Bereich seines Lebens exzessiv (lebensbestimmend) wurde, dann würde ich von Suchtverlagerung sprechen.

    Wenn aber beispielsweise ein kaufsüchtiger Mensch mir erzählt, dass er wieder angefangen exzessiv einzukaufen, dann würde ich hier von Rückfall sprechen.

    Also, wenn jemand stoffgebunden abhängig war, dann ist er für mich rückfällig, wenn er wieder diesen Stoff zu sich nimmt oder einen vergleichbar abhängig machenden Stoff.

    Bei den nicht stoffgebundenen Süchten ist er für mich dann rückfällig, wenn er wieder in das alte Verhaltensmuster zurückfällt. Hier ist die Grenze wohl nicht so leicht zu ziehen.

    Soweit meine Gedanken.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Lieber Matthias,

    Zitat

    Solche Sprüche kommen nämlich gerne aus meiner Familie, und da könnte ich echt kotzen.

    so geht es mir auch. :evil:

    Ich möchte nicht, dass man (ob Familie oder anderswo) mir „sanft über den Kopf streichelt“ und sagt: „Das ist nichts für Dich. Das darfst Du nicht.“

    Ich will nicht bemuttert oder bevatert werden. Ich entscheide für mich, was ich will und was ich nicht will.

    Ich will nicht abhängig sein, von der „Fürsorge“ oder dem „gut meinen“ von anderen Menschen.

    Wenn sich jemand glaubhaft dafür interessiert, wie es mir geht, wie ich mich fühle, dann freue ich mich darüber. Ich will aber nicht, dass jemand scheinbar Verantwortung für mich übernimmt. Ich bin für mich selbst verantwortlich.

    Nochmal: Wenn sich jemand ernsthaft für meine Gefühle und Bedürfnisse interessiert, dann freue ich mich darüber.
    Ob ich Alkohol trinke oder nicht ist und bleibt meine Entscheidung.

    Einen schönen Sonntag wünscht Dir
    Manfred

    Liebe espoir,

    auch von mir (wenn auch etwas verspätet) herzliche Glückwünsche zu Deinem Trockengeburtstag.

    Ich habe mal darüber nachgedacht, wo ich eigentlich nach 18 Monaten Trockenheit stand.

    Zu dem Zeitpunkt war ich schon wieder relativ weit weg von mir, mitten in einer „wahnsinnig wichtigen“ Beratungsarbeit. Für andere.

    Ich wünsche Dir für die Zukunft, dass Du immer möglichst nah bei Dir bleibst!

    Liebe Grüße
    Manfred

    Liebe espoir,

    mir ist noch etwas zum Thema „Musik“ eingefallen.

    Während meiner psychosomatischen Therapie (1994) sind wir abends immer in ein Lokal gegangen, in dem man auch tanzen konnte.

    Ich hatte vorher schon seit Jahren nicht mehr getanzt. Am Anfang habe ich mich nicht getraut auf die Tanzfläche zu gehen, obwohl ich gern tanze. Es war halt diese coole Männernummer: am Tresen stehen und zusehen. „kopfschüttel“
    Bis dann irgendwann eine Mitpatientin zu mir sagte: das ist doch schade um die Zeit, wenn man gerne tanzt und es dann nicht macht, aus welchen Gründen auch immer. Sie hatte absolut Recht!!!

    Seit diesem Abend habe ich während der Therapie jede Möglichkeit genutzt um zu tanzen.
    Auch zu Schlagermusik. Es hat einfach Spaß gemacht, sich zur Musik zu bewegen.

    Besonders schön fand ich einen Moment, als ich einen Abend längere Zeit darüber nachdachte eine Frau zum tanzen aufzufordern, die mir schon den ganzen Abend über aufgefallen war.
    Ich stand da also und dachte und dachte und dachte.
    Und dann kam diese Frau quer über die Tanzfläche und hat mich aufgefordert. Toll.

    Aber ich wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus. Ich habe an diesen Abenden auch zu Stücken getanzt, die eher „melancholisch“ waren. Besonders ein Stück wurde ziemlich oft gespielt. Ich hab das immer mit einer Frau aus meiner Therapiegruppe getanzt. Wie so ein kleines Ritual.

    Die Erfahrung, die ich insgesamt bei diesen Tanzabenden gemacht habe ist, dass wenn ich Musik in einen neuen Erlebniszusammenhang setze, dann bekommt sie für mich auch eine angenehmere Bedeutung. Sie ist dann nicht mehr alkoholbesetzt.

    Ich wünsche Dir einen beschwingten Tag!

    Liebe Grüße
    Manfred

    Liebe espoir,

    vielen Dank für Deine Neujahrswünsche.

    Ich freue mich, dass Du eine zeitlang überlegt hast, mir etwas Nettes dazulassen.
    Das ist doch sehr nett ;)

    Ich wünsche Dir ein gutes und zufriedenes Jahr 2010, mit viel Tiefsinn und ebenso viel Frohsinn ;)

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo espoir,

    nachdem Du mir eine Nachricht in meinem Thread geschrieben hast, habe ich über die Bedeutung Deines Nicknamen nachgedacht.

    Ich hatte zwar in der Schule einige Jahre Französisch, aber vieles davon ist leider verschüttet. Ich habe also die Übersetzung gegoogelt und bin dabei zufällig auf eine Band gestoßen, die einen ähnlichen Namen hat: Espoir 2000.

    Ich hab mir darauf hin ein Video dieser Band auf YouTube angesehen und angehört und finde die Musik wirklich sehr schön.
    In meiner nassen Zeit habe ich sehr viel Musik gehört. Überwiegend Blues und Ähnliches. In meiner Trockenzeit habe ich dann nur noch sehr wenig Musik gehört, weil Vieles mich in diese nasse Atmosphäre zurückversetzt hat.

    Bei den Videos von Espoir 2000 hatte ich zum ersten Mal seit längerer Zeit das Gefühl, das diese Musik für mich stimmig ist. Sie vermittelt für mich so eine Art melancholische Lebensfreude.

    Vielleicht gefällt sie Dir ja auch?

    Was Namen manchmal so auslösen können …

    Einen lebensfreudigen Start ins neue Jahr
    wünscht Dir Manfred

    Hallo Biene,
    tja, woran denke ich, wenn ich an "Zeit" denke?

    Ich denke u.a. daran:

    Ich bin jetzt 52 J. alt (jung). Mal angenommen, ich lebe noch 20 Jahre. Das wären dann nur noch 20 x Frühling, Sommer, Herbst, Winter :(

    Wenn ich jetzt ausrechne wieviel Tage das sind, dann komme ich auf 7300.
    Das klingt schon besser :)

    Wenn ich jetzt jeden einzelnen Tag als ein ganzes Leben betrachte, dann habe ich noch 7300 Leben.

    Das klingt doch schon viel besser :)

    Bleibt nur noch die Aufgabe, auch jeden Tag wie ein ganzes Leben zu leben ;)

    Ich wünsche Dir noch viele schöne, trockene Leben.
    Heute, Morgen Übermorgen, ...

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo espoir,
    danke fürs Lesen in meinem Thread.
    Und dann noch den kompletten Thread auf einmal. Wow.
    Also, wenn ich mir das alles noch mal am Stück durchlesen würde, dann wäre ich auch geplättet ;)

    Ich habe auch ein wenig in Deinem Thread gelesen. Allerdings nicht den gesamten Thread. 92 Seiten waren mir dann doch etwas zuviel ;)
    Was mir beim querlesen sehr gefallen hat, ist diese Mischung aus Reflektion und Lockerheit.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend
    Manfred

    Hallo espoir,
    finde ich ne gute Idee, das mit dem "Kochthread".

    Ich koche noch nicht so lange und freue mich immer über Anregungen mit dem Schwerpunkt "einfach und schnell zubereitet, dabei lecker und gesund".

    Heute gabs bei mir Grünkohl mit Schweinebacke + Kochwürsten + Kartoffeln (genau das Richtige bei diesem Wetter :)

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Xenica,
    ich bin auch ein großer "Nachdenker" ;)

    Solange ich das erste Glas stehen lasse kann ich auch nicht rückföllig werden.

    Auch nach 20 Jahren ohne Alkohol hab ich immer noch genügend andere "Baustellen" über die ich nachdenken kann.

    Die immer noch größte davon ist:
    Wie kann ich mir heute etwas Gutes tun?

    Es gibt Tage an denen gelingt es und andere an denen es nicht gelingt.

    Für heute habe ich mir einen Spaziergang im kalten Hamburg vorgenommen.

    Was kannst Du heute für Dich tun?

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Peter,
    ja, Geduld und Struktur sind auch für mich sehr wichtig.

    Bei der Geduld kommen mir immer wieder mein Idealismus und mein Perfektionismus in die Quere. Eine „perfekte“ Lösung im Umgang damit habe ich auch in 20 Jahren Trockenzeit noch nicht gefunden.
    Tief durchatmen, eine kurze Pause einlegen und auf das Wesentliche besinnen helfen mir.

    Mit der Struktur ist das auch so eine Sache. Für mich gibt es da gesunde und weniger gesunde Strukturen.
    Im privaten Bereich habe ich eher Möglichkeiten die Strukturen zu beeinflussen. Wie gestalte ich meine Freizeit z.B.: was mache ich, wann, mit wem.

    Im beruflichen Bereich ist es da nicht so einfach. Ich habe mich beispielsweise häufig an den bestehenden Strukturen gerieben. Und damit meine ich nicht die zeitlichen Rahmenbedingungen.
    Es geht mir dabei eher um Führungskultur und den Umgang mit Mitarbeitern und Kunden. Ich bin da z.B. konsequent für einen ehrlichen Umgang miteinander. In meinem letzten Job hatte ich da aufgrund meiner Position auch die Möglichkeit weitestgehend auf bestimmte Strukturen Einfluss zu nehmen. Es hat aber einen enormen Aufwand an Zeit und Kraft gekostet. Das hat dann dazu geführt, dass ich meine privaten Strukturen komplett vernachlässigt habe.

    Tja, es ist schon nicht immer leicht, die Balance zu finden …

    Einen schönen Abend und liebe Grüße
    Manfred