Hallo Schattenspringerin,
tja, keine leichte Frage.
Da kommt es für mich auf den Kontext an: In welchem Zusammenhang wird die Frage gestellt? Wer stellt (sich) die Frage?
Wenn mir ein trockener Alkoholiker erzählt, dass er einen Rückfall hatte, dann gehe ich spontan davon aus, dass er wieder Alkohol getrunken hat.
Wenn derselbe Mensch sagen würde, dass er angefangen hat Haschisch zu rauchen oder „harte“ Drogen nimmt, dann würde ich auch von einem Rückfall ausgehen. Auch dann, wenn er nicht medizinisch verordnete Medikamente nimmt.
Wenn sein Verhalten in einem bestimmten Bereich seines Lebens exzessiv (lebensbestimmend) wurde, dann würde ich von Suchtverlagerung sprechen.
Wenn aber beispielsweise ein kaufsüchtiger Mensch mir erzählt, dass er wieder angefangen exzessiv einzukaufen, dann würde ich hier von Rückfall sprechen.
Also, wenn jemand stoffgebunden abhängig war, dann ist er für mich rückfällig, wenn er wieder diesen Stoff zu sich nimmt oder einen vergleichbar abhängig machenden Stoff.
Bei den nicht stoffgebundenen Süchten ist er für mich dann rückfällig, wenn er wieder in das alte Verhaltensmuster zurückfällt. Hier ist die Grenze wohl nicht so leicht zu ziehen.
Soweit meine Gedanken.
Liebe Grüße
Manfred