Beiträge von Manfred

    Hallo frozen tears,
    danke auch für Deinen Beitrag.

    Ja, das mit der Anregung stimmt, aber dahinter spürte ich eben auch diesen (meinen) Impuls Konflikte zu befrieden.

    Für mich ist es wichtig, dass ich da immer genau hinschaue, warum ich in welcher Situation die Initiative ergreife. Was ist dabei mein Thema ? Will ich Aufmerksamkeit? Dank? Anerkennung? Bestätigung? Wertschätzung?

    Möglicherweise alles Dinge, die ich mir selbst nicht in ausreichendem Maße geben kann ? (aus welchen Gründen auch immer)

    Das ist mein Thema: Genau hinschauen und hinspüren.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Liebe Gesche,

    mit dem (ausgedachten) Wort meine ich ein Angebot zur Befriedung bzw. Klärung von Konflikten, die hier nach meiner Wahrnehmung immer wieder aufkommen.

    Ich habe für mich festgestellt, dass es für mich besser, konstruktiver ist, wenn ich mich auf mich besinne, mehr bei mir bleibe. Was mir auch nicht immer gelingt.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Matthias, Rose, Hans, Pierre und Paddy,

    vielen Dank für Eure Rückmeldungen.

    Ich habe nochmal über meine Beweggründe nachgedacht diesen Thread zu eröffnen. Mir ist dabei klar geworden, dass es so eine Art Konfliktbefriedungsangebot sein sollte. Ich wollte den Blick auf unsere möglichen Gemeinsamkeiten lenken. Und das jeder mal bei sich schaut, wie es bei ihm mit der Selbstwertschätzung aussieht, statt (wie häufiger beobachtet) sich in irgendwelchen Streitigkeiten engagiert.

    Dann fiel mir die Frage ein, ob das überhaupt meine Aufgabe ist, die Verantwortung für Konfliktbefriedung im Forum zu übernehmen. Und dann stellte ich fest, dass das ein klassisches Verhalten von mir ist: Konflikte im „Außen“ zu befrieden, wo es doch in erster Linie bei mir darum geht, meine Konflikte im „Innen“ weiter zu klären und zu befrieden.

    Ich freue mich darüber, dass mir das hier nochmal so deutlich aufgefallen ist.

    Ich werde mich jetzt also wieder verantwortungsbewusst auf die Befriedung meiner inneren Konflikte fokussieren, weil ich es mir wert bin. :D

    Ich wünsche Euch allen eine besinnliche und friedliche Weihnachtszeit.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Rose,

    danke für Deine Antwort.

    Das Unvermögen sich selbst ausreichend wertzuschätzen,
    sich selbst zu mögen,
    gut und ausgewogen für sich sorgen können,
    seine Bedürfnisse gut wahrnehmen und erfüllen können.

    Warum mir das all die Jahre nicht so gut gelungen ist, dass habe ich ja schon in dem einen oder anderen Thread von mir geschrieben.

    Im Wesentlichen hängt das mit lange zurück liegenden Traumata zusammen, die ich lange verdrängt und verdeckt habe. Überwiegend mit Arbeiten und der Suche nach Wertschätzung im Außen. Da ich seit einiger Zeit ohne Erwerbsarbeit bin, tauchen die Themen jetzt spürbarer auf. Jetzt nähere ich mich und arbeite mit diesen Themen im Rahmen einer Traumatherapie.

    Unabhängig davon gab es in den vergangenen Jahren immer wieder starke Wellenbewegungen, mit demütigen und dankbaren Phasen, mit Lachen und Zufriedenheit, aber auch immer wieder mit depressiven und traurigen Phasen. Ich habe das als mein Leben angenommen. Und bin trocken geblieben.
    Jetzt widme ich mich den tieferen Schichten.

    Mein Anliegen mit diesem Thread ist aber, Eure Einschätzung zu erfahren, ob hinter der Sucht im Wesentlichen das o.g. Unvermögen steht. Und was Ihr von der These haltet, dass uns dieses Unvermögen suchtübergreifend verbindet.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Was uns verbindet …

    Hallo zusammen,
    seit heute bin nun genau 1 Jahr Teil dieses Forums.

    Ich bin seit fast 22 Jahren trocken und habe nach einer Pause von ca. 15 Jahren ohne Shg mich nun 1 Jahr lang so intensiv wie noch nie (nahezu täglich) mit mir und meiner Sucht auseinandergesetzt (seit ca. 3 Monaten im geschützten Bereich).

    Ich habe im Laufe dieses Jahres (auch schon vorher) die Sucht und die Süchtigen aus allen möglichen Perspektiven kennen gelernt. Mich an Diskussionen beteiligt, nur gelesen und zugehört, Einiges von mir geschrieben.

    Nach meiner bisherigen Erfahrung und Einschätzung gibt es bei allen Alkoholikern, Co-Abhängigen und EKA`s etc. ein verbindendes Element, und auch suchtübergreifend (Alkoholsucht, Beziehungssucht bzw. -abhängigkeit, Arbeitssucht, Kaufsucht, Esssucht, etc.):

    Das Unvermögen sich selbst ausreichend wertzuschätzen,
    sich selbst zu mögen,
    gut und ausgewogen für sich sorgen können,
    seine Bedürfnisse gut wahrnehmen und erfüllen können.

    So lese ich es häufig aus den Beiträgen heraus.

    Das Schöne ist, dass ich in den vielen, vielen Beiträgen auch schon jede Menge Anregungen und Ideen bekommen habe, wie ich mit dem o.g Unvermögen umgehen kann, wie ich in eine Veränderung kommen kann.

    Ich fühle mich daher mit Allen, die hier schreiben verbunden. Mal für einen Moment, mal für etwas länger.

    Ich bin auf dem Weg mein Unvermögen jeden Tag ein wenig mehr in ein Vermögen zu verwandeln ;)

    Wie seht Ihr das mit dem verbindendem Element?

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo zusammen,

    Ich darf empfänglich, empathisch für die Sorgen,Nöte, etc. meiner Mitmenschen sein, aber ich darf sie nicht brauchen um mich ausgefüllt und wohl zu fühlen.

    Finde ich ganz passend im Umgang mit Co-Abhängigheit, die mir auch nicht fremd ist. :wink:

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Hartmut,

    ich bin in meiner nassen Zeit auch auf AA-Meetings gewesen.

    Mir hat dort mal jemand sehr direkt und offen gesagt, dass das Schlimme ist, dass ich die ganzen Schilderungen über die schrecklichen Tiefpunkte ohnehin nicht glauben würde, weil mir natürlich sowas nie passiert.

    Ich dachte in dem Moment, er könnte meine Gedanken lesen.

    Es war so, dass ich es nicht geglaubt habe, dass es immer weiter bergab geht. Bei mir doch nicht. Mich haben die Tiefpunkte der Anderen nicht abgeschreckt.

    Geglaubt habe ich es erst, als es soweit war, als ich meinen Tiefpunkt erlebt hatte.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Zitat

    mir is aufgefallen das es mich sehr "wurmt" wenn ich von nem rückfall erfahre - s nimmt mir (große) teile meiner zufriedenheit + meiner gelassenheit

    Zitat

    Wir können nur versuchen zu überzeugen, aber das ist sehr schwer.

    Hallo Matthias, hallo Karsten,

    die beiden Sätze beschäftigen mich.

    Wie ist (war) das bei mir?

    Mache ich meine Zufriedenheit/ Gelassenheit davon abhängig, ob ich jemanden mit meinen Anregungen nützlich bin?

    Kann ich nicht auch davon unabhängig zufrieden und gelassen sein?

    In erster Linie geht es für mich darum, wie kann ich mir und meiner Zufriedenheit/Gelassenheit nützlich sein, unabhängig vom „helfen“.

    Ich kann auch niemanden überzeugen. Ich kann nur beschreiben, wie ich mit meinen Schwierigkeiten/Problemen umgehe. Ob sich Andere davon inspirieren lassen oder nicht, darauf habe ich keinen Einfluss.

    Ich lese immer gern von Anderen, wie sie eine schwierige Situation gemeistert haben, weil mir das Anregungen gibt, die ich vielleicht für mich verwenden kann.

    Aber das wisst Ihr natürlich Alles auch selbst schon :wink:

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo allesweg,

    ein klassisches Merkmal bei uns Alkoholikern ist ja, dass im Laufe der Zeit sich viele Strukturen und Grenzen auflösen (!). Bei dem Einen mehr, bei dem Anderen weniger.

    Aus meiner Erfahrung ist es besonders am Anfang wichtig, dass jeder für sich beginnt, sich neue Strukturen zu schaffen. Innen (auf die Persönlichkeit bezogen) und Außen (auf das soziale Umfeld bezogen). Das ist nicht so leicht und kann schon eine Zeit dauern.

    Deshalb habe ich folgende Anregungen und Fragen für Dich:

    1. Wie fühlt es sich für Dich an, wenn Du zu Dir sagst: Ich bin Alkoholiker und kann Alkohol nicht kontrolliert trinken. Und zwar vollkommen unabhängig von Deiner Lebensgeschichte und vollkommen unabhängig von den noch kommenden Lebensereignissen.

    2. Für den Aufbau von neuen Strukturen orientierst Du Dich in den nächsten 6-12 Monaten an den Grundbausteinen. Diese Monate teilst Du Dir in überschaubaren 24 Stunden Schritte ein.

    3. Mit einer „Strukturübung“ kannst Du auch schon hier im Forum beginnen, in dem Du Deine Beiträge etwas strukturierter schreibst: Begrüßung, Text in ganzen Sätzen mit einem Punkt am Ende. Grußwort. Und nimm Dir ruhig Zeit beim schreiben und lesen. Du musst nicht alles auf einmal verstehen und sofort beantworten.

    Ich wünsche Dir einen strukturierten und trockenen Tag.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Liebe espoir,

    das mit dem „Herz auf der Zunge tragen“ gefällt mir gut bei Dir. Zumal das ja mit einem gehörigen Maß an Reflektion verknüpft ist. Das empfinde ich jedenfalls bei Deinen Beiträgen. Und scheinbar sehen das auch andere Menschen (Therapeut, Freundinnen) in Deiner Umgebung so.

    Ich wünsche Dir alles Gute bei Deiner weiteren Reise und werde Dich sicher hier und da ein wenig begleiten. :wink:

    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Matthias,

    Zitat

    silberkralle hat Folgendes geschrieben:
    ... suchtgedächtnis - aus welchem grund (oder ohne grund) das angesprungen is = unwichtig - das passiert ab+zu - gut is

    was könnts ausgelöst haben?

    Hmmm, da kann ich nur spekulieren, und das möchte ich nicht :wink:

    Ich habe solche Träume auch hin und wieder. Ich überprüfe dann mich und meine aktuelle Lebenssituation. Meistens ist es dann irgendeine Überforderung. Irgendetwas ist mir zu viel. Und ich erkläre es mir dann so, dass dieser Traum den Wunsch nach einer schnellen (Entspannungs-) Lösung symbolisiert.

    Ich fahre dann alle Aktivitäten erst mal runter und denke über eine geeignete Entlastung und Entspannung nach.

    So ist das bei mir.

    Liebe Grüße
    Manfred

    Zitat

    wiedermal bewunder ich dich - deine konzequenz - deine ausdauer + deine gründlichkeit
    hochachtung

    Lieber Matthias,

    ich habe mich noch gar nicht bei dir bedankt. :oops: und das obwohl mir gerade in meiner jetzigen Lebenssituation Worte der Anerkennung sehr gut tun.

    Also: Herzlichen Dank :D und liebe Grüße

    Manfred

    Hallo Linde,

    ich bin zwar kein EKA, aber ich möchte gerne meine Erfahrungen mit dem Denken und Fühlen beschreiben:

    Ich bin ja unter recht dramatischen Umständen auf die Welt gekommen: dem Erstickungstod nahe durch Fruchtwasser in der Lunge, sofortige Trennung von der Mutter durch Verlegung in ein anderes Krankenhaus.

    Danach in den ersten Lebensmonaten keinen Kontakt zur Mutter, da sie depressiv wurde und stationär behandelt werden musste. Betreut wurde ich in der Zeit von meiner Tante.

    Ausgewirkt hat sich das – und auch die weiteren ersten Lebensjahre - so:

    Seit ich denken kann, möchte ich mich nicht von meiner Mutter berühren lassen.
    Seit ich denken kann, habe ich Albträume.

    Seit ich trocken bin, sind mir nach und nach folgende Gefühle immer bewusster geworden:

    Verlassenheitsgefühle, Verlustängste, Minderwertigkeitsgefühle, Wut – um nur ein paar aufzuzählen.

    Seit ich diese Gefühle zuordnen kann, weiß ich besser damit umzugehen, aber weg sind sie damit nicht.
    Sie wirken sich auch heute noch immer wieder auf meinen Alltag aus.

    Z.B. in dem ich einen ziemlich idealisierten Anspruch an andere Menschen habe, insbesondere an „mutterähnliche“ oder „vaterähnliche“ Bezugspersonen.

    Das gilt z.B. auch für meine Therapeutin, die ich ja nicht zuletzt aufgrund Deiner Anregung gefunden habe. Wir haben das auch schon thematisiert, sind aber noch am Anfang der „Beziehungsgestaltung“.

    Die Gefühle gegenüber meiner Mutter (die mich just in diesem Augenblick aus dem Krankenhaus (kleine OP) anrief) und meinem Vater haben sich im Laufe der Jahre verändert. Insbesondere seit ich etwas mehr über ihre Lebensgeschichte weiß und besser verstehen kann, warum sie so sind wie sie sind.

    Wie ich in Zukunft noch besser mit meinen Gefühlen und mir zurecht komme, dass wird u.a. der weitere Verlauf der Therapie zeigen.

    Ich mag mich in jedem Fall heute mehr als früher. Und tief in mir drinnen glaube ich sogar, dass ich ein liebenswerter, einzigartiger Mensch bin. Aber das möchte ich am liebsten für mich behalten, damit es mir keiner wegnehmen kann …


    Liebe Grüße
    Manfred

    Hallo Maria,

    ich habe nochmal über deine Beiträge nachgedacht und möchte Dir gern folgendes Buch empfehlen:

    „Fahrschule des Lebens“ (Hilfe zur Selbsthilfe) von Lothar Schmidt

    Ich habe es selbst erst kürzlich empfohlen bekommen, habe aber schon einige inspirierende und auch tröstliche Worte und Sätze gefunden.

    Der Autor beschreibt in dem Buch sehr ausführlich das 12 Schritte-Programm der AA`s. Es geht in dem Buch sehr häufig um spirituelles Wachstum.

    Ich habe ja schon geschrieben, dass ich kein religiöser Mensch bin und ich auch nicht weiß, ob es Gott gibt oder nicht.

    Aber ich glaube an etwas Größeres als mich selbst. Einen Begriff dafür kann ich Dir nicht nennen. Es ist eine irgendwie allumfassende „höhere Macht“, die ja irgendwie dafür gesorgt hat, dass ich auf der Welt und am Leben bin.

    In dem Buch wird dafür der Begriff „Gott“ verwendet, aber jeder ist ja frei in der Wahl der Begriffe.

    Vielleicht ist das ja auch ein Weg für Dich, weiter zu wachsen, denn frei sein von Angst ist wichtiger als frei sein von Not (ich arbeite auch noch dran :wink:

    Vielleicht gibt es ja auch eine AA-Gruppe bei Dir in der Nähe, wo Du Dich austauschen kannst.

    Ich war auch schon sehr lange in keiner SHG-Gruppe mehr, aber das Buch hat mir wieder Mut gemacht, es erneut zu versuchen, die Gruppe zu suchen, die zu mir passt.

    Liebe Grüße
    Manfred