Beiträge von Mandy1234

    Hallo zusammen,

    vielen lieben Dank für Eure Antworten und Unterstützung.

    Einen Kontaktabbruch möchte ich auch nicht.
    Gewalt und Agressionen gibt es bei uns nicht.
    Je nach Laune und Alkoholmenge Attacken verbaler Art aber auch nicht soo verletztend oder unterhalb der Gürtellinie. Und über 20 gemeinsame Jahre wirft man ja auch nicht einfach so über Bord. Und dann das ganze Drumherum, was geklärt werden muß. Müßte jetzt auch schon, aber er läßt es noch überhaupt nicht an sich ran.

    Gestern war Schlüsselübergabe. Heute morgen noch war ich richtig frohen Mutes und total gut gelaunt.
    Ich hatte nach den Nächten zuvor und ständig kreisenden Gedanken, was machst du richtig, für welches App. entscheidest du dich etc etc etc richtig gut geschlafen und fühlte mich heute morgen mit mir und der ganzen Welt im Reinen.

    Jetzt bin ich schon wieder ein wenig skeptisch und kriege Schiß vor meiner eigenen Courage und wie alles werden wird, jetzt, wo ich einen Schritt weiter gegangen bin. Laptop ist auch nicht geklärt. Internetanschluß gibt es dort nicht. Internetcafe gibts dort nicht, kleines Dörfchen.

    Meinem Mann geht es nicht gut dabei. Mir geht es nicht soo gut aber glaube besser wie ihm. Er glaubt es auch noch nicht so 100 %-ig, bin ich mir sicher. Habe ja auch schon oft genug "nur" geredet und meinen gepackten Koffer dann wieder ausgepackt.
    Das Erwachen kommt erst nach der ersten nicht anwesenden Nacht.

    Hoffe, daß ich das mit Laptop und Karte hinkriege.

    Liebe Grüße
    Sandy

    Hallo Anit,

    nach vielem Lesen bin ich heute in Deinem Thread angekommen.

    Ich finde es immer wieder sehr schön, zu lesen, daß man seit dann und dann trocken ist. Es gibt mir Hoffnung.

    Für Dich freut mich das sehr!

    Das mit der Ruhe geht mir genauso. Ich bin nur wirklich ruhig, wenn ich mit mir im Reinen bin.
    Ich habe drei Tage und Nächte überlegt, für welches App. ich mich nun definitiv für meinen Auszug entscheide und ob mein Mann nicht doch endlich sein Versprechen einlöst, vom Alkohol wegzukommen. Im Inneren aber sagte mir eine Stimme, vergiß es, entscheide dich endlich, in 3 Tagen wird sich nichts nachhaltig ändern, das hattest du doch alles schon, der Rest kommt danach.
    Und gestern abend war Schlüsselübergabe und ich, ich staune über mich selbst, war heute morgen mit meinem Mann zusammen in unserem gemeinsamen Domizil u n d ich war gutgelaunt, innerlich total ruhig und nicht so zerrissen. Irgendwie ist eine große Last von mir abgefallen.
    Ich freue mich für mich. Wenn das kein gutes Zeichen ist. Obwohl jetzt im Moment, wo ich so darüber schreibe, wieder so ein Ziehen in der Magengegend durchkommt, was ist, wenn das doch alles nicht positiv weiterverläuft. Vor allem, was ist, wenn er es wirklich nicht in den Griff bekommt in den nächsten Wochen, Monaten. Weiter will ich garnicht erst denken.
    Nein, keine Gedanken mehr machen heute abend.

    Viele Grüße
    Sandy

    Hallo Tina,

    mittlerweile sitze ich in meiner freien Zeit fast nur noch vor dem PC und lese und lese und lese. Heute bin ich bei Dir gelandet und ich habe mit Freude die vielen Seiten gelesen, daß es Dir so gut geht.

    Mir stiegen auch die Tränen in die Augen, als ich das mit deinem Sohn gelesen habe.

    Ich hoffe, es geht Dir immer noch so gut?

    Viele Grüße
    Sandy

    Hallo Nino,

    schön, daß Du hier bist.

    Mein Mann führt nach außen hin, wenn man von der Fahne am Morgen absieht, ein "normales" Leben mit Beruf, Familie, Dach über dem Kopf.

    Agressionen äußern sich hin und wieder verbal, aber nicht unterhalb der Gürtellinie.

    Jahrelang habe ich mir selber eingeredet, daß das alles nicht so schlimm ist, wenn er Abend für Abend sein Feierabendbierchen und seine Schnäpschen trinkt. Aber es wurden immer mehr und mehr. Einen positiven Grund gibt er nie an, eigentlich immer nur, wenn ein Problem, oft hausgemacht oder herbeizelebriert, irgendwelche Unpäßlichkeiten oder die Aussage, war ein sch.... tag heute, laß mich doch dto., EINEN Grund findet er immer und das Versprechen, ich schaff das schon, davon wegzukommen, läuft immer und immer wieder ins Leere bis zum Nimmerleinstag. Mit Worten will er weg vom Alkohol a b e r .....
    Hätte ich dieses Forum schon sehr viel früher gefunden, hätte ich mir viele viele Fragen und auch Zeit ersparen können.

    Viele Grüße
    Sandy

    hallo mrhardcore,
    wie siehst du das.
    mein mann, entgiftung, lzt, danach rückfall, dann wieder entgiftung, einen tag vor ende wieder rückfall und das dauert jetzt an, den dritten tag.
    geht aber seinem job nach, gibt sich abends die kante. ich drehe mich irgendwie im kreis. auf der einen seite weiß ich, er ist alkoholkrank, auf der anderen seite denke ich, ob er kontrolliert trinken kann, was ich aber eigentlich sofort mit nein beantworte. dann wiederum, geht er arbeiten, von montags bis freitags, trinkt er abends. ist aber wochenende, trinkt er rundumdieuhr und liegt den ganzen tag im bett.
    er sagt, er will dies nicht aber.... ; und diese leeren sprüche prallen an mir ab. ich habe sie zu oft und zu lange gehört.
    dann heißt es auf der einen seite, die beste hilfe gibt man, wenn man geht.
    er aber sagt, das sei sein untergang? mitleid? auf der anderen seite heißt es, beistehen, unterstützen. was ist denn nun richtig. auf der einen seite hätte er doch nicht entgiftung, lzt etc auf sich genommen, wenn er es nicht wirklich wollte oder? ich suche immer nach antworten, dessen fragen sich in meinem kopf ständig begegnen.
    was ist ein eka?
    viele grüße
    sandy

    bin mal wieder hier und möchte kurz berichten.
    gestern abend kam ich um 17.15 von der arbeit nach hause und was erwartet mich? ich habe es ja geahnt und genauso war es. volltrunken, kaum aufrecht gehend, reden war nicht mehr, nur noch wankend ins bett.
    heute morgen klingelte mein wecker, er muß ja erst später los, d.h. heute morgen ist er auch nicht mit aufgestanden, wir haben uns nicht gesehen, nicht gesprochen. hab den ganzen tag nichts gehört, schon merkwürdig.
    1 x täglich ruft er mich meistens an. habe mir heute abend eine kleine wohnung angeguckt und werde sie zu 99 % morgen beziehen. ist nur befristet, weil kurort und in zwei monaten die die vermietungssaison beginnt. zwar doch wieder ein möbl. app. aber der preis war supergünstig, was ja alles bedacht werden muß. hunde kann ich leider keine mitnehmen, habe aber dann zeit, in ruhe nach einer festen bleibe zu gucken und abstand zu gewinnen.
    mir ist gesagt worden, daß, wenn ich ausziehe, nicht nach 3 tagen gucken kommen soll, ob alles ok ist, sondern ihn wirklich alleine lassen.
    was meint ihr, hat da jemand erfahrungswerte. auf der einen seite bin ich verpflichtet, nach hause zu fahren, um nach den hunden zu gucken und vor allem auch durch den laden, den wir noch haben, regelmäßig konten etc zu checken. aber .... für ihn würde es wohl so aussehen, als ob ich mir um ihn sorgen machen würde, was kontraproduktiv wäre.

    was mir jetzt einfällt, weil ich hier am pc sitze, ich weiß garnicht, ob dort ein internetanschluß ist. wenn nicht, was mache ich denn dann. da bin ich echt aufgeschmissen. wir haben noch einen laptop, den ich mitnehmen könnte aber da benötige ich ja auch gewisse voraussetzungen oder? oh wei. ich und technik-zwei welten.

    auf jeden fall, als ich denn dann um 20.00 zu hause bin, was erwartet mich- ein im bett liegender schlafender betrunkener er. hat garnicht mitbekommen, daß ich zu hause bin. kleiner ausrutscher ... war samstag seine antwort. jaja. ich frage mich nur, wie er das packt, daß er morgens bis nachmittags seinem dienst nachkommt und sich abends dann die kante gibt. morgen hat er termin beim suchtarzt. ob der termin eingehalten wird .. bin ja mal gespannt.
    viele grüße sandy

    hallo aurora,
    ich konnte nicht aufhören und müßte deine einträge zu ende gelesen.
    hut ab - kann ich nur sagen.
    super, daß du deinen weg so nachhaltig gegangen bist. es geht dir richtig gut, das freut mich und macht mir mut.
    noch eine schöne zeit
    liebe grüße
    sandy

    hallo pina,
    so ähnlich geht es mir.
    ich hatte ein kleines möbl. app., habe mich wieder "einlullen" lassen von leeren versprechungen. bin jetzt wieder auf whg.suche. jetzt aber nicht mehr nach etwas möbiliertem, sondern einer kleinen wohnung, die ich mir selbst nach und nach einrichten kann. dies zeigt mir im inneren, daß ich dabei bin, einen schlußstrich zu ziehen, obwohl es sehr sehr weh tut.
    insgeheim glaube und hoffe ich immer noch, er besinnt sich und in seinem kopf gibt es einen schalter, der sich umlegt und dann auch umgelegt bleibt.
    aber .....
    ein großes problem bei mir und was mir auch ein schlechtes gewissen macht, ist die tierhaltung. entweder gar keine erlaubt oder nur einer. werde nur einen von beiden hunden mitnehmen können, was mich vor ein weiteres problem stellt, denn die verantwortunslosigkeit dem zurückbleibenden hund schnürt mir die kehle zu und ich denke, das kannst du dem armen hund nicht antun.
    da ist alles ein obermist. stückchen für stückchen nabelt man sich ab und dann kommt immer wieder ein kleiner rückschritt oder was man nicht bedacht hat und unlösbar scheint, hinzu.
    vielleicht könntest du nach einem wg-zimmer ausschau halten. das ist nicht ganz so teuer, wenn man sich alles teilen kann.
    ich wünsche dir viel glück.
    liebe grüße
    birgit

    ich möchte kurz berichten.
    nach dem entgiftungsbeginn vergangenen montag hatte er freitag einen erneuten rückfall. wie er am samstag morgen zu mir sagte, war dies nur ein ausrutscher. für mich macht das null unterschied. er habe sich freitag eine flasche schnaps gekauft. vereinbart war, ich erledige die einkäufe, damit er garnicht erst in versuchung gerät. und dann das. echt toll.
    auf meine kurzen und knappen sätze, das wars ja dann wohl und wir und jetzt endgültig hinsetzen müßten, um klartext zu reden, wie es weitergeht mit haus, finanzen etc. seine antwort, ein einmaliger ausrutscher und daß ich nicht so schreien solle (ich kenne mich in solchen momenten selbst nicht, ich raste fast aus, paßt überhaupt nicht zu meinem naturel) folgte dann funkstille. gestern und heute klingelte mein handy ständig, weil ich eine wohnungssuche geschaltet habe.

    für mich sehr positiv aber tief im innern überhaupt nicht erleichterte feststellung heute abend: er hat weder gestern noch heute abend einen tropfen angerührt. ich müßte total happy sein a b e r bin es nicht.
    mein glücksgefühl und positive stimmung, WIR schaffen das schon, ist weg. ich horche in mich rein aber da ist nichts. im gegenteil, wenn ich an morgen abend denke, kriege ich magenziehen und was ist dann wieder.
    und ich frage mich, hat er wirklich nichts mehr oder ist es sein wille. er hat gestern abend die letzte entgiftungstablette genommen und ab heute andere medis, die ihm am anfang helfen sollen.

    was mich ärgert, ich habe, als er in der lzt war, alles alkoholische entsorgt, d.h. weggeschüttet. ich persönlich hatte am we immer ein glas likörchen getrunken - habe ich verschenkt mit gegenfrage, warum das denn. du trinkst den doch so gerne und verschenkst ihn jetzt. meine antwort, ja, mein mann ist krank, ich will ihm helfen und brauch das zeug nicht. laßt es euch schmecken. habe für ein alkoholfreies haus gesorgt und er hat nichts besseres zu tun, als wieder nachschub zu besorgen.

    a b e r ..... ich merke selber, wie skeptisch ich bin, vielleicht kommt ja kein weiterer nachschub mehr. es wäre einfach zu schön.

    ich will helfen, will aber auch nicht zugucken, wenn es einen rückfall gibt. wenn es aber nach dem rückfall wieder abstinent weitergeht, weiß ich nicht, ob ich damit geholfen habe oder besser konsequent gehandelt hätte nach der androhung beim ersten rückfall, daß ich dann ausziehe. widerspreche mir doch selbst. er schafft es nicht ohne mich, wie er sagt aber ja mit mir wohl auch nicht. oder gehören diese rückfälle, in seinen augen ein "kleiner" ausrutscher dazu?
    ich weiß nicht. kann ich mich darauf verlassen oder wann kommt der nächste rückfall oder kommt gar kein rückfall mehr. das ist doch ein kreislauf und macht kirre im kopf.
    ich weiß, es gibt keine lösung oder antwort darauf, aber vielleicht erfahrungswerte?
    eine sehr nachdenkliche und doch wieder "hoffende" sandy mit blick auf die uhr. es wird zeit, in 5 stunden klingelt der wecker.

    hallo amelie,
    freut mich für euch beide, zu hören, daß dein mann immer noch "ohne" ist.
    darf ich dich fragen, wie du damit umgegangen bist in den ersten tagen oder noch damit umgehst?
    hast du ein "komisches" gefühl in der magengegend oder das bedürfnis, nahe zu kommen, um zu "riechen", d.h. zu kontrollieren?
    ich persönlich finde mich zuwider, weil ich genau diese gefühle seit dem rückfall habe; suche zwar keine flaschen mehr aus angst, welche und nicht nur eine zu finden aber meine gedanken kreisen und kreisen. ich muß noch eine ganze ganze menge an mir arbeiten.
    lg sandy

    hallo miri,
    sieh es positiv und sei froh, daß du jetzt erst mal zur ruhe und zum nachdenken kommst.

    du schreibst, daß du kredite für die firma mit unterschrieben hast.

    daß ist absolut nicht zu unterschätzen; ihr müßt!! euch arrangieren und ich an deiner stelle würde mich von einem rechtsanwalt erst einmal ganz unverbindlich beraten lassen. wenn ihr keinen rechtsschutz habt, über den das abgedeckt ist ... die beratungsgebühr ist überschaubar, vor allem gering im vergleich zu dem, was kommen "kann" bei fimendarlehen.
    ich weiß, wovon ich schreibe und habe leider den fehler gemacht, eine bürgschaft zu unterschreiben bei firmenübernahme. damals wehrte ich mich gegen einen grundbucheintrag in unser haus mit händen und füßen im hinblick auf den fall des falles aber wenn eine bürgschaft zum tragen kommt, ist das auch kein pappenstiel und muß geschultert werden. aber zumindest bleibt das dach über dem kopf und wird nicht zwangsversteigert.

    wenn ich dich richtig verstehe, arbeitest du noch vollzeit und deinem mann ist das zu wenig, was du für die firma einbringst? und der haushalt etc macht sich auch von alleine, jaja.
    mit diesen anschuldigungen ähnelt er ein bißchen meinem mann. aber ich höre so etwas nur, wenn er was getrunken hat bzw schon richtig betrunken ist. beim ersten mal dachte ich, ich gehe die decke hoch und was er sich einbildet. ansonsten, d.h. nüchtern ist er der absolute vorzeige-ehemann und der mann, wie ich ihn kennen und lieben gelernt habe. das ist jetzt fast 25 jahre her.
    der alkohol hat ihn sehr verändert. ganz extrem, als es mit der firma bergab ging. das ganze wesen ist anders, wenn er alkoholisiert ist und ich meine dann, einen wildfremden mann zu hause zu haben und frage mich, wie ich da noch von liebe sprechen kann. ist er nüchtern, ist er der fürsorgliche, liebe - krasses gegenteil. unverständlich, ich wollte es lange zeit nicht wahrhaben.

    dein mann steht vermutlich durch die firmen ständig unter strom und anspannung. meiner hat es auch immer so deklariert, daß er streß hatte und abends nur noch seine ruhe und abschalten will.
    das soll jetzt keine entschuldigung sein. absolut nicht.
    aber frauen stecken das anders weg. ich hätte auch allen grund gehabt, "mitzusaufen", bin aber nicht der typ, die den kopf in den sand steckt im vergleich zu meinem mann. die heißen kartoffeln hole immer ich raus. auch alles kein thema, wenn es ein miteinander ist. bleibt das aber auf der strecke, stimmt was nicht. bei uns ist es so - durch den alk, von dem er nicht lassen kann oder nicht will. ich weiß es nicht.
    und diese agressionen - wenn das man nicht neid ist. du hast einen job, dein gehalt kommt automatisch. er muß tag für tag neu kämpfen, ich eiß nicht, welche branche, aber in der heutigen jetzigen zeit alles keine leichte aufgabe mehr, gewinnbringend und innovativ firmen zu leiten und vor allem das personal halten zu können. das ist streß pur, wenn man seinen mitarbeitern sagen muß, die gerade nachwuchs bekommen oder gebaut haben, daß man ihnen leider kündigenmuß aufgrund der schlechten wirtschaftslage.

    zermürbe dir darüber nicht zuviel den kopf. gucke jetzt erst einmal für dich, daß du ein bißchen zur ruhe kommst und denk bitte vor allem an den rechtsanwalt. man weiß nie. sicher ist sicher.
    viele liebe grüße
    sandy

    hallo iwona,

    bei uns liegt auch so viel schnee wie schon lange nicht mehr.
    das mit den tulpen finde ich eine sehr gute idee, um den frühling ein bißchen ins haus zu holen.

    ich lese sehr sehr gerne bei dir, denn du machst mir mut. das tut gut und kann ich sehr gut brauchen.

    bleib so, wie du jetzt bist - weiterhin alles alles gute.

    liebe grüße
    sandy

    hallo nino,

    ich kann mich nur anschließen.

    und hut ab, du hast den schritt gewagt. bist ausgezogen und hast dich auf eigene füße gestellt. jetzt wird er schon sehen, was er davon hat. ich stehe noch ganz am anfang.

    komisch, aber scheinbar ist das so mit den alkoholkranken männern, daß sie ihr selbstwertgefühl an anderen wetzen müssen. einfach abstoßend.

    ich wünsche dir viel kraft und laß dich bloß nicht herunterziehen. diese herzbeklemmungen, die du hast, äußern sich bei mir im magen.

    viele grüße
    sandy

    Hallo Stierling,

    ich kann Dir im Moment nicht wirklich einen Rat geben, weil ich in einer ähnlichen Situation bin.
    Versprechen, Vertrösten, Entgiftung, Therapie, Rückfall, jetzt ambulante Entgiftung und schon wieder Rückfall. Ob nur heute abend, abwarten.

    Warum nur lassen wir uns immer wieder einlullen von diesen Versprechungen, die dann doch wieder doch ins Leere laufen.
    Ich war Anfang bis Mitte der Woche so guter Dinge und voller Hoffnung.

    Den Satz, den Du schreibst, daß es dir ohne ihn besser geht, empfinde ich auch so. Aber den Weg, diesen endgültigen Schritt zu tun, mit allem Drum und Dran auszuziehen, er fällt mir unendlich schwer. Bin ich in Wut, so wie heute abend, hält es für 1-2 Stunden an. Theoretisch müßte ich dann mein Bündel packen.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft. Daß Dein Körper/Kopf juckt und schon blutig gekratzt ist, ist auf jeden Fall ein Hilferuf Deines Körpers.
    Höre tief in Dich rein. Was mir zur Zeit hilft, ist progressive Muskelentspannung.

    Viele Grüße
    Sandy

    Hallo Amelie, hallo Linde,

    vielen Dank für Eure Antworten und Nachfrage.
    Wie es mir geht? Die Woche über gut, ich war guter Dinge.
    Mein Mann ging am Montag zum Suchtarzt und begann mit der ambulanten Entgiftung. Drei Tage und Abende war alles gut. Tagsüber Arbeit, Abends gemeinsam gekocht, bißchen fern gesehen, im Internet geguckt, ob wir uns nach vielen Jahren des Urlaubsverzichtes 1 Woche Sonne nach der Entgiftung gönnen. Er ging hin, weil ich sonst einen Termin wegen Mietvertrag gemacht hätte. Jetzt denke ich, nur aus diesem Grund hat er dem zugestimmt, zum Arzt zu gehen. Am Montag aber schöpfte ich wirklich Hoffnung, spürte zwar tief im Inneren eine Unruhe und frage mich, woher das kommt, warum mein Vertrauen so auf dem Tiefpunkt ist, daß ich mich immer frage, wenn ich abends nach Hause komme und sein Auto schon da ist, was mich erwartet, ob er es gepackt hat oder wieder schwach geworden ist. Ist sein Auto noch nicht da, der Gedanke, hoffentlich ist alles ok und er kauft sich nicht wieder irgendwo was. Wir haben am Montag besprochen, wie wir es mit Einkaufen/Tanken handhaben. Wenn es für ihn ein Problem ist und er dann in Versuchung gerät, Stoff zu kaufen, übernehme ich das Einkaufen, habe ich angeboten. Darauf haben wir uns dann geeinigt. Im Haus wäre nichts mehr, ich bräuchte mir keine Gedanken zu machen. Und heute abend war er eine Stunde vor mir zu Hause und schon beim Begrüßungskuß roch ich es. Ich dachte, mich tritt ein Pferd. Wie kann man 4 Tage Medikamente zur Entgiftung nehmen, die Ration ist gestern heruntergesetzt worden, 1 Tablette hat er noch für heute und nächster Termin ist nächsten Mittwoch. Die Tablette für heute kann er natürlich nicht mehr nehmen. Alk und Entzugstabletten vertragen sich nicht. Auf meine Feststellung, daß er was getrunken habe, also doch einkaufen war, obwohl wir doch was anderes vereinbart hätten etc. und warum ich den Wocheneinkauf tätige, wenn er für seinen Schnaps doch einkaufen geht, solch ein Schwachsinn, antwortete er, das stimme nicht. Als nichts gekauft, auch nichts mehr im Haus, auch nichts getrunken, woher dann diese Fahne und Begleiterscheinung. Manchmal meine ich ja schon, ich bilde mir das ein, aber so ist es nicht. Fühle mich echt verkohlt, verletzt und bin sauer und enorm müde und kraftlos. Habe heute abend erkannt, nachdem er es steif und fest leugnet, mir aber nicht in die Augen guckt, und behauptet, er habe nicht getrunken, er sei nur hundemüde, sei ein sehr stressiger Tag gewesen und ihm ginge es nicht gut und bla bla. An eindeutigen Gesten, Sprache, Gang, erkenne ich 100 %, ob er was getrunken hat oder nicht. Gestern abend hatte ich so ein leichtes Gefühl, wollte ihm aber nichts unterstellen. Heute bin ich mir ziemlich sicher, daß mein Gefühl mich schon da nicht täuschte.
    Ich verstehe ihn nicht! Warum gehe ich in die Entgiftung, wenn ich noch nicht einmal die Zeit der 1-wöchtigen Entgiftung abstinent hinter mich bringen kann. Aber dann den erneuten Rückfall, der ja in seinen Augen gar keiner ist und sich das wirklich einredet, total ignoriert.
    Mein Baugefühl ahnte es, laß mal das We kommen. We ist arbeitsfrei und da kann "man" sich das gönnen. Nur das man das als Alkoholiker nicht mehr darf. Ich frage mich momentan wirklich, was er in der LZT gelernt hat und warum er diese lange Zeit dort verbracht hat.
    Ich pendele hin und her zwischen Wut, Mitleid, Hoffnung. Leider verfliegt die Wut immer so schnell und wenn er morgen wieder lieb und nett ist, sich entschuldigt, weiß ich zwar im inneren, es prallt immer mehr an mir ab, es kommt nicht mehr so tief an mich heran, daß ich es glaube. Mit jeder Enttäuschung schwindet mein Glaube an ihn und an eine lange abstinente Zeit. Ich telefoniere 1 x die Woche mit meinen Eltern und am letzten WE ging es mir so bescheiden, daß ich keine Lust zum Telefonieren hatte und auch nicht angerufen hatte. Sofort läuten auch dort die Alarmglocken, daß wieder was nicht stimmt bei uns. Am Mittwoch haben wir dann telefoniert, ich war wieder total gefaßt, konnte lachen, was guter Dinge, weil die ambulante Entgiftung ja lief. Aber auch von dort kommt so langsam kein Verständnis mehr und ich muß mich der Frage stellen, ob das noch mein Leben ist, welches ich lebe und wie lange es denn dieses Mal gehen soll.
    Und ich muß mir dann eingestehen, daß ist nicht mehr mein Leben. Und dieses Leben will ich so auch nicht mehr. Ich möchte auch nicht mehr ständig nur noch diesen Alkohol, hat er, wird er, wieviel hat er, wo hat er ihn dieses Mal versteckt etc. in meinem Kopf haben. Selbst im Büro kann ich schon nicht mehr richtig abschalten. Im Unterbewußtsein begleitet es mich.
    Aber die Erkenntnis, mich wieder einlullen lassen zu haben, eine Woche weiter zu sein aber im Endeffekt keinen Schritt weiter zu sein, nagt an mir.

    Noch eine Frage an Dich, Amelie, ist Dein Mann bis heute abstinent geblieben?

    Noch einen schönen Abend und viele Grüße
    Sandy

    Hallo Zusammen,
    bin noch recht neu hier und baff, wieviel mir so ähnlich oder bekannt vorkommt und richtig froh, dieses Forum gefunden zu haben.
    Stelle mich jetzt hier noch mal vor. Bin 44, habe meinen Mann mit 20 Jahren kennen und lieben gelernt.
    Erst viel zu spät habe ich gemerkt, daß er abhängig ist und schon in sehr jungen Jahren abhängig wurde. Von zu Haus war Alkohol normal und während unserer Zeit begann es schleichend, regelmäßiges Feierabendbier ... Schnäpschen, Bettschwere ohne ihm das wirklich anzumerken beim Sprechen etc. In unserer allerersten gemeinsamen Wohnung habe ich damals gedacht, wie kommt das denn, das die Bacardiflasche im Barfach leer ist, habe mir aber überhaupt keine Gedanken darüber gemacht und es unter Schusseligkeit abgehakt. So ähnliches wiederholte sich dann im Laufe der Jahre und immer wieder fand ich Flaschen und die Anzahl häufte sich. Dann 2 x Krankenhaus Notaufnahme Sonntag wegen Sturz etc, was aber nicht aufgrund Alk zur Sprache kam. Ab da kam dann zu meinem Unverständnis und Vorhaltungen die ständige Angst, was als nächstes passiert. Seit Herbst 2008 dann exzessiv, ganz extrem WE, Ende 2008 mein Ultimatum. Entweder etwas dagegen zu tun oder Trennung. Bin dann ausgezogen, weil sich jahrelang mit Taten nichts änderte, nur mit Worten und zahlreichen Versprechungen. Am zweiten Tage meines Auszuges dann die Einsicht, Termin beim Hausarzt und endlich tat sich etwas. Ich war sowas von happy und bin wieder eingezogen, hatte aber mein kleines App. für alle Fälle 3 Monate in der Rückhand gehalten.
    Nach Therapiezusage, einer terminlichen Verschiebung der beginnenden Entgiftung und Therapie dann endlich im Sommer 2009 die stationäre Entgiftung. Die drei Wochen zuvor waren die Hölle, er ließ sich krankschreiben und trank ab da rund um die Uhr. War kaum ansprechbar, lag nur noch im Bett, lallte jetzt richtig, konnte kaum aufrecht gehen, ließ sich total gehen. Erschreckend und ich betete den Tag der Entgiftung herbei. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Alkohohl für ihn gekauft. 2 Flaschen Schnaps, weil sein Vorrat zu Ende ging und er mich darum bat. Bat ist kein Ausdruck, er flehte mich förmlich an, saß zitternd auf der Bettkante, sei doch nur ein Tag bis zum Entgiftungsbeginn und er selbst traute sich nicht mal mehr zu, das Haus zu verlassen, Auto zu fahren etc.; Autofahren wäre auch ein Unding gewesen. Und über kalten Entzug hatte ich mit Grausen schon gelesen, was da passieren kann und ich dachte nur, auf den Tag kommt es jetzt auch nicht mehr an. Morgen ändert sich ja alles. Heute sehe ich das ganz anders. Was war ich doch naiv. Ich habe echt gedacht, Entgiftung, 16 Wochen und dann knüpfen wir da an, wo wir in glücklichen Zeiten aufgehört haben. Aber nix. Am Morgen der Krankenhausaufnahme zur Entgiftung fiel mir abends der sprichtwörtliche Stein in Größe eines Felsbrockens vom Herzen und ich habe am Abend, als ich wieder zu Hause war, nach langer Zeit nur noch geheult. Es kam alles aus mir raus. Mein Mann zitterte an dem Morgen wie Espenlaub am ganzen Körper und weckte mich morgens um 5 mit den Worten, ich bin soweit, ich will ins Krankenhaus. Von bin soweit aber war nicht die Rede, daß er geduscht und angezogen war, nein, er saß naß geschwitzt im Bademantel auf dem Bettenrand und zitterte und wollte nur noch ins Krankenhaus. Den Rest aus der Flasche am Abend zuvor trank er mit den Worten "das ist mein letzter Alkohol für den Rest meines Lebens" in einem Zug aus.
    Nach der 5-tägigen Entgiftung fuhr ich ihn in direkt in die 16-wöchige Therapie, 150 km von uns entfernt. Ab der 4. Woche durfte ich ihn dann besuchen und ich bin WE immer hingefahren. Es war eine nicht einfache Zeit für mich aber das hat niemanden interessiert. Sandy schafft das schon alles mit Haus, Hof, Garten, Vollzeitjob von Montag bis Freitag, etc. Im Nachhinein denke ich manchmal, warum ich jedes WE hingedüst bin, hatte mir ein Zimmer angemietet, für zu Hause unsere Tierverpflegung Hilfe gesucht, nur um da zu sein und ihm zu zeigen, du und wir schaffen das schon, du bist nicht alleine. Eigentlich habe ich wieder nur funktioniert. Und jetzt das, fühle mich richtig verletzt.
    Es lief während der Therapie eigentlich alles recht gut. Ich selbst fühlte mich total befreit aber auch "ausgeschlossen", weil er mir am Telefon erzählte, daß sie abends gemeinsam Tee trinken, Karten spielte etc etc, all das, was ich abends schon seit geraumer Zeit nicht mehr erleben durfte. Schade, daß ich das dieses Forum noch nicht kannte.
    Ich merkte, daß er irgendwie unruhig war und an seinen Fingernägeln kaut und rauchte bzw. noch raucht wie Kette. Dann ließ er sich kurzfristig 14 Tage vorzeitig entlassen, d.h. in 5 Tagen könne er nach Hause. Irgendwie freute ich mich aber im Inneren war ich unruhig. Geplant war, daß ich ab Entlassungstag meinen Resturlaub nehme. Das war natürlich wegen der kurzfristigen Entlassung so nicht möglich und ich mußte drei Tage arbeiten. Drei Tage klingt nicht viel, ich dachte auch, das wird ja wohl nicht so schlimm sein, es war aber wohl zuviel, direkt nach der Therapie so ganz alleine und ohne Aufgabe im Haus zu sein. Seine Arbeitsstelle wurde ihm in der Therapiezeit gekündigt. Am zweiten Abend, als ich abends nach Feierabend nach Hause kam, dachte ich, nein, du unterstellst ihm etwas, das kann ja garnicht, weil er auch abstritt, Alkohol getrunken zu haben, aber er danach roch. Ich hatte ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber.
    Am dritten Abend dto. - da dachte ich, ich falle in ein großes Loch und eine Riesenenttäuschung machte sich breit. Ich rief im Krankenhaus an, die sagten, sofort herkommen aber er wollte nicht, ich solle kein Drama draus machen, habe alles im Griff. Ich rief seine Eltern an, ich mußte den Tag drauf, war Samstag weg und sie kamen vorbei, damit er nicht komplett absackt. Schlüssel lag unter der Matte. War aber schon zu spät. Ich bin morgens um 7.00 gefahren, um 11.00 waren sie da. Sie zogen nach 1/4 Stunde wieder von dannen, weil er sie im Bett liegend und pöbelnd "hinauskomplimentiert" hat. Seitdem ist der Kontakt zwischen den beiden abgebrochen. Wieder einer weniger.
    Den Freitag vor diesem Samstag holte ich noch ein Medikament vom Hausarzt, was den "Saufdruck lindern soll". Genommen hat er sie bis heute nicht so richtig wegen Angst vor Nebenwirkung. Es fehlen ganze 8 Stück, nehmen soll man 6 Stck. am Tag. Er hat wieder einen neue Arbeitsstelle, erst mal für halbe Tage und es könnte alles so schön sein. Sein neuer Job ist nicht so hundertprozentig das, was er sich vorstellt aber ich denke, hauptsache, erst mal was Neues und nicht zu Hause herumhängen, die Zeit absitzen etc, was er "eigentlich" auch so sieht. Er wollte in Ruhe dann nach einem neuen, ihm vorstellbaren Job suchen. Aber mittlerweile sind wir auf dem Stand wie vorher. Er trinkt abends, der Konsum steigerte sich unaufhörlich, ich finde wieder Flaschen, die ersten Flaschen hatte er im Auto versteckt und in der Garage zu sich genommen, hat morgens eine Fahne und WE verbringt er mit viel Promille im Bett und auf der Couch schlafend. Einfach nur ätzend. Nach meiner ersten durchheulten Nacht und Kofferpacken dann kurze Einsicht und ich ließ mich wieder einlullen - er schüttete alles weg. Termin bei einem neuen Arzt, der Facharzt in einer Suchtklinik war. Ambulante Entgiftung war angedacht für vergangenen Montag. Verschoben von meinem Mann eigenmächtig auf morgen, was aber heißt, eigentlich WE, also gestern, denn die Medikamente, die er einnehmen soll, wollte/sollte er so einnehmen, daß er, falls Magen-Darm etc. auftreten sollte, dies am WE und nicht am Arbeitstag und man dann dafür reagieren kann. ABER.
    Anstelle Medis gab er nochmal richtig Gas, auch nachts und tagsüber. Ich fasse es einfach nicht und bin mit meinen Nerven am Ende. Eigentlich bin ich ein ruhiger Typ aber er bringt mich derart in Rage mit dieser ignoranten Art, daß ich platzen könnte vor Wut und Enttäuschung. Ich freue mich auf das gemeinsame WE, endlich frei und Zeit für sich zu haben und dann verhält er sich derart beschissen.
    Nachdem meine Tränenflut mittlerweile versiegt ist, ich niemanden habe, mit dem ich wirklich drüber reden, auch noch keine richtig klaren Gedanken fassen kann, wie es jetzt weitergeht außer daß sich was ändern muß und ich dies machen muß. Ich habe heute die Wohnungsanzeigen studiert und ihm gesagt, daß ich ausziehen werde. Er antwortet mir vorhin, daß ich mich richtig erschreckt habe, daß er sich am besten umbringe, dann habe ICH alle Sorgen los. Ich könnte schon wieder heulen. ICH, als wenn es um mich ginge, die was ändern muß. So etwas hat er noch nie gesagt. Er selbst ist auch fix und fertig, hat geweint, als er Montag vom Arzt gekommen ist mit den Medis und dieser Arzt gesagt habe, diese 14-wöchige Therapie habe bei ihm nichts, aber auch garnichts gebracht, er niemanden hinter seinen Vorhang schauen ließe, er noch garnicht so weit sei im Kopf und was er denn von seinem Leben erwarte, doch nicht suizidgefährdet sei oder. Und dann heute dieser Spruch. Ich bin total verunsichert und weiß jetzt garnicht, was ich machen soll. Oder was ich nicht machen soll. Er fleht mich an, daß er, wenn ich ausziehe, total absacke und dies sein Tod bedeute und er das in den Griff bekommen will, dies aber nur mit mir schaffe. Aber in seinem Kopf würde was sein. Es klang wirklich verzweifelt, nicht so nach den bisherigen Ausreden und im Inneren hab ich Angst und frage mich jetzt, ob dieser Arzt, der auch Psychotherapeut ist, irgendetwas negatives in Gang gesetzt hat.
    In der Diakonie war er 1 x alleine und letzte Woche hatten wir Paargespräch, ohne Effizienz. In seiner Gruppe seien nur Rentner, wir wohnen recht ländlich und so richtig wohl fühlt er sich da nicht. Auf der einen Seite weiß ich nicht, ob das wieder Ausflüchte sind, denn mit der Klinik hatte er vom Rententräger eine ortsnahe Klinik zugesagt bekommen, nach Internetrecherche hat er aber dann eine andere "nicht so knastige" ausgewählt und auch genehmigt bekommen, deswegen auch die Verzögerung. In der Diakonie hat er sich nicht über seinen Rückfall geäußert, daß kam dann erst in der Paartherapie auf den Tisch. Mir verspricht er, daß er aufhören will und wir das schaffen. Wenn er nicht schon die erste Entgiftung und die LZT hinter sich gebracht hätte, würde ich sagen, ja ja, quak quak, jetzt reicht es mir endgültig aber nachdem wir diese Zeit, die ich (vielleicht liegt hier der Haken, ICH habe scheinbar nur "erpreßt", er hat mitgemacht ohne es wirklich zu wollen, aber kann ich auch nicht glauben, denn an dem Morgen, als ich ihn ins Krankenhaus gefahren habe, dachte ich, ich kriege ihn garnicht heil dort hin. Im Rollstuhl habe ich ihn reingefahren und im Auto sitzend .... der ganze Körper hat gezittert). Dann im KH im Bett liegend, kurzes Aufsetzen ging garnicht, sofort Kreislauf. An diesen Morgen denke ich wirklich mit Angst und Schrecken und möchte es nie wieder erleben). Aber er sagt selbst, er kann nicht mehr, er mache seinen Körper kaputt, er verstehe sich und seinen Kopf selbst nicht und auf meine Frage, was er denn denkt, wenn er die Flasche aus dem Regal nimmt, sie an der Kasse bezahlt und irgendwann an den Mund setzt, kommt nur Achselzucken. Meine Logik, wenn ich das doch nicht will, lass ich das doch, greift nicht. Während der LZT war er mit Einkaufen betraut und hat mir ganz stolz berichtet, daß er ohne mit der Wimper zu zucken an den Alk-Regalen vorbeigehen könne.
    Ichhatte mir schon ausgemalt, in Zukunft alle Einkäufe allein zu tätigen und war echt erleichtert, das zu hören und es klang so einfach und ich dachte da, mensch, warum haben wir das nicht schon viel eher in Angriff genommen. Die vielen schönen Jahre. Mein erster Gedanke nach dem Rückfall war "hier zu Hause oder ich persönlich muß ja wirklich so was von schlimm und unausstehlich sein, daß er nach 4 Monaten in Therapie ohne Alkohol wieder zur Flasche greift etc.". Er hat mir dann gesagt, daß habe überhaupt nichts mit mir zu tun, er könne es nicht erklären und verstehe es selbst nicht.
    Ich weiß überhaupt nichts mehr. Mir kreisen die Gedanken und ich kann überhaupt nicht abschalten.

    Oh wei, es ist es ein Roman geworden und ich hoffe, ich nerve nicht. Aber ich merke, es tut ungemein gut, sich alles von der Seele zu schreiben, auch wenn ich jetzt noch keinen Schritt weiter bin und mit Schrecken an morgen bzw. nachher denke, was ich denn dann mache.
    Viele Grüße
    Sandy

    Hallo Amelie,

    auch von mir ein "herzlich willkommen".

    Ich kann sehr gut nachempfinden, was Du zur Zeit an Gefühlen "durchlebst". Deine Erzählung erinnert mich ein wenig an meine eigene Geschichte. Ich habe lange Zeit in seinen Ohren gelegen und "für ihn nach Hilfe gesucht". War ein Fehler. ER muß suchen.
    Mein Mann ist langjährig alkoholkrank und mit immer wieder nicht eingehaltenen Versprechungen extrem seit Okt 08. Dann nach meinem "Messer auf die Brust setzen " entweder mit mir und ohne Alk oder mit Alk und ohne mich war er zur Entgiftung und Therapie. Aber ganz kurze Zeit nach vorzeitigem Therapieende kam der Rückfall. Mein kleine Welt lag und liegt immer noch in Trümmern und ich frage mich nach dem warum. Total naiv war ich. Bin sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben.

    Jetzt beginnt alles wieder von vorne. Wenn ich ehrlich zu mir bin, spüre ich tief im Inneren eine Angst, daß er es nicht schafft, obwohl er es sich, wie er sagt, so sehr wünscht, aber die zweite Entgiftung -dieses Mal ambulant- um eine Woche verschoben hat. In meinen Augen Aufschub, um nochmal Gas geben zu können.
    Ich kann Deine Ängste sooo gut verstehen und möchte Dir auch nicht den Mut nehmen.
    Im Gegenteil. Ich finde es sehr gut, daß Du Deinen Mann unterstützen willst, wenn er es will. Ich habe hier schon soo viel positives gelesen von Leuten, die es "geschafft" haben aber eben auch sehr viel negatives, was mich nachdenklich macht. Viel Kraft wünsche ich Dir. Und das mit dem Führerschein ....
    kannst Du ja noch nachholen.
    Liebe Grüße Sandy

    Liebe Mina,

    ich kann sehr gut nachempfinden, was Du empfindest. Diese Phase des "Abgestellt/- und Überflüssigsein" machte mich in den ersten zwei Woche des Therapieaufenthaltes meines Mannes total hilflos und überforderte mich auch irgendwie. Ab der dritten Woche aber hatte ICH dann das Gefühl, ständig am Telefon "parat" sein zu müssen, was aber durch Nichthandyempfang beidseits und Büroaufenthalt meinerseits mit frei sprechen nicht ging, was dann wiederum zu Mißverständnissen und Hinterfragen führte. Wir haben uns dann für feste Telefonzeiten entschlossen, um nicht ständig aneinander vorbei- und vergebens hinterherzulefonieren und sich wirre Gedanken zu machen, die ja für beide Seiten während dieser Zeit nicht förderlich sind.
    Im Nachhinein weiß ich, daß ich die ersten zwei Wochen innerlich total überreagierte Gefühle hatte, denn er war ja da, um seine Krankheit in den Griff zu kriegen und nicht, um sich von mir zu lösen. Aber da stürzen die ganzen Gefühle auf einen ein, wenn der sogenannte Felsbrocken nach jahrelanger Prozedur endlich fällt.

    Kopf hoch ! Hab jetzt grad erst weitergelesen und mitbekommen, daß Du schwanger bist. Ich wünsche Dir und Deinem Baby alles Liebe und Gute.
    Viele liebe Grüße
    Sandy