Beiträge von Zimt

    Liebe Elke,

    es tut mir total Leid, was da bei dir passiert. Erklären kann ich mir seine Kaltschnäuzigkeit auch nicht. Hat er noch andere Diagnosen bekommen?

    Vielleicht ist es so, dass er dich als Bestandteil seiner Sucht liebte? Also dich eher brauchte, solange er abhängig war?
    Du warst eine recht gute Co., oder?

    Naja...und jetzt braucht er wahrscheinlich etwas anderes....klammern, weinen, aufpassen, Misstrauen u.s.w. nervt jetzt auf einmal.

    Wenn du ihn wieder haben wolltest, dann warte darauf, dass er rückfällig wird. Das wäre dann wahrscheinlich deine Chance.

    Das ist gemein und egoistisch und hat sicher nichts mit Liebe und Achtung zu tun. Weder vorher noch jetzt.

    Raten kann ich dir nichts....ich bin selbst keine gute Trennungsverarbeiterin. Bis auf: Schaffe dir so viel Abstand wie möglich. Steige aus aus dem Hamsterrad der Gedanken, was er wohl gerade tut und warum. Beobachte ihn nicht. Du quälst dich sonst nur selber.

    Hast du zumindest einen eigenen Raum in diesem Haus? Das wäre vorübergehend schon mal ein Anfang..

    viele liebe Grüße
    Zimt

    Hallo Matthias, hallo pedi,

    danke euch beiden :) .

    Ich versuche auf mich aufzupassen. Das ist aber sehr, sehr schwierig. Weil ich ja gerade erst anfange, zu lernen.

    Matthias, du hast Recht, ich hätte ihn auch leicht alkoholisiert nicht rein lassen dürfen.

    Das Problem ist: Er ist nur gefühlvoll und vermisst mich und liebt mich ganz besonders doll, wenn er etwas getrunken hat. Ich schätze mal, nüchtern hätte er das alles so niemals gesagt.
    Es ist schön für mich dann. Deshalb habe ich quasi beide Augen zugedrückt, als er vor meiner Türe stand. Angst bekomme ich erst, wenn er richtig betrunken ist.

    Ist er nüchtern, ist er eher reserviert und will für sich sein. Er sagt dann auch, dass er mich liebt, aber irgendwie klingt das dann auch sehr "nüchtern". Er sagt, er kann seine Gefühle dann nicht so zeigen. Will nicht kuscheln, nicht reden, keine Pläne schmieden u.s.w. Da ist irgendwie der Zugang versperrt.

    Ich frage mich schon, ob das dann wohl so bleiben wird, würde er wirklich trocken werden. Da ich ein recht emotionaler Mensch bin, würde mir dann nämlich etwas fehlen.

    Wahrscheinlich gehts ihm selbst genauso.

    Der Alkohol ist nicht nur Suchtfaktor, sondern erleichtert ihm, Nähe zu Menschen herzustellen. Hat er ganz viel getrunken, wird er übergriffig in dem Sinne, dass er dann nur noch weint und sich selbst bemitleidet.

    Seine Fähigkeit, Gefühle auszudrücken, steigt also proportional zu der Menge des getrunkenen Alkohols.

    Ist das immer so? Oder ist das typisch für alkoholkranke Menschen?

    Ich frage mich wirklich, was für ein Mensch er sein wird, wenn er mal mindestens 1 Jahr trocken ist. Und ob wir dann überhaupt noch zusammen passen. Ich habe ihn als Alkoholiker kennen gelernt. Die längste Trockenzeit, die ich erlebt habe, betrug 3 Monate. In dieser Zeit (da war er nur wochenends Zuhause, da in Therapie) hat er mich kaum beachtet. Lags an der Therapie oder wird das dann immer so sein?

    Das sind alles so Fragen, die mich beschäftigen.

    Nicht falsch verstehen: Ich kann definitiv nicht mit ihm leben, wenn er trinkt. Ich habe das ja bereits ausprobiert, es ging nicht. Und deshalb wünsche ich mir natürlich, dass die Therapie hilft.

    Nur bin ich mir andererseits gar nicht so sicher, ob ich tatsächlich mit ihm leben kann, wenn er nicht trinkt.

    Ich wünsche ihn mir trocken, aber dann doch so, als hätte er zumindest ein klein wenig getrunken. Ich denke, er wünscht sich das auch für sich. Ist das realistisch?

    Ich für mich versuche den Weg weiter zu gehen, den ich zumindest in Ansätzen eingeschlagen habe. Das bedeutet, ihn zu vermissen und mich zeitweise alleine zu fühlen. Das tut weh, aber ist besser, als die Panik, die ich vorher immer hatte.

    Ich habe ihm heute morgen hier in meiner Wohnung alleine gelassen...d.h. er konnte ausschlafen und fahren, wann er wollte. Ich bin ganz früh zur Arbeit gefahren.

    Auf der Arbeit dann hatte ich solche Angst, dass er alleine bei mir trinkt und dann irgendwie eskaliert, also das Haus unbeabsichtigt in Brand setzt, in der Badewann an einem Epi-Anfall ertrinkt e.t.c., dass ich deutlich gemerkt habe, dass ich so viel Vertrauen noch gar nicht habe. Und dass ich mal wieder für mich zu weit gegangen bin. Da war die Panik auf einmal wieder da.

    Es dauert noch lange, ehe ich wirklich so viel Vertrauen habe, dass ich unbesorgt sein kann. (Als ich heute nach Hause kam, war er weg und alles an seinem Platz). Am Telefon dann war er immer noch nüchtern.

    Ein Neuanfang wird schwierig, ich weiß nicht, ob ich diese ganzen Erlebnisse mit ihm wirklich hinter mir lassen kann.

    Nun denn....ich wills versuchen...verdammt lieb habe ich ihn schon.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Hallo Ihr Lieben,

    nun, wir haben vorgestern noch bis mitten in der Nacht telefoniert, und zu guter Letzt ist er zu mir gefahren. Wir haben das Wochenende gemeinsam verbracht. Es war richtig schön.

    Er kam leicht alkoholisiert an, hat aber dann bis heute nichts mehr getrunken. Und viel geschlafen. Gestern fast den ganzen Tag.

    Mir gings gut-obwohl wir gar nicht so viel Zeit zusammen verbracht haben (weil er so viel schlief), fand ich es schön, dass er da war. Wir haben viel gekuschelt und auch geredet.

    Habe ihm von der SHG und der vorgeschlagenen Kontakt-Sperre erzählt.

    Seht ihr-nun habe ich wieder Hoffnung...ich hatte definitiv das Gefühl, dass da ganz viel Liebe ist. Er sagte, er wünsche sich, dass wir nach der Therapie wieder eine Familie werden. Ohne Alkohol.

    Dennoch wird er sich bestimmt wieder zurück ziehen und alles in Frage stellen, da bin ich ganz sicher.

    Um das Marionetten-Gefühl zu vermeiden, hätte ich folglich von vorne herein "nein" sagen müssen. Kein Treffen-kein gar nichts.

    Mein Problem ist, dass ich ihn wirklich lieb habe und mir das Gleiche wünsche (wieder eine Familie werden).

    Ich habe noch keine Ahnung, ob das nun falsch oder richtig für mich war. Solange er da war, hat es sich jedenfalls gut angefühlt.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Monty,

    ja, das sind wir wohl. aber es tut weh, nicht wahr?

    Das jedenfalls meine ich mit dem Marionetten-Gefühl. Trennung-dann weinend um Verzeihung bitten-dann Ignoranz-dann Pizza....

    alles in 3 Tagen. Wie soll ich denn da bitte an mich denken, wenn immer nur Chaos ist?

    Er will meine Aufmerksamkeit....ja....ihr könntet Recht haben. Und ich fühle mich schuldig, weil ich sie ihm nicht gebe...wo er doch so drum kämpft.

    Und schwer fällt es mir obendrein...habe schon wieder einen riesen Klumpen in der Magengrube.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Hallo....

    das Drama geht weiter. Vor 3 Tagen hat er mich morgens von der Arbeit angerufen und sich von mir getrennt. Habe total unbeteiligt reagiert, da ich das für eine versuchte Manipulation hielt.

    3 Stunden später hat er mich dann vollkommen außer sich und schluchzend (und betrunken) angerufen und gesagt, es täte ihm Leid, ohne mich, das ginge gar nicht...
    ich habe wieder recht unbeteiligt reagiert (und mir gesagt, dass ich Recht hatte).

    Seitdem ist wieder Funkstille seinerseits. Wahrscheinlich auch versuchte Manipulation?

    Im Moment bin ich traurig.
    Immer, wenn ich denke, einen vorläufigen Status quo gefunden zu haben, mit dem ich gut leben kann, schießt er quer (er zerschießt mir die Basis). Ich kann so nicht zur Ruhe kommen.

    Aber wahrscheinlich will er das auch gar nicht, dass ich das kann.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Elke,

    "es ist das Spiel:
    Solange wir ihnen ein wenig geben, was sie wollen (Wie speedy sagt: Aufmerksamkeit), geben wir uns selbst auch ein wenig Hoffnung."


    ja,ja,ja. Ganz toll, wie du das auf den Punkt gebracht hast. Ich danke dir herzlich dafür. Du hast Recht: Genau so heißt dieses Spiel. Das hat mir jetzt ganz viel gebracht.

    Liebe Pedi,

    das ist aber lieb, dass du nachfragst. Ja, mit mir ist alles ok.

    Sooo....ich war die letzten Tage mit beruflichen Belangen total eingespannt. So, wie es aussieht, ist die Sache für mich gut ausgegangen *freu*.

    Ich habe ihn jetzt seit Sylvester nicht mehr gesehen. In den letzten Tagen wollte er unbedingt, dass wir uns treffen, er habe Sehnsucht e.c.t., aber ich wollte nicht. Ich habe ihm gesagt, dass ich unsere Beziehung gerne bis Ende der Therapie ein wenig auf Eis legen würde, weil ich für mich entschieden habe, dass ich keinen nassen Alkoholiker als Partner möchte. Ungeachtet der Tatsache, dass ich ihn immer noch lieb habe.

    Mir geht es besser. Das ist immer so: Je weniger Kontakt, desto entspannter werde ich und desto weniger Raum nimmt er in meinem Leben und meinen Gedanken ein.

    Das Fünkchen Hoffnung ist schon noch da, und offensichtlich brauche ich das ja auch noch für mich selbst ;)

    Dennoch tut mir der Abstand gut.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Hallo speedy,

    ich hatte den Eindruck, ich bin bei mir geblieben...

    Ich habe keinen Kontakt hergestellt, ich habe ihm gesagt, dass ich mit Problemen dieser Art nichts zu tun haben möchte und ihm da auch keinen Rat geben kann. Weil Probleme dieser Art nicht meinem Niveau entsprechen. Ich habe nicht zurück gerufen.

    Trotzdem möchte ich gerne für mich erkennen, was das für ein komisches Spiel ist, dass wir da spielen. Und wie die Regeln sind. Denn nur, wenn ich das erkenne, kann ich es verändern. Dazu muss ich aber erst mal verstehen, welche Rolle ich dabei inne habe.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Hi noch mal,

    also er rief gerade an, um mir zu berichten, dass er gestern noch Ärger gehabt habe.

    Nebenan in der Wohnung hätten sich Leute geprügelt, und er habe sich eingemischt, um für Ruhe zu sorgen. Er hat sich geprügelt und einen Menschen verletzt.

    Er wollte von mir wohl die Absolution, dass er sich richtig verhalten habe. Ich habe dazu gesagt, dass ich da die falsche Adresse sei, weil Schägereien einfach nicht meiner Welt und meinem Niveau entsprächen. Daraufin hat er beleidigt aufgelegt.

    Und später wieder angerufen, aber da war ich nicht da. Meine Tochter soll mir nun schöne Grüße ausrichten.

    Das ist der Versuch, mich anzuschalten, oder? Weil er gerade wieder (irgend) jemanden braucht, der ihm über den Kopf streichelt. Das hat nichts mit Beziehungswillen oder Liebe zu tun, oder?

    Mir ist im Moment gaz wichtig, Rückmeldungen von außen zu bekommen.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Pedi,

    danke für diesen Satz mit dem mangelnden Interesse. Dann empfindest du das auch so? Ich finde nämlich auch, dass sein Verhalten genau das ausdrückt.

    Fragte ich ihn aber, würde er mir sagen, dass das kompletter Unsinn sei, dass er doch nur diesen Film wollte und ob er das denn nicht dürfe....
    Er liebe mich, total doll....nur würde es ihm im Moment so schlecht gehen, er würde sich selber ankotzen, er könne nicht anders, ich solle das nicht persönlich nehmen...

    Doppelbotschaften, nicht wahr? So ist das schon die ganze Zeit.

    Und ich finde es so schwierig, damit umzugehen.

    Nein, mein drohender Jobverlust hat nichts damit zu tun.

    Viele liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Pedi,

    nun, ein Ende mit Schrecken hätte und habe ich damals zumindest nicht geschafft.

    Mittlerweile habe ich mich emotional schon viel mehr gelöst. Stückchen für Stückchen. Mit jeder Enttäuschung ein wenig mehr.

    Ich stehe mal wieder unter Anspannung-noch haben wir ja keine Kontakt-Sperre, ich habe ihm auch noch nichts von meinen Plänen erzählt.
    Die Anspannung resultiert aus dem Üblichen Hin- und Her...

    Gestern habe ich ihn angerufen, nachdem ich mich ja eine Weile nicht mehr gemeldet hatte. Er war sehr workarg und lieblos (und sicher beleidigt) und meinte dann, er sehe gerade einen Film. Er würde ja auch den ganzen Tag im Bett liegen und habe daher nichts zu erzählen. Aber wir könnten ja morgen noch mal telefonieren.

    Ich fühlte mich mal wieder behandelt wie die unwichtigste Nebensache der Welt. Ich habe geantwortet, mal sehen...
    Daraufhin wurde er sauer und meinte, ihm reiche es so langsam mit mir. Ich habe gemeint, mir auch und habe aufgelegt.

    Ich denke, er wird sich von sich aus nicht melden. Früher hätte ich heute den Kontakt wiederhergestellt. Aber ich will ja mein Verhalten ändern-folglich werde ich das nicht tun.

    Trotzdem plagen mich Gedanken darum, ob ich nicht vielleicht tatsächlich überreagiert habe, und natürlich stehe ich wieder unter Strom.

    Zudem habe ich vorgestern erfahren, dass mein Job in Gefahr ist (den ich sehr mag).

    Alles in allem geht es mir also nicht so gut.

    Viele Grüße
    Zimt

    Hallo ihr Lieben,

    vor 3 Tagen war ich das erste Mal in einer gemischten Selbsthilfegruppe. Schön ist, dass sich alle schon seit vielen Jahren wöchentlich treffen und dass derzeit keine "Akutffälle" da sind. Außer mir natürlich. ;). So brauchte ich kein schlechtes Gewissen zu haben und konnte gleich erzählen.

    Ich fand es rührend, wie viel Zeit sich ganz fremde Menschen genommen haben, um meine Geschichte zu hören und mir Rückmeldungen zu geben. Diese Rolle der "Nehmenden" bin ich überhaupt nicht gewohnt. Aber ich habe mich wohl und irgendwie aufgehoben gefühlt.

    Ich habe sehr viel Veständnis, sehr viele Denkanstöße und eine Menge Kraft mitgenommen. Dennoch hat mich dieser Abend natürlich auch sehr aufgewühlt. Aber ich hatte ds Gefühl, dass das gute und förderliche Gedanken , die mir da durch den Kopf gingen.

    Konkret wurde mir geraten, in den 12 Wochen, in denen er weg ist, eine Kontakt-Sperre zu halten. Lediglich Briefe schreiben soll erlaubt sein. Um Zeit für mich zu haben und nicht zum Spielball zu werden und um evt. danach weicher zu fallen.

    Zuerst hat mir der Gedanke natürlich Angst gemacht. 12 Wochen sind soooo lang.

    Testweise habe ich bis heute Abend mal ausprobiert, wie sich das anfühlen könnte. Ich war überrascht. Wenn ich genau weiß, dass er sich nicht meldet und ich auch nicht, bedeutet das offensichtlich einen Ausstieg aus dem Nervenkarussell. Weil ich den fehlenden Kontakt nicht persönlich nehme. Es stellt sich ja gar nicht mehr die Frage, ob er wohl von sich aus anruft und was ich tue, wenn nicht.
    Irgendwie stehe ich durch dieses Hin- und Her ständig unter Strom und bin nie entspannt.

    Die Kontakt-Sperre wird mir ermöglichen, mich endlich wieder entspannt zu fühlen.

    Ich werde das also durchziehen (oder es zumindest versuchen). Vielleicht nicht ganz 12 Wochen-ich habe so überlegt, dass die ersten Kontakte vielleicht besser "begleitet" statt finden sollten. Also noch, während er in der Klinik ist.
    Ich werde da mal anrufen und nachfragen, wie sie das im Allgemeinen dort handhaben. Und was sie als Dauer empfehlen würden.

    Außerdem "soll" ich nachfragen, ob es in der Zeit, in der er dort ist, ein Angehörigenseminar gibt, an dem ich teilnehmen kann.

    Diese Lösung fühlt sich gut an-endlich mal was, was sich gut anfühlt.
    Natürlich gehe ich nächste Woche wieder hin und freue mich schon auf die vielen netten, empathischen und hilfsbereiten Menschen, die wissen, wovon sie reden.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Blaubärchen,

    ja, die Illusion mit zwei Wohnungen und nur noch die guten Momente miteinander genießen hatte ich auch. Ich stelle für mich fest, dass es nicht geht. Es sind einfach zu viele Verletzungen da, die immer wieder bei mir hochkommen.

    Ich merke auch, dass ich mir Partnerschft ganz anders vorstelle. Wenn ich einen Partner habe, möchte ich mit ihm leben können. Ich brauche nicht unbedingt einen starken Mann an meiner Seite, aber ich brauche einen Partner, der präsent ist und der mich sieht.
    Dieses Leben in zwei Wohnungen stellt sich daher für mich im Grunde als fauler Kompromiss dar.

    Und noch etwas: Gehe, wenn, dann für dich in diese SGH. Ich finde nicht, dass du deinem Partner darüber Rechenschaft ablegen musst. Ich finde noch nicht mal, dass du ihm etwas davon sagen musst. Du brauchst keine Absolution dafür.
    Du tust nichts Unehrenwertes, du tust nichts gegen ihn, und deshalb brauchst du auch nicht seine Erlaubnis, finde ich.
    Du darfst das.

    Und Schuld trägst du nur für dich. Du kannst dich fragen, wie viel Schuld du daran trägst, dass dein Leben momentan so ist, wie es ist.
    Du musst keine Schuld dafür übernehmen, wie sein Leben gerade verläuft. Das ist seine Baustelle.

    Viele liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Fliegender Stern,

    danke für deine Zeilen.
    Ich habe mich auch schon mal von ihm getrennt, das war, als er ausgezogen ist.

    Aber weißt du was, ich habs nicht ausgehalten, obwohl ichs echt versucht habe. wir hatten 2 Monate nur noch ganz wenig Kontakt. Nur, um irgendwelche Sachen zu regeln.

    3 Wochen gings mir so richtig mies, dann wurde es ein wenig besser. Und da bin ich dann irgendiwe stehen geblieben. Ich weiß gar nicht mehr so ganz genau, wie es kam, aber jedenfalls haben wir uns dann wieder öfter geshen und dann....waren wir auch irgendwie wieder zusammen.

    Meine Stimmung wechselt immer noch sehr. Manchmal vermisse ich ihn gar nicht, dann gehts mir gut. Und ich denke, er kann mich mal.

    Und dann telefonieren wir wieder, er hat irgendwelchen Kummer, wir reden, wir treffen uns. Und ich bin zeitweilig wieder glücklich. Weil, mit ihm ist es doch irgendiwe besser, als ohne ihn.

    Danach zieht er sich immer wieder zurück, und ich falle in ein Loch. Ich bin traurig, vermisse ihn, bin wütend. Und gewöhne mich irgendwann wieder dran.

    Das geht immer so weiter, scheint mir.
    Es ist wie Achterbahnfahren. Mir wird regelrecht schwindelig davon, und immer wieder kämpfe ich um mein inneres Gleichgewicht.
    Das kostet so viel Energie.

    Abgesehen von der Abhängigkeit hat er auch noch eine Reihe anderer Diagnosen bekommen, eine schlimmer und hoffnungsloser als die andere.

    Ich weiß gar nicht, ob sich diese komische Beziehung so viel verändern würde, wenn er nicht mehr trinken würde. Es ist ganz schwer auszumachen, welche Symptome nun mit dem Alkohol verschwinden würden und welche nicht.

    Er war mal 3 Monate trocken. Da war ich eigentlich auch nicht zufrieden, weil er total selbstbezogen war. Allerdings auch nur am Wochenende zu Hause, weil stationär in Therapie. Es mag ja auch an der Therapie gelegen haben...

    Um da raus zu kommen, muss ich was verändern und darf nicht darauf warten, dass er es tut (bei ihm hat sich im Grunde auch nichts verändert, es ist trotz Therapie eher schlimmer geworden als besser). So viel habe ich mittlerweile schon begriffen.
    Ich weiß nur nicht so genau, was ich verändern muss.

    Ich habe gehofft, dass es zwischen Trennung und Co-Abhängigkeit noch etwas anderes gibt...aber wenn ich hier so lese, gibt es scheinbar nur hop oder top.

    Ich trenne mich nicht....wie gesagt, er ist demnächst eh für 12 Wochen 300 km weiter weg. Kontakt werden wir nicht viel haben. Ich denke, ich werde mal sehen, wie es mir mit diesem Abstand geht. Vielleicht ja viel besser....dann ist es keine Frage mehr.
    Und dann mal sehen, was von ihm kommt....

    Vielleicht löst sich das ja irgendwie automatisch auf. Ich weiß nicht...

    Danke und liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Fliegender Stern,

    deine Frage ist auch gut ;).

    Ich glaube, um Beides. Einerseits habe ich mit ihm echt viele schöne Dinge erlebt, und ich mag ihn auch (das ist auch wichtig). Wir würden jenseits dieser ganzen Probleme an sich gut zusammen passen.

    Andererseits...so sporadisch mal einen schönen Abend zu haben...reicht natürlich nicht, um glücklich zu sein.

    Single sein finde ich aber auch doof. Ich habe irgendwie Angst davor, wieder bei 0 anzufangen. Obwohl ich ein ansonsten schönes Leben habe, bin ich alleine eben auch nicht zufrieden. Ich war immer schon ein Familienmensch. Vielleicht halte ich deswegen daran fest: Da ist ein Mensch, der zumindest behauptet, mich zu lieben. Das alleine reicht zwar nicht, aber immerhin...besser als nichts...oder so. Das ist die andere Seite, wenn ich ihn als Person mal ganz außen vor lasse.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Amelie,

    ja, das Gefühl habe ich auch ganz oft. Mir wurde Ähnliches gesagt. Zwar nicht, dass ich mich in den Mittelpunkt setze, aber dass mein Freund nun nichts geben kann und ich nichts erwarten dürfe und der Arme sei ja so krank u.s.w.

    Uff. Gerechtigkeit? Gibts in dem Fall einfach nicht. Schon komisch: Wenn einer krebskrank ist, wird das Leid der Angehörigen durchaus gesehen.
    Wenn einer psyschisch krank ist oder eben abhängig, sind Angehörige irgendiwe immer die Dummen.

    Lass dich bloß nicht davon runter ziehen.

    Steh zu deinem Leid. Aber suche dir selber Hilfe, nur für dich.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Hallo,

    mich kotzt das so an....er liegt den ganzen Tag im Bett rum und fühlt sich scheinbar ganz wohl dabei.
    Hat gestern seinen Termin zur Antragsstellung für die Klinik auf Freitag verschoben, weil er solche psychischen Probleme habe, den Fragebogen auszufüllen. Das sei so belastend...

    Der schont sich, wo er nur kann. Und ich? Habe Liebeskummer, reibe mich emotional auf, weine, mir gehts übel...aber ich muss morgen wieder arbeiten und funktionieren. Und schaffe das auch.

    Es ist wirklich wahr....was will ich mit so einem? Wenns nur nicht so weh tun würde...

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Pedi,

    ja, es hilft mir...zumindest ein bisschen. Danke :)

    Nein, ick kann mir das alles glaube ich nicht alleine geben. Jedenfalls nicht so ganz.

    Ich habe mich übers Internet Hals über Kopf in ihn verliebt. Das war vor 4 Jahren. Es folgte, da wir beide gebunden waren, er sich aber zunächst nicht trennen wollte, eine äußerst nervenaufreibende Dreiecksbeziehung. Einerseits gab er mir ganz viel...Nähe, Zärtlichkeit, Aufregung, Knistern, romantische Wochenenden...er war immer lieb und irgendwie auch immer da, zumindest virtuell, wir lebten 600 km entfernt voneinander. Er trank damals breits, aber mit Alkohol hatte ich keine Erfahrung, deshalb war mir das erst mal nicht so wichtig. Und virtuell oder telefonisch ist man vor den Auswirkungen eh viel besser geschützt.

    Er entschied sich dann für seine Familie, 10 Monate hörte ich gar nichts mehr von ihm. Für mich ist damals eine Welt zusammen gebrochen.

    Nach dieser Ehe war da endlich wieder ein Mensch, der mir all das gab, was ich so lange entbehrt hatte. Ich träumte von einer gemeinsamen Zukunft, von Liebe, Ausgehen, schönen Erlebnissen...und das nicht nur alle paar Monate mal, sondern ganz.

    Tja...nach diesen 10 Monaten war er auf einmal wieder da. Wir telefonierten, er packte seine Sachen und fuhr zu mir....und blieb.

    Er war lieb....aber er schlief erstaunlich viel auch tagsüber, er nässte ein, er war manchmal äußerst emotional...er verlangte Aufmerksamkeit ohne Ende. An Alkohol habe ich erst mal gar nicht gedacht, ich war diesbezüglich echt total unerfahren.

    Bis dann die ersten Epi-Anfälle kamen und die Hinweise der Ärzte. Ab da kam auch die Angst und das Co-Verhalten bei mir.

    Er lügt, er manipuliert, er trinkt...ja. Aber trotzdem hat er auch ganz viele tolle Seiten....und ich hänge immer noch diesem Traum von einem gemeinsamen und glücklichen Leben hinterher. Wir wir es ja auch eine Weile hatten, ehe ich wusste, was los ist und ehe es Überhand nahm.

    Nein, körperliche Attacken meine ich nicht mit Übergriffigkeit, dazu kam es nie.
    Er ist noch nicht mal verbal aggressiv. Wenn er getrunken hat, wird er melncholisch, selbstmitleidig und extrem liebebedürftig. Aber auch liebevoll. Das ist anders, als hier oft zu lesen.

    Mit Übergriffigkeit meine ich nächtliche Anrufe, ungeachtet der Tatasache, dass ich am nächsten Tag arbeiten muss z.B.

    Ums kürzer zu machen: Ich glaube, dass ich mir das, was ich suche einfach nicht selber geben kann. Es ist der Traum einer glücklichen Beziehung und einer halbwegs heilen Familie, der mich an ihm festhalten lässt.

    Ganz viele Grüße
    Zimt