Beiträge von Zimt

    Liebe Pedi,

    ja, erkannt habe ich mein Problem schon...

    nur die Sache mit der Lösung...da bin ich irgendwie betriebsblind.

    Klar, würde ich mich trennen, wäre die Sache, was ihn angeht, erledigt. Also ich meine, um ihn bräuchte ich mir dann keinen Kopf mehr machen. Sondern nur noch um mich.

    Ich war in meinem Leben schon ganz viel alleine. Mein Mann (also nicht mein jetziger), der beruflich total engagiert war, war meistens nur am Wochenende zu Hause. Und wenn er nicht mit mir geredet hat, war er selbst dann nur physisch anwesend.

    Nach der Trennung von ihm war ich 10 Monate Single. Das Alleine sein per se hilft mir nicht weiter. Das kenne ich und kann ich auch.

    Und es stimmt wirklich: Ansonsten ist mein Leben ok, ich kann mich ganz gut selber beschäftigen und muss auch nicht immer jemanden um mich haben. Ich weiß, was ich will und was nicht.

    Nur bei ihm...da habe ich einen riesen Balken vor den Augen. Wie ist denn die Lösung, wenn ich mich nicht trennen will? Was muss ich denn anders machen?
    Konkret....meine ich.

    Wie kann ich mich gegen jemanden wehren, der mich immer wieder ausschaltet? Sei es durch schweigen (wie bei meinem Mann vorher) oder durch Ignoranz und abwimmeln (wie meinem Alki).

    Was bei meinem Mann gewirkt hat, war Gleichgütigkeit. Nachdem es mir irgendwann egal war, ob er nun redet oder schweigt, kam er auf einmal wieder auf mich zu. Aber da es war es zu spät, denn mein Gefühl war keine Taktik...er war mir wirklich gleichgültig geworden. Da war auch keine Liebe mehr.

    Aber was hilft denn in diesem Fall? Bei Liebe und Beziehungswillen? Was muss ich denn anders machen?

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Elke,

    ich kann dich total gut verstehen. Du hast dir von ihm gewünscht, dass er auch mal deine Lage sieht. Wie schwierig das nun wieder alles für dich ist.
    Und vielleicht, dass er dich ein bisschen tröstet oder dic zuindest versteht.

    Und da kam gar nichts von ihm.
    Das war lieblos.

    Ich weiß nicht, wie lange dein Mann getrunken hat. Alkohol bewirkt Persönlichkeitsveränderungen, die sich auch dann nicht so schnell oder manchmal gar nicht mehr geben, wenn nichts getrunken wird. Vielleicht war er auch schon vorher so, und du hast das auf den Alkohol geschoben?

    Vielleich schämt er sich auch einfach.

    Aber wie auch immer...Einsicht, Empathie, Trost, Entschuldigungen wirst du von ihm wohl nie bekommen, wie es aussieht. Da hast du noch Illusionen scheinbar.

    Mir hat letztens jemand gesagt, dass der Partner oder Ex nicht die richtige Adresse ist, um solche Verletzungen zu klären. Und ich glaube, da ist was dran.
    Rede mit jedem anderen darüber, aber nicht mit ihm, wäre daher mein Rat.

    Tut mir Leid, dass er dich so zum weinen gebracht hat...

    Liebe Grüße
    Zimt

    Ui, das ist aber wirklich total nett von euch...

    Liebe Elke,

    ja stimmt, meine Gefühle sind so Co-Abhängig, wie sie es immer waren. Daran hat sich auch nur ganz wenig verändert im letzten Jahr.

    Und mein Verhalten? Ich versuche mich so zu verhalten, wie ich das bei einem gesunden Mann auch tuen würde, also zumindest ungeachtet dessen, dass er nun mal trinkt.

    Aber ich glaube, du hast Recht, ich mache ganz generell etwas falsch. Ich war 18 Jahre mit einem Nicht-Teinker verheiratet. Der hatte jedoch die blöde Angewohnheit, dass er schwieg, wenn ihm irgendwas nicht passte. Zuerst Tage, dann Wochen, zuletzt 2 Jahre. Wirklich...nicht ein Wort zu mir. Was habe ich immer für Angst gehabt....naja...ich habe gute Laune verbreitet, ihm trotzdem alles Mögliche erzählt, war lieb und nett. Damit er irgendwann wieder mit mir spricht.
    Eigentlich ist das das gleiche Muster...nur hatte das halt gar nichts mit Alkohol zu tun.

    Jetzt, wo du es sagst.....stimmt....

    Danke :)

    Ja richtig, ich will mich nicht Cö-abhängig verhalten, sondern ich versuche, diese Beziehung aufrecht zu erhalten. Denn wie gesagt, emptonale Abhängigkeit besteht ja nun auch in jeder anderen Beziehung, sonst wäre es keine. Trotzdem mache ich ganz grundsätzlich was falsch....siehe oben.

    Liebe Morgenrot,

    ich glaube, der Alkohol ist es nicht (mehr), der mein Leben bestimmt, aber ER tut das immer noch. Richtig, und er drückt Knöpfe.

    Hmmm, mittlerweile kann ich mich gut gegen Übergriffigkeiten wehren, das habe ich mittlerweile gelernt.
    Womit ich gar nicht umgehen kann, ist Liebesentzug. Das macht mir Angst. Das weiß er auch.

    Nur... wie wehrt man sich gegen Liebesentzug? Da fällt mir überhaupt nichts ein.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Echt? Co-abhängig? Immer noch?

    Hmmmpf

    Nein, kontrollieren wollte ich ihn wirklich nicht. Es ist mir ehrlich egal, ob er gtrunken hat oder nicht. Wir leben ja nun getrennt, und er kann mir keine Angst mehr machen.

    Letztens sagte er mir mal wieder, er frage sich, ob das Leben so lebenswert sei. Er könne sich ja jetzt auch 1 Flasche XXX auf Ex reinziehen. (Drohung, sich umzubringen also) Ich habe gesagt, dass könne ich für ihn nicht entscheiden, das müsse er selber wissen und aufgelegt.

    Ich fand mich so gut....und mutig....und gar nicht Co-abhängig.... :)

    Ein paar Stunden später (natürlich bin ich innerlich in der Zwischenzeit fast gestorben vor Angst) dann Anrufe von ihm und Gespräche über ein gemeinsames Hobbie. Kein Wort mehr von Selbstmordgedanken.

    Na also...

    Menno, ich habe schon so viel gelernt...aber wohl offensichtlich immer noch nicht genug?

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Ayki,

    wir haben uns überschnitten. Schon passiert mit dem Anruf. Ich wollte das nicht so stehen lassen von gestern. Er ist schnell beleidigt oder gekränkt.

    O.k., morgen rufe ich nicht an, versprochen. Das habe ich mir nämlich auch schon vorgenommen. Ich wollte das, wie gesagt, nur geklärt haben für mich und für ihn. Nur er wollte anscheinend nicht...

    Na gut, das muss ich wohl akzeptieren. Ich bin mir aber nun sicher, dass er zumindest richtig verstanden haben muss, was ich meinte.

    Gut, ich lenke mich jetzt ab und tue von mir aus nichts mehr...

    nicht ans Telefon gehen? Echt?

    Seine Reaktion wäre: (weinerlich): Willst wohl nicht mit mir reden? Na gut, dann weiß ich ja Bescheid." Er würde sich danach nicht mehr melden. Beziehungsende vielleicht.

    Neeeeein, ich will, dass wir uns im Guten trennen, das kann nur ein paar Tage dauern, bis es mit der Therapie los geht....sonst habe ich gar keine Chance mehr auf einen evt. guten Ausgang der für uns. Vorher aufgeben macht irgendwie keinen Sinn.

    Oder mache ich einen Gedankenfehler?

    Liebe Grüße
    Zimt

    Habe ihn angerufen, aber nichts von meinem Kummer erzählt. Und ihn gefragt, ob er Angst habe.

    Ja...vor der Therapie und davor, dass ich mir einen anderen Mann suche.

    Habs ihm noch mal erklärt. Ihm gesagt, dass ich ihn liebe und dass er keine Angst zu haben brauche. Und dass ich mich ja irgendwie beschäftigen wolle, wenn er nicht da sei. Damit er Zeit für sich hat, aber ich eben auch für mich. Dass das aber nun gar nichts mit Trennungsgedanken zu tun hätte. Im Gegenteil.

    Er hat nicht viel gesagt, außer, dass ihm nicht nach reden sei und er den ganzen Tag (wohl nüchtern) im Bett gelegen habe.

    Das macht er schon seit Wochen so. Er nennt das abschalten. Fernsehen, schlafen. Nicht unbedingt trinken (naja, so genau weiß ich das nicht, ich bin ja nicht da. Ist mir im Grunde auch egal, kommt ja für mich aufs Gleiche raus).

    Aber er habe mich lieb. Wir haben dann aufgelegt.

    Seit Sylvester blockt er mich wieder (obwohl es an sich ein schöner Abend war), die Woche vorher hat er mich mit Anrufen regelrecht bombardiert. Ich komme da nicht wirklich mit.

    Für morgen soll er einen Fragebogen für die Klinik fertig haben. Angeblich hatte er keinen Bock, den auszufüllen. Ich habe nichts dazu gesagt außer lachend "alter Faulpelz".

    Mir würde helfen, zu wissen, was ich für einen Eindruck auf euch mache. Reagiere ich falsch, normal, richtig?

    Ist es normal, dass mich das so runter zieht und beschäftigt? Oder stimmt da mit mir irgendwas nicht?

    Bin ich Co-abhängig, obwohl ich ihm in keinster Weise helfe? (Ich gebe ihm kein Geld, ich betüddel ihn nicht, kontrolliere nicht, ich fahre ihn nirgendwo hin und lasse ihn schon seit Wochen in seiner Wohnung liegen).

    Nur manchmal fahre ich hin, wenn er mir fehlt. Oder ich lade ihn zu mir ein (er kommt nur meistens nicht, keinen Bock aufzustehen). Und wir telefonieren (manchmal Stunden).

    Ich bin schon lange von der Illusion weg, ihm helfen zu können. Vorher, als er noch bei mir wohnte, habe ich echt alles versucht, mich nicht mehr aus dem Haus getraut wegen der Epi-Geschichte, ihn überwacht, kontrolliert, versucht, zu überreden....wirklich alles.

    Aber mittlerweile....sehe ich, dass er krank ist und habe ihn "abgegeben" an Institutionen. Ich versuche nicht mehr, ihn zu irgendwas zu bewegen.

    Nur von der Paargeschichte habe ich nicht Abstand genommen. Und da kämpfe ich auch immer noch. Mit ihm und mit mir.

    Ist Co-Abhängigkeit ein Verhalten oder ein Gefühl?

    So viele Fragen....verzeiht.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Ayki,

    danke für deine Vorschläge.

    Ja, genau das ihm gestern auch gesagt. Dass ich die 12 Wochen, in denen er in Therapie ist, für mich nutzen werde....und zwar nur für mich.

    Und dass es sein könne, dass wir eine Kontakt-Sperre verhängt bekämen. Er schlug vor, die zu umgehen, aber ich habe gemeint, dass das vielleicht ganz sinnvoll sei. Er müsse sich mit sich selber beschäftigen und ich mich mit mir....

    Er war beleidigt und fragte mich, ob das für mich ein Neuanfang würde. Ja, habe ich gesagt. Und ob ich mir einen anderen suchen wolle. Nein, quatsch...
    Er hat gar nicht verstanden, dass ich damit unsere Zukunft nicht in Frage stelle, sondern im Gegenteil uns beiden die Möglichkeit geben möchte, zur Ruhe zu kommen.

    Heute hat er nicht angerufen. Ich bin sicher, er hat nichts verstanden und ist trotzig oder verletzt. Ein Machtspiel vielleicht.

    Und nun?

    Ich kann so vernünftig sein, wie ich will, ich renne nur gegen Mauern.

    Ich habe heute überhaupt nichts Konstruktives auf die Reihe bekommen, sondern nur geweint.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Gotti,

    ja, keine Ahnung, was noch alles passieren muss, damit ich diese dämliche Hoffnung endlich begrabe.

    Im Moment lullt er mich total ein. Ich war, um ehrlich zu sein, zunächst mal gegen die Therapie (zumal so weit weg). Das bedeutet für mich wieder warten und entbehren. Das mache ich jetzt bereits seit einem Jahr.

    Bisher wollte er an sein Alkohol-Problem nicht ran. Er hat also stationäre Therapie gemacht, um wieder zu sich selbst zu finden und Eigenverantwortung zu übernehmen und vor allem, um seine Kindheits-Traumata zu verarbeiten...nur hat er von diesen Traumata dort kaum etwas erzählt und munter weiter getrunken. Viel zu lange haben die in der Klinik nicht geschnallt, was er da macht. er war sogar stolz, wie toll er die an der Nase herum führt.

    Mich hat er teilweise verleugnet, ich war wahlweise seine Ex oder gar nicht existent. Ich durfte ihn auch nicht besuchen dort. Denn schließlich ging es ja nicht um mich, sondern darum, Eigenverantwortung zu erlernen...bla...bla....bla.

    Seit die in der Klinik sein wahres Problem erkannt haben, will er da nicht mehr hin.

    Mittlerweile ist ihm aber die Krankenkasse aufs Dach gestiegen mit der Drohung, dass wenn er nicht zur Mitarbeit an seinem Problem bereit sei, er kein Krankengeld mehr erhalten würde.
    Die Krankenkasse schlug den Aufenthalt in dieser Suchtklinik vor.

    Ich war erst mal voller Zweifel: Wieder ein wenig Wellness und Heldentum für ihn, 3 Monate ohne Partner für mich. Ich war sicher, er würde in der neuen Klinik die gleiche Show abziehen. Wozu also?

    Tja...aber nun...er sagt, er gehe wegen seiner Abhängigkeit dort hin, so ginge es ja nicht mehr weiter. Er müsse wieder auf die Füße kommen und sich dem Problem stellen. Nur an das Trauma dürften die nicht ran. Er hat Angst, dass er danach gefragt wird, warum er trinkt.

    Er würde sich davon versprechen, gestärkt daraus hervorzugehen und wieder ein ganzer Mensch zu werden. Und: Er tue das auch für uns und wolle mich dieses Mal mit einbeziehen. Er würde mich über alles lieben und möchte eine gemeinsame Zukunft mit mir und meiner Tochter.

    Ich bin hin- und hergerissen. Ob er das wirklich so meint?

    Ich habe so überlegt, dass ich mich schließlich auch nach diesen 12 Wochen von ihm trennen kann, falls sich wieder nichts verändert hat. Und dass mir der Abstand sicher auch ganz gut tut.

    Nur andererseits bin ich manchmal auch so verzweifelt und traurig und grüblerisch, dass ich am Liebsten alles sofort hinschmeißen würde.

    Zweifel habe ich auch wieder seit der Aussage am Telefon, er trinke quasi für mich. Damit er gut drauf ist und seine anderen Probleme vergisst und für mich ein Partner sein kann.

    Bähhhh...er meint das wirklich so....aber ich empfinde das einfach nur als fiese Manipulation. Er treibt mich in eine Sackgasse. Und dann stell dir vor, was die ihm wohl in der Klinik raten, wenn er das dort auch so darstellt.......die Frau tut Ihnen nicht gut, werden die sagen.

    Ja, so geht es wahrscheinlich aus. Dann bin ichs wieder Schuld nur alleine dadurch, dass ich existiere. Und er wird sich dafür vielleicht auch noch trösten lassen, dass er nun das Opfer für seine psychische Gesundheit bringen muss, mich loszulassen. Der Arme...

    und vielleicht wird er dann gar noch an mein Verständnis appellieren und mir sagen, wie weh ihm das alles tut, mir so weh tun zu müssen.

    Ich habe Angst vor so einem Ausgang und dass ich mich dann noch viel schrecklicher fühle.

    Andererseits: Vielleicht meint er ja dieses Mal wirklich Ernst? Wer weiß das schon...

    Irgendwie kann ich da keinen klaren Gedanken mehr fassen.

    Und das Komische ist: Mein eigenes Leben verläuft ansonsten richtig geordnet und gut. Ich bin erfolgreich, habe keine Geldsorgen, meine Tochter ist ein wahrer Schatz, ich habe ein Pferd und auch andere Hobbies....alles paletti also.

    Ich habe mittlerweile gemerkt, dass mein Leben auch ohne ihn weiter geht, vielleicht sogar besser.

    Nur das Leben mit ihm gesatltet sich schwierig. Wenn da nicht diese verflixte Liebe wäre, dieses vertraute Gefühl, wenn ich ihn höre oder bei ihm bin, die Geborgenheit, die das bei mir auslöst. Und die Hoffnung...

    Ich glaube, ich habe das Geühl dafür verloren, was ich wert bin. Alles, was passiert ist, hat mich emotional so beansprucht und meine Grenzen so überdehnt, dass ich mich das gar nicht mehr frage. Eigentlich kann ich mit dieser Frage noch nicht mal etwas anfangen.

    Und dass sich dir die Nackenhaare sträuben, tut mir irgendwie gut. Es erstaunt mich aber auch. Ja, ist es wirklich so schlimm?

    Nun, ich weiß nicht, was ich noch für mich tun soll, ich tue schließlich ganz viel. Nur diese Sehnsucht nach Familie, Zärtlichkeit, Geborgenheit, willkommen zu sein kann ich mir schlecht selber erfüllen.

    Liebe Grüße
    Zimt

    Lieber fliegender Stern,

    ja, ich kann den anderen nur beipflichten. Mir ging es auch schlehter, wenn ich mir mal wieder seinen Schuh angezogen habe. Denn etwas anderes ist das soch nicht, wenn du dich über sein Trinkverhalten ärgerst, oder? Und da durch gutes Zureden, Sticheleien, Metaphern, Erklärungen e.t.c. Energie rein steckst.

    Und wenn ich mal gemein war, habe ich mich hinterher obendrauf deswegen auch noch schlecht gefühlt. Und mir Vorwürfe gemacht oder mich geärgert. Und er hatte gleich wieder einen Grund, mir Vorwürfe zu machen.

    Doofe Spirale.

    Jepp. Wenn wir einfach jeden Kontakt ablehnen würden, könnten wir uns eine Menge ersparen, denke ich manchmal.

    Mein Vater meinte letztens, ich wäre alle meine Probleme mit einem Schlag los. Recht hat er...

    Andererseits: Wenns nur so einfach wäre..

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Morgenrot,

    und wenn es mir gut tut, hinzufahren, ist das dann auch ok? Auch auf die Gefahr hin, dass er trinkt?

    Jetzt, wo ich von ihm räumlich getrennt bin, ist mir das im Grunde wurscht. Naja...nicht ganz. wenn er viel trinkt, bekommt er epileptische Anfälle. Das ist lebensgefährlich, weil die von selber nicht mehr aufhören. Ich habe bestimmt schon 20 Mal den Notarzt gerufen, auch, seitdem er in seiner Wohnung wohnt.

    Die Trinkerei hat mir also eine Weile Mega-Angst gemacht. Solche Anfälle sehen schlimm aus, und mit der Verantwortung, bis der Notarzt kommt, bin ich nicht zurecht gekommen.

    Nun hat er aber vom Vermieter eine Abmahnung bekommen: Beim nächsten Anfall ist er seine Wohnung los. Seitdem hat er nie wieder so viel getrunken, so dass ich mich bei ihm nun auch wieder halbwegs sicher fühle.

    Naja, und ansonsten ist es mir eigentlich egal, ich kann ja fahren, wenn es mir zu doll ist.

    Und was nützt mir ein Partner, den ich nie sehen kann?

    Aus rein "erzieherischen" Gründen müsste ich natürlich sagen, dass ich ihn nicht besuche, wenn er getrunken hat. Aber bin ich denn seine Sozial-Tante, die ihn erziehen muss? Nö, bin ich nicht.

    Ist diese Einstellung jetzt aber nicht wieder Co-Verhalten? Weil es doch für ihn viel besser wäre, ich würde ihn ganz fallen lassen?

    Ich habe das Gefühl, wie ichs mache, ist es verkehrt.

    Und laut seinem Sozialarbeiter muss ich soweiso einsehen und akzeptieren, dass er mir momentan (also seit über einem Jahr) nichts geben kann. Und ich darf auch nichts verlangen, schließlich muss er sich erst mal selber finden und gucken, was er will. Da sei er mit einer Partnerin eh überfordert.

    Aha, ich muss mich also anpassen an seine Wünsche und soll geben, aber nix verlangen. Da sein, wenn er mich braucht, aber auch weg bleiben, wenn er lieber für sich sein möchte. Nun sagt mal, ist nicht gerade das ganz klassisches Co-Verhalten, sich so anzupassen? Er findet das natürlich prima.

    Wo bleibe ich denn da?

    Liebe Grüße
    Zimt

    Liebe Gotti,

    nun, die Zeit alleine ist ja gar nicht so mein Problem. Wir sehen uns nicht viel (vielleicht so 2x in der Woche für ein paar Stunden), und da wir mittlerweile seit einem 3/4 Jahr getrennt wohnen, habe ich die übrige Zeit für mich und mache, was ich möchte.

    Stimmt, anfangs war das gar nicht so einfach, aber mittlerweile fällt mir das nicht mehr so schwer. Es ist gar nicht so schwierig, ohne ihn zu sein. Viel schwieriger ist es, mit ihm zu sein. Und genau da liegt mein Problem.

    Sylvester waren wir weg. Er hat getrunken und war gut drauf. Ich habe nichts getrunken, um zur Not noch Auto fahren zu können und nach Hause zu kommen, wann ich will.
    Ich habe zum Alkohol an dem Abend gar nichts gesagt-sein Ding.

    Heute dann rief er mich an und meinte, er habe ohne Alkohol Probleme, Gefühle zu zeigen (was sogar stimmt, mich aber nicht stört). Und deshalb trinke er, wenn er mit mir zusammen ist, um gefühlsmäßig für mich da sein zu können.

    Hach, ist das nicht nett von ihm?

    So, und was ist, wenn ich ihn mal vermisse und bei ihm vorbei fahren möchte? Dann macht er mich zum Auslöser für den Suff. Verstehst du, ich darf keine Nähe-Wünsche haben....das gibt gleich die Retour-Kutsche.

    Hmmm, ich habe nun also beschlossen, mir das vermissen zu verkneifen (meine Bedürfnisse also mal wieder zu übergehen) und darauf zu verzichten, ihn zu sehen. Würde ich ihm das sagen, fände er das natürlich entsprechend blöd.

    Nur: Wie soll denn da Beziehung funktionieren? Für mich?

    Und: Ist es jetzt Co-Verhalten, mich von ihm fern zu halten (weil das sein Muster unterstützt) oder ist es Co-Verhalten, dennoch hinzu fahren (und damit sein Muster zu unterstützen) ?

    Und was ist mit mir? Zählt denn gar nicht, was ich will? Immer nur Rücksicht nehmen?

    Ich weiß nicht...

    Liebe Grüße
    Zimt

    Hallo Pedi,

    danke für deine Antwort. Bin ich denn immer noch krank ?
    Ich weiß nicht....

    Ich lebe mein Leben eigentlich recht gut ohne ihn, ich habe einen spannenden Job, eine schöne Wohnung, eine beste Freundin, unternehme Dinge mit meiner 14-jährigen Tochter und unserem Hund.
    Soweit so gut.

    Nur ist da ja gar nicht mein Ziel: Ein Leben ohne ihn. Und hier wirds jetzt für mich kompliziert.

    In einer Partnerschaft besteht immer auch emotionale Abhängigkeit, sonst wäre es ja keine. Das bedeutet für mich, mich mit jemandem verbunden zu fühlen, zuverlässig zu sein, aber mich auch auf jemanden verlassen zu können, ihn als Bereicherung zu empfinden, aber gleichzeitig auch als Bereicherung empfunden zu werden.

    Ein gewisses Maß an Abhängigkeit ist also in jeder Beziehung normal, oder?

    Bedeutet emotionale Abhängigkeit von einem alkoholkranken Partner nun auf jeden Fall auch Co-Abhängigkeit? Wenn es mir schlecht geht, wenn er versucht, mich zu manipulieren, wenn es mir schlecht geht, wenn er dieses komische Nähe-Distanz-Spiel mit mir spielt, ist es dann nicht eine gesunde Reaktion von mir, darüber enttäuscht, wütend oder verletzt zu sein?

    Wenn meine Bedürfnisse nicht gesehen werden, wenn es immer nur darum geht, was er gerade braucht oder nicht braucht, wenn ich immer Rücksicht nehmen muss auf seine Befindlichkeiten....und das als ungerecht empfinde und so auf Dauer nicht leben will.....bin ich dann zu egoistisch? Oder gar krank, wenn ich mich wehre?

    Wenn ich manchmal keinen Bock mehr habe auf Psycho-Kram und Therapien (seine) und auf Selbstfindung (auch seine), sondern mir einfach ein ganz normales Leben wünsche?

    Wenn ich mich manchmal verarscht fühle, dass alle Welt um ihn kreist....also ambulantes, betreutes Wohnen, Therapeuten, Sozialarbeiter e.t.c......und er sein Leiden doch selbst verursacht? Immer ist er das arme Opfer...und sieht sich selber auch so.

    Und alle Welt erwartet von Angehörigen, das auch so zu sehen.
    Da steht doch überall, man solle dem Kranken keine Vorwürfe machen, man solle ihn ermutigen, man solle zu ihm halten und ihn unterstützen...ja....was heißt das denn?

    "wenn du mich brauchst, bin ich für dich da..." habe ich ihm gesagt (und habe dadurch das Marionetten-Gefühl). Er darf mich also an- und abschalten, wie er es gerade braucht?
    Und das ist dann nicht Co-Abhängig? Oder gerade doch?

    Bin ich schon alleine dadurch krank, dass ich an dieser Beziehung festhalte?

    Und: Gibt es jenseits Trennung und Co-Abhängigkeit auch noch eine andere Lösung?

    Ich weiß gerade nicht so recht weiter...

    Liebe Grüße
    Zimt

    Hallo,

    ich bin nei hier und Partnerin eines Alkoholabhängigen und suche nach dem richtigen Maß zwischen Co-Verhalten und Trennung (beides will ich nicht).

    Mein Partner ist jetzt seit 1 Jahr immer wieder in stationärer Therapie (zunächst wegen anderer psychischer Erkrankungen, an seine Abhängigkeit wollte er nicht ran). Nun steht ein erneuter Klinik-Aufenthalt (300 km weg) bevor, dieses Mal in einer Suchtklinik. Noch trinkt er.

    Ich hatte die erste Zeit aus Naivität und Unwissenheit und Angst ganz typisches Co-Verhalten. Mittlerweile sind wir räumlich getrennt, ich habe mein Leben wieder und er seins. Dennoch ist da noch reichlich Liebe, zumindest auf meiner Seite. Er sagt, auf seiner auch.

    So sehr ich es verstehe, dass er sich zunächst mal um sich kümmern muss, fühle ich mich trotzdem häufig wie eine Marionette. Ich muss verstehen, dass... ER...ER...ER...

    Ich verstehe das auch, aber ich komme dabei zu kurz, werde an- und ausgeschaltet, wie es ihm gerade passt. Denn schließlich kann er keine Rücksicht auf meine Bedürfnisse oder Kontakt-Wünsche e.t.c. nehmen, er ist ja krank.

    Ich weiß nicht.....bedeutet Partnerin eines Alkoholikers in Therapie zu sein, dass nur er alleine die Regeln der Beziehung bestimmt? Und wie lange wird das dann so gehen?

    Bin ich immer noch zu sehr Co, weil mir das zu schaffen macht, wenn er urplötzlich nicht mehr anruft oder mich urplötzlich nicht mehr sehen will oder gar abweisend wird? Weil er Zeit für sich braucht?

    Totale Unabhängigkeit würde bedeuten, dass mir das egal ist, ob er sich nun meldet oder nicht und was er gerade macht. Aber wenn es mir gleichgültig wäre, könnte ich mich doch auch trennen, dann wäre ich ja auch gefühlsmäßig gar nicht mehr an ihn gebunden?

    Diese emotionalen Schwankungen (seine und meine) setzen mir immer noch sehr zu.

    Ich habe da irgendwie einen Knoten im Hirn, vielleicht könnt Ihr mir da weiter helfen?

    Liebe Grüße
    Zimt