Liebe Mäuki,
wenn die sogenannten Binsenweisheiten plötzlich zu einem sprechen, dann fällt es einem eben manchmal wie Schuppen von den Augen.
Das ist immer wieder ein erstaunlicher Moment, und das innere Wachstum vollzieht sich dann manchmal geradezu ruckartig. 
Zitat
nur rein Verständnisshalber,
welche Grenzen traten auch gut zu Tage??
Ich meinte die Verständnis-Grenzen innerhalb unseres Forums, geschuldet an das Medium der schriftlichen und virtuellen Kommunikation mit mehr oder minder Fremden.
Es ist ja eine große Herausforderung, den anderen in seinem Anders-Sein wirklich zu verstehen. Ohne etwas ihn in hineinzuprojizieren, was mit ihm gar nichts zu tun hat, sondern mehr mit einem selber.
Wenn dazu dann noch Erinnerungen aufgewühlt werden, Vorurteile reaktiviert werden und Formalismen betont werden, dann sind die Grenzen nicht nur schnell erreicht, sondern auch schnell überschritten, und dann fühlen sich alle irgendwie mies.
Zitat
Was genau bedeutet für dich sich abzugrenzen und bei sich zu bleiben?
1. sich abgrenzen = bei aller Empathie realisieren, dass andere Menschen andere Schwierigkeiten als ich haben, und dass deren Schwierigkeiten nichts mit mir zu tun haben.
Wenn sich jemand aufregen möchte, dann kann er das ja gerne tun. Mit mir "macht" das dann nur etwas, wenn ich mich über dieses Aufregen des anderen selber aufrege. Wenn ich mich aber gut abgrenzen kann, dann bleibe ich innerlich ganz gelassen, ich habe meine Gelassenheitsgrenzen dann um mich gezogen, und die Aufregung überträgt sich dann nicht auf mich.
Ob das funktioniert, merke ich ja sofort an meinem Gefühlshaushalt und an meinen Gedanken. Sind die innerhalb meiner Grenzen, oder sind die beim anderen?
2. bei mir bleiben = meine Meinung nicht auf andere zu übertragen; nicht zu projizieren bzw. mir die eigenen Projektionen mindestens bewusst zu machen; nicht zu glauben, dass meine Lösungen auch die Lösungen für andere sind; bescheiden zu bleiben, demütig zu bleiben; daran zu denken, dass andere eben anders sind; deren Anderssein und meine Eigenheiten jeweils zu respektieren; und ansonsten siehe unter 1., also mich gut abzugrenzen.
Zitat
Ich weiß auch was mir nicht gut tut nämlich wenn man mich schlichtweg ignoriert ,also ich meine meine Fragen.
Das fühlt sich wie immer an:
Man nimmt mich nicht ernst.
Ich bin es nicht wert das man mir antwortet.
Ich werde nicht gesehen.
Da gehst du zwar von dir aus, aber du unterstellst deinen Lesern etwas, was ja in erster Linie was mit dir zu tun hat, und nicht so unbedingt mit dem Leser, wie du vielleicht glaubst.
Vielleicht denken viele über deine Gedanken und Fragen nach, aber haben noch keine Antwort.
Vielleicht trauen sie sich eine Antwort auch nicht zu.
Vielleicht sind sie gar nicht online und haben grad keine Zeit, weil sie einkaufen oder arbeiten oder sonstwie mit Leben beschäftig sind.
Vielleicht haben sie selber so große Probleme mit sich, dass sie gerade nicht bei dir schreiben können.
Vielleicht haben sie das versteckte Fragezeichen übersehen.
Es gibt noch unzählige weitere Gründe, weshalb deine Erwartungen nicht erfüllt werden.
Du bist weder blöde, noch bist du den anderen egal. Das stimmt nur, wenn du selber es über dich denkst, und deshalb kannst auch nur du selber daran was ändern.
Ich wünsch dir heute noch viel ungestörte Freude bei den dir wichtigen Dingen.
LG viola