Lieber Manfrefd,
das ist doch schön, dass du so einen anderen / tieferen / erweiterten ZUgang zu deinem Vater gefunden hast.
Manchmal führt ein Umweg über eine Krankheit - oder nenn es allgemein das Alter, die Reife, das Loslassen-Einüben auf dem Weg zum endgültigen Abschied - ja zu mehr Verständnis und zu einer Annäherung, das scheint mir bei euch grad so zu sein. Und das ist doch was Positives. Etwas sehr Schönes!
Sicher ist es sehr schwer, (d)ein Gefühl für die GRenze der eigenen Belastbarkeit zu entwickeln. Was ist nötig, wo wirst du gebraucht, wo bist du unersetzlich? Und was ist ein "zu-viel", wo endet deine Verantwortung, was können andere (besser), wo leidest du und so wäre es sinnvoll, zu schweigen oder untätig zu bleiben oder dich zurückzuziehen?
Rhethorische Fragen, du verstehst!
Ich glaube (und merke es tagtäglich selber), dass die BEwusstmachung und die Wachheit für die eigenen Antriebe hier ein gutes UNterscheidungskriterium abgeben. Nur wer sich gegenüber ehrlich ist (und da lasse ich jetzt bewusst so Adjetive wie "sehr" oder "gnadenlos" weg...), der kommt auch in den Genuss, im Einklang mit sich selbst handeln und leben zu dürfen, was dann wieder die Zufriedenheit starlk erhöht.
Es ist schwer, seine alten und kranken Eltern anzunehmen, zu pflegen und mit ihnen umzugehen. Hut ab, was du da alles leistetst und was du erträgst und mitträgst und zulässt.
Noch schwerer ist es aber, diese Fürsorge sich selber auch zukommen zu lassen, und zwar immer, nicht nur dann, wenn die Alten und Kranken gut versorgt sind. Sondern auch währenddessen. 
Dafür dir alles Gute!
LG viola