Hallo Spes,
schön, dass du jetzt hier bist!
Du hast deine "Karriere" sehr eindrücklich geschildert, habe mich teilweise darin wiedergefunden...... und du hast für dich die richtigen Schritte in Angriff genommen, gut so!
Dann weiter so und liebe Grüße,
kindi
Beiträge von viola
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Hallo Pfundi,
ist doch prima, dass deine Eltern dich bei deiner Trockenarbeit unterstützen?
Ja, was wäre gewesen, wenn du mit Arbeitskollegen bei diesem Griechen gewesen wärst?
Ich kann das sehr gut nachvollziehen, dass nicht alle Bescheid wissen sollen. Es gibt ja sehr unterschiedliche Arten von Kollegen, zum einen die Traschtanten vom Dienst, für die so eine Neuigkeit - zumal du ja vorher als Vieltrinkerin bekannt warst, genau wie ich! - ein gefundenes Fressen wäre. Die geht das erstmal nix an, schon aus Selbstschutz.
Dann gibt es aber ja auch noch die netten, diskreten und zuverlässigen.... bestimmt auch bei dir. An die solltest du dich vielleicht in Zunkunft eher halten.
Und dann erfordert es natürlich einen wahnsinngen Mut, öffentlich zu seiner Krankheit/seinem Problem zu stehen. Du könntest in der Ouzo-Situation ja vielleicht sagen: "Nein, danke, für mich nicht - möchte jemand noch einen zweiten?" (in die Runde)
Sei doch froh, dass du dich dieser Situation momentan nicht ausliefern musst. Bei mir ist das ja anders, muss zu beruflichen Anlässen ganz oft zu solchen Abendveranstaltungen mit Alkoholausschank.
Mir war es letzte Woche daher wichtig, die Situation gedanklich vorwegzunehmen, damit ich eben nicht in diese Bredoullie komme "mal gucken, wie ich reagiere" - das wäre mir zu weich gewesen und das hätte meine Stabilität gefährdet!
Ich stehe ja auch noch ganz am Anfang, daher muss ich auch erst noch mehr Erfahrungen mit solchen Situationen sammeln. Lies unbedingt dazu weiter im Forum, das sogenannte Suchtgedächtnis soll nie unterschätzt werden, und daher ist es extrem wichtig, jeden Kontakt mit Alkohol wenn irgend möglich abzustellen.
Hast du die Möglichkeit, einfach an solchen kritischen Veranstaltungen nicht mehr teilzunehmen? -
Hi Matthias und Jule,
danke für den Glückwunsch und die Warnungen, ist angekommen!
Jule, da hast du recht, genau das ist momentan mein Thema: Wie sage ich es und mache es so deutlich, dass ich nicht jedesmal wieder von worn damit anfangen muss?
Ich will jetzt nicht jedem und allen so drastisch vor den Kopf knallen, dass ich ein Alkoholproblem habe.... das wäre ntürlich am ehrlichsten, aber damit werden die anderen dann ein Problem haben und ich entfache womöglich eine Diskussion, die ich so gar nicht will bzw. nicht zu dem Zeitpunkt und in dem Kontext.....
Denke über folgende Formulierungen nach: "Ich trinke keinen Alkohol mehr." - "Ich habe für mich entschieden, keinen Alkohol mehr zu trinken." - "Ich möchte keinen Alkohol (mehr) trinken." - "Ich habe einiges in Richtung Gesundheit geändert, und dazu gehört für mich, keinen Alkohol mehr zu trinken." - Bzw. die härtere Variante für sehr enge Kollegen und Freunde: "Ich leide an einer lebensbedrohlichen Erkrankung und darf daher keinen Alkohol mehr trinken." Wenn sie dann geschockt fragen, was ich habe, sage ich "Alkoholismus" und kläre mal ein bisschen darüber auf.... wenn ich mutig genug bin!
Tiffy, dies ist dein Thread: Wie denkst du darüber?
Du bist ja auch noch nicht so lange trocken, wie löst du diese Angelegenheit für dich? Wenn du dich rechtfertigen musst?LG kindi
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Guten Morgen Tiffy,
vielen lieben Dank für dein Vertrauen, dass du daran geglaubt hast, dass ich meinen trockenen Abend auf meiner Tagung schaffe!
Tiffy schrieb:
Und kindi1, du mußt mir unbedingt schreiben, wie Deine Tagung war!!!
Ich könnte mir aber vorstellen ... Du schaffst das locker! Auf jeden Fall drück ich Dir die Daumen, dass es ein Tag nach Deinen Vorstellungen wird!Und so war es dann auch, siege hier meine Schilderung in meinem TB (geschlossener Bereich):
ZitatAlles anzeigenbin von meiner Tagung zurück und entspanne mich ein bisschen mit meinem Gute-Nacht-Tee vor meinem Kamin.
Der Abend gestern war prima, und ich bin jetzt 20 Jahre berufstätig, aber ich glaube, dass war gestern mein erstes Mal, dass ich abends ohne Alkohol gefeiert habe !!!!!!
Schon nach dem Meeting gestern gingen Hotelangestellte mit Tabletts mit Sektgläsern rum. Ich habe einfach "nein, danke" gesagt, dass war nicht schwer. Schonmal der allerserste Schritt, früher habe ich immer, immer zugegriffen bei solchen Gelegenheiten.
Dann abends das Dinner, runde Tische mit ca 10 Plätzen, insgesamt über 300 Teilnehmer. Ich saß zwischen netten Kollegen. Kaum hatte man Platz genommen, kamen auch schon die Kellner mit den Weinflaschen rum. Ich sagte wieder "nein, danke" und schenkte mir ein Mineralwasser ein, steht ja auch immer in großen Flaschen auf den Tischen. Keiner hat was dazu gesagt, alle anderen tranken Wein oder bestellten Bier. Im Laufe des Abends saß dann auch mal ein anderer Kollege neben mir, er fragte: "Und du trinkst gar keinen Wein?" (Hat mich sonst ja immer mit vollem Weinglas erlebt.) "Nö", sagte ich, "heute mal nicht". Ende der Diskussion.
Habe mich sehr gut gefühlt, bis morgens um eins war noch Tanz und Partystimmung, hat auch sehr viel mehr Spaß gemacht ohne benebelten Kopp..... Und das Aufstehen heute morgen erst! Zwar müde wegen wenig Schlaf, aber null verkatert und topp-gutgelaunt !!
Auf der Rückfahrt nach Hause ging mir durch den Kopf, dass ich ja sonst immer als allererstes nach dem Heimkommen zum Korkenzieher gegriffen habe. War eine Gewohnheit, aber fast auch schon ein Zwang. Ich fühle mich wie befreit, hier mit meinem Tee zu sitzen, und vermisse gar nichts.
Bin jetzt einigermaßen stolz auf mich, und irgendwie habe ich das Gefühl, dass Alkohol total überschätzt wird. Aber das war wahrscheinlich mein "nasses Ich", das die Bedeutung von Alk irgendwie so überhöht hat......Also, für mich ein guter Anfang von meinem neuen Leben.
Übernächste Woche eine weitere Herausforderung, zwei Abende mit engen Kollegen im kleinen Kreis, dort werde ich sicher mehr Bemerkungen zu meinem alkfreien Trinkverhalten kassieren.... Aber bis dahin dauert es ja noch etwas, jetzt lasse ich die Erfahrung von gestern erstmal etwas sacken.....ZitatWünsche dir noch einen schönen trockenen Tag,
kindi -
Hallo Amy,
wir haben uns ja gestern abend im Chat schon kurz kennengelernt. Herzlich willkommen im Forum! Lies dich erstmal in alles ein und orientiere dich ein wenig.
Ich habe euch keine Erfahrung mit einer Festigungstherapie, aber die Tatsache, dass dir die 12wöchige Therapie so gut getan hat, spricht doch dafür, dass es dir auch diesmal guttun würde.
Du solltest einfach mal die Prioritäten für dich abstecken und die inneren Stimmen sortieren (dieses müsste, könnte, kann ja nicht weil usw. .... Arbeit, Katze....). Nimm dich selbst am wichtigsten!
Du schreibst, dass dir das Trockenbleiben schwer fällt. Darf ich fragen, woran du das merkst? Ich bin ja erst seit ganz kurzen Zeit trocken und bin momentan sehr motiviert es zu bleiben, aber ich möchte unbedingt mehr über die Fallstricke und zukünftigen Anfechtungen lernen, bevor sie mich kalt erwischen......
Einen schönen Tag noch wünscht dir kindi1 -
Ah, okay, danke für den Hinweis - ich muss mich noch besser im Forum zurechtfinden, aber das wird langsam...!
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Hi Tiffy,
danke der Nachfrage, habe heute in mein TB geschrieben, siehe hier:
https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…p=437531#437531
Freut mich, dass es dir an Tag 12 so gut geht... du bist mir zwei Tage voraus, habe heute meinen Tag 10 !!!

Super und weiter so! LG kindi
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Glück auf Matthias,
jau, hab ich gelesen, danke dafür. Werde es beherzigen.
Momentan trinke ich was das Zeug hält Mineralwasser und Tee, mach mir jetzt noch ´nen Liter, ist so lecker.....! -
Hi Frans,
da hast du recht, und ich übe mich auch in Demut, eine Tugend, die wie ich finde völlig unterschätzt wird, und werde auf mich aufpassen.
Du bist ja auch noch nicht lange hier, darf ich fragen, ob du schon länger trocken bist oder auch erst seit Dezember 09?
Wie erlebst du deine trockene, neue Zeit?Gruß und schönen Abend, kindi1
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Ist ja eine interessante Diskussion hier!
Ich stimme Euch zu, die innere Haltung ist das A und O. Dann sind die nach außen gerichteten Rituale eigentlich egal. Manchen hilft es wohl, anderen steht nicht der Sinn danach. Ist doch gut so. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und gehen.
Pusteblume, ich bin seit 8 Tagen trocken. Hört sich vielleicht kurz an, aber ich werde es bleiben. Frag mich in einem Jahr oder in zehn Jahren nochmal. -
Hallo Peter,
danke für deine Rückmeldung - nun ja, ein paar Korkenzieher habe ich schon noch hier..... was, wenn Besuch kommt? Hm, am liebsten würde ich die auch einfach jetzt mal wegschmeißen.
Der Kühlbottich für Weißwein kann auch sofort weg, danke, dass du mich auf die Idee gebracht hast.
Ich denke nur selten an Alkohol und erfreue mich abends an meinem Käutertee (neues Ritual, Kerze, Stövchen, Glaskanne, bestimmtes Teeglas.....).
Viele Grüße, kindi -
Hallo Soschi,
habe dazu heute in meinem Tagebuch geschrieben und kopiere jetzt mal den Beitrag hier rein:ZitatAlles anzeigenGestern habe ich lange mit meiner besten Freundin telefoniert, sie fragte mich, warum ich eigentlich immer und soviel getrunken hätte. Ja, warum nur? Gute Frage. Konnte ich gar nicht so konkret mit einem klaren Satz beantworten.
Daher eine Rückschau:
Mit 12 oder 13 ein halbes Glas Sekt zu Silvester gemischt mit Orangensaft, eingeschenkt von den Eltern. Hat mir nicht geschmeckt. Mit 14 ein halbes Glas Wein auf meiner Konfirmation. Hat mir nicht geschmeckt. Mit ca. 16 Bier in der Kneipe mit Schulfreunden. Hat mir auch nicht geschmeckt, aber den Jungs offenbar..... wollte wohl cool sein und dazugehören. Mit 17 Besuch bei Verwandten in England, Weinkenner, mein Onkel war entsetzt, als ich mir Saft in seinen teuren Rotwein kippte. Hat mir also auch wohl nicht geschmeckt. Mit 18 oder 19 ein Mordskater nach einer Silvesterparty mit rotem Sekt, ich habe mir geschworen, nie wieder Alkohol.Warum bin ich dann 30 Jahre später hier gelandet?
Irgendwann in der Zeit habe ich auch mal an einer Zigarette gezogen, igitt, hat mich danach nier wieder gereizt. Warum dann der Alkohol?Während des Studiums habe ich anfang noch zuhause gewohnt, hatte eine frauenbewegte Kommilitonin, die mir den Spitznamen "Saufziege" verpasst hat. Sagt wohl alles. An Trinkmengen oder so kann ich mich aber nicht mehr erinnern. Fortsetzung des Studiums dann in einer anderen Stadt, freies Studentenleben, Doppelkopfabende in der Kneipe, Biergarten, Wohnheimpartys... Alkohol gehörte immer dazu.
Gegen Ende des Studiums hatte ich dann einen neuen Freund, meinen jetzigen Exmann und Vater der drei Kinder. Er hat irgendwie regelmäßig und praktisch täglich getrunken, Pils, Weizen, Apfelwein. Wenn nichts mehr da war, sind wir oft noch los zum Italiener, der Flaschen zum Mitnehmen verkaufte, oder zum Kiosk. Obwohl wir nur sehr wenig Geld hatten. Damals habe ich mir das regelmäßige Trnken wohl angewöhnt.
Während der beiden Schwangerschaften habe ich nichts getrunken, so konsequent war ich immerhin. Während der Stillzeiten (beim Großen 9 Monate, bei den Zwillingen 6 Monate) habe ich schon ab und zu ein Bier oder ein Glas Wein getrunken, ganz bewusst und mit Genuss, und mich auf die Zeit gefreut, wenn ich endlich wieder zulangen konnte. Null Problembewusstsein also.
Dann folgte die Zerrüttung der Ehe, mein schwerster Entschluss meines Lebens, nämlich zu gehen und die Kinder bei ihm zu lassen (führt jetzt alles zu weit - habe vier Jahre für die Entscheidung gebraucht), Leben ohne die Kinder, Krebserkrankung des Sohnes, Chemotherapien, nebenbei 50-60 Stunden Arbeit, Karriereaufbau, Unterhaltszahlungen, Beendigung einer Affäre, Einsamkeit, Einzug des Sohnes, Hauskauf, Umzug......
Was ich damit nur sagen will, alles war mir recht zu sagen: Ich habs so schwer, jetzt gönn ich mir nen guten Tropfen.Ich denke, dass hat gerade die Suchtstruktur bei mir ausgelöst.
Langsam aber sicher habe ich mich an die regelmäßige Zufuhr von Alk gewöhnt, er gehörte wie selbstverständlich zu meinem Leben, der Missbrauch schlich sich immer mehr ein und zum Schluss war mir eigentlich jedes Argument vor mir selber recht, um 1-2 Flaschen Wein pro Tag in mich reinzukippen: gute Laune, schlechte Laune, Stress, Frust, Einsamkeit, Heiterkeit, schlechtes Wetter, gutes Wetter, Feiertage, Urlaubstage, Alltage...... einfach alles.
Ich wollte mir was Gutes tun, mir was gönnen, mich entspannen und mich erholen. Und als Antwort darauf fiel mir nur immer wieder der Alkohol ein.
So sehr kann ich mich also selber belügen.
Nichts wird besser oder schöner durch Alkohol. Das ist ja nur eine große Illusion, hervorgerufen durch die Droge.Viele Grüße und alles Gute, kindi
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Jule schrieb:
ZitatDie Assoziationen, die ich damit verbinde, aktivieren mein Suchtgedächtnis.
Ich denke, darum geht es mir ja. Also nicht darum, irgendwie zu feiern oder so. Ich bin nicht stolz darauf, mir meine Abhängigkeit nun endlich einzugestehen, es ist eher demütigend, immer noch. Je mehr ich mir drüber klar werde und vor allem auch nach außen damit gehe, desto besser geht das aber.
In dem Sinne ist auch Jules Verhalten, nichts mehr aus der Flasche zu trinken, ein Ritual, wie ich es meinte. -
Hab noch was vergessen, für alle Kaminbesitzer und ehemalige Weintrinker:
Ich hatte noch so ein paar Weinflaschen-Überzieher aus so plisisiertem Stretch-Altpapier, in die man Flaschen zum Schutz einpacken kann, z.B. zum Transport oder zum Verschicken.
Habe festgestellt, dass man auch dünnere Brennholz-Scheite sehr hübsch damit verpacken kann, sie brennen dann umso freundlicher herunter....!!!!!!!!



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Liebe alle,
wie habt Ihr Euer Trockenwerden für Euch gestaltet?
Gab es da auch bewußte Aschieds-Rituale?Ich frage deshalb, weil ich mich dabei ertappe, dass ich Stück für Stück wichtige Utensilien entsorge, die zu meinem "nassen" Leben gehörten.
Das hat sich so nach und nach einfach ergeben...... konkret:
Zunächst habe ich vor ca. einem halben Jahr (als ich vom Kopf her aufhören wollte.... hat natürlich nicht geklappt) meinen hübschen gedrechselten Weinflaschen-Verschluss-Korken (für angebrochene Flaschen) und den versilberten Tropfenfänger in die Mülltonne geschmissen. Ich dachte, dadurch wäre mir das Aufhören erleichtert. Als ich nach zwei Tagen wieder anfing zu trinken (soll heißen: Wein zu trinken), vermisste ich diese Sachen schon. Habe es also irgendwie flasch angefangen, und mir ist jetzt klar, dass die Reihenfolge nicht stimmte!
Im Dezember 2009, nach meinem Arztbesuch und der Vereinbarung mit ihm, mind. 14 Tage nicht zu trinken, um zu sehen, ob ich das schaffe (und ich habe es nicht geschafft....), habe ich dann meine mundgeblasenen Wein- und Sektgläser sowie die Cognacschwenker lustvoll zerschmissen. Manche von denen stammten noch aus der Ehe mit meinem Exmann, die traumatisch vor 10 Jahren endete, so dass ich auch dieses Kapitel damit endgültig hinter mir lassen konnte. Zwei große Burgundergläser habe ich bei edit für einen Euro vertickt.
Das war schonmal ein sehr gutes Gefühl, keine schicken Gläser mehr zu besitzen. Was mich allerdings nicht davon abhielt, zwischen Weihnachten und Neujahr die restlichen Weinflaschen, die ich hier noch gehortet hatte, im Wasserglas zu mir zu nehmen...... So was beklopptes.
Nun bin ich trocken und werde es bleiben.
Gestern machte ich dann meinen Wohnzimmerschrank auf, und mein Blick fiel auf das leere edit -Weinregal aus unbehandeltem Fichtenholz, in das ich früher (in meinem anderen Leben) immer die Rotweine reinsortiert und vor allem täglich entnommen habe. Das brauchte ich ja nun nicht mehr, und in meinem offenen Kamin prasselte schon das Feuer.... ja, genau, dachte ich mir, und habe das Regal Stück für Stück den Flammen übergeben.
Die Erleichterung könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen! Eine Riesen-Befreiung!! Ich musste wirklich lachen, als ich es knacken hörte - vor lauter Freude!
Kennt Ihr sowas auch? Wie habt Ihr Euren Abschied von der Droge erlebt? Hat es Euch beim Durchhalten geholfen, falls der Trinkdruck wiederkam?
Allen schöne Grüße und ein gemütliches Winterwochenende,
Eure kindi
edit keine werbung einfügen danke hartmut -
Liebe Tiffy,
danke, dass Du zurückgeschrieben hast!
Habe euch Deinen Beitrag im Vorstellungs-Forum gelesen und wollte darauf antworten, ging aber nicht, gesperrt - wahrscheinlich, weil Du da noch geschrieben hast, dass Du noch trinkst und ganz verzweifelt aufhören willst......
Super, dass Du es jetzt geschafft hast! Also, ich meine, den Anfang!
Nimm das mit dem Arztbesuch mal nicht so ernst - viele Ärzte stehen ja genau wie wir der Alkoholkrankheit eher hilflos gegenüber und haben ja selbst nicht viele antworten.
Ich finde es aber nicht gut, dass er meinte, es ginge nicht ambulant - so ein schwarz-weiß-Denken kann doch gar nicht motivierend sein.....
Ich habe morgen einen Termin bei meinem Psychiater, bei dem ich schon seit Sept. einige Sitzungen hatte. Mal ist es ganz gut und mal nur irgendwie Gelaber - es kommt sehr auf meine Tagesform an und ob überhaupt was anliegt zum Besprechen.
Morgen will ich das Thema Alkohol nochmals mit ihm durchsprechen. Es prasselt momentan von allen Seiten auf mich ein, meine Mutter, mein 16j. Sohn.... aber vor allem ich selbst.
Nachdem nun alle Vorräte zuhause blöderweise im eigenen Körper vernichtet wurden, habe ich derzeit gar keinen Trinkdruck, wie es so heißt, sondern bin einfach zutiefst erleichert und freue mich über meine Entscheidung. Nächste Woche muss ich beruflich auf eine Tagung, da wird immer viel getrunken, aber diesmal habe ich im Kopf zumindest kein Problem mir vorzustellen, dass ich was anderes als Alkohol trinken werde. Freue mich fast darauf und sehe es als Experiment - mal schaun, ob jemand was dazu sagt.....
Ich merke jetzt schon, dass ich viel besser gelaunt bin, alle meine Tätigkeiten viel besser auf die Reihe kriege und morgens besser aus dem Bett komme. Ich schlafe auch sehr gut. Seit gestern habe ich allerdings leichte Kopfschmerzen, keine Ahnung, ob das jetzt Entzugserscheinungen sind - ist aber nicht schlimm.
Ich arbeite derzeit im Home Office und lese einige Bücher zum Thema. Habe auch vor, hier ein Tagebuch anzulegen und meine "Alkohol-Karriere" (wie doof das klingt....) zu schildern und weiterzuverfolgen.
Dir alles Gute, und lass uns in Verbindung bleiben!
LG kindi1 -
Liebe Tiffy und ihr anderen,
ich wollte schon gestern zurückschreiben, bin aber heute erst freigeschaltet worden.
Bin neu hier, und neu ist für mich auch mein EIngeständnis vor mir selbst und zunehmend vor anderen, dass Alkohol eben doch ein Problem für mich ist und ich viele bis alle Kriterien des Süchtigen an mir einfach feststellen muss.
Mir ging es ähnlich wie dir, Tiffy, jeden Tag mind. 1 Flasche Wein, oft mehr. Einen Grund hatte ich immer, und es schmeckte mir einfach, habe Rituale mit altem edit vorm Kamin zelebriert.... Ich war aber wenig berauscht, habe eben viel vertragen, wie es so euphemistisch heißt. Die Mengen wurden über die Jahre dann immer mehr, um den gleichen Effekt zu kriegen. Dazu ein berufliches Umfeld, in dem nach Meetings und auf Kongressen sehr viel getrunken wird. War oft stolz drauf, an der BAr mit jedem mithalten zu können, so was von bescheuert....
Ich habe dabei aber immer voll funktioniert, den Alk auch manchmal ganz bewußt eingesetzt, wenn ich spätabends noch am Laptop saß, vermeintlich geniale Ideen entwickelt..... Man hat mir nie was angemerkt.
Oft habe ich dann schlecht geschlafen, stand morgens noch lange neben mir (Kopfschmerzen oder Brechreiz habe ich schon lange nicht mehr) und schwor mir, heute mal nichts zu trinken - bis es dann bei Einbruch der Dunkelheit wieder nur einen Gedanken gab....
Meine Flaschen habe ich immer heimlich entsorgt, kenne alle Altglascontainer der Nachbardörfer.
Bin ein eher korrekter und perfektionistischer Mensch, der sich selbst zu Höchstleistungen zwingen kann - über die Rolle, die der Alk dabei gespielt hat, muss ich in der nächsten Zeit mir erstmal klar werden.
Ich weiß nur, ich will das alles nicht mehr, diese ganzen Unehrlichkeiten mir selbst gegenüber - ich habe mich in letzter Zeit nur noch angekotzt. Vor Weihnachten hatte ich erstmal unter ärztlicher Aufsicht einen ambulanten Entzug, hat sehr gut geklappt und war die Riesen-Erleichterung! Habe alle Wein-, Sekt- und Cognac-Gläser weggeschmissen.
Bin dann zwischen den Feiertagen doch rückfällig geworden, es waren nämlich noch 6 Flaschen Wein im Haus..... traurig, aber war. Seit Montag trinke ich jetzt nichts mehr, es ist auch nichts da und ich war heute beim Einkaufen auch gar nicht in der Versuchung. Freitag nächster Arzttermin, ich muss beichten.... aber ich habe ja jetzt auch Euch und freue mich auf den Rest meines Lebens, das grad beginnt!