Beiträge von viola

    Liebe Thalia,

    ich finde auch, dass dieses Forum eine Chance bietet.
    Denn hier kann ich viele Leute "kennenlernen", die ähnliche Probleme haben, aber trotzdem völlig andere Hintergründe.

    Im realen Leben ist es doch oft so, dass "man", also auch ich, sich beruflich und privat irgendwie eingerichtet hat und sich mit eher Gleichgesinnten und ähnlich Gestrickten umgibt. Hier aber diskutieren sehr unterschiedliche Menschen, mit denen ich anderswo wohl nie in Kontakt gekommen wäre.
    Dadurch ergeben sich verschiedene Ansichten und Herangehensweisen an gemeinsame Fragestellungen. Ich persönlich empfinde das als bereichernd.

    LG viola

    Hallo Rosa,

    gut, dass du hier schreibst. Lass einfach alles hier, was dich belastet, frag den anderen Löcher in den Bauch, und berichte auch von deinen Fortschritten! Denn die wird es geben.

    Zitat

    deshalb damit ich einfach den Tag rumkriege und schlafen kann.


    Ist kein Grund zum Trinken, das weißt du selber.
    Und auch die Angst ist kein Grund.

    So ein langer Tag ohne Arbeit geht auch ohne Alkohol rum. Du kannst selber für Struktur sorgen. Nicht alle Arbeitslosen trinken, das weißt du ja.
    Die Angst kannst du behandeln lassen. Du benutzt gerade den Alkohol als Medikation dagegen, aber das ist keine gute Idee. Weißt du auch.
    ich sage nicht, dass es leicht ist. Aber es geht ohne Saufen. Auch für dich.
    Wenn du nicht schlafen kannst, dann bist du eben am anderen Tag extrem müde. Na und? Dann kannst du umso besser abends einschlafen.

    Also, gib dir einen Ruck und geh morgen früh zum Arzt.
    Alles Gute dir!
    LG viola

    Lieber Frank,

    7 Jahre trocken, wie schön! :D
    Herzlichen Glückwunsch!

    Und wie schön, dass du die Chemo nun bald hinter dir hast. Ich drücke dir ganz doll die Daumen, dass du dich danach komplett erholen kannst und dein trockenes Leben froh und zufrieden weiterleben kannst.
    Dass so manch einer von jetzt auf gleich entziehen muss, wenn er in eine Chemo geht, das habe ich mir noch nie klar gemacht. Es muss eine doppelt belastende Situation sein. Ich weiß nur, dass ich heilfroh war, bereits einige Jahre trocken zu sein, als ich mit meiner Immun-Suppression begann.
    Momentan bin ich übrigens in einer Reha, und es geht mir soweit ganz gut.

    LG viola

    Liebe Gaby,

    P.S.:
    Was arbeitet dein Sohn denn, oder macht er noch eine Ausbildung? Oder geht zur Schule oder studiert? Wovon lebt er?
    Wie ist also seine Perspektive für die nahe Zukunft, wenn er die Entgiftung hinter sich hat? Struktur ist für jeden Menschen wichtig, insbesondere für einen jungen, alkoholkranken Menschen.

    Alles Gute für euch,
    LG viola

    Hallo Gaby,

    ich möchte dich dazu ermuntern, deinem Sohn nicht "professionell" gegenüberzustehen, sondern einfach nur als Mutter.

    Ansonsten ist er erwachsen und ja bereits sogar schon Vater. Das heißt, es hat bereits in jungen Jahren gelernt, Verantwortung zu übernehmen.
    Nun ist es an ihm, auch Verantwortung für sich selber zu übernehmen.
    Wenn er mit dem Nichttrinken, Wenigtrinken, Vieltrinken bis zu seiner offenbar geplanten Entgiftung nicht zurecht kommt, dann kann er ja heute noch zum Arzt gehen. Niemand hindert ihn daran.
    Du kannst ihm solche Möglichkeiten aufzeigen, solltest dich ansonsten aber heraushalten, denn du kannst ihn nicht trockenlegen.
    Koch ihm einen Tee oder einen Pudding, aber lass ihm seine Handlungsfreiheit. Er muss für sich selber trockenwerden wollen, wenn das eine nachhaltige Angelegenheit werden soll.

    LG viola

    Liebe Katha,

    Wir haben mit dem Leben gespielt und es nicht mal gemerkt. Da sprichst du mir aus der Seele.
    Nun aber nehmen wir es ernst, dieses Leben, und wer würde uns verbieten, es spielerisch anzugehen? Du mir jedenfalls nicht. :wink:

    Schön, dich wieder zu lesen,
    LG viola

    Hallo du!

    Warum nennst du dich eine Versagerin? :shock:

    Siehst du einen Rückfall als persönliches Versagen an? Oder als Teil einer unheilbaren Krankheit, die du zum Stoppen bringen kannst?

    Herzlich willkommen im Forum! Ich wünsche dir hier einen guten Austausch.
    Was hast du nun vor, um keinen Rückfall mehr zu erleiden und trocken und zufrieden leben zu können? Was sind deine nächsten Schritte?

    LG viola

    Liebe Wildblume,

    "mehr bei mir", das klingt schön! Nur weiter so, du siehst ja bereits deine Fortschritte.

    Zitat

    Und du, liebe Viola? was machst du, wenn es bei dir nicht so gut aussieht und die Welt grau ist?


    Das ist immer wieder unterschiedlich und hängt von Lust und Laune und von der Farbe des Graus ab.
    Aber ich habe so meine Strategien, die sich bewährt haben.
    Ich vertraue darauf, dass die Sonne noch da ist, auch wenn ich sie gerade nicht sehe, und dass sie auch für mich wieder scheinen wird.
    Ich erinnere mich an frühere Durststrecken und Krisen und rufe mir in Erinnerung, wie diese letztendlich vorüber gegangen sind, und was ich dazu beitragen konnte.
    Ich kann auch das Grau als Grau so stehen lassen. Ich habe nicht den Anspruch, dass immer alles toll oder auch nur gut sein muss.
    Ich mache das Glück nicht zur Bedingung für mein Leben, sondern ist stelle keine Bedingungen. Dadurch kann ich trotz Grau noch das Leben erkennen und wertschätzen.

    LG viola

    Hallo Wildblümchen,

    ich habe bei dir gelesen und wünsche dir ein schönes Wochenende!

    Zitat

    und mit mir und allem hadere


    Hast du so was häufiger? Was machst du dann, also wie kommst du dann wieder zu dir und mit dir ins Reine?
    Wenn an solchen Tagen alles irgendwie blöd ist, findest du dann trotzdem noch Momente, über die du dich freust? Oder die dich sogar zurückholen ins schöne Leben heute?

    Das interessiert mich.
    Und dann noch, warum du nicht gerne mit dir und deinen interessanten Gedanken alleine bist. (Ich finde das nämlich immer total schön, wenn ich ganz alleine herumdenken kann, nur so für mich.)

    LG viola

    Hallo liebe Wildblume,

    dass du im Wald weinst, wie du schreibst, das hat mich berührt. Ich finde, der große stille weite ruhige lebendige Wald eignet sich gut zum Weinen.

    Wenn du dein Leben ändern willst, dann fang doch mit was Kleinem an. Mit etwas, was du schon immer gerne tun oder erleben oder über dich denken wolltest. Und wo die Hürde nicht so riesenhoch liegt, dass dir schon beim Gedanken daran schwindelig wird....
    Fällt dir vielleicht dazu was ein? Was konkret könntest du leicht ändern, so dass es dir gut bzw. besser geht?

    Schönes Wochenende dir,
    LG viola

    Hallo Tiuri,

    rauchender Kopf ist gut. Ich hoffe, du kommst weiter mit dem Nachdenken über dich.

    Hier noch ein paar Gedanken von mir, kannst ja mal drüber sinnieren:

    Zitat

    Niemand denkt von mir, dass ich Probleme mit Alkohol habe. Niemand hätte deshalb Verständnis.


    Das nimmst du an. Aber du weißt es nicht.
    Stell dir vor, du sitzt abends bei einem Geschäftsessen und schiebst direkt das noch leere Rotweinglas weg mit der Bemerkung in die Runde "früher habe ich mit euch angestoßen, ab jetzt aber nicht mehr, denn ich bin Alkoholiker und werde trocken leben".

    Zu krass?

    Geht ja auch anders. Du sagst einfach "nein, danke", wenn der Kellner dir eingießen will. Dann wartest du ab, ob jemand eine Bemerkung dazu macht oder eine Frage an dich stellt. Welche, das kannst du ja bereits vorher antizipieren und auch deine potentielle Antwort darauf. Dann bist du gut gerüstet.

    Die meisten Menschen interessieren sich am meisten für sich selber und nur wenig für den Nebenmann, der auf einmal keinen Alkohol mehr trinkt.
    Wenn sie da genau hinsehen würden, dann wäre das eventuell auch eine Wahrheit über sich selbst, die viele trinkende Menschen ja lieber vermeiden wollen.

    Vielleicht denken ja auch Menschen von dir, dass du eine Alkoholproblem hast, von denen du das gar nicht vermuten würdest. Vielleich klopfen sie dir auf die Schulter, wenn sich dich mit einem Glas Wasser sehen.

    Nach wie vor kann ich dir empfehlen, dich von Veranstaltungen fern zu halten, auf denen getrunken wird und auf denen du früher mitgetrunken hast. Egal in welchen Mengen.


    Zitat

    Die Alternative wäre nur alleine zuhause zu bleiben. Und das finde ich übers Ziel hinausgeschossen.


    Wieso denn?
    Was hat denn gerade für dich Priorität? das gesellschaftliche und soziale Leben, oder die eigene Trockenheit?
    Wer ist eigentlich bisher eingeweiht? Also wer weiß davon, dass du Alkoholiker bist und nichts mehr trinkst?
    Diejenigen Personen werden ja Verständnis für dich haben. Deine Familie doch mit Sicherheit.

    Es ist alles eine Frage der inneren Einstellung.
    Wenn du die Absage von Veranstaltungen, Familienfeiern usw. als Verlust siehst, als Verzicht, dann hast du natürlich einen inneren Widerstand dagegen und siehst das als übertrieben an.
    Wenn du aber die Abstinenz ernst nimmst und dir zuliebe diese Distanz zum Alkohol (egal in welcher Form, egal in welchen Mengen) einhältst, dann ist das eine Investition in deine Zukunft und ins Leben insgesamt und sollte dir alles andere als schwer fallen.

    LG viola

    Hallo Tiuri,

    dir ein gutes Neues Jahr!

    Zitat

    Bei den jetzigen Bekannten und Sportkameraden bewegt sich der Alkoholkonsum fast immer im Normalbereich: immer wieder, aber geringe Mengen.


    Nicht ohne Grund wird hier empfohlen, sich von Alkohol und von trinkenden Zeitgenossen fern zu halten, wenn man lernen möchte, trocken zu leben.

    Da ist es völlig unerheblich, wie "normal" oder wie "gering" die Mengen sind - es kommt auf die Nähe zum Alkohol an sich an.
    Du hast ja gemerkt, dass es dir bei diesen spontanen Begegnungen nicht so leicht fiel, abstinent zu sein, wie bei geplanten Dingen wie Silvester, wo du dich mental vorbereiten konntest.
    Daher möchte ich dir raten, Situatuionen wie solche geschilderten in der näheren Zukunft zu meiden, in deinem eigenen Interesse.

    Geht nicht, sagst du?
    Weil du sonst dein Leben ändern müsstest?

    Darum geht es aber doch - genau solche Veränderungen im eigenen Alltag anzugehen, die eine Gefahr für die Trockenheit bedeuten könnten.
    Du hast diese bereits identifiziert, nun musst du nur noch handeln - indem du Prioritäten setzt. Viel Erfolg dabei!

    LG viola

    Liebe Wildflower,

    das war nett mit dir im Chat während der Feiertage.
    Ich wünsche dir ein richtig gutes Neues Jahr, in dem du deine eigene Unabhängigkeit weiter vorantreiben kannst.

    Zitat

    Aber was ist, wenn dir so früh jegliche Würde entzogen wurde und du dich nur dadurch, dass du die Introjekte der Täter aufgenommen hast, gerettet hast?


    Dann hast du immer noch Würde.
    Du hast vielleiecht Introjekte aufgenommen, aber du bist ja nicht diese Introjekte.
    Du bist du selber, mit deiner ganzen Schönheit und Würde.

    Du kannst Mitgefühl für dich selber entwickeln.
    Mitgefühl für das Mädchen, dass so früh ohne seine Mama zurechtkommen musste. Dass es so schwer hatte, viel schwerer als andere kleine Mädchen. Und dass sich eine Überlebensstrategie zurechtgebastelt hat, um heute hier anzukommen.
    Du schreibst es: du hast dich gerettet! Das ist doch großartig!

    Du kannst dich selber innerlich umarmen.
    Du hast das sehr gut gemacht, und es gibt keinen Grund, dass du mit dir hadern oder schimpfen müsstest.

    Du bist gut so, genau wie du jetzt bist!

    LG viola

    Hallo Tiuiri,

    Zitat

    Es ist klar, dass ich keinen Alkohol trinken möchte.


    Was würde sich verändern, wenn du statt dessen formulieren würdest:
    "Es ist klar, dass ich keinen Alkohol trinken werde." :?:

    Bzgl. des Restalkohols in Lebensmitteln:
    Im ersten Jahr würde ich mich an deiner Stelle strikt von jedem kleinsten Restrisiko fernhalten.

    Guten trockenen Rutsch,
    LG viola

    Danke an alle, die heute so fleißig gechattet haben, es waren die mit und ohne Waffel vertreten. :lol:

    Ach ja, und der Wunsch nach einem intensiveren Einbringen der sogenannten "Geschützen" in die offenen Forums-Bereiche, den habe ich auch wie versprochen weitergeleitet in die "Villa" (da, wo die leckeren Waffeln gebacken werden). 8)

    LG viola

    Guten Morgen Tiuri

    Zitat

    Heißt das, wenn man sich einmal auf der Spirale befindet, gibt es keinen Weg mehr zurück? Und die Abstufungen zeigen nur wo man sich auf der Spirale befindet?


    Ich bin da kein Sucht-Experte, aber aus meiner eigenen "Trink-Karriere" und aus unzähligen Geschichten hier habe ich diesen Eindruck gewonnen.
    Nimm nur mal die Toleranz-Entwicklung. Hast du bei dir doch sicher auch festgestellt. Über die Jahre braucht es schon ein Glas oder eine Trinkeinheit oder eine Flasche oder was auch immer mehr, um zu derselben Wirkung zu kommen.
    Niemand wird als obdachloser Säufer geboren. Es ist immer ein Weg dahin. Und die Geschichten gehen oft so (wenn wir ihnen denn zuhören würden), dass am Anfang die Entwicklung der Abhängigkeit stand, dass zu dem Zeitpunkt aber noch das Dach über dem Kopf, der Führerschein, die Frau, die Beziehungen, das Geld usw. vorhanden war. All das kann aber wegbrechen, wenn die Sucht fortschreitet.
    Das ist eine chronische Erkrankung, die immer schlimmer wird, wenn man sie nicht behandelt.

    Frag dich doch mal, warum es dir so wichtig ist, hierzu Antworten zu haben.
    Würde es dir besser gehen, wenn es hieße, du kannst diese Spirale jederzeit aus eigener Kraft anhalten, egal auf welcher Stufe du dich gerade befindest?
    Ich persönlich glaube nicht, dass es so einfach ist. Sonst täten es sicher viel mehr Trinker, die ja irgendwann auch nicht mehr gerne trinken, die es nicht genießen, sondern mehr und mehr unter dem Zwang zu Trinken leiden. Und unter den ganzen Nebenwirkungen, die das Trinken verursacht, bis hin zur Zerstörung von Beziehungen und Existenzen.

    Ob es den "Weg zurück" gibt, bezweifle ich auch. Denn die Krankheit ist ja da.
    Sie kann gestoppt werden, und eine trockene Zukunft kann die Lebensqualität wieder herstellen. Der Mensch dahinter bleibt aber ein abhängiger Mensch. Er kann seine Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Aber er kann für seine Zukunft selber die Verantwortung übernehmen.

    Zitat


    Was meinst Du damit konkret? Eine Art "Zielvorstellung" wie es in z.B. 1 Jahr sein sollte, wie Hans mir weiter oben die Frage gestellt hat? Oder wie Du es hier geschrieben hast?


    Was ich meine ist, dass es nicht von selbst geht, nur weil man nicht mehr trinkt.
    Hier heißt es ja auch oft "nur nicht mehr trinken reicht nicht". Das hat mich am Anfang hier ziemlich provoziert, weil ich es nicht verstanden hatte.
    Was denn nun noch, dachte ich. Es ist ja ein immenser Schritt, nicht mehr zum Glas zu greifen, wenn das jahrzehntelang zum Alltag gehörte. Der ganze Rest meines Lebens war für mich aber quasi sakrosankt und unantastbar, ích wollte nicht, dass mir da jemand reinquatscht.

    Ob jemand nun eine sehr konkrete Zielvorstellung braucht, das mag individuell unterschiedlich sein.
    Ich denke aber, dass es wichtig ist, ein positives Bild von sich selber als nicht-trinkenden, abstinenten und trockenen Menschen zu entwickeln, und zumindest eine grobe Vorstellung davon zu haben, was dieses Bild alles beinhaltet, denn dann wird der Weg klarer, um dahin zu kommen.
    Wenn du kein Ziel hast, dann eierst du rum und der Weg bläst immer aus der "falschen" Richtung. Wenn du aber weißt, wo du hinwillst, dann kannst du deine Segel entsprechend setzen und kommst mit den Hindernissen auf diesem Weg auch besser klar.

    Das kann also eine gute Technik sein, um dich selber besser voranzubringen. Und alles, was dir hilft, ist ja in deinem Sinne und nützt dir.

    Nicht zu trinken, ist die Basis. Und dann zu sehen, wie sieht mein Leben im Moment aus und was kann ich alles ändern, um mit mir selber ins Reine zu kommen, ist weiter nötig, um zufrieden trocken zu bleiben.

    Zitat

    Einen abstinenten Menschen, ich weiß nicht ob er Alkoholiker ist, aber ich bewundere die Souveränität und Zufriedenheit mit der er durchs Leben schreitet.


    Siehste! Das meine ich. Nun entwickelst du eine Zielvorstellung von dir selber. Klasse, nur weiter so.

    LG viola