Guten Morgen Tiuri
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Heißt das, wenn man sich einmal auf der Spirale befindet, gibt es keinen Weg mehr zurück? Und die Abstufungen zeigen nur wo man sich auf der Spirale befindet?
Ich bin da kein Sucht-Experte, aber aus meiner eigenen "Trink-Karriere" und aus unzähligen Geschichten hier habe ich diesen Eindruck gewonnen.
Nimm nur mal die Toleranz-Entwicklung. Hast du bei dir doch sicher auch festgestellt. Über die Jahre braucht es schon ein Glas oder eine Trinkeinheit oder eine Flasche oder was auch immer mehr, um zu derselben Wirkung zu kommen.
Niemand wird als obdachloser Säufer geboren. Es ist immer ein Weg dahin. Und die Geschichten gehen oft so (wenn wir ihnen denn zuhören würden), dass am Anfang die Entwicklung der Abhängigkeit stand, dass zu dem Zeitpunkt aber noch das Dach über dem Kopf, der Führerschein, die Frau, die Beziehungen, das Geld usw. vorhanden war. All das kann aber wegbrechen, wenn die Sucht fortschreitet.
Das ist eine chronische Erkrankung, die immer schlimmer wird, wenn man sie nicht behandelt.
Frag dich doch mal, warum es dir so wichtig ist, hierzu Antworten zu haben.
Würde es dir besser gehen, wenn es hieße, du kannst diese Spirale jederzeit aus eigener Kraft anhalten, egal auf welcher Stufe du dich gerade befindest?
Ich persönlich glaube nicht, dass es so einfach ist. Sonst täten es sicher viel mehr Trinker, die ja irgendwann auch nicht mehr gerne trinken, die es nicht genießen, sondern mehr und mehr unter dem Zwang zu Trinken leiden. Und unter den ganzen Nebenwirkungen, die das Trinken verursacht, bis hin zur Zerstörung von Beziehungen und Existenzen.
Ob es den "Weg zurück" gibt, bezweifle ich auch. Denn die Krankheit ist ja da.
Sie kann gestoppt werden, und eine trockene Zukunft kann die Lebensqualität wieder herstellen. Der Mensch dahinter bleibt aber ein abhängiger Mensch. Er kann seine Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Aber er kann für seine Zukunft selber die Verantwortung übernehmen.
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Was meinst Du damit konkret? Eine Art "Zielvorstellung" wie es in z.B. 1 Jahr sein sollte, wie Hans mir weiter oben die Frage gestellt hat? Oder wie Du es hier geschrieben hast?
Was ich meine ist, dass es nicht von selbst geht, nur weil man nicht mehr trinkt.
Hier heißt es ja auch oft "nur nicht mehr trinken reicht nicht". Das hat mich am Anfang hier ziemlich provoziert, weil ich es nicht verstanden hatte.
Was denn nun noch, dachte ich. Es ist ja ein immenser Schritt, nicht mehr zum Glas zu greifen, wenn das jahrzehntelang zum Alltag gehörte. Der ganze Rest meines Lebens war für mich aber quasi sakrosankt und unantastbar, ích wollte nicht, dass mir da jemand reinquatscht.
Ob jemand nun eine sehr konkrete Zielvorstellung braucht, das mag individuell unterschiedlich sein.
Ich denke aber, dass es wichtig ist, ein positives Bild von sich selber als nicht-trinkenden, abstinenten und trockenen Menschen zu entwickeln, und zumindest eine grobe Vorstellung davon zu haben, was dieses Bild alles beinhaltet, denn dann wird der Weg klarer, um dahin zu kommen.
Wenn du kein Ziel hast, dann eierst du rum und der Weg bläst immer aus der "falschen" Richtung. Wenn du aber weißt, wo du hinwillst, dann kannst du deine Segel entsprechend setzen und kommst mit den Hindernissen auf diesem Weg auch besser klar.
Das kann also eine gute Technik sein, um dich selber besser voranzubringen. Und alles, was dir hilft, ist ja in deinem Sinne und nützt dir.
Nicht zu trinken, ist die Basis. Und dann zu sehen, wie sieht mein Leben im Moment aus und was kann ich alles ändern, um mit mir selber ins Reine zu kommen, ist weiter nötig, um zufrieden trocken zu bleiben.
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Einen abstinenten Menschen, ich weiß nicht ob er Alkoholiker ist, aber ich bewundere die Souveränität und Zufriedenheit mit der er durchs Leben schreitet.
Siehste! Das meine ich. Nun entwickelst du eine Zielvorstellung von dir selber. Klasse, nur weiter so.
LG viola