Beiträge von murmeltier

    Liebe bibo, drück dir ganz fest die Daumen, daß du ans trockene Ufer zurückfindest.
    Ich kann nachvollziehen wie schwer deine Schuldgefühle gegenüber deinen Kindern ist! :cry: Mir gehts genauso, und das ist eine schwere Last die ich kaum ertragen kann.
    Was mich aber auch interessieren würde (du musst natürlich nicht antworten), wie bist du gestern überhaupt zum "Stoff" gekommen? Ich meine, hast du zuhause noch Alkohol rumstehen, hast du dir extra einen besorgen müssen, und wie hat dein Mann reagiert? Konnte er dich nicht bestärken oder abhalten?
    Hast du niemanden an den du dich in so einem Moment festhalten kannst?
    Entschuldige wenn ich dir zu nahe getreten bin,
    LG, murmeltier

    Liebe maria,
    weißt du was meine erste Reaktion auf deine offenen Worte war? Wut! :oops: Es tut weh, wenn man sich eingestehen muß, daß man den Menschen den man am meisten liebt auf der Welt, am schlimmsten verletzt und enttäuscht hat! :cry:
    Das schlimmste an dieser Krankheit ist, das man zum totalen Egoisten wird. Auch jetzt noch dreht sich die Welt hauptsächlich um mich selbst, - ich bin so arm, mir geht so schlecht, ich muß so schwer kämpfen usw. du siehst - es geht immer nur um ICH-ICH-ICH!
    Ich habe heute einen Termin beim Frauenhilfswerk-Caritas ausgemacht, für Dienstag, dort werde ich zumindest weitere Informationen erhalten, und ich habe für Sonntag ein Gespräch mit meiem Sohn geplant, nur wir zwei allein - ich muß wissen wie es um ihn steht. :roll:
    @zu meiner Wut: Ich war schon in meiner Kindheit voller innerer Wut, eine Sache die ich gerade in der Therapie aufarbeite. Sie kommt mnchmal so heftig über mich daß es in meinem Kopf zu rauschen anfängt und mir den Atem nimmt. Ich kann mittlerweile gut damit umgehen - aer sie ist sicher meine grösste Gefahr. Sie ist die intensivste und tiefste Emotion deren ich fähig bin. Selbst der Alkohol konnte nicht gegen sie an, gegen die Liebe schon, sonst hätte ich mich nicht so gehen lassen können, die Liebe zu meinem Kind war scheinbar nicht starck genug !?!
    Muss mal drüber nachdenken
    LG, murmeltier

    Lieber Manfred,
    ich glaube was du da ansprichst war genau der Grund für meine beiden Rückfälle in diesem Jahr. Beide Male passierte es ja aus einer sehr angespannten Situation heraus (heftiger Streit mit der Folge: "Entweder ich fange gleich an zu schreien, um mich zu schlagen oder ... ich kipp mir schnelle einen hinter die Binde :oops: ). Sämtliche Konfliktlösungsstrategien die mein Therapeut mit mir geübt hat (von 60 an rückwärts zählen, ein Boot schaukelt übers Meer etc.) ihr wißt schon was ich meine, habe ich zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeschöpft, ich konnte meine innerliche Wut nicht mehr im Zaum halten :evil: , bis ich trank.
    Hätte ich vielleicht jemanden eingeweiht hätte ich diesen wohl als letzten Ausweg zumind. telefonisch kontaktiert, als Hilferuf quasi.
    Naja, - ob ich dann wirklich jemanden mit dieser Situation belasten würde ... :cry:
    Ich merke ich steh noch sehr am Anfang, und schon nach einem Tag hier wurde ich mit vielen Dingen konfrontiert die ich wohl auch stark verdrängt habe.
    In einem anderen Thread hier hab ich von "es aushalten" und "sich aushalten"gelesen, - das hat mich sehr bewegt, weil eigentlich bn ich noch in dieser Phase, ich muss lernen "es" und "mich" auszuhalten. Mit "es" meine ich garnicht so sehr das Trockensein, oder den Saufdruck, sondern "es" steht für mich eher für die Alltagssituationen (Stress, Langeweile, Frust, Sorgen usw.) die ich bisher weggesoffen habe.
    Und mit "mich" aushalten meine ich eher, dass ich wohl endlich auch mal vor anderen Schwäche zeigen sollte, vielleicht ahnen so manche einiges und waren nur zu höflich mich darauf anzusprechen?
    Ich denke mein nächster Schritt wird nun sein, mein näheres Umfeld über mein Alkoholproblem zu informieren, und vielleicht sogar um Hilfestellung zu bitten !? :?
    Bei euch habe ich mich ja auch getraut! :D

    Lieber Manfred,
    selbst in den schlimmsten Phasen meines Alkoholismus habe ich nie in der Öffentlichkeit getrunken, ich war immer bestrebt auch meinem nächsten Umfeld (Mutter, Schwestern) zu verbergen wie es um mich stand und wie es in mir aussah. :roll:
    Selbst meinem Hausarzt gegenüber konnte ich nicht offen sein, - bis heute.
    Ich akzeptiere lieber Alkoholkonsum in meiner Gegenwart, als unangenehme Fragen beantworten zu müssen. Feig nicht? :oops:
    Wenn ich zuhause so besoffen war, daß ich gelallt habe, habe ich einfach das Handy ausgeschaltet und war nicht mehr erreichbar - Migräne war dann die Ausrede, selbst meine beiden Suizidversuche mit anschl. Klinikaufenthalt haben mein LG und ich als "Burnout" getarnt, hat keiner hinterfragt.
    Das heimliche "Zuhause-weg-saufen" scheint sowieso ein sehr typisches Verhalten bei Frauen zu sein, wie ich hier schon öftres gelesen habe, was meint Ihr?
    LG, murmeltier

    Lieber HansHa, das alles gibt mir sehr zu denken! :?
    Ich muß zugeben, je mehr ich mich mit allen nötigen Schritten konfrontiere - je mehr kehrt mein Suchtgedächtnis zurück. Das wäre ja jetzt wircklich einfach, einfach Flasche auf und Hirn aus :evil:
    Zum Glück dauert diese Phase bei mir im Schnitt 5 Minuten, und jetzt ists schon wieder vorbei.
    Einer meiner Mitarbeiter hat heute Geburtstag, alle haben gerade während meiner vorangenannten gefährlichen 5 Minuten mit Whisky-Cola und Prosecco angestossen! :shock: Der Teufel schläft nicht! :evil: Ich bin mir schnell neue Wimperntusche kaufen gegangen, als ich gemerkt habe dass ich in Gefahr gerate.
    Und ich habe mir eine kühle Dose xxx geleistet - zum Anstossen.
    Der Feind lauert überall - da hilft mir manchmal nur die Flucht. :shock:
    lg, murmeltier
    edit Martin:bitte keine Markennamen nennen, danke

    Nun, ich war ja bereits beim Jugendamt und auch das Frauenhaus kenn ich vom Vorbeifahren.
    Mit Gewalt bin ich auch konfrontiert - allerdings mit psychischer. Lautes Anschreien, Beleidigungen vom Tiefsten, Demütigungen, Nichtschlafen lassen, Bedrängen. Körperlich war es bisher nur Schupsen und aufs Bettdrücken und einmal Würgen. Da ich aber seit meiner Kindheit in Selbstverteidigung trainiert bin (Kickboxen, Karate) kann er mich nur im Überraschungsmoment angehen, das hat er schon ein paarmal erleben müssen (bin nicht stolz drauf :oops: ), da hab ich eigentlich weniger Angst vor, eher vor meiner eigenen Wut. :evil:
    Mir fehlt einfach im Moment das Selbstbewußtsein, ich seh nur eine Riesenwand vor mir auftürmen, ich habe Angst alles verkehrt zu machen und nicht mehr umkehren zu können - und ich schäme mich so und habe Angst nochmehr an Würde und mein Gesicht zu verlieren.
    lg, murmeltier
    Klingt irgendwie ziemlich verwirrt, was ich da von mir gebe, oder? :?

    Ich danke Euch für Eure ehrlichen Worte! :D
    Genau diese Gegenüberstellung verschiedener Lebensentscheidungen und Werdegänge ist auch der Grund warum ich hierher gekommen bin.
    Es ist was anderes mit einem Therapeuten stundenlang das Für und Wider zu diskutieren, als sich mit Leidensgenossen/innen über deren Erfahrungen auszutauschen.
    Ich kenne in meinem persönlichen Umfeld viele Trinker/innen, aber niemals hätte ich es gewagt nach Hintergründen zu fragen, alles bleibt hinter den Türen der sog. "feinen Gesellschaft" verborgen.
    Es ist das erste Mal für mich von anderen Frauen zu hören die in ähnlichen Situationen waren/sind, in meinem Umfeld dürfte ich das Wort Frauenhaus od.eben Sozialwohnung garnicht erwähnen. Das gilt als assozial, pfuigaga, "da schauma schnell weg" :cry:
    Was mich interessieren würde, habt ihr das von langer Hand geplant oder war das spontan? Wie muß ich mir das vorstellen, wo habt ihr Hilfe bekommen?
    Übrigens zu meinem Sohn: Mein Sohn liebt meinen LG, obwohl dieser meist nur meckert und ermahnt. Obwohl mein LG sich nicht wirklich mit ihm liebevoll beschäftigt, sieht ihn mein Sohn schon als Papa, vorallem weil sein richtigr Vater jeden Kontakt abgebrochen hat :(
    Hoffe mehr von Euch zu hören
    lg, murmeltier

    Lieber HansHa,
    dein Einwand ist berrechtigt. :? Doch bin ich innerlich noch nicht stark genug mein Leben von Grund auf zu ändern... :cry:
    Ich habe mithilfe meines Therapeuten an vielen Strategien gearbeitet, ich habe mich in mich selbst zurückgezogen, ich habe meine Ernährung umgestellt, ich habe Sport wieder entdeckt - ich hab mich auf die Suche nach mir selbst begeben.
    Natürlich wäre ein umfassender Schnitt, ein kompletter Neuanfang der beste und auch sicherste Weg, leider schaff ich das noch nicht so konsequent. Ich habe Angst vor der "Alternative", in bin unsicher ob und wie ich das alleine alles schaffen kann. :oops:
    Ich bewundere viele von euch die das so kathegorisch und konsequent machen, und ich hoffe bald auch dieses Selbstbewußtsein und diese Antriebskraft zu erreichen.
    lg, murmeltier

    Liebe Pequena-Peca, das klingt alles wirklich sehr vertraut.
    Bei mir kommt erschwerend dazu, daß ich von ihm finanziell abhängig bin. Mein kleines Unternehmen ist derzeit sehr krisengeschüttelt, ich kann zuhause nicht mal mehr Miete etc. zahlen, weil alles Geld für die Erhaltung meiner Firma draufgeht. Er hat einen gutbezahlten Job, nur so kann ich meinem Sohn eine adäquate Ausbildung und wohnliches Umfeld bieten. Ich hab mich schon beim Jugendamt etc. erkundigt, die Alternative wäre Frauenhaus/Sozialwohnanlage und damit sozialer Abstieg. Für mich allein würde ich das in Kauf nehmen, aber meinem Sohn kann und will ich das nicht zumuten. :cry:
    Ich bin nicht so naiv zu glauben, daß er sich je ändern wird, er leugnet sein Alkoholproblem, aber ich hatte die Hoffnung solange durchzuhalten, bis mein Sohn aus dem gröbsten raus ist... :roll:
    Bis vor einem halben Jahr hat er ja nur an freien Tagen getrunken, in letzter Zeit trinkt er auch unter der Woche - so wie gestren. Meine Überlebensstrategie ist derzeit früh ins Bett zu gehen, oder wenn nicht möglich, mit dem Hund Gassi zu gehen - um aus der Situation rauszukommen.
    Meinem Sohn gegenüber verhält er sich neutral, traut sich aber auch nicht laut zu werden od ähnliches, weil ich ihn im Zuge eines heftigen Streites klar und deutlich in seine Grenzen verwiesen habe. :evil:

    Danke für das schnelle feedback. :D
    Kurz zu meiner Person: Ich bin 40 Jahre, seit 17 Jahren Unternehmerin und lebe derzeit mit meinem Sohn (12 Jahre), meinem Lebensgefährten und meinem Hund zusammen.
    Ich hatte im letzten Jahr zwei Rückfälle, jeweils nur für einen Tag, mit mehrern Monaten Abstand. Beide Male, so auch im Oktober 2009 griff ich in einer Stress/Streitsituation zur Flasche, danach gings mir tagelang körperlich uns seelisch schlecht.
    Ich arbeite daran in solchen Situationen andere Strategien zu finden, dass Problem dabei ist, dass ich vin seiten meines LG keine Hilfestellung erwarten kann, weil er selbst immer noch trinkt, und mich sehr oft zum Mittrinken auffordert und auch massenhaft Alkohol zuhause hortet. :(
    Normalerweise kann ich gut damit leben, ich habe kein Bedürfniss nach Alkohol, auch in Gesellschaft stört es mich nicht. Da ich aus einem Trinkerumfeld komme, bin ich es gewohnt dass neben mir Alkohol konsumiert wird, es stört mich nicht.
    Die gefährlichen Situationen entstehen zuhause, wenn mein LG das Gespräch sucht und dabei trinkt. Ich rede hier nicht von 1-2 Bier, er hat z.B. während der Weihnachtsfeiertage durchgesoffen. Das führt zu ständigen Konflikten, er wird zu einem ganz anderen Menschen, und ich komme dabei oft in Versuchung es ihm gleichzutun! :cry::oops:
    Ich denke das ist der große gefährliche Knackpunkt in meinem Leben.

    Hallo, ich lese hier schon eine geraume Zeit mit, und heute trau ich mich auch zu Euch. :D
    Ich habe im letzten Jahr durch euch sehr viele hilfreiche Tips mit auf meinen Weg zur Abstinenz mitgenommen, aber außer meinem Therapeuten war ich bisher allen mit meinem Alkoholproblem.
    Kurz meinen zusammengefassten Werdegang: :evil:
    Mit dem Trinken habe ich erst 2001 angefangen, als ich nach meiner Scheidung meinen Lebensgefährten kennenlernte. Er hat (so mein Verdacht) schon immer mehr Alkohol getrunken, es fing harmlos an mit 1-2 Bieren zum Feierabend.
    Die Folgen der Scheidung, finanz. Probleme (bin selbstständig), verschiedene Vorfälle die mich sehr verletzten und der ständige Stress (Firma, Kind, keine Urlaub etc.) führten dazu, dass ich meine ersten Vollräusche hatte. Immer nur an freien Tagen, immer nur zuhause, eigentlich immer zusammen mit meinem neuen Partner.

    Schließlich war der Punkt erreicht, an denen wir bereits morgens (an freien Tagen) Bier oder Wein tranken, ich konnte endlich entspannen, indem ich in einem Alkoholnebel war, alles war plötzlich leichter - ich hatte Spass. Bis sich die Situation umkehrte, wir stritten immer häufiger im Rausch, es kam zu Gewaltausbrüchen, Kontrollverlusten usw.
    Im Februar 2008 schnitt ich mir nach so einem Streit die Pulsadern auf, im November 2008 sprang ich von der Brücke, jedes Mal überlebte ich und war dann eine zeitlang in der Klinik, immer auf eigenem Wunsch frühzeitig entlassen, - ich konnte ja die Firma und meinem Sohn nicht alleine lassen.
    Erst jetzt erkannte ich mein Alkoholproblem, meldete mich zur Therapie in der Suchtberatung an, die ich auch jetzt noch besuche (Einzelgespräch). Medikamente lehne ich ab, - habs probiert und nicht vertragen.
    Mein Therapeut riet mir zur Gruppentherapie, ich kann mich aber anderen gegenüber schwer öffnen, ist mir peinlich, - deshalb bin ich hier.
    lg, murmeltier
    sorry, ist jetzt lang geworden