Beiträge von DanielG

    Zitat von Arusha

    Danke Daniel,

    ich fühle mich (noch) nicht missbraucht. Er erwartet nichts von mir und würde wohl jederzeit gehen. Ich bin verliebt, ob ich ihn liebe .....?

    Wenn ich den Spiegel umdrehe, sehe ich aber durch deine kurzen Zeilen einen verbitterten Menschen der für sich den Schluss gezogen hat, dass es so etwas wie Liebe nicht gibt. Macht = Kampf = Missbrauch.
    Bitte entschuldige, ich kenne dein Leben nicht aber für Liebe ist es nie zu spät wenn man(n) offen ist. Geh nicht so hart mit mir/Dir ins Gericht!

    Gruß Arusha

    Hallo Arusha,

    natürlich gibt es die Liebe (egal in welchem Alter!).

    Sie nützt nur nichts. Nicht im Umgang mit der Alkoholkrankheit.

    idS Daniel

    Zitat von Arusha

    Hallo Daniel,

    was du schreibst ist Zynismus pur. Meinst du ernsthaft, wir Frauen sind so einfach gestrickt? Ob ich mich in jemanden verliebe, bestimmen die Hormone?

    Wie lebst du dein Leben?

    Gruß Arusha

    Hallo Arusha,

    war nicht unbedingt persönlich gemeint. Und ja, ich bin zynisch (geworden).

    Ich will Dir damit einen Spiegel vorhalten- erkennst Du nicht, wie einfach du zu mißbrauchen bist?

    idS Daniel

    Hallo Arusha,

    ich bin immer wieder platt erstaunt, wie einfach man sich eine Frau zu Nutze machen kann. Das Zauberwort heißt "Liebe".

    Erzähl ihr was von Liebe, und sie tut alles.

    Dein Freund kennt diesen Mechanismus, und er benutzt ihn und setzt ihn ein. Im Knast lernt man das auch, wie das geht, sich eine Frau gefügig und hörig zu machen.

    Hätte bisher nie geglaubt, dass es so einfach ist.

    idS Daniel

    Hallo Orphelia,

    bei mir war es auch nicht einfach- es hängen noch drei Kinder mit dran, ein gemeinsames Haus, in dem auch noch ihre Mutter wohnt und und und.....

    Man muss es tun wie Konfuzius sagt: Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

    Alles weitere ergibt sich. Und zur Not pinnt man sich Zettel in die Wohnung, wo drauf steht, was man nunmehr will: in Frieden leben, gut zu sich selber sein, usw.

    Dein "Lieblingsmensch" wird sich immer weiter verändern- so weit, bis vom ursprünglichen Lieblingsmenschen ausser dem Namen nichts mehr übrig bleibt. So, wie Du Ihn heute kennst, wird er morgen schon nicht mehr sein- und übermorgen noch ein Stückchen weiter entfernt.......

    Du hast Die Kraft, alles durchzustehen. Und je eher Du damit beginnst, desto besser. Für beide.

    idS Daniel

    Hallo Baby Blue,

    mach Dir jetzt nicht auch noch Selbstvorwürfe. Erstens sind sie nicht angebracht, weil jeder Mensch anders trauert. Und zweitens wird es noch kommen, das Gefühl der Leere und Trauer, wenn die Beerdigung usw.alles vorbei ist.
    Es ist jetzt wichtig, dass Du deiner Muter beistehst, die braucht Hilfe.

    Wenn es denn ein Trost sein kann: dein Vater ist sehenden Auges in den Tod gegangen, und immerhin noch mit klarem Verstand. Es gibt Fälle, wo das Korsakow-Syndrom den Tod zur Erlösung werden lässt.

    idS Daniel

    Hallo Violetta,

    ich habe mich jahre-, gar jahrzehntelang nicht zur letzten Konsequenz entscheiden können.

    Jetzt ist das Leben zwar nicht vorbei, aber das letzte Drittel hat begonnen. Und all das, was ich noch vorhatte, lege ich "ad acta".

    Du hast, wie immer im Leben, zwei Möglichkeiten: Bleib bei ihm, und mache die klassische Co-Abhängigen-Karriere. Oder ziehe die Konsequenzen und gib Dir selbst und deinem Kind eine Chance, glücklich zu leben.

    In der Firma haben wir uns folgendes Modell zum Umgang mit Alkohol- (und anderen Sucht-) Kranken erarbeitet: der Mitarbeiter wird gekündigt und entlassen. Nach erfolgreicher Therapie wird er wieder eingestellt. Geht er nicht zur Therapie, bleibt er draussen.

    Vielleicht wäre das eine Möglichkeit für Euch? Trennung, und wenn er die Therapie erfolgreich hinter sich hat, wieder ein Versuch zusammen zu leben? Beim Rückfall endgültige Trennung/Scheidung - so oder ähnlich.

    idS Daniel

    Hallo Suchende,

    bei mir war es so, dass mich die SHG für Angehörige von Alkoholikern davor bewahrt hat, mein "Problem" (es ist ja nicht meins, sondern das meiner Frau) mit Gewalt zu lösen. Die SHG hier gehört zu Al Anon.

    idS Daniel

    Hallo Aufbruch,

    wo er Recht hat der Weißbär, da hat er Recht.

    Ein Alkoholiker hat immer lebenslänglich. Er kann niemals wieder kontrolliert mit Alkohol umgehen, das ist vorbei.

    Was er im Augenblick mit Dir versucht, ist eine weitere Frist herauszuschinden.Noch eine Woche, noch einen Monat, noch ein Jahr. Zugeständnisse machen, damit Du besänftigt bist und weiter mitmachst.

    Sorry für die deutlichen Worte- aber alle hier in diesem Forum haben den gleichen Erfahrungshorizont.
    Für Dich gibt es zwei Möglichkeiten: stell ihm jeden Tag ein paar Flaschen Schnaps hin, damit es schneller geht bis zum Finale. Oder trenn Dich von ihm und leb dein Leben. Er lebt seins sowieso, und aufhören und trocken werden kann nur er. Und nur, wenn er es will. Du kannst ihn dazu weder überreden noch zwingen.

    idS Daniel

    Hallo erstmal,

    und herzlich willkommen hier. Wie Du schon selbst gemerkt hast, bist Du nicht alleine.

    Ich wünsche Dir die Kraft, die Trennung/Scheidung durchzuziehen. Ich selbst stecke da gerade noch mitten drin, aber es lohnt sich. Vor drei, vier Monaten war ich der absoluten Verzweiflung nahe, heute habe ich schon eine Vorstellung von meiner Zukunft.

    Es werden noch schwere Tage auf Dich zukommen, voller Selbstzweifel, Gewissenbisse und anderen Dingen. Es wird Tage geben, wo Du nicht mehr weißt, wo vorn oder hinten ist, wo gut oder böse wohnen. Mir geholfen hat die AlAnon-Selbsthilfegruppe. Auch in Deiner Nähe sollte es eine geben. Geh einfach hin; die die dort sind, haben alle das gleiche oder ähnliches erlebt. Und es hilft wirklich, darüber zu reden.

    Alles Gute

    idS Daniel

    Hallo Dagmar,

    zu dem Zeitpunkt, als ich mich entschlossen hatte mein Leben zu ändern, plagten mich die Selbstzweifel. Ich habe mich gefragt, ob ich mit 52 Jahren und als Vater von drei Kindern überhaupt noch das (moralische) Recht habe, diese Familie zu zerstören und mein eigenes Leben zu leben. Ist das nicht nur Egoismus, Rücksichtslosigkeit gegenüber meinen Familienmitgliedern usw.?
    Darf man in diesem Alter denn überhaupt noch an sich denken, oder hat man nicht eher die Pflicht, für die anderen da zu sein? Nicht für den alkoholkranken Partner, dem kann sowieso niemand helfen. Sondern für die Kinder, für die Verwandtschaft, für das soziale Umfeld?

    Heute, acht Monate später, bin ich überzeugt davon, das Richtige zu tun resp. das Richtige getan zu haben. Auch wenn der Scheidungskrieg in vollem Gange ist und an den Nerven zerrt, es werden danach ruhigere Zeiten kommen. Und schönere. Und wenn es nur wenige Monate sein sollten - es lohnt sich, meine ich. Vielleicht sollte man als Co-Abhängiger sich ein Zitat (von Martin Luther?) abwandeln: "und wenn ich wüßte, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich trotzdem heute noch mein Leben leben wollen..."- Oder so ähnlich.

    Wie auch immer- ich kenne eine Frau, die hat die Liebe ihres Lebens kennengelernt, da war sie 72 Jahre alt. Worauf will man also in einer kaputten Beziehung oder Ehe mit einem alkoholkranken Partner warten? Auf bessere Zeiten? Die kommen erst nach der Trennung; die Trennung ist die Voraussetzung für die besseren Zeiten.

    Meine persönliche Erfahrung.

    idS Daniel

    Hallo Kahmi,

    ich kann mir gut vorstellen, dass die Frau jetzt erst mal mit sich selbst beschäftigt ist und für einen zweiten Menschen neben sich einfach nicht die Nerven hat.

    Einfach mal noch ne Weile abwarten- und wenn es nicht mehr wird, ist es auch nicht anders als jetzt, oder?

    idS Daniel

    Zitat von Spacy

    Jetzt seit heute erstamal die Scheidungs-schlammschacht los. ............... Aber das gehört hier nicht hin.

    LG Spacy

    Hallo Spacy,

    würde ich mal nicht so pauschal behaupten. Mich würde z.B. interessieren, was passiert, wenn sie angetrunken vor Gericht erscheint. Ich z.B. würde auf einem Alco-Test im Gerichtssaal bestehen.

    Ansonsten freut es mich aber für Dich, dass Du die Dinge so hingekriegt hast. DU bist auf dem richtigen Weg, weiter so.

    idS Daniel

    Ich hätte da mal eine eher informative Frage:

    Weiß jemand, ob die Diagnose F 60.4 nach ICD 10, histrionische Persönlichkeitsstörung, unter den Kindern von Alkoholikern öfter gestellt wird als im übrigen Anteil der Bevölkerung? Vor allem bei Töchtern von gewalttätigen Alkoholiker-Vätern?

    idS Daniel

    Hallo Melanie,

    vorausschickend muss ich sagen, dass meine alle Merkmale einer histrionischen Persönlichkeitsstörung hat.

    edit Karsten

    Das ist so das Verhaltensmuster, das mich auf 180 bringt. Bei mir an Kleinigkeiten herummäkeln, selbst jedoch zu jeder Schweinerei bereit. Und das mit allen Konsequenzen, bis hin zur Selbstzerstörung, wenn sie mich damit nur treffen kann.

    Ich habe keinen blassen Schimmer, wie man so einem Menschen begegnen kann.

    idS Daniel

    Hallo Olyander,

    willkommen, Leidensgenosse. Du hast nicht geschrieben, wie lange Du das schon mitmachst. Bei mir werden es so an die 12 oder 15 Jahre sein....insgesamt bin ich 30 Jahre mit ihr verheiratet.

    Ab dem Tag (letztes Jahr November), als ich beschlossen hatte mindestens genau so egoistisch zu sein wie sie, und ab sofort mein eigenes Leben zu leben - ab diesem Tag ging es mir besser. Jeden Tag ein kleines bißchen. Im Unterschied zu Dir hatte ich es insofern leichter, dass die Kinder grösser und selbstständiger sind. Der Jüngste ist dreizehn, und den bekomme ich auch noch durch.
    Aber auch in deiner Situation gibt es Möglichkeiten. Gehe zu einem Anwalt und lass Dich beraten. Am Pfingstsonntag habe ich einen alten Bekannten getroffen, frisch geschieden. Trotz der acht! gemeinsamen Kinder muss er seiner Ex keinen Unterhalt bezahlen, da die jüngsten Kinder über 12 Jahre alt sind......und er lebt wieder!

    Auch für Dich und die Kinder wird sich eine Möglichkeit finden. Suche Kontakt zum Jugendamt, sorge dafür, dass ein Mitarbeiter dann zu Euch nach Hause kommt, wenn sie genug intus hat, so dass es auffällt. Wenn sie randaliert, ruf den Notarzt mit dem Hinweis auf Selbst- (Suizid-) oder Fremdgefährdung (Drohungen gegen dich oder die Kinder).

    Mache Dir bewußt: SIE ist das Problem. Und SIE muss weg, wenn es besser werden soll!

    Glück auf

    idS Daniel

    So,

    gestern ist sie also nach Hause gekommen. Es hat keine halbe Stunde gedauert, da hat es wieder geknallt, wie vorher auch. Ich bin dann einfach weg zu meiner Al Anon Gruppe. Heute morgen das Notwendigste. Ich glaube, wir kommen am besten zurecht, wenn wir uns gegenseitig ignorieren.

    Mehr weiß ich im Moment jetzt auch nicht.....

    idS Daniel

    Wie stark ausgeprägt?

    Hängt von der Situation ab. Meiner Erfahrung nach sind Alkoholiker perfekte Schauspieler, Lügner, Vertuscher, Ignorierer usw. wenn es um die eigene Sucht geht. Und ungeheuer trickreich, wenn es darum geht, an den Stoff zu kommen, Vorräte anzulegen, Verstecke zu finden etc. etc.

    Ein Alkoholiker erzählt Dir alles, was du hören willst- wenn er damit an den nächsten Schluck kommt. Und erinnert sich eine Stunde später nicht mehr daran....

    Allerdings ist das nicht typisch für den Alkoholiker, sondern für den Suchtkranken. Heroin-Junkies sind genau so.

    idS Daniel