Beiträge von DanielG

    Hallo Frank,

    bei mir sind letztlich 30 (dreissig!!!) Jahre vorbei - und ich musste kapitulieren. Drei Kinder, eigenes Haus etc. etc. alles kaputt.

    Trotzdem führt kein Weg am Schlußstrich vorbei. Sie wird, wenn sie nicht aufhören WILL, ohnehin daran zugrunde gehen, das kannst Du nicht aufhalten. Mit einer Trennung kannst Du wenigstens noch dich selbst retten.

    idS Daniel

    Hallo Kürbis,

    habe erst jetzt diesen Thread gefunden und will Dir auch noch ein paar Dinge mitgeben:

    Wenn sie schon länger abhängig ist, könnte das der Grund dafür gewesen sein für die Trennung / Scheidung vom vorherigen Partner? Kennst Du ihn, könntest Du eventuell ein Gespräch mit ihm führen?

    Das mit dem Entsorgen von Leergut hatte meine Frau besser organisiert. Als sie gemerkt hat, dass ich da drauf achte, gab es plötzlich nur noch Limo-oder sonstige Flaschen für den Glascontainer, die Alkoholbuddeln verschwanden irgendwo anders hin- ziemlich spurlos.......

    Wenn sie Flaschen versteckt, ist ihr Zustand schon wesentlich schlimmer, als Du glaubst. Ein "kalter Entzug", also einfach keinen Alkohol mehr zu trinken, kann regelrecht gefährlich sein. Überprüfe das doch mal, indem Du für eine Situation sorgst, wo sie nicht mehr nachtanken kann. Zum Beispiel ein Sonntagsausflug ins Grüne, ohne Zwischenhalt mit der Möglichkeit unbemerkt was einzuschütten. Nach ein paar Stunden wird sie den Flatterer bekommen.
    In so einer Situation könntest Du natürlich den Notarzt rufen - und wenn sie in der Zwischenzeit mit ernsten Dingen droht wie Gewalttätigkeit oder Suizid - dann sag das bitte dem Notarzt!!!!

    Ich habe mir das bei meiner Frau viel zu lange angesehen - und mich damit mitschuldig gemacht.

    Wenn ich mir so Deine Geschichte durchlese würde ich sagen - mach Dir keine Hoffnungen mehr. Eine Ehe hat sie schon dem Alkohol geopfert, warum sollte die Beziehung zu Dir stärker sein?

    idS Daniel

    @ Kira 82

    als Angehöriger einer Alkoholikerin mal von meiner Seite was dazu:

    Kann es sein, dass dein LG den Alkohol nur dazu benutzt, nach der Arbeit "runterzukommen" ? Ich hatte das auch mal, als ich im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet habe. Nach der Spätschicht konnte ich einfach nicht einschlafen, ich war zu aufgedreht. Und dann bis zwei, drei Uhr morgens vor der Glotze gesessen. Dann gab mir mal ein Kollege den Tipp mit dem "Schlummertrunk", und am Anfang funktionierte das mit einem Bier, später waren es dann schon ein paar mehr....
    Ich habe rechtzeitig die Kurve gekriegt und einfach andere Möglichkeiten der Entspannung und Beruhigung gefunden, insofern wurde der Alkohol dann für mich unwichtig, weil entbehrlich.

    Das einfach mal so zum Nachdenken.

    Wenn ihr beide ansonsten eine perfekte Beziehung führt- dann würde ich nicht so schnell kapitulieren wollen. Trennen geht schnell.....ich habe mich nach dreissig Jahren von meiner Frau getrennt, NACHDEM sie trocken wurde (Ende November letzten Jahres). Weil ich feststellen musste, dass ihr Charakter und ihr Wesen auch ohne Alkohol so sind wie sie sind.

    idS Daniel

    Hallo Anne,

    das mit dem "breitschlagen lassen" kenne ich, zur Genüge. Und die anderen hier auch. Und so sind in meinem Fall die Jahre dahingeflogen, und jetzt bin ich alt und grau und verbittert. Die Ehe ist jetzt, nach dreissig Jahren, trotzdem am Ende - aber mein Leben ist gelaufen.

    Denk darüber nach - wenn ich die Uhr nochmal zurück drehen könnte, würde ich mich dafür entscheiden, lieber arm aber dafür glücklicher zu sein.

    idS Daniel

    Zitat von Hartmut

    Hallo Daniel,

    viele Antworten auf deine Frage hast du ja schon.

    Nun wollte ich mal wissen was du denn mit Entzug überhaupt meinst? Den körperlichen Entzug /Entgiftung oder den Weg danach?

    ich frage dich da ich am Anfang meines Weges das auch durcheinander gebracht hatte.

    Gruß Hartmut

    Es geht im konkreten Fall um den körperlichen Entzug. Psychisch ist nichts zu wollen, solange sie nicht mal die Tragweite des Problems erkennt.

    Meine Frau hat ein völlig übersteigertes Selbstbewußtsein, das in keinster Weise mit ihrer Persönlichkeit oder ihrer Lebensleistung korreliert. Die Fassade wr ihr zeitlebens wichtiger als der Inhalt.
    Solange ich also die Fassade nach außen aufrecht erhielt, war die Welt in Ordnung. Seit ich nicht mehr mitmache und mich aus dieser Ehe (und dem ganzen sozielen Umfeld drumherum) verabschiede, ist sie plötzlich trocken.
    Um beurteilen zu können, wie die Zukunft aussehen wird, wollte ich eben wissen, welche "Haltbarkeit" dieser Zustand (trocken) haben kann.

    Ihr Vater war schon Alkoholiker, dessen Bruder hat sich buchstäblich tot gesoffen, und ihre Schwester hatte auch schon Probleme.

    Ich will nicht, dass ich mich zur Rettung einer Ehe breitschlagen lasse- und übermorgen geht es weiter wie vorher. Die Kinder (23, 19 und 13 Jahre alt) würden das nervlich auch nicht mehr packen.

    Daniel

    Hallo Linde,

    danke für den Link. Scheint so, als läge ich mit meiner Vermutung doch richtig.

    Zur unklaren Situation: die ist eigentlich ganz klar. Ich werde mich trennen und die Scheidung betreiben. Die Kinder stehen da nicht unbedingt hinter mir, aber wohl eher aus Egoismus. Denn wenn ich weg bin, haben sie ihre Mutter alleine an der Backe. Und das ist eine Horrorvorstellung.

    Man mag mich deshalb für kaltschnäuzig, gefühlskalt oder sonstwas halten - wenn das so ist, dann hat sie mich dazu gemacht. Aber ich werde nicht mehr weiter ertragen, ich habe auch ein Recht auf ein bißchen Glück im Leben.

    Daniel

    Hallo miteinander,

    ich bin der Ehemann einer Alkoholikerin. Die letzten vier oder fünf Jahre ist sie nicht mehr nüchtern gewesen.
    Ich war Ende letzten Jahres so weit, dass ich nicht mehr bereit war, dies alles mitzumachen. Als ich damit begonnen habe, Trennung, Scheidung usw. vorzubereiten, war sie schlagartig trocken.

    Sie hat mir erzählt, sie habe das mit Hilfe des Anästhesie-Chefarztes am hiesigen Krankenhaus hinbekommen und mit Hilfe von Akupunktur (den Arzt kennen wir schon 25 Jahre, es ist wirklich sehr gut bei Problemen mit Betäubungsmitteln..). Seither hat sie allerdings körperlich heftig abgebaut, ca. 12 - 15 kg. Mittlerweile schlabbern bei Hosen der Grösse 36. Sie sieht aus wie magersüchtig.
    Ich habe dann letzte Woche mit dem oben genannten Arzt aufgenommen, per e-mail und um einen Gesprächstermin gebeten. Schließlich bin ich der nächste Angehörige und wollte wissen, ob ich mir Sorgen machen muss. Zu meiner großen Überraschung teilt mir der Arzt mit, dass meine Frau bei ihm gar nicht in Behandlung sei!
    Zur Rede gestellt will sie mir weismachen, sie habe ganz alleine aus freien Stücken von sich aus aufgehört und werde nie im Leben wieder einen Tropfen Alkohol anrühren.

    Ich kann und will das nicht glauben, dafür habe ich schon zu viel mitgemacht.

    Wenn das wirklich geht, ein Entzug ohne jede medizinische Unterstützung - dann hat sie nicht gesoffen, weil sie körperlich abhängig war. Sondern nur, um die Kinder und mich zu ärgern und zu stressen. Das allerdings würde zu ihrem Charakter und Naturell passen. Je mehr ihre Umwelt auf sie einwirkt, vom Alkohol zu lassen, umso mehr säuft sie dann.

    Nun meine Frage an die Wissenden hier:

    Ist es möglich, so ein Entzug ohne Hilfe, ohne medizinische Überwachung, einfach so?

    Daniel