Beiträge von zampano78

    Hallo liebe community,
    vielen Dank für eure Beiträge, es ist viel geschrieben worden, worüber ich oft nachdenke.
    Das meine Mutter die alleinige Schuld an ihrer Sucht trägt scheint mir mittlerweile plausibel, aber ich brauch wohl einige Zeit um das richtig zu verarbeiten und zu verstehen ( vielleicht ein Leben lang ).
    Naja aber wie gesagt eure Beiträge haben einiges bewirkt, trotzdem möchte ich meine Story weitererzählen, damit ich mir meinen Kummer von der Seele reden kann.

    Wir zogen also damals in einen sozialen Brennpunkt in Aachen, ich war so um die 9 Jahre alt.
    Die Wohnung war o.K. und auch die Umgebung schien nett zu sein, mit Spielplatz und Jugendtreff und so aber ich hatte schon damals kein Selbstvertrauen und so brauchte ich fast 2 Jahre um die ersten Kontakte zu knüpfen. In der Schule und in meiner Klasse war ich anerkannt und wurde auch gemocht, aber bis heute brauche ich unheimlich lange um mich Menschen gegenüber zu öffnen. Als die ersten Kontakte dann entstanden war von einem auf den anderen tag mein Vater weg, spurlos verschwunden. Keine Erklärung, nichts. Ich denke die beiden haben versucht ihre Beziehung zu retten aber der Alkohol hatte gesiegt.
    Und jetzt kommt eine unheimlich wichtige Frage für mich, an der ich bis heute zerbreche:

    Lässt ein Vater seine zwei Söhne alleine bei einer alkoholkranken Mutter zurück?
    Ohne ein Wort, eine Telefonnummer, eine Adresse?
    Ich kann damit wie gesagt bis heute nicht umgehen.

    Irgendwann, durch puren Zufall, traff ich meinen Vater nach der Schule in der Stadt. Wir redeten kurz und er sagte er würde sich melden....das wars!

    Es kam, wie kommen mußte, meine Mutter trank noch mehr und viel auf einmal einfach um. Der Rettungswagen kam und sie wurde ins Kranken haus gebracht. Ich denke das war so ein halbes Jahr nach der Trennung meines Vaters. Zum Glück hatte sie jemanden kennengelertn, Gott alleine weiß wo, und dieser Mann kümmerte sich um uns Kinder. Nicht immer sehr behutsam, aber er tat sein bestes. Ich danke ihm bis heute für all das was er für mich und meinen Bruder getan hat.
    Naja, sie hat überlebt, kurz vor dem Nierenversagen, und dieser neue Lebenspartner erzählte mir eines Abends wie schlecht es um meine Mutter gestanden hat und das sie alkoholkrank sei.

    Er hat ihr damals so richtig den Kopf gewaschen und sie versprach Besserung. Komischerweise blieb dieser Mann bei meiner Mutter und die zwei heirateten. Ich habe sehr viel von diesem Menschen gelernt und er war in schlimmen Stunden für unsere Familie da, mehr als mein Vater es jemals sein wird.

    Man sah bei meiner Mutter wirklich Besserung und es schien als täte ihr dieser Mann sehr gut. Der Kontakt zu meinem Vater war sporadisch und er bezahlte auch nur das was er mußte. Irgendwann brach der Kontakt völlig ab.
    So ging die Zeit ins Land und alles schien in Ordnung zu Hause, was mein Umfeld betrifft so muß ich leider sagen, das ich mit Leuten in Verbindung kam, die schlecht für mich waren. Gras war an der Tagesordnung.
    Ich hatte keine eigene Meinung und tat immer das was andere mir sagten. Nebenbei lief die Schule nur noch so. Da ich aber einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn besitze, konnte ich mich aus so manch krummen Dingen raushalten. Mit den fadenscheinlichsten Ausreden natürlich. Ich hatte einen Freund ( damals dachte ich es wäre einer ) der total von mir Besitz ergriffen hatte. ich weiß das klingt blöd, war aber so. Damals denke ich begann die Zeit wo es Anfing das ich dachte, ich sei nicht normal. Und das mit den wahnwitzigsten Vorstellungen. Beispiele hierfür will ich euch später aufführen. Von Selbstvertrauen will ich gar nicht reden.
    Die Zeit verging und es folgten eineige traumatische Ereignisse. Von einem will ich jetzt berichten.
    Wie gesagt ich war mit 14 der Meinung , miene Mutter hat die Alkoholsucht überstanden. Über Weihnachten und Neujahr fuhren wir immer nach Österreich in Urlaub, das war für uns Kinder totlangweilig. Ich hatte ein Doppelzimmer mit meinem Bruder zusammen und meine Mutter brachte die leeren Koffer in unseren Schrank. Jetzt kam es das ich einen nachmittag auf meinem Bett lag und versuchte zu schlafen. Ich drehte dem Schrank den Rücken zu. Aufeinmal kam meine Mutter herein und öffnete den Schrank. Ich stellte mich schlafend und hörte wie sie eine Flasch öffnete und daraus trank. Sie verschloss wieder alles und ging raus. Ich schaute nach und fand 5 Sektflaschen mit Drehverschluß.
    Von da an wußte ich das das alles wohl doch noch nicht vorbei war.

    Puh, für heute genug geschrieben. Ich hoffe auf eure Meinungen.
    Bis dahin habt euch wohl.
    LG Zampano

    Danke für den Tip!

    Hallo liebe Forenuser,
    hier ist nun mein zweiter Bericht und ich kann an dieser Stelle schon erwähnen, das meine Seele nach dem ersten Bericht leichter wurde. Auch vielen Dank möchte ich euch für die nette Begrüßung hier sagen.
    Nun gehts weiter:
    Wie gesagt meine Mutter hat mich im Alter von 6 oder 7 Jahren schon ins Geschäft geschickt um Alkohol zu kaufen.
    Damals war ich zu klein um zu wissen was da passierte.
    Ich tat also immer fleißig was mir aufgetragen wurde und so ging die Zeit ins Land. Nach außen hin waren wir wohl eine Bilderbuchfamilie, denn meine Mutter hat es sich nie anmerken lassen, das sie betrunken war, aber sie brauchte immer ein gewisses Level um im Leben klar zukommen.

    Es gibt meiner Meinung nach 3 wichtige Personen die zu der damaligen Zeit am Schicksal meiner Mutter Verantwortung zu tragen haben.

    1. die Mutter meiner Mutter ( also meine Oma )
    Sie hatte ebenfalls einen Mann, der gerne getrunken hat und auch fremden Frauen nicht abgeneigt war. Nach außen hin, wie bei uns auch war aber immer alles in Ordnung, ich könnte kotzen wenn ich jetzt drüber nachdenke, also eine Scheinwelt. Meine Oma wußte natürlich von den Problemen meiner Mutter, aber anstatt ihr damals zu helfen, vertuschte sie alles, damits nach außen hin sauber aussah. Teilweise unterstützte sie sogar den Alkoholkonsum finanziel. Mein Opa ist übrigens 1994 an Krebs gestorben.

    2.Meine Großtante
    Eine sehr nette Frau damals, so Mitte 50 , wenn ich mich recht erinnere.
    Zu ihr konnte meine Mutter immer gehen wenn sie Probleme hatte, und was tat meine Tante dann:
    Setz dich mein Kind, mir kannste ja alles erzählen, aber zuerst hol ich uns mal ein Schnäpschen, ich denke ihr versteht was ich meine.
    Sie hat sich 1994 erhängt.

    Diese zwei Personen haben also damals schon die Alkoholsucht meiner Mutter unterstützt, ja heute würde ich sogar sagen gefördert.

    Und nun kommt wohl die tragischste Person in meinem Leben dazu,

    3.Mein Vater
    Er war eigentlich immer mein Vorbild und ich weine heute noch oft wenn ich an meine Kindheit denke. Aber es gab ein Ereignis das die ganze schöne Welt damals zusammen brechen ließ. Ich weiß noch wie heute als ich damals in die Küche kam und meine Mutter mir sagte ich dürfe nicht mehr mit unserem Nachbarsmädchen spielen. Ich war um die 9 Jahre alt und hatte bisdaher ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu diesem Mädchen gehabt. Auch beide Elternpaare waren dick miteinander befreundet gewesen. Beide Familien hatten in Belgien einen Campingwagen fest auf einem Platz stehen und wir verbrachten eigentlich immer die Wochenenden und die Sommerferien zusammen dort.
    Einfach gesagt, sie war damals meine beste Freundin.
    Und dann kam wie erwähnt an diesem einen Tag die Anordnung meiner Mutter, ich durfte keinen Kontakt mehr zu ihr haben und zum Rest der Familie auch nicht.
    Ich glaube das war das erste Mal in meinem Leben das ich jemanden verlor, den ich sehr mochte.
    Was war passiert: Mein Herr Vater war der Meinung das die Nachbarin ihm über die Alkoholsucht meiner Mutter hinweghelfen könne und so vögelten die zwei miteinander wann immer sie Lust hatten.
    Irgendwie hatte meine Mutter das raus bekommen und so war ihre Reaktion wohl auch verständlich, nur nicht für uns Kinder, denn uns hat damals niemand was erklärt.

    Auch hierbei türmt sich in mir eine unglaubliche Wut, stellt euch jetzt mal das Leben meiner Mutter vor.............

    Eine schwache Mutter ( meine Oma ), eine schwache Tante und ein Ehemann der fremdgeht!!! Na dann Prost oder wie.

    Ich denke das war der Punkt an dem meine Mutter sich ganz dem Alkohol überlies, wenn wunderts denn sie war vor diesem Ereignis schon sehr labil.
    Daraus resultierte dann das die Familie, mit meinem Vater umzog um wohl einen Neustart zu versuchen, der mächtig in die Hose ging.

    Wir zogen in ein anderes Stadtviertel in Aachen, wo die sozialen Aspekte stark absanken, auf deutsch, rund herum nur Assis.
    Aber da zogen wir hin, weils besser werden sollte.
    Ich war damals so 9 Jahre alt und eigentlich immer noch unwissend, wie ich heute sagen kann. Aber es geht ja noch weiter.

    Wenn man heute bedenkt was diese Personen mir und meinem Bruder angetan haben, und selber nicht einen Gedanken daran verschwendet haben könnte ich kotzen.

    Ich danke euch fürs zuhören und freue mich auf eure Meinungen.
    Habt euch wohl, ich denke mal bis morgen.
    LG zampano

    Hallo liebe Forenuser,
    vor einiger Zeit habe ich mich hier neu vorgestellt und ich denke es ist jetzt an der Zeit euch meine Story zu erzählen. Für eure Meinungen oder Tipps wäre ich euch dankbar.
    Ich bin 31 jahre alt und lebe mittlerweile in der Nähe von Koblenz.
    Aufgewachsen bin ich aber in einem schönen kleinen Stadtteil von Aachen.
    Eine saubere Ecke, mit normalen Bürgern, also nix sozialer Brennpunkt oder so. Warum ich das erwähne wird später noch deutlich.
    Meine ersten Erinnerungen gehen zurück, da war ich so ca. 6 oder 7 Jahre alt. Ich denke so 1985.
    Mein Vater ( oder Erzeuger ) hatte einen guten Job und meine Mutter war Hausfrau und kümmerte sich um meinen Bruder und mich der damals ca. 3 Jahre alt war. Also eigentlich eine schöne, kleine Familie. Damals hatte ich natürlich nicht das Bewußtsein zu berstehen, was um mich herum passierte und ich erinnere mich auch kaum noch an die Zeit. Aber eine Sache hat sich in mein Gedächtnis gebrannt:

    Wenn ich von der Schule kam, gab mir meine Mutter oft einen Zettel in die Hand auf dem stand: Mein Sohn darf eine Flasche Korn kaufen, oder mein Sohn darf eine Flasche Wein kaufen.
    Damit schickte sie mich dann zum xxx, direkt gegenüber von uns und ich brachte die Sachen heim. Wie gesagt damals völlig ohne irgendetwas dabei zu denken. Wie auch in diesem Alter.
    So dürfte jetzt jedem klar sein das es um meine Mutter geht, die damals ca. 30 Jahre alt war.
    Aber so lebte ich als Kind, muss man sich mal vorstellen, und die Story geht ja noch weiter.....
    Aber erst heute, mit 31, ist mir klar das ich damit alleine nicht fertig werde, und deshalb erzähl ich euch das, in der Hoffnung hier,"Leidensgenossen" zu finden.
    Ich habe oft seltsame Gedanken und auch mein Körper zeigt mir oft Reaktionen, wo ich denke mein Gott, du bist nicht normal und deshalb nutzte ich dieses Forum, um mal loszuwerden was ich die letzten 25 Jahre mitgemacht habe.
    Ich danke euch im voraus schonmal fürs zuhören.
    Ich denke ich melde mich Montag wieder.
    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
    Habt euch wohl.
    LG
    zampano

    edit summerdream: bitte keine firmen-/markennamen nennen - thx