Hallo an alle!
Ich fühle mich gerade, als würde ich nach jahrelangem Leben in einem dichten Nebel, in dem ich mich völlig verloren und kaum etwas gesehen und wahrgenommen habe, wieder ans Licht finden. Aber das Licht tut weh und ich kann gar nicht damit umgehen - eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
Ich möchte euch heute ein bißchen was von mir erzählen. Wenn ich mir selbst meine Geschichte ansehe, kann ich plötzlich immer mehr verstehen.
Von meinem Vater wurde ich schon verlassen, als ich noch gar nicht auf der Welt war, sprich er hat sich aus dem Staub gemacht, als meine Mutter mit mir schwanger wurde. Ausser die monatlichen Alimente habe ich nie ein Lebenszeichen von ihm bekommen und als ich 13 war, ist er bei einem tödlichen Autounfall ums Leben gekommen.
Meine Mutter hat anscheinend mir die Schuld daran gegeben, dass sie verlassen wurde, sie konnte mich nie wirklich lieben und hat die Verantwortung für mich an meine Großeltern abgegeben.
Ich hatte es bei ihnen nicht schlecht, aber Vater und Mutter konnten sie mir nicht ersetzen. Die Beziehung zu meinem Großvater war auch eher schwierig, er war ein ziemlicher Tyrann und Zuwendung gab es nur, solange ich so war, wie er mich haben wollte.
Das Männerbild, mit dem ich also aufgewachsen bin, kann sich jeder vorstellen. Sowas wie Selbstwertgefühl habe ich nie entwickelt. Ich kam mir immer ziemlich klein und unbedeutend vor.
Nach einigen unbedeutenden Beziehungen habe ich mit fast 30 Jahren meinen jetzigen Mann kennengelernt. Er war klug, selbstbewusst und erfolgreich (ist er immer noch) und ich konnte es kaum fassen, als er MICH fragte, ob ich ihn heiraten würde.
Auf der Hochzeitsreise ist unser erstes Kind entstanden (war so geplant) und ich war überglücklich. Doch damals schon hat er angefangen, mich immer öfter alleine zu lassen. Er hat bei keiner Feier gefehlt und ich habe mich ganz meinen Kindern (nach 3 Jahren kam das zweite) und dem Haushalt gewidmet.
Wir haben uns ein eigenes Haus gekauft und er war immer darauf bedacht, mir alles zu ermöglichen, was zu einem angenehmen Lebensstandard beiträgt. Dafür musste ich in Kauf nehmen, dass er nie da war und ich dachte mir, das sei schon richtig, denn man kann ja nicht alles haben und andere wären froh, wenn sie das hätten, was ich habe.
Ich habe aber sehr unter diesem Zustand gelitten und mich in diverse Dinge geflüchtet.
Als unsere Eheprobleme begannen, dachte ich, die Ursache dafür liegt alleine bei mir (schwierige Kindheit....siehe oben), also habe ich angefangen, an mir zu arbeiten (Psychotherapie, Familienaufstellung..).
Ich konnte damit auch wirklich viele Dinge aufarbeiten, was sich auch positiv auf meinen psychischen Zustand ausgewirkt hat.
Trotzdem sind unsere Eheprobleme schlimmer geworden und seit ungefähr einem Jahr befürchte ich, dass das an seinem Alkoholkonsum liegt.
Auch wenns noch so weh tut, ich kann und will meine Augen nicht mehr länger verschließen und im Nebel leben!
Ich hoffe, ich hab niemanden gelangweilt und ihr steht mir weiterhin zur Seite.
Alles Liebe für euch
Schneewittchen