Beiträge von Schneewittchen 2108

    Hallo barcelona!

    Es tut mir leid, wenn ich dich mit meiner Aussage erschreckt habe, auch für mich war es nicht leicht, das zu erkennen. Ich denke aber, diese Erkenntnis ist der erste Schritt. Für mich ist diese Tatsache auch gar nicht so sehr eine Selbstkritik, sondern nur das Erkennen, dass ich niemand anderen dafür verantwortlich machen kann, ob es mir gut oder schlecht geht.

    Ich stehe noch ganz am Anfang meines Weges und weiß noch nicht genau wie er aussehen wird, aber ich werde einen Schritt nach dem anderen machen.
    Ich habe mich in den letzten Jahren total zurückgezogen und mich ganz dem Gefühl "mir geht es so schlecht, weil mein Mann trinkt" hingegeben.
    Jetzt bin ich dabei, herauszufinden, wie ich mir Gutes tun kann. Ich weiß zum Beispiel, dass ich gerne einen Yoga-Kurs besuchen möchte und ich werde zu einer SHG gehen. Das können für dich natürlich ganz andere Dinge sein.

    Frage dich, was du für dich tun kannst, um wieder Freude in dein Leben zu bringen und warte nicht darauf, dass jemand anderer etwas für dich tut.

    Ich hoffe, ich konnte dir damit ein wenig helfen.
    lg Schneewittchen

    Hallo zusammen!

    Dieses Forum gefunden zu haben ist für mich ein Segen.
    Zu wissen, dass man nicht alleine ist und viele Dinge plötzlich anders sehen zu können, durch Erfahrungen und Denkanstöße anderer, ist sehr heilsam für mich!

    Gotti, du bist eine sehr weise Frau und jeder, der dich an seiner Seite hat, kann sich glücklich schätzen.

    Ich danke euch allen!
    Schneewittchen

    Hi und herzlich willkommen!

    Ich bin auch noch nicht lange hier, aber deine Zeilen könnten von mir sein. Ich habe auch geglaubt, dass das Aushalten verschiedener Dinge der Preis für ein ansonsten angenehmes Leben ist. Aber auch ich will und kann diesen Preis nicht mehr bezahlen.

    Warum wir das so lange zulassen? Weil auch wir süchtig und krank sind. Mein erster Schritt war, das zu erkennen. Jetzt bin ich dabei etwas dagegen zu tun. Ich weiss, dass das, was auf mich zukommt nicht leicht sein wird, aber ich weiss auch, dass ich die Verantwortung für mein Leben und mein Glück selbst in der Hand habe.

    Alles Gute und viel Kraft für dich!
    Schneewittchen

    Hallo an alle!

    Ich fühle mich gerade, als würde ich nach jahrelangem Leben in einem dichten Nebel, in dem ich mich völlig verloren und kaum etwas gesehen und wahrgenommen habe, wieder ans Licht finden. Aber das Licht tut weh und ich kann gar nicht damit umgehen - eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

    Ich möchte euch heute ein bißchen was von mir erzählen. Wenn ich mir selbst meine Geschichte ansehe, kann ich plötzlich immer mehr verstehen.

    Von meinem Vater wurde ich schon verlassen, als ich noch gar nicht auf der Welt war, sprich er hat sich aus dem Staub gemacht, als meine Mutter mit mir schwanger wurde. Ausser die monatlichen Alimente habe ich nie ein Lebenszeichen von ihm bekommen und als ich 13 war, ist er bei einem tödlichen Autounfall ums Leben gekommen.
    Meine Mutter hat anscheinend mir die Schuld daran gegeben, dass sie verlassen wurde, sie konnte mich nie wirklich lieben und hat die Verantwortung für mich an meine Großeltern abgegeben.
    Ich hatte es bei ihnen nicht schlecht, aber Vater und Mutter konnten sie mir nicht ersetzen. Die Beziehung zu meinem Großvater war auch eher schwierig, er war ein ziemlicher Tyrann und Zuwendung gab es nur, solange ich so war, wie er mich haben wollte.

    Das Männerbild, mit dem ich also aufgewachsen bin, kann sich jeder vorstellen. Sowas wie Selbstwertgefühl habe ich nie entwickelt. Ich kam mir immer ziemlich klein und unbedeutend vor.

    Nach einigen unbedeutenden Beziehungen habe ich mit fast 30 Jahren meinen jetzigen Mann kennengelernt. Er war klug, selbstbewusst und erfolgreich (ist er immer noch) und ich konnte es kaum fassen, als er MICH fragte, ob ich ihn heiraten würde.
    Auf der Hochzeitsreise ist unser erstes Kind entstanden (war so geplant) und ich war überglücklich. Doch damals schon hat er angefangen, mich immer öfter alleine zu lassen. Er hat bei keiner Feier gefehlt und ich habe mich ganz meinen Kindern (nach 3 Jahren kam das zweite) und dem Haushalt gewidmet.

    Wir haben uns ein eigenes Haus gekauft und er war immer darauf bedacht, mir alles zu ermöglichen, was zu einem angenehmen Lebensstandard beiträgt. Dafür musste ich in Kauf nehmen, dass er nie da war und ich dachte mir, das sei schon richtig, denn man kann ja nicht alles haben und andere wären froh, wenn sie das hätten, was ich habe.

    Ich habe aber sehr unter diesem Zustand gelitten und mich in diverse Dinge geflüchtet.
    Als unsere Eheprobleme begannen, dachte ich, die Ursache dafür liegt alleine bei mir (schwierige Kindheit....siehe oben), also habe ich angefangen, an mir zu arbeiten (Psychotherapie, Familienaufstellung..).
    Ich konnte damit auch wirklich viele Dinge aufarbeiten, was sich auch positiv auf meinen psychischen Zustand ausgewirkt hat.

    Trotzdem sind unsere Eheprobleme schlimmer geworden und seit ungefähr einem Jahr befürchte ich, dass das an seinem Alkoholkonsum liegt.

    Auch wenns noch so weh tut, ich kann und will meine Augen nicht mehr länger verschließen und im Nebel leben!

    Ich hoffe, ich hab niemanden gelangweilt und ihr steht mir weiterhin zur Seite.

    Alles Liebe für euch
    Schneewittchen

    Liebe Gotti!

    Aus deinen Zeilen höre ich raus, dass du schon Vieles hinter dir hast, was ich noch vor mir habe.

    Mein Mann ist der Meinung, dass er kein Alkoholproblem hat und dass lediglich ich ein Problem mit seinem Alkoholkonsum habe. Ich weiss auch nicht, wieweit er sich selber belügt, oder die Augen davor verschließt. Ich weiss nicht, ob er es nicht schon längst weiss, oder ob er wirklich der Meinung ist, dass alles in Ordnung ist. Im Grunde genommen weiss ich nicht mal, ob ich nicht alles "zu eng" sehe und ihm Unrecht tue.

    Mein Mann ist ein sehr intelligenter, gebildeter und sensibler Mensch. Ich kann sonst mit ihm über alles reden, aber wenn es um dieses Thema geht, wird er schnell agressiv und er weiss auf alle Argumente von mir ein Gegenargument.
    Mittlerweile haben wir uns darauf geeinigt, dass jeder von uns eine andere Wahrnehmung dieses Thema betreffend hat.

    Aber stehe ich mit dieser Ausgangssituation nicht schon auf verlorenem Posten? Heisst das, dass eine Trennung unausweichlich ist? Um etwas zu verändern bedarf es dazu nicht die Bereitschaft von beiden?

    Liebe Gotti, bitte steh mir weiter mit deiner Erfahrung zur Seite!

    lg Schneewittchen

    Es tut schon gut, wenn man erfährt, dass es auch andere gibt, denen es genauso oder ähnlich geht.

    Nun habe ich aber noch eine Frage für heute:
    Da ich ja grundsätzlich mein (unser?) Problem gemeinsam mit meinem Mann lösen möchte (ich liebe ihn) und ich weiß, dass wir Hilfe brauchen, was sind die richtigen Anlaufstellen für mich (uns)? Eine Eheberatung, eine Psychotherapie, eine Mediation, eine Suchtberatungsstelle....???

    Ich bin für alle Ratschläge dankbar, da viele von euch anscheinend schon viel weiter sind als ich.

    Ich wünsche allen einen schönen Abend!
    Gruß Schneewittchen

    Ja, ich hab mich auch verbogen.
    Ich habe mich von einem lebenslustigen, neugierigen und unternehmungslustigen Menschen in einen Eremiten verwandelt.
    Vor vielen Jahren (sind es wirklich schon fast 17??!!??) haben wir viel miteinander unternommen. Aber egal, was wir taten, er hat dabei immer auch getrunken. Schon nach 2 Bier wird er extrem lustig, charmant, selbstbewusst, einfühlsam....... und ich daneben war immer nur die graue Maus, die Spassbremse.
    Mittlerweile gehe ich diesen Situationen ganz aus dem Weg und verkrieche mich zuhause.
    Nicht dass er diese Charaktereigenschaften nicht hätte, wenn er nicht getrunken hat, aber gleichzeitig ist er dann auch noch ein Mensch mit Ängsten, Sorgen, Nöten...., so wie ich halt.
    Wenn er getrunken hat, fühle ich mich neben ihm einfach nur ganz klein und diesen Zustand HASSE ich.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es verständlich ist, was ich hier so schreibe, aber es ist das erste Mal, dass ich mich so konkret mit diesen Gedanken auseinandersetze. Es ist für mich selbst alles noch so verwirrend.

    Danke, dass ihr da seid!
    Schneewittchen

    Vielen Dank für eure lieben und aufmunternden Worte!

    Ich glaube, ich habe schon begriffen, dass es für mich nicht um das Alkoholproblem (oder nicht Alkoholproblem) meines Mannes gehen soll, sondern darum, dass ICH mit seinem Alkoholkonsum ein Problem habe. MIR geht es schlecht damit, also sollte ICH mir Hilfe suchen und daran arbeiten, dass es MIR wieder besser geht.

    Aber soll in einer Ehe nicht auch das WIR wichtig sein? Muss man nicht auch Kompromisse eingehen, ist es nicht sehr egoistisch nur auf sich selbst zu schauen? Muss man nicht auch lernen, mit bestimmten "Macken" des Partners zu leben?

    lg Schneewittchen 2108

    Hallo an alle hier Angemeldeten!

    Ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen: ich bin 45 Jahre und seit 17 Jahren mit einem Mann verheiratet, der schon immer zu den verschiedensten Anlässen Alkohol getrunken hat, in den letzten Jahren täglich Alkohol trinkt. Es ist nicht so, dass er oft betrunken ist, aber es sind täglich 1-2 Bier, am Wochenende mehr.
    Zuerst hat mich eigentlich nur gestört, dass er nie nach der Arbeit heimkam, ohne nicht vorher noch einen Abstecher ins Wirtshaus (ist gleich bei uns nebenan) zu machen. Er ist selbständig, arbeitet viel und hat somit auch wenig Zeit für mich und seine Familie (2 Kinder). Dass er so viel von der wenigen Freizeit lieber beim Wirt verbringt, hat mich immer sehr verletzt. Auf den Gedanken, dass er vielleicht Alkoholiker ist und gar nicht anders kann, bin ich erst vor wenigen Tagen gekommen (oder weiss ich es insgeheim schon viel länger?).
    Frühere Gespräche darüber wurden mit Beschwichtigungen (Stressabbau....) abgetan.
    Kann es sein, dass ich so lange die Augen vor etwas verschlossen habe, oder ich es nicht sehen wollte?
    Dass es sowas wie Co-Abhängigkeit gibt, weiss ich erst seit wenigen Tagen. Da ich aber noch nicht mal wirklich weiss, ob mein Mann Alkoholiker ist (er bestreitet es vehement), wie kann ich wissen, ob ich Co-abhängig bin? Was, wenn ich "Gespenster" sehe oder mich in etwas "hineinsteigere" was gar nicht da ist?

    Ich hab so viele Fragen, weiss gar nicht, wo ich anfangen soll zu denken.

    Beim Lesen eurer Beiträge habe ich so viele Gedanken und Gefühle gefunden, in denen ich mich wiedergefunden habe, dass es mir Angst macht.

    Vielleicht könnt ihr mir bei meinem Weg, der jetzt vielleicht vor mir liegt helfen?

    Liebe Grüße Schneewittchen 2108