Beiträge von Kaleu

    Nach allem was Du schreibst, willst Du aufhören zu Saufen, sonst aber eigentlich alles irgendwie so lassen.

    Ich mag mal zusammenfassen, was Du auf den letzten Seiten so von Dir preis gegeben hast.

    Du befindest Dich in einem Umfeld in dem Spass vor allem daraus besteht, legale wie illegale Drogen zu konsumieren.
    Du bist berit Dich zu prostituieren.
    Du bist Dir so wenig wert, daß Du Schwierigkeiten hast, ein Date abzusagen, von dem Du schon im Vorfeld weisst, daß Du mehr oder weniger dazu benutzt wirst ein Spielzeug (für was auch immer, ich denke das muss hier nicht thematisiert werden) für andere Menschen zu sein.
    Und irgendwie ist das alles für Dich auch ganz normal und solange Du nicht säufst ist alles halb so wild. Und die Anderen koksen ja "nur". Alles also ganz harmlos.

    Ist Dir mal der Gedanke gekommen, daß Du vielleicht mit dem Saufen angefangen hast, weil Dir dieser Lebensstil und Dein Umgang mit Dir selbst weh tut und Du Dich in eine Sucht flüchtest um möglichst wenig von all dem mitzubekommen?

    Also ich würde ja beim Absagen eher sagen, daß ich ein Problem mitdieser Art "Spass" hätte.

    Zitat

    ICH habe die Kontrolle!!!

    1. Nein!
    2. Ist Kontrolle haben Dein Ziel?


    Zitat

    Mir tut nur mehr weh, dass ich solche (meine letzten) Kontakte nun auch abbrechen muss...

    Dir tut ernsthaft weh, Kontakte zu verlieren, die Dir nicht gut tun und wo Du bereits im Vorfeld Angst vor dem Treffen hast?

    Hallo Lyni,

    ouch, das ist schon ne Hausnummer was Du da schreibst. Klingt erstmal so, als willst Du das Saufen zwar aufhören, aber Dein Leben wie gehabt fortsetzen.

    Dieser Lebensstil und die Sucht greifen aber ineinander.

    Ich kann da nur Andi beipflichten, irgendwo hingehen, damit andere ihren Spass an mir haben, obwohl ich mich selbst davor fürchte, das ist so destruktiv und selbstverleugnend, damit tust Du Dir keinen Gefallen. Der Einsamkeit entkommst Du auf diese Art auch nicht. Eher im Gegenteil.

    Du hast im Eingang was geschrieben:

    Zitat

    Es passierten die kuriosesten Dinge dort - schlussendlich habe ich mich für den Stoff, für ein bisschen Liebe und Zuneigung prostituiert

    Siehst Du da im heutigen geplanten Abend einen Unterschied?

    Lieben Gruß

    Kaleu

    Liebe Lynielle,

    also hausarzt ist doch schon mal ein Super Anfang. Hauptsache erstmal ein Eingeweihter der Dir weiter helfen und neue Ansprechpartner und Möglichkeiten nennen kann. Ich find's Spitze, daß Du gleich mit offenen karten spielen gehst. Für Jemand der so jung ist und mit so schwieriger Geschichte nicht selbstverständlich - aber es birgt auch ein enormes Potential für Dich.

    Du musst nämlich nicht erst so'n alter Knacker wie das halbe Forum werden um wirklich ein glückliches Leben zu haben ;)

    Also Suchtberatung ist 'ne tolle Sache, weil's die in grösseren Städten für umme gibt und man einfach so hingehen kann. Das sind dann zwar nicht unbedingt ausgebildete Psychologen oder Therapeuten, aber Sucht hängt ja nun so oft mit sozialem Abstieg zusammen, da haben die meissten Suchtberater dennoch gut Erfahrungen und auch ein breites Verständnis. Ich kenne 3 Suchtberater jetzt schon sehr lang, der eine zum Beispiel zieht junge Leute nebenher aus der Drogenszene. Der weiss besser was wirklich Sache ist als jeder Therapeut.

    Im Zweifel, wenn Du vielleicht an einen Anfänger kommst der sich damit vielleicht etwas überfordert fühlt, kannst Du immernoch mal schauen ob Du nicht mal nach 'nem Anderen schaust.

    Aber zuerst mal gilt - jede Hilfe ist besser als keine Hilfe. Und erstmal Jemanden zum Quatschen haben ist eigentlich unbezahlbar. Und wenn der dann noch ein paar coole Tips im Köfferchen hat erst recht.

    EIne zusätzliche Möglichkeit wäre 'ne Selbsthilfegruppe. Ob das was für Dich ist, weiss ich aber echt nicht zu sagen. Da hilft ausprobieren. Ich will mal ehrlich sein, als ich vor 4 Jahren meine Gruppe gefunden habe, war das zum Anfang zwar echt 'ne Hilfe, aber selbst für mich waren dann die Altersunterschiede doch ein bisschen zu gravierend. Da war ich mit meinen Mitte 30 'n Kücken. Mit 19 könnte es passieren, daß Du Dir echt 'n bisschen verloren vorkommst. Könnt, muss nicht. Kommt halt auf die Gruppe an. Probiers aus. Versuch macht immer klug.

    Über kurz oder lang mag ich Dir 'n Therapeut empfehlen. Du hast einiges aufzuarbeiten und auch einiges zu lernen, was Du für Dich selber eigentlich brauchst und die Chance hattest Du ja in Deiner Kindheit nun leider nur bedingt. Auch hier hast Du den Vorteil, daß Du noch jung bist und viel auf einer Ars***backe abreissen kannst, wo Du 20 Jahre später gleich 4 Mal so lang brauchst weil sich die miesen Gewohnheiten doch arg manifestiert haben.

    So, Haufen Blabla. Erneut meinen Respekt vor Deinem mutigen Schritt. Ich wünsch Dir echt, daß Du's durchziehst mit allem Schnickschnack. Und ich versprech Dir, es lohnt sich wirklich!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Lynielle,

    heisse Karriere.

    Ich weiss nicht ob Mut und Kraft allein ausreichen. Es gehört 'ne Menge dazu mit 19 auszusteigen wenn man selber merkt, daß man immer mehr auf 'ne schiefe Bahn kommt.

    Hast Du denn ein bisschen Hilfe? Suchtberatung, Therapeut etc.? Ist ja nun nicht nur so, daß es nur um den Alkohol ginge. Und ich denke mit 19 wirst Du im Freundeskreis nur auf wenig Verständnis stossen.

    Das Forum ist 'ne feine Sache, doch wenn ich so'n bisschen Deine geschichte lese wären ein paar echte Menschen die Dir ein bisschen was geben können, was Dir ein Forum nie geben kann vielleicht auch hilfreich.

    Nichtsdestotrotz. Zuerst Mal - Hut ab vor Deiner Entscheidung. Das kann ein toller Anfang sein und es gehört viel Mut dazu.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hhhm, versteh ich das richtig, es geht hier darum, daß Deine Freundin, Dein Umfeld und Deutschland Schuld sind, daß Du säufst. Und wenn die alle nicht wären, dann hättest Du gar nicht erst gesoffen. Ist doch in etwa so, richtig?

    Und jetzt bist ein bisschen angesäuert, daß Du nicht mehr trinken sollst, obwohl all die Anderen das verbockt haben, ja?

    Komisch. Ich kann mich erinnern, als ich noch gesoffen hab - hab ICH gesoffen. Ich hab 'ne Flasche in die Hände genommen, manchmal auch ein Glas. Mit meinen eigenen Händen. Dann hab ich's angehoben und reingeschüttet - möglichst schnell.

    Das muss ja echt ein schlimmes Umfeld bei Dir sein, wenn Deine Freundin und ganz Deutschland Dich sozusagen festbinden und Dir den Alkohol enitrichtern bis Du abhänbgig wirst.

    Schlimm. Sollte man alle verklagen.

    Wäre das vielleicht eine erstrebenswerte Lösung?

    Du verklagst die alle auf Körperverletzung? Dann werden die alle eingesperrt und Du kannst weiter saufen.

    Ach Halt, natürlich wenn die alle weg sind, säufst Du ja nicht mehr. Lag ja nur an den Anderen.

    Zitat

    Jetzt frage ich euch: Gibt es nasse Alkoholiker, die ohne wirkliche fremde Hilfe den Schalter umlegen können und das auch dauerhaft so leben können?

    Ich würde mal sagen - ich halte das für möglich. Wohlgemerkt, ich halte es nur für möglich. Es ergibt nur absolut überhaupt keinen Sinn.

    Jeder, der ernsthaft aufhören WILL zu trinken, wird sofort bemerken, daß er ein Problem damit hat und es ziemlich schwierig wird das völlig allein zu bewältigen. Jeder der ernsthaft aufhören WILL zu trinken, wird demnach auch alles versuchen, damit er das schafft. Und Jeder der ernsthaft WILL hat sich seinen Alkholismus schon eingestanden und demnach würde er sowieso Hilfe in Anspruch nehmen.

    Also nochmal, ich halte es durchaus für möglich, daß man es alleine schaffen kann, aber schlicht und einfach Niemand der es ernst meint und wirklich aufhören WILL, würde es ohne Hilfe machen.

    Der einzige Grund seinen Alkoholismus zu verstecken ist weil man ihn sich nicht eingestehen will und vor allem - weil man weiter saufen will.

    Es gibt keinen anderen Grund dafür es allein überhaupt nur zu versuchen.

    Und da leg ich meine Hand in's Feuer, daß jeder trockene Alkohoiker den Du fragst Dir ganz genau das Gleiche erzählt. Solange er keine Hilfe annahm - dann weil er noch weiter saufen wollte!

    Was ihren Alkoholismus angeht kannst Du Deiner Frau nicht vertrauen. Punkt! Da gibt es kein Wenn, kein Aber, kein Vielleicht und kein Irgendwann.

    Ich finde es gruselig anderen Menschen Ratschläge zu geben, ob sie sich trennen sollen oder dergleichen. Ob Du die Beziehung beenden willst, Dich trennen willst weil es in der Beziehung für Dich einfach nichts mehr zu holen gibt, ist alles Deine Sache. Selbst wenn Du glaubst, Du könntest Deine Frau irgendwie retten, musst Du eben diesen langen harten Weg bis zu dem Eingeständnis, daß Du da überhaupt nichts machen kannst und es auch nicht Deine Verantwortung ist, gehen. All das ist alleine Deine Sache.

    Aber eins kann ich Dir versichern. Wenn sie keine Hilfe will - dann weil sie saufen will!

    Hallo,

    die von euch beschriebenen Ängste kenne ich nur zu gut. Bei mir war's ja nicht nur mein Alkoholismus, sondern auch eine Beziehung in der ich 'ne co-abhängige Rolle gespielt habe. Auch wenn auf der anderen Seite keine stoffliche Sucht im Spiel war.

    Diese Ängste gegen Vertrauen eintauschen schien mir immer unmöglich. Irgendwann musste ich mir aber eingestehen, dass ich mich tatsächlich selbst an meine Ängste klammer um eben nicht weiter nach vorne zu gehen. Auch wenn ich's anders gefühlt habe, war es tatsächlich so, daß nicht meine Ängste mich blockiert haben, sondern daß ich meine Ängste benutzt habe um mich zu blockieren. Alles immer eine Art Klammern an Vergangenem.

    In gewisser Weise hab ich das regelrecht gepflegt. Auch wenn das mehr automatisch und unterbewusst war, war's dennoch da und real.

    Tatsächlich reale Ängste, also die den Alltag betreffen, mein Leben, das Jetzt und Hier, das Heute - da siehts ehrlich gesagt mau aus und die sind so albern winzig, daß ich mich gar nicht dahinter verstecken könnte. Ich hab die aber künstlich aufgebläht. Immer mit dem Zweck um mir irgendwie sagen zu können - DAS kann ich nicht. DAS schaff ich nicht.

    Das bedeutet nun nicht, daß meine Ängste eingebildet gewesen wären. Die waren real. So wie alles was man fühlt real ist. Was nicht real war, war, daß ich handlungsunfähig oder blockiert wäre wegen meiner Ängste sondern, daß ich Ängste erzeugt um blockiert zu bleiben.

    Das Schwierigste war für mich den Zugang dazu zu finden.

    Ich war auch immer mal wieder an der Stelle an der ich das alles gehen lassen konnte, meine Vergangenheit, meine Verletzungen, eben den ganzn Krimskrams den ich unbedingt mit mir rumschleppen wollte. Aber irgendwie hab ich's dann auch immer mal wieder verloren. Zu stark war die Versuchung und auch die Gewohnheit doch noch mal das Vergangene zum Millionsten Mal durchzukauen. Doch noch mal zu versuchen die Vergangenheit zu reparieren.

    Jedes Mal ging's mir dann wieder schlechter.

    Wenn ich ehrlich bin, ist mir das heute auch viel zu anstrengend.

    Ich hab vor kurzem irgendwo was gelesen, das fand ich absolut genial.

    Wenn man versucht ein Problem zu analysieren - dann weil man's nicht lösen will. Denn die Lösung liegt immer genau vor einem. Man braucht sie nur annehmen.

    Funktioniert. Und ist super energiesparend. Energie, die ich dann für's Leben habe :)

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Frank,

    find ich gut wenn Du aufrichtig zu Dir bist. Und auch wenn Du aus allen Beiträgen schaust was Du mitnehmen kannst.

    Eiegtnlich ist es nämlich wurscht was Andere schreiben. Schau drauf was Dich davon berührt. Wobei berühren nicht immer flauschig weich gemeint ist. Wenn Worte eines Anderen in Deinem Inneren was bewegen, dann liegt's immer daran, daß da irgendwas getroffen wurde. Ein wunder Punkt. Oder eine Sehnsucht. Möglichkeiten gibt's da zu Tausenden.

    Finde eine echte Aufrichtigkeit Dir selbst gegenüber. Das heisst noch lange nicht, jeden Blödsinn zu schlucken. Denn es gehört genauso zu Aufrichtigkeit Unterstellungen die Andere für richtig halten aber nicht zu Dir gehören, auch nicht anzunehmen.

    Manchmal tut's weh, vor allem wenn vor mir selbst auffliegt wo ich mich selbst betrogen habe. Aber letztlich heisst das doch nur, daß alles mit mir in Ordnung sein muss.

    Wenn es mir nämlich weh tut, mich selbst zu betrügen - dann muss ich's doch logischerweise mir selbst wert sein, aufrichtig mit mir umzugehen :)

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Ich freu mich und muss lächeln und mag Dich damit anstecken. :)

    Jetzt hast Du Kontakt zu Dir. Alles was Du jetzt tun brauchst ist wachsen lassen, was wachsen will. Ich versprech Dir, es wird keine Angst sein.

    Vielleicht brauchts hier und da noch eine heilende Träne. Trauer ist so, so wichtig.

    Wünsch Dir was Renate. Je größer desto besser. Nicht weniger als ein Wunder.

    Einen schönen Abend Dir

    Kaleu

    Hallo Renate,

    solange es für Dich okay ist, ist es auch okay. Der Rest ist gar nicht wichtig. Und wer weiß schon, was ich manches Mal für einen Kram schreibe :D

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    Ob mir dieser Wunsch zustand....gute Frage.

    Jedem steht Jeder Wunsch zu. Wünsch Dir doch mal was. :)

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    Ich gehe den Weg den ich aushalten kann und er hat nichts abzuleisten ,aber ich darf traurig sein?

    Natürlich. Brauchts dafür mein Einverständnis?
    Deins wäre hilfreicher :)

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    Ich schaue eher auf mich und was dieser ,,Kampf,,gegen den Alkohol und um meinen ex mit und aus mir gemacht hat.
    Gerne hätte ich das Unmögliche möglich gemacht.
    Unwissenheit kann ich als stärkstes Argument vorbringen für mein falsches Verhalten und den egoistischen Wunsch mit diesem Mann gemeinsam alt zu werden.
    Ich sah und spürte nicht das er längst ,,besetzt,, war (Alk)

    Ah, also war's nicht der Ex sondern der Alkohol. Der Böse. Gegen den hast Du verloren, ja? Hat er Dir Mann und Glück weggenommen? All das was Dir zustand?

    Und Du bist sicher, daß Du keine Schuld verteilst?

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    Unwissenheit kann ich als stärkstes Argument vorbringen für mein falsches Verhalten und den egoistischen Wunsch mit diesem Mann gemeinsam alt zu werden.

    Und selbst streichst Du auch gleich einen großen Batzen ein. Ach, Schuld ist sowas feines. Und gerecht ist man auch noch, wenn man sie nicht nur bei Anderen sieht, sondern sich selbst aufbürdet :D

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    Deshalb gibt es so oder so keine Fortsetzung mit diesem jetzt wieder nassen Mann.

    Danach hatte ich nicht gefragt. Sondern ob Du ihn gehen lassen hast.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Marco,

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    Schwere Aufgabe direkt zu Beginn des Weges, aber für irgendetwas wird es gut sein. Leider sehe ich zur Zeit noch nicht für was!

    So? Aber es ist genau vor Deinen Augen. Du hast es gerade geschrieben.

    Hast Du nicht von ihr eins der größten Geschenke bekommen, was ein Mensch einem anderen machen kann?

    Hat sie Dir nicht auf den Weg zu Dir hin geholfen?

    Was mehr sollte ein Mensch jemals für einen Anderen tun können?

    Vielleicht sind Deine ersten Schritte noch unbeholfen und wackelig, nichtsdestotrotz sind es erste Schritte.

    Vielleicht tut es weh sie zu vermissen und vielleicht ist hier noch die ein oder andere Träne nötig. Doch muss Dich das nicht blockieren wenn Du merkst, daß Dir nichts genommen sondern Dir etwas gegegebn wurde.

    Wirf's nicht achtlos weg.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Zitat

    trocken schreiben können wir hier nicht...

    Trocken prügeln hat aber auch noch keiner geschafft s.z. ;)

    Zitat

    anstatt endlich mal ein bißchen Demut zu entwickeln, da fängt es nämlich an mit dem trocken werden!

    Weise Worte. Und weil Du jetzt trocken bist und Demut entwickelt hast und Vorraussagen über andere Menschen machst, schwebst Du jetzt über den Dingen? Vielleicht nochmal bei Wikipedia Demut nachschlagen? ;)

    Hallo Renate,

    Vertrauen war für mich immer das eine große Thema. Ich kam da nie ran. Weil ich's rational versucht habe.

    Vetrauen ist etwas was einen ganz erfüllt. Wenn es einen erfüllen soll, muss natürlich auch Platz dafür sein. Das bedeutet, irgendwas muss raus, irgendwas muss gehen. Hinter mir bleiben.

    Vertrauen hat nicht unbedingt etwas mit mir selbst oder anderen Menschen zu tun. Es ist viel mehr als das. Vertrauen in einen anderen Menschen bedeutet nicht davon auszugehen, daß dieser unfehlbar wäre, nie Mist bauen würde oder nie etwas tun würde, womit ich nicht klar komme. Wer das sucht, sucht nicht Vertrauen sondern Sicherheit weil ihm das Vertrauen fehlt.

    Dafür hab ich lange meine Wände errichtet.

    Wenn Du Vertrauen willst - lass etwas gehen.

    Lieben Gruß

    Kaleu

    Hallo Frank,

    Zitat

    und gaukel mir durch Saufen eine vermeintlich heile Welt vor, in der ich mich auch endlich mal entspannen kann

    Ich musste gerade herzlich über mich lachen, weil ich ja tatsächlich auch mal Alkohol als Entspannung hielt. Doch es war nur weglaufen und der Alkohol stellte eine sehr einfache Möglichkeit dazu dar und verfehlte seine Wirkung auch sehr selten. Verlässlicher kleiner Wegbegleiter. :D

    Wenn Du merkst, daß Dir das mit Deinem Mädel wichtig ist, ist das etwas wunderschönes. Und das ist etwas was Du bereits in Deinem Leben hast. Das bedeutet auch, Du hast jeden Tag die Möglichkeit etwas dafür zu tun.

    Und Du kannst gleich einen ganzen Schwung mehr tun. Wenn Du merkst, daß Dir das etwas bedeutet. Indem Dir Deine Beziehung wichtiger wird als Alkohol tust Du völlig nebenbei etwas für Dich. Etwas elementar Wichtiges. Du fängst an Deine persönlichen Werte ernst zu nehmen und in den Mittelpunkt zu rücken. Auf diesem Weg kommst Du mehr und mehr in Einklang mit Dir selbst, nimmst Dich selbst ernster und verwirklichst den Menschen der tatsächlich in Dir steckt statt wegzulaufen.

    Das betrifft nun nicht nur die Beziehung, sondern das ganze Leben, doch muss gar nicht alles sofort auf einmal sein, mit der Zeit wirst Du merken, daß sich das überall hin übertragen lässt.

    Nimm Dir mal eine Stunde Zeit, ein Blatt Papier und zieh den Stecker vom Telefon raus. Dann stell Dir vor, Du hättest 'ne Million Euro. Oder 10 Millionen. Stell Dir vor, Du dürftest tun was Du willst. Ganz egal was. Es gäbe absolut keine Grenzen. Kein Mensch würde Dir irgendwie reinquatschen, ganz gleich was Du tun willst, alles wär Dir möglich. Und dann fang an zu schreiben, was Du tun würdest. Lass Dich von dem Gedanken anstecken wie ein kleines Kind, lass Dich reinziehen in diesen Gedanken und schreib auf was Du alles tun würdest. Schreib, Schreib, Schreib.

    Mach's mal - nicht nur denken, sondern tatsächlich schreiben. Du wirst staunen welchen enormen Effekt das hat. Keine Angst, da wird nichts von Saufen auf dem Blatt stehen solange Du keinen Saufdruck hast.

    Wenn Du das getan hast, dann schau mal was Du davon heute schon in Deinem Leben hast und was Deine Träume sind die Du noch verwirklichen willst. Dann kennst Du schon einen Großteil Deiner Werte. Mach sie zu Zielen. Heute!

    Nimm Dir diese Stunde und schreib drauf los! Du hast nie eine Stunde besser investiert!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    4 Jahre ist es jetzt her. Mit Grusel denk ich dran zurück. Da sass ich nun. In diesem dunklen Käfig aus kalten Wänden in den ich mich selber eingesperrt hatte. Stück für Stück, Tropfen für Tropfen. Jeden Tag ein bisschen mehr. Einsam. Teilweise verbittert. Nur ein Schatten des Menschen der ich mal war, der in mir steckte. Nur mehr eine leblose Hülle die irgendwie noch funktionierte. Doch in mir funktionierte schon lange nichts mehr.

    Und es wurde eng. Erstickend eng. Die Wände des Käfigs kamen näher. Die Dunkelheit nahm zu.

    Raus hier oder Sterben. Das war die Wahl die ich noch hatte.

    Also Raus hier!

    Ich zwängte mich durch die winzige Öffnung die ich in meinem Käfig zurückliess. Sie war das Fenster nach aussen. Ein bisschen klein um da durchzukriechen, aber der Mut der Verzweiflung machte doch mächtig Druck.

    Eine schöne neue Welt wurde mir versprochen.

    Nachdem ich durch die kleine Öffnung gekrochen war, landete ich in einem verstaubten Keller. Wo ist denn jetzt die schöne neue Welt?

    Da war nur dieser Keller. Doch so schlecht war der gar nicht. Zwar recht dunkel, aber zumindest hatte ich ein 30 Watt Birne die an der Decke baumelte und ein bisschen Licht spendete. Die Wände waren auch nicht ganz so nah. Ich hatte plötzlich etwas Platz.

    Die nächste Zeit, sicher ein Jahr verbrachte ich damit die Öffnung die in den Käfig zurückführte zu verriegeln und verrammeln. Stahltüren wurden gegossen. Gewaltige Riegel entworfen. Alarmanlagen installiert. Mühsam war diese Arbeit, Mühsam, doch notwendig. Denn der Keller war nicht die versprochene schöne Welt. Und manchmal, oft sogar, war es in diesem Keller einsam, kalt, langweilig. Und der Käfig hatte einen Vorteil. Zwar war es da enger aber man musste auch weniger sehen. Weniger was aufzuräumen war. Doch trotzdem war er der Tod. Also lieber alles verriegeln und verrammeln.

    Jahr 2 begann.

    Keller ausstauben, Keller aufräumen. Hier und da wurde ein kleiner Sessel aufgestellt, die Glühbirne gegen eine grössere getauscht. Wände hab ich gestrichen. Bilder aufgehangen.

    Ein, zwei Mal die Woche schaute ich ängstlich nach der verrammelten und verriegelten Öffnung zum Käfig. Alles zu, alles dicht.

    Gemütlich hatte ich's jetzt. Alles konnte seinen geregelten Gang gehen. Und ich war sicher. Sicher durch die Alarmanlagen an der Käfigöffnung. Sicher durch die mittlerweile bunt bemalten Kellerwände.

    Doch es stimmte nicht. Ich hatte Angst. Angst vor der Treppe sie ich beim Aufräumen entdeckte. Waren es nicht die gleichen Wände wie in dem Käfig die mich schützen sollten? War es nicht der gleiche Wunsch nach Sicherheit der mich überhaupt erst in den Käfig zwängte?

    Und ich ergriff Mut die Treppe hinauf zu gehen.

    Jahr 3 begann.

    Wow. Eine richtige Wohnung, viele Zimmer. Viel Platz. Fenster. Licht. Richtiges Licht. Und wieder ein Jahr, Wände streichen, Wände mit Bildern behängen. Sessel aufstellen. Und es war richtig schön.

    Ab und zu, eher selten ging ich in den Keller um nach der verrammelten und verriegelten Öffnung zu sehen. Da war alles dicht. Und in den Keller wollte ich kaum noch.

    Jahr 4 begann.

    Freunde kamen und gingen. Alles wirkte hell und machte Freude. Das musste das Leben sein.

    Doch da waren wieder Wände. Wände die mir Sicherheit geben sollten. Wovor eigentlich? Vor dem was hinter der Haustür liegt? Was ich durch die Fenster sehen konnte? Wovor hatte ich eigentlich solche Angst, daß ich meinte Wände zu brauchen?

    In ein paar Tagen beginnt Jahr 5. Den Schritt durch die Haustür bin ich schon vor einer Weile gegangen. Ein bisschen wehmütig, musste ich doch alles Vergangene, alles was mich schützen sollte hinter mir lassen.

    Wände mag ich heute nicht mehr. Sie geben mir keine Sicherheit. Sie sperren mich ein. Die Wände ließ ich zurück. Dafür bekam ich das größte Geschenk.

    Vertrauen.

    In tiefer Dankbarkeit für alles Geschehene und all Jene die mich begleitet haben.

    Kaleu