Hallo Frank
ZitatEin schönes Leben führen, ohne vernebelt zu sein, mit der Einsicht wirklich nicht mehr trinken zu wollen, weil ich süchtig bin und meine Abhängigkeit nur zum Stillstand bringen kann Idee das wünsche ich mir!
Das halte ich für einen guten Ansatz. Das Wofür - wofür tu ich das, das war bei mir elementar wichtig. Denn durch das Saufen wollte ich ja vor allem abhauen. Vor dem leben und vor allem vor mir selbst.
Wenn ich heute ganz ehrlich bin, hab ich damals als ich aufgehört habe, genauso den ganzen Scheiss runter gelabert ich höre für mich auf. Aber ich hab's nur nachgeplappert weil alle das hören wollten und ich ja alles richtig machen wollte. Tatsache ist, ich hatte eigentlich null Plan was das eigentlich ist. Wer ist das? Dieses Ich? Warum soll ich für den irgendwas machen wenn ich doch am liebsten vor ihm abhaue?
Ich hab damals aufgehört weil ich schlicht und einfach meine Familie nicht verlieren wollte. Dass ich damit tatsächlich schon was für mich tue, weil ich anfange meine Werte zu verändern, hab ich damals auch noch nicht begrabbelt. Das hat alles schon eine ganze Weile gebraucht und war weit mehr als nur Saufen aufhören.
Warum sauf ich heute nicht? Weil ich mit Alkohol nicht glücklich sein kann. Und ich meine damit nicht mal die gesundheitlichen oder langfristigen Folgen. Sondern ich meine jeden einzelnen Moment. Um wirklich glücklich zu sein, brauche ich alle meine Sinne um mich ganz auf den Moment einlassen zu können. Mit Alkohol nehme ich mir genau das aber weg. Ich nehme mir mich selbst weg und das ist heute für mich etwas unvorstellbares mir sowas anzutun.
Besoffenes Glück ist keines. Es ist nur ein Schatten von echtem Glück, echter Liebe, echtem Vertrauen, echter Dankbarkeit. Es ist erstunken und erlogen.
Ein guter Vorsatz wird aber nicht reichen. Denn der hält nur eine Weile an, er verschwindet einfach im Alltag wieder. Bau Dir ein paar Sicherheiten ein. Ich hab damals als ich mein Problem erkannte radikal gehandelt. Binnen einer Woche hatte ich das Forum, eine reale SHG, die Suchtberatung und alle Freunde, Bekannte, Eltern, Familie, Kollegen usw. informiert. Ich bin unheimlich aggressiv da ran gegangen, denn es war mir bitter ernst. Ich wollte diesen Scheiss nicht mehr. Rückwirkend betrachtet wollte ich damals schon leben, wenn ich auch eigentlich keinen Plan hatte was das nun ist.
Unternimm mehr als einen guten Vorsatz.
Und vor allem - tu's nicht um zu kämpfen, sondern um den Kampf zu beenden und zu leben!
Hey, und in Deinem Fall - um zu lieben.
Gibt's was Lohnenderes?
Viel Erfolg. Ich weiß, daß Du's kannst.
Liebe Grüße
Kaleu