Beiträge von Kaleu

    Hallo Susanne,

    Zitat von Die_Susanne


    wenn du deine Freunde nicht einschränken willst,müssen das ja alles Nichttrinker sein,oder?

    Also ich habe in meinem Freundeskreis Niemanden der einzig wegen gemeinsamen Alkoholkonsum zu meinem Freundeskreis zählt oder zählte, falls Du das meinst. Das gab es nichtmal in der Zeit als ich noch gesoffen habe.

    Zitat

    Ich will meine Kinder auch nicht einschränken....aber Alk gibt´s hier in meiner Wohnung trotzdem nicht.
    Und Weihnachten gibt´s auch keine Feuerzangenbowle mehr.
    Auch für meine Kinder gilt:
    Wenn ihr das anders wollt,dann müsst ihr woanders (Weihnachten) feiern.

    Find ich ok und legitim. Mein Sohn ist 14 und die Frage stellt sich daher noch nicht, darum mach ich mir Gedanken wenn es soweit ist. Mich jetzt mit ungelegten Eiern zu belasten wäre für mich nur Energieverschwendung.

    Gruß

    Kaleu

    Hallo Susanne,

    Zitat von Die_Susanne


    @ Kaleu.....was für ein Stress.....dem du dich da aussetzt

    Was für ein Stress? Ich mach mir doch gar keinen. Im Augenblick empfinde ich es sogar stressiger, daß mir nahegelegt wird, daß es besser für mich wäre, daß anders zu handhaben.

    Ich hab keinen Stress damit. :)

    Zitat

    Du bist Alkoholiker und willst deine Freunde da nicht einschränken?

    Richtig.

    Zitat

    Wenn die kein Problem mit Alk haben,dann müssen sie doch gar nix trinken,oder?

    Wieder richtig. Tun sie doch auch nicht :)

    Gruß

    Kaleu

    Moin Hartmut,

    ich fühle mich nicht in die Ecke gedrängt. Du hast mein nein so stehen gelassen und fragst weiter nach. Das ist für mich völlig ok. Davon abgesehen lasse ich mich schon länger nicht mehr in die Ecke drängen.

    Zu Deinen Fragen, der Nutzen hat eben nichts mit dem Alkoholismus selbst zu tun, das hatte ich versucht oben verständlich zu machen, scheint mir misslungen zu sein.

    Der Nutzen ergibt sich für mich aus dem Miteinander mit Gesunden und bezieht sich auf mein Leben. Ich empfinde daraus einen für mich wichtigen Wertgewinn.

    Das Wort Kompromiss gefällt mir an der Stelle nicht, ich sehe es nicht als Kompromiss, einen Kompromiss würde ich eingehen, wenn Jamend von mir erwarten würde, daß ich mit Alkoholkonsum in meiner Gegenwart klar zu kommen habe und ich dem nachgebe. Das ist nicht der Fall, insofern gehe ich keine Kompromiss ein. Wäre es ein Kompromiss, wäre der Nutzen bzw. Mehrwert für mich gar nicht vorhanden.

    Gruß

    Kaleu

    Zitat von Hartmut


    Was macht eigentlich deine CO-Krankheit?

    Moin Hartmut,

    ist in Arbeit. :)

    Zitat

    Welchen Nutzen hat es für dich, wenn andere in deiner Gegenwart Alkohol trinken ? Welchen Nutzen hat es für dich ,andere entscheiden zu lassen inwieweit sie neben dir Saufen oder Trinken zu können.?

    Das muss ich auseinanderdröseln um es beantworten zu können. Die Fragestellung enthält zu viele Einzelpunkte, daß ich die direkt beantworten könnten.

    Saufen zum Beispiel kommt neben mir gar nicht in Frage. Sowas möchte ich weder in meiner Wohnung haben noch geh ich zu irgendwelchen Saufgelagen. Ich redete ausschließlich davon wenn jemand gesund ist und mal ein, vielleicht zwei Gläser Wein neben mir trinkt.

    Dann zum Nutzen, ich habe dadurch, daß Jemand neben mir Alkohol trinkt keinen Nutzen, überhaupt keinen.

    Einen Nutzen habe ich aber persönlich daraus, daß ich es den Anderen selbst entscheiden lasse. Als Matthias es ansprach, sprach ich von Ausnahmen die ich gestatte. Selbstverständlich unter persönlichen Bedingungen, daß ich mit dieser Ausnahme umgehen kann und mich in dem Moment stabil genug fühle.
    Ich rede ausschließlich von Einzelsituationen und Ausnahmen, nicht von der Regel. Meine Freunde kommen mir von allein in Einzelsituationen entgegen und machen Ausnahmen und Veränderungen in ihrem Leben weil ich alkoholkrank bin für mich. Nicht weil ich das erwarte, sondern sie tun es, damit ich an gewissen Feiern oder Momenten teilhaben kann, trotz Alkoholkrankheit. Im Rahmen meiner Möglichkeiten die für mich risikoarm einzuschätzen sind, mache ich diese Ausnahmen für meine Freunde auch, obwohl ich es nicht muss. Das kann jeder sehen wie er will, mir gibt dieses Art des Miteinanders was auf einer anderen Ebene die mit dem Alkoholismus nichts zu tun hat.

    Zu den Gesunden kann ich nicht mehr gehören. Will ich auch gar nicht, ich hatte Dir anderswo geschrieben, daß ich sogar gewissermaßen dankbar bin Alkoholiker geworden zu sein.

    Liebe Penta,

    ich bin in meinem Umfeld klar positioniert. Klarer geht's nicht. Ich bekomme auch keine Rückfragen, was, wie, wo mehr, weil jeder bescheid weiß. Der Grundsatz ist klar, ich bin Alkoholiker, werde ich immer sein. Alkohol in meiner Umgebung tut mir nicht gut, möchte ich auch nicht haben, denn ich fühle mich dann leicht unwohl, das kommt aber vor allem euf meinen emotionalen Zustand in dem Moment an. Im Rahmen dessen was mir möglich ist, mache ich allerdings die oben genannten Ausnahmen und verfolge nicht dogmatisch ein mir selbst auferlegtes Regelwerk. Wichtiger als mich an Regeln zu orientieren ist mir Selbstbeobachtung und Selbsteinschätzung zu lernen, die Aufmerksamkeit für mich selbst. Das wappnet mich langfristig gesehen auch für Ausnahmesituationen die von den Regelwerken im Vorfeld nicht erfasst wurden.

    Zwei solche Ausnahmesituationen hatte ich bereits seit ich trocken bin in denen mir prohezeit wurde, daß wenn ich nicht so und so handele ich wieder anfangen zu trinken werde. Ich hab völlig anders gehandelt, so wie es mir besser ging und ich bin problemlos trocken geblieben dabei. Viel leichter als beim Klammern an ein Regelwerk.

    Das isnd allerdings ausschließlich meine Sichtweisen, ich behaupte nicht, daß das in irgendeiner Weise allgemeingültig ist.
    Karsten betont bspw. daß gerade Anfänger das fehlauslegen könnten und davor warne ich selbst explizit, da ich ohne die Selbstbeobachtung wann ich die Ausnahme unterbrechen oder aufheben muss, auf jeden Fall in Richtung Rückfall steuere.

    Gruß

    Kaleu

    Zitat von Rose2


    Mein zuhause ist meine Burg/Festung,.....und die ist und bleibt alkoholfrei,....das wird aber auch von jedem toleriert und akzeptiert,....selbst mitgebrachter Alkohol würde "draußen" bleiben, samt Gast wenn nötig,...da gibt es bei mir null Kompromisse.

    Das kann ich gut nachvollziehen. Ich würde es nichtmal als Kompromiss betrachten, wenn Jemand das aufweicht. Der Wohnungseigner ist Gesetzgeber. Ob nun Alkohol oder was auch immer, es ist nur normal, daß Jeder die Wünsche des Wohnungseigners zu respektieren hat.

    Auch wenn ich das anders handhabe, muss ich das gar nicht und brauch ich auch nicht. Es hat sich einfach so eingespielt. Vielleicht hat das mit meinem Umfeld zu tun, schwer zu sagen. Es kam noch nicht einer auf die Idee Alkohol zu mir mitzubringen.

    So hab ich zum Beispiel zur Fußball WM 'n Grillen bei mir veranstaltet und hab ausdrücklich Alkohol bei mir erlaubt, nur darauf hingewiesen, daß ich keinen besorgen gehe. Kein einziger meiner Freunde kam mit Alkohol vorbei. Aber auch meine Familie oder sonstwer. Jeder der mich besucht, weiß daß ich Alkoholiker bin und scheinbar scheint es für meine Freunde selbstverständlich zu sein, das zu respektieren.

    Danke Karsten für diese Warnung.

    Danke, auch, daß Du nicht wie Pierre mir unterstellst, daß es bei mir so sein muss.

    Zitat

    Niemand ist vor einem Rückfall sicher und niemand sollte glauben, es geschafft zu haben.

    Dieser Gedanke kann nur nach hinten los gehen. Ich habe bereits in einem anderen Thread mal geschrieben, daß ich für keinen trockenen Alkoholiker die Hand in's Feuer legen würden, unabhängig davon wie lange er trocken ist und wie er das nun macht. Mich eingeschlossen.

    Es gibt kein "Ich hab's geschafft" das bringt allein der Alkoholismus mit sich!

    Ich bin weit davon entfernt zu behaupten ich hätte irgendwas geschafft oder würde behaupten zu wissen wie's geht. Ich kann nur von dem schreiben was für mich funktioniert und was sich als nicht hilfreich für mich herausgestellt hat.

    So würde ich nie auf die Idee kommen, nicht mehr zu meiner SHG zu gehen, allein der Faktor mich immer wieder so an meinen Alkoholismus selbst zu erinnern ist nicht zu unterschätzen.

    Gruß

    Kaleu

    Liebe Rose,

    Danke für Deinen Beitrag.

    Zitat von Rose2


    Die Konsequenz daraus ist,...."sie" müssen damit rechnen das ich nach Tagesform entscheide ob ich an der Feier teilnehme oder nicht,...bzw. auch mal früher gehe.

    Ohne jetzt auf jedes Detail einzugehen, sehe ich das genauso und erlebe es genauso.
    Das verstehe ich unter meiner Eigenverantwortung. Die Menschen in meinem Umfeld wissen von meiner Alkoholkrankheit und daß es eben stark von meiner momentanen emotionalen Stabilität abhängt ob ich an einer Feier teilnehme oder lieber absage, vielleicht einen Ort früher verlasse oder ähnliches. Weder erwarten diese Menschen von mir, daß ich mich nach ihnen richte, noch verübeln sie mir, wenn ich mal früher gehe oder mal absage. Im Gegenzug lasse ich ihnen aber auch ihr Leben so wie sie es für richtig halten. Gegenseitige Erwartungshaltungen haben sich für mich ebenfalls als nicht hilfreich herausgestellt und führten zu Verunsicherungen und der Abgabe von Verantwortung, bis hin zu meiner Destabilisierung und damit zum Risiko für meine Trockenheit.

    Die Rücksichtnahme nicht in meiner Gegenwart Alkohol zu konsumieren habe ich nie von jemandem erwartet, stelle lediglich in meiner Wohung keinen Alkohol zur Verfügung, wer welchen trinken will, muss ihn sich mitbringen. Bisher stand noch Niemand mit Alk bei mir in der Wohnung, er ist jedoch bei mir auch nicht verboten.

    Gruß

    Kaleu

    Hallo MrHardcore,

    Ich finde das weder banal noch hart. Erst das Eingeständnis, daß ich alkoholkrank bin und mein Leben lang alkoholkrank sein und bleiben werde ermöglicht mir überhaupt erst alles weitere. Daran kann ich nichts "Hartes" erkennen.

    Es ist mir relativ egal was die Schulmedizin sagt, ich weiß für mich selbst und merke an mir selbst, daß dieses Thema mein Leben lang ein Teil von mir bleiben wird ganz einfach weil mein Alkoholismus ein Teil von mir ist.

    Mich wundert wie Du darauf kommst, hab ich das irgendwo in Zweifel gezogen oder blumig umschrieben? Was gibt es da blumig zu umschreiben?

    Gruß

    Kaleu

    Zitat von hoppegarten


    Wer darüber auch nur ernsthaft nachdenkt bzw. diese grundsätzliche Rücksichtsnahme hinterfragt (obwohl es nicht mal Rücksicht ist, denn dann wäre es ja Verzicht und ein Mensch, der Alkohol nicht braucht, verzichtet ja nicht bei Weglassen des Alkohols), so wie du Kaleu, ist eventuell unsicherer in seiner Überzeugung als er die gesamte Zeit zu vermitteln versucht.

    Das darfst Du gerne von mir denken :)

    Hallo,

    ein bisschen interessieren mich doch ein paar Dinge die gerade in den letzten Tagen mir in einigen anderen Threads aufgefallen sind.

    Ich möchte vorab betonen, daß ich keine Grundsatzdiskussion vom Zaun treten möchte, was richtig oder was falsch ist, was richtig oder falsch sein soll, sondern einfach nur an anderen Sichtweisen, eben euren Sichtweisen interessiert bin.

    So ist es für mich so, daß ich aufgehört habe zu Trinken um ein glückliches, erfülltes Leben führen zu können wofür meine Trockenheit die Grundlage ist, jedoch meine Trockenheit als elementares Element zwar nie zu vernachlässigen, jedoch für mich nicht das zentrale Element, nicht mein Lebensinhalt ist, da ich dann meine Sucht zum Zentrum meines Lebens machen würde, so wie ich es getan habe, als ich noch gesoffen habe.

    So hat Hartmut bspw. in einem Thread geschrieben:
    (bezogen auf die Trockenheit)

    Zitat

    Steht sie an erster Stelle dann muss sich alles andere unterordnen.

    Das würde im Umkehrschluss aber bedeuten, Trockenheit und damit meine Krankheit zum Lebensinhalt zu machen. Für mich genau das Gegenteil von dem warum Trockenheit für mich überhaupt eine Bedeutung haben kann.
    Wenn ich absolut alles meiner Trockenheit unterordne, wo bleibe ich selbst dann? Ich bleibe trocken. Gut. Und dann?

    Damit ich dann eben trocken weiter machen kann wie bisher?

    Freundschaften, Partnerschaften, Familie zum Beispiel sind Dinge für mich, die elementar an Bedeutung gewinnen, seit ich trocken bin. Nicht um das zu kompensieren, sondern weil ich dort überhaupt erst Dinge erleben kann, die ich im Suff doch alle versäumt habe. Und selbst wenn da Alkohol konsumiert wird, ist mir aufgefallen, daß es in meinem Freundes und Familienkreis doch sehr wenig um das Konsumieren von Alkohol ging oder geht. Das war vor allem mein Problem.

    Hoppegarten schrieb dazu etwas, was mir auffiel:

    Zitat


    - entweder hat mein Partner kein Verständnis für meine Krankheit, was für mich persönlich aber zu einer Partnerschaft gehört, geradezu der Mindestanspruch ist.

    Für mich sind das sehr typische Verhaltensmuster eines Suchtkranken. Die Verantwortung für die eigene Problematik auf den Anderen auslagern, Rücksichtnahme erwarten. Ähnlich wie es der nasse Alkoholiker tut indem er sagt "Hab Dich nicht so, da war ich doch besoffen und kann da nichts für"
    Wieder soll der Partner die Verantwortung übernehmen. Doch es ist meine Verantwortung für mich selbst. Hat der Partner tatsächlich ein Alkoholproblem, stellt sich die Frage wohl kaum, denn dann wird es tatsächlich problematisch. Hat er das allerdings nicht ist es die Sache des Partners ob er Rücksicht nehmen möchte oder nicht und es steht mir absolut nicht zu diese Rücksichtnahme zu erwarten oder einzufordern. So sehe ich das.

    Ich hab es erlebt, daß seit ich vollkommen offen mit meinem Alkoholismus umgehe und die Verantwortung dafür im vollen Umfang trage und keinerlei Rücksichtnahme von anderen erwarte, diese meißt tatsächlich von allein und ohne mein Zutun von meinem Umfeld erfolgt.

    Ich für meinen Teil möchte meiner Sucht nicht so viel Raum in meinem Leben geben, daß sie über mein Leben und das Leben meiner Mitmenschen bestimmen kann. Das habe ich getan als ich noch getrunken habe, ich habe aufgehört zu trinken um genau das nicht mehr tun zu müssen.

    Mich würden andere Sichtweisen dazu interessieren. Bitte keine Grundsatzdiskussion was richtig oder falsch sein soll, es geht mir nur um einen gedankenaustauch.

    Danke euch

    Fröhliche Vorweihnachtszeit

    Kaleu

    Hallo Hoppegerten,

    da stimme ich Dir jetzt vorbehaltlos zu. Meine Aussage war mitnichten ein Dogma.

    Selbst wenn es im Einzelfall funktioniert, bedeutet das nicht, daß es für alles und jeden funktioniert, das gilt ganz besonders für solche kritischen Einzelfälle. Gerade deswegen sind ja die Grundbausteine da. Ich betrachte daher Deine Aussage nicht mal als Widerlegung der meinigen.

    Das Thema Alkohol beim Partner sehe ich mit gemischten Gefühlen.
    Über meine SHG kenne ich einige Fälle, bei denen der Alkholiker kein Problem damit hat, daß der Partner Alkohol trinkt und es gibt genug Fälle in denen das funktioniert, auch langfristig funktioniert.

    In diesen Fällen aus einem Dogma heraus zu einer Trennung zur Risikominimierung zu raten steht zum Einen Niemandem zu, zum Anderen wäre das in einigen Fällen sogar kontraproduktiv, da eventuell der Verlust der Partnerschaft zu einer solchen Einbuße an Lebensqualität führen könnte, daß der Alkoholiker sich fragt, warum hab ich eigentlich aufgehört zu saufen, wenn ich dann plötzlich allein da stehe?

    Diese Fragen kann sich nur der Einzelne beantworten, niemals ein Anderer.

    Ich gebe Dir völlig Recht, wenn Du sagst, daß das in einem Forum zu einer Fehlauslegung führen könnte.

    Das obliegt der Verantwortung des Einzelnen für sich selbst. Wer trocken leben will, will trocken leben und der wird trocken leben wollen und sich den Weg dorthin suchen.
    Wer es mit dem trocken leben nicht so ernst meint, wird immer ein Hintertürchen finden, ob das nun in einem Forum steht oder nicht.

    Ich möchte jedoch keine Grundsatzdiskussion anstoßen. Karsten hat klar ausgedrückt, was der Sinn und die Zielsetzung seines Forums ist und meine Grundeinstellung geht voll an dem vorbei, da ich von einem ganz anderen Grundsatz und Herangehensweise ausgehe.

    Gruß

    Kaleu

    Hi Karsten,

    cool! Mal ganz im Ernst, cool, daß Du das so geschrieben hast, das war mir nicht bewusst.

    Da ist die Zielsetzung und damit der Weg den, wen ich mal nur Dich und mich jetzt nehme, tatsächlich so grundverschieden, daß wir da auch nie auf einen nenner kommen können.

    Da es Dein Forum ist und Deine Zielsetzung damit klar definiert ist, werde ich mich zukünftig zurückhalten.

    Mir war das nicht bewusst, daß Du genau dieses Ziel verfolgst.

    Finde es super, daß Du das eben klar geschrieben hast.

    Gruß

    Kaleu

    Hallo,

    naja, das sture befolgen von Wegen anderer scheint ja wohl nicht immer zum gewünschten Erfolg zu führen.

    Ich kann diese Pauschalisierungen nicht mehr hören. Bei einer Rückfallquote von 98% scheint es DEN Weg ja wohl nicht zu geben, oder?

    Natürlich kann man die 50% Rückfallquote bei Privatversicherten auf das Klientel schieben, da sind es halt "andere" Alkoholiker denen das Aufhören leichter fällt weil privatversicherte Alkoholiker "andere" Akloholiker sind.

    Man könnte genauso zu dem Verdacht kommen, daß bei privatversichten mehr Zeit und Personal da ist um sich individuell auf die Suchtproblematik des einzelnen zu konzentrieren statt ihn mit Pauschalaussagen abzufüllen.

    Um mal bei meinen eigenen Erfahrungen zu bleiben, unsere SHG verfolgte eine zeitlang die Hammermethode und jeder der einen Hauch Individualismus an den Tag legte, der wurde als unbelehrbar abgestempelt. Der Erfolg schien recht zu geben, denn alle in der gruppe blieben trocken.

    Schöne Statistik. Nur, blieben nicht viele in der Gruppe. Das Konmzept wurde erheblich überdacht und neuerdings menschelt es sehr stark.

    Und siehe da, die Rückfallquote in der Gruppe hat tatsächlich zugenommen. HansHa wird sich wahrscheinlich bestätigt fühlen. Nur die Harten kommen in den Garten, nur stures befolgen "der gesetze" funktioniert.

    Ist das so?

    In Zahlen (eigene Erfahrung, ich habe einens ehr engen Kontakt zu den leitern unserer Gruppe)

    Als die Gruppe noch stur war, Individualismus nicht erlaubt war.

    Regelmäßige Gruppenmitglieder ca. 10-15
    dauerhafte Trockenheitsquote 100%

    Nach Änderung hin zu mehr Individualismus.
    dauerhafte Trockenheitsquote gefallen auf ca 80%
    Mitgliederzahlen angestiegen auf 40-50

    Mmmh, was sollte uns als Gruppe jetzt wichtiger sein, die Quote oder die tatsächliche Anzahl der Langzeittrockenen. Wir könnten uns natürlich mit einer Quote von 100% brüsten.
    35 Langzeittrockene statt 15 gefällt uns dann doch irgendwie besser als 100%

    Ohne Grundbausteine wird's nicht gehen, die machen schon Sinn. Und gerdewenn man an ihnen vorbei marschieren will, sollte sich jeder selbst fragen, warum. Ist das wirklich nötig oder ein Hintertürchen?

    Das stell ich nie in Zweifel. Nur manchmal ist es tatsächlich kein Hintertürchen und jeder Schritt der zur individuellen Trockenheit dient sollte willkommen geheißen werden, völlig egal ob er an irgendwelchen Dogmen vorbeischrammt oder nicht.

    Bei 98% Rückfällen, kann der bisher verfolgte Weg ncht wirklich so besonders sein. Am Alkoholismus an sich liegt diese enorme Quote jedenfalls nicht.