Liebe Kimmik,
ich glaub ich weiß jetzt worauf Du hinaus willst.
Also ein flächendeckendes Notfallprogramm wird wohl schwer zu realisieren sein. Wartezeiten wird's immer geben. Ist vielleicht nicht gerade das Tollste, kann mir aber schwer vorstellen, daß sowas realisier- bzw. finanzierbar sein soll.
Therapielplätze leer lassen, weil vielleicht 'n dringender Notfall kommen könnte? Kann doch auch nicht Sinn der Sache sein und würde doch Wartezeiten eher verlängern als Vollauslastung der Einrichtungen anzustreben.
Was das Andere angeht, woher hast Du diese Informationen? Ich bin zwar Alkoholiker, hab aber weder die Erfahrung eines Entzuges gemacht noch 'ne LZT, kann also nicht aus erster hand sprechen, aber aus zweiter Hand schon. Kenne die geschichten einiger und nich gerade weniger Alkoholiker. Und immer wieder betonen die, wie normal und fast schon lästig es ist, wie eng Selbsthilfegruppen aller Art mit Entzugskliniken zusammenarbeiten und wie oft die da vorstellig werden, damit es einen nahtlosen Übergang vom Entzug zur Gruppe gibt.
Auch die von Dir genannte ambulante Nachbetreuung nach der LZT haben bei uns in der SHG alle bekommen die eine LZT gemacht haben, ausnahmslos alle. Es sei denn sie haben's selbst abgelehnt.
Also entweder hat Deine Mum echt viel Pech gehabt oder sie hat da selbst die Finger drin, daß es nicht zur Zusammenarbeit mit der SHG kam, es keine ambulante Nachsorge gab, Rehamaßnahmen, Wiedereingliederung ins Arbeitsleben, ambulante Therapie etc.
Unterschätze den Willen eines Alkoholikers nicht zu saufen. Der steht 16 Wochen LZT trocken durch ohne Probleme und so daß es ihm äußerlich gut geht ohne auch nur den Hauch von echtem Interesse zu haben, nach der LZT trocken zu bleiben.
Ich will das Deiner Mum jetzt weiß Gott nicht unterstellen, im Bereich des Wahrscheinlichen liegt es donnoch. Wenn Du diese Angaben lediglich von ihr hast, wär ich da sehr, sehr vorsichtig ob das auch so stimmt.
Liebe Grüße
Kaleu