Beiträge von Kaleu

    Hallo Spock,

    ich weiß jetzt was Du in Deinem anderen Thread mit Sarkasmus gemeint hast. Ich will jetzt gar nicht groß drauf eingehen, wie das auf andere wirkt, was Du an sarkastischen Kommentaren hinterlässt, mich würde etwas anderes interessieren.

    Hilft Dir das? Das mein ich?

    Zitat

    :D Köstlich

    Lieber Wolfgang,

    bevor ich jetzt mit irgendwelchen Ratschlägen komme, die Du im Augenblick vielleicht gar nicht annehmen kannst, spar ich mir das lieber und komm gleich zum Punkt.

    Bist Du derzeit in psychologischer Betreuung?
    Hast Du einen Ansprechpartner an den Du Dich wenden kannst? Einen Realen meine ich, nicht hier im Forum, Freund, Frau, Arzt, Psychologe, Neurologe?
    Bekommst Du Antidepressiva?

    Lieber Wofgang,

    mag Dir eins noch hinterlassen.

    Daß Du eine Selbshilfegruppe für psychisch kranke Menschen aufsuchen willst, find ich einfach super!
    Das zeigt, daß Du Dich mit Dir auseinandersetzt und Dich selbst ernst und wichtig nimmst. Ich glaub auch, daß Dir das bestimmt gut tun wird. Sicher wirst Du dort Menschen treffen, die sehr viel verständnis für Deine Sorgen haben und sicher auch den ein oder anderen Tip im Ärmel den Du noch nicht kanntest.

    Ich bin auch immer wieder überrascht, wie wertvoll es sein kann, von anderen zu lernen, von ihren Erfahrungen zu profitieren und auch verstanden zu werden, einfach weil es Andere gibt die ähnlich Sorgen auch schon hatten. Das kann unbezahlbar sein.

    Außerdem mag ich Dir sagen, daß ich das total mutig von Dir finde, zum einen diesen Schritt zu machen und zum Anderen auch dazu zu stehen und davon zu erzählen. Hut ab vor Dir. Du handelst und das ist doch echt viel, darauf kannst Du stolz sein. Ich an Deiner Stelle wär's!

    Alles Liebe

    vom Kaleu

    Lieber Wolfgang,

    vielleicht ist es im Arbeitsleben so, vielleicht nicht, ich denke das sind die Erfahrungen eines jeden Einzelnen. Ich habe das Glück für einen Auftraggeber zu arbeiten, bei dem der mensch schon noch im Vordergrund steht. Daß das nicht überall so ist, weiß ich, deswegen weiß ich es auch sehr zu schätzen.

    Dennoch besteht das leben und die Welt nicht nur aus dem Arbeitsleben, oder?

    Sogar im Gegenteil, denn ich lebe nicht um zu arbeiten sondern arbeite um zu leben.

    In diesem Sinne, gönne Dir ruhig eine Auszeit vom Arbeitsleben und engagier Dich da wo man es zu schätzen weiß. Das hast Du doch vor!

    Dir auch eine gute Zeit

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Lieber Wolfangeng,

    das ist schlicht und einfach nicht wahr. Aber vielleicht suchen wir einfach Menschlichkeit an der falschen Stelle?

    Als es mir in den letzten Tagen nicht gut ging, hab ich hier im Forum sehr viel Unterstützung bekommen, von im grunde wildfremden Menschen denen ich völlig egal sein könnte. Ist das nicht menschlich?

    Der Treffpunkt für psychisch kranke zu dem Du gehen möchtest, ist mit Sicherheit eine rein ehrenamtliche Selbsthilfegruppe. Ist das nicht menschlich?

    Du möchtest ehrenamtlich für die Caritas tätig sein, dort unterstützen um anderen zu helfen. Ist das nicht menschlich?

    Sind wir nicht umgeben von Menschlichkeit wenn wir nur mal anfangen würden die Augen auf zu machen und auf die richtigen Dinge zu schauen?

    Alles Liebe & vor allem eine gute Zeit

    der Kaleu

    Hallo Mario,

    ich selbst würde Saufdruck auch keinesfalls mit Medikamenten behandeln. Denn was ist das denn eigentlich Anderes, als den Saufdruck wegzusaufen?

    Ich nehme etwas ein um den Saufdruck nicht fühlen zu müssen. Für mich gibts da keinen Unterschied zum Saufen.

    Mag sein, daß es Andere gibt, die das anders sehen, ich seh's jedenfalls so.

    Ich hab Glück und so gut wie nie Probleme mit Saufdruck, bzw. hab gar keinen. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob das nun wirklich nur Glück ist. Von Anfang an hab ich mir die Hinweise und Informationen von alten Hasen angehört und mir zu herzen genommen. manche konnte ich leicht annehmen, manche weniger, manche hab ich nicht angenommen, weil sie nicht zu mir passen, trotzdem war es unheimlich wichtig für mich, ist es nach wie vor, mich mit meinem Alkoholismus zu beschäftigen. Warum hab ich gesoffen? In welchen Situationen? Welche Situation erzeugen Saufdrauck? Warum tun sie das? Was kann ich an meinem Leben, meinem Umfeld und an meiner Einstellung ändern, damit Saufdruck erst gar nicht entsteht?

    Das waren für mich elementare Fragen. Ohne Trockenarbeit, ohne Nachfragen, ohne das Annehmen von Hinweisen, würde ich wahrscheinlich schon längst wieder saufen. Da macht mir doch ein ruhiges Leben viel mehr Freude. Auch wenn es manchmal bedeutet mich mit unangenehmen persönlichen Wahrheiten auseinanderzusetzen und mein Leben umzukrempeln.

    Einfach 'ne Pille einwerfen ist doch irgendwie das Gleiche wie früher. Bloss nix ändern. Bloss nix merken.

    So seh ich das.

    Gruß

    Kaleu

    Aloha Pittchen,

    ich mach Friseurbesuche oft abhängig von der Haarlänge. Ich merk schon, ich mach da was falsch. :D

    Tee und Kekse sind in Vorbereitung, mach ich für Dich aber natürlich frisch. Bei der Saukälte hab ich auch gleich mal den Ofen angeworfen, nicht daß die freibarbierten Pittchenstellen frieren müssen.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Pittchen,

    woher soll sie auch kommen, die Ahnung?

    Allein schon dadurch, daß die Kassiererin vermutlich zu den Gesunden zählt, wird ihr überhaupt nicht klar sein, welchen Stellenwert Alkohol für einen Alkoholiker einnimmt. Er wird das nicht nachfühlen können, weil er's selbst nicht erlebt hat.

    Einem Gesunden wäre ja nichtmal diese Szene sonderlich aufgefallen bzw. im Gedächtnis geblieben.

    Daß hier mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade ein Abhängiger seine Droge eingekauft und vermutlich kurz drauf im Auto verzehrt hat, dürfte den Wenigsten klar sein.

    Hätte die gleiche Frau eben jenen Herren beobachtet wie er heimlich ein Kokainbriefchen erworben hätte, wäre ihr das Lächeln wohl im Halse stecken geblieben und sie hätte sich wohl viel mehr gedacht "Das hätte ich von dem jetzt nicht gedacht"

    Alkohol ist nunmal eine legale Alltagsdroge und somit ist auch eine allgemeine Erwartungshaltung verbunden, daß schon jeder selbst damit umgehen kann.

    Und ein Fläschchen in Ehren hat doch wohl noch Niemandem geschadet. Oder irre ich mich da? :D

    Trockene Grüße

    Kaleu

    Liebe MissFly,

    Zitat

    ...wenn man sowas zusammen durch steht kann einen nichts mehr trennen...

    Ah, daher weht der Wind.
    Verlustangst kann ein starkes Motiv sein :)

    Aber wie ich sehe hast Du ja alles im Griff.

    Wie Hartmut schon schrieb, lies Dich ruhig ein bisschen hier ein.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Aino,

    mir fiel noch eins ein, vielleicht hilft Dir das ein wenig.
    Seit dem Sommer hab ich eine Kleinigkeit an meinem Alltag verädert, das hilft mir ungemein.

    Wenn mein Sohn früher zu Freunden ist und ich so mal einen Abend oder Nachmittag für mich hatte, hab ich den meißtens genutzt um Wäsche zu amchen oder sonstwie den Haushalt zu machen. Immer mit dem gedanken, na da springt mir wenigstens keiner vor den Füßen rum. Schön blöd.

    Haushalt mach ich nur noch wenn Sohnemann da ist. Zum einen verzeiht er sich dann sowieso in sein Zimmer weil er befürchtet sonst auch was machen zu müssen und obwohl der Bengel da ist hab ich beim Staubsaugen auch irgendwie eine Art Ruhe.

    Aber was viel wichtiger ist, wenn der Lauser bei Freunden ist ist das letzte was ich dann mache - der Haushalt oder Arbeit. Bin doch nicht bescheuert.

    Da hallt das Tschüß noch im Flur und schon siehst Du mich - schwupps - mit einem guten Buch und einer Tasse Tee in der Badewanne liegen oder auf dem Balkon rumgammeln.

    Kinderfrei = Arbeitsfrei!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Aino,

    kann das gut nachfühlen. Bin selbst alleinerziehender Papa und somit für alles allein verantwortlich. Neben meiner eigenen Arbeit, Erhaltung des Daseins, Rechnungen bezahlen, Papierkram erledigen somit auch Kindererziehung, Schule, Elternabend, Pubertätsprobleme, die ganze Palette eben.

    Im Sommer bin ich beinah darunter zusammengebrochen, obwohl mein Tag nicht anders war als sonst auch, war mir jede Kleinigkeit zu viel, selbst das Essen kochen oder ein einfaches Gespräch hat mich überfordert. Es ging einfach gar nichts mehr.

    Ich hab dann meinen Sohn in den Sommerferien zu seiner Mutter gebracht. 2 Wochen. Ich hab weder mit mir diskutieren lassen noch mich sonst irgendwie bequatschen lassen, es war mir schlicht egal ob mein Sohn oder seine Mutter da Lust drauf haben. Ich hab beiden sogar ein Anrufverbot erteilt, es sei denn es ist irgendwas Lebenswichtiges.

    Dann hab ich mich eine Woche in meine Wohnung zurück gezogen und mich vo Fertigpizza ernährt weil ich zu faul war zu kochen. Ich sag Dir, das war so bitter nötig. Ich bin mir erst total mies vorgekommen, aber berits nach ein paar Tagen hab ich gemerkt, daß das schlimmste eigentlich war, alles möglich zu "müssen" ständig mich um andere kümmern zu "müssen".

    Die zweite Woche war ich bereits wieder entspannter. Da hab ich mich wieder um die Wohnung gekümmert und wieder gekocht, diesmal aber nur worauf ich Lust habe, ich hab mir ein richtiges Verwöhnprogramm gegönnt von vorne bis hinten.

    Als mein Sohn nach Hause kam, hab ich mich richtig auf ihn gefreut und konnte wieder mit neuem Elan an meinen normalen Alltag herangehen. Gerade weil ich alleinerziehend bin ist es für mich sehr wichtig geworden, meinen Sohn auch mal loswerden zu können und für mich zu sein.

    Vielleicht hast Du diese Möglichkeit über Eltern, vielleicht sogar Freunde auch mal. Warte nicht bis alles über Dir zusammenbricht, so wie ich es getan habe, sondern NIMM Dir Zeit für Dich! Niemand wird sie Dir schenken, Du musst sie Dir NEHMEN!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe MissFLy,

    Zitat

    warum wird man eigentlich immer gleich als co-abhängig bezeichnet??

    Weil Co-Abhängigkeit mehr ist als Alk Flaschen zu zerdeppern. Es ist ist eine gewisse Persönlichkeitsstruktur die sich durch einen geringen Selbstwert auszeichnet und gewisse Muster verfolgt.

    So zum Beispiel das Muster eine Beziehung unter allen Umständen aufrechtzuerhalten in der man geschlagen, gedemütigt und missbräuchlich behandelt wird.
    Ausserdem findet in diesem Muster eine Art Realitätsverschiebung statt, so werden zum Beispiel die eigenen Anteile ausgeblendet und deswegen erwartet, daß alles gut wird wenn der alkoholabhängige Partner erst das Trinken aufhört.

    Kommt Dir das Muster ein wenig bekannt vor?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo,

    und die nächste die heute Abend aufs Ross steigt und in die Schlacht zieht. Alle in Kampfeslust? Wen hast Du denn vor zu vermöbeln?

    Wie DesperateS schon so schön schrieb, Dein Männe ist versorgt und untergebracht, der ist beschäftigt. Eine Sorge weniger für Dich.

    Was ist mit Deiner Versorgung und der Deiner Tochter? Wie sieht der Plan da aus?

    Oder ist die Welt rosa und bunt wenn er nicht mehr trinkt und alles in Ordnung?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Empty,

    soll ich Dir was sagen? Lieber hätte ich unrecht!
    Aber darum geht's gar nicht- Ich will nicht recht haben, es geht nicht um's echt haben, es geht um Dein Leben, mittlerweile nicht mher nur um Deine psychische Gesundheit sonder auch bereits um Deine physische.

    Es geht um nichts und Niemand Anderen als Dich selbst! Ihn zu verlassen ist nichts anderes als Notwehr. Denn kein mensch der Welt ist verpflichtet sich dem auszusetzen, wessen Du Dich täglich aussetzt. Auch wenn Du villeicht noch eine keine Zukunft ohne ihn erkennen kannst, weil Du so sehr auf ihn fixiert bist, daß Du bereits nichts Anderes mehr wahrnimmst, so ist das nur normal. Es ist eine völlig normale Sachen, daß Du außer ihm nichts mehr wahr nimmst, schließlich musst Du im grunde permanent darauf achten es ihm Recht zu machen um vielleicht mal ein gutes Wort zu ernten oder wenigstens um mal nicht leiden zu müssen.

    Aber es gibt ein anderes Leben. Und auch Du darfst dieses andere Leben haben.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Lieber Wolfgang,

    wie wär's wenn Du das genaue Gegenteil machst und Dich belohnst? Du musstest einen schweren Tag überstehen, wäre es da nicht sinnvoller Dich dafür zu belohnen?

    Wieso nicht ein schickes Bad nehmen (hab ich gerade, sehr entspannend) dann in die Küche gehen, eine nette Kanne Tee kochen (hab ich auch gerde, lecker) anschließend 2 Tassen schnappen und mit Deiner Frau zusammen auf die Couch setzen und einfach eine Tasse Tee zusammen geniessen, vielleicht über die Ereignisse des Tages reden?

    Wäre das möglich?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hi Wolfgang,

    ich sag's mal direkt und ohne große Umschweife.
    Das Problem dabei, seinen persönlichen Wert daran festzumachen, was man zu leisten imstande ist, ist, daß man sich selbst wertlos fühlt wenn man nichts mehr leisten kann.
    Die Folge davon ist, daß man sich nicht nur wertlos fühlt, sondern auch der Meinung ist, jeder Andere würde dann genauso denken.

    Genauso ist Deine derzeitige Argumentantion aufgebaut. Du kannst nicht mehr ackern und schuften wie früher. Gehst so in Rente. Letzten Endes bist Du es aber, der sich jetztw ertlos fühlt, nicht die anderen die Dich wertlos machen.

    Dreh den Spieß mal rum. Woran bemisst Du den Wert Deiner Frau? An dem was sie zu leisten im Stande ist?

    Ist Dein "Fehler" wirklich der, daß Du nicht mehr so viel leisten kannst wie früher mal? Oder ist der viel mehr, daß Du Dich an einem Maßstab bemisst, der jetzt nicht mehr existiert?

    Möglich, daß Du einen äußeren Maßstab benötigst um Deinen persönlichen Wert zu bemessen, weil Du keinen inneren finden kannst. Wäre es dann nicht logisch, Dir einen neuen Maßstab zu suchen? Zumindest für den Anfang?

    Wie wär es wenn Du mal Deine Frau fragst, welchen Wert sie Dir beimisst und woran sie diesen Wert fest macht?

    Auch wenn es für Dich im Augenblick vielleicht nicht so aussieht und schwer verständlich ist, Niemand ist wertlos. Denn der Wert eines Menschen bemisst und erschöpft sich nicht darin was er zu leisten imstande ist. Sondern er ermisst sich einzig und ausschliesslich in der Person selber.

    Liebe Grüße

    Kaleu