Beiträge von Kaleu

    Liebe Djupy,

    ich kann nachfühlen wie es Dir geht, mir geht es selbst noch sehr ähnlich. Auch wenn es mit der Zeit besser wird kehren doch immer wieder Trauer, Wut und auch die von Dir beschriebene Leere zurück.

    Was die Antworten angeht, die Du suchst, sie stecken bereits in dem von Dir geschriebenen.

    Zitat

    Aber meistens war es dann so, dass ich mich zusammengerissen habe, immer auf der Hut, bloß nichts falsches zu sagen.

    Da ist immer die Frage in mir, warum ich es nicht geschafft habe, gemeinsam mit ihm das Leben in den Griff zu bekommen...

    Schau mal genau an, was DU geschrieben hast. Du hast versucht. Du hast dafür gesorgt, daß die beziehung weiter geht indem Du Dich ihm angepasst hast, Dich zusammengerissen kannst. Du Suchst die Verantwortung allein bei Dir.

    Aber Niemand kann eine Beziehung alleine führen. niemand kann das, Du auch nicht. Es gehören immer zwei dazu. Und Dein Partner hat sich aus dieser Verantwortung entzogen und sich lieber dem Alkohol gewidmet. Da hättest Du Dich auf den Kopf stellen können - alleine kann man keine Beziehung führen, es ist unmöglich.

    Klar kann man sich eine Weile zusammenreißen, ertragen, hinnehmen, aber nicht ewig. Irgendwann blutet man aus, ist erschöpft, am Ende und kann nicht mehr. Das wäre der Zeitpunkt an dem man mehr alks irgendwann sonst auf seinen Partner angewiesen wäre, damit dieser einen stützt und von dem kommt - nichts.

    Natürlich kommt da nichts, woher auch. Für ihn ist ja alles ok, er hat seinen Alkohol.

    Ich verstehe wie verwirrt und durcheinander Du Dich fühlen musst. Wenn's Dir mies geht, lass das zu, heul Dich aus. Besser als weiter machen wie bisher und alles runterschlucken.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Honey,

    Zitat

    Daher überrascht mich mein Verhalten auch und macht mir Angst.

    Überrascht war ich auch, teilweise auch stark verunsichert. Das lag aber vor allem daran, daß ich Neuland betreten habe und das verunsichert, auch das ist ganz normal. Ich hab mich ja in einer mir völlig unbekannten Situation wiedergefunden und die betraf diesmel zum ersten Mal nicht nur mein Äußeres sondern auch mein Inneres. Aber die Neugierde auf das Neuland war glücklicherweise ein starkes Gegengewicht zu dieser Unsicherheit.

    Ich muss mich selbst immer mal wieder daran erinnern wenn ich mal wieder komplett zurückfalle und es mir schlechter geht. Auch das kommt immer ieder vor, aber diese Phasen werden kürzer weil ich zum einen weiß wie ich da wieder rauskomme und zum zweiten nicht mehr so viel zu verarbeiten ist.

    Kein Mensch kann aber über Nacht aus seiner Haut und seine alten Muster und Gewohnheiten ablegen, auch das muß ich mir wieder bewusst machen wenn ich mich darüber ärgere, daß ich mal wieder in ein altes Verhaltensmuster gefallen bin.

    Das meißte davon waren ja mehr oder weniger Selbstschutzmechanismen, wenn auch klapprig und nicht sonderlich ausgereift, so doch sehr stark verinnerlicht. Ist dann was passiert was mich emotional runtergerissen hat, fand ich mich sehr schnell wieder in den alten Mustern. Auch das macht manchmal Angst wenn ich das Gefühl bekomme, ich schaff das nie. Andererseits merke ich, daß es ab einem bestimmten Punkt kein Zurück mehr gibt.

    Ich weiß zwar, daß ich immer noch auf wackeligen Füßen stehe und sehr anfällig dafür bin, wenn mich was in meine eigene Vergangenheit zurückzieht, aber ich merk auch immer wieder, daß ich sehr rasant so massiv dann darunter leide, daß ich selbst die Notbremse schnell wieder ziehe. Würde ich mich jetzt in die exakt gleiche Position bringen wie zum Beispiel vor 2 Jahren, wüßte ich, daß ich augenblicklich so massiv darunter leiden würde, daß ich entweder völlig abstürze und drauf gehe oder sofort die Notbremse ziehe.

    Ein Zurück gibt es also nicht mehr und manchmal treibt mich der Mut zu meinem neuen Leben nach vorne und ist der mal nicht in Sicht (was auch noch oft vorkommt) dann ist es die Gewissheit nicht mehr zurück zu können und sozusagen der Mut der Verzweiflung.

    Überstanden hab ich's noch nicht, aber das hat man vielleicht auch nie, die Reise hört ja nie auf. Irgendwann wird's nur leichter und irgendwann sogar normal.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Moin John,

    Zitat

    Entspannungsprojekt ist fest eingeplant, obwohl ich dabei irgendwie ein sehr schlechtes Gewissen habe. Sie sitzt zuhause und wird rumgrübeln mit ihren Depressionen und wahrscheinlich wieder trinken - auch aus Frust weil ich weg bin und ich "amüsiere" mich irgendwo in der Weltgeschichte.

    Moment mal, deswegen mußt Du kein schlechtes Gewissen haben. Ich kann das zwar nachfühlen, hab aber gelernt, daß das totaler Blödsinn ist, aus den folgenden Gründen:
    1. Es ist Dein Leben und somit darfst Du machen was Du willst
    2. Hat es sie irgendwie interessiert ob Du Jahre lang unter ihren Eskapaden gelitten hast?
    3. Sie hatte weiß nicht wie oft die Chance sich für ein normales Leben entscheiden was sie nicht getan hat
    4. Ist es ihre Entscheidung sich zu Hause depressiv hinzusetzen und sich den Schädel abzuschießen statt etwas zu verändern

    Es gibt nichts weswegen Du ein schlechtes Gewissen haben brauchst - gar nichts. Es ist alleine ihr Mist! Auch wenn das harte Worte sind, das ist nunmal die Realität.

    Zitat

    Noch was anderes: wie soll ich reagieren wenn sie mir in nächster Zeit sagt das sie bei Ihrem Hausarzt war oder bei einer Beratungsstelle und mich auffordert ich möge doch sofort zurückkommen. Ich kann es mir zwar irgendwie überhaupt nicht vorstellen...aber was wäre wenn...?!?

    Schwer das zu beantworten, für Dich sollte vor allem wichtig sein, was Du willst. Willst Du mitgehen, geh mit. Willst Du nicht, lass es.
    Die Motivation dahinter sollte weder sein ihr zu helfen, noch sie zu beeinflussen, noch sie zu verändern noch sonst etwas was irgendwie mit ihr zu tun hat, sondern lediglich ob Du mit willst oder nicht.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Nabend Honey,

    ja, das kenn ich. Ich bin oft in eine regelrechte Plapperphase gefallen, wenn ich wieder was über mich rausbekommen hatte. Das war vor allem während meiner Therapie und später nochmal als ich aufgehört habe zu trinken ganz massiv so. Da haben sich manchmal lawinenartig Blockaden in mir gelöst und dann musste ich einfach darüber plappern. Manchmal schneller als mein mund hergegeben hat. Aber auch das relativierte sich mit der Zeit. Ich war einfach wahnsinnig stolz auf mich, daß es mir gelang endlich mal auf mich und meine Gefühle zu achten, wo die herkommen, wie mein verhalten entsteht, all das.
    Auch kleinere Egotrips habe ich hinter mir, die allerdings in Maßen, das Maß halten wurde für mich sehr schnell sehr wichtig, auch in Sachen Egoismus kam das schnell zum tragen.
    Was mir immer wieder noch passiert ist, daß ich die gleichen Rückfragen stelle an Andere ob ein neu an mir entdecktes verhalten normal ist. Manchmal hinterfrage ich auch meine Wahnehmung über Andere weil ich durch meine Beziehung Selbstzweifel an meiner Wahrnehmung hatte.
    Aber auch Phasen der Verbitterung habe ich dabei durchmachen müssen. Ob die nötig sind, weiß ich nicht. Ich bin da reingeschlittert ohne es beabsichtigt zu haben, hab aber mit Hilfe von Außen da wieder rausfinden können.

    Ich denke Gefühlsschwankungen, Euphorie, Egoismus, aber auch tiefe Löcher gehören ein bisschen dazu und sind realtiv normal und auch nicht bedenklich solange sich nichts davon dauerhaft manifestiert. Mit Egoismus meine ich jetzt ungesunden Egoismus. In der Egozentrik landen ist sicher nicht unbedingt, das wo ich hin will, aber ein gesunder Egoismus, der bleibt auch übrig, soll er auch, das ist der wichtigste Selbstschutz den man sich überhaupt aufbauen kann. Nur echt muss er halt sein.

    Du brauchst gar nicht so hart mit Dir in's gericht gehen Honey, Du darfst ruhig Geduld mit Dir haben und auch egoistisch denken.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Honey,

    ja, kenn ich. Ist ganz normal. Mach Dich nicht irre deswegen. Wenn Du Anderen damit schon auf den Keks gehst, dann melden die sich schon, so wie Deine Freundin. Mach Dich gar nicht irre deswegen.

    Wenn man sich sein Leben lang nicht mit sich selbst beschäftigt und damit anfängt, merkt man, daß man viel Nachholbedarf hat, das relativiert sich irgendwann wieder. Ein bisschen Egotrip schadet gar nicht.

    Bei mir war es sogar so, daß ich mich bereits für viel egoistischer hielt als ich mich tatsächlich verhalten habe. Ich war es nur nicht gewohnt mich und meine Wünsche überhaupt zu vertreten. Ich kam mir sozusagen schon egoistisch vor wenn ich mal erwähnt habe, daß ich Hunger habe :D

    Irgendwann pendelt sich das ein. Mach Dich nicht irre, einfach weiter machen wie es Dir gut tut. Freunde etc. geben Dir schon Warnschüsse wenn Du übertreibst. Keine Sorge.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Honey,

    bei mir hat es keinen Unterschied gemacht ob das "müssen" nun von außen kam oder von mir selbst. Jedes Müssen erweckt da sofort einen inneren Widerstand und führt zu sinnlosen und zeitraubenden Kämpfen mit mir selbst. Das muss deswegen natürlich bei Dir nicht auch so sein. Solang ich in irgend einer Art und Weise "mußte" hat überhaupt nichts geklappt, aber auch gar nichts. Hat alles nur Schlimmer gemacht.

    Wenn ich es mit meinem Alkoholproblem vergleiche, da hat auch nichts geklappt, als es noch "besser für mich war" nicht zu trinken oder als ich das Trinken bleiben lassen "mußte". Erst seit ich freiwillig alkoholfrei leben darf und nicht mehr trinken muß hat das wirklich etwas verändert.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Honey,

    ich würd's nicht nur auf Suchtkranke beziehen, das ist zu allgemein. So war meine Ex ja nicht suchtkrank, sondern hatte ganz andere Probleme mit sich selbst.
    Letzten Endes führte das aber trotzdem zu einer Art Co-Muster bei mir.

    Sicher ist, und da hast Du Recht, wenn ich weitermache wie gehabt und nicht dazulerne bleibt alles wie gehabt und meine nächste Partnerin wäre wieder Jemand der mir nicht gut tut. Deswegen darf ich ja was verändern.

    Mir persönlich gefällt nur dieses "Ich muss mich ändern" nicht und ich erstze es gern durch "Ich darf mich wertschätzen" usw.

    Das ist auch eine Veränderung, eine für mich wichtige Veränderung. Aber ich selbst muss den Teufel tun mich zu verändern, ich bin nämlich völlig in Ordnung. Ich mach lediglich Fehler und zwar immer die gleichen. Ich schau mir an, warum und wieso ich die mache und lerne andere verhaltensweisen, damit ich eben diese Fehler nicht mehr machen muß. Ich hab keinen davon ja mit Absicht getan. Ich wuß´te es nur nicht besser. Heute lerne ich Alternativen und erweitere meine Sichtweise und meinen Horizont. Aber ändern muß ich mich nicht.

    Egal wo ich höre, ich müsse mich ändern, stößt das sofort auf einen inneren Widerstand bei mir. Um mich dann tatsächlih so zu ändern, müßte ich diesen Widerstand brechen. Aber genau das ist ja immer mein Fehler gewesen, daß ich der Meinung war, andere wüßten besser als ich, wie ich zu sein habe oder was gut für mich wäre.

    Mag jetzt Wortklauberei sein, für mich ist aber genau das entscheidend. Ich änder nichts und ich muss auch nichts ändern. Ich darf mich so schätzen wie ich bin und mich selbst viel mehr wahrnehmen. Und ich darf jederzeit frei entscheiden was ich tun und lassen möchte, was mir gut tut, was nicht.

    Ich darf sogar die gleichen Fehler immer wieder machen. Dann bin ich einfach selbst Schuld und es darf mir ruhig auch wurschtegal sein wie andere darüber denken.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Simone,

    seine Euphorie ist erstmal normal. Ich hab sie damals ausgenutzt um in den ersten zwei Wochen ganz viele Schritte zu unternehmen, da mich die Euphorie eine Weile tragen konnte und die Energie nutzte ich um für mich selbst ein paar Sicherheitsnetze und doppelte Böden einzurichten.
    Konkret gesagt, bin sofort in eine SHG, zur Suchtberatung, hab Freunden von mir von meinem Problem erzählt usw.

    Obwohl mir im Vergleich zu vielen anderen Alkoholikern meine Trockenheit etwas leichter fällt, hätte ich es ohne SHG auf keinen Fall so weit geschafft. Und das bedeutet auch regelmäßig über einen langen Zeitraum dorthin zu gehen. Ich bin jetzt 5 Monate trocken und hab bisher nur einen Termin meiner SHG sausen lassen und den für einen Fußballabend mit Freunden und auch nur, weil ich mich wirklich stabil genug dafür gefühlt habe.

    Was ich brauche um trocken zu werden und vor allem zu bleiben, mußte ich in der ersten Zeit aber unbedingt selbst lernen, verstehen und teilweise ausprobieren, damit ich mit meinem eigenen Problem auch so klar komme, daß es mir am Besten hilft. Die beste Hilfe für ihn ist daher, wenn Du ihn völlig auf sich gestellt sich selbst überlässt.

    Wenn Du willst, kannst Du ihm mentale Unterstützung geben, aber mehr auch nicht.

    Achte auf Dich und lass DIch von seiner Euphorie nicht überrollen, die hält nicht ewig an, erst dann beginnt der eigentliche Weg an dem er selbst erkennen kann, ob er tatsächlich dazu gelernt hat. WÄhrend der ersten Euphorie erscheint alles möglich, da die einen komplett trägt.

    Manche sind der Meinung, es wäre besser die Anfangseuphorie massiv zu dämpfen, bei mir wäre das nach hinten losgegangen. Ich hab meine euphorische Phase unbedingt gebraucht weil ich in dieser endlich wieder handlungsfähig war und viele innere Blockaden auf einen Schlag lösen konnte.

    Das normale Leben beginnt erst dann wieder, wenn diese Phase vorbei ist, dann zeigt sich wie weit er ist. Vorher ist das alles noch sehr wackelig und läßt keine Rückschlüsse zu. Bremsen oder ihn runterholen brauchst oder solltest Du auch nicht unbedingt, das ist nicht Deine Aufgabe, am besten ist wirklich, wenn Du Dich da raushälst, es ist allein seine Sache.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Morgen Honey,

    Zitat


    das Gefühl zu haben das jemand "da" ist, kenn ich! War am WE weg mit einer Freundin! Als wir zurückkamen kam uns ihr Freund abholen, fragte nach wie es war, hat vorher für uns Wasser besorgt und merkt jede Veränderung an ihr. Er ist so aufmerksam und achtet auf jegliche Zeichen. So einen Freund hatte ich noch nie! Ich fand das am Anfang sehr unheimlich aber länger betrachtet finde ich das super lieb und schön das es so Menschen gibt! Er achtet sie total und Sie kann sich wirklich glücklich schätzen, so einen Freund zu haben!

    Ja, da erkenn ich mich wieder, ich war in der Beziehung genauso.
    Aber ich hab den Fehler gemacht, daß ich dafür von ihr geschätzt werden wollte, statt zu erkennen, daß von ihr diese Wertschätzung nicht kommen wird, aus welchen Gründen auch immer. Mein fehler war ja nicht, der zu sein, der ich bin und zu sein wie ich bin, sondern daß für Jemanden sein zu wollen, der damit nichts anfangen kann.

    Zitat

    Ihr Freund wäre mir wahrscheinlich wieder zu "normal".

    Ich merke, daß ich auch mal an dieser Stelle war, aber das hat sich bei mir verändert. Für mich kommt definitv Niemand mehr in Frage, dem ich hinterherlaufen muß. Ich hab wirklich genug gelitten, das reicht mir.

    Zitat

    Ich hoffe das ich durch diese Phase meines Lebens den richtigen Weg finde und erkenne das da was falsch läuft! Und es ÄNDERE!!!

    Ich weiß nicht, ob es wirklich so viel zu ändern gibt, mich ändern zu wollen, hat mich nur immer wieder noch weiter runter gezogen und mir nur noch mehr Probleme gemacht. Statt dessen versuche ich mich vor allem erstmal anzuerkennen und zu schätzen wie ich bin und wer ich bin. Dadurch geht's mir besser und einige meiner unangenehmen Seiten gehen dadurch ohne mein zutun langsam zurück, da die ja zum größten Teil überhaupt erst entstanden sind als Kompensation weil ich mich viel zu sehr verleugnet habe.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Aloha nochmal,

    also wenn ich mich wirklich für den erweiterten eintrage, dann bestimmt nicht weil ich'n Partner suche, ich bezweifel sogar, daß das funktionieren würde.

    Martha, Du bist doch aber noch keine alte Schachtel, klar, 'n paar Tage auseinander liegen wir, aber gibt Wichtigeres.

    Schluss jetzt, genug über Partnerschaft phantasiert. Ich geh sowieso auf'm Zahnfleisch was das angeht.
    War schon schlimm genug, als meine Bekannte mir beim Umzug am Wochenende was von ihrem Freund vorschwärmte. Purer Neid beim ollen Kaleu.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Olla Matthias,

    Zitat

    ne pertnerin finden mit der ihr füreinander dasein könnt + vieleicht gibts di im erweiterten forenbereich?

    Ideen hast Du....

    Öi, Martha, stehst Du auf junges Gemüse? :D

    Liebe Grüße

    Kaleu :D

    Liebe Traurig66,

    mir ging es nicht darum Dich zu kritisieren oder Dein Interesse in Frage zu stellen. Was für Dich richtig und wichtig ist, kann Niemand anders als Du selbst entscheiden.

    Wenn auch im Detail anders habe ich vom Grundsatz her ähnliches hinter mir und habe am Ende feststellen müssen, daß mich das Verstehen nicht weiter gebracht hat. Das einzige was mir geholfen hat war darauf zu achten wie es mir geht und was mit mir passiert.

    Es war völlig Banane wieso, weshalb, warum, auch wenn ich unbedingt die Gründe verstehen wollte, warum meine Ex-Partnerin sich so und so verhalten hat, haben mir letzten Endes auch die Gründe keinen meter weitergeholfen.

    Um ehrlich zu sein wollte ich die nur wissen, weil ich dachte wenn ich die weiß, kann ich was dran ändern.

    Konnte ich aber nicht.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Matthias,

    ich weiß nicht, ich hab da Zweifel dran. Es geht gar nicht um's Geld oder so, aber ich merke in den letzten Tagen was mir fehlt. Was mir massiv fehlt. Das find ich auch im Geschlossenen nicht und ich weiß nicht ob das nicht nur eine Art Realitätsflucht wäre.

    Ich weiß nicht ob das Jemand versteht. Mir fehlt jemand der "da" ist. Ich hatte nie Jemanden in meinem Leben der "da" ist. Von Kindehit an nicht. Naja, wäre gelogen. Die ersten 3 Jahre meines Lebens lebte ich bei meiner Großmutter. Sie war die Einzige die irgendwie "da" war.
    Alle Anderen danach, egal ob Eltern, Partner etc. lebten einfach ihr Leben und erwarteten von mir, daß ich mein Leben lebe und für sie "da" bin.

    Mein Leben leben ist keine Kunst. Ich fühl mich massiv auf mich selbst zurückgeworfen. Ich merk auch, daß der Hauptgrund warum ich gesoffen habe, der ist, daß ich nicht allein sein wollte, mich aber für wertlos hielt weil ich nicht allein sein wollte.

    Jetzt fall ich massiv darauf zurück, denn das bleibt am Ende übrig. Ich steh mit dem Wunsch nicht allein zu sein da und stellenweise stoße ich genau dafür wieder auf Ablehnung. Sei es indem zu mir gesagt wird, daß ich aber alleine klar kommen muss, sei es, daß mir unterstellt wird, ich bräuchte Jemand anders um mich von mir selbst abzulenken, sei es, daß mir Jemand meine Co-Anteile unter die Nase reibt.

    Dabei hab ich nur den all zu menschlichen Wunsch nicht alleine durchs Leben gehen zu wollen und für diesen Wunsch stieß ich immer und immer wieder auf Ablehnung bis ich das Gefühl hatte, mit mir stimmt was nicht.

    Komm gerade von Einem in's Andere, was? :D

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Hartmut,

    das sind interessante Gedanken die Du mir da aufgibst.

    Die Idee mich zum Geschlossenen anzumelden kam mir schon länger. Ein etwas intensiverr oder persönlicher Austausch, vielleicht auch das Schließen von Freundschaften, die gleichen Gedanken hatte ich bereits. Der offene Bereich gibt das nicht her, ist auch normal.

    Ich fühl mich ein bisschen richtungslos in letzter Zeit, weiß auch nicht so recht. Veilleicht liegts auch echt dran, daß ich mich emotional wirklich allein fühle.

    Ich bekomm's so recht nicht sortiert zur Zeit.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Guten Morgen Traurig66,

    möchte mich da anschliessen. Du hast doch den Firlefanz schonmal mitgemacht und bist in's Krankenhaus. Und? Was hat's gebracht, mal abgesehen davon, daß Du hinterher und währenddessen alles an Energie gegeben hast, was Dir verfügbar war?

    Hat er anschließend gefragt, wo Du diese Energie hernimmst? Hat er anschließend dauerhaft aufgehört zu trinken?

    Ich bin selbst Alkoholiker. Es bringt einen feuchten Kehrricht wenn Du dem nachgibst, es führt genau zu dem was er will. Das kleine Kind will getätschelt und beschützt werden. Und wenn es funktioniert, hat es das was es will und kann weiter machen wie gehabt.

    Soll er die Suppe die er sich einbraockt auch bitte selbst auslöffeln. Is'n erwachsener Mann!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Moin ihr Beiden,

    ich kann gut nachvollziehen was ihr meint und ich sehe das nicht viel anders. Dennoch ist es für mich immer ein Unterschied ob es dabei um reale Menschen geht oder Jemand im Forum. Ich weiß, daß das hier Menschen sind, so wie die in meinem Umfeld auch - für mich ist das hier dennoch nicht real. Weiß nicht ob das irgendwie nachvollziehbar ist. So'n Forum ist für mich ein schlechter Ersatz für echte Menschen, genauso wie die besten Freunde für mich keinen Ersatz für einen Partner darstellen.

    Meine Therapeutin hat mal einen Satz zu mir gesagt, den ich nicht vergesse und in dem viel Wahrheit liegt. Es gibt Dinge die kann man nicht alleine, es gibt Dinge die kann man sich selbst nicht geben und ein Ersatz ist immer nur ein Ersatz.

    Das heißt nicht, daß ich meine Freunde, meine SHG oder auch das Forum nicht sehr schätzen würde, aber eben als das was sie tatsächlich sind.

    Sogar in meiner SHG kommen mittlerweile Stimmen die mich gern in einer viel aktiveren Rolle in der Gruppe sehen würden und daß ich dort Verantwortung übernehme wenn ich das möchte. Natürlich jetzt noch nicht, dafür bin ich viel zu frisch dabei und jetzt würde ich das auch noch nicht machen. Aber der Gedanke kam mir bereits selbst schon und es war überraschend, daß mich die Gruppenleiter von selbst darauf ansprachen. Ich denk durchaus ernsthaft darüber nach und kann mir vorstellen, daß das eine sehr erfüllende Aufgabe sein kann. Dennoch möchte ich die Dinge immer als das sehen was sie sind und nicht mehr irgendwas was mir fehlt mit etwas kompensieren was ich habe, aber nur eine Art Ersatz ist. Zu lange hab ich das getan, eigentlich mein Leben lang. Auch das hat mich unter Anderem in die Sucht geführt.

    Um auf diese eine Situation zurück zu kommen, was mich wirklich bewegt hat, waren die konkreten Hilfevorschläge. Die waren so passend, daß auffällig war, daß dieser Mensch sich tatsächlich in meine Situation versetzt hat und sich dann Gedanken gemacht hat. Das allein war mehr wert als jeder Hilfevorschlag an sich. Das hat mir unheimlich was gegeben. Wenn es mich auch sehr schmerzhaft daran erinnert hat, daß der Mensch den ich mal als Partner gesehen habe zu so etwas nicht bereit war.

    Es geht gar nicht so darum Hilfe zu bekommen, sondern mehr das Gefühl zu haben, mit seinen eigenen Gedanken und Gefühlen nicht mutterseelenallein auf der Welt zu sein.

    Fast schon philosophisch am Montag Morgen :D

    Wünsche allen eine traumhafte sommerliche Woche :)

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Martha,

    Danke Dir für Deine Zeilen. Mir geht's schon wieder besser, auch wenn ich noch ein paar Problemchen mit dem Herrn Sohn habe. Pubertät is' anstrengend.

    Die Tage war einer aus meiner SHG hier und wollte nix von mir, sondern hatte sich von sich aus Gedanken um meine Situation gemacht und ist mit ein paar konkreten Hilfevorschlägen bei mir aufgekreuzt.

    Alter Verwalter, ich kann mich nicht erinnern, daß ich sowas überhaupt schonmal hatte, daß sich Jemand tatsächlich Gedanken um mich macht und versucht mich von sich aus zu unterstützen. War schon sehr geil. Mir ist später klar geworden, daß das viel damit zu tun hatte, daß es mir anschliessend schlecht ging. Mir ist klar geworden, daß ich sowas bei meiner Ex in 5 Jahren nicht einmal hatte.

    So, werd mal in's Bad wuseln. Neue Woche geht los.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hi,

    also beim Selbstbetrug, der bei mir auch vorhanden war, war es anders als bei der Lüge vor Anderen. Bei Anderen ging es für mich vor allem darum mein Gesicht nicht zu verlieren, das war beim Selbstbetrug zwar eigentlich auch der Fall, ich wollte vor mir selbst ja auch mein Gesicht nicht verlieren, aber der Anlass um dann weiterzusaufen waren bei mir nich Scham oder Schuldgefühle, wie beim belügen Anderer.

    Als Beispiel will ich hier mal das Forum nennen, als ich zum ersten mal das Gefühl hatte, ich hätte da ein Problem, hab ich hier mal reingeschaut und nur gelesen. Ein bisschen hab ich mich wiedererkannt, aber mir sehr schnell gesagt, Nein, so bist Du nicht, Du hast das unter Kontrolle, nicht so wie die in dem Forum. Das war ein ganz typischer Selbstbetrug. Die Intention dahinter war die Gleiche. Alkoholiker = schlecht und Jemand der sich nicht unter Kontrolle hat, ergo, ich doch nicht. In der Folge somit die selbst gegebene Erlaubnis zum Weitersaufen.

    Oder auch eine Trinkpause von einigen Wochen um mir selbst zu beweisen, daß ich kein Problem hab nicht zu trinken. Das Ende der Trinkpause wurde natürlich mit einem zünftigen Suff belohnt.

    Sowohl die Lügen als auch der Selbstbetrug hält einen in der Sucht gefangen, aber ich hab das nicht gemerkt. Sowohl Lüge und Selbstbetrug waren so eine Art notwendige Begleiterscheinung bei mir. Daß sie die Sucht fördern und einen da drin halten wurde mir erst klar, als ich schon ausstieg.

    Weder das Lügen noch den Selbstbetrug hab ich tatsächlich mit klaren Augen sehen können oder das mit Absicht gemacht. Es war wirklich lebensnotwendig um mein Selbstbild aufrecht zu erhalten.

    Der Selbstbetrug führte aber nicht zu Schuldgefühlen oder Scham so wie beim Lügen vor Anderen. Dafür war ich mir tatsächlich selbst zu wenig wert und Andere zu viel. Das hat sich heute verändert, Selbstbetrug führt heute bei mir zu einem ganz massiven inneren Widerstand. Ich denke, daß das mit ein Baustein ist, der für meine Trockenheit wichtig ist. Denn ohne den Selbstbetrug funktioniert keine Sucht.

    Wer Raucher ist weiß das, der macht das bei jedem einzelnen Glimmstengel ja ohne es zu bemerken.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo,

    schwer das in Worte zu fassen. Ich weiß natürlich nicht, was im kopf Deiner Mum vorgeht, aber ich selbst hab als ich noch getrunken habe, hin und wieder ähnlich über meinen Konsum gelogen.

    Ich hab jedenfalls nie den Anderen angelogen um ihn zu belügen, sondern weil die Lüge der für mich einzige sichtbare Ausweg war um ernste Konsequenzen zu umgehen. Ich wußte ja, daß mein Konsum nicht mehr unter Kontrolle war. Sprach mich ein anderer darauf an, hab ich es extrem heruntergespielt, zum einen um vor dem Anderen nicht als irgend ein verlierer da zu stehen, zum Anderen um der Konsequenz zu entgehen, daß der Andere sich von mir abwenden könnte und nichts mehr mit mir zu tun haben wöllte. Beides wäre schwer zu verkraften gewesen. In dem Moment habe ich keine Sekunde daran gedacht, wie es dem Andern wohl mit der Lüge geht, die Lüge war für mich selbst einfach lebensnotwendig.
    Wenn ich später wieder einen klareren Kopf hatte, entweder weil ich nüchtern war oder aus dieser Situation raus war, holte mich ganz schnell ein schlechtes Gewissen ein dem Anderen gegnüber. Vor allem weil ich so bemerkte wie weit unten ich schon war, andere zu belügen. Aber diese Schuldgefühle und das schlechte gewissen trieben mich sofort wieder in den Alkohol umdas nicht wahrnehmen zu müssen, denn es tat verflucht weh, daß ich Andere belog. Ein teufelskreis aus dem man selbst in dem Moment keinen Ausweg sieht als sich und Andere zu belügen.

    Bei mir war's allerdings nie so, daß ich gelogen habe um mehr trinken zu dürfen, sondern es war umgekehrt, ich soff, log anschliessend und weil ich mit der Lüge nicht leben konnte, soff ich wieder.

    Ehrlicher Umgang über meine Lügen, meinen Alkoholismus und alles was damit zusammenhing war mir erst möglich, nachdem ich mich selbst so ankotzte, daß ich so nicht mehr weiter machen wollte. Das kam aber einzig und allein aus mir selbst als ich mich erwischt habe, dass ich im Vollsuff Auto gefahren bin nur um mir mehr Stoff zu besorgen.

    Da gestand ich mir ein, daß ich jede Kontrolle verloren hatte und ging dann ehrlich mit mir und Anderen um, vorher war mir das unmöglich. Schwer zu beschreiben. Ich wußte, daß ich ein Problem hatte, ein ernstes Problem, aber ich wollte mein Gesicht vor Anderen nicht verlieren und log deswegen was das Zeug hielt über meinen Alkoholkonsum.

    Weiß nicht ob Dir das weiterhilft.

    Liebe Grüße

    Kaleu