Beiträge von Kaleu

    Liebe Welia,

    mal völlig blöd gefragt, ich lass mal dahin gestellt, dass eure beziehung tatsächlich so abläuft wie Du geschrieben hast und es Dich nicht weiter kümmert was Dein Männe so treibt und ihr quasi nebeneinander her lebt.

    Da drängt sich mir in neonrot blinkend die Frage auf, welchen Sinn hat diese Beziehung?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Sternenzauber,

    ich war selbst mal alkoholabhängig und kann Dir vielleicht einiges aus der Sicht eines Abhängigen beantworten.

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    aufeinmal waren es nur noch zwei flaschen bier die er zu hause trinkt,ja aber er war ja auch mehrere stunden unterwegs,angeblich kein bier getrunken..

    Mit einer extrem hohen Wahrscheinlichkeit hat er vorher bereits getrunken, das ist normales Suchtverhalten, auch das verleugnen, man will ja gut vor dem Partner dastehen und sich nicht eingestehen, dass man ein Problem hat. Fakt ist, man fühlt sich extrem unwohl solange man nicht auf "seinem Level" ist und er würde nach nur 2 Bier vor allem grantig werden wenn er dann nicht weitertrinken darf. Er hat sicher schon vorgelegt, so dass Du nur die 2 Flaschen siehst. Die Realität ist eine Andere. Selbst der Abhängige will an diese andere Realität glauben, er lügt sich selbst in die Tasche.

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    wie man ihn helfen könnte,ob er hilfe möchte.

    Du kannst ihm nicht helfen. Er muss von alleine Hilfe wollen! Das ist überhaupt das Allerwichtigste!

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    sein letzter satz als er vor ein paar tagen ging war: ihm gehts so mies,er kann das hier alles nicht mehr,er hält die familiensituation hier nicht mehr aus.

    Das hat mit der Familie nichts, aber auch gar nichts zu tun. Das ist Selbstmitleid und Schuldgefühle vor denen er davon läuft. Er hält es mit sich selber nicht aus. Keine Sorge, davor kann er nicht davon laufen, denn er nimmt sich ja überall mit hin ;)

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    er hat mein leben total manipuliert,ich bin nicht mehr die die ich mal war. hab den spaß und die freude am leben verloren.habe doch so meine schwierigkeiten mit dem umgang meiner kinder,da er die kinder untereinander so beeinflußt und manipuliert hat,das ich den zugang zu meinen kindern verliere.und trotzallem komm ich von ihm nicht los.

    Es ist gut, dass Du am Ende bei Dir ankommst, solange Du ihm aber die Schuld daran gibst, wirst Du Dich emotional an ihn binden und Dich nicht lösen können. Achte auf Dich selbst, es geht nicht um Schuld oder Unschuld sondern darum was Du bereit bist zu tun. FürDich zu tun und für die Kinder zu tun. Klammer ihn aus diesen Gedanken aus. Seine Sucht ist allein sein Problem!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Sternenzauber,

    Naivität, ja, das war bei mir ein großer Baustein. Aber es war nicht nur Naivität, sie war keine kindliche Naivität, keine unschuldige Naivität, sondern vermischt mit Egozentrik. Ich ging davon aus, dass Jeder das sehen müsste, was ich sah. Das jeder denken müsste wie ich denke. Und somit ging ich davon aus, dass mein partner doch merken müsse wie weh er mir tut und dass er sich doch von allein ändern würde, wenn er das endlich bemerkt. Völlig hirnrissig, das Konzept ging nicht auf, da ich so jede Verletzung erlaubte.
    Manche hielten mich für masoschistisch oder Beziehungsunfähig, stimmte aber nicht. Ich brauchte die Verletzungen nicht, sie taten mir weh, ich wollte sie nicht und ich brauchte sie nicht. Dennoch liess ich sie zu. Denn ich war ja "nett" und hielt die andere Wange hin um zu zeigen was ich für ein toller moralischer Mensch bin. Von vorne bis hinten Selbstbetrug, mir fehlte nur das Rückgrat zu mir zu stehen.

    Gebraucht hab ich sie auch, nicht für die Verletzungen. Sondern um mich von mir selbst abzulenken, um nicht zu mir stehen zu müssen. Ich hatte ja einen perfekten Schuldigen der mir immer weh tat. Ausserdem brauchte ich sie und verwechselte das mit Liebe. Kleines Geschenk aus der Kindheit. Meine Mum labert heute noch so einen Dünschiss, dass Du erkennst wie sehr Du einen Menschen liebst wenn Du merkst, dass Du ihn brauchst.

    Heute weiss ich, dass Liebe und Brauchen sich ausschliessen. Das heisst nicht, dass keine Liebe im Spiel ist, aber solange das Brauchen im Vordergrund steht, hat die Liebe keine Chance sich zu entfalten, die funktioniert nur freiwillig.

    Alkoholismus hin- oder her, in der Beziehung geht's Dir nicht gut. Was Dich in der Beziehung hält, ist die Hoffnung, dass es besser wird wenn Du Dich mehr anstrengst. Den Zahn solltest Du Dir als erstes ziehen. Als zweites wäre eine Gute Idee die Notbremse zu ziehen und aus dem Allatg auszusteigen, Dir Zeit für Dich zu nehmen um herauszubekommen, was Dir fehlt um Dich besser zu fühlen und dafür zu sorgen, dass Du genau das bekommst. Das aknnst Du bei Deinem partner wahrscheinlich nicht, aber dafür gibt es freunde, familie und Badewanne, die üblichen Verdächtigen. Ein Kurzurlaub nur Du und die Kids? Wenn Du merkst, dass Du Abstand gewinnst und selbst für Dich sorgen kannst, lässt auch das brauchen nach, dann kannst Du auch klarer sehen.

    Liebe grüße

    Kaleu

    Liebe Honey,

    Niemand hat gesagt, dass es einfach würde. Aber darauf kommt es gar nicht an. Für mich war am wichtigsten zu Lernen, das es egal ist ob etwas leicht oder schwer ist, denn wenn es schwer ist oder schwer wird kann ich mir auch viel Zeit lassen damit, solange ich nur weiter mache.
    Mir wurde immer wieder gepredigt, dass ich Geduld lernen solle, denn ich war schon immer ungeduldig, mit mir aber auch mit Anderen. Aber wie lernt man Geduld? Ich hab's einfach nicht geschafft und so kam immer wieder die selbstquälenden Gedanken, dass es doch irgendwann auch besser werden muss.
    Es brauchte eine ganze Weile, bis ich gemerkt habe, dass mein eigentliches Problem war, dass mir jeder sagte, dass ich Geduld lernen muss und ich mich bereits gegen jedes Müssen innerlich zur Wehr setzte, irgendwann habe ich das für mich umgekehrt und immer wenn es düster aussieht und meine Kräfte mich verlassen, gehe ich langsamer und langsamer und sage mir, dass ich geduld mit mir haben darf. Ich sage mir dann, es ich das heute gar nicht alles schaffen muss, ich sage mir, dass ich alle Zeit der Welt habe. Und so komme ich innerlich wieder zur Ruhe und mein Körper und meine Seele nehmen sich dann von allein die Auszeiten und Pausen die nötig zum verarbeiten sind. Dann sitz ich einfach eine Stunde regungslos auf der Couch und tue garnichts. Einfach gar nichts. Kein Radio, kein Fernsehen. Nichts. Ich bin dann einfach mit mir allein und kann meine Trauer fühlen oder entspannen oder weinen oder wonach immer meiner Seele in diesem Moment ist.
    Erst als ich verstanden hatte, dass ich nichts muss, keine Geduld haben muss, das Schwere nicht schaffen muss, sondern mir Zeit lassen darf, das schwierige langsam regeln darf, mir Pausen nehmen darf, Entscheidungen auch mal aufschieben darf, erst dann ging es voran. Langsam, aber mit einer inneren Sicherheit und Gewissheit. Das Einfach wurde alltäglich, das Schwierige leicht. Und alles Andere kam von allein. Ich hab gemerkt, dass mein Inneres genau weiss wo es hin will und wie es dahin kommt, was dafür nötig ist. Alles was ich dafür tat, war mir Zeit dafür zu nehmen. Nichts muss morgen gut werden. Aber es wird gut werden, wenn ich mir die Zeit lasse die es nunmal braucht.


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    Ich wusste nicht das Abschied nehmen so weh tun kann. Ich muss Abschied nehmen von zwei geliebten Personen!

    Abschied nehmen braucht seine Zeit. Es tut weh, das ist normal. Nimm Dir die Zeit dafür, Du darfst Dir Zeit für Deine Trauer nehmen, Du darfst geduldig mit Dir sein.

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    Ich wusste nie wer ich war und wo ich hingehöre!

    Wer weiss das schon heutzutage? Solche Lebenskrisen, solche einschneidenden Erlebnisse führen uns an unsere Grenzen und darüber hinaus. Wenn man dann seinen Weg findet und ihn weitergeht, landet man am Ende bei sich. Das tut manchmal weh, manchmal ist es erschreckend. Solang man aber weiter geht und nicht davor wegläuft, erweitert es den Horizont und man entdeckt Möglichkeiten die man vorher nie hatte.

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    Bin dabei diese Dinge zu erlernen!

    Und das zeichnet Dich aus. Der Wille zu lernen.

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    Es gibt Tage da bin ich voller Trauer und die schmerzen sehr! Es gibt Tage da geht es mir so lala! Ich hoffe das bald die guten Tage kommen bzw. mal zwischendurch rein schauen! :P

    Die kommen, manchmal sind es nur gute Minuten, manchmal Stunden, manchmal ein Tag oder zwei. Es spielt keine Rolle. Erlaube Dir die Zeit die es dauert und die guten Momente nehmen von allein zu.

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    Es fällt schwer aber ich werde weiter kämpfen.

    Ich war immer stolz mich als Kämpfernatur zu bezeichnen. Hier war das größte Umdenken gefordert. Kämpfen kann man nur gegen etwas. Das hat für mich mein leben lang nicht funktioniert, warum sollte es heute funktionieren? Das Loslassen war der Weg.

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    In meinen Inneren denke ich nur manchmal das ich ihn nicht ganz verlieren will. Meinst du das geht überhaupt?

    Du kannst einen Menschen nicht verlieren. Denn in Deinem Inneren wird er weiter existieren. Loslassen bedeutet nicht vergessen, Loslassen bedeutet einen Menschen im Inneren behalten dürfen, ohne äußere Verbindungen dafür zu benötigen. Ob es nochmal eine Chance für euch gibt oder ihr vielleicht mal eine Freundschaft haben könnt, ist jetzt noch nicht entschieden und diese Entscheidung musst Du noch gar nicht treffen, kannst Du auch noch gar nicht. Alles was für den Augenblick zählt ist einzig und allein, dass es Dir durch diese Beziehung nicht gut geht und Du deswegen Dich entschieden hast sie zu beenden. Alles weitere wird die Zeit zeigen. Möglich ist alles, die Frage stellt sich nur noch gar nicht.
    Du weisst jetzt schon, dass ein Weiteres Zusammenleben selbst als Freunde nur möglich ist, wenn auch er beginnt wirklich etwas für sich zu tun, sich zu verändern. Ob er das tut liegt nicht in Deiner Hand. Du kannst nur für Dich etwas tun. Alles weitere wird sich von allein fügen.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Wühlmaus,

    oops, dann hab ich das missverstanden.
    Naja, eine Frist für den Auszug gibt es, finanzieren kann er das über die Arge und damit ist doch alles getan. Wenn er am Tag X nicht aus der Wohnung ist stehen seine Koffer vor der Tür und das Schloss ist ausgewechselt wenn er aus der Kneipe kommt. Das würde ich ihm unmissverständlich klar machen.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hab ich doch eine für Dich wichtige Tatsache vergessen, da Dein Männe derjenige ist der ausziehen soll, kann er auf jeden Fall zur Arge, da die Bedarfsgemeinschaft ja so aufgelöst wird. Die Arge teilt ihm dann mit wieviel die Wohnung kosten darf, die tatsächliche Höhe der Wohnungskosten werden von der Arge übernommen, zusätzlich bekommt er ab dem Auszug den Hartz IV Regelsatz für seinen Lebensunterhalt.

    Er kann sich dann 'ne Wohnung suchen, lässt sich von der Arge bestätigen, dass er da einziehen darf und sie die Kosten übernehmen und das war's.

    Die Arge wird eventl. verlangen, dass Du Deine Finanzen offen legst, da das Unterhaltsrecht wie gesagt unabhängig läuft und Unterhalt der Deinem Ex zusteht als sein Einkommen auf sein Hartz IV aufgerechnet wird.

    Deswegen nochmal, eine fachanwaltliche Beratung zum Unterhaltsrecht sei Dir dringend angeraten. jeder Familienanwalt kann Dir das in Nullkommanix ausrechnen wenn er die dafür nötigen zahlen hat und er weiss auch wo die aktuellen grenzen für Selbstbehalt liegen und wie die Rechtslage augenblicklich aussieht, ob Du überhaupt was zahlen musst.

    Obwohl ich genug verdiene, dass meiner Ex-Frau mathematisch gesehen Trennungsunterhalt zu zahlen wäre, musste ich nie was zahlen, da ich der Alleinerziehnde bin und meiner Ex somit ein Vollzeitjob zuzumuten ist.

    Hallo Wühlmaus,

    ist keine Rechtsberatung hier und Du solltest Dir solche Informationen von einem Anwalt bestätigen lassen.

    Hier mein Wissen über dieses Thema, erhebt keinen Anspruch auf Vollständikeit, bin kein Anwalt für Familienrecht.

    Das SGBII sieht für den Anspruch auf Hartz IV entweder Einzelpersonen oder Bedarfsgemeinschaften vor. Eine Bedarfsgemeinschaft besteht, wenn Menschen zusammenleben und davon ausgegangen werden kann, dass diese eine Einstandsgemeinschaft bilden, also finanziell füreinander einstehen. Das hat mit Familienrecht und Scheidungsrecht nichts zu tun.
    Von einer Einstandsgemeinschaft wird ausgegangen wenn im gemeinsamen Haushalt eigene Kinder leben und versorgt werden. Mit anderen Worten, so lange ihr zusammen wohnt wird Dein Männe von der Arge keinen Pfennig sehen. Ab dem Zeitpunkt einer örtlichen Trennung und zwei Haushalten kann Deine Männe nach SGBII Hartz IV beantragen.

    Jetzt zum Unterhalt, es kann sein, dass Du nach der Trennung (Ausspruch der Trennung gilt hier, mit verschiedenen Wohnungen hat das wieder nichts zu tun) Trennungsunterhalt für Deinen Männe zahlen musst, das hat mit Hartz IV nichts zu tun sondern nur mit Deinem und seinem Einkommen. Nach Verrechnung des Kindesunterhaltes wird hier die 3/7 Rechnung gemacht, d.h. 3/7 Deines bereinigten Einkommens werden gegen 3/7 seines bereinigten Einkommens aufgerechnet. Der Differenzbetrag ist an den Partner mit dem niedrigeren Einkommen auszuzahlen. Dazu kommt aber, dass Du mit Kiddie einen Selbstbehalt hast, liegst Du unter dem gibt es gar keinen unterhalt und nach neuer Rechtssprechung steht ihm sowieso nichts zu, höchstens übergangsweise, da er kein Kind versorgt und somit abreitsfähig ist.

    Unterhaltsberechnung ist also sehr individuell und nicht einfach, hier solltest Du Dich anwaltlich beraten lassen.

    Die Hartz IV Sache ist nicht Dein Problem, das soll er schön selbst regeln. Die Unterhaltssache aber ist auf jeden fall für Dich wichtig und Du solltest Dich wirklich beraten lassen.
    Ich kenne Dein Gehalt, das hat hier im Forum auch nichts zu suchen, aber ich schätze, nach Bereinigung liegt der Selbstbehalt bei Alleinerziehenden mit einem Kind bei ca. 1.500,- Euro, vielleicht etwas drüber oder drunter, ist aber nur eine Schätzung. Bis zu diesem Einkommen musst Du eh noch nix zahlen. Dann amchst Du noch ungewöhnliche Härte geltend wegen Alleinerziehend und verweist auf seine Arbeitsfähigkeit und schon hat sich der Lack und Dein Männe soll zusehen.

    Aber wie gesagt, das hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Spacy,

    ja, die Schlammschlacht war zu erwarten. Bloss nicht kleinkriegen lassen, am Besten gar nicht drauf eingehen. Wenn sie irgendwas will, sag ihr, dass Du nur mit ihr verhandelst wenn sie nüchtern ist.

    Es tut weh, aber jetzt hilft nur Augen zu und durch!

    Lass Dich nicht auf sinnlose, zeit- und energieraubende Debatten ein.

    Du kannst das schaffen, das hast Du heute bereits bewiesen!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Antilope,

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    Du hast völlig recht. Eine erkaufte Liebe.

    Wo? Davon seh ich hier nichts. Ich sprach von erkauftem Freiraum.

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    Trotz allem ging es mir lange gut dabei.

    Sicher. Er hat Dir ja alles gegeben was Du Dir gewünscht hast. Naja, nicht alles, denn...

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    Ich habe ihn sogar gebeten, in ein Sportstudio zu gehen, damit er nicht so oft zu Hause ist.

    So wie er war und so oft zu Hause war es dann doch nicht so schön für Dich.

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    Obwohl ich es jetzt weiß, kann ich es immer noch nicht glauben, dass alles nur Fasade gewesen sein soll.

    Ich glaube nicht, dass alles Fassade war, ich glaube nicht mal dass hier überhaupt viel Fassade im Spiel war. Viel mehr Verlustangst. Denn...

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    Die Versöhnung ging meistens von ihm aus.


    Liebe Antilope,

    wie ging es ihm denn in dieser Beziehung?
    Ich glaube er sieht überhaupt keinen anderen Ausweg als den Alkohol und dementsprechend den Weg Dich zu belügen, denn ihm war von Anfang an klar, dass Du ihn verlassen wirst, wenn rauskommt, dass er trinkt und seine Verlustangst lässt das nicht zu.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Antilope,

    Willkommen im Forum.

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    Jetzt sitze ich hier, bin selbst noch völlig ducheinander und kann es kaum glauben, dass es so einfach war. Ich fühle mich frei, aber auch zerrissen, bin stolz auf mich, aber auch ängstlich, wie geht es nun weiter.....

    Also bei mir kam nach der Erleichterung immer das Auaweh. Dann der Schmerz. Dann die Schuldgefühle. Und anschliessend bin ich umgekippt :D
    Keine Ahnung wie oft, aber Konsequenz war etwas was ich erst lernen musste.

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    Ja er ist ein liebevoller Mensch, er hat alles für mich getan.

    Alles getan? Ja. Aber für Dich?
    Dein Freund war nicht lieb zu Dir, sondern lieb zum Alkohol...komische Beziehung in der eine Hälfte die andere Hälte bezahlt.
    Hat in meinen Augen mehr mit Zweckbeziehung als mit Liebe zu tun. Ich geb Dir was Dir gefällt, damit ich tun kann was mir gefällt.

    Mal völlig vom Alkohol abgesehen, ist das für Dich 'ne gesunde Beziehung in der ein Partner sich vom anderen Freiraum erkauft?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Martigro,

    ich glaube es geht nicht darum Gefühle zu ignorieren, das hilft Niemandem. Wenn ich so Deine Zeilen lese, fällt mir ein Wort am meissten auf. Versagen!

    Ich glaube deswegen drehst Du Dich im Kreis. Du schaffst es nicht Dich zu trennen. Und glaubst deswegen versagt zu haben. Aber Du bleibst in der Beziehung weil Du glaubst sonst versagt zu haben.

    In Deiner Sicht hast Du also die Wahl zwischen Pest und Cholera. Ob Du nun gehst oder nicht gehst in beiden Fällen lastest Du Dir selbst an versagt zu haben und bist somit jeder freien Wahl beraubt, denn Du kannst nur zwischen Versagen A und Versagen B wählen.

    Selbst als Mutter kreidest Du Dir an versagt zu haben.

    Das was Du nicht siehst ist, dass Du in keinem der genannten Fälle versagst! Dieses Urteil fällst ausschliesslich Du über Dich!

    Einen Ausbruch aus diesem Kreislauf wird Dir so nicht möglich sein. Denn es geht nicht um Versagen und hat damit nichtmal was zu tun. Ich rate Dir unbedingt, Dich damit auseinanderzusetzen warum Du Dich so selbstfolternd unter Druck setzt nicht zu versagen und warum Du jede beliebige Entscheidung die Du selbst triffst als ein Versagen Deinerseits beurteilst.

    Die Therapie kann Dir dabei helfen!

    Liebe ist nicht Dein Problem, auch Co-Abhängigkeit nicht, nichtmal Deine Gefühle sind ein Problem auch nicht Deine Rolle als Mutter sondern alles was Dich im Augenblick blockiert sind extreme Versagensängste durch die Du Dich selbst unter einen unmenschlichen Druck setzt dem kein Mensch standhält!

    Ich rate Dir, lass im Moment alles wie es ist und versuche Dich vorrangig um Deine Therapie und professionelle Hilfe für Dich zu kümmern. Solange Deine Versagensängste Dein Handeln bestimmen, wird es fast unmöglich aus diesem Kreislauf auszubrechen, denn Du wirst Dich am Ende nur selbst bestrafen und Deine eigene Entscheidung wieder revidieren.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Honey,

    so, jetzt hab ich mir mal Zeit genommen die letzten Deiner Einträge nachzulesen.

    Mach Dich nicht verrückt, ich weiss, das ist leicht gesagt, es ist aber das Einzige was weiterhilft. Es ist viel womit Du im Moment zu kämpfen hast und das erstmal anzuerkennen ist das Wichtigste. Da ist die Trennung und die Inkonsequenz von ihm, die Dich immer wieder in's schlingern bringt, dann möchtest Du Dich abgrenzen von ihm, hast zeitgleich noch Dein eigenes Päckchen zu tragen und versuchst an Dir zu arbeiten, und dann ist da auch noch die Therapie. Einfach eine Menge Stoff und chaotische Emotionen. Das ist in Deiner Situation völlig normal, auch, dass Du immer wieder in's Schlingern kommst.

    Nichts ist über Nacht verändert, aber Du bist auf Deinem Weg und Du gehst ihn weiter, da stolpert man schonmal und braucht 'ne Pause um Luft zu holen, aber wichtig ist eigentlich nur, dass Du ihn Schritt für Schritt weiter gehst.

    Ich hab mich in den letzten Monaten selbst oft von Woche zu Woche gehangelt. Hab eine Woche überstanden, dann die nächste, hab aber nicht angehalten. Dann kam die Trennung, ab da hab ich mich von Tag zu Tag gehangelt. Dann am Wochenende mein Bandscheibenvorfall und ich fing an mich von Minute zu Minute zu hangeln, mehr war angesichts der Schmerzen gar nicht drin.

    Jetzt geht's mir besser, mein Rücken ist wieder fit, das letzte klärende gespräch mit der Ex gesprochen und es kann wieder weiter gehen und ich kann wieder Licht sehen.

    Auch bei Dir wird das passieren Honey, manchmal hangelt man sich eben von Tag zu Tag, aber das ist nicht wichtig, wichtig ist nur, sich nicht aufzugeben auf dem Weg. Du hast diesen Weg mit einem guten Grund beschritten, jetzt bleib ihm treu. Im Grunde weisst Du nach wie vor, dass eine Beziehung aussichtslos ist, jeder Versuch von ihm irgendwas zu retten nur ein halbherziger Spruch ist um Dich zum Bleiben zu überreden. Da ist es normal wenn die Gefühle mal verrückt spielen. Akzeptier Dich so und wenn es nicht anders geht, nimm und gönne Dir eine Auszeit in der Du Dich in's Bett heulst, die Welt aussperrst und in Dein Kissen heulst. Auch das gehört dazu.

    Nur mach einen Fehler nicht, verlasse Deinen Weg nicht wegen halbherziger Versprechen die nicht einmal die Zeit wert sind in denen sie ausgesprochen werden.

    Es gibt ein Morgen. Es gibt immer ein Morgen. Und es soll ein schönes Morgen werden in dem Du glücklich und zufrieden sein kannst. Irgendwann vielleicht auch mit einem Partner der zu Dir steht und Dich glücklich macht. Also immer weiter, auch wenn die Schritte mal kleiner werden oder eine Träne nötig ist.

    Es wird besser, ich erlebe es selbst gerade.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Ute,

    ich hab jetzt nicht Deinen gesamten Thread gelesen, sondern nur Dein letztes Posting. Dazu kommt mir spontan eine Frage in den Sinn.

    Zitat

    Jeden Tag denke ich daran was er aus mir gemacht hat; und hoffe das er nicht mehr in mein Leben kommt.

    Machen diese Gedanken Dein Leben besser?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo nochmal,

    beim Schreiben kam mir noch ein Gedanke. Ich hab mich verändert, sehr sogar. Aber ich bin ich geworden. Ich gefall mir so wie ich jetzt bin. Ich hab noch jede Menge Macken. Aber die lass ich erstmal in Ruh, denn keine davon steht mir oder Anderen gravierend im Weg und Perfektionismus wird langsam aber sicher zu einem Fremdwort für mich.

    Viele Dinge die ich für meine Zukunft ausgesät habe, habe ich verloren. Aber das ist ok. Ich habe mich dabei nicht vergessen und auch in mich investiert und bin bei mir angekommen.

    Ich hab in meinem Leben schon oft neu angefangen, vom Nullpunkt. Wirtschaftlich. In Beziehungen. Aber eins hab ich noch nie getan und ehrlich gesagt wird es jetzt richtig abenteuerlich.

    Wie fängt man ein Leben an wenn man mit seinem Selbst ganz am Anfang steht?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Lieber Frank,

    Danke für Deine aufmuntertenden Worte, besonders für das Ende der Beziehung und nicht das Scheitern. Das tat sehr gut.

    Meinem Rücken geht es wieder gut und ich werde gleich wieder arbeiten gehen, wird Zeit und wird mir gut tun. Heute Abend dann wieder SHG. So geht es Stück für Stück weiter.

    Ich bin stolz auf mich, dass ich trocken bin und bleibe und auch das jetzt meistern werde. Ich fühle, dass gerde ein Abschnitt meines Lebens zu Ende geht und ich meine damit nicht nur die letzten 5 Jahre sondern eigentlich meine gesamtes voriges Leben. Ich bin reifer geworden. Es hat weh getan und es tut noch ein bisschen weh, aber ich bin erwachsen geworden.

    Ich bin wehmütig und traurig, aber ich kann nach vorne sehen, obwohl ich nicht weiss wohin mich mein Weg jetzt führen wird. Aber ich war noch nie so sicher wie heute, dass ich ihn meistern werde und dass alles gut werden wird.

    Euch allen einen schönen und angenehemen Tag

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Spacy,

    pack mal die Angst beiseite. Verstehen kann ich's aber Angst hilft Dir im Moment nicht und dem Kleinen noch weniger. Nichtmal Mut brauchst Du im Moment, denn bei Dir sollte der Mut der Verzweiflung eigentlich längst Alarm schlagen.

    Schlimmer geht's doch schon nicht mehr, worauf wartest Du also? Bis Du rausgetragen wirst mit einem waschechten Nervenzusammenbruch? Wer kümmert sich dann um Deinen Sohn?

    Deine Frau übernimmt keine Verantwortung, weder für sich noch für Dich noch für ihr Kind. Die hat ihren Stoff, das reicht ihr. Sei Du wenigstens ein Vater auf den Dein Sohn sich verlassen kann.

    Arschbacken zusammenkneifen und durch! Danach bekommst Du auch wieder Luft und kannst wieder denken.

    Packst Du!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Spacy,

    meine ersten Gedanken die mir beim lesen kamen waren: Sachen packen, Sohn packen, raus!

    Jugendamt, Anwälte, Papierkram etc. hat Zeit und kann geregelt werden wenn Du da raus bist. Als Vater hast Du das Sorgerecht genau wie sie und musst Dir kein Alleiniges besorgen um mit Deinem Sohn zu gehen.

    Vorrang hätte für mich die Schadensbegrenzung, allein wegen dem Kleinen. Dass hier nichts mehr zu retten ist, hast Du selbst längst erkannt, jetzt hilft nur noch konsequentes Handeln.

    Als ich meinen Sohn zu mir geholt habe, habe ich das auch direkt gemacht und den Papierkram anschliessend geregelt. Das Wichtigste ist erstmal die räumliche Trennung. Und sei es ihr kommt erstmal bei Freunden unter. Der Zustand ist unhaltbar. Für Deinen Sohn ist das bereits jetzt ein psychisches Trauma. Jeder Tag länger ist für ihn der Horror, auch wenn er selbst das bei einer Trennung erstmal anders sieht.

    Erst wenn Du getrennt bist, kannst Du selbst wieder klar denken und dann auch sinnvolle Maßnahmen einleiten. Ich würde sofort Kind und Kegel packen!

    Liebe Grüße & viel Kraft

    Kaleu