Beiträge von Kaleu

    Liebe Welia,

    ja, das trifft es im Allgemeinen. Ruhig mal dem Bauch vertrauen und nicht ständig das Erlernte "Ich kann doch nicht, ich sollte doch nicht, aber das geht doch nicht..." dem Bauchgefühl entgegensetzen.

    Das ist schon ein großer erster Schritt.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Warum geht's mir nicht schlecht?

    Die große Frage die mich bewegt.

    Nachdem ich mich in der SHG auskotzen und meine Wut loswerden konnte (ich durfte über eine Stunde lang alles loswerden, HAMMERgruppe, ich bin so froh darüber die alle zu haben) ist Ruhe in mir eingekehrt.

    Ich müsste doch eigentlich zusammenbrechen. Die große Liebe verloren. Die einzig Richtige.

    Nun, war sie das? Kann jemand "die Richtige" sein wenn sie gar nicht mit mir zusammen sein will? Das wäre doch nun absolut einer der wichtigsten Punkte die "die Richtige" ausmachen wüde.

    Was hab ich denn verloren?

    Diese Frage ist schockierend. Oder besser die Antwort. Ich hab garnichts verloren. Überhaupt nichts. Ich muss nicht mehr leiden. Das ist es was sich tatsächlich verändert hat. Aber das war's auch schon was anders ist.

    Jetzt gilt es etwas aus dem zu machen was ich von mir weiss, über mich gelernt habe. Nämlich augenblicklich alles erdenkliche zu tun um nicht rückfällig zu werden. Jetzt kommt es drauf an was ich tue! Und genau daran arbeite ich jetzt.

    Das wird jetzt so gemacht wie beim Alkoholismus. Vorbeugung! Und zwar mit allen Mitteln. Ich will nie wieder rückfällig werden. Ich will nie wieder in diese Beziehung unter der ich so sehr gelitten habe.

    Auch das schaff ich!

    Liebe Honey,


    Zitat

    Du hast dich wirklich mit Dir beschäftigt!!!!

    Ich wurde immer wieder dazu gezwungen. Und das war auch gut so.

    Zitat

    Ich kann nicht glücklich mit jemanden werden, der selbst genug Probleme hat und sie nicht sieht.

    Wie wär's damit?

    Ich kann nicht glücklich werden, wenn ich mich nicht sehe.
    Ich kann nicht glücklich mit jemandem werden der vor lauter Problemen mich nicht sieht!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Welia,

    ich erkenn mich egrade sowas von wieder... :D

    Zitat

    - wie kann ich aber handeln ohne vorzudenken?

    Das war für mich auch nicht zu verstehen. ich hatte damit eigentlich das größte Problem, bis ich gemerkt habe, dass das die Lösung ist. Es brauchte aber ein Weilchen um dahin zu kommen.
    Bitte missversteh das nicht, es bedeutet nicht plötzlich blind zu handeln, es geht darum in Übereinstimmung mit sich, seinen Werten, Wünschen und Gefühlen zu handeln!
    Aber ohne sich vorher 'n Plan zu machen. Man muss es eben "nur" machen. Einfach mal leben, das geht nur wenn man das Denken abschaltet. Wie will ich mich auf das leben einlassen wenn ich dauernd das leben formen will? Das Leben formt sich von selbst, auch ohne mich. Dem Leben ist es sogar ziemlich egal was ich so veranstalte. Und genau das ist ja das schöne. Das macht es einfach. Wenn ich nicht so viel denke und mit dem Leben handele, dann nimmt mich das Leben und trägt mich.


    Zitat

    Okay, du kennst mich nicht und kannst dich gar nicht vorstellen, wie faul ich bin, in Sachen Verändern.... zulassen... okay... aber dann muss ich was verändern, oder musst sich was verändern, sonst lasse ich alles liegen und dann ist es gut.... und doch wieder weg...

    Wenn ich zulasse kommt die veränderung von Allein. Die Veränderung kommt immer von Allein.

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    - habe ich nicht schon viel zu lange zugehört? Meine Mutter hat gesagt... mein Vater hat gesagt... mein Mann hat gesagt...... alle wussten es besser und ich habe zugehört, nun will ich nur noch auf einer Stimme hören, meine eigene und das von Leuten, wie du, die das hinter sich haben, aber zuerst komme ich!!!

    Du verwechselst gerade was. Zuhören bedeutet nicht alles glauben. Oder tun was andere sagen. Denn dann bist Du schon wieder beim wissen. Nicht wissen, zuhören. Wenn Du bei Dir selbst anfängst, wär das doch was.

    Zitat

    zuerst müsste ich wissen, was ich loslassen sollte...

    Na am Besten ist natürlich alles. Aber das wär für den Anfang vielleicht 'n bisschen viel. Aber Kleinigkeiten vielleicht? So als ersten Schritt?
    Wie wärs mit einer kleinen, Dir ach so wichtigen Gewohnheit? Oder ein Gegenstand?

    Loslassen bedeutet nicht etwas in den Mülleimer werfen oder sich trennen oder etwas nie wieder tun. Loslassen bedeutet zu erkennen, dass der Wert dessen was man diesem Gegenstand oder diesem Menschen beimisst nicht im Aussen sonden im Inneren stattfindet. Loslassen bedeutet mit allem was einem wertvoll ist verbunden bleiben zu können ohne eine äußere Verbindung haben zu müssen.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Honey,

    um mal bei dem Thema Trennung zu bleiben, es geht weniger um die Trennung selbst als um die Motivation dahinter.

    Trenne ich mich weil ich davon ausgehe, dass dann alles gut wird, bin ich immer noch auf dem falschen Dampfer.
    Trenne ich mich um dadurch bei dem Anderen etwas zu erreichen oder zu verändern (ihn zum Nachdenken zu bringen etc.) fange ich an mein manipulatives Verhalten zu verstärken und zu verschlimmern und sehe das Problem nach wie vor lediglich bei dem Anderen.

    Trenne ich mich aber einzig und allein aus dem Grund weil mir die Beziehung nicht gut tut, dann bin ich auf dem richtigen Weg, nämlich auf dem Weg zu mir.

    Gleiches trifft auch für das Zusammenbleiben zu.

    Die Motivation hinter dem eigenen Verhalten hat mich drauf gebracht ob ich mich noch "co" verhalte oder bei mir selbst bin.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Welia,

    mit dem Bagger hab ich's auch probiert. Hat nichts gebracht. Zumindest bei mir nicht. Denn auch das war wieder Co-Verhalten.
    Statt den Anderen mit Gewalt verändern zu wollen, hab ich mich mit Gewalt verändern wollen. Das ging gründlich in die Hose.

    Was ich lernen musste und das war das Schwierige, nicht denken, handeln.
    Nicht verändern, zulassen.
    Nicht wissen, zuhören.
    Nicht festhalten, loslassen.
    Nicht die Verbindung zu mir herstellen, sondern mich mir selbst öffnen und die Verbindung mit mir gestatten.

    Das erste was dann hochkam war Schmerz. Jede Menge. Der lag da drin, unverarbeitet. Und vor diesem Schmerz hatte ich solche Angst, ihn fühlen zu müssen, dass ich mich verweigert habe eine Verbindung zu mir zu erlauben.

    Ich hätte alles getan, alles, nur um diesen Schmerz nicht fühlen zu müssen. Lieber liess ich mir von Aussen jeden beliebigen neuen Schmerz zufügen, Hauptsache ich war abgelenkt und konnte diese Verbindung zu mir weiter verbieten.

    Ich benutzte alles, Wissen, Wissen über mich selbst, Logik, Analyse, Beziehung, andere Menschen, alleswas mir in die Quere kam nahm ich dankbar auf, nur um nicht fühlen zu müssen was da in mir drin war.

    Und eigentlich wollte ich diesen Schmerz ja auch behalten. Er hat mich ja definiert. Ich war ja eine arme geschundene Seele der alle nur böses wollen. Wenn ich diesen Schmerz hätte durchlebt, dann hätte mein Selbstmitleid ja gar keine Berechtigung mehr gehabt. Das ging ja mal gar nicht.

    Ich hab mich unglaublich vor mir versteckt.

    Das wird mir vielleicht wieder passieren, keine Ahnung. Aber ich hab keine Lust mehr drauf. Ich will da wo ich war nicht mehr hin.

    Um aber an das Thema anzuknüpfen, eine Trennung vom partner hat nichts damit zu tun. Die Partnerschaft ist ein äußeres Symptom.

    Sich zu trennen und zu hoffen, dann wäre alles ok ist wie das vollggeschnäuzte Taschentuch in den Mülleimer werfen in der Hoffnung dass dann die Grippe vorbei ist.

    Die Grippe, darum geht es.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Absolut, ich versteh jedes Wort.

    Die Angst vor dem Losalssen ist das was mir am Meissten im Weg stand. Der einzige Weg war diese Angst zu überwinden und es einfach zu tun.

    Einfach sich selbst annehmen. Das tut enorm weh. Die ganze Trauer die dann unverarbeitet in mir war kam dann zum Vorschein. Immer dann wenn ich bewusst losgelassen habe. Und da war vieles was es loszulassen galt.

    Da wird sicher noch mehr kommen, vielleicht auch nicht, keine Ahnung. Es gibt kein Ende. Aber irgendwann beginnt das Loslassen weniger Angst zu machen. Es befreit und erleichtert so ungemein. Und es macht offen für Neues, offen für's Leben, offen für sich selbst.

    Zitat

    Aber wie hast du dich verändert das du auf einmal Kontakt mit diesen (langweiligen, in unseren Augen) Menschen bekommen hast??

    Das hatte ich Dir noch nicht beantwortet.

    Ganz einfach, ich lasse es einfach zu.
    Als ich noch voll im Co-Bewusstsein war, hatte ich immer das Gefühl ich wäre zu 100% für eine Verbindung zuständig. Also bin ich denen nachgerannt, die keine Verbindung von sich aus wollten. Denn nur so konnte ich ja meine 100% geben.
    Menschen die von sich aus ihre 50% gaben waren völlig uninteressant. Denn wenn ich nicht alles geben konnte, fühlte sich das für mich irgendwie falsch an.
    Aber das gegenteil ist der Fall. Dort wo ich 100% geben muss stimmt was nicht. Die andere Hälfte einer Verbindung, die nicht mein Teil ist kommt vom Gegenüber von ganz allein. Oder nicht. Wenn nicht, ist doch ok, kann ich nicht ändern. Wenn doch - dann ist das wie Urlaub! Da ich als Co dauernd auf 100% war, was meinst Du wie entspannend es ist plötzlich nur noch eine Hälfte zu sein, zuzulassen, dass ich nur eien Hälfte bin.
    Wenn der Andere ehrliches Interesse an mir hat, kommt seine Hälfte von ganz allein - dafür muss ich nichts tun, gar nichts.

    Das ist wie Ferien auf'm Ponyhof. Einfach in's heu legen, 'n Grashalm kauen und passieren lassen.

    Seit ich das mal aktiv an mir beobachtet habe, will ich nie, nie wieder in meine alte Co-Schiene zurück. Ob ich das schon dauerhaft kann, weiss ich nicht, das werd ich sehen, aber ich will auf jeden Fall genau so weitermachen.

    Hallo Honey,

    das kann ich nicht mal eben so abfrühstücken und sagen, dass und das hab ich geändert. Ich kann es nur so beschreiben, dass ich irgendwann anfing meinen eigenen Weg zu gehen, der mich immer mehr zu mir führte. Und irgendwann musste ich "nur noch" akzeptieren wer ich bin und wie ich bin.

    Im Grunde war's das. Es gibt dabei kein Ende, weil der Weg ja das Ziel ist.

    Die Selbstakzeptanz war das Schwierigste. Einen Teil von mir hab ich sogar bis vor kurzem nicht akzeptiert. Obwohl ich dachte es sei anders. Dabei hab ich mir nur selbst wieder in die Tasche gelogen "Nö, bei mir ist das alles anders."

    Denkste, ich wollte einfach nur einen Teil von mir nicht akzeptieren, nichtmal wahrhaben.

    Kaltblut hat mal irgendwo geschrieben, es ist alles schon da. Es ist alles schon drin. Die Natur hat's uns mitgegeben, alles was ich tun brauche ist darauf zu hören.

    Und darauf werd ich immer wider gestossen. Immer wenn ich die Antworten wieder außen gesucht habe bin ich am Ende bei mir innendrin gelandet und da war die Antwort schon lange. Ich brauchte sie nur annehmen.

    Lieb Grüße

    Kaleu

    Hallo,

    also ich glaube nicht, dass eine Trennung vom Co-Sein befreit. Co-Sein ist für mich eine Art Charaktereigenschaft und bestimmte sich wiederholende Muster. Welche das sind, kann man ja hier zur Genüge nachlesen, das möchte ich hier nicht ausbauen.

    Ich weiss für mich aber, eine Trennung ändert überhaupt nichts. Denn es steckt ja in mir selbst und die kaputte Beziehung an der ich festhielt war ja nur ein äußeres Symptom.

    Ich hab meine Co-Seiten bereits in der Partnerschaft bearbeitet und die Trennung kam anschliessend.

    Ich hab für mich gemerkt, dass das hauptsächliche Muster was ich in Beziehungen brauchte war, dass ich das Gefühl haben musste gebraucht zu werden. Das habe ich mit Liebe verwechselt. Ich könnte Romane über die Ursachen schreiben und die Zusammenhänge aber das ist für mich unwichtig geworden. Für mich fangen die Dinge die sind an zu zählen, nicht mehr die die sein könnten oder hätten sein können oder, oder.

    Ich hab in der letzten Zeit eine Frau kennengelernt die echtes Interesse an mir zeigt. An mir. Nicht an meinen Problemen, nicht an meinen Schwierigkeiten. Und wenn sie von sich erzählt, dann erzählt sie aus ihrem Leben oder was sie bewegt. Aber nicht von unendlichen Problemen. Obwohl es dabei um eine bezaubernde Frau geht, wollte ich zu Beginn überhaupt keine Verbindung zu ihr aufbauen. Das gemeinsame Reden war viel zu entspannt, dahinter waren keine Zwänge, kein Druck. Es war einfach nur angenehm und ihr Interesse ist ehrlich an mir, an dem der ich bin.
    Das war sehr verwirrend für mich, bis ich gemerkt habe was Co-Sein nun eigentlich bedeutet. Ich hatte überhaupt kein Interesse weil diese Frau mich nicht braucht. Und nie brauchen wird. Sie steht ja mitten im Leben. Dass sich dauerhaft jemand mit mir abgeben möchte, der mich gar nicht braucht passte so gar nicht in mein Weltbild.
    Mir wurde dadurch klar, dass die Menschen, die ich mir eigentlich in meinem Leben wünsche, nämlich Menschen die freiwillig eine Verbindung zu mir aufbauen wollen, weil sie gern in meiner Nähe sind, dass ich genau diese Menschen aus meinem Leben ausgeschlossen habe.

    Ich weiss dass ich das nie bemerkt hätte, hätte ich mich nicht mit meinem Co-Sein beschäftigt. Seitdem mir aufgefallen ist, was da mit mir los ist, kann ich ganz anders mit diesem Menschen umgehen. Und ich geniesse es. Vielleicht entwickelt sich was draus, vielleicht nicht. Das ist nebensächlich geworden. Ich geniesse es, dass ein Mensch Interesse an mir hat, ein Mensch der mich nicht braucht. Das ist so ungemein wertvoll udn wohltuend.

    Und es fühlt sich einfach nur verdammt - saugeil - an!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    (der keine Lust mehr auf Co-Sein hat)

    Hallo Hartmut,

    ich fühl mich augenblicklich nicht gefährdet, das heisst aber nicht, dass ich meine Trockenarbeit jetzt vernachlässige. Gerade weil ich weiss, dass Alkohol mir nicht helfen würde - sondern weil ich sicher weiss, dass nur ein Schluck reichen würde um sofort einen massiven Rückfall auszulösen, gerade jetzt nehme ich das Thema sehr ernst.

    Ich spreche dem Alkohol keine Wunderdinge zu. Mit Wegsaufen war das überblenden gemeint, denn der Suff liess es ja zu, diese Gefühle für den Moment des Suffs nicht fühlen zu müssen.

    Meine Trockenheit steht unabhängig von allem weiterhin an erster Stelle. Ohne klaren Kopf kann ich mit der Situation auch gar nicht umgehen.

    Hab mich heute Abend in der SHG ausheulen können. Jetzt bin ich einfach nur erschöpft und k.o.

    Gruß

    Kaleu

    Hallo Martha,

    ja, genauso geht es mir gerade. Der Klos im Hals hat mich drauf gebracht und auch dieser gefühlte blanke Hass.

    Ich weiss, dass es völliger Blödsinn ist wenn ich jetzt bei ihr klingel. Ja, es ist das Gleiche, ich will ihr zeigen was das mit mir macht, wie sehr sie mir weh getan hat, will, dass sie Verantwortung dafür übernimmt.
    Aber ich weiss, es würde mir nur schlechter gehen. Es ist wie's ist.

    Aber die Wut, die will ich loswerden. Ich will die nicht mehr schlucken wie früher. Ich weiss, dass unter dieser Wut Trauer sitzt, aber ich komm nicht heran solange ich diese extreme Wut fühlen muss. Deswegen will ich die so unbedingt loswerden bevor ich sie wieder in mich reingefressen habe.

    Mag sein, dass es andere Wege gibt in denen man das nicht mehr persönlich nimmt und es gar nicht erst zu dieser Wut kommt. Keine Ahnung. Aber sie ist jetzt nunmal da und sie fühlt sich vergiftend an. Ich will die einfach nur raus aus mir haben!

    Ich fühle, dass ich einen Riesenfehler gemacht habe. Ich hab immer die verantwortung für alles auf mich genommen. Selbst als ich begann etwas an mir zu ändern, hab ich weiter damit gemacht.

    Denn ich habe meinen Anteil erkannt. Der, dass ich das mit mir machen lasse. Und so konnte ich ihr Verhalten vor mir rechtfertigen. Denn ich war ja selbst Schuld. Ich hab wieder alles auf mich genommen, wenn auch in einer völlig anderen Form.

    Aber das ist genausowenig wahr. Nur die Hälfte liegt bei mir. Ihr Verhalten war real. Und es war verletzend. Grenzüberschreitend. Und es war verachtend mir Gegenüber und meinen Gefühlen gegenüber.

    Und deswegen ist meine Wut auch berechtigt!

    Aber ich werd den Fehler nicht mehr machen das bei ihr lassen zu wollen. Sie hat diese Verantwortung immer von sich gewiesen und wird es auch weiterhin tun. Ich würde mich nur selbst verletzen und damit muss jetzt mal Schluss sein.

    Gruß

    Kaleu

    Hallo Hartmut,

    oh ja, frag mal nicht nach Sonnenschein. Alkohol hat mir beim Schlucken enorm geholfen. Ich weiss sehr genau in welchen Situationen ich gesoffen habe und warum. Mit dem Warum meine ich nicht die äußeren vorgeschobenen Gründe von früher sondern die tatsächlichen - sprich "wegsaufen" von Angst oder Hilfsmittel beim Schlucken von Wut oder Verletzungen.

    Was ist wenn ich jetzt an Alkohol denke? Eine sehr gute Frage.

    Das einzige was mir dazu einfällt ist, dass Alkohol als Alternativlösung (bitte nicht das Wort Lösung wörtlich nehmen, mir fällt gerade kein Anderes ein) gar nicht in Frage kommt. Ich habe es ehrlich gesagt bis Du eben die Frage gestellt hast nichtmal gedanklich als Option gehabt. Obwohl ich in einer Situation bin in der ich vor 3 Monaten definitv gesoffen hätte.

    Vielleicht liegt es daran, dass ich mittlwereile weiss, dass ich gar keinen Alkohol brauche um das zu überstehen. In den gesamten 3 Monaten in denen ich jetzt trocken bin ging das Gefühlschaos dieser Beziehung ja weiter. Sogar extremer als irgendwann vorher. Und nicht einmal kam ich ernsthaft in Versuchung Alkohol als Lösung zu betrachten so wie vorher.

    Um ehrlich zu sein, klingt nicht mal verlockend.

    Ich sitze gerade im Büro und vorne in der Küche geht gerade eine Flasche Sekt rum, wegen Feiertag morgen. Wenn ich wollte könnte ich problemlos jetzt ein Glas trinken.

    Naja, ich bin nicht in der Küche... ;)

    Hallo Matthias,

    ja, auf irgendsowas wirds hinauslaufen.

    Ich frag heute Abend wirklich mal in der SHG, viele dort wohnen schon ewig hier, ich ert seit 2 Jahren. Vielleicht hat einer 'ne Möglichkeit oder kennt jemand wo ich mich mal austoben kann.

    Ich muss ja nichtmal erzählen warum, das ist das schöne an der SHG, wenn ich einfach nur sage ich muss dringend Wut abbauen und will nicht oder noch nicht sagen wieso, dann ist das ok.

    Da hat bestimmt jemand einen Tip für mich und ansonsten frag ich echt irgend 'n Landwirt oder so. Der wird mich zwar für bekloppt healten, aber mein Seelenheil is' mir das wert.

    Lieben Gruß

    Kaleu

    Es ist nicht, dass sie nicht will. Das war mir unbewusst längst klar und damit kann ich leben. Ich fühl mich nichtmal abgelehnt. Noch vor ein paar Monaten wäre das anders gewesen. Da wäre ich in Selbstmitleid gefallen. Es ist auch nicht die Trauer oder das Loslassen. Darin hab ich mittlerweile Übung.

    Ich hab mich wirklich verändert.

    Nein, es ist die Art wie sie es getan hat. Wie in den ganzen Jahren stiehlt sie sich aus jeder Verantwortung. Dreht sich rum und hat mit allem nichts mehr zu tun. So war es tatsächlich die ganzen Jahre. Sie entscheidet für sich ohne mich in irgend einer Art und Weise einzubeziehen. Stellt mich vor vollendete Tatsachen und gibt mir zu verstehen, dass ich damit zurecht zu kommen habe.

    Nicht das Ende der Beziehung macht mich zornig. Ich weiss immer noch wer ich bin und ich bin dankbar dafür soweit gekommen zu sein dass ich das heute viel besser verkraften kann. Das Stehlen aus jeder Mitverantwortung, das macht mich so wütend. Und das will ich nicht wieder schlucken.

    Als ich meine Therapie angefangen habe, da hat mich meine Therapeutin auf einen Klos im Hals aufmerksam gemacht. Ich hatte ihn eigentlich immer schon, so eine Art beklemmendes Drücken was das Schlucken und Atmen erschwert. Während der Aufarbeitung kam heraus, dass es aus meiner Kindheit kommt. Weil ich immer die Wut schlucke wenn mir jemand seine Verantwortung aufbürdet. Meine Eltern haben das getan. Nach der Therapie war der Klos verschwunden. Was mir gar nicht aufgefallen ist, denn er verschwand langsam und gleichmäßig.

    Seit heute Morgen ist er wieder da. Und den werde ich nicht behalten. Ich bin nicht mehr willens das zu schlucken.

    Und deswegen brauch ich dringend was wo ich das rauslassen kann.

    Hallo ihr,

    wenn das nur ginge. Obwohl, ich hab kaum trübe Gedanken. Es könnte mir schlechter gehen. Ich bin wie "abgeschaltet" - ich weiss auch nicht.

    Ich sitz blöde hier, hab ein paar Arbeiten erledigt. Dann fielen mir ein paar Dinge ein und es kam nur noch blanker Hass hoch. Das kenn ich so von mir nicht. Ich war richtig erschrocken.

    Jetzt geht's etwas besser, aber ich fühl mich wie das Wetter draussen. Grau. Mies.

    Ich weiss nicht was ich in der SHG erzählen soll heute Abend. Einerseits möchte ich darüber reden und es anschneiden. Andererseits habe ich Angst vor den Gefühlen die dann in mir losbrechen könnten.

    Ich will mir eigentlich etwas überlegen wo ich diese enorme Wut ablassen kann. Aber mir will so recht nichts einfallen. Sport bringt bei mir nichts, ist einfach nichts meins. Hab keine Lust mich zu etwas zu zwingen und in 'ne Art Selbstverletzung zu verfallen.

    Der Gedanke ein Beil zu nehmen und einen Balken komplett zu zertrümmern bis nichts mehr übrig ist brennt sich mir in den Kopf. Vielleicht fällt mir was ein, ich hab am Wochenende kinderfrei, wenn ich das dann noch so empfinde werd ich mir wohl was dafür suchen. Vielleicht frage ich in der SHG ob jemand eine Idee hat was ich machen kann.

    Klingt übel, oder? Ich erschreck mich vor mir selbst.

    Aber ich will das nicht schlucken, ich will nicht schlucken so eiskalt und wertlos behandelt zu werden!

    Hallo Illi,

    ich kann es nachfühlen wie es ist, wenn jeder die Verantwortung für einen Menschen von sich wegschiebt, der Mensch selbst auch und ich steh daneben. Dann bin ich manchmal wie ein Magnet der diese Verantwortung magisch anzieht und nicht mehr loslässt.
    Ich kann auc nachfühlen, dass die Abgrenzung davon nicht über Nacht geht, es braucht sehr lange bis die Bedeutung davon wirklich bei mir ankommt.

    Du hast bei mir gesehen wie es endet. Und es gibt genug andere Threads in denen Du sehen kannst wie es endet. Ich kenn auch aus meiner SHG etliche solche Geschichten und hab gesehen wie sie enden. Und das Ende ist immer das Gleiche. Der der sich den Schuh freiwillig angezogen hat ist der Verlierer dabei. Keinen interessiert es mehr, alle sind eigentlich nur froh, dass sich jemand den Schuh angezogen hat und sich verantwortlich fühlt.

    Ich finde es gut, dass Du erste Schritte unternommen hast um Dich davon abzugrenzen. Als Krankenschwester sollte Dir klar sein, was es tatsächlich bedeutet wenn Du ihn zu Dir nach Hause holst. Im krankenhaus, da wirst Du irgendwann abgelöst und kannst nach hause gehen. Das wäre dann nicht mehr möglich. Es gäbe keine Ablösung mehr. Auch sein verhalten würde sich dementsprechend verändern. Im Krankenhaus wissen auch Patienten, dass sie dort wegen einer akuten Krise sind und dass es nach Hause geht sobald die überstanden ist. Wenn er bei Dir ist, dann weiss er, dass er bereits zu Hause ist und Du ihn nicht mehr so ohne weiteres loswerden kannst.

    Wenn es Dir wichtig ist kannst Du Dich an der Verantwortung beteiligen indem Du mit hilfst ihn auf den Weg zu bringen und ihn dort zu lassen. Alles auf Deine Schultern nehmen wird für ihn nichts verändern und Dir die Luft zum Atmen nehmen.

    Wenn Du großes Glück hast bekommst Du dafür vielleicht einen feuchten Händedruck am Ende. Normalerweise aber bekommst Du dann nur zu hören "Bist doch selbst Schuld" und leider steckt ein Haufen Wahrheit in diesm Satz.

    Wie gesagt, Deine Intention verstehe ich und kann sie so sehr nachfühlen. Helfen wollen, Verantwortung freiwillig übernehmen, selbstlos sein, das alles ist nichts Schlechtes. Es sind Dinge die Dich auszeichnen. Mach es deswegen aber nicht zu Deiner Lebensaufgabe. Es gibt andere Möglichkeiten ihm beiszustehen, Möglichkeiten bei denen Du Du selbst bleiben darfst.

    Ich wünsche Dir von Herzen, daß Du das schaffst. Ich weiss wie schwer sich das anfühlt, aber ich weiss auch, daß es geht!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Guten Morgen Illi,

    Danke für Deine Zeilen. Die Bestätigung tut wirklich gut im Moment. War keine schöne Nacht. Aber irgendwas Gutes hatte sogar das alles. Diesmal war's keine SMS mit irgendwelchen Ausreden. Mir saß ein Mensch gegenüber der mir das alles völlig gefühlskalt in's Gesicht gesagt hat und dann ging. Dieses Bild werd ich nicht mehr los. Das macht es irgendwie leichter.

    Freu mich auf meine SHG heute Abend.

    Keine Sorge Illi, ich bleib bei mir. Ich bin zu weit gekommen um mich jetzt umwerfen zu lassen.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Weisst DU Martha, die Ignorranz, die tut am meissten weh. So als wär ich ein Ding. Völlig wertlos.

    Nach all dem was war, die ganzen 5 Jahre...

    Kam sie zur Tür rein, sagt "Du, mir ist letzte Woche aufgefallen, ich will gar keine Beziehung. Ich weiss, Du hast jetzt einen Haufen zu verarbeiten, aber bitte melde Dich nicht mehr bei mir" und geht...

    Das war's. Das war alles. Es tat ihr ja nichtmal leid.

    Nie wieder möchte ich so behandelt werden.

    Lass mal das mit der Kommunikation. Danke Dir, aber jetzt hab ich wirklich keinen Kopf mehr dafür. Jetzt brichts echt auf.

    Übel, übel.

    Kann auch nimmer schreiben jetzt weil ich die Tasten nimmer sehen kann. Ich geh gleich in die Falle.

    Schlaf gut Martha und träum was Schönes.

    Hey, Danke! Deine Bestätigung gerade, das hat sehr gut getan.

    Hi Martha,

    Metakommunikation. Kommunikation über die Kommunikation. Nach Watzlawick.

    Vereinfacht, wenn ich das Gefühl habe, dass die Kommunikation missverständlich wird, dann zieht mich irgendwas auf die Beziehungsebene und ich möchte das ausräumen.

    Ich habe da ein unheimlich starkes Bedürfnis dazu. Ich weiss, dass das bedürfnis daher kommt, dass ich meiner eigenen Wahrnehmung misstraue. In dieser beziehung wurde meine gesamte Wahrnehmung eigentlich permanent in Frage gestellt. Seit ich mich intensiv mit mir auseinandersetze merke ich vermehrt, dass ich immer wieder an Stellen stoße an denen meine Wahrnehmung von Anderen in Frage gestellt wird. Und so langsam erwachsen daraus wieder Selbstzweifel.

    Mist.

    Ich muss heulen gerade.

    Ich muss richtig heulen gerade.

    Scheissbeziehung. Nimmer viel von mir übrig. Und dann einfach eiskalt abserviert. Sie is' gegangen ohne dass ich was sagen konnte.

    Ich bin aber nicht verkehrt. Und meine Wahrnehmung auch nicht.

    Mist, ich komm von einem auf's Andere...

    Ich wollt doch auch nur geliebt werden... EInfach so... :(

    Hey Martha,

    hätte da noch 'ne Frage. Wegen dem Bedürfnis.

    Es hat viel damit zu tun, dass ich auf die Metaebene wechseln möchte um was glatt zu ziehen, was sich für mich wie eine Differenz anfühlt.

    Ich reagiere überempfindlich wenn ich nicht auf die Metaebene wechseln darf, ich weiss, dass das ein Mitbringsel aus dieser Beziehung ist.

    Meinst das wird Besser?

    Lieben Gruß

    Kaleu