Ah, Abwehr. Sehr gesund. 
Lass das, was sie Dir vermeintlich antut stecken. Du würdest das Gleiche erzeugen was gerde hier passiert ist und ich erzeugt habe. Sie tut Dir nichts an. Selbst wenn Du's mal so empfindest, ist es nicht so.
Wenn sie so labil ist wie Du beschreibst, ist sie mit sich selbst völlig überfordert. Da erreichst Du das Gegenteil dessen was Du willst, wenn Du ihr auch noch die Verantwortung für Dich auf's Auge drücken willst.
Was das Gespräch angeht, würde ich Dir raten vor allem bei Dir selbst zu bleiben. Und ihr mitzuteilen,dass Du Dich von all dem überfordert fühlst. Ohne ihr Schuld daran zu geben - sondern eben schlicht bei den Tatsachen zu belieben, dass Dich das überfordert.
Du kannst sie ruhig wissen lassen, dass Du Angst um sie hast, aber nicht so, dass sie dafür verantwortlich wäre, Dir diese Angst zu nehmen. Damit würdest Du ihr etwas an's Knie nageln was einfach nicht ihres ist. Und nochmal - sie ist mit sich selbst überfordert. Sich da noch um Deine Angst zu sorgen würde sie nur weiter runter ziehen.
Genauso wie Du es mit Dir innerhalb dieser Situation bist. Das ist nicht tragisch, jeder wäre das. Genau deswegen ist es viel wichtiger, dass Du auf Dich selbst achtest und eben nicht versuchst, zu retten was zu retten ist.
Menschen die sich überfordert fühlen, machen aus Angst unüberlegten Blödsinn. Weil sie nur angstgesteuert sind und Angst ist ein miserabler Berater.
Wenn Du das Gespräch unbedingt suchen magst, tu's also. Mach es aber deeskalierend - für euch Beide. Bau keinen Druck auf. Das ist das letzte was Du oder sie gebrauchen können.
Und dann nimm Dich mal ein bisschen da raus. Auch wenn Du Angst hast. Das ist nicht leicht, dennoch hat es für Dich Vorrang, dass Du zur Ruhe kommst. Selbst wenn Du ihr helfen willst, kannst Du das nicht, wenn Du wie ein verrücktes Huhn auf der Stange tobst.
Lass sie ihre Emotionen so behalten wie sie das will, sie wird ihre Gründe haben und das brauchen. Mach Dich nicht zu ihrem Therapeuten. Weder hast Du das Recht dazu noch die Kompetenz.
So sehr Dein Ansinnen auch zu verstehen ist, so sehr musst Du jetzt über Nacht dazu lernen. Einfach ist das nicht - aber auch nicht unmöglich.
Komm immer wieder bei Dir an. So hilfst Du Dir - und ihr. Auch wenn es Deinem ersten Impuls widerstrebt.
Dein erster Impuls ist nunmal Angst. Und die ist ein ganz, ganz schlechter Berater.
Die weicht, wenn Du Dich zurücknimmst und wieder zu Dir und zur Ruhe findest.
Zitat
Klar kann und will ich mich da nicht reinhängen, aber ich finde sie sollte wissen, dass jemand für sie da ist und dass sie nicht verurteilt wird.
Das wäre recht sinnvoll - aber ganz ehrlich - kannst Du das? Bei der Wut die Du im Bauch hast und so persönlich wie Du all das nimmst?
Die Worte, was sie Dir antun würde, waren nicht ganz so flapsig mal eben rausgerutscht. Da sitzt was bei Dir. Ein Urteil. Das wirst Du auch vor ihr nicht verbergen können.