Liebe Maria,
je mehr Du schreibst, um so besser. Du brauchst Dich dafür nicht entschuldigen, denn je mehr Du schreibst, um so mehr beschäftigst Du Dich mit Dir selbst und das ist doch etwas Gutes.
Kurz zu mir, warum ich sehr vorsichtig bin. Ich weiss, dass EKAs nahezu nicht kritikfähig sind. Besonders wenn sie noch ganz am Anfang stehen. Wobei auch das nicht stimmt. EKAs sind sogar kritikfähiger als irgendwer sonst. Nur nehmen sie sich Kritik so sehr zu herzen, dass sie sich abgewertet fühlen. Selbst wenn es nicht so gemeint war. Das führt dann zu einer inneren Abwehrhaltung gegen jedes äußere Hilfsangebot.
Hätte ich gesagt, hey, Du willst doch da gar nicht raus, wäre an der Stelle unser Dialog beendet gewesen. Da hättest Du erstmal zu gemacht. Das ist übrigens eine völlig normale Reaktion.
Jetzt aber zu Deiner ausführlichen Antwort.
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Warum sollte ich also nicht hier raus wollen?
Wahrscheinlich hast du recht, eigentlich will ich nicht raus, weil ich Angst vor dem Leben hab und Angst jemandem vor den Kopf zu stoßen. Während meiner Therapie hat sich meine Mutter schon beschwert dass ich mich von ihnen entferne. Ich weiß nicht mehr wie sie es damals ausgedrückt hat, aber diese Aussage kommt mir erst jetzt wieder richtig in den Sinn.
Angst vor dem Leben? Also ehrlich. Das glaube ich nicht. Ich glaube zwar, dass Dir noch der richtige Wille fehlt da wirklich raus zu wollen, so richtig mit Biss, aber ich glaube da sind ganz andere Gründe im Spiel. Angst vor dem Leben gehört da überhaupt nicht dazu. Das ist übrigens eine klassische EKA Ausrede Angst vor dem Leben zu haben. Dabei beweisen gerade EKAs immer wieder, dass sie unter den widrigsten Umständen zu leben verstehen und sich nicht unterkriegen lassen. Und die meissten EKAs wissen das sogar. Nur - sie schätzen es nicht. Das was sie bei anderen für wertvoll halten, dass was EKAs bei Anderen bewundern, mit beiden beinen im Leben stehen, Stabilität errichten und erreichen können, für scih selbst sorgen können unter welchen Umständen auch immer, genau das schätzt der EKA nicht an sich. Mehr noch. Er redet es sich aus das zu können. Obwohl er es jeden Tag wieder unter Beweis stellt dass er es sogar besser kann als Andere. Aber sich selbst ein bisschen in die Tasche lügen, macht der EKA ja so gerne, stimmts? 
So zum beispiel, ich kenne da eine, ihr Name ist Maria glaub ich, die behauptet von sich, sie könne nicht stolz auf ihr Abi sein. Denn sie hätte es nur gemacht, weil andere das gesagt haben. Dabei übersieht sie nur eine Kleinigkeit. Das Abi gemacht und geschafft hat trotzdem Sie! Niemand Anders. Sie selbst. Kein grund stolz zu sein? Seh ich nicht so.
Sie kann es also - sie wollte es bloss nicht wahrhaben dass sie es kann. Das ist der Unterschied.
Meine ketzerische Theorie ist: EKAs können alles! Absolut alles. Manches viel, viel besser als irgendwer sonst. Und zwar alle EKAs. Aber EKAs wollen nicht. Sie wollen gar nichts. Weil sie sich nicht eingestehen wollen, etwas zu können!
Der Grund dafür ist nicht Angst vor dem Leben. Sondern Angst davor zu erkennen, dass sie gar nicht so schlecht sind wie sie es von sich selbst glauben. EKAs haben viel mehr Angst davor Jemand zu sein als Niemand zu sein. Das würde nämlich das gesamte Weltbild zusammenstürzen lassen und das macht eine höllische Angst weil damit das eigene Ich in Frage gestellt wird. Zumindest das Ich von dem der EKA glaubt es zu sein.
Eine Veränderung kann es erst geben, wenn zumindest der Wille an's Tageslicht kommt - ich will nicht mehr Niemand sein. Ich möchte endlich ich sein dürfen!
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Aber ist das nun ein Grund warum ich dem Stillstand verfallen bin oder ist das nur eine Ausrede, weil ich Angst habe etwas Neues anzufangen?
Ich halte es für eine Ausrede um überhaupt etwas anzufangen.
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Also das große Kopfkino bevor ich überhaupt nur angefangen habe.
Das berühmte Aber. Und das Beste Aber was Du im Gepäck haben kannst lautet, ich will ja eigentlich schon..aber...
Solange Du dieses Aber da nicht wegkriegst...naja...wie Du so schön sagst, dann bleibt man halt sitzen wie das Kaninchen vor der Schlange und wartet auf ein Wunder.
Ich behaupte nicht, dass es leicht ist. Ich behaupte nicht, dass da nicht viele Stolpersteine im Weg liegen. Ich behaupte nicht, dass ginge von heute auf Morgen. Viel gäbe es zu lernen, auzuprobieren. Manchmal wird es weh tun. Manchmal sogar sehr. Es ist viel Angst dabei der Du Dich stellen müsstest.
Wenn ein EKA die gleiche Energie die er jeden Tag gegen sich einsetzt mal für sich einsetzt - na Holla die Waldfee. Es ist traumhaft einem EKA bei seiner Heilung zuzusehen. Wieviel Enrgie da frei gesetzt wird. Wieviel Neugier. Wieviel kindlicher Übermut. Wieviel Interesse. Wieviel Lebenskraft. Wieviel Wille. Aber auch wieviel Wärme. Wieviel Liebe. Wieviel Menschlichkeit. Wieviel Herz.
Und genauso grausam ist es einem EKA zusehen zu müssen, der all dieses gewaltige Potential hat und es an ein einziges blödes ...aber... verschwendet.
Liebe Grüße
Kaleu