Beiträge von Kaleu

    Liebe Schneekugel,

    darf ich Dich was fragen?

    Mal abgesehen von der hier beschriebenen Ambivalenz die Du empfindest, ist Dir eigentlich wichtig was Dein Freund im Bezug auf eure Partnerschaft fühlt?
    Ich mein mal abgesehen davon, dass Du unbedingt sicher wissen wilst, dass er Dich liebt, sind Dir seine Bedürfnisse, seine Gedanken und Gefühle wichtig und wertvoll?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Maria,

    je mehr Du schreibst, um so besser. Du brauchst Dich dafür nicht entschuldigen, denn je mehr Du schreibst, um so mehr beschäftigst Du Dich mit Dir selbst und das ist doch etwas Gutes.

    Kurz zu mir, warum ich sehr vorsichtig bin. Ich weiss, dass EKAs nahezu nicht kritikfähig sind. Besonders wenn sie noch ganz am Anfang stehen. Wobei auch das nicht stimmt. EKAs sind sogar kritikfähiger als irgendwer sonst. Nur nehmen sie sich Kritik so sehr zu herzen, dass sie sich abgewertet fühlen. Selbst wenn es nicht so gemeint war. Das führt dann zu einer inneren Abwehrhaltung gegen jedes äußere Hilfsangebot.

    Hätte ich gesagt, hey, Du willst doch da gar nicht raus, wäre an der Stelle unser Dialog beendet gewesen. Da hättest Du erstmal zu gemacht. Das ist übrigens eine völlig normale Reaktion.

    Jetzt aber zu Deiner ausführlichen Antwort.

    Zitat

    Warum sollte ich also nicht hier raus wollen?
    Wahrscheinlich hast du recht, eigentlich will ich nicht raus, weil ich Angst vor dem Leben hab und Angst jemandem vor den Kopf zu stoßen. Während meiner Therapie hat sich meine Mutter schon beschwert dass ich mich von ihnen entferne. Ich weiß nicht mehr wie sie es damals ausgedrückt hat, aber diese Aussage kommt mir erst jetzt wieder richtig in den Sinn.

    Angst vor dem Leben? Also ehrlich. Das glaube ich nicht. Ich glaube zwar, dass Dir noch der richtige Wille fehlt da wirklich raus zu wollen, so richtig mit Biss, aber ich glaube da sind ganz andere Gründe im Spiel. Angst vor dem Leben gehört da überhaupt nicht dazu. Das ist übrigens eine klassische EKA Ausrede Angst vor dem Leben zu haben. Dabei beweisen gerade EKAs immer wieder, dass sie unter den widrigsten Umständen zu leben verstehen und sich nicht unterkriegen lassen. Und die meissten EKAs wissen das sogar. Nur - sie schätzen es nicht. Das was sie bei anderen für wertvoll halten, dass was EKAs bei Anderen bewundern, mit beiden beinen im Leben stehen, Stabilität errichten und erreichen können, für scih selbst sorgen können unter welchen Umständen auch immer, genau das schätzt der EKA nicht an sich. Mehr noch. Er redet es sich aus das zu können. Obwohl er es jeden Tag wieder unter Beweis stellt dass er es sogar besser kann als Andere. Aber sich selbst ein bisschen in die Tasche lügen, macht der EKA ja so gerne, stimmts? ;)
    So zum beispiel, ich kenne da eine, ihr Name ist Maria glaub ich, die behauptet von sich, sie könne nicht stolz auf ihr Abi sein. Denn sie hätte es nur gemacht, weil andere das gesagt haben. Dabei übersieht sie nur eine Kleinigkeit. Das Abi gemacht und geschafft hat trotzdem Sie! Niemand Anders. Sie selbst. Kein grund stolz zu sein? Seh ich nicht so.
    Sie kann es also - sie wollte es bloss nicht wahrhaben dass sie es kann. Das ist der Unterschied.

    Meine ketzerische Theorie ist: EKAs können alles! Absolut alles. Manches viel, viel besser als irgendwer sonst. Und zwar alle EKAs. Aber EKAs wollen nicht. Sie wollen gar nichts. Weil sie sich nicht eingestehen wollen, etwas zu können!

    Der Grund dafür ist nicht Angst vor dem Leben. Sondern Angst davor zu erkennen, dass sie gar nicht so schlecht sind wie sie es von sich selbst glauben. EKAs haben viel mehr Angst davor Jemand zu sein als Niemand zu sein. Das würde nämlich das gesamte Weltbild zusammenstürzen lassen und das macht eine höllische Angst weil damit das eigene Ich in Frage gestellt wird. Zumindest das Ich von dem der EKA glaubt es zu sein.

    Eine Veränderung kann es erst geben, wenn zumindest der Wille an's Tageslicht kommt - ich will nicht mehr Niemand sein. Ich möchte endlich ich sein dürfen!

    Zitat

    Aber ist das nun ein Grund warum ich dem Stillstand verfallen bin oder ist das nur eine Ausrede, weil ich Angst habe etwas Neues anzufangen?

    Ich halte es für eine Ausrede um überhaupt etwas anzufangen.

    Zitat

    Also das große Kopfkino bevor ich überhaupt nur angefangen habe.

    Das berühmte Aber. Und das Beste Aber was Du im Gepäck haben kannst lautet, ich will ja eigentlich schon..aber...
    Solange Du dieses Aber da nicht wegkriegst...naja...wie Du so schön sagst, dann bleibt man halt sitzen wie das Kaninchen vor der Schlange und wartet auf ein Wunder.

    Ich behaupte nicht, dass es leicht ist. Ich behaupte nicht, dass da nicht viele Stolpersteine im Weg liegen. Ich behaupte nicht, dass ginge von heute auf Morgen. Viel gäbe es zu lernen, auzuprobieren. Manchmal wird es weh tun. Manchmal sogar sehr. Es ist viel Angst dabei der Du Dich stellen müsstest.

    Wenn ein EKA die gleiche Energie die er jeden Tag gegen sich einsetzt mal für sich einsetzt - na Holla die Waldfee. Es ist traumhaft einem EKA bei seiner Heilung zuzusehen. Wieviel Enrgie da frei gesetzt wird. Wieviel Neugier. Wieviel kindlicher Übermut. Wieviel Interesse. Wieviel Lebenskraft. Wieviel Wille. Aber auch wieviel Wärme. Wieviel Liebe. Wieviel Menschlichkeit. Wieviel Herz.

    Und genauso grausam ist es einem EKA zusehen zu müssen, der all dieses gewaltige Potential hat und es an ein einziges blödes ...aber... verschwendet.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Maria,

    mir ist gerade aufgefallen, dass ich Deine Gegenfrage auch nicht beantwortet habe was ich hiermit nachholen will.

    Zitat

    Warum sollte ich da nicht raus wollen?

    Das weiss ich nicht. Wenn das Jemand wissen kann, dann ausschliesslich Du selbst. Es geht ja um Dich.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Schneekugel,

    ist dann Dein Partner so verschieden zu Dir? Wenn ich Dich richtig verstanden habe willst Du Dich doch auch nicht wirklich festlegen.

    Es gibt eine Theorie, dass man sich instiktiv den Typ Partner sucht, den man braucht, nicht den man will. Ob diese Theorie nun richtig ist oder nicht, das weiss ich nicht. Aber die Praxis hat mir in letzter Zeit oft gezeigt, dass da viel Wahres drin steckt. Wer sich nicht binden möchte sucht sich dann instinktiv jemand der sich auch nicht binden möchte. Das schafft Sicherheit dass es nie zu einer Bindung kommt.
    Du sagst ja selbst wie wichtig Dir der Abstand und Deine Freiheit ist. Viel wichtiger als die Bindung. Dafür hast Du doch genau den richtigen Partner. Warum stört Dich also etwas an ihm was genau das ist was Du brauchst?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Maria,

    mmh, im Moment bin ich mir 'n bisschen unsicher was ich Dir antworten soll bzw. wie ehrlich ich in meiner Antwort sein darf. Ich möchte Dir nämlich nichts unterstellen.

    Ichfrage ob Du da raus willst und Du stellst eine Gegenfrage warum Du da nicht raus wollen solltest. Damit hast Du die Frage nicht beantwortet. Weisst Du denn warum Du diese Frage nicht beantwortest sondern statt dessen eine Gegenfrage stellst?

    Es gibt Hunderte von Geschichten hier im Forum. Von Co's, von Alkoholikern und von EKAs. Manche suchen noch, manche sind auf dem Weg und manche sind schon mitten in ihrem neuen Leben. Allen die etwas verändert haben war und ist eins gemain. Der unbedingte Wille etwas ändern zu wollen und den Teufelskreis in dem sie steckten zu verlassen.

    Zitat

    Ich hab eine Verhaltenstherapie gemacht und dachte dadurch würde sich meine Einstellung zu mir selbst verändern.

    Wolltest Du denn eine Therpaie um etwas zu verändern? Oder wolltest Du Dich verändern lassen?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Schneekugel,

    Zitat

    Ich weiß nicht, ob ich mich wirklich an jemanden binden will oder kann, oder ob es mir wichtiger ist, alleine zu sein.

    Wer außer Dir selbst soll Dir eine Antwort auf diese Frage geben?

    Ich kenne diese innere zerissenheit. Ja ich will. Nein ich will nicht. Eigentlich weiss ich nicht so richtig was ich will.

    Nicht von mir selbst, dennoch kenne ich sie zur Genüge. So leid es mir tut, so lange Du Dir nicht einmal beantworten kannst, ob Du überhaupt eine Beziehung willst, kann Dir auch Niemand Hilfe sein, weder Dein Partner noch sonst irgendwer.

    Die Zweifel die Du hast sind zu verstehen und kommen nicht von ungefähr. So wie Du schreibst, klingt es so, als möchtest Du derzeit eine Beziehung weil Du das für normal hälst und Du normal sein willst, weniger weil Du selbst eine Beziehung möchtest.

    Weisst Du denn, was in Deinem partner vorgeht? Welche Gefühle er hat?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Zitat von SAndfeele


    Ich möchte ihm eine Hilfe und stütze sein, aber dazu muss ich erst einmal ich selbst sein!!

    So sieht's aus! Dennoch ist es wichtig, dass Du Deine veränderung für Dich willst. Weder um die Bzeiehung zu retten, noch um ihm Stütze zu sein. Dann würdest Du Dich nur verbiegen statt wirklich etwas an Dir ändern. Verbiegen hält Niemand lange durch.

    Ich bin selber Co. Glaub mir, ich weiss wovon ich da rede. Eine Zeitlang dachte ich auch ich hätte verstanden. Dabei hab ich mir nur eingeredet ich hätte verstanden. Ich hab mich verbogen und mir eingeredet, ich verbiege mich nicht. Da hab ich mir selbst in die tasche gelogen. Der anschliessende Aufschlag auf dem Boden der Tatsachen war markerschütternd. Das war für mich der Auslöser, dass ich mich für mich verändern wollte.

    Das war ein langer und harter Prozess und teilweise mit massiven Schmerzen verbunden. Mir wurde da überhaupt erst klar wie massiv Verlustängste, Helfersyndrom waren. Wie sehr ich manipulieren wollte und manipuliert habe. Und das unter dem Deckmäntelchen der "Hilfe". Wieviel ungesunder Narzissmus und wie wenig gesunder Egoismus im Co-Sein steckt begann wahnsinnig weh zu tun, als ich das bemerkt und realisiert hatte.

    Nurwenn Du es für Dich willst, kannst Du überhaupt weiterkommen.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Verena,

    eins noch im Nachgang. Einen zahn möchte ich Dir gleich ziehen.

    Es wird nicht alles gut wenn er nur aufhört zu trinken!

    Das ist die größte Illusion der Co's. Alkoholismus verselbständigt sich zwar irgendwann und wird selbst zum Problem, aber er verbrigt auch Probleme. Ist der Alkohol weg, treten die ans Tageslicht und müssen bearbeitet werden.

    Eine Hälfte davon bist Du selbst. Es ist völlig egal ob er aufhört zu trinken oder nicht, wenn Du das gemeinsam schaffen wilslt, musst Du bereit sein verdammt hart an Dir zu arbeiten!

    Cos neigen dazu sich die Probleme anderer zu eigen zu machen um ihre nicht zu sehen. Sie leiden also unter dem Alkoholismus des Partners (dessen Problem) und sehen deswegen ihre eigenen nicht. Befreit sich der Partner aus dem Alkoholismus zerbricht die Beziehung auf jeden fall wenn der Co nicht auch an sich arbeitet weil die alten mechanismen nicht mehr greifen können.

    Falls Du also Deine Beziehung retten willst, bloss um Dich nicht mit Dir selbst auseinandersetzen zu müssen, geht dieser Schuss auf jeden Fall nach hinten los. Das haben schon einige versucht und sich nachher gewundert wenn der mittlerweile trockene und stabile Alkoholiker seine Sachen packt weil er dann gerne einen stabilen Partner an seiner Seite hat und ihn das co-typische Klammerverhalten nur noch annervt.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Verena,

    ich finde das gar nicht naiv. Der erntshafte Versuch etwas zu bewegen und zu verändern um den Bogen zusammen zu kriegen hat zwei Vorteile.

    Zum einen kann es klappen und ihm geht ein Licht auf. Dann habt ihr gemeinsam die Chance weitere Schritte zu gehen und Veränderungen zusammen zu bewirken und euch - jeder in seiner Entwicklung - gegenseitig zu stützen. Auch wenn das selten ist, so gibt es das dennoch.
    Sollte das nicht eintreten, so weisst Du bei einer trennung immerhin, dass Du es versucht hast und das spart anschliessende Selbstvorwürfe und Zweifel.

    Der Ball ist jetzt erstmal bei ihm. Lass ihn auch dort. Im Normalfall sieht das jetzt so aus, dass er das Wochenende mit euch verbringt und danach ist wieder alles beim Alten. Schliesslich hat er dann "bewiesen" dass ihr ihm wichtiger seid als der Alkohol und er kann weiter machen wie gehabt. Ein anständiger Co glaubt diesen Firlefanz dann erstmal und schwelgt in Hoffnungen.

    Nutzt also die gemeinsame Zeit für ein ernstes Gespräch wie die weiteren Schritte aussehen sollen. Mit einem netten Wochenende zusammen ist weder etwas bewiesen noch verändert. Er muss merken, dass Du das verdammt ernst meinst - und Dir muss es verdammt ernst sein!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo,

    also ich seh's sehr ähnlich wie Hoppegarten und merk's auch an mir selber. Wenn ich mir so manche Geschichte hier im Forum oder auch in der SHG anhöre, bin ich doch sehr dankbar, dass ich meine Alkoholabhängigkeit sehr früh entdeckt und auch gehandelt habe. Das macht es wirklich einfach im Vergleich zu den Schwierigkeiten die ich bei Anderen sehe die schon viele Jahre länger abhängig waren.
    Ich war zwar durch mein Umfeld schon immer nah am Alkohol gebaut, aber die wirklich Sucht begann bei mir vor einem, vielleicht auch 2 Jahren, so genau lässt sich das nicht sagen, das kommt ja fliessend.

    Ich merk auch, dass ich aber noch viele Alternativen zum Trinken hatte, die ich relativ einfach reaktivieren konnte. Ich hab durch meine Trockenheit auch viel Neues entdeckt, auch an mir was mir zusätzlich hilft, was mir aber am Meissten geholfen hat war, dass meine Alkoholabhängigkeit zwar da war, ich darunter aber noch stabil war und Alkohol nicht mein einziges "Lösungsmittel" war. Ausserdem war ja auch mein Leben noch stabil. Ich hatte also Grundlagen auf die ich aufbauen konnte die ich mir noch nicht weggesoffen hatte. Ich hatte auch bisher nicht einen einzigen Tag mit Verzicht zu kämpfen.

    Sicher, ich bin gerade mal 3 Monate trocken, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass ich alles richtig mache und habe schon vom ersten Tag an entschieden, dass sich das Thema Alkohol ein- für allemal erledigt hat.

    Die gefahr vom sozialen Umfeld abhängig zu sein und so wieder das Trinken anzufangen besteht für mich zum Glück nicht mehr, ich habe keine Schwierigkeiten mich abzugrenzen, bin auch aus dem Alter raus, dass ich dauernde Discowochenenden oder Saufgelage bräuchte. Auch wenn ich gerne mal ausgehe, so doch nicht dauernd und ich definiere mich auch nicht mehr durch die Anzahl der Parties auf denen ich war, so wie das bei den Zwanzigern heute üblich zu sein scheint.

    Meine Trockenarbeit muss ich dennoch vielleicht ernster nehmen als manch Anderer. Dadurch, dass es mir leicht fällt, besteht immer das Risiko, dass ich irgendwann sagen könnte, ach, alles Kinderkram. Du kommst ja wieder von dem Zeug weg. Deswegen ist mir meine Trockenarbeit, das Thema Alkohol, die Vorbeugung, meine SHG enorm wichtig. Ich habe auch gemerkt wieviel ich von den alten Hasen lernen kann. Durch das was sie erlebt haben und wo ich gar nicht erst hin will. Die Horrorstorys die ich hier gelesen habe, in denen schonungslos davon berichtet wurde wo der ALkoholismus hinführt sind für mich sehr wichtig geworden. Auch das Wissen, und die Gewissheit, dass ich genau so enden würde.

    Zusammengefasst, dur die "kurze Zeit" meiner Abhängigkeit ist es für mich zum Glück leicht davon wegzukommen. Vorbeugung ist für mich dafür um so wichtiger und ich werd'n Teufel tun die zu vernachlässigen.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Schneekugel,

    nach 5 Jahren "Partnerschaft" mit einer EKA und nachdem ich mich auch sehr viel damit auseinandergesetzt habe, könnte ich Dir schon einiges dazu sagen, das möchte ich aber im Augenblick nicht machen, da mir noch zu schwammig ist was Du denn eigentlich möchtest.

    Zitat

    Oder was kann ich tun, um mich innerlich zu öffnen und zu lernen, dass andere Menschen nicht so sind wie meine Eltern, dass meine Beziehung nicht so werden muss wie die meiner Eltern und wie kann ich vor allem lernen, anderen Menschen zu vertrauen?

    Willst Du das denn überhaupt?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Noemi,

    Zitat

    kann das wirklich der alkohol machen dass ein mensch so hin und her ist ??

    Das muss nicht ausschliesslich am Alkohol liegen. Solang der im Spiel ist, ist es aber Zeitverschwendung sich damit auseinanderzusetzen.

    Aber letzten Endes - und wenn schon. Woran es liegt ist für Dich völlig gleich. Er ist so! Und er geht so mit Dir um! Mehr brauchst Du nicht wissen.

    Beginne Dein Leben. Schritt für Schritt.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Maria,

    Du hast wunderbar den Teufelskreis beschrieben in dem Du steckst und den Ausweg nicht findest. Der erste Schritt ist es immer den Teufelskreis zu erkennen. Der zweite wäre es, da raus zu wollen.

    Willst Du denn da raus?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Verena,

    Niemand hält Dich für naiv oder beratungsresistent. Im gegenteil, Du bist schon sehr, sehr weit. Dir ist schon sehr viel klar geworden und das ganz ohne Hilfe. Lass Dir Zeit, lass all diese neuen Informationen auf Dich wirken. Niemand hier wird versuchen Dich zu einer Trennung zu überreden, denn darum geht es überhaupt nicht.

    Wie Du schon selbst bemerkst, jedes Wort an ihn wenn er getrunken hat ist verschwendete Energie. Ich finde Du solltest wirklich mit ihm reden - aber nur wenn er nüchtern ist und nicht zwischen Tür und Angel. Spar Dir und ihm jedes Ultimatum oder jede Form von "Erpressung". Sätze wie "Wenn Du nicht aufhörst zu trinken, gehe ich" bewirken nichts ausser Widerstand.Das bringt gar nichts. Davon abgesehen würde er das villeicht auch nicht ernst nehmen, denn es wäre ja nicht ernst gemeint da bis auf den Vorsatz zu gehen, ja tatsächlich kein Mut zum gehen vorhanden ist. Sowas merkt der Partner.

    Bleib in dem Gespräch bei Dir. Bleib offen und ehrlich. Wenn Du bespw. sagst, Du, mir geht es nicht mehr gut in unserer beziehung. Ich komme mit Deinem Alkoholkonsum nicht zurecht. Ich glaube, Du bist alkoholabhängig, da Du es nicht schaffst die Finger vom Alkohol zu lassen. Ich möchte so nicht mehr und ich mache mir zur Zeit ernsthaft Gedanken um eine Trennung."

    Das ist ehrlich und bringt eher zum nachdenken als die Pistole auf der Brust. Ausserdem bleibst Du bei Dir und machst ihn nicht "schuldig" sondern sagst lediglich, dass Du selbst mit einem verhalten von ihm nicht mehr zurecht kommst. Da es ehrlich ist ist es zudem glaubwürdig.

    Übrigens, wenn Du willst, dass das Gespräch auch wirklich bei ihm ankommt, dann versuche irgendwie dafür zu sorgen, dass er anschliessend nichts trinkt. Ich bin selbst Alkoholiker. Solche Gespräche lösen Schuldgefühle aus. Die gedenkt der Alkoholiker möglichst schnell mit Alkohol loszuwerden. Das führt auch dazu, dass das Nachdenken beendet und das Gespräch ad acta gelegt wird.

    Und lass Dich nicht von Vorsätzen einlullen. Die werden haufenweise kommen.

    Brüllen, Schreien, Betteln, Flehen, Kratzen, Treten bringt alles nichts. Überhaupt nichts. Wenn Du und der Kleine ihm was bedeuten ist das einzige was etwas bringen kann, ihm zu sagen, dass Du nicht mehr mit seinem Alkoholismus zurecht kommst.

    Der Rest muss dann von ihm kommen. Versprechungen sind jedoch nicht die Zeit wert die er benötigt um sie auszusprechen.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Verena,

    die Entscheidung selbst ist problemlos von heute auf morgen zu treffen.

    Den Mut dazu zu finden oder auch die Verzweiflung dazu, das ist es was seine Zeit braucht. Das ist bei jedem unterschiedlich.

    Weiss denn Dein mann von Deinen gedanken, dass Du ernsthaft über eine trennung nachdenkst? Was meint er dazu?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Aloha,

    Mumm in den Knochen, Überlebenswille, Euphorie, woschstsupp - zumindest für den Augenblick. Es ist Energie da etwas zu bewegen, wo die nun herkommt finde ich erstmal nachrangig.

    Hast Du denn was geplant außer Dich zu ärgern Chris?

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo,

    Mitleid ist bei 'nem Rückfall wohl immer fehl am Platze. Was gibt's da zu bemitleiden?

    Dennoch finde ich es eine gewisse Größe, dass Chris zumindest anschliessend Konsequenzen daraus ziehen will. Er hätte wie sicher so viele Andere auch schweigen und sich dem Alkohol weiter hingeheben können. Jetzt heisst es handeln solange noch Mumm in den Knochen steckt.

    Zitat

    ich denke, es muss mehr professionelle Hilfe her

    Bei dem was Du schreibst - seh ich genauso.

    Was hast Du jetzt vor?

    Liebe Grüße

    Kaleu