Beiträge von Kaleu

    Liebe Martha,

    ja, meine Selbstbestimmung ist mir sehr wichtig geworden und die behalte ich bei, weil sie mir sehr gut tut. Gerade in den letzten Monaten habe ich aber den Fehler gemacht, mich extrem gegen äußere Einflüsse zu wehren, eben weil mir meine Selbstbestimmung so wichtig geworden ist.

    Letzten Endes war es aber das Gleiche wie vorher auch - ich hab gekämpft. Zwar anders als früher und eher egoistisch, aber dennoch energieraubend und nutzlos. Seit ich das aufgegeben habe, eght es mir wesentlich besser. Ich kümmer mich viel um mich und um die Menschen um mich herum, die mir wichtig sind, aber ohne meine Mitte zu verlassen. Ich lass vieles einfach passieren und das was mir nicht gut tut, damit geb ich mich nicht weiter ab. Das macht alles irgendwie einfach und angenehm.

    Klar hab ich auch mal Sorgen oder so, aber sie belasten mich überhaupt nicht. Das was ich regeln kann regel ich, das was ich nicht regeln kann lass ich entweder sein oder warte ab was die Zeit bringt.

    Seitdem bin ich sehr entspannt und kann positiv und aktiv den Tag geniessen. Viele Dinge ändern sich von allein, ohne dass ich groß etwas dazu tue. Ich eknne meine Baustellen um die ich mich kümmere, aber alles mit Bedacht und viel, viel Zeit. Ich kenne das so gar nicht und hoffe ich kann es auch beibehalten. Aber es gibt bereits jetzt viele Kleinigkeiten im Alltag die sich verändert haben und die mir so gut tun, dass ich sie nicht mehr missen möchte.

    Was sich in mir vor allem verändert hat ist, dass ich eine Engelsgeduld aus meiner inneren Ruhe heraus bekommen habe. Es muss nicht wie früher alles jetzt und sofort sein, alles sich jetzt und sofort verändern. Alles verändert sich von allein wenn die Zeit dafür gekommen ist. Ich genieße das.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Guten Morgen Franky,

    schöne Geschichte, vor allem zeigt es wie Du in Dich reinhörst. Das find ich wirklich toll.

    Weisst Du was mir auffällt? Dein Schreibstil ändert sich mit der Zeit. Ich erinner mich noch an den Anfang des Threads, jetzts chreibst Du ganz anders, ruhiger, gelassener, nicht so aufgedreht - aber vor allem, authentischer. Das ist sehr angenehm zu lesen und ich finde, das ist eine tolle Entwicklung. Ich kann richtig miterleben, wie Du Schritt für Schritt weiter kommst.

    Liebe Grüße und einen angenehmen Tag

    Kaleu

    Ahoi Pittchen,

    na ist doch mal ein schöner Erfolg über den man sich freuen kann.
    Ich kann es nachfühlen und freu mich für Dich!

    Weitermachen, achtsam sein und laufen lassen :)

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Lieber Wolfgang,

    tut mir leid, wenn Du nicht aus Deinem Tief herauskommst. Bei Suizidgedanken rate ich Dir auch zu professioneller Unterstützung. Du gast, Du befürchtest so Deine Familie im Stich zu lassen, wenn Du Dich in klinische oder stationäre Behandlung begibst - hast Du mal darüber nachgedacht, wie sehr Du Deine Familie im Stich lässt, wenn Du Dich nicht um Dich kümmerst? Mit durchhalten ist weder Dir noch Deiner Familie geholfen! Suizidgedanken sind immer ernst zu nehmen und sollten nicht leichtfertig beiseite geschoben werden.

    Wenn Du nicht in stationäre Behandlung gehen willst, gibt es häufig die Möglichkeit Dich in eine Tageskliik zu begeben. Da kannst Du Abends nach hause fahren, wäre so wie arbeiten gehen aber Du kannst Dich tagsüber von Profis betreuen lassen.

    Wäre das nicht eine Alternative über die es sich nachzudenken lohnt?

    Von Herzen alles Gute & liebe Grüße

    Kaleu

    Liebe Murmeltier,

    Zitat von murmeltier


    Tja, mein Therapeut mahnt mich oft mein Leben zu "entschleunigen", - nur das ist praktisch mit einer selbstständigen Tätigkeit, Haushalt, Kind und Hund nicht möglich.

    Das stimmt so nicht - denn das Leben entschleunigen hat nichts damit zu tun, wie die äußeren Umstände sind. Das ist nur Einbildung. Ich bin selbst selbständig, alleinerziehend, Kind, Haushalt, Kater, all das kenn ich. Und trotzdem mach ich das alles in einer Seelenruhe in letzter Zeit und schaffe so mehr in allen bereichen als irgendwann vorher. Ich gönne mir über den tag verteilt Pausen und Auszeiten. Ständig. Ich setze mich nicht mehr selbst unter Druck. Und wenn die Wäsche heute nicht mehr geschafft wird, ist das nicht schlimm. Die ist morgen auch noch da. Ich muss nicht um 8 im Büro sein, es reicht auch halb 10. Wofür bin ich den selbständig und mein eigener Chef? Wohl kaum um mich totzuschuften.
    Meinen Haushalt habe ich komplett ausgemistet und es ist so unendlich viel aus der Wohnung geflogen was kein Mensch braucht. Die 28 Tassen Kaffee im Büro spare ich mir und trinke von meinem Tee den ich immer dabei habe. Zwischen Abwaschen und Abtrocknen finden sich immer 10 Minuten mich auf die Couch zu setzen und durchzuatmen.

    Tatsache ist, seit ich mein Leben bewusster lebe, intensiver und mich selbst nicht in unnötigen Stress versetze, geht mir alles leichter von der Hand. Ich schaffe viel mehr als irgendwann vorher und das alles mit Gelassenheit und innerer Ruhe. Und trotz allem bleiben am Tag noch Stunden von Freizeit übrig die ich mal für mich, mal mit meinem Sohn oder sonstwie verbringe.

    Ich hoffe sehr, dass ich es schaffe, das so beizubehalten. Aber meine kleinen Pausen, mein Frühstück, die Zeit für mich, das ist mir alles so wichtig geworden, ich werde das nicht mehr hergeben.

    Auch mein Zeitgefühl hat sich verändert. Ich lasse mir so viel Zeit für alles - denn ich habe endlos Zeit für alles!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Hartmut,

    ja, ich sehe es auch als Verarbeitung an. Trotzdem wollte ich mal fragen, sicher ist sicher. Nicht dass sich da unbemerkt ein heimlicher Rückfall ankündigen will oder so. Möchte schon aufpassen auf eventl. versteckte Anzeichen die ich vielleicht noch nicht erkenne.

    Danke & liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Matthias,

    puh, das beruhigt mich 'n bisschen. Ich war jetzt echt total verwirrt. Es hatte total Alptraumcharakter. Das wachwerden war schlimm, ich brauchte ganz schön lange um mich zu sammeln, ich dachte wirklich das war real und ich war völlig fertig.

    Jetzt geht es schon wieder wesentlich besser.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Guten Morgen alle,

    bin etwas durch den Wind heute morgen.
    Heute Nacht eine Flasche Sekt aufgemacht, ein Glas eingeschenkt (merkt ja keiner) ein Schluck getrunken, dann ganz erschrocken von mir gewesen und alles in den Ausguss geschüttet. :shock:

    Heute Morgen dann aufgewacht und total enttäuscht von mir gewesen...

    ...ich hab eine halbe Stunde gebraucht, um zu merken, dass es ein Traum war. Hab noch nie sowas geträumt und ich war echt erschrocken.

    Kennt das Jemand? Ich hab keinen Saufdruck oder so, aber einen solchen Traum hatte ich auch noch nicht. War schon komisch, das Schlimmste war das Aufwachen heute Morgen. Ich bin wach geworden wie sonst nachdem ich getrunken hatte. Dieses Schamgefühl "Du hast es wieder getan!"

    Kennt das Jemand? Bin ein bisschen verwirrt deswegen.

    Liebe Grüße und einen schönen Start in die Woche

    Kaleu

    Lieber Sencha,

    also mir geht es toll. Ich geniesse einfach jeden Tag zur zeit. Viel mehr gibt es eigentlich kaum zu sagen. Ich fang an verschiedene Sorten von grünem Tee kennenzulernen und die Wirkungen lerne ich zu schätzen und gezielter den richtigen Tee auszuwählen.

    Ich rauche noch, der Ausstieg wird hier aber vorbereitet und wird auch vorgenommen, ich gehe aber alles mit Ruhe und Bedacht an.

    Seit 2 Wochen keine Tasse Kaffee, eigentlich unabsichtlich, vermisse aber nichts.

    Ich muss echt gestehen, ich erlebe gerade eins meiner schönsten Wochenenden seit langem. Ich bin total aktiv - aber gelassen aktiv, so von innen raus. Es ist schwer zu beschreiben. Es ist einfach angenhem.

    Ich kann mich gut erinnern, als Du geschrieben hast, dass ich es vielleicht langweilig finden würde und weiss jetzt was Du meintest und warum Du das sagtest. Es war erstmal ungewohnt, weil langsamer, aber mit der Zeit ist es einfach sehr, sehr angenhem geworden. Ich hoffe ich verliere das nicht wieder. Das gibt so eine Zuversicht von innen raus. Ich lass alles laufen und alles läuft. :)

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Lieber Frank,

    es gibt kaum noch etwas hinzuzufügen zu dem was blaubaerchen schon geschreiben hat. Änderst Du jetzt nichts, geht das Spiel von vorne los. In 4 Wochen schreibst Du dann vom 5ten Entzug!

    warum soll sich jetzt etwas ändern wenn Du nichts änderst? Es ist doch schon der 4te verscuh. Da ihr aber Beide nichts verändert habt wird es auch nicht der letzte halbherzige Verscuh bleiben.

    Nutze die zeit jetzt um zu Dir zu kommen, pack Deine Sachen und zieh zu Deinen Eltern, einem Freund oder sonstwohin! Handele! Jetzt!

    Wenn Du jetzt für sie da bist und sie aus dem tiefpunkt herausholst, hat sie keine veranlassung dauerhaft trocken zu bleiben. Ihre Leidensgrenze ist doch noch gar nicht erreicht. Vielleicht ist sie das nie, das hast Du aber nicht in der hand. Kümmer Dich um Dich!

    Der Suff, der Entzug, ihre Probleme, ihr geheule, ihe Gejammer, das ist ihr Kram! Nicht Deiner! Das hat sie sich eingebrockt und jetzt sollst Du die rausholen damit alles wieder weiter geht wie gehabt? Du hast selbst genug Sorgen!

    Du kannst sie ja mal besuchen, aber wenn Du noch ein bisschen Eigenleben hast, pack Deine Sachen!

    Hi nochmal,

    darum geht es Dir? Nicht das Ar*** zu sein? Und dafür wärst Du bereit Dein Leben zu opfern? Magst dann ein Dankeschön auf Deinem Grabstein haben?

    Ich sage das gerade mit Absicht, der Sog in den Du da reingezogen wirst, wird immer schlimmer, dessen bist Du Dir bewusst. Du kannst ihr nicht helfen! Das sollte Dir ebenfalls längst bewusst sein!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Lieber Anchor Frank,

    wenn ich das so lese (berits 4 Entzüge) aber auch Deine Wortwahl betrachte (wir haben entzogen) fällt mir primaär eins auf, ich bezweifle, dass Deine Lebensgefährtin trocken werden will. Das macht sie mehr oder weniger für Dich und/oder die beziehung und auf den von Aussen entstanden Druck hin - aber nicht weil sie selbst trocken werden will. So könnt ihr auch noch 20 oder 30 Runden drehen, es werden immer nur Trinkpausen bleiben.
    Wenn schon 3 klinische Entzüge anstanden und daraufhin keine wirkliche Veränderung in ihrem Leben stattfand, ist alles so stark eingespielt und der Wille etwas zu ändern überhaupt nicht vorhanden. Für mich sieht das so aus, als reagiert sie nur auf den Äußeren Druck.

    Was Dich angeht - pack Deine Sachen. Das ist das sinnvollste und beste was Du tun kannst.

    Hart, ich weiss. Aber Du hast doch schon längst alles versucht.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo ihr Lieben,

    die Nikotinpflaster liegen seit gestern in der Schublade, warte noch auf meinRauchfrei Startpaket mit ein paar Infomaterialen und in Kürze geht's los. Ich bin schon gespannt auf die Suchtarbeit und freu mich drauf.

    Ansonsten geht es mir gut, meinleben trocken zu geniessen macht mir sehr viel Freude und tut mir gut. Ich veränder immer mehr Kleinigkeiten, was mir wirklich gut tut. Innerlich bin ich sehr entspannt zur Zeit. Auch mit meiner Freundin entwickelt sich alles ruhig und angenehm und ich habe viel Spass mit den Kids. Es flutscht also weiterhin. besonders die vielen kleinen DInge die ich geändert habe, habe gewaltige Auswirkungen und das möchte ich beibehalten.

    Mittwoch Abend war ich wieder in der SHG, ging mir aber sehr schlecht danach, das hat auch bis gestern Abend angehalten. Aus einigen Gründen merke ich, dass ich mich in der SHG nicht wohl fühle. Ich hab einen ganzen Tag gebraucht um dieses gefühl wieder abzlegen und wieder nach vorne zu schauen.

    Am kommenden Mittwoch bin ich gemeinsam mit meiner Freundin dort. Ich werd ein bisschen kritischer auf mich achten warum mir das nicht gut tut. Werde auf jeden Fall noch hingehen, ändert sich das aber nicht, suche ich mir eine andere Gruppe oder lass das ganz mit der SHG. Die Suchtberatung stellt sich als hilfreicher heraus zur Zeit weil ich hier individuelle Wege für mich finden kann während in der SHG dafür keine Zeit ist und ich mehr oder weniger Dinge zu hören bekomme, die einfach gar nicht zu mir passen. Auch die Gruppenzwänge und Gruppendynamiken gefallen mir nicht so recht. Kann mit vielem davon einfach nichts anfangen.

    Freu mich auf's Wochenende und wünsche allen ein wunderbares ebensolches. Trocken natürlich (ob sich das Wetter dran hält? :D)

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Lieber frucht,

    an der Stelle möchte ich Hartmut und maria dennoch unbedingt zustimmen. Das Wort durchhalten ist an der Stelle ein Problem. Denn durchhalten wird Dich nicht zu einem zufriedenen leben führen weil Du dauernd gegen den Alkohol kämpfst. Es macht keinen Unterschied ob Du trinkst oder nicht, wenn Deine gedanken sich um den Alkohol drehen. Egal ob Du ihn konsumierst oder nicht. Durchhalten ist keine Lösung sondern ein rauszögern. Das Suchtgedächtnis lässt sich nicht veralbern und Du kannst es nicht mit Willen in die Knie zwingen.

    Ob Du den Gestronomiebtrieb aufgibst, ist Deine Entscheidung. Den direkten Kontakt mit Alkohol, bspw. hinter der Bar, würde ich mich jedoch nicht aussetzen. Kannst Du nicht bspw. in der Küche arbeiten? Hier kocht der Chef noch selbst? Das wäre eine Möglichkeit den betrieb aufrecht zu erhalten und Dich aus dem direkten kontakt mit Alkohol rauszunehmen, denn ändern musst Du auf jeden Fall was, ohne Veränderungen geht es nicht!

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Lieber HansHa,

    ich finde, so wie Du das beurteilst und ernsthaft Veränderungen vornimmst, indem Du Dich bspw. aus dem direkten barbetrieb raus nimmst, unternimmst Du schon einige wichtige Schritte. Auch die Therapie find ich eine gute Idee. Ich würde Dir raten zusätzlich zur Suchtberatung zu gehen, mir hilft das sehr. Ist kostenlos.

    Mir wird mittlerweile auch dauernd um die Ohren gehauen, ich müsse unbedingt mein gesamtes Leben auf den Kopf stellen und so langsam fängt es an zu nerven. Ich gehe in eine reale SHG und während ich mein Leben trocken und ohne Alkohol und glücklich lebe, gehe ich mittlerweile depressiv aus der SHG und überlege mir da nicht mehr hinzugehen. Ich gehe ohne Aufdrauck und glücklich rein, und depressiv und mit Saufdruck raus. Grund dafür ist bei mir, dass ich dauernd vor den Kopf geknallt bekomme, ich müsste mein gesamtes Leben ändern. Die Lehrbuchvariante. Das mag ja in vielen Fällen zutreffen in denen das gesmate leben am Alkohol ausgreichtet wurde, das war jedoch bei mir nicht der Fall. Ich habe in der Suchtberatung ausführlich darüber gesprochen und mein Berater der seit über 20 Jahren diese Tätigkeit ausführt, zudem Streeetworker ist, sagt auch, dass das Käse ist. Alles was in meinem Leben zu ändern ist, sind die Dinge die mich zum Alkohol trinken verleitet haben. So änder ich zur Zeit den Umgang mit zum Beispiel emotionalen Tiefpunkten völlig und erarbeite mir grundsätzliche Strategien wie ich zukünftig besser und sicher vomAlkohol damit umgehen kann.

    Dauernd bekomm ich zu hören, ich solle doch Sport machen weil das so gut wäre. Ich bin jedoch überhaupt kein Sportfan und wäre nur frustriert. Statt dessen klebe ich jetzt wieder Modelle was mir viel mehr bringt, weil ich dabei zur Ruhe komme und mich wohl fühle. Meine Beziehung möchte ich wieder beleben und auch da hör ich dauernd, ich soll das lasen, weil meine freundin und ich früher mal was getrunken haben und weil meine Freundin nach wie vor gerne mal ein Glas Sekt mit ihren Freundinnen trinken möchte. Was sie aber in meiner Gegenwart überhaupt nicht mehr macht und damit auch gar kein Problem hat.

    Ich glaube hier wird viel übertragen. Ich bin jung und sehr selbständig, ich führe insgesamt ein glückliches und zufriednes Leben, durch meine Therapie hab ich mich weiterentwickelt und ich habe endlich erkannt, dass ich aber viel zu viel gesoffen habe und so mein leben auf's Spiel gesetzt habe. Ich möchte dieses Leben aber weiterleben, denn es macht mich glücklich und ich möchte dieses Glück ohne Alkohol erleben, da der mir nicht gut tut. Mir dauernd anzuhören, ich müsse mein gesamtes leben von Null beginnen und alles alte abbrechen würde mir die Lebensgrundlage entziehen. Trocken - aber depressiv.

    Mein Suchtberater ist da Gott sei Dank ganz anders. Er erarbeitet mit mir Startegien wie ich die Kleinigkeiten umstellen kann, die mit meinem Alkoholkonsum zu tun hatten, ohne, dass ich die Dinge verändern muss, die mich glücklich machen. Das hilft mir enorm und ich habe viele kleinigkeiten in meinemLeben bereits verändert, die allesamt nicht nur dafür sorgen, dass ich wesentlich einfacher dem Alkohol fern bleiben kann und die mich zusätzlich auch zufrieden machen. Bspw. ausgiebiges Frühstücken, Rückzugspunkte, mein Modellbau usw.

    Warum ich Dir das schreibe - das wichtigste ist, dass Du Deinen Weg findest! Von Erfahrungen kannst Du immer profitieren, aber Erfahrungen die Dich unglücklich werden lassen, führen nur dazu, dass es Dir schlecht geht. Einen wichtigen Schritt hast Du vorgenommen, indem Du Dich vom Barbetrieb zurückziehst. Wenn die gastronomie für Dich Berufung ist und Dich glücklich macht, finde ich solltest Du das beinehalten. Um es Dir nicht unnötig schwer zu machen, ist es aber tatsächlich besser wenn Du Dich dabei vom Alkohol fern hälst, so gut es eben möglich ist. Allein aus Selbstschutz. Ob das funktioniert, kannst nur Du herausfinden. Ich empfehle Dir, Dir Hilfe zu suchen die Dir Wege aufzeigt wie Du das so gut als möglich umsetzen kannst. manchmal finden sich durch Hilfe von aussen Kleinigkeiten die man verändern kann, auf die man von alleine gar nicht gekommen wäre.

    Ich kann schon verstehen, dass viele raten diesen Job aufzugeben, eben weil er verdammt nah am Alkohol ist. Wenn Du Dir damit aber die Lebensgrundlage (nicht nur finanzielle, sondern auch in Sachen Erfüllung) nehmen würdest, halte ich das für einen schlechten Rat!

    Das einzige wozu ich Dir rate ist - überprüfe Dich selbst, ob der Gastroomiebtrieb an sich Deine Erfüllung ist, oder ob es ein verstecktes Hinterttürchen ist um trotzdem weiter zu trinken irgendwann. Hintertürchen musst Du unbedingt verriegeln und verrammeln!

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg auf Deinem trockenen Weg!

    Hallo ihr,

    irgendwie habe ich das Gefühl, dass es hier mehr um Definitions- und Abgrenzungsfragen geht.
    An sich finde ich die Bezeichnung irrelevant, Selbstliebe, Eigenliebe, Egoismus, Narzissmus stehen alle eigentlich für das Gleiche.
    Im Grunde gesund und lebensnotwendig, sobald es egozentrisch wird sowohl für sich selbst als auch für andere schädlich.

    Meinethalben kann jeder so viel Egoist, Narzisst, Egozentriker sein wie er will, solange er Andere darunter nicht leiden lässt, was aber nunmal gerade auf Narzzissten extrem zutrifft, da sie ja die bestätigung von aussen brauchen und auch fordern. Daher kommt wohl auch die negative Besetzung des Namens Narzis. Wobei der ja eigentlich harmlos war, er hat sich ja nur im Spiegel angesehen. Dem eigentlichen Narzissten genügt ein Spiegel nicht.

    Ich seh das eher pragmatisch:

    Ich bin ok und liebenswert. Die Anderen sind ok und liebenswert.

    Solange die Waage dieser zwei Aussagen waagrecht liegt, ist alles bestens, schlägt sie in eine Richtung aus, hab ich ein Problem.

    Lieben Gruß

    Kaleu

    Hallo ihr alle,

    war ja heute wieder in der Suchtberatung und ich hab ein paar tolle Informationen erhalten.
    Zum einen haben wir ein Grundgerüst erabeitet auf dem ich einen Notfallplan für mich aufbauen will, sollte es mal zu einer Saufdrucksituation kommen.
    Zum zweiten haben wir den Ausstieg aus dem Rauchen besprochen. Einen kalten Entzug hält mein Berater für riskant und kontraproduktiv. Um eine Trennung zu finden zwischen physischer und psychischer Abhängigkeit, soll ich mit Nikotinpflaster besorgen. Wenn durch die Nikotinpflaster die physische Abhängigkeit und der Entzug erträglich ist, soll ich mich darauf konzentrieren Suchtarbeit zu leisten, also herauszufinden in welchen Situationen ich gerne rauchen würde um mir da Alternativen zu erarbeiten. Aus der physischen Sucht schleiche ich mich dann symptomarm über die Pflaster auf. Vor allem möchte mein berater nicht riskieren, dass ich per kaltem Entzug in eine Depression rutsche wegen des stark veränderten Hormonhaushalts.
    Ich bekomm noch eine Broschüre dazu und in Kürze geht's los.

    Ich merke echt, dass der Mann weiss wovon er spricht, die Einsichten die ich in der Stunde Suchtberatung bekomme sind enorm, vor allem macht er das sehr genau auf mich bezogen und individuell. Da kommen nicht die Standardsprüche "na dann machen sie halt Sport" - sondern er hilft mir Alternativen zu finden an denen ich auch Freude habe. Sport war noch nie so mein Ding und wird es nie werden.

    Hab aber im gespräch mein altes Modellbauhobby wieder aus der Versenkung geholt was längst verschüttet war und das kommt in meinen Notfallplan.

    Hab also einiges an Hausaufgaben! Macht aber nach wie vor viel Freude und es tut gut weitere Schritte zu unternehmen.

    Davon abgesehen läuft mein Tagesablauf nach wie vor sehr angenehm und es geht mir weiterhin so richtig gut.

    Liebe Grüße

    Kaleu

    Einen wunderschönen Guten Morgen allerseits,

    hab am Wochenende meine Bude einer Grundreinigung unterzogen und gestern war ich ein paar Klamotten shoppen, hab ja ein paar Euro extra zur Zeit wegen der Rückzahlung vom Stromversorger. Mir geht es rundum gut - um den Alk mach ich einen großen Bogen was mir nach wie vor sehr gut gelingt.

    Das Rauchen steht noch auf dem Programm, wollen wir ja am Mittwoch in der Suchtbetratung besprechen, ich bin schon gespannt. Und morgen Abend wieder SHG, da freu ich mich drauf.

    Ansonsten schwör ich wirklich auf den grünen Tee, das Zeug ist Klasse. Im Moment geniesse ich einfach das Leben und jeden einzelnen Tag, deswegen schreib ich zur Zeit auch nicht so viel hier.

    Wünsche euch allen eine fabelhafte trockene Zeit :)

    Viele liebe Grüße

    Kaleu

    Hallo Matthias,

    musste gerade herzlich lachen, weil ich beim ersten Lesen die Metapher die Du damit ausdrücken wolltest überhaupt nicht verstanden habe und ich dachte Du meinst das wörtlich. Hab mir den Matthias unter der Dusche vorgestellt mit gelben Regensachen :D

    Ja, das wär auch meine Methode, wenn ich auf Nummer sicher gehen will. Und im normalen Alltag einfach 'n Schirm mitnehmen.

    Linde hat das ja aus einem anderen Thread kopiert und es ist 'n bissl aus dem Kontext gerissen, weil ich diese Methodik einfach nicht nachvollziehen kann. Kann ich selbst nach Lindes Erklärung immer noch nicht. Vermutlich sollte ich froh sein, dass ich das nicht verstehen kann. Das ist eine Lebensenistellung bei der eigentlich von Anfang an alles sinnlos ist und scheitern muss! Weil man das Scheitern selbst herbeiführt.

    Würde ich es z.B. auf den Alkohol beziehen, wäre das als wenn ich sagen würde, wenn ich aufhöre könnte ich vielleicht rückfällig werden. Da ich nicht rückfällig werden will, hör ich gar nicht erst auf.

    Sich selbst absichtlich in die Verliererposition zu begeben um sich das Gefühl von Kontrolle vorzugaukeln, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Am schwierigsten für mich zu verstehen ist aber, dass man das (wie in dem anderen Thread beschrieben) selbst gar nicht mal merkt. Ich merke doch, wenn ich mich selbst absichtlich genau dahin manövriere wo ich nicht hinwill...

    Aber wie gesagt, ich sollte deswegen wohl eher froh sein.

    Liebe Grüße und allen einen wunderschönen Sonntag

    Kaleu