Beiträge von Kaleu

    Da sass er nun, der Kanarienvogel. Und da er längst vergessen hatte wie sich das fliegen so anfühlte, entdeckte er das Grüblen um sich die Langeweile zu vertreiben.

    Und so grübelte er - hey, ich hab son einen schönen Käfig. Hier kann mich die Katze nicht fressen. Was kann ich froh über meinen Verstand sein dass er mich vor dem Fliegen beschützt.

    Was Deinen Bauch angeht ist der auch keine miese Gegend. Mies ist nur, wie Du mit ihm umgehst. Und das nimmt er Dir übel.

    Das sogenannte Vertrauen zu Deinem Kopf, kann ich Dir im Handumdrehen mies machen. Deinem Kopf - auf den Du Dich so gerne verlässt und der Dir über alles geht, wo hat er Dich hingebracht?

    Geht's Dir gut?

    Ich frag mich, wie man Jemandem vertrauen kann der einen dahin bringt wo es mir miserabelst geht.

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    Ich finde, Du hast ihm gezeigt, dass man unaushaltbare Situationen eben nicht aushalten muss, dass man immer etwas ändern kann in seinem Leben und vor allem hast Du ihm gezeigt, dass Du die Verantwortung für ihn an- und übernimmst.

    Korrekt. Alternativ kann man natürlich auch über das Hätte der Vergangenheit weitergrübeln. Das hat den Vorteil, dass alles bleibt wie es ist und man weiter leiden kann. So braucht sich für einen selbst und den Nachwuchs auch nichts ändern und auch in der neuen Umgebung hat man sich glaich wieder häuslich eingerichtet. Wird dann das eigene Leid über die eigene Vergangenheit zu schlimm, kann man sich ja mal ein, zwei Gläser Sekt gönnen. Oder drei.

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    Jepp, ich glaube auch das harte Richten hat eine Funktion. Buße. Je mehr du dich selbst bestrafst, desto weniger musst du wirklich Verantwortung übernehmen.

    Im Wissen bist Du gut. Doch Wissen ist nur Wissen.

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    Ich denke, das muss ich lernen:

    Lern mal das müssen aufhören. Das ist das Einzige was es zu lernen gibt und das einzige was Du nicht kannst.

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    Ich sehe die Splitter und vermag es nicht, sie zusammenzufügen.

    Und wenn Du schon die Wahrheit gefunden hast, dass es nur Splitter sind? Und wenn sie sich nie zusammenfügen lassen weil Du nicht die Splitter bist? Und wenn Du die Splitter bisher mit Gewalt zusammengefügt hast - um etwas zu sein?

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    Die Co-Frau, die Schlussmach-Frau? Die gute Mutter? Die schlechte Mutter?

    Das sind alles nur Rollen - nicht Du.

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    Wer handelt?

    Du :D

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    Was ist mein wahres Ich?

    Das was ist.

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    Und jetzt jammer ich auch noch.

    Macht nichts, ich bring Dich dafür ein bisschen durcheinander :D

    Fühl Dich verstanden.

    Hey, alles ist okay! :)

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    Mein Selbstbild und die Wirklichkeit klaffen so weit auseinander, dass ich mir selbst manchmal vollkommen fremd und unvertraut bin.

    Sehr gut. Das mag Dich gerade erschrecken, aber wenn alles wackelt, dann kann man wirklich etwas lernen. Das Selbstbild was Du beschreibst, diente ja dann wohl eher dazu wie eine Decke die Wirklichkeit zu überdecken, damit man die nicht sehen muss.

    Irgendwann faults aber von unten durch und die Decke kriegt Löcher. Macht nix. Es war sowieso nur ein Selbstbild und nicht Du. Also ist nichts verloren sondern die beste Zeit für einen Anfang.

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    Ich fühle mich, als ob ich aus einem Traum erwacht bin und noch nicht wirklich in der Wachheit angekommen.

    Das kenn ich, wenn alles um einen rum surreal wird. Das ist furchtbar unangenehm. Erst im Nachhinein merkt man, dass das die beste Zeit ist, weil sich gerade was verändert.

    Mach Dir keine Sorgen um Deinen Sohn. Du hast ihn etwas wichtiges gelehrt. Dass es so nicht beiben braucht. Damit hast Du ihm unheimlich viel gegeben, mehr als Du ahnst. :)

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    Der Satz von Dir, Kaleu, lässt mich nicht los. Was ist denn meine Angst.....?

    Ja, das hat was. Und wer weiss schon wo seine Ängste sind, wenn man bisher damit beschäftigt war seine Ängste möglichst nicht zu merken? Plötzlich suchen was man nie finden wollte ist gar nicht so leicht.

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    Die Angst, nicht mehr gebraucht zu werden?

    Die Angst, nicht mehr die Gute zu sein. Und das meine ich in dem Sinne der Überheblichkeit, sich als was Besseres zu fühlen, ich trinke ja schließlich nicht. Wenn das weg ist, muss ich mich auf mich selbst besinnen und herausfinden, was mich denn zu "was Besserem" macht.

    Die Angst, keine Kontrolle zu haben?

    Das ist alles nur Angst vor der Angst. Denn all das was Du beschreibst sind wieder Mechanismen um Angst zu beruhigen.

    Was/Wer bin ich noch - wenn ich nicht mehr die Gute bin?
    Was/Wer bin ich noch - wenn ich mich nicht durch das gebraucht werden definieren kann?
    Was bleibt - wenn ich plötzlich Kontrolle nicht mehr bräuchte?

    Ich wackel gerne an Weltbildern. Und ich wackel gerne an Fundamenten. ;)

    Und wie Aurora schon schrieb, Du machst das. Bist doch gut dabei. :)

    Na wenigstens, brauchst Dir nicht wie so viele Andere das Gehirn zermartern wieso er säuft und wieso er nicht aufhört da Dir selbst völlig bewusst ist, dass Du exakt das Gleiche tust.

    Der Preis für Flucht ist nunmal leid.

    Was bewegt Dich eigentlich am Meissten jetzt? Willst die Rechnung nicht zahlen?

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    Anscheinend befinde ich mich ja auch in einem ungesunden Stadium.

    Wer sagt das? Und wer beurteilt das?

    Was gibt es da zu werten? Du bist da, wo Du bist. Und da wo man ist, ist man immer richtig.

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    Wie/wo geht der Weg raus?

    Da wo die Angst ist.

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    Und nein, ich brauche das Wochendramaprogramm nicht!

    Und ich unterstelle Dir - doch! Und wie Du das im Moment noch brauchst.

    Richtet man sein Leben dahin aus, dass irgendwann alles gut werden soll, hat man ein ernstes Problem wenn alles gut ist und man benötigt dringend etwas, was es wieder dahingehend verändert, dass es gut werden soll. Da kommt xyz gerde recht. Und wehe der löst sein Problem.

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    Dabei geht es uns - meinem Kind und mir - echt gut ohne ihn.

    Ja, das schon doof. Man stelle sich vor, das wöchentliche Drama durch einen Dritten würde plötzlich ausbleiben. Man müsste sich auf einmal damit auseinandersetzen, dass es einem - igitt - guuuuut - geht.

    Bääääh, Wie egoistisch!

    Nein, sowas geht gar nicht. Da kann man doch wirklich dankbar sein, dass man einen xyz hat den man in seinem Leben behält der einem das dann immer wieder vermiest.

    Zu Hause ist es schliesslich am Schönsten.

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    Ja Kaleu mir kam auch nur dein "Ja und " so leicht dahergesagt.

    Jetzt verstehe ich.

    Dieses Ja und? hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun. Und ja, es ist leicht daher gesagt. Und ich werde es wieder leicht daher sagen.

    Denn genau das ist Sinn und Zweck der Sache.

    Mit diesem Ja und? ist gemeint.

    Wo ist der Sinn und Zweck sich Schuld aufzuladen? Wo der Nutzen? Was soll das verändern?

    Es ist nicht bezogen auf die damit verbundenen Gefühle wie Abschied, Trauer, Mitgefühl - die immer ihren Platz haben sollten und ihre Würdigung erfahren sollten.

    Das Aufladen von Schuld dient aber letzten Endes dazu genau diese wertvollen Gefühle zu unterdrücken.

    Denn plötzlich steht nicht mehr der Abschied im Vordergrund - sondern das Zermartern - ich hätte das ändern können. Die Antwort hierauf ist aber tatsächlich Nein. Hättest Du nicht.

    Das mag schmerzhaft sein, deswegen nicht weniger wahr.

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    Wenn ich so nachdenke ist es wohl so das ich mich bei solchen Aussagen auch wenn sie nicht direkt an mich gerichtet sind,zutiefst verletzt.

    Dann gibt es bei Dir da noch etwas zu heilen.

    Aber natürlich ist das schön. Ich hab auch nirgends geschrieben, dass ich bei jedem Suizidgedanken - mach doch - rufe und ne Wäscheleine aus dem Keller hole. Oder?

    Es gibt keine allgemeingültige Antwort. Hier ging es um diesen speziellen Fall und auch um die Konsequenzen die das für Florena im Bezug auf xy hat. Denn diese Schuldgefühle sind es letzten Endes die zum Problem werden und zur Stagnation führen.

    Und hier besteht meiner Meinung nach Handlungsbedarf im Umgang mit diesem Suizid.

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    Und ich bin sogar sehr oft auch glücklich seit zwei Jahren.

    Das gehört eigentlich nicht hierher, die Frage mag ich dennoch stellen. Wie nah musstest Du am Suizid sein, dass das möglich wurde?
    Wärst Du da heute auch, wenn immer Jemand angekommen wäre der Dir Dein Leid ein klein wenig abnimmt?

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    Jetzt magst du denken......mein Gott is die vielleicht naiv.

    Gar nicht, ich hab mal wie Du gedacht. Bis ich irgendwann verstanden habe, durch eigene Erfahrung und auch durch sehr vertrauten und engen Kontakt zu ernsthaft suizidalen Menschen.

    Das worunter die am meissten leiden ist die Ablehnung ihres Suizidwunsches durch Andere. Sie fühlen sich dadurch unheimlich allein gelassen.

    Ich stimm Dir zu, es ist eine Gratwanderung und es ist nahezu unmöglich eine Art richtigen Weg zu finden. Aber eins kann ich Dir versichern - wer gehen will - geht.

    Und ich persönlich hinterfage schon meine Motivation wenn ich das nicht erlauben will. Das hat selten was mit Liebe zu tun.