Liebe Martha,
das ist nimmer das Problem. Vertrauen und Glaube in mich hab ich! Jede Menge. Da klemmt es nicht!
Das hab ich geschafft und es tut gut, dass ich das geschafft habe. Aber ich möchte gern noch was Anderes in das ich Vertrauen und Glaube stecken kann. Nicht nur mich.
Das mach ich doch schon die ganze Zeit. Eigentlich mein Leben lang. Allein schon deswegen, weil doch mein Vertrauen immer enttäuscht wurde. Immer hiess es, stell Dich nicht so an. Komm mit Deinem Mist alleine klar.
Und ich kam mit meinem Mist alleine klar. Mal gut, mal weniger gut. Aber im Großen und Ganzen, ganz in Ordnung.
Ich hab meinen Sohn zu mir geholt, nachdem er Depressionen hatte weil seine Mutter sich nicht um ihn kümmerte. Ihm geht es wieder super, er kann ein glückliches Leben führen. Mein Leben läuft im Großen und Ganzen sogar sehr gut. Ich, mein Sohn und unser verrückter Kater.
Das Alkoholproblem kenne ich jetzt endlich und ich bekomm auch das in den Griff. Dieses Selbstvertrauen hab ich und ich such mir ja auch Hilfe. Ich denke schon, dass ich das schaffe.
Aber dann? Wo bleib ich? Ich hab gelernt offen zu mir zu stehen, offen mich zu vertreten. Meine Bedürfnisse zu äussern, zu mir zu stehen, um Dinge zu bitten. Seitdem ich das tue wenden sich alle von mir ab. Familie, Freundin. Alle gehen. Die wollen nichts von mir wissen wenn ich etwas möchte oder um etwas bitte oder nach Hilfe frage.
Sagen stell Dich nicht so an ist doch Dein Problem und lassen mich allein.
Es ist echt hart in der Realität aufzuschlagen und feststellen zu müssen, dass Du die ganze zeit allein warst und alle nur bei Dir geblieben sind, solange Du ausschliesslich für sie da warst.
Jetzt steh ich da und weiss nicht worauf ich noch vertrauen soll. In mich, ja, das tu ich auch noch. Mehr denn je.
Liebe Grüße
Kaleu