Ich kenne dieses Gefühl Franky. Nur zu gut. Es mit sich selbst auszuhalten - ohne Ablenkung. Es ging mir eigentlich mein ganzes Leben lang so. Immer irgendwie beschaäftigt sein - abgelenkt von sich selbst Weil man sonst hezwungen wird es mit sich selbst auszuhalten.
Dann begann ich meine Therapie. Und wo ich da durch musste, das war übel. Richtig übel. Aber es hat sich so gelohnt, das kann ich gar nicht beschreiben. Ich hab mich selbst total gern.
Ich kann heute Zeit mit mir allein geniessen! Und ich tue das total gern. Ohne zu grübeln. Einfach nur ich mit mir selbst in einem Raum. Kein Buch, kein Fernsehen, kein Radio, kein Telefon. Nur ich! Wohlgemerkt - nüchtern!
Ich vergesse dann sogar das Rauchen! Für Stunden! Ich liebe das.
Ich kann mich an einen Satz meiner Therapeutin erinnern, die mal meinte "Ich versteh überhaupt nicht warum sie sich nicht mögen, sie sind der schrulligste, liebenswerteste und großherzigste Kerl den ich je hier hatte"
Ich hab viel, viel später erst verstanden was sie meinte.
Den Alkohol hatte ich mir schon angwöhnt, noch aus der Zeit als ich mich nicht mochte. Heute mag ich mich. Ich hab mich gefunden, ich bin bei mir selbst angekommen und es ist ein wirklich geiles Gefühl!
Nur leider hab ich aus Gewohnheit dieses Ich was ich plötzlich mochte immer noch manchmal weggespült. Nicht mehr, weil ich mich wegspüöen wollte wie früher - sondern weil ich übersehen hatte, dass der Alkohol bereits Macht über mich hatte!
Deswegen bin ich so begierig darauf den Alkohol aus meinem Leben zu entfernen. ich will mein Ich behalten und der Alk würde es mir wieder wegnehmen irgendwann! Er tat es ja in der Vergangenheit auch schon. Mal für einen Tag, mal für 3 Tage.
Nicht weil ich saufen wollte - sondern weil ich mittlerweile saufen MUSSTE! Das hab ich jetzt kapiert.
Und ich lasse nicht zu, dass mir dieser Dreck mein Ich wegnimmt für das ich so hart gearbeitet habe!