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Sie habe sich ein Ei gekocht und dabei daran gedacht, wie oft sie sonntags Eier gekocht und den Frühstückstisch liebevoll gestaltet hat und kann es nicht verstehen, daß ihre Tochter das alles offensichtlich vergessen hat.
Das ist so, so mies.
Was ist denn die Realität? Hast Du's vergessen? Wohl nicht. Bist Du dankbar dafür? In Deinem Rahmen sicher.
Das ist alles.
Hat Dir Deine Mum was gegeben, wenn sie für's Eier kochen erwartet (und auf die mieseste Art impliziert) dass Du aus Dankbarkeit ihr heute die Eier zu kochen hast?
Bist Du Rechtfertigung schuldig? Erklärung?
Nein! Ganz einfach Nein. Weder für Dein Handeln, noch für Dein Denken, noch für Dein Empfinden.
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Änderung wäre, wenn sie Dankbarkeit nicht ständig mit Liebe verwechseln würde und wenn sie wüßte wie wichtig Freiheit ist.
Liebe ist Loslassen. Nur das! Nur! Liebe lässt frei, alles was bindet ist nicht Liebe. Das ist irgendwelcher anderer Kram, aber es ist nicht Liebe.
Wenn Du Dich dankbar fühlst, dass Deine Mum Dir das Leben geschenkt hat und Eier gekocht hat weil Du's noch nicht konntest, fühl das ruhig. Du darfst das fühlen. Das ist alles. Du brauchst es weder zeigen, noch rechtfertigen, noch in Frage stellen, noch erklären - und vor allem brauchst Du eins nicht. Es beweisen.
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Die Angst vor Ablehnung durch die Geschwister meiner Mutter, die alle das Co.System rauf und runter beherrschen - diese Angst macht mich wieder abhängig. Ich hab jetzt schon Angst vor der Traurigkeit, die dann hochkommen würde, wenn sie mich alle verurteilen für meine Unabhängigkeit.
Das - und nimms mir nicht krumm - ist aber die 12 jährige Nys. Nicht die erwachsene Nys die selbst für sich sorgen kann. Hier verbirgt sich der heimliche Wunsch, wieder in's Kinderzimmer zurück zu dürfen.
Es mag sich manchmal unglaublich hart anhören, aber das wird nie wieder passieren. Du bist nimmer 12 und wirst nie wieder 12 sein. Du wirst anecken, bei Deiner Familie, bei anderen Menschen, immer und immer wieder. Und das ist auch richtig und gut so.
Die Angst darfst Du haben. Doch bist Du heute erwachsen und kannst sagen - ich komme klar. Auch wenn ich Angst habe. Ich komme mit diesem Gefühl zurecht.
Das ist letzten Endes der Weg in die wirkliche Unabhängigkeit, raus aus dem Kinderzimmer. Sich selbst eingestehen, ja verdammt, ich werd mich unsicher fühlen. Ich werd mal Angst haben und mal Schuldgefühle. Doch ich komme damit zurecht.
Das Vermischen von Verantwortungen erwächst zumeist daraus, für bestimmte Gefühle keine Verantwortung übernehmen zu wollen - oder zu deutsch, ich fühle mich so und so, ich will mich nicht so fühlen, ich verändere mein Handeln weg von dem Weg, den ich gehen will, um mich nicht so zu fühlen wie ich's tue, würde ich ihn so fortsetzen.
Wenn man nie die Gelegenheit bekam, die Nabelschnur zu trennen, tut es verdammt weh das zu selbst zu tun und schlimmer noch - feststellen zu müssen, es selbst tun zu müssen.
Aber - Du hälst es aus Nys. Weil Du eben nicht mehr 12 bist und das heute kannst. Ich habe Dich hier als sehr reflektiert, sehr stark und sehr aufgeräumt erlebt, oft so, dass ich Dich ein klein bisschen beneide.
Manches sitzt auch so tief, dass es völlig unmöglich ist, dass tatsächlich gemeinsam mit dem Anderen aufzuräumen und es bleibt nur der Weg für eine Weile ganz weg von ihm zu gehen.
Obwohl ich den Kram mit meinem Elternhaus seit Jahren bearbeite und sehr, sehr wenig Kontakt habe, hat vor kurzem genügt, dass meine Mum nur meine Wohnung betreten hat und nur, dass sie anwesend war, sorgte dafür dass ich mich fühlte wie ein Totalversager mein gesamtes Leben betreffend.
Ist da jetzt meine Mum Schuld?
Nein. Denn heute ist heute. Ob sie Erwartungen an mich hat ist ihre Sache. Ob sie sich enttäuscht von mir fühlt, ist ihre Sache. Damit muss sie klar kommen, nicht ich.
Meine Sache ist, dass ich manches offensichtlich nicht kann. Oder noch nicht. Und vielleicht noch Jahre oder ein ganzes Leben dafür brauche. Und dazu gehört mir einzugestehen, dass ich in Muster verfalle, sobald bestimmte Menschen aus meinem Leben präsent sind. Und ich einen engeren Kontakt nicht halten KANN wenn ich für mich sorgen will.
Bin ich deswegen schlecht? Ein schlechter Sohn?
Das Gegenteil ist der Fall. Ich übenehme verantwortung für mich.
Und DAS ist mein Job als Sohn. Das macht mich zu dem perfekten Sohn. Dass ich die volle Verantwortung übernehme für das, was mir meine Eltern geschenkt haben. Mich. Mein Leben.
In vollem Umfang.