Beiträge von Anesa

    Hallo B-Meise,

    ja, es tut weh, seinen Partner so zu erleben. Meiner ist mir gegenüber zwar nicht handgreiflich, ist aber verbal gemein und lügt mich an, wenn er getrunken hat. Und ich bin trotzdem immer noch bei ihm. Ganz ehrlich, am Anfang dachte ich auch noch, ich liebe ihn, aber immer mehr stelle ich fest, dass ich
    - nicht wieder allein sein will
    - mich an die Situation des Zusammenlebens gewöhnt habe.
    Es hat ja auch Vorteile. Wenn da nicht dieser verdammte Alkohol wäre!

    Ich frage mich auch, wann bei mir der Punkt kommt, an dem ich mir sicher bin, ihn verlassen zu wollen. Ich frage mich auch immer wieder, an was ich eigentlich festhalte!
    Mein Mann trinkt heimlich und lügt mich an, er hätte nichts getrunken! Er wäre nur kaputt! An den Wochenenden trinkt er nichts oder nur wenig. Wenn das nicht wäre, hätte ich gar keine Hoffnung mehr.

    Ich kann gut verstehen, dass Du verwirrt bist und Dir viele Gedanken machst! Ist bei mir genauso! Ich bin bei einer Beratung von der Diakonie und die Beraterin meinte, dass sie das schön findet, dass man verschiedene Möglichkeiten ins Auge fasst und nicht gleich alles hinschmeisst. Ok, dafür ist sie da...

    LG, Anesa

    So, jetzt ging es mir in den letzten Wochen richtig gut. Ich habe versucht, viel für mich zu machen, habe mich von der Stimmung und dem Alkoholpegel meines Mannes nicht beeinflussen lassen. Freizeitaktivitäten mit meinem Mann gab es kaum, auch sonst haben wir wenig gemeinsame Zeit verbracht. Zwischendurch bin ich wieder traurig. Ich glaube aber nicht wegen meines Mannes, sondern wegen der Situation. Ich stelle auch immer mehr fest, dass ich nicht unbedingt ihn will, sondern einfach jemanden, dem ich mal ein paar Worte wechseln kann, eher wie einen guten Freund. Finde ich eigentlich erschreckend!
    Und obwohl es mir relativ gut ging, frage ich mich, woran es liegt. War es einfach nur eine Phase oder gehts für mich jetzt bergauf? Habe ich mir etwas vorgemacht?

    Ich überlege immer noch, ob ich mich trennen will oder nicht. Wenn ich mich trenne, kann ich viele Dinge nicht mehr tun, weil mir das Geld fehlt. Dann sitze ich zuhause oder draussen und habe zu viel Zeit zum Grübeln. Jetzt kann ich viel unternehmen und muss mir keine Gedanken machen, ob das Geld bis zum Ende des Monats reichen wird.

    Ausserdem weiss ich nicht, ob es mir wirklich besser geht, wenn ich mich trenne. Oder mache ich mir dann Vorwürfe, dass ich unser beider Leben kaputtgemacht habe?

    Anesa

    Hallo desperate,
    das freut mich wirklich, dass Ihr beide bei der Suchtberatung wart! So weit bin ich mit meinem Mann noch nicht gekommen. Er war zwar nach einigen Zwischenfällen schon bereit, dorthin zu gehen, aber dazu kam es dann doch nicht.

    Es muss wohl erst etwas schlimmeres vorfallen, damit der Alkoholabhängige den ersten Schritt wagt.

    Ich wünsche Euch beiden, dass er diesen Weg weitergeht!

    LG, Anesa

    Hallo Rosa Li,

    Du hast Dich ja wirklich um viele Dinge gekümmert! Ich glaube, Du bist schon um einiges weitergekommen!

    Ich habe mich gedanklich in den letzten Wochen damit beschäftigt, wie es ist, wieder alleine zu leben, was ich bei der Trennung alles bedenken muss usw. Und ich grenze mich immer mehr von meinem Mann ab, versuche, meine Stimmung nicht von seiner abhängig zu machen. Es gibt zwar immer noch Tage, an denen es mir deswegen schlecht geht, aber es ist nicht mehr so wie früher.

    Aber mich für die Trennung entscheiden kann ich bis heute nicht. Ich habe das letzte Mal zu meiner Therapeutin gesagt, dass ich wahrscheinlich irgendwann so weit bin, dass ich platze. Das ist bei mir auch in anderen Bereichen so: Ich lasse mir, manchmal auch sehr lange, vieles gefallen und halte still, aber irgendwann reichts mir dann und es platzt alles aus mir heraus! Mein Mann weiss das, er bewegt sich rein gar nicht, versucht nichtmal um mich zu kämpfen. Das zeigt ja schon, dass er sich wohl auch nicht gegen den Alkohol entscheiden wird. Er gibt zwar zu, dass er zuviel getrunken hat, aber das wars schon. Mehr passiert nicht.

    Ich habe mir jetzt auch vorgenommen, zu einer SHG-Gruppe zu gehen. Vielleicht gibt mir das den letzten "Schubs".

    LG, Anesa

    Hallo Gefallener Stern,

    ich denke, Du kannst ihn vielleicht bitten, dass er nichts trinkt, aber das wird ihn wohl auch nicht davon abhalten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass - egal was ich meinem Mann gesagt habe - er trinkt, auch wenn ich ihn ganz ruhig darum gebeten habe. Und Vorschriften machen bringt noch weniger, er ist ja erwachsen und muss sich nicht sagen lassen, was er tun darf und was nicht.

    Bei mir ist es jetzt so, dass es mir wirklich egal ist, wenn mein Mann sehr viel trinkt. Ich sehe zwar ab und zu mal nach, was er macht und ob es vielleicht so weit ist einen Notarzt zu rufen, aber wenn er z.B. auf dem Stuhl hängt und schläft, lasse ich ihn schlafen. Die Folgen mit Verspannungen und sonstigem Unwohlsein sind ja sein Problem! Ich würde sagen, je öfter es ihnen schlecht geht und wir nicht helfen, desto besser!

    LG, Anesa

    Hallo desperate und Candygirl,

    fast alles, was Ihr schreibt, ist bei mir genau dasselbe!
    Ich bin in Gedanken schon sehr oft die Trennung durchgegangen, es gab sogar Tage, an denen ich überzeugt war, genau das zu wollen! Bei mir ist es schon so weit, dass ich z.B. für den Sommerurlaub gar nichts plane, weil ich nicht weiss, ob wir dann noch zusammen sind. Das habe ich meinem Mann auch deutlich gesagt. Ich habe zwar nicht gesagt, dass ich ihn verlassen werde, aber, dass ich so nicht mehr lange mit ihm weiterleben möchte. Das nimmt er glaube ich aber nicht so wirklich ernst. Er sagt oft, er versteht mich und dass er nicht so weiterleben möchte, aber er tut nicht wirklich etwas, ausser dass er zur Einzeltherapie geht. Das hält ihn natürlich nicht vom Trinken ab.

    Ich schaffe es aber immer noch nicht mich für die Trennung zu entscheiden! Ich war jetzt 4 mal bei einer Therapie von der Diakonie und bei der letzten Sitzung sagte die Beraterin: "tut mir leid, ich bin jetzt auch ratlos"! Ich bin immer noch hin- und hergerissen zwischen ich will weg von ihm und ich habe doch noch ein bisschen Hoffnung und auch Angst vor der Trennung. Ich kann nicht einschätzen, was für mich wirklich besser ist. Mit einem Alkoholiker leben und erstmal finanzielle Sicherheit haben (bis er vielleicht zum Sozialfall wird?) oder alleine leben und sich nichts mehr leisten können? Keine Ahnung. Mein Verstand sagt natürlich das zweite ist richtig! Oder doch nicht?

    Ich muss sagen, was mir wirklich Hoffnung gibt, sind die Erzählungen hier von denen, die die Trennung geschafft haben! Hoffnung, dass mein Mann etwas gegen sein Alkoholproblem tut, habe ich kaum noch!

    LG,
    Anesa

    Hallo Elke,
    als ich zu meinem Hausarzt gesagt habe, ich brauche eine Therapie wegen des Drucks meiner Eltern, hat der erstmal gemeint, sie sind doch erwachsen, da müssen sie sich doch nicht unter Druck setzen lassen. Hah, leichter gesagt als getan!
    Inzwischen bin ich so weit, dass das Mitleidsgetue meiner Eltern mich zwar im ersten Moment etwas berührt, aber es mir dann eigentlich egal ist.
    Ich melde mich bei meinen Eltern vielleicht so alle 6 - 8 Wochen mal, weil ich einfach nichts mit ihnen zu reden habe. Und natürlich an den Geburtstagen, Muttertag, Vatertag, da gehe ich dann auch hin aus Pflichtbewusstsein! Aber nicht, weil ich es gerne möchte... Einfach nur, um mir nicht auch noch dazu Vorhaltungen anhören zu müssen.
    Hauptsächlich habe ich die Probleme mit meiner Mutter. Die hat für sich noch nie etwas getan, ist immer nur in Begleitung meines Vaters irgendwo hingegangen. Hat mir immer gesagt: erst kommst du, dann dein Vater und irgendwann ich... Obwohl die Ehe meiner Eltern schon seit meiner Kindheit mit vielen Problemen und Unglücklichsein meiner Mutter behaftet ist und sie auch meinte, sie wollte sich trennen, sind sie immer noch zusammen. Meine Mutter hätte den Absprung nie geschafft (trotz Alkohlproblems meines Vaters und Fremdgehen). Sie hat sogar teilweise versucht, mich auf ihre Seite zu bringen gegen meinen Vater. Als ich das abgeblockt habe, ist sie richtig beleidigt gewesen.
    Ich denke auch, dass meine Co-Abhängigkeit mit der Situation meiner Eltern zusammenhängt. Ich habe es so vorgelebt bekommen. Ich denke zwar, ich bin um einiges egoistischer als meine Mutter, aber so ein Rest ist doch vorhanden. Am Anfang meiner Ehe dachte ich oft, ich müsste dies und das für meinen Ehemann tun so als gute Ehefrau! Und es wurden mir auch viele Dinge von aussen "angeraten". Es gibt doch tatsächlich immer noch Frauen in meinem Alter, die sich den ganzen Tag Gedanken darüber machen, was sie alles Gutes für ihren Mann machen können und es auch tun! Bin ich froh, dass ich davon nichts angenommen habe! Würde auch gar nicht zu mir passen.

    Meinst Du bei Dir hat die Co-Abhängigkeit auch mit der Erziehung zu tun?

    LG, Anesa

    Hallo Winterwärme,
    Du hast vollkommen Recht! Du musst für Dich selbst entscheiden, was Du tust!
    Das was ich geschrieben habe, soll kein Schubsen sein, sondern ist einfach meine Meinung.

    Ich kann absolut nachvollziehen, dass Du nicht von heute auf morgen Knall auf Fall Deinen Mann verlassen kannst und noch alles mögliche versuchen möchtest. Ich eiere damit ja auch noch rum! Und ich habe nichtmal Kinder und schaffe den Absprung trotzdem nicht!

    Also nimm es mir bitte nicht übel!

    LG, Anesa

    Hallo Nancy,
    ich habe ein wenig von Deiner Geschichte gelesen, allerdings nicht alles.

    Wenn ich Dich richtig verstehe, hat Dein Umfeld (Eltern, Kind usw.) Erwartungen an Dich, wohl auch, Ostern mit ihnen zu verbringen. Wie gut ich das kenne (ausser dem Kind, das ich nicht habe)!

    Ich habe vor ca. 2 Jahren eine Therapie gemacht, weil ich Probleme im Verhältnis zu meinen Eltern habe. Ich wurde so erzogen, dass ich immer ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich mich mal bei meinen Eltern nicht melde, nicht regelmässig besuchen gehe usw. Ausserdem versucht meine Mutter sich in meine Ehe einzumischen, und das von Anfang an! Hat von Anfang an auf meinem Mann rumgehackt, würde wohl am liebsten auch noch wissen, was sich so im Schlafzimmer abspielt...
    Im Laufe dieser Therapie ist mir auch aufgefallen, dass ich immer unterschwellig die Schuld dafür bekam, wenn es meinen Eltern nicht gut ging (undankbare Tochter!). Mein Vater hat immer schon viel getrunken und immer mal wieder kam so eine Bemerkung wie: ja, dem gehts nicht gut, du bist ja auch ein schwieriges Kind... Auch heute noch erzählt meine Mutter Verwandten und Bekannten, dass es ihr gefühlsmässig so schlecht geht, weil ich sie kaum noch kontaktiere. Ich bin also jetzt auch Schuld!

    Ich bin eine erwachsene Frau, die ein Recht auf ein eigenes Leben hat! Ich muss mich nicht rechtfertigen, wenn ich mich nicht "regelmässig" melde und antanze, wenn die Herrschaften es gerne hätten! Wenn mich jemand einlädt und ich nicht hingehen möchte, dann sage ich, nein, tut mir leid, das passt mir nicht! Und ich denke, ich muss mich nicht rechtfertigen.
    Jedesmal wenn ich bei meinen Eltern anrufe oder mal hingehe, muss ich mir Gejammer oder Vorhaltungen anhören! Sie können sich nicht einfach mal freuen, dass ich da bin!

    Ich denke, dass es bei Dir auch so ist. Egal was Du tust oder nicht tust, Du wirst niemals alle Erwartungen erfüllen können. Das ist auch nicht Deine Aufgabe! Nehmen alle auch immer Rücksicht auf Deine Wünsche? Wahrscheinlich nicht. Warum musst Du es dann tun?

    Ich wünsche Dir Kraft, das zu tun, was DU möchtest!!!

    LG, Anesa

    Hallo Gefallener Stern,
    das mit der Psychotherapie ist doch super!
    Ich gehe zu einer Therapie von der Diakonie und wenn die zuende ist und ich das Gefühl habe, ich brauche trotzdem noch Hilfe, werde ich auch versuchen, eine Psychotherapie zu bekommen.

    Die Situationen mit dem alkoholkranken Partner sind zwar immer etwas unterschiedlich, ich meine, wann derjenige trinkt und wie oft, aber es ist immer dasselbe: Obwohl derjenige weiss, dass er seinen Partner vor den Kopf stößt oder verletzt, kann er es nicht lassen. Ist an Deiner Erzählung ja auch deutlich zu erkennen. Meinem Mann tut es hinterher immer leid, aber das bringt mir nichts, ist immer wieder dasselbe!

    Ich beschäftige mich gedanklich schon lange mit Trennung, weil ich auch schon lange das Gefühl habe, das ist die einzige Lösung für mich. Nur an der Umsetzung hapert es noch. Ich habe immer noch das Gefühl, ihn dann im Stich zu lassen (blöde Sache mit der Erziehung!).

    Bei mir ist am Wochenende meisten Ruhe mit dem Thema Alkohol. Bei Dir ist es dann wohl besonders schlimm? Ich hoffe, Du hast jetzt ein ruhiges Wochenende!

    LG, Anesa

    Hallo Sternchen,
    ich war jetzt schon dreimal bei der Diakonie, um mir helfen zu lassen und ich muss ehrlich sagen, bisher habe ich nicht das Gefühl, dass mich das weitergebracht hat. Aber ich bleibe dran, denn ich finde, man sollte jede Hilfe in Anspruch nehmen, die möglich ist.
    Ist natürlich nicht schön, wenn der Termin bei Dir geplatzt ist, aber ich würde trotzdem versuchen, einen neuen Termin zu machen!!
    LG, Anesa

    Hallo Barcelona,
    Deinen letzten Satz verstehe ich nicht so ganz!? Meinst Du im nüchternen Zustand kann er Dich verstehen und im betrunkenen nicht?
    Wenn Du das meinst, was ich denke, dann hatte ich gestern wieder so eine Situation. Mein Mann hatte etwas getrunken, war mal wieder stinksauer auf jemanden und wollte, dass wir die Telefonnummer ändern. Das will ich aber nicht! Hat er gestern nicht eingesehen... Der spinnt ja wohl!

    LG Anesa

    Ich glaube bei meinem Mann ist es so, dass er schon immer viele Probleme hatte, die er immer versucht hat zu verdrängen. Und als der Druck immer stärker wurde, hat er angefangen mit dem Trinken. Ich glaube eigentlich nicht, dass es bei uns mit der Beziehung zusammenhängt. Ihm ist absolut klar, dass das Problem bei ihm liegt und er weiss uns sagt auch immer wieder, dass ihm bewusst ist, mich schon oft verletzt zu haben. Aber wirklich ändern tut er nichts, ausser, dass er jetzt zur Einzeltherapie geht, ist ja schon mal was.

    Ja, das mit dem Alkohol allgemein finde ich auch sehr erschreckend. Ich kenne viele, die sich lustig machen, wenn einer sagt, er trinkt nichts. Und ich sehe z. B. oft Fussballfans in der Bahn, da denke ich auch oft, gehts wirklich nie ohne Alk? Gibts noch Männer, für die Alk nichts alltägliches ist? Ich kenne allerdings auch wenige Menschen, die gar keinen Alk trinken, zumindest sagen sie es und ich habe sie auch noch nie trinken sehen. Aber von meinen bisherigen Arbeitsstellen und Bekanntenkreis ist das doch eher die Ausnahme, leider.

    Ich muss gestehen, ich hatte früher auch einige Flaschen im Schrank stehen. Für mich war das kein Problem, die auch mal einige Wochen stehenzulassen. Nur wenn ich mal Appetit hatte, habe ich mal ein Glas getrunken (hauptsächlich Wein, Sekt oder Likör). Aber als ich festgestellt habe, dass mein Mann auch die Sachen heimlich bis auf einen kleinen Schluck leertrinkt, habe ich nichts mehr gekauft, habe höchstens noch 1 Flasche stehen. Das fällt dann auf, wenn er die trinkt...

    Ich hatte vor kurzem eine Phase, in der ich dachte, ich trinke jetzt auch gar nichts mehr. Aber jetzt sehe ich es eigentlich nicht ein mich wegen ihm einzuschränken. Er nimmt ja auch keine Rücksicht auf mich. Und ich denke, dass ich zumindest im Moment nicht gefährdet bin, abhängig zu werden. Wenn es mir schlecht geht, kann ich nichts essen und schon gar keinen Alkohol trinken.

    Hallo Rosa Li,

    ich hatte und habe auch immer noch Hoffnung, dass durch mein verändertes Verhalten sich etwas in der Beziehung verändert. Aber ich habe bei uns noch nicht viel davon bemerkt. Im Moment leben wir sehr auf Abstand, fast wie in einer WG. Und ich rechne jeden Tag wieder mit einem Absturz, Gründe findet er immer wieder, er meint ja auch, sein Leben ist nichts wert usw.

    Geht Ihr eigentlich zusammen zu Al-Non? Weil Du schreibst, dass Du gehen willst und er nicht da war? Mein Mann wollte auf meinen Tipp auch mal hingehen, hat er aber dann nicht gemacht. Ich habe es ihm als Hilfestellung angeboten und ihn danach aber nicht mehr darauf angesprochen.

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass ein Alkoholabhängiger unbewusst den Partner verletzt oder auf Abstand geht, weil er selber merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist und den Partner ungewollt dazu bringt, auf Abstand zu gehen oder sogar ganz wegzugehen. Deswegen vielleicht dieses Gerangel, mal zeigt er seine Liebe, dann wieder nicht.

    Übrigens war ich auch schon mal in Deinem Wohnort mit meinem Mann! Ich fand die ganze Umgebung schön! Das nochmal zu dem Thema alleine oder zusammen wegfahren...

    LG, Anesa

    Hallo Schneewittchen,

    ich wollte Dir mal zu Deinem Post am 1.3. antworten.

    Du hast geschrieben, ob es sein kann, dass Dein Mann Depressionen bekommen hat vom Entzug. Mir wurde bei der Suchtberatung gesagt, dass depressive Verstimmungen oft zusammenkommen mit Alkoholabhängigkeit.

    Mein Mann ist auch in etwa zeitgleich mit seinem Alkoholproblem sehr niedergeschlagen, lustlos und traurig. Und wenn er getrunken hat, sind diese Gefühle extrem verstärkt, sagt, sein Leben ist nichts wert usw. Also andersrum als bei Deinem Mann. Ob nun erst die Depression oder erst das Alkoholproblem, keine Ahnung. Aber nachdem, was ich bisher so erfahren habe, trinken die meisten wohl, weil sie ihre Gefühle unterdrücken oder benebeln wollen.

    Und die Sache mit der Schuld. Ist es wirklich wichtig, sich deswegen fertigzumachen, ob man jemandem in der Vergangenheit Unrecht getan hat? Schön ist doch, wenn man sich jetzt darüber Gedanken macht, sich vielleicht zukünftig anders zu verhalten, auch sich selbst gegenüber!

    LG, Anesa

    Hallo Winterwärme,

    also ich kann nur sagen sei offen zu ihm, dass Du Dir Hilfe suchst! Ich glaube nicht, dass es gut ist, heimlich z. B. hier im Forum zu schreiben.
    Ich finde der Partner soll ruhig wissen, dass es Dir mit der Situation schlecht geht und Du Hilfe brauchst und sie auch in Anspruch nimmst.

    Ich habe es meinem Mann ganz offen gesagt, als ich zur Suchtberatung gegangen bin und dass ich in einem Forum mit Gleichgesinnten über meine Sorgen schreibe. Er hat erstmal auch komisch reagiert, aber ich habe ihm gesagt, dass es mir schlecht geht und ich Hilfe brauche!

    Ich denke, der Partner soll ruhig merken, dass sich etwas verändert, denn so sollte es doch wohl nicht bleiben, oder?

    Die Sache mit dem "mal eben trennen" ist für mich auch sehr schwer! Es gibt Tage, da bin ich voll überzeugt, es durchziehen zu können, dann gibts wieder Tage, wo ich mich vor der Wahrheit verkriechen möchte und nur will, dass wieder alles gut wird :lol:
    Und das, wo ich niemals heiraten wollte und immer sehr selbständig war! Bei mir hat sich die Abhängigkeit im Laufe der Jahre "eingeschlichen"!

    LG, Anesa

    Hallo,

    ich bin auch noch relativ neu hier und kann Deine Situation gut nachfühlen! Du wirst, wenn Du hier schon gelesen hast, feststellen, dass es sehr vielen genauso geht wie Dir!

    Versprechungen und Enttäuschungen gehören bei einem Alkoholabhängigen leider zur Tagesordnung! Das habe ich auch alles schon erlebt. Der Abhängige ist krank und muss es leider selber einsehen.

    Mir hat das Schreiben und Lesen hier im Forum und auch der Gang zur Suchtberatung geholfen. Von der Suchtberatung habe ich jetzt eine Therapie angefangen, die mich in meiner Situation unterstützen soll. Vielleicht solltest Du Dir auch solche Hilfen suchen.

    LG, Anesa

    Hallo Gefallener Stern,

    die Geschichte im Vorstellungsbereich können wir hier glaube ich nicht lesen.

    Ich glaube, die meisten hier, haben genau die Fragen gestellt, die Du stellst. Ich bin mir auch heute noch nicht 100% sicher, ob mein Mann alkoholabhängig ist. Aber die Tatsache, dass es einem deswegen schlecht geht, zeigt ja, dass es etwas für einen selbst nicht in Ordnung ist.
    Leider musste ich, wie viele andere auch, feststellen, dass man dem Partner eigentlich gar nicht helfen kann! Alleine daran hat man ganz schön zu knacken!

    Ich habe aus diesem Forum erfahren, dass man versuchen sollte, nicht auf den Partner zu schauen, sondern auf sich selbst.

    Das wirst Du hier in den ganzen Beiträgen lesen können! Und bei jedem hier ist die Entwicklung sehr unterschiedlich.

    LG, Anesa

    Hallo Monty,

    ich schreibe jetzt in meinem Thread, weil der andere ja nicht von mir ist.

    Du wirst lachen, ich mache die letzten Jahre viele Dinge alleine, weil mein Mann ja auch nicht immer Lust hat, das zu machen, wozu ich Lust habe und ich natürlich auch teilweise andere Interessen habe.

    Ich kann nicht sagen, woran es liegt, aber alleine macht es mir einfach nicht so viel Spaß. Gut, ich fahre mit dem Rad, geniesse das schöne Wetter oder fahre irgendwo hin zum spazierengehen, aber ich finde es langweiliger, als wenn ich jemanden zum Reden habe. Ich fühle mich in solchen Situationen einfach sehr einsam. Das ist auch ganz extrem, wenn man in einem Cafe etwas trinkt. Die Meisten sind dann mit mindestens einer weiteren Person da, und man sitzt da alleine.

    Gruss, Anesa