Beiträge von Anesa

    Hallo Rosa Li,

    ich hatte gar nicht bemerkt, dass die Frage an mich gerichtet war!

    Vorgestern habe ich dummerweise so eine Bemerkung fallen lassen, dass ich im Fall einer Trennung ja sehen muss, dass ich nicht seine Kosten weiterbezahlen muss (wir haben ein gemeinsames Konto, wo eben auch seine laufenden Sachen abgebucht werden). Und ich habe wieder gesagt, dass ich mich gedanklich immer wieder mit Trennung beschäftige, Gedanken mache, was da alles geregelt werden muss. Da hat mein Mann beleidigt reagiert und meinte, ich soll doch alles behalten und auch alles bezahlen, er wird sich Montag freinehmen und dann können wir die Scheidung beantragen!
    Danach ging es mir wirklich schlecht, musste deswegen weinen, bin aber nicht, wie früher zu ihm gegangen, um darüber zu reden, sondern habe ihn gelassen, er allerdings auch. In solchen Situationen ist er total stur!

    Ich habe aber gemerkt, gut, wenn es so sein soll, dann lassen wir uns sofort scheiden und trennen uns. Ich kann damit leben, ohne einzuknicken. Ich konnte trotzdem einigermassen gut schlafen.

    Gestern sah er das schon nicht mehr so, er möchte mit mir zusammenbleiben, versteht mich aber (angeblich). Ich habe ihm gesagt, dass ich noch nicht sofort die Trennung will, aber mit seinem Alkoholproblem auf lange Sicht nicht leben möchte. Er möchte mit mir im Juni in den Urlaub fahren, ich habe gesagt, vielleicht sind wir dann nicht mehr zusammen und ich plane gar nichts!

    Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, was ich vermissen werde, ist ein Partner, mit dem ich Sachen unternehmen kann, auch mal spontan, weil ich alleine einfach nicht gerne wegfahre. Und ich habe auch nicht gerade eine Riesenauswahl an Leuten, mit denen ich so etwas machen könnte. Ich weiss, das klingt total bescheuert, aber ich weiss, dass viele Dinge, die ich noch machen möchte, dann erstmal in weiter Ferne liegen. Mir ist natürlich klar, dass das kein Grund sein soll, mit jemandem zusammenzubleiben, der einem nicht gut tut! Sind einfach meine Gedanken.

    Und wie geht es Dir, Rosa Li?

    LG, Anesa

    Hallo martigro,

    ich habe Deine ganze Geschichte gelesen und kann vieles nachvollziehen. Ich beschäftige mich gedanklich schon seit 1 Jahr mit einer Trennung. Mir hat mal jemand gesagt, immer einen Schritt nach dem anderen machen. Genau, gedanklich habe ich mich schon mindestens 10 Mal getrennt, habe dann aber immer wieder einen Rückzieher gemacht. Du hast schon den übernächsten Schritt gemacht mit der Trennung.
    Ich hätte das auch schon durchziehen können, aber ich glaube, ich hätte genau wie Du, danach gezweifelt. Und ich glaube, wenn wir uns wirklich trennen, müssen wir auch jeglichen Kontakt zu dem Partner abbrechen, weil man sonst immer wieder hin- und hergerissen ist! Das muss man erst mal durchhalten!

    Auf jeden Fall finde ich, dass es Deine Entscheidung sein muss, ob Du wieder mit ihm zusammenlebst oder nicht. Und wenn es für Dich ok ist, dann soll es so sein! Ich denke, niemand hat Dir zu sagen, was Du tun musst, und ich glaube, dass einige Beiträge auch so gemeint waren, dass Du Dich nicht zu sehr einlullen lassen solltest.

    LG, Anesa

    Hallo,

    nein, ich denke immer noch an Trennung, setze mich deswegen aber nicht unter Druck. Im Moment ist die Situation nicht so schlimm, dass ich deswegen leide und es fällt mir schwer, jetzt zu sagen: Geh!
    Ich habe ihm auch schon öfter gesagt, dass ich davon ausgehe, dass ich irgendwann so weit bin. Und je mehr und öfter er betrunken ist, desto größer ist die Chance, dass es mir reicht!
    Obwohl ich mich natürlich auch ein bisschen freue, wenn er zeigt, dass es ihm nicht egal ist, bin ich trotzdem in den letzten 2 Monaten sehr distanziert. Ich lasse ihm Freiraum, selbst zu merken, was er will und mache mir auch nicht allzugroße Hoffnungen.
    Letztes Wochenende wollte er mit mir Essen gehen und ich habe nicht darauf reagiert. Er hatte Freitag wieder getrunken und ich konnte einfach nicht am Samstag so tun, als ob alles ok ist.

    Ich hoffe, dass die Therapie mir da auch ein bisschen weiterhilft.

    Gruss, Anesa

    Hallo Rosa Li,

    hast Du denn schon etwas Positives erlebt? Merkst Du schon eine Veränderung bei Dir?
    Ich merke das bei mir schon. Im Vergleich zum letzten Jahr geht es mir eigentlich gut. Letztes Jahr stand bei mir noch im Vordergrund "ihm" helfen zu wollen, jetzt mir helfen zu wollen! Es gibt natürlich immer noch Situationen, in denen mein "Helferinstinkt" für ihn durchkommt, aber wenn er ablehnt, lasse ich es auch sein. Das finde ich sehr positiv!
    Und es geht mir erstaunlicherweise auch oft richtig gut, auch wenn er betrunken ist! Das hätte ich mir im letzten Jahr gar nicht vorstellen können!

    LG, Anesa

    Hallo,

    danke für Eure Rückmeldungen!

    Ja, kaltblut, ich überlege auch, wieviel Zeit ich mit ihm im nüchternen Zustand habe. Das sind fast nur die Wochenenden, habe also heute und morgen Ruhe. Dann wird es wieder losgehen. In der Woche fühle ich mich wie ein Single, der einen Menschen zuhause hat, der eigentlich nur stört, auf den man vielleicht auch noch aufpassen muss.

    Ja, ich denke auch, dass die Co-Abhängigkeit schon vor dem Alkoholproblem besteht und durch das Problem vielen erst bewusst wird. Ich hätte am Anfang unserer Beziehung nie gedacht, dass ich mal so abhängig von jemandem sein werde.

    Gruss, Anesa

    Hallo,
    man, ist das alles anstrengend! Ich ärger mich über mich selbst, dass ich meine Entscheidung noch nicht durchziehen kann! An den Tagen, wo mein Mann getrunken hat, denke ich, ich will nicht mehr mit ihm zusammen sein! Mach mir Gedanken, wie ich das alles regeln muss. Soll ich erst die Scheidung beantragen und ihn dann "rauswerfen"? Ich hab keine Ahnung...

    An den Tagen, wo er nüchtern ist, mag ich darüber nicht mehr nachdenken, hab das Gefühl, dass ich verschnaufen kann, bleibe aber auch etwas auf Distanz, weil ich nicht von Abscheu auf Innigkeit umschwenken kann, dazu ist einfach alles zu viel gewesen. Und an diesen Tagen tut er immer, als ob er sich selbst nicht versteht. Wir haben auch schon darüber gesprochen, er versteht mich, dass ich so nicht leben möchte. Aber er sagt auch, er kann im Moment keine Entscheidung treffen.

    Das musste ich mal loswerden.

    Gruss, Anesa

    Hallo,

    also Ihr habt wahrscheinlich mehr Erfahrung, vor allem Du, Gotti.
    Aber den Tipp mit dem Ignorieren und sich abgrenzen habe ich von der Suchtberatung. Wie soll man es denn sonst schaffen, sich gefühlsmässig zu distanzieren? Ich glaube die wenigsten schaffen eine Trennung von heute auf morgen. Und hier wird immer wieder gesagt, man sollte etwas für sich tun. Wie ist denn das gemeint?

    Wie hast Du Dich denn verhalten, Gotti, bevor Du ihm Deine Entscheidung gesagt hast? Hast Du Dich mit ihm unterhalten, wenn er getrunken hat?

    Gruss, Anesa

    Hallo Aschenputtel,

    ich habe wahrscheinlich Glück, dass mein Mann sich auch meistens zurückzieht, wenn er trinkt (er versucht es auch oft heimlich zu tun und denkt dann, ich merks nicht). Ausserdem ist er Raucher und auch noch Internet-süchtig und sitzt sowieso meistens in einem Extra-Zimmer, kommt oft nur raus zum Bier holen oder weil er zur Toilette muss.
    Durch mein Verhalten hat er glaube ich auch gemerkt, dass er mich in Ruhe lassen sollte, weil von mir ja sonst auch oft Bemerkungen über sein Trinken gekommen sind, die ihn natürlich auch immer total nerven!
    Und ich habe ihm im nüchternen Zustand auch ganz klar gesagt, wenn Du trinkst, bin ich nicht für dich da! Dann mag ich dich nicht, weil Du nicht der bist, den ich liebe!
    Ich habe auch schon mal daran gedacht, mich vollaufen zu lassen, um ihm zu zeigen, wie schlimm das ist! Das müsste man aber auch über einen längeren Zeitraum machen, weil wir ja auch nicht bei einem Besäufnis leiden. Aber ich glaube, das bringt auch überhaupt nichts, ausser dass man dann selbst auch noch alkoholkrank wird!

    Gibt er auch Dein Geld aus fürs Trinken? Oder habt Ihr getrennte Kassen?

    Gruss, Anesa

    Hallo Aschenputtel,

    leider kann ich Dir jetzt keine "praktische"Anleitung geben. Bei mir ist es so, dass es mir im Winter 2008/2009 anfing, schlecht zu gehen wegen des Trinkens. Es war sehr schlimm für mich. Ich hatte schon damals das Gefühl, ich muss mich trennen von ihm, weil ich so nicht leben kann und will! Mit dieser Entscheidung ging es mir aber oft noch schlechter! Dann habe ich langsam angefangen, mich über das Thema zu informieren und mir Rat zu holen. Erst im Dezember 2009 habe ich dieses Forum entdeckt und viel gelesen. Zuerst war es für mich ein Schock, dass ich für ihn wirklich gar nichts tun kann, nur für mich! Ich wollte doch immer, dass alles wieder gut wird! Von dem Gedanken versuche ich mich zu verabschieden.
    In dieser ganzen Zeit hatte mein Mann mehrere Phasen: Trinken, viel Trinken, bis er soweit war, dass es ihm richtig schlecht ging, von Übergeben bis Weinen und sonstwas! Und dann auch mal wieder gar nichts Trinken. Dann dachte er wieder, ach, ich hab ja kein Problem! Es geht ja auch ohne .... Dann ging es wieder langsam los. Letzte Woche hatte er wieder die Trinkphase, wo ihm alles egal war. Am Freitag hatte er dann wieder ein totales Tief, in dem er mich angebettelt hat um Hilfe! Und ich Idiot habe versucht, ihn zu trösten! Da wurde mir von einigen hier im Forum geraten, das nicht zu tun, weil man mit einem Betrunkenen einfach nicht vernünftig reden kann. Recht hatten sie!!! Da hat er wieder gemerkt, ups, ich hab vielleicht doch ein Problem...
    Also, ich habe durch die Hilfen hier im Forum und bei der Suchtberatung einiges geändert. Wenn er betrunken ist, lasse ich ihn meistens links liegen. An den Tagen ist er für mich nicht vorhanden. Ich versuche, ihm aus dem Weg zu gehen. Dann muss ich mir das Elend nicht ansehen. Und ich versuche mich von ihm gefühlsmässig zu distanzieren, was mir auch nach und nach immer leichter fällt, weil er mir als Betrunkener überhaupt nicht gefällt! Dann mache ich Sachen, die ich mag, eine schöne DVD kucken, lesen, entspannen, mit Freundinnen telefonieren.

    Ich denke, jeder, der hier in dem Forum liest und schreibt, kommt seiner Zufriedenheit ein Stück näher!

    Ich hoffe, das war nicht zu viel Text!

    LG, Anesa

    Hallo Aschenputtel,
    ich glaube ich bin in einer ähnlichen Situation, dem gleichen Stand wie Du. Mein Mann trinkt auch regelmässig, ab und zu auch zu viel, kann aber auch mal 4 Wochen ohne Alkohol auskommen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob er schon Alkoholiker ist. Er weiss es selber auch nicht, hat aber eine Therapie angefangen, weil er gemerkt hat, dass auf jeden Fall bei ihm was nicht stimmt.

    Was ich aber hier im Forum und auch schon durch eine Therapie gelernt habe ist, dass man versuchen sollte, sich nicht total abhängig von dem Pegel des Partners beeinflussen zu lassen. Das dauert natürlich, bei dem einen länger, bei dem anderen kürzer. Also auch wenn er trinkt oder betrunken ist, sich deswegen nicht schlecht zu fühlen, sondern die Einstellung zu bekommen, ich kann trotzdem etwas machen, was ich mag.
    Bis vor kurzem ging es mir total schlecht, wenn mein Mann getrunken hat und ich sass im Wohnzimmer wie gelähmt, völlig unfähig, irgendetwas zu tun. Nichts konnte mich von meiner schlechten Stimmung ablenken.

    Ich weiss, es ist leichter gesagt als getan. Aber wenn Du Dir vielleicht auch noch für Dich Hilfe suchst, geht es Dir hoffentlich auch besser mit der Situation und Du kannst erkennen, was Du möchtest.

    LG, Anesa

    Hallo Shiva

    ich kenne Deine Geschichte leider nicht. Trinken Deine Eltern beide?
    Ich bin nicht hier, weil mein Vater wohl auch ein Alkoholproblem hat, sondern wegen meines Mannes.

    Aber den Druck, dass man ja gefälligst verantwortlich für die Eltern ist, kenne ich sehr gut! Die haben dich ja großgezogen und jetzt musst du für sie da sein. Das höre ich seit Jahren immer wieder, auch von Menschen, die ich mag! Meine Mutter ist auch Meisterin im Leiden! Gut, sie ist auch wirklich nicht gesund, aber ich kann da sowieso nichts machen. Ich muss ja auch arbeiten, um meinen Lebensunterhalt zu bezahlen. Meine Mutter kann z. B. auch gut so hinterhältige Andeutungen machen, wie "also die ......., die würde ja sofort zum Fensterputzen kommen, wenn ich sie darum bitten würde". Ja, soll sie doch!

    Als mein Vater mal für ein paar Tage im Krankenhaus war, meinte eine Bekannte zu mir, bist du nicht zu deiner Mutter in der Zeit hingezogen? Hääh? Zuerst dachte ich, scheisse, das muss man machen? Dann dachte ich, wieso, bin ich der Babysitter für meine Mutter? Die ist ja wohl genauso erwachsen wie ich!

    Deswegen war ich einige Zeit in Therapie. Genau wegen dieser Schuldgefühle! Die sind zwar nicht ganz weg, aber ich habe nach und nach eingesehen, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist, es sei denn, es handelt sich um Minderjährige! Wo soll das sonst hinführen, darf ich nicht mein eigenes Leben führen, wenn die Eltern noch leben?!

    Und mal ganz ehrlich, dass Leute über andere tratschen, wird es immer geben! Da kannst Du Dir ein Bein ausreissen und sonstwas, irgendetwas finden die immer! Meistens stellt sich raus, dass die, die am meisten "tratschen" selbst Leichen im Keller haben. Da ist auch nicht alles so toll, meistens wollen sie von sich selbst ablenken!

    Denk Dir einfach, wenn Dir diese Nachbarn begegnen, das muss einen Grund haben, auf anderen rumzuhacken! Ich weiss, leichter gesagt, als getan!

    LG, Anesa

    Hallo Fliegender Stern,
    heute geht es mir eigentlich gut. Es hat mir sehr geholfen, gestern darüber schreiben zu können und Antworten zu bekommen. Vielen Dank an Dich und an I'm Off!!

    Ich merke immer wieder, dass es mir sehr hilft, Erfahrungen von anderen Betroffenen zu lesen. Dann weiss ich wieder, woran ich bin. Ich rede mit diesen Problemen auch mit einer Freundin und einer Cousine, aber die haben natürlich keine Erfahrung und mir auch schon falsche Tipps gegegen, wie ich hier erst festgestellt habe. Aber woher sollten sie es auch wissen!

    Ich habe mit meinem Mann heute auch schon darüber geredet. Ja, er weiss alles noch genau! Und er sagt auch heute, dass er nicht weiss, was er machen soll und irgendwie auf eine Entscheidung von mir hofft. Ich habe ihm gesagt, dass es mich total wütend macht, weil er sich einerseits nichts sagen lassen will, er macht ja was er will, und andererseits doch wieder Hife von mir erwartet! Das ist so unfair von ihm!
    Ich habe ihm dann wieder gesagt, geh doch am Mittwoch mal zu den AA, da kannst du dir mal anhören, was andere so erzählen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er feststellen wird, dass einige genau seine Geschichte erzählen (hoffe ich)! Er glaubt ja immer noch, er ist der einzige, dem es so geht und er wäre ja nicht normal. Er hat mich gefragt, wo es ist und will auch hingehen. Ich warte mal ab.

    Trotzdem habe ich immer stärker das Gefühl, dass eine Trennung für uns das beste wäre. Ich glaube, wir tun uns gegenseitig nicht gut. Ich möchte nur keine Trennung mit Streit und Vorwürfen!

    Und wie geht es Euch, Fliegender Stern und I'm Off?

    LG, Anesa :D:D:D:D:D

    Hallo Fliegender Stern,
    ja, ich denke schon seit einem Jahr an Trennung. Ich versuche mich mit dem Gedanken anzufreunden, im letzten Jahr habe ich deswegen nächtelang geheult, jetzt gibt es Momente, in denen ich denke: das ist deine Chance! Ist nur leider noch kein Dauerzustand, wie man heute wieder sieht!

    Wir sind 13 Jahre verheiratet. Als wir uns kennenlernten, hat er, genau wie ich, nur ab und zu getrunken. Es gab keinen Grund zu denken, dass er ein Problem hat. Vor einigen Jahren hat er angefangen, fast jeden Tag Bier zu trinken, es wurde mehr und mehr und irgendwann kam dann ab und zu noch Schnaps dazu. Von der Menge her trinkt er eigentlich nicht sehr viel, aber er kann auch nicht viel ab und das reicht schon!

    Ja, ich bekomme auch teilweise Wut auf ihn, weil er einerseits sagt, er läßt sich von niemandem etwas sagen und andererseits von mir Entscheidungen erwartet und Hilfe. Das ist aber erst in den letzten 2 Monaten so. Vorher habe ich immer total gelitten, wenn er getrunken hat, habe mich gefragt, warum. Jetzt ist es mir meistens egal, warum. Er findet immer einen Grund.
    Ich glaube, deswegen hatte ich heute auch kurz so einen Lachreiz, als ich ihn so gesehen habe. Da fragt man sich wirklich, was ist das für ein Waschlappen? Ich bin wirklich keine dominante Frau, ich lasse mir auch viel gefallen, kann schlecht nein sagen. Das lerne ich erst in der letzten Zeit, auch wegen meiner Eltern (ebenfalls als einzige Tochter DAS schlechte Gewissen).
    Ich gehe jetzt auch zu einer Einzeltherapie, die mir von der Suchtberatung empfohlen wurde und dafür bin ich sehr dankbar!

    Gruss, Anesa

    Hallo I`m Off,
    ja ich habe von Dir auch schon einiges gelesen. Du hast es auch nicht leicht! Ich habe schon mal geschrieben, dass ich heilfroh bin, keine Kinder zu haben. Da den Absprung zu schaffen, ist ja noch schlimmer! Aber viele haben es ja schon geschafft! Du schaffst das bestimmt auch!

    Bei mir ist es so, dass ich meinen Mann rauswerfen müsste, weil der Mietvertrag auf meinen Namen läuft und ehrlich gesagt, sehe ich auch gar nicht ein, dass ich den ganzen Aufwand betreiben muss. Schließlich ist er dabei, sich für den Alkohol gegen eine Beziehung mit mir zu entscheiden! Wenn da nur nicht das schlechte Gewissen wäre! Das haben meine Eltern mir schön eingebrockt! Frau ist ja immer irgendwie für alles verantwortlich (wie z.B. ich soll entscheiden, wohin er gehen soll :shock:

    LG, Anesa

    Hallo,
    doch, er erinnert sich am nächsten Tag daran, sagt aber, so schlimm ist es ja gar nicht. Obwohl er auch schon einige Male gesagt hat, dass er nicht sicher ist, ob es besser wäre sich zu trennen. Aber er könnte das nicht entscheiden.

    Ich fühle mich in dieser Situation, wenn er weint, ein bisschen wie die Mutter, die ihrem Kind sagen muss, was es zu tun hat. Es macht mich natürlich auch traurig, zu sehen, dass es ihm so schlecht geht. Ich denke aber, dass das vom Alkohol kommt. Und in solchen Situationen, in denen es ihm richtig schlecht ging, habe ich ihm einige Sachen gesagt, die er machen könnte und die hat er dann auch wirklich gemacht (z. B. zum Therapeuten gehen). Ich hatte ein paar Mal das Gefühl, dass ich erst dann wirklich an ihn rangekommen bin.
    Wenn er nüchtern ist, sieht er alles nicht mehr so. Da sagt er dann, es ist alles ok bei ihm. Aber wenn ich ihn dann daran erinnere, lenkt er ein.

    Da er am Wochenende oft später schlafen geht als ich, habe ich auch oft Angst, dass irgendetwas passieren kann, z. B. dass er mit der Zigarette einschläft. Ich habe deswegen schon einen Rauchmelder angebracht, weil ich nicht auch noch Angst um mein Leben haben möchte. Ganz abgesehen davon, dass ich so etwas gar nicht erleben möchte.

    Das Schlimme ist auch, dass mein Mann oft sagt, ihm kann keiner helfen. Und ich sage ihm dann, was für Möglichkeiten er hat. Er kennt das alles überhaupt nicht, weil er nicht in Deutschland aufgewachsen ist. Und wer hier erzählt so etwas schon.

    Hat Dein Mann/Freund auch viel gejammert, wenn er getrunken hat? Bist Du noch mit ihm zusammen?

    LG, Anesa

    Hallo,

    nach einigen Tagen mit hin und her, nüchtern, betrunken, hat mein Mann heute wieder getrunken und ich hab gedacht, für heute habe ich ihn also mal wieder abgehakt. Gut. Als er dann bei mir saß, fing er plötzlich an zu weinen, er hätte zuviel getrunken und er weiss nicht, was er machen soll. Ich habe ihm dann gesagt, geh doch mal zu einer SHG, da wirst Du sehen, dass es noch viele gibt, denen es so geht. Dem hat er zugestimmt. Da habe ich auch gesagt, Du musst selber sehen, was Du für Dich tun kannst. Da wurde er ein bisschen böse und meinte, das hätte ich ja von der Beratung, ich soll nicht so einen Scheiß reden.
    Er meinte dann, er will weggehen, wo ihn keiner kennt. Ich soll ihm bitte bitte sagen, wohin er gehen soll. Da habe ich natürlich gesagt, dass ich ihm das nicht sagen kann und will! Er meinte, er würde mir nur weh tun, ich soll das entscheiden. Er hat mich angebettelt und geweint und ich habe gesagt, wir sollten darüber reden, wenn er nüchtern ist. An dem Punkt waren wir im letzten Jahr auch schon einige Male, nur dass ich heute teilweise kurz vorm Lachen war (Hysterie?).

    Ist ja schön, dass er merkt, was er tut, aber was soll ich mit diesem Selbstmitleid anfangen? Soll ich ihn dann auch einfach links liegen lassen?

    Ich hoffe auf Rückmeldungen!

    LG, Anesa

    Hallo,
    ja genau das kenne ich. Mein Mann denkt immer noch, er ist kein Alkoholiker. Er kann auch ein paar Tage ohne Alkohol auskommen. Für ihn ist ein Alkoholiker einer, der von morgens bis abends Alkohol braucht.
    Aber wenn er Schnaps trinkt, dann direkt aus der Flasche. Ich habe ihn gefragt, ob er das als normales Trinkverhalten sieht. Da musste er schon nachdenken.
    Mein Mann fängt jetzt gerade eine Therapie an. Ich habe keine Ahnung, ob die an seinem Trinkverhalten etwas ändert oder nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich ihm hier noch eine Chance geben könnte, denn diese Therapie hat er von sich aus angefangen, weil er schon merkt, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist.

    Vielleicht merkt Dein Freund auch, dass er Alkoholprobleme hat, wenn er in eine SHG geht? Vielleicht solltest Du mal abwarten, wie er danach dazu steht?

    Ich lese hier immer wieder, was tust du für dich. Ich denke ich tue viel für mich, habe noch nie wirklich an meinem Mann wie eine Klette gehangen. Und Du schreibst, dass Du auch viel unternimmst.
    Da fragt man sich schon, was sollte man noch für sich tun?
    Das verstehe ich immer noch nicht so ganz.

    LG, Anesa

    Mein Rücken ist ok, danke.
    Also ich habe auf der Couch geschlafen, weil er schon früh ins Bett gegangen ist und ich mir dachte, in dem Zustand bringt es nichts, zu diskutieren. Heute morgen (er muss früher aufstehen als ich) kam er ins Wohnzimmer und fragte, ob ich jetzt ins Bett gehen will. Ich habe nein gesagt. Nach solchen Aktionen tuts ihm immer wieder leid, er entschuldigt sich auch immer. Aber was solls? Mir bringt das nichts.
    Ich muss wirklich sehen, dass ich mich da rausrette, bevor er anfängt, mich zu beschimpfen oder noch schlimmeres passiert.

    Ich habe mal eine Frage an alle:
    Ist es egal, wie ich mich dem trinkenden Partner gegenüber verhalte? Mir wurde in der offenen Sprechstunde von der Suchtberatung empfohlen, ihn zu ignorieren und Abstand zu halten. Ist das nicht eine Art Bestrafung? Es ist ja auch eine Krankheit, wird hier ja auch immer wieder deutlich gesagt.

    Gruss, Anesa