Beiträge von lavendel

    hallo sonnenmarie,

    heiße dich hier auch noch willkommen.

    ich denke auch, dass du gegen den alkohol verloren hast, dein freund das aber nie zugeben würde, dass der alk die beziehung zerstört hat. meist sind die argumente dann ja "sie war so schwierig, so zickig, sie hat mich nicht verstanden....." klar ist das leichter das so zu sehen, als sich ein problem einzugestehen.

    ich hab auch gegen den alkohol verloren, und weiss wie weh das tut. ich weiss aber auch, dass man nur durch völlige kontaktsperre nach und nach distanz bekommen kann, und irgendwann auch mal wieder entdecken, wie schön das leben sein kann, wenn dort nicht mehr der alkohol die hauptrolle spielt, sondern man selbst.

    wünsche dir viel kraft auf deinem weg.

    lieben gruß

    lavendel

    huhu, liebe dia,

    hui, dir gehts gut :shock:? na, deine nerven möchte ich haben :roll:, ich glaub ich wäre schon längst ausgerastet, und ich bewundere dich (immer wieder) für deinen langmut! aber letztlich ist das wahrscheinlich wirklich das einzige, was dich nicht auch noch wirr & irr werden lässt :wink:.

    ich wünsche dir sehr, dass diese unsägliche situation irgendwann bald ein ende hat, das ihr wieder in frieden in eurer mädels-wg leben könnt und nicht mehr mit mr. irgendwas.nur.nicht.vater.oder.partner zusammenleben müsst. ich stelle mir das nämlich ziemlich ätzend vor, wenn da keine liebe mehr ist und auch keine hoffnung - wofür will man dann noch jeden morgen in das ehemals so vertraute und jetzt so fremde gesicht sehen?

    drücke dich mal in die ferne!

    liebe grüße

    lavendel

    hallo marina,

    ich nochmal :wink:.

    Zitat

    Ihr habt schon recht mit dem Frieden schließen - ein Brief wäre sicher ne gute Idee...aber ich glaub nicht, dass sie ihn lesen oder gar verstehen würde - im Gegenteil, ich befürchte, dass da höchstens Vorwürfe zurück kämen, aber Null Verständnis...und dann hätte ich noch weniger Frieden als jetzt, wo ich anfange, mich mit der Situation abzufinden...ich wollte ja schon im Krankenhaus mit ihr Frieden schließen, ihr meine Situation erklären - und hab nur Vorwürfe und Unverständnis bekommen...i

    jetzt reite ich doch nochmal drauf rum 8).

    dass du verständnis bekommst für deine gedanken und gefühle, darauf solltest du garnicht erst bauen - das wäre allenfalls der fall, wenn deine mutter etwas einsehen würde, ihr etwas leid tun würde oder so. aber das ist ja nun aber scheinbar nicht der fall. ich glaube schon, dass es aber genau das ist, was man sich als kind wünscht: dass einen die eltern verstehen, und dann natürlich tierisch enttäuscht ist, wenn sie es nicht tun, schlimmer noch, dass wir es garnicht versuchen, weil wir wissen, dass wir uns ne abfuhr und damit schmerzen einhandeln.

    als mein vater erfahren hat, dass er alkoholbedingten leberkrebs hatte (da hatten wir schon lange keinen kontakt mehr), war sein erster impuls, mich enterben zu wollen, weil ich ja so eine undankbare tochter wäre. er hat mir nen brief geschrieben und von mir gefordert, ich solle beim notar ein pflichtteilsverzicht unterschreiben, er wolle alles dem örtlichen tierheim vermachen. mein erster impuls war "so ein a***", und ich weiss nicht woher ich den mut (und die frechheit) genommen habe, mich zu weigern. er ist dann zu einer aussprache in meine stadt gekommen, wollte mich überzeugen, es doch zu tun, und hat mich erstens gefragt, warum ich das nicht täte ("schmerzensgeld", hab ich gesagt 8)), und dann noch, was er mir denn eigentlich getan hätte, dass ich nichts von ihm wissen wolle :twisted:. ich hab dann alles auf den tisch gelegt, angefangen von schlägen, übers saufen, übers im stich lassen beim tod meines bruders, nicht gehaltene versprechen, dass er uns kinder meiner alki-mutter überlassen hat etcetc.... sein kommentar "ich entschuldige mich, aber so schlimm wars doch garnicht" :shock:.

    da hatte ich dann genau das, wovor du - glaube ich - angst hast: das unverständnis, dass man wie vor den kopf geschlagen davor steht und denkt "das kann doch jetzt nicht wahr sein, oder?". natürlich hat mich das in dem moment sehr getroffen, aber irgendwie hat es all das bestätigt, was ich eh schon wusste - und trotzdem bin ich heute soooooo froh, das ich es gesagt habe. hätte ich es nicht getan, würde ich jetzt vielleicht noch der illusion hinterherhängen, dass ja noch alles hätte gut werden können, wenn ich nur den mund aufgemacht hätte. das meine ich mit "frieden schliessen". nicht dass hinterher alles paletti ist, sondern dass ich nicht das gefühl hab, etwas versäumt zu haben, was ich nicht nachholen kann, wenn der andere nämlich nicht mehr da ist. verstehst du? ich hab alles getan, das war (mir) wichtiger als das resultat. und deshalb reite ich immer noch auf "frieden schließen" rum :wink:.

    bin ja gespannt, was du von deiner ersten stunde erzählst. ich fand die psychositzungen immer furchtbar anstrengend, und hab oft gedacht "das bringt doch nix", aber was es letztlich doch alles gebracht hat, das sehe ich jetzt, viele jahre später. wie ein samenkorn, das erstmal wachsen muss...

    und außerdem freue ich mich sehr für dich, das du einen so lieben partner hast!.

    sonnige grüße

    lavendel

    liebe marina,

    au weia, da hats dich aber erwischt :cry:, les dich jetzt erst, tut mir leid....

    eins zuallererst: du hast das einzig richtige getan, indem du gegangen bist!!!!!! ja, und dass es trotzdem weh tut? das ist halt so. die eltern sind die eltern, da kann man die gefühle nicht abstellen, denke ich. ich hab bei meinen eltern auch alles durch, von liebe zu hass zu mordphantasien, verachtung, abscheu, unverständnis, trauer, mitleid, alles. ich würde jetzt von mir auch sagen, dass ich keine tochtergefühle (mehr) habe. trotzdem: als mein vater gestorben ist, habe ich auch rotz und wasser geheult - und mich gleichzeitig über mich gewundert. aber es war halt doch der vater - das zum einen.

    zum anderen tippst du - denke ich - schon ganz richtig wenn du schreibst "was wäre aus mir geworden, wenn ich "normale" eltern gehabt hätte?" diese frage stelle ich mir auch oft. mit all meiner vorgeschichte hätte ich eigentlich entweder im selbstmord, in der klapse oder in drogen landen müssen - so hab ich nur ein bisschen einen an der klatsche :wink:, und das merkt auch erstmal keiner :lol:, hoffe ich zumindest 8). da denke ich, was wäre da (noch) für ein potenzial gewesen... aber was solls, ich bin wie ich bin und find mich ganz ok, und das zurückschauen bringt mich nicht weiter.

    einen satz von summerdream möchte ich allerdings ganz besonders betonen:

    Zitat

    aber angenommen deine mutter schafft es nicht, wäre es meiner meinung nach wichtig dass ihr noch frieden schließen könnt. nicht für deine mutter sondern für dich.

    das denke ich auch. und wenn du ihr einen brief schreibst. ich stelle es mir furchtbar vor wenn ein elternteil stirbt und man hat das gefühl, man hat nicht gesagt, was man noch hätte sagen wollen. ich hatte auch mit meinem vater vor seinem tod lange keinen kontakt, und dann erst wieder ein knappes halbes jahr, bevor er gestorben ist. der kontakt war nicht liebevoll, aber er war friedlich, und darüber bin ich sooooo froh. also: versuch es für dich. nicht für deine mutter, da sie ja sowieso scheinbar nichts mehr richtig mitbekommt. nur für dich und deinen inneren frieden.

    ach mensch dur arme, würd dich jetzt einfach gerne mal in den arnm nehmen - und tue das hiermit virtuell.

    ganz lieben gruß

    lavendel

    Zitat von Diandra

    und einige verzeihen mir hoffentlich, dass ich mich mal wieder von "allem" und "jedem" abgeschottet habe :shock: manchmal bin ich einfach nur unmöglich ... tztztz

    stümmt, datt kann ich nur unterscheiben: uuuuuuuunmöglich!!!!!!!!!! :lol::lol::lol:8)

    schön, dass es keine katastrophen gab, und ich würd mich freuen, wieder öfter von dir zu lesen :wink:.

    lieben gruß

    lavendel

    liebe nelly,

    Zitat

    Was sagt ihr, übertreibe ich wirklich und mache einen normalen Geschwisterstreit zu einer größeren Sache, weil ich mich hervortun will, oder – ja, ich möchte nicht fragen, „oder habe ich Recht?“, denn es geht mir nicht darum, Recht zu haben, sondern ich möchte nicht mehr als übertriebene Problemaufbauscherin da stehen!

    nein, du übertreibst nicht. ich hab gedacht ich spinne, als ich deine geschichte gelesen hab!!!! sagamal, warum hast du eigentlich überhaupt noch kontakt? ich wür kein wort mehr mit meinem bruder reden! ich finde das absolut menschenverachtend, wie er dich beschimpft, und das hat überhaupt nichts mehr mit normalem geschwisterstreit zu tun! wen jemand so etwas auch nur einmal zu mir sagen würde, wäre der ein für alle mal für mich gestorben! lass dir das nicht gefallen! geh.

    ich drück dich mal.

    lavendel

    hallo bellaisla,

    auch von mir noch ein herzliches willkommen hier im "club".

    wie dir alle anderen schon geschrieben haben:

    Zitat

    du bist nicht schuld, und du hättest nichts können.

    alkoholiker werden nur dann aufhören zu trinken, wenn sie es selbst wollen - und dafür brauchen sie ihren tiefpunkt. der kann körperlicher natur sein, ein völliger zusammenbruch etwa, oder sozialer - die familie lässt sie fallen, oder sie verlieren ihren arbeitsplatz. ohne diesen "tiefpunkt" klappt es in der regel nicht, und deine mutter ist - brutal gesprochen - gestorben, ehe sie ihn erreicht hat. es ist schwer zu akzeptieren, und noch schwerer, damit seinen frieden zu machen, aber letztlich musst du das irgendwann, sonst gehst du daran kaputt.

    einige spätfolgen spürst du ja jetzt schon: perfektionismus und funktionieren. scheint ein spezielles merkmal von alki-kindern zu sein - ich hab das auch :wink:. das ist an sich ja im täglichen leben ja nicht so schlecht, aber wenn man sich damit irgendwann selbst schadet, sollte man schon mal hinsehen und versuchen, es auch bewusst anders zu machen, mal fünfe gerade sein zu lassen zum beispiel.

    kann dir nur wünschen, dass du irgendwann für dich akzeptieren kannst, dass deine mutter ihren weg gegangen ist, auf den du keinen einfluss gehabt hättest, und dass es gut ist, dass du dein leben lebst. im übrigen ist auch dein vater für seins selbst verantwortlich!

    lieben gruß

    lavendel

    hallo nelly,

    willkommen zurück!

    na prima, dann geht es bei euch ja wieder rund :(. ich kenne solche situationen auch und hab dann immer gehofft, dass es ganz schnell eskaliert, damit meine mutter schneller ins krankenhaus kommt. hört sich vielleicht jetzt doof an, aber es war so, denn die hoffnung, dass sie es irgendwann "einfach so" schafft, die gab es schon lange nicht mehr.

    hoffe, dass dein urlaubsgefühl trotz allem noch ein bisschen anhält!

    lieben gruß

    lavendel

    hallo ms,

    willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast.

    hab mal deinen anfangssthreat im vorstellungsbereich gelesen :roll:.

    ich glaube, du hast noch einen weiten weg vor dir - und vielleicht - wenn du magst - können wir dich darauf begleiten. ich schreib dir jetzt mal von mir um dir zu zeigen, dass sich die geschichten sooooo gleichen, und dass deshalb sehr wohl auch andere - die dich nicht kennen, aber auf ihren weg schon ein bisschen weiter sind - sehr wohl beurteilen können, wie es dir geht.

    ich bin erwachsene tochter von alkoholiker-eltern, beruflich recht erfolgreich, bin nach aussen immer die starke und der clown, habe ein geregeltes soziales umfeld und kein mensch, der mich neu kennenlernt, käme auf den gedanken, dass da was nicht stimmt(e).

    dass meine eltern trinken, hab ich schon als kind mitbekommen. das ganze wurde immer schlimmer, mit entziehungen, zwangseinweisungen, psychiatrie.... mit 18 bin ich ausgezogen, zum studium. ich hab mich immer und immer noch für meine eltern verantwortlich gefühlt, und meine umwelt (als das waren verwandte) haben mir immer weiter eingeredet, ich müsse mich doch kümmerm, sei schliesslich die tochter, was sie eltern nicht alles für mich getan hätten, blablabla. das ist bei mir alles auf fruchtbaren boden gefallen, ich wollte doch keine rabentochter sein, wollte doch geliebt werden. hab mir sogar den schuh angezogen, meine eltern würden trinken, weil ich nicht lieb sei :roll:. geredet hab ich damals mit niemandem, ich hab mich geschämt, wollte nicht, dass es rauskommt, nach aussen wurde immer auf "heile welt" gemacht und ich hatte eine heidenangst vor streit und stress wenn rausgekommen wäre, dass ich irgendwo den mund aufgemacht hätte.

    mit mitte zwanzig erst habe ich den ersten absprung (psychisch) geschafft. ich habe meiner mutter in einem brief erklärt, sie gehe über mene kraft und ich wolle keinen kontakt mehr, wenn sie trinkt. ich habe sie damals auch nicht zu meiner hochzeit eingeladen, weil ich angst hatte, sie würde im besoffenen kopp mein fest sprengen. da war ich dann für den rest der verwandtschaft gestorben.

    ihr terror ging weiter, über anrufe mit selbstmorddrohungen und schuldeinreden "was habe ich alles für dich getan". ich habe mir dann psychologische hilfe gesucht, anlass war ein anderer, aber natürlich kam auch das thema eltern und alk auf den tisch. psychopharmaka übrigens nicht, vor denen du solche angst hast! und da hab ich bauklötze gestaunt. und ganz langsam gelernt, mich von meinen schuldgefühlen zu befreien, aber wirklich gaaaaaanz langsam. man wirft nicht so einfach über bord "du sollst deine eltern lieben", das ist schon klar. aber irgendwann dann habe ich es über bord geworfen. habe den kontakt mit meinem vater abgebrochen, der nach dem selbstmord meines bruder ("wir haben doch immer alles für euch kinder getan :roll:") versucht hat mich in die pflicht zu nehen mit all seinem selbstmitleid und seinen vorwürfen, ICH müsse mich jetzt kümmern um ihn, IHM ginge es doch so schlecht ich sei doch das einzige, was er jetzt noch habe.

    kurz vor seinem krebstod (leberkrebs in folge von leberzirrhose in folge des saufens) haben wir wieder miteinander gesprochen. darüber bin ich froh, ganz egoistisch für mich. schuldgefühle habe ich nicht (mehr). schuldgefühle habe ich auch meiner mutter gegenüber nicht (mehr). es ist ihr leben, ihre entscheidung, theoretisch weiss sie, was das saufen bedeutet, also muss sie auch die praktischen folgen ausbaden - allein.

    zu der frage nach den hilfsangeboten: da hilft dir alles lamentieren nicht, dass alkis mehr geholfen wird als angehörigen. du musst für dich gucken, und ich kann für mich sagen, dass ich all die hilfe bekommen habe, die ich gebraucht habe. hier das forum war eins davon, dann bin ich in eine shg des kreuzbundes gegangen, das ist eine gemischte gruppe von alkis und angehörigen. dort habe ich noch einmal viel aus der sicht von alkis gehört, und mir hat das enorm geholfen, in frieden mit meinen eltern sein zu können. die alkis haben mir sehr geholfen, viele muster zu durchschauen, und auch zu akzeptieren, dass das einzige, was ich tun kann ist, mich um mich zu kümmern. weisst du, was mir auch viele gesagt haben: wenn meine familie mich nicht hätte fallen lassen, wäre ich nie trocken geworden. mir hat das sehr geholfen. und zu deinem einwand, wenn dich da jemand kennt? was kratzt dich das? du bist doch so stark :wink:. ohne scherz: ich hatte davor auch bammel, aber letztlich wars mir dann auch egal. ich bin ich, und wer mich so nicht mag, oder mich über meine eltern richtet, hat halt pech gehabt, es ist mir mittlerweile gelinde gesagt schnurz.

    eine weitere hilfe waren mir seelsorgegespräche mit meinem pfarrer, und als ich einmal das gefühl hatte kurz vorm durchdrehen zu stehen, bin ich zu meiner hausärztin gerannt, die hat binnen vier tagen :!: einen "kriseninterventionstermin" bei einer therapeutin arrangiert.

    so, das war ein langer sermon.

    was ich dir damit sagen will: du bist nicht allein, du bist völlig "normal", du musst nicht stark sein, und du kannst sehr wohl zu einem freien, selbstbestimmten leben ohne schuldgefühle kommen - aber das bedeutet arbeit, jahrlang. aber irgendwann hat es sich gelohnt :wink:.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo charlotta,

    ich war in einer shg, schreibe hier im forum und habe mit meinen freundinnen gesprochen. mein ex war darüber stinkesauer, hat mir indiskretion, geschwätzigkeit, was weiss ich vorgeworfen, war mir aber egal. ich brauchte das für mich, ich wäre sonst erstickt und hätte mich immer weiter kleinhalten lassen. so habe ich mir rückendeckung geholt und stärkung.

    und nochwas war mir in dem zusammenhangg ganz wichtig: in gewisser weise hab ich mich damit selbst unter druck gesetzt, etwas zu ändern. ich kann meiner freundin fünfmal vorheulen, wie furchtbar das alles ist, beim sechsten mal sagt sie mir "tu was, oder halt die klappe", etwas überspitzt formuliert. das hat mir auch geholfen, konsequent weiterzugehen.

    mit seiner familie und gemeinsamen freunden hab ich nicht gesprochne, das war sein ding, fand ich. da geht es mich auch nichts an, ob er offen ist oder nicht, seine sache. aber nachdem ich für mich beschlossen hatte, dass es so nicht mehr weitergeht, gab es eh keine gemeinsamen sozialkontakte mehr, sodass ich auch nicht in erklärungsnot kam.

    gruß

    lavendel

    lieber kaltblut,

    ich freue mich für dich, auch wenn du dich momentan (noch) nicht freust.

    ich hatte die ganze zeit ein ganz blödes gefühl, bei dem wiedereinzug bei dir, dass sofort wieder alle deine gedanken um sie kreisten, dass du sofort wieder gelitten hast und all deine guten ansätze für sie über bord geschmissen hast, bei deinem überschwang der gefühle und ihrer kaltschnäutzigkeit - und ich hab es so kommen sehn.

    ich bin froh, dass es so schnell gekommen ist, und du dich nicht weitere wochen und monate in träumen verlieren kannst, die für meine begriffe schon ganz lange nur noch blasen waren.

    so, lieber kaltblut, jetzt kram deine guten ansätze wieder raus (musik, gesundes essen, freiheit, motorrad....), besinn dich auf deine stärke und deinen wert - beides hast du nämlich - und versuch zu sehen, welche möglichkeiten dir jetzt offenstehen - ein eigenes, freies, selbstbestimmtes leben.

    ich weiss, dass du mich für bekloppt hälst in der momentanen situation - ich hätte auch im september letzten jahres jeden, der meine trennung von meiner großen liebe so kommentiert hätte - für bekloppt gehalten. aber ich WEISS jetzt, was man gewinnen kann, wenn zwar die große liebe wegfällt, aber ganz langsam wieder das eigene ich auftaucht, sich wiederfindet, schüttelt, erstaunt herumschaut und langsam wieder anfängt zu wachsen. das ist schön - und um nichts in der welt würde ich in alte zwänge und hochspannungen zurückwollen.

    lieben gruß

    lavendel

    liebe skye,

    das tut mir sehr leid für dich. ich kann mich gut in dich reinfühlen, gerade in die aufzählung "ich habe keine lust mehr...". diese arie hab ich vor nicht allzu langer zeit wegen meines ex-freundes gesungen, deshalb ist sie mir noch sehr nah, und vor langer zeit hab ich sie auf meine mutter gesungen.

    bei ihr hab ich es mittlerweile geschafft, auf durchzug zu schalten. manchmal am telefon versucht sie es immer noch, wie schlecht und böse alle anderen, wie arm sie selbst. ich werde dann ganz schnell ganz einsilbig, sage nur noch desinterssiert "hm", oder dass ich was zu tun habe. früher hab ich versucht mit ihr über ihre sitaution zu reden, und über lösungsmöglichkeiten. das hat mich auch immer furchtbar frustriert, weil ich im prinzip gegen eine wand geredet hab. seitdem ich das nicht mehr tue, ist es besser. sie weiss doch sowieso alles besser, und hat auf alles eine antwort. also warum noch reden? das gleiche beim erzählen über sich selbst.

    es ist sehr merkwürdig, so zu fühlen, aber ich fühle eigentlich garnichts mehr für meine mutter, auch nichts gegen sie. sie ist mir fremd geworden. und damit ein stück gleichgültig. ich weiss nicht, wie es wäre, wenn sie jetzt stirbt, sicher schlimm, trotz allem, aber wenn ich an sie denke, ist da nix mehr: keine freude, keine hoffnung, keine erwartung, einfach nix. das hat sie in jahrelanger kleinarbeit kaputt gemacht, und zwar nicht in erster linie mit dem trinken, sondern mit solchen arien, wie du sie erzählst. die natürlich eine folge des trinkens sind, ich weiss. aber ich hab das schon öfter geschrieben: wenn ich früher mal das gefühl gehabt hätte, dass sie ernsthaft hätte trocken werden wollen, dann hätte ich ihr wahrscheinlich auch den zwanzigsten rückfall verziehen. hatte ich aber nicht, also war alles reden darum witzlos. worüber reden? es gab keine basis für ein gespräch. weil es keine ehrlichkeit und kein vertrauen mehr gab.

    auf der einen seite ist das traurig, auf der anderen seite geht es mir aber besser damit. solange ich noch hoffnung hatte, war jeder rückschlag furchtbar schlimm, hat mich tagelang beschäftigt, mitgenommen, beeinträchtigt. mich die gute laune gekostet, wie du auch bei dir schreibst. entäuschte hoffnung, immer wieder. jetzt hoffe ich auf nix mehr, und werde also auch nicht mehr enttäuscht. es trifft nicht mehr tief. immerhin. vielleicht kommst auch du da einmal hin? ich wünsche es dir.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo katrin,

    schön, dass du ein bisschen abstand bekommst und klare grenzen setzt!

    ich find es auch klasse, dass du das mit asd so konkret geschrieben hast, gibt sicher viele, die diese möglichkeit nicht kennen und denen solch ein hinweis hilft.

    gruß

    lavendel

    hallo nele,

    spedi bringt es auf den punkt. es geht hier um euch, und wie ihr ein gutes leben finden könnt, und das werdet ihr an der seite eines trinkenden partners nie haben.

    ich hab ganz lange wie ihr rumgemacht, bücher gelesen, hier im forum, bin in eine shg gegangen (kreuzbund) und hab über monate nur von meinem freund geredet. alle haben sie mir immer wieder versucht einzubleuen "es geht um dich" und ich hab mich immer weiter daran festgeklammert "aber ich will mit ihm, und wenn er trocken wird....". verschenkte zeit, das sehe ich jetzt. naja, vielleicht nicht wirklich verschenkt, ich brauchte sie halt um zu erkennen, dass dieser weg nicht weiterführt. ich zermarterte mir den kopf und litt, und er erklärte mich für bekloppt "überspitzt, übertrieben, ich bin kein alki, ich kann auch ohne, du treibst mich dazu....".

    im sommer letzten jahres ist mir der kragen geplatzt, und ich hab systematisch angefangen, für mich zu leben. mich wichtig zu nehmen, freundschaften alleine zu pflegen, zu hören, was ich will, was mir gut tut. mit diesem beginn habe ich gemerkt, dass sich auch in mir etwas verändert hat. ich wurde fröhlicher, ein bisschen selbstbewusster, und so nach und nach habe ich den schrecken verloren, ihn zu verlieren. bis zur trennung hat es dann immer noch gebraucht, aber jetzt bin ich seit drei monaten endgültig alleine - und es geht. es ist nicht schön, aber es ist um klassen besser als alles, was ich in den letzten zwei jahren hatte. natürlich trauere ich ihm immer noch mal hinterher, aber wenn ich den kopf an- und die gefühle ausschalte ist ist mir sowas von sonnenklar, dass es so kommen musste - damit ich überlebe. es gab kein dazwischen, und solange der andere seine krankheit nicht einsieht und etwas dagegen unterneimmt, solange werden wir leiden - und glaubt mir, es wird immer schlimmer.

    ich kann dich, nele, nur bestärken, dein leben zu leben, für dich. vielleicht rüttelst du deinen partner damit auf - vielleicht auch nicht. aber das ist zweitrangig. es geht um dich.

    wünsche dir viel kraft.

    lieben gruß

    lavendel

    liebe mita,

    klasse! endlich! ich freue mich sehr für dich, dass du nun doch ausgezogen bist! natürlich wird dich das trinken deines vater trotzdem verfolgen, aber du kannst trotzdem sehr viel besser distanz wahren, du hast die situation eben einfach nicht mehr ständig vor augen. und notfalls kannst du - zum beispiel, wenn prüfungen anstehen - auch das telefon ausstecken, um dich zu schützen.

    wünsche dir alles gute auf deinem weg!

    lieben gruß

    lavendel

    hallo innocent,

    ich hab auch immer gedacht "heute ist ein schlechter tag zum gehen". um aus dieser bredouille rauszukommen hab ich folgenden weg beschritten: ich hab eine ganz klare ansage gemacht: "ich will und ich werde so mit dir nicht weiterleben, alkohol und mich kannst du nicht gleichzeitig haben, ich gehe daran kaputt. überleg dir, was dir wichtiger ist, bis zum tag X (ich hatte ihm 10 wochen gegeben) will ich schritte von dir sehen und ein bekenntnis, dass du künftig ohne alkohol leben willst." ansonsten ist schluss.

    ich fand das eine "elegante" lösung, mit der ich auch meinem gewissen gegenüber gut leben konnte/kann: er wusste, was passieren würde, er alleine hatte es in der hand, und mit 10 wochen hatte er genügend zeit, etwas anzuleiern. es hat nicht funktioniert, aber ich konnte mir danach guten gewissens sagen "er hat gewusst, was passieren würde, er hätte die chance gehabt, die trennung abzuwenden, aber er wollte nicht." schlimm genug. aber das bleiben wäre schlimmer gewesen. wenn du magst, kannst du hier ja mal nachlesen: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…opic3517-0.html.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo innocent,

    willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast.

    puh, das eigene kind zu verlieren ist sehr schlimm, denke ich mir, und dass man dann erst rechht hemmungen hat, sich vom partner zu trennen, kann ich mir auch gut vorstellen.

    dennoch hast auch du nur ein leben, und ein recht darauf, ein leben zu führen, welches den namen auch verdient.

    um vor dir bestehen zu könnten solltest du - wie chrissyta schon schreibt - das gespräch suchen und ihr klarmachen, WIE belastend ihr trinken für dich ist. wenn sie dann immer noch weitertrinken will, dann ist es ihre entscheidung, und deine entscheidung wäre es zu sagen "nicht mit mir an deiner seite".

    kein schicksalsschlag rechtfertigt es, sich ständig zu betrinken und damit anderen das leben zur hölle zu machen, auch wenn das sich prima als entschuldigung eignet, wo kaum jemand sich zu widersprechen traut. als mein bruder gestorben ist, hat mein vater das auch sehr geschickt instrumentalisiert, um erstens mich damit zu erpressen "du bist doch das einzige, was ich jetzt noch habe" und zweitens immer eine entschuldigung für sein trinken zu finden "ich halte das sonst nicht aus". da ist es dann furchtbar schwer sich abzugrenzen, das kann ich mir also gut vorstellen, wie schwer dir das fällt.

    dennoch: du solltest in erster linie an dich denken und dir überlegen, womit du noch leben kannst/willst, und dann auch konsequenzen ziehen. du gehst sonst nämlich auch dabei drauf.

    lieben gruß

    lavendel

    liebe sonnenblume,

    auch ich kann dir nichts anderes raten als meine vorschreiberinnen. geduld haben, versuchen, ihr noch einmal alles zu erklären - aber wenn sie nicht bereit ist zu hören, wirst du nichts erreichen, das ist leider so :cry:.

    kann auch deine angst verstehen dass sie stirbt, ohne dass ihr euch ausgesprochen habt. diese angst hatte ich bei meinem vater auch. zum glück hab ich es dann vorher doch noch geschafft ihm zu sagen, wie ich ihn erlebt hab, meine kindheit, wie es mir ging... er hat es nicht verstanden und immer noch gesagt "sooo schlimm war das doch garnicht". auf der einen seite hat mir das weh getan, auf der anderen seite hat mir das auch klargemacht, dass ich einfach nicht mehr tun konnte. er konnte und wollte es nicht verstehen, und genauso kommt es mir bei deiner mutter vor.

    was ich auch gut kenne ist, dass die welt drumherum einen nicht versteht, meint, man übertreibe, sei doch alles nicht so schlimm, man solle sich nicht so anstellen, seien doch schliesslich die eltern, blablabla. und dann immer dagegenzuhalten, versuchen zu erklären, es begreiflich zu machen - das kostet sooooo viel kraft, und meistens ist es sinnlos. lass es einfach. ich hab dann immer reingehauen und gesagt "ihr habt nicht erlebt, was ich erlebt habe, ihr könnt überhaupt nicht beurteilen, was zuhause passiert ist, also enthaltet euch bitte jeglicher beurteilung".

    schreib stattdessen lieber hier, hier versteht dich JEDER, und das hilft dir sicher, nicht an dir und der situation verrückt zu werden.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo piri,

    ich hab mal in japan gelebt, und ich denke, dass man da mit andeutungen wie "gesundheitlich wäre es im moment besser wenn ich nichts trinke, hat mein arzt gesagt" sehr weit kommt. "meine" japaner hätten sich dann ziemlich sicher nicht getraut mich zu nötigen, und mit dem verweis auf nen arzt hast du ne autorität ins spiel gebracht. da widersprechen sie in der regel auch nicht.

    lavendel