Beiträge von lavendel

    hallo funny,

    auch von mir ein herzliches willkommen.

    ja, letztlich kannst du dich nur um dich kümmern. er wird nur aus diesem sumpf herauskommen, wenn er es von sich aus möchte. vielleicht könntest du ihm aber noch sagen, dass "runtertrinken" nicht funktioniert, und das er sich vielleicht doch nochmal an einen anderen arzt wenden soll, wenn er denn ernsthaft aufhören will (was ich im übrigen nicht glaube).

    normalerweise ist eine entgiftung im krankenhaus angesagt, wo man dann auch weitere schritte besprechen kann - aber eben nur, wenn der betreffende will.

    bleib bei dir und kümmere um dich - das ist das einzige, was du tun kannst.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo funnie,

    ich glaube dein problem ist, dass du ihn immer noch nicht lassen kannst. natürlich ist da die unbestreitbare und objektive verbindung kind zwischen euch, aber du selbst schaffst, bzw. lässt dir aufzwingen - viele weitere verbindungen, und die kannst nur DU kappen: telefonate, wos nicht ums kind geht, e-mails. diskussionen, die nichts fruchten, deine versuche ihn von seiner krankeit zu überzeugen: das ist alles zwecklos!!!

    das einzige was du damit erreichst ist, dass du nicht von ihm loskommst. du machst dir weiter gedanken, und er ist sooooooooooooo präsent in dir, mit gefühlen wie angst, wut, unverständnis, ärger, frust... er nimmt immer noch einen riesigen raum in dir ein, und das merkt er an deinen reaktionen, und das wird er ziemlich sicher versuchen noch ganz lange am köcheln zu halten.

    ich könnte mir auch vorstellen, das er immer noch denkt, dass er dich irgendwann zurückkriegt, und eshalb muss er natürlich dafür sorgen, dass du an der kurzen leine läufst, damit du ihm nicht aus dem blickfeld geräts. und das tut er - und du spielst dieses spiel mit.

    funnie, sieh zu, dass es KEINERLEI gespräche und kontakte mehr zwischen euch gibt, die nichts mit eurem kind zu tun haben. kein fragen "wie geht es", kein erzählen aus deinem leben, kein auskunft geben, kein kaffeetrinken oder irgendwas, was an ein "wir" erinnert, sondern nur die kühle abwicklung der kindergeschichte. willst du das nicht mal versuchen?

    lieben gruß

    lavendel

    liebe skye,

    hab grad woanders gelesen, dass du heute geburtstag hast. ein grund mehr, deinen threat mal wieder nach oben zu ziehen :wink:. also:

    von ganzem herzen wünsche ich dir alles gute zum geburtstag, und ganz besonders, dass deine mutter heute bei eurem essen nüchtern ist und du einen schönen tag hast.

    wollte dir auch schon lange mal sagen, dass mir sehr gut gefällt, was und wie du schreibst - und dass ich mich über deine - und summerdreams :wink: - "hilfe" bei "meinen" co-kindern immer sehr freue. aber trotzdem: pass auf, dass du dich nicht vergisst!

    schön, dass du hier bist.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo quietschiii (hab ich jetzt alle is erwischt :wink:),

    willkommen hier im forum.

    letztlich hast du dir die antwort ja schon selbst gegeben, dass es besser wäre zu gehen, so wie dein bruder.

    deine mutterewird solange weitertrinken, wie sie das will und solange sie keine konsequenzen spürt. warum sollte sie aufhören? und es hört sich für meine begriffe schon ganz schön schlimm an, bier morgens um acht, filmriss, auch dass sie nicht mehr zu ihrer therapie geht deutet darauf hin, dass sie nichts ändern will in ihrem leben.

    du solltest auf DICH aufpassen, denn auch wenn man meint, dass es einen ja garnicht soooo schlimm belastet, merkt man doch irgendwann, wie sehr es an den eigenen kräften zehrt, ein elternteil so den bach runtergehen zu sehen.

    wünsche dir viel kraft.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo,

    in meiner kreuzbundgruppe war das auch mal thema. anlass war eine weihnachtsfeier, zu der die angehörigen eingeladen wurden. es kamen - alle ehefrauen - und - ein ehemann. obwohl in meiner gruppe genauso viele frauen wie männer waren. als ich dann mal gefragt hab warum hieß es, dass männer sich mehr schämen, wenn sie eine trinkende frau haben, als umgekehrt. und ein anderer grund war: die mehrheit der frauen in der gruppe war solo - geschieden, die mehrheit der männer war (immer noch oder wieder) verheiratet.

    wahrscheinlich machen sich die männer doch eher aus dem staub, bzw. retten ihre haut?

    lavendel

    hallo heike,

    kein problem. mein vater ist 1999 gestorben, da war er 63 und ich 33, also nicht viel älter als du jetzt. er hat sich auch tot getrunken, er wusste es und hat es trotzdem getan, daher kann ich dein "warum" so gut verstehen.

    gut, dass du deine freundin mitnimmst, das hilft dir sicher.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo herzenswärme,

    Zitat

    Ich ahne schon, ich werde erst wirklich entspannt sein, wenn er aus meinem Wohnumfeld entschwunden ist. Und das wird erstmal noch jede Menge Stress geben. Hilfe - kann mir jemand bitte psychische Stärke zuschieben, um das geradlinig durchzustehen ?

    ja, da hast du sicher mit beidem recht. "nur" zu wissen, dass der andere trinkt ist längst nicht so schlimm wie es zu sehen - obwohl der effekt der gleiche ist. ich hätte auch jedesmal schreien könne, wenn mein ex das glas genommen hat, und seit ich das nicht mehr sehe ist es besser.

    schicke dir mal eine dicke portion stärke rüber, und sonne, und gute laune, und spinnerte ideen über eine freie zukunft, gelassenheit, ein bisschen ein "du kannst mich mal"-gefühl, hoffnung, dass es besser wird, schöne gedanken und träume... fehlt was? :wink:

    liebe grüße

    lavendel

    hallo heike,

    als mein vater gestorben ist, hab ich auch ewig lange in der wohnung rumgemacht weil ich meinte, ich müsste irgendwas ordnen. das hat mich viele nerven und kraft gekostet. am schluss hab ich dann einfach den entrümpler kommen lassen, hab die wohnung leerräumen lassen und dafür bezahlt. klar hätte ich es billiger haben können, wenn ich es selbst gemacht hätte, aber es hätte mich noch mehr kraft gekostet. ich hab den entrümpler reingelassen, gesagt "leermachen" und bin weggefahren. das war das beste, was ich tun konnte.

    ja, und wenn dir eine freundin deiner mutter ihre hilfe anbietet: nimm sie an! zum einen bist du dann nicht allein, und zum anderen tut es dir vielleicht gut, mit ihr einfach über deine mutter zu reden. ich hab nach dem tod meines vaters auch mit seinen freunden über ihn geredet, obwohl ich die kaum kannte. mir hat das geholfen.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo heike,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier! vieles hast du ja schon lesen können, aber zwei dinge möchte ich auch noch kommentieren:

    zum einen finde ich es super, dass du dich deinem mann geöffnet hast! ich denke, es ist für ihn VIEL schwerer, wenn er nicht versteht, warum du so mies drauf bist. das nicht-wissen macht angst und hilflos, mit dem wissen kann man konstruktiv umgehen. und sei es nur, dass er dich in den arm nimmt und heulen lässt. "richtig" helfen kann er dir wohl nicht, dazu brauchst du wahrscheinlich wirklich professionelle hilfe, aber er kann dir das gefühl geben, dass du nicht allein bist - und das ist doch schon sehr viel finde ich. im übrigen würdest du eure beziehung durch schweigen wahrscheinlich viel eher gefährden als durch reden. also: mund auf, oder eben ausdrucken!

    Zitat

    Vor allem was ich nicht verstehe ist das meine Mutter wusste das wenn sie einen Rückfall hat und weiter trinkt das sie sterben wird.
    Warum um alles in der Welt hat sie wieder angefangen?
    Warum hat sie mir nicht bescheid gesagt?
    Immer dieses quälende blöde wort "warum"
    Ich bekomme es nicht aus meinem Kopf raus, der tod meiner Mutter war so sinnlos....sie hätte doch nur was sagen müssen. Ich Hasse sie dafür das sie sich nicht gemeldet hat, sie kann sich nicht vorstellen was sie damit in mir angerichtet hat.

    das ist die krankheit, heike, da hilft kein fragen. wir werden es NIE verstehen, warum sich jemand sehenden auges selbst vernichtet. das bohren macht uns wahnsinnig und wird zu keinem ergebnis führen. du musst es hinnehmen: sie hat getrunken, weil sie trinken musste und wollte, und NIEMAND hätte sie abhalten können, auch du nicht. sie hat nicht angerufen, weil sie keine hilfe WOLLTE. sie wollte trinken. ich weiss, dass es furchtbar schwer ist das zu akzeptieren, aber du hast keine wahl. tu mir den gefallen und versuch, dieses grübeln über das "warum" einzustellen, versuch dir diese gedanken zu verbieten. du wirst keine befriedigende antwort finden ausser der "sie hat sich dafür entschieden, weil sie es so wollte/tun musste."

    lieben gruß

    lavendel

    hallo hoffnungslos,

    verbieten kannst du nix, und wenn dein mann sein problem nicht sieht, bringt datt nix.

    was wir als cos aber sehr wohl können: in unserem umfeld aufmerksam sein. bei uns war es zum beispiel in der kirchengemeinde lange jahre brauch, den älteren herrschaften einen piccolo zu weihnachten zu überreichen. ich fand das unmöglich, weil man ja eben nie weiss, ob der andere nicht alkoholiker ist. da habe ich dann durchgesetzt, dass es einen weihnachtsstern gibt.

    das gleiche in meiner firma. präsente waren immer alkohol, seit ich das entscheiden darf, gibt es zu weihnachten lebkuchen oder tee. ist mir schnurz, wie das ankommt :!:.

    das sind kleine dinge wo man anfangen kann, sensibilität zu schaffen. immerhin.

    gruß

    lavendel

    hallo meermädchen,

    ja, berlin ist toll, find ich auch. da würde ich auch gerne leben :D.

    dass deine gefühle achterbahn fahren, kann ich gut verstehen. verantwortlichkeit, ärger, frust, mitleid, hader über die vergangenheit, überlegen, was aus einem geworden wäre, wenn man eine "normale" kindheit gehabt hätte.... nützt aber alles nix!

    das wichtigste ist meiner meinung nach, das wir im JETZT zufrieden sein können, wir uns darüber freuen können, unsere kindheit trotz allem überstanden zu haben, ohne absturz in schlimme psychische krankheiten, süchte, oder sogar selbstmord. wir leben - mehr oder weniger gut, kontrolliert, mehr oder weniger erfolgreich, aber immerhin lebendig. mir selbst scheint das manchmal auch ziemlich wenig, aber objektiv betrachtet, kann ich schon ziemlich froh sein. es hätte auch ganz anders ausgehen können.

    was du alles beschreibst: job, perfektionismus, langeweile bei routine und meisterin der krisenintervention - das geht mir ganz genauso. ich denke, genau das haben wir gelernt, einfach um zuhause katastrophen zu verhindern. so sind wir jetzt nun mal 8), und machmal sind diese fähigkeiten auch ganz schön praktisch :lol:.

    abstand halte ich für unbedingt notwendig. 12 minuten sind da definitiv zu wenig. so wirst du immer gefangen sein in der abhängigkeit und dem gefühl der verantwortung für deine elterm. ich hab zum studium 200 km zwischen uns gelegt, jetzt sind es objektiv 350 und gefühlt 1000. und das tut MIR gut. weil ich weiss, dass ich garnicht schnell genug hinkomme, um zu versuchen katastrophen zu verhindern, die so oder so passieren. jetzt muss meine mutter sie alleine ausbaden, und mir tut das gut.

    nochmal zu deiner mutter: warum gehst du viermal am tag ans telefon????? ich würds klingeln lassen. irgendwann gewöhnt sie es sich ab. sag ihr, dass du nen zettel mit ihrer adresse im portemonnaie hast, man sie also bei einem unfall benachrichtigen würde. und solange sie nix hört, ginge es dir gut 8).

    lieben gruß

    lavendel

    hallo herzenswärme,

    tapfer. find ich gut, dass du nägel mit köpfen machst - deinetwegen, aber natürlich auch wegen der kinder. denn alles andere ist doch kein leben gewesen - ab jetzt kann es nur noch besser werden für euch.

    wünsche dir viel kraft - und wir sind immer hier, wenn du uns brauchst.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo bernd,

    wie siehts denn aus bei dir? du wolltest doch am 18. juni wieder online sein, oder bist du ein opfer von streik bei der einrichtung des telefonanschlusses geworden :wink:?

    hoffe, dass dein umzug glatt über die bühne geganen ist und du dein neues zuhause geniessen kannst.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo meermädchen,

    auch von mir willkommen hier!

    nein, du machst und siehst nichts falsch! ein alkoholiker trinkt, aus welchen gründen auch immer, und die angehörigen leiden (mit) und müssen sich - genau wie der alkoholiker - in erster linie um sich selbst kümmern. dass das sehr schwer fällt, weiss ich nur zu genau.

    ich bin etwa so alt wie du, habe auch trinkende eltern, habe auch mehrfach den kontakt abgebrochen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe, habe mit den selben schuldgefühlen gekämpft (bin auch katholisch - und das auch noch aus überzeugung :wink:) und habe auch den kontakt zu meinem trinkenden vater erst da wieder aufgenommen, als er die diagnose krebs bekam. und ehrlich gesagt hab ich das nicht um seinet- sondern um meinetwillen getan. ich hatte angst davor, dass er eines tages stirbt, ohne dass wir im frieden miteinander gewesen sind.

    als er gestorben ist, war auch frieden, darüber bin ich sehr froh. geliebt hab ich ihn dennoch nicht, nicht mal richtig gemocht, aber dazu stehe ich (jetzt). dass ich meine eltern nicht lieben kann, hat mich lange belastet. sehr geholfen hat mir da ein seelsorgegespräch mit meinem pfarrer, dem ich mal gesagt habe, ich müsse doch meine eltern lieben. von ihm kam dann, dass eltern eltern sind, wenn sie sich wie eltern benehmen, und das täten meine ja wohl nicht, und ich sei nicht auf der welt, um opfer zu sein und zu leiden. eigentlich ist es ja doof, dass man für solch eine selbstverständlichkeit eine art "absolution" braucht, aber mir hat es geholfen.

    ja, und die bindung an die eltern wird mal wohl trotz allem nicht los. meine mutter lebt noch und trinkt (in abständen) weiter. immer wenn ich das mitbekomme, belastet es mich natürlich, aber längst nicht mehr in dem masse wie früher, und das find ich richtig. war aber auch ein hartes stück arbeit, sich emotional so zu distanzieren, aber für mich war es eine frage des überlebens, und die macken, die trotz allem geblieben sind, reichen immer noch... aber ich sage mir immer "es ist ihr leben". wenn sie lügen will, soll sie das tun, ich falle aber nicht mehr drauf rein. wenn sie sich tottrinken will, wird sie das tun, ich kann sie nicht daran hindern. das ist tragisch, aber es ist so. es ist ihr leben. und ich hab meins, und das ist mir mehr wert.

    wünsche dir alles gute - und wenn immer du fragen hast oder austausch suchst - immer gerne hier!

    lieben gruß

    lavendel

    ach kaltblut,

    du tust mir so leid. nicht leid, weil deine frau trinkt, sondern weil es dich so fertig macht, und weil du immerimmer noch sagst "sie ist es wert", und weil du hoffst und wartest und das alles auch noch vor der nase hast.

    sag mal bist du dir wirklich so sicher, dass sie dich wirklich wert ist? all das, was da rauskommt im betrunkenen zustand - und wohl auch im nüchternen (autoschlüssel haben woll, kein telefondienst), das alles hinnehmen und für selbstverständlich nehmen, was du für sie tust und für sie durchleidest: ist sie wirklich nüchtern eine um 180 prozent gedrehte frau? es heisst ja oft, dass die negativen eigenschaften durch alkohol verstärkt werden... fällt mir dazu ein...

    weisst du, ich hab bei meinem freund auch immer gesagt "traummann, sowas kriege ich nicht wieder, sowas hab ich noch nie erlebt, das ganz besondere, ich kenne keinen vergleichbaren menschen....." und trotzdem: er hat mich fast kaputt gemacht, bis ich endlich den absprung geschafft habe. endlich, spät. es geht mir nicht gut, ich hätte es mir anders gewünscht, aber irgendwann war der punkt erreicht, da hab ich mich an die erste stelle gesetzt, und ich wünsche dir sehr, dass du diesen punkt auch erreichst. erst dann wird etwas ähnliches wie ruhe einkehren.

    lieben gruß

    lavendel