Beiträge von lavendel

    hallo ellie,

    zu deiner frage: normalerweise geht man zum hausarzt und bekommt da ne überweisung. aber ich denke, wenn man betrunken mit gepackter tasche vorm krankenhaus steht, werden sie einen auch nicht heimschicken, aber das weiss ich nicht.

    zu deinem entschluss kann ich nur sagen: ENDLICH!!!!!!!!!!!!!!!! ich hab dich immer gelesen, und am anfang ja auch geschrieben, aber es tat sich nichts ausse "ja, aber....". als ich dann die geschichte mit dem auf den boden pinkeln gelesen habe, sind bei mir so viele ähnlich bilder aus meiner kindheit hochgekommen, da ist mir richtig gehend körperlich schlecht geworden. dein vergleich mit den müttern, die ihre kinder nicht vor übergriffigen vätern schütze, ist in solch einem fall garnicht so weit hergeholt, denn das übergriffige geschieht in solch einer situation genauso - nur eben "nur" psychisch, und nicht körperlich. ich hoffe sehr für dich, dass du jetzt bei deinem weg bleibst, für dich, aber auch und gerade für deine kinder. die können sich nämlich nicht selbst schützen.

    lavendel

    hallo daniel,

    die idee mit der selbsthilfegruppe für DICH ist gut! hast du da schon mal drüber nachgedacht?

    ich kann mich gut in dich hineinversetzen. bei mir und meinem freund war es vor dem großen knall genauso: ich hab keine leute mehr eingeladen, habe verabredungen mit anderen boykottiert und bin letztlich alleine oder mit ihm zuhause geblieben: weil ich mich geschämt hab und nie wusste, was er angetrunken erzählt. irgendwann wurde es mir dann zu bunt und ich bin FÜR MICH in eine selbsthilfegruppe gegangen - zum kreuzbund. das sind (theoretisch) gemischte gruppen: alkies und angehörige. praktisch sind die alkies immer in der überzahl, aber letztlich war das für mich sogar gut.

    ich hab dort dann einfach ALLES erzählt, was bei uns zuhause abging, was er sagt, was er tut, wie es mir geht, und ich hab immer wieder den spiegel vorgehalten bekommen: die alkies haben mir nämlich ihre sicht der dinge erzählt und meinen freund interpretiert - da sie ja genauso "vom fach" sind :wink:. mir hat das in zweierlei hinsicht sehr geholfen: zum einen, um einfach für mich ein ventil zu finden und erzählen zu können und zweitens, weil ich erst da wirklich angefangen habe, meinen freund zu durchschauen und zu VERSTEHEN, was es für mich heisst (und heissen wird), mein leben mit einem nassen alkie zu verbringen. erst da habe ich es wirklich begriffen und dann auch konsequenzen ziehen können. erst mit einem ultimatum und dann mit der trennung.

    ausserdem hat es meinem freund brutal vor augen geführt, dass ich es bitterernst meine, dass er alkie ist, und dass ich mir das von ihm nicht (mehr) ausreden lasse und mich um MICH kümmere.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo nine,

    willkommen hier im forum!

    das meiste haben meine vorschreiberinnen j aschon gesagt. ich möchte dich auch gerne darin bestätigen, das du an dich denkst, und zwar nur an dich! deine mutter ist erwachsen, sie könnte etwas an ihrer situation ändern, aber sie will das scheinbar nicht. und auch du kannst sie nicht vom alkohol wegbringen!

    also bleibt dir einfach nur noch, deine haut zu retten, und wenn du irgendeine möglichkeit siehst auszuziehen, dann solltest du sie ergreifen! das hat auch nichts mit egoismus zu tun, sondern einfach nur mit selbstschutz! ganz bestimmt! ich bin auch mit 18 zuhause ausgezogen, wissen, was dort passieren wird mit meinen trinkenden eltern. aber sie hätten auch weitergetrunken, wenn ich dort geblieben wäre. und so hab ich wenigstens meine haut gerettet!

    wünsche dir alles gute

    lavendel

    hallo kirsche,

    willkommen hier im forum. schwierig, deine situation.

    für dich ist es ein grosses glück, dass du nicht mehr zuhause wohnst. was du jetzt aber auf keinen fall haben solltest ist ein schlechtes gewissen (klingt ein bisschen an als du schreibst, dass sie es nach dem auszug richtig haben krachen lassen). du bist nicht für deine letern verantwortlich, und für deine geschwister kannst du auch nur begrenzt verantwortung übernehmen.

    die frage ist ja auch, wie es deinen geschwistern geht. manchmal kann es sicher besser sein, woanders unterzukommen als in einem elternhaus, wo beide eltern ständig betrunken sind.... ich kann mir denken, dass die entscheidung, staatliche stellen einzuschalten schlimm ist, aber was da zuhause abgeht, könnte irgendwann einmal schlimmer werden...

    geh doch mal zu einer suchtberatung und frag unverbindlich, was du machen kannst. ich glaube nicht, dass die gleich losziehen zu dir nach hause. vielleicht haben die eine idee?

    lieben gruß

    lavendel

    hallo lina,

    auch von mir noch ein herzliches willkommen hier!

    ja, du kannst kaum etwas machen ausser das gespräch zu suchen (nüchtern) und deinen eltern zu sagen, wie es dir geht. du wirst sie nicht ändern können, und was du jetzt in erster linie machen musst, ist DICH zu schützen! und wenn du mit der ganzen situation nicht klarkommst, musst du dich eben distanzieren. deine eltern sind erwachsen, du bist nicht für sie verantwortlich!

    ich hab das auch gemacht, als die sauferei meiner eltern gedroht hat, MICH um MEINEN verstand und mein leben zu bringen, habe ich den kontakt abgebrochen. ich wusste mir nicht mehr zu helfen, und ich denke, es war der richtige weg.

    wünsche dir viel kraft.

    lavendel

    hallo paddy,

    schreibe dir mal ein paar zeilen aus einem lied von rosenstolz:

    mir helfen sie manchmal zu sehen, dass wut auch zum leben gehört, genauso wie angst und zorn. was ich aber auch denke ist, dass diese gefühle zwar temporär gut sind und dir helfen, aber nicht auf dauer. auf dauer musst du sie überwinden, sonst wird es dich zerreissen, und du wirst kein friedliches leben leben können.

    mir geht es mit meinem freund auch manchmal so. dann kocht die wut hoch über verletzungen, über demütigungen, aber da versuche ich mich immer ganz schnell wieder runterzuholen, indem ich mir zwei dinge sage:

    1. ich war auch daran beteiligt. damit will ich nicht sagen, dass ich selbst schuld bin, und mich damit klein machen. aber ich habe es mir gefallen lassen, ich habe es gesehen, und entweder nichts gesagt oder nichts getan, wo ich zumindest etwas hätte sagen oder tun können. mir hilft das zu erkennen, dass ich nicht auf dauer ausgeliefert bin, und mir hilft es zu erkennen, dass ich mir sowas nie wieder gefallen lassen würde. also: ich versuche, etwas positives im sinne von lerneffekt herauszuziehen.

    2. ich weiss, dass mir solche gefühle auf die dauer schaden, nicht ihm. ich habe das grummeln im bauch, ich habe die schlaflosen nächte und die schlechte laune. damit hat er immer noch macht über mich, und das will ich nicht. deshalb versuche ich diese gefühle zu verbannen, wenn sie hochkommen. das ist nicht immer leicht, das weiss ich. aber ich versuche dann, an was schönes zu denken, vielleicht schöne musik zu hören oder irgendwas zu tun um mir vor augen zu führen, dass mein leben schön ist.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo cathy,

    du schreibst:

    Zitat

    Ich glaube mit dem Gespräch will ich hauptsächlich erreichen, dass sie die Konsequenzen erkennt, die Alkoholmissbrauch mit sich bringt. Und das sie erkennt, dass sie was dagegen machen kann.

    vergiss es. man kann nicht "machen", dass ein alki das versteht. sie wird ziemlich genau wissen, WAS sie damit sich und ihrem körper antut. theoretisch wird sie sicher auch wissen, wie sie aus der sucht kommen könnte. wenn sie da allerdings die wege NICHT kennt, könntest du sie ihr beschreiben: hausarzt, entgiftung, suchtberatung, eventuelle therapie und/oder selbsthilfegruppe. aber sie muss aus sich heraus WOLLEN, sonst hat das alles keinen sinn. aber wenn es dir gut tut, erzähl ihr den weg, dann kann sie wenigstens nicht sagen "ich habs nicht gewusst."

    Zitat

    Und ihr mitteilen, dass wenn sie nicht bereit ist, sich endlich Hilfe zu suchen (wobei ich ihr helfen würde), ich nicht weiß, ob ich das so länger mitmachen werde. Ich will sie nicht erpressen, aber es ist wirklich so: Wenn sie keine Anstalten macht, ihr Problem anzugehen, weiß ich nicht, ob ich ihr noch weiter dabei zu gucken kann, wie sie sich selber (und den rest der familie) kaputt macht...

    genau darum geht es: rüberzubringen, wie es dir geht, und was für DICH die konsequenzen sein werden, wenn sie weiter trinkt. und lass dir nix einreden von wegen schuld, und auf ihr selbstmitleid geh schon mal garnicht ein, sie hat sich schliesslich selbst in diese situation manövriert, und sie könnte das raus, wenn sie was tun würde.

    bei meiner mutter habe ich es so gemacht, dass ich für eine zeit den kontakt abgebrochen habe. ich habe ihr allerdings einen brief geschrieben, vor einem gespräch hatte ich zuviel angst :oops:. da habe ich reingeschrieben, dass ich an ihrem trinken kaputtgehe und von ihr nichts mehr wissen will, solange sie trinkt. ich hab sie damals nicht mal zu meiner hochzeit eigeladen. auch heute telefoniere ich nur mit ihr, wenn sie nüchtern ist, ansonsten lege ich auf.

    und nochmal zu dem gespräch: ich hatte so eins im letzten jahr mit meinem freund. natürlich kam von ihm auch "du stigmatisierst mich, du dramatisierst, ich bin schuld, ich habe fehler gemacht, ich werde mich bessern, bitte lass mich nicht allein....". ich bin an dem abend auf NICHTS eingegangen, was er gesagt hat, ich habe stur abgespielt, was ICH sagen wollte: dass ich so nicht weitermachen werde, dass mein leben den bach runtergeht, dass ich nur noch unglücklich bin und dass ich nicht dabei zusehen werde, wie er sich kaputt macht. aber eben auch, dass ich für ihn da bin, wenn er vom alkohol loskommen will. aber nicht nur mit worten, sondern nur wenn ich konkrete taten sehe: suchtberatung, selbsthilfegruppe, therapie.

    das stur abspielen war mir wichtig, um mich nicht in ein "gespräch" verwickeln zu lassen, was doch nur in vorwürfe und selbstmitleid seinerseits und verteidigung meinerseits ausgeartet wäre. danach hab ich ihn sitzenlassen und bin gegangen, damit er drüber nachdenkt.

    ich denke, damit rechnet ein alki nicht. er rechnet damit, dass er das gegenüber wieder einwickeln kann mit versprechen, ihm ein schlechtes gewissen machen und es ruhig stellen kann. aber das ist ein teufelskreis.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo cathy,

    willkommen hier im forum.

    wie du das gespräch mit deiner mutter angehen sollst? die frage ist ja dabei auch, was DU bezwecken willst? willst du mit ihr reden, weil deine psychologin dir das sagt? hast du selbst ein bedürfnis danach? was willst du deiner mutter sagen? willst du deinen frust loswerden, willst du ihr mitteilen, wie es dir geht und was du dir wünschst, willst du erklären, warum du ausziehst, willst du vielleicht doch zuhause bleiben, wenn sie nicht mehr trinkt, und suchst deshalb das gespräch?

    je nachdem, wie deine antwort ausfällt, wären auch meine antworten verschieden.

    grundsätzlich gilt aber: such das gespräch, wenn sie nüchtern ist. nicht mit einer ange- oder betrunkenen reden, das hat überhaupt keinen sinn. dann ist es wahrscheinlich für dich hilfreich, wenn du dir über obige fragen klar wirst. wenn du weisst, was du ihr mitteilen willst, könntest du das schriftlich vorbereiten - so hab ich das gemacht. das gab mir sicherheit im gespräch. wichtig ist auch, dass du von dir redest, wie es dir geht, was du dir wünschst... vorwürfe bringen überhaupt nichts, auch wenn man verständlicherweise den wunsch hat, dem anderen all sein elend um die ohren zu klatschen. möglichst ruhig bleiben, sachlich, nicht schreien - auch wenn das schwer fällt.

    soviel erstmal allgemein. vielleicht hilft dir das schon ein bisschen. wenn nicht: weiterfragen :wink:.

    gruß

    lavendel

    hallo biggie,

    ich hab vor dem ersten besuch meiner shg (ich geh zum kreuzund und fühle mich da sehr wohl) angerufen und meinen besuch angekündigt. fand ich gut, weil ich da schon den ersten schritt getan hatte und nicht mehr so leicht kneifen konnte. es hat mir auch ein bisschen die scheu genommen, weil der gruppenleiter schon am telefon sehr nett war.

    bei uns kreuzen aber auch oft leute ohne voranmeldung auf, das ist auch kein problem. viel glück.

    lavendel

    hallo tussi,

    willkommen hier im forum.

    ja, eigentlich weisst du ja schon, was du hören wirst, und kennst die lösung auch selbst. bei dem erzeuger deiner tochter warst du konsequent - für das baby. jetzt müsstest du konsequent sein - für dich.

    ist ja auch die frage, ob du deinen lebenstraum hof behalten möchtest, und dazu deinen trinkenden freund? oder ob du eine chance siehst, dass dein freund sein problem einsieht, konsequenzen zieht und trocken werden will? wenn er das NICHT will, hast du verloren und letztlich die wahl, so weiterzumachen oder zu gehen. etwas dazwischen gibt es nicht, das weisst du wohl selbst.

    wenn du schreibst, dass er nichts mehr verträgt könnte das daraufhin deuten, dass er schon schwere körperliche schäden hat. weiss er das?

    tja, und das sich in den hintern beissen nützt auch nix, ebenso wenig wie das hadern "wie konnte ich so blind sein?". du solltest jetzt nach vorne schauen, überlegen, wie dein leben aussehen soll, dies deinem freund klarmachen, und wenn die beiden vorstellungen nicht kompatibel sind, die konsequenzen ziehen. mal ganz brutal gesprochen: tiere sind tiere, aber du bist ein mensch. willst du vor die hunde gehen, damit deine tiere ein zuhause behalten? ich frag ja nur mal so...

    wünsche dir viel kraft auf deinem weg

    lavendel

    hallo biggi und cindy,

    willkommen hier im forum.

    mit etwas sorge lese ich, dass ihr als zwei neulinge euch so wunderbar bestätigt in euren gefühlen und gedanken. wir halten es generell für gefährlich und am ziel vorbei geschossen, wenn sich so etwas unter "frischlingen" so auf die schnell entwickelt. hier ist ein forum für selbstHILFE, und HILFE geben können nur die, die schon etwas gefestigter sind als ihr.

    ch würde euch deshalb dringend empfehlen, dass jede von euch in IHREM EIGENEN threat schreibt, wie es ihr geht, ein bisschen on eurer geschichte, pläne, wie ihr aus der alkoholsucht rauskommen wollt, was ihr an schritten gehen wollt, wie euer/eure partner dazu stehen uswusw. dazu natürlich eure fragen, die wie euch gerne beantworten.

    nehmts mir nicht übel, aber vom geplänkel "ich verstehe, wie es dir geht" werdet ihr nicht trocken werden...

    gruß

    lavendel

    hallo blondi,

    auch von mir noch ein herzliches willkommen hier im forum.

    als ich deine zeilen gelesen habe schoss mir als erstes durch den kopf "prima, dass er eine geliebte hat, dann ist sie ihn hoffentlch schnell los". das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen böse und flapsig an, lass es mich dir erklären.

    dein mann hat ein massives alkoholproblem und will daran nichts ändern. das kannst du unter anderem ablesen, dass er dir und deiner tochter die schuld für seine sauferei gibt. das sind typische alki-gedanken: alle sind schuld, nur ich nicht. das ist schon mal ein symptom. dann auch dieses geeiere zwischen dir und der anderen frau, die heulerei und der versuch, dich immer wieder einzuwickeln.

    all das wird immer schlimmer werden, und da kann ich dir nur von herzen wünschen, dass du ihn loswirst - sei es, dass du dich von ihm trennst, oder dass er zu der anderen frau geht. das mag beides im moment sehr schmerzhaft sein, und wahrscheinlich kannst du dir ein leben ohne ihn auch noch garnicht vorstellen, aber lass dir gesagt sein: es kann für dich nur besser werden ohne ihn. sieh doch, wie du leidest, körperlich und psychisch. das ist doch kein leben! also: sieh zu, dass dieser mann dein leben nicht mehr beherrscht und versuch, dir ein eigenes aufzubauen. du kannst nur gewinnen: freude, souveränität, gesundheit - für dich und deine tochter.

    gruß

    lavendel

    hallo elle,

    Zitat

    Aber "gut" kann es mir offensichtlich nur gehen, wenn er mich mit seiner Traurigkeit verschont. Ist das mal wieder totales Co-Verhalten?

    weiss nicht, ob das co-verhalten ist. ich halte das eher für "normal" :wink:. da fällt mir der spruch ein "aus den augen aus dem sinn". stimmt so natürlich nicht ganz, aber ein bisschen was ist auch dran.

    mir ging es in den instabilen zeiten ganz ähnlich wie dir: solange ich nichts von ihm hörte, oder hörte, dass es ihm gut ging, war mein leben auch in ordnung. sobald aber jammern kam, über was auch immer (psyche, gesundheit, geld, einsamkeit) ging bei mir das gedankenkarussell los: ich könnte das ändern, ich könnte machen, dass es ihm besser geht, soll ich nicht doch, bin ich nicht doch (zu) egoistisch, dieses eine mal könnte ich doch, ist doch nicht so schlimm.... wenn ichs dann getan hab, war ich meist unzufrieden mit mir, über die eigene inkonsequenz und vor allem darüber, dass ich mal wieder zulasse, dass er mir meine gelassenheit kaputtmacht. dafür hätte ich mich jedesmal wieder in den hintern treten können.

    aber wenn man das oft genug mitgemacht hat kommt man hinter die mechanismen. mein freund versucht das immer noch ab und zu, indem er mir mit grabesstimme erzählt, wie schlecht es ihm geht, aber ich gehe darauf nicht mehr ein, sondern erzähle ganz munter von normalen dingen. ich sage mir immer wieder, dass er sich selbst in diese situation gebracht hat, da also auch alleine wieder raus muss. manchmal hab ich immer noch anflüge von schlechtem gewissen, aber die vergehen mittlerweile ziemlich schnell. aber das dauert halt seine zeit, so "gelassen" zu werden und die jammerei zu ignorieren.

    bei uns war es übrigens auch so, dass er gefragt hat, ob wir die ostertage zusammen verbringen, oder teile davon. nun ist es bei uns ja ein bisschen anders, mein freund trinkt nicht mehr, geht in eine shg und überlegt, eine lzt zu machen. trotz allem: ich hab für mich überlegt, ob ich dazu lust habe und ob es mir in den kram passt. haben dann für mich gemerkt, dass ich (in teilen) lust dazu habe, und wir haben dann gestern auch den tag miteinander verbracht, und waren heute morgen auf dem poppelsdorfer friedhof spazieren. aber ganz wichtig: ich hab das gemacht, weil ich lust dazu hatte, nicht weil er sonst einsam gewesen wäre. DAS ist nämlich nicht mehr mein problem.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo josef,

    ich als partnerin eines alkis würde die freundschaft solange konsequent ablehnen, wie der partner noch keine ernsthaften schritte zum trockenwerden begonnen hat. ich hätte nämlich ALLES vertrauen verloren - und ohne vertrauen keine freundschaft. also vergiss es einfach, werd erstmal trocken.

    lavendel

    hallo wolke7,

    herzlich willkommen hier im forum.

    ja, du hast recht, die geschichten gleichen sich, die antworten auch, ebenso das verhalten, die ausreden und schuldzuweisungen der alkoholiker/innen. jeder von uns meint, seine/ihre geschichte sei individuell, aber wenn du ein bisschen liest wirst du feststellen, dass du hunderte von abziehbildern findest :?. alle partner sind superlieb und tolle männer/väter - wenn sie nüchtern sind. und bringen den/die partner/in um den verstand, wenn sie voll sind. das war bei mir nicht anders :?.

    letztlich muss ein alkoholiker von selbst einsehen, dass er ein problem hat, sonst wird er nicht einsehen, dass er etwas tun muss. siehe dein freund der sagt, alle anderen trinken doch auch. klar trinken viele menschen, aber viele haben auch kein problem damit. er aber wohl schon - und du auch.

    du schreibst, dass du ihm schon mehrfach angedroht hast dich zu trennen. sowas ist schon mal ganz schlecht. wenn du konsequenzen androhst, musst du sie auch durchziehen, denn sonst wirst du ganz schnell überhaupt nicht mehr ernst genommen - das merkst du ja auch schon an den reaktionen deiner freunde. und dein freund weiss, dass du dich ja eh nicht trennst, also hat er KEINEN grund, etwas an seiner sauferei zu ändern.

    du musst für dich überlegen, wie du dir dein leben der zukunft vorstellst - und das solltest du ernst nehmen. du solltest auch darüber nachdenken, wie deine kinder mit einem unzuverlässigen, häufig betrunkenen papa aufwachsen - das ist für kinder ganz schlimm. kannst du in der rubrik "alki-kinder" nachlesen.

    also in deinem interesse und dem deiner kinder: schau drauf, was ein lebenswertes leben für euch ist - und sieh zu, dass du das für euch erreichst. und wenn dein freund weiter trinkt, sollte er darin keinen platz mehr haben.

    ich weiss, dass dir das jetzt unüberwindlich schwer erscheint - aber glaub mir: die sauferei deines freundes wird zunehmen - und das ist sicherlich noch schlimmer.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo katrin,

    hab dich hier noch garnicht begrüßt, das hole ich hiermit mal schnell nach.

    gut, dass du deinen vater ostern nicht geholt hast und so mal ein zeichen setzt, dass ihr nicht alles mitmacht - und euch von ihm die feiertage auch nicht verderben lasst. ich kann dich nur darin bestärken, für ihn nur noch das (medizinisch) nötigste zu tun (so eben, dass du dir keine vorwürfe machen musst, wenn er plötzlich sterben sollte), aber ihn ansonsten sich selbst überlassen. auch in einer dreckigen wohnung. auch allein.

    wünsche dir viel kraft auf deinem weg

    lavendel

    hallo lula,

    willkommen hier im forum.

    gut dass dein mann in die entgiftung geht, vielleicht hat er ja was verstanden und geht sein alkoholproblem ernsthaft an. nur diese hohen promillewerte nach einem bier, das kann ich mir kaum vorstellen. das hört sich für mich eher so an, als habe er kräftig vorgelegt, viele alkies tun das, um in der öffentlochkeit (oder auch nur vorm partner) dann "ganz normal" nur ein bier zu trinken.

    das wichtigste ist jetzt, dass du auf dich achtest. deinem mann kann nur geholfen werden, wenn er es wirklich will. ansonsten wirst du ganz schnell in eine spirale geraten. drücke euch die daumen, dass der führerscheinentzug ihn ernsthaft beeindruckt, damit er ernsthaft etwas tut.

    gruß

    lavendel

    hallo tuisko,

    herzlich willkommen hier im forum, schön dass du hergefunden hast, und schön, dass du hier ein bisschen mehr schreibst.

    mir ging es ganz lange so wie dir - bin etwa so alt wie du. meine mutter trank auch schon immer. ich kenne das also auch nicht, ein "normales" zuhause wo man sich drauf verlassen kann, dass die eltern "normal" sind. ich hab mich auch zum ersten mal im alter von 15 jemandem anders anvertraut - und darauf gleich schreierei und stubenarrest geerntet. klar, ist ja ne schande, sowas öffentlich zu machen. ausserdem isses doch garnicht so schlimm :shock:.

    mit 18 bin ich dann ausgezogen - und ab da könnte deine geschichte meine sein - nur war meine zum glück nicht so lang. bei jedem klingeln bin ich aufgeschreckt, bei jedem telefonat hab ich gelauscht "nüchtern, nicht nüchtern", hab ständig katastrophen erwartet - die auch häufig kamen. bin heimgefahren und fand eine besoffene vor - die mir allen ernstes ins gesicht sagt "ich hab nix getrunken". anfang zwanzig war ich dann für ein jahr im ausland - und das war meine rettung. dieses eine jahr abstand ohne telefon hat mich erkennen lassen, was da eigentlich abgeht - und wie mir das schadet. nach meiner rückkehr und einigen weiteren katastrophen hab ich dann den kontakt völlig abgebrochen, ich hab sie nicht mal zu meiner hochzeit eingeladen. das hat mich weiteren abstand gewinnen lassen. jetzt ist es so, dass ich sie noch etwa einmal im jahr sehe. wir telefonieren zwar, aber sobald ich nur den leisesten anflug von alkohol höre, lege ich auf. und es geht mir besser damit, viel besser.

    in meiner therapie hab ich gelernt, dass ich nicht für meine mutter verantwortlich bin und mehr noch - dass ich ihr nicht helfen KANN, selbst wenn ich mich auf den kopf stellen würde. immer wieder immer wieder eingetrichtert bekommen, immer wieder immer wieder gesagt bekommen, dass schuldgefühle hier völlig fehl am platze sind und dass hier ich das opfer bin und nicht der täter - irgendwann hat es wirkung gezeigt, endlich. da war ich frei, endlich.

    das heisst nicht, dass ich mir jetzt nicht auch ab und zu sorgen mache, wenn ich zum beispiel lange nix von ihr höre, aber was hilft es? nix. selbst wenn ich wüsste, dass da was ist, würde ich nicht (mehr) hinfahren. sie hat sich reingeritten, sie kennt die mechanismen, da rauszukommen, und wenn sie nicht will, ist das ihre sache. sie soll die konsequenzen tragen, ich hab dazu keine lust mehr. und da ist es mir mittlerweile völlig wurscht, dass das meine mutter ist.

    was wahrscheinlich nie ganz weggehen wird ist das unter strom stehen bei ungewöhnlichen dingen. grad komm ich zum beispiel heim und sehe, dass sie angerufen hat. erster impuls: ich ruf zurück. zweiter: ne, sie ist bestimmt betrunken. sonst riefe sie nicht nach 10 uhr abends bei mir an.

    du musst versuchen dich abzugrenzen. versuchen, dir DEIN leben schön zu machen. versuchen darauf zu pfeifen, wenn deine eltern dir ein schlechtes gewissen machen - du bist nicht ihr sklave. nicht ans telefon gehen, wenn dir nicht danach ist. nicht anrufen, nicht hinfahren, wenn dir nicht danach ist. und das auch mal deutlich sagen (und krach riskieren): ich komme nicht mehr, weil ich meine mutter betrunken nicht ertrage. auf dem absatz kehrt machen, wenn sie was getrunken hat. sie muss spüren, dass ihr handeln konsequenzen hat. und du musst dich schützen. ich wette, ich weiss genau, wie es in dir aussieht, wenn du zuhause sitzt und deine mutter ist nicht nüchtern. und dieses gefühl ist furchtbar. warum tust du dir das immer weiter an? du bist 38, du BRAUCHST deine eltern nicht mehr, du hast ein RECHT auf ein schönes leben.

    wünsche dir sehr, dass du einen absprung schaffst...

    lavendel

    hallo trübe tasse (wassn das überhaupt für ein nick :wink: ?),

    herzlich willkommen hier im forum.

    hm, du bekommst keine antworten, also scheint keiner in deiner situation zu sein. ich auch nicht. versuche trotzdem mal was dazu sagen.

    ein kleines bisschen hatte ich mal was ähnliches. mein bruder, der damals 18 war und bei meinem vater lebte (meine eltern sind geschieden, ich war bei meiner mutter) hat sich umgebracht. mein vater hat ihn gefunden und hatte danach natürlich wahnsinnige schuldgefühle. er hat dann auch versucht, mit mir darüber zu reden, es zu erklären, eine absolution zu bekommen oder liebe wenigstens von seiner tochter, was weiss ich. da er aber bei diesen gesprächen fast immer angetrunken oder betrunken war, hab ich einfach abgeblockt. ich wollte das nicht, ich war überfordert.

    ich finde auch, dass kinder nicht als mülleimer oder psychologen ihrer eltern missbraucht werden dürfen. eltern tun das häufig, wenn sie mit ihrer situation nicht klarkommen, gerade wenn es in der partnerschaft kriselt, bei scheidungen oder eben so wie bei dir. das finde ich auch nochmal was anderes, als wenn man gemeinsam um die mutter/partnerin trauern würde, aber das ist es ja wohl nicht bei euch.

    kann dir also nur raten dich abzugrenzen, zu sagen "ich will das nicht hören" und das auch konsequent durchzuziehen. einen anderen rat kann ich dir auch nicht geben, leider.

    gruß

    lavendel