Beiträge von lavendel

    hallo daniel,

    hab dich mal bei ellie rausgeschnippelt, sonst gehst du unter.

    heiße dich auch herzlich willkommen hier im forum.

    deine geschicht gleicht vielen hier, vielleicht liest du dich ein bisschen ein und magst dir von uns helfen lassen auf deinem weg und ein bisschen mehr scheiben?

    gruß

    lavendel

    hallo ellie,

    das mit den 10 wochen war bei mir so, ich brauchte das für mich, um mir sagen zu könne, ich hab ihm die realistische chance gegegeben, etwas anzuleiern. aber da seid ihr ja schon weiter, er sagt ja schon, dass er nicht will. dann kannst du auch gleich nägel mit köpfen machen.

    dann fragst du, wie das bei uns abgelaufen ist. kannste bei langeweile :wink: hier nachlesen:

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ftopic3517.html

    ist ja nun schon ein bisschen her. weitergegangen ist es, dass er in eine shg gegangen ist, aber immer noch nicht so recht eingesehen hat, dass er alkoholiker ist. vor ein paar wochen dann hat er einen rückfall gebaut, nach fünf monaten abstinenz, und jetzt will er eine langzeittherapie machen, war bei der suchtberatung und in einer vorbereitungsgruppe. wir sind offiziell kein paar mehr, haben aber kontakt. ich werde beobachten, ob er die therapie wirklich macht - ohne gibt es kein zurück. wenn er sie macht wird man sehen, ob man sich danach wieder zusammenraufen kann, das wird man sehen.

    aber mir war sowas von klar, dass er mein leben ruiniert, das ging einfach nicht mehr, da gab es nur noch die trennung. aber ich weiss, dass das furchtbar schwer ist, keine frage. aber es wird dir besser gehen nachher, da bin ich mir ganz sicher.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo allessandra,

    schreibst du von mir :oops::oops::oops:? erst einmal herzlich willkommen hier im forum, schön dass du hergekommen hast!

    was du schreibst hab ich eins zu eins selbst erlebt früher. meine mutter ist auch alki, ich hab mich auch immer gekümmert, um sie (natürlich), und irgendwie hat das abgefärbt, immer. schon in der schule hab ich die schwachen verteidigt, später kostenlos nachhilfe gegeben, dann immer ein offenes ohr für alle anderen gehabt, leute eingeladen und bekocht, und wenn ich jemanden brauchte, war ich allein. weil - die sorgen und nöte der anderen waren IMMER größer als meine, also hab ich IMMER zurückgesteckt.

    ich glaube, dass das ganz typisch ist für alki-kinder. ich hab mich daraus (nicht ganz, aber doch schon ziemlich) befreien können. ein schlüsselerlebnis war für mich, als meine therapeutin mir mal aufgegeben hat, eine woche lang mir bei jeder meiner handliungen zu überlegen "will ich das jetzt wirklich, oder tue ich das anderen zuliebe?". das war hochspannend, habe ich nämlich da das erste mal bewusst festgestellt, wie viel ich anderen zuliebe tue, und wie wenig ich auf mich achte. das hab ich dann im "freundeskreis" durchexerziert, hab nicht mehr ständig die leute angerufen und eingeladen, sondern hab einfach mal gewartet, was denn so von anderen kommt. kaum was kam. das war furchtbar ernüchternd, aber ich hab dann fast mit einem schlag meinen gesamten "freundes"kreis gekappt. das war hart, da war ich nämlich erstmal allein. aber es war viel ehrlicher.

    jetzt achte ich bei bekanntschaften und freundschaften darauf, dass es da ein gewisses gleichgewicht gibt. klar gehts mal dem einen schlechter und mal dem anderen, aber wenn ich irgendwo nur noch der mülleiemer bin, hab ich keine lust mehr und beende das. die folge ist, dass nicht mehr so richtig viele übrig bleiben, aber auf die wenigen kann ich mich dann verlassen - und das ist es wert.

    ich glaube, alki-kinder versuchen, sich zuneigung zu "erkaufen", durch da-sein, verständnis, zurückstecken - das haben sie ja wunderbar gelernt, und unser selbstwertgefühl ist ja auch in der regel nicht so doll ausgeprägt.

    davon loszukommen ist furchtbar schwer, richtige tipps kann ich dir da auch nicht geben, ausser eben genau hinzuhören, wo es ein gleichgewicht gibt, und wo nicht.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo ellie,

    da dein mann ja nu augenscheinlich nicht will (oder nicht ernst nimmt, wie ihr leidet), würde ICH folgendes machen:

    einen nüchternen moment abpassen und ihm erklären, dass du dir und deinen kindern dieses leben nicht mehr zumuten wirst. dass er sich also entscheiden soll zwischen dem alkohol und seiner familie, da es beides zusammen in zukunft nicht mehr geben wird. dann würde ich ihm ein ultimatum stellen (ich hab damals bei meinem freund 10 wochen gewählt) und ihm deutlich sagen "wenn ich bis dahin nicht ernsthafte schritte bei dir sehe, dass du mit dem alkohol endgültig abschliessen willst, werde ich mit den kindern ausziehen." (oder ihn wahlweise vor die tür setzen, weiss ja nicht, wie das mit eurer wohnung geregelt ist.

    gleichzeitig würde ich nichts mehr für ihn tun, wenn er ange-, bzw. betrunken ist. kein essen kochen, ihn nicht wecken, seinen dreck nicht wegmachen, nicht mit ihm reden, das zimmer veralssen, die kinder von ihm fernhalten. er muss spüren, dass es konsequenzen gibt, liebesentzug. dann: könntest du deine kinder abends irgendwie berteuen lassen? dann würde dir der besuch einer selbsthilfegruppe für angehörige (oder gemischt, gibt’s auch, das mache ich beim kreuzbund) vielleicht gut tun. mir hats geholfen, so von angesicht zu angesicht alles ausgemalt zu bekommen, was in zukunft so passieren wird, und auch wöchentlich gelöchert zu werden, wie es denn nun weitergeht bei mir.

    gleichzeitig könntest du mal zum rathaus gehen, fragen was es für möglichkeiten gibt, wohngeld, kinderbetreuung, auch mal schauen, wie ihr das mit dem wohnen hinbekommen könntet, einfach dass du ein bisschen ein gefühl entwickelst, nicht ganz hilflos zu sein. man kann nämlich enorme kräfte entwickeln, wenn man das will. und dann wirst du ja sehen, wie dein mann reagiert.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo ampy,

    auch von mir noch ein herzliches willkommen hier im forum, schön dass du hergefunden hast.

    also eins ist ja mal ganz klar: wenn sie sich zur pizza rotwein bestellt und den getrunken hat, ist sie rückfällig geworden, ganz einfach, da gibt es überhaupt nichts zu deuteln. punkt.

    daran, dass du nicht :!: schuld bist, ebenso. sie hätte - wenn sie das denn will - immer einen weg gefunden. das gefühl, dass ich bei meiner mutter einen rückfall "verschuldet" hab, kenn ich aber auch. meine mutter ist auch alki. ich war als jugendliche mal auf einem schüleraustausch in frankreich, und da gab es cidre, das ist so ein apfelwein mit 4%. ich hab nichtdenkend davon zuhause erzählt, dass ich den lecker fand. prompt hat sie ihn gekauft, natürlich nur um MIR eine freude zu machen - und kräftig davon getrunken. ich hab mir danach auch lange vorwürfe gemacht, ob ich sie dadurch in den rückfall getrieben habe. ich weiss im nachhinein, dass es unklug war davon zu erzählen, aber ich habs einfach nicht geblickt und für sie war es eine willkommene gelegenheit - die sich aber mit sicherheit auch woanders gefunden hätte.

    den rotwein zum anlass zu nehmen um sie darauf anzusprechen ist sicher gut, dann brauchst du deine schnüffelei auch nicht zu beichten, das täte ich auch nicht. ich hab auch immer gesucht, das aber nie gesagt, und mich genauso gemartert wie du. und du solltest deiner therapeutin wirklich davon erzählen, die hat mit sicherheit schon schlimmeres gehört als schrankguckerei :wink:. ohne scherz, es belastet dich, also rede mit ihr darüber, vielleicht hat sie auch tipps, wie du weiter vorgehen kannst.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo ellie,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum.

    über einen absatz von dir bin ich besonders gestolpert, alles andere hat spedi ja schon geschrieben:

    Zitat

    Wie gesagt, ich kann mir ein Leben ohne ihn einfach nicht vorstellen. Ich kann nicht alleine sein. Davor hab ich die größte Angst. Ich weiß nicht, wie ich die Verantwortung für die 4 Kinder alleine tragen soll und die Vorstellung, abends alleine auf der Couch zu sitzen ist für mich schrecklicher, wie einen Betrunkenen neben mir zu haben. Diese Aussagen sind doch richtig krank, oder? Kann es selbst kaum glauben, daß ich das geschrieben habe.

    ja, diese aussagen sind krank, das finde ich auch. lieber neben einem betrunken zu sitzen als allein, da graust es mich. aber mal davon abgesehen, dass du lernen kannst allein zu sein (müsstest du schliesslich auch, wenn dein mann stirbt oder dich verlässt) finde ich es auch unverantwortlich deinen kindern gegenüber.

    lies mal ein bisschen in der rubrik "kinder von alkoholikern", WIE schlimm das für kinder ist, wie sehr sie sich ausgeliefert fühlen, wie oft sie sich wünschen, dass der trinkende elternteil tot wäre und wie sehr sie das co-elternteil dafür hassen, dass es nichts tut. von den spätschäden mal ganz abgesehen, die fast alle alki-kinder in der eienn oder anderen form haben. ich weiss, wovon ich rede, bin selbst so aufgewachsen :twisted:.

    also, bitte überleg dir doch mal, wie eine zukunft ohne ihn aussehen könnte. ich denke, wenn man da mal ganz realistisch alle möglichkeiten durchgeht, ist das sicher irgendwie machbar, auch wenn ihr dann sicher weniger geld habt und die organisiererei schwieriger wird. du wirst daran kaputt gehehn - früher oder später, und deine kinder auch, wenn dein mann weiter trinkt.

    gruß

    lavendel

    hallo mimimi,

    zu dem, was meine vorschreiber schon gesagt haben will ich nur noch hinzufügen: mein freund ist auch meinetwegen 500 km umgezogen, und ich hatte auch unter anderem deshalb ein furchtbar schlechtes gewissen, ihn fallen zu lassen. aber ich hab es irgendwann getan als ich gespürt hab, dass ICH ansonsten AUCH NOCH kaputtgehen würde. er schuldete mir auch noch geld, aber mir alles egal, hauptsache, ich bekomme meinen inneren frieden wieder. kein geld und kein schuldgefühl ist es wert, dass einem ein anderer mensch das leben zur hölle macht.

    gruß

    lavendel

    hallo funnie,

    das ist schön, glückwunsch! eine neue wohnung ist immer auch ein neuer lebensabschnitt und wenn du sie jetzt nur für dich und deine kinder schön herrichtest, dann wird es EUER zuhause, frei von allen (dinglichen) altlasten.

    wünsche dir viel glück damit!

    lavendel

    hallo chopin,

    kann mich meinen vorrednern nur anschliessen: dein beitrag hört sich sehr viel durchdachter an alles vorher. und du stellst in deinen gefühlen fest, dass sich da was tut - in richtung abnabelung. das ist doch ein riesenschritt, nu mach dich mal nicht so klein.

    ich hab auch lange gebraucht für meine schritte, hab mich zwischenzeitlich fast geschämt hier zu schreiben weil ich gedacht hab "ich bin so schwach, ich weiss doch, was ich tun müsste, aber ich kann nicht." irgendwann wars mir dann zuviel mit meinem freund, da hatte ich das berühmet "klick", und dann hab ich nägel mit köpfen gemacht. und das konnte ich nur durch das hier gelernte - es hat also doch gefruchtet. lag in der erde, hat dort rumort, und irgendwann ist die saat aufgegangen, und DANN konnte ich handeln. das ist nun mal so, wär ja auch zu leicht (und nicht richtig!) alle ratschläge sofort und auf der stelle eins zu eins umzusetzen, ohne drüber nachzudenken und sie für sich zu prüfen.

    wünsche dir, das du auf dem richtigen weg ZU DIR bleibst.

    gruß

    lavendel

    hallo emmari,

    willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast. hut ab vor dem, was du durchgesetzt und durchgezogen hast, das schaffen nicht viele. und instinktiv hst du das richtige gemacht: dich distanzieren, din eigenes leben leben, kontakt auf das nötigste beschränken.

    in vielem deiner geschichte erkenne ich mich wieder. meine eltern (beide) sind/waren auch alkies, ich hab mich irgendwann auch distanziert, von beiden, über längere zeit, weil ich es zum einen einfach nicht mehr ausgehalten habe, und zum anderen, weil mir insbesondere mein vater phasenweise tierisch auf den geist gegangen ist. er wurde nämlich auch selbstmitleidig: "alle haben mich verlassen, du bist doch das einzige, was ich noch habe, hast du mich denn garnicht lieb, ich bin doch dein vater....". was habe ich das gehasst. irgendwann hab ich den kontakt dann für einige jahre komplett abgebrochen (wegen einer anderen sache), musste ihn dann aber nach dem tod meiner großmutter - seiner mutter - wieder treffen.

    gern hab ich das nicht getan, aber im nachhinein bin ich froh, es stellte sich nämlich heraus, dass er an krebs erkrankt war. bis zu seinem tod hatten wir dann einen distanzierten kontakt. wir haben auch einmal alles aus der vergangenheit aufgerollt. er hat mich nicht verstanden, fand das alles nicht schlimm, aber er hat sich entschuldigt. als er dann gestorben ist war ich sehr froh, dass das nicht in unserer null-kontakt-zeit passiert ist. ich glaube, dann htte ich keinen frieden mit ihm machen können. deshalb weiss ich nicht, ob ein totaler kontaktabbruch, wenn dich dein vater "nur" nervt, aber dich nicht groß psychisch belastet, so gut ist. und das meine ich nicht aus dem grund heraus "er ist schliesslich dein vater", sondern aus dem puren selbstschutz heraus: kannst du in frieden leben, wenn ihr keinen kontakt mehr habt und er stirbt. ganz pragmatische überlegung. hört sich vielleicht herzlos an, aber was alkies ihren kindern durch ihre sucht und das nicht dagegen kämpfen antun, ist auch herzlos.

    das schwanken zwischen hass un liebe kenn ich auch, allerding eher in bezug auf meine mutter, sie war mir immer näher als mein vater. wenn sie mal längere zeit nüchtern war, war sie mir eine supergute freundin, und ich war auch stolz auf sie und hab gerne zeit mit ihr verbracht. wenn sie wieder getrunken hat, hab ich mich vor ihr geekelt, und in den schlimmsten phasen des psychoterrors hab ich mir gewünscht, dass sie tot ist, damit all das ein ende hat, weil ich einfach hilflos war. da war ich aber noch kind. jetzt sehe ich sie viel distanzierter (bin aber auch schon ein paar jährchen älter als du). wenn sie betrunken anruft, lege ich auf. es nimmt mich mit, aber es bestimmt nicht mehr ständig meine gedanken. ich würde mich freuen, wenn sie dauerhaft trocken würde, aber die hoffnung hab ich aufgegeben. sie lebt ihr leben, ich meins. die beiden leben haben nichts mehr miteinander zu tun. ich kenne auch von ihr das selbstmitleid, das "alle sind schuld, mir gehts so schlecht". da schalte ich dann auf durchzug, argumentieren hat eh keinen sinn.

    ja, und ob es ein spätes erwachen gibt? ich weiss nicht. ich denke schon, dass ich es in manchem schwerer habe im leben (vertrauen fassen, beziehungen, selbstbewusstsein....), aber soooo gravierend finde ich das nicht, ich hab mich damit arrangiert. und da du dich relativ abgeklärt anhörst und ich das gefühl habe, dass du die situation zwar nicht doll findest, sie dich aber auch nicht übermäßig belastet - eben weil du dich gut abgrenzt - sehe ich da nicht wirklich eine gefahr.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo funnie,

    genau: kontaktsperre. alles andere macht dich nur immer wieder traurig. ich weiss ja nicht so genau wie dein mann tickt, aber vielleicht will er dir ja gerade weh tun mit solch einem gedicht. vielleicht macht ihm das spass. es ist ja oft so, wenn bezieheungen zu ende gehen, dass es dann böse oder verletztend wird, gerade weil da viele gefühle im spiel sind. trauer, wut, enttäuschung, verletzung.... und solange das alles noch so frisch ist, wird es dich immer wieder treffen, du wirst wütend und traurig sein, reagierst (s. oben), dann kommt was zurück, und du hast wieder diese spirale, die dich so fertig macht.

    das darf nicht sein! du wirst auch nichts an seinem verhalten und seinen worten ändern, wenn du ihm 100 mal sagst, wie sehr er dich verletzt hat, und wie du dich fühlst. das einzige was passiert: du fühlst dich noch schlechter. ich würd ihm garnichts mehr von mir erzählen, nur noch das notwendige regelen, terminabsprachen, und sonst nichts mehr. kein erzählen über alltag, pläne, gefühle. ihn auch nichts fragen. rein geschäftsmäßig miteinander umgehen, wo es nicht zu vermeiden ist. alles andere katapultiert dich wieder in den kreislauf, aus dem du rauswillst.

    gruß

    lavendel

    hallo brianna,

    willkommen hier im forum und glückwunsch zur schwangerschaft :D.

    wie du es siehst finde ich sehr gesund: vater nur trocken. ich wünsche dir sehr, dass du konsequent bleibst, eine kindheit in einem alkihaushalt ist nämlich schlimm, kannst du reichlich in der entsprechenden kategorie hier im forum nachlesen.

    du selbst könntest dich mit einem neuen threat in der rubrik "co-abhängige" einbringen, dort wirst du auch sicher noch mehr antworten bekommen. wenn du magst, begleiten wir dich gern auf deinem weg.

    gruß

    lavendel

    hallo navarra,

    wir halten es nicht gut, wenn sich neue mitglieder gleich privat austauschen. das birgt die gefahr, dass man sich in der eigenen meinung bestärkt und dann einen falschen weg geht. wenn ihr hier offen schreibt, bekommt ihr rückmeldungen von viel mehr leuten, die vielleicht auch aus eigener erfahrung anders draufschauen und vielleicht auch andere erfahrungen beisteuern können. diese chance nehmt ihr euch, wenn ihr euch hier rauszieht.

    gruß

    lavendel

    hallo smilla,

    auch von mir ein herzliches willkommen.

    wäre schön, wenn du in der rubrik "coabhängige" ein bisschen mehr von dir schreiben würdest, dann könnten wir auch besser auf dich eingehen.

    z.b. will dein mann wieder trocken werden, wie geht er mit seinen rückfällen um, wann ist bei dir die schmerzgrenze erreicht, sieht du noch hoffnung, was tust du, um dich abzugrenzen und dir das leben schön zu machen...

    lieben gruß

    lavendel

    hallo nadine,

    du schreibst

    Zitat

    Daß ich mich mit den Selbstvorwürfen ruiniere und meine Mutter das nicht gewollt hätte ist sicher richtig, jedoch ist es trotz allem sehr schwer für mich die Schuldgefühle abzulegen... Ich habe so viel versäumt mit Ihr und kanns nicht mehr nachholen...

    sie hat auch viel mit DIR versäumt - indem sie getrunken hat. SIE hat diesen zustand der distanzierung verursacht, SIE hätte etwas für ein besseres mutter-tochter-verhältnis tun können, SIE war die mutter und du die tochter, SIE wäre dran gewesen....

    ich weiss, dass das schwer zu sehen ist, aber es ist so. weisst du, ich hab mich auch ganz lange mit schulgefühlen gequält, und einmal in einem gespräch mit meenem pfarrer (thema war eigentlich ein ganz anderes) hab ich das mal gesagt, dass es doch meine eltern sind, und in der bibel stünde "du sollst deine eltern lieben und achten" und dass ich das nicht richtig könne und mich deshalb so mies fühlen würde. da ist er förmlich explodiert und hat gebrüllt "sch*** liebesgebot". und mir das dann ganz ruhig erklärt. dass eltern nur eltern sind, wenn sie sich wie solche benehmen. und dass ich alles recht der welt habe wütend und enttäuscht zu sein, und dass ich diese wut ruhig mal "kultivieren" solle. weiss ja nicht, ob du mit religion was am hut hast. aber mir hat er dann einen wunderschönen rachepsalm als "hausaufgabe" gegeben, den ich meditieren sollte und dabei an meine mutter denken. das hat mir gut getan, so komisch sich das jetzt anhört. das hat mir distanz beschwert von den schuldgefühlen und mir einen blick dafür geöffnet, wie die rollenverteilung war. danach konte ich ein bisschen mehr frieden machen mit diesem mutter-tochter-verhältnis.

    und zu deinem geburtstag: ich würd auch feiern, es wird dir sonst noch viel schlechter gehen, ganz sicher. nimm ein foto von deiner mutter, lass es vergrößern und stell es in einem rahmen auf den tisch - dann hast du das gefühl, sie ist dabei. ich glaube, dass du dir selbst schadest, wenn du deinen geburtstag hinten runter fallen lässt - und wem nützt das?

    tja, und das mit der uhrzeit kenn ich auch. als mein vater gestorben ist (auch am alk), hab ich seinen krempel geerbt, unter anderem eine wunderschöne standuhr, die ich immer ganz toll fand. sie ist kaputt, ich hab sie nie reparieren lassen, und seit seinem todestag steht sie auf fünf vor halb acht - das war seine sterbenszeit. und immer wenn ich das sehe, schmunzele ich, und denke an ihn.

    und nochwas zum merken. ich glaub auch, dass sterbende das merken - auch wenn die ärzte meinen, das ist noch nicht so schlimm. es kann dann trotzdem ganz schnell gehen, war bei meinem vater auch so. da kannst du nichts machen, du hättest es nicht wissenn können, deine mutter wollte es dir augenscheinlich nicht sagen- ich bitte dich - mach frieden mit dir. DU hattest nichts in der hand zu ändern - NICHTS.

    sende dir einen lieben gruß

    lavendel

    hallo burkhard,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum. gut, dass du einen ersten schritt machst.

    eines möchte ich klarstellen: wir können (und möchten!) hier DIR hilfestellung leisten - nicht deiner frau! ganz oft ist es nämlich so, dass angehörige erfahren wollen, was sie denn gegen das trinken ihres partners machen können - und sich dabei völlig vergessen. das darf nicht sein.

    letztlich haben meine vorredner ja schon alles geschrieben: du hast keine chance gegen den alkohol, wenn deine frau nicht will. dann kannst du wirklich nur nach dir (und deiner tochter!) schauen. ich bin auch in einem alki-haushalt aufgeachsen - und glaub mir, ich knabbere noch immer an den folgen (bin jetzt 40). was für mich ganz besonders schlimm war: das gefühl, alleingelassen und schutzlos zu sein. dem trinkenden elternteil ausgeliefert, immer alles mitbekommen, ständig in sorge zu leben "ist sie betrunken, wenn ich von der schule heimkomme oder nicht?", kann ich freunde mitbringen?, versaut sie mir (mal wieder) meinen geburtstag.... all solche dinge, die man sich als kind ganz unwillkürlich ständig fragt, wenn man ständig ein betrunkenes elternteil vor der nase hat. das versaut einem das ganze leben - und man selbst kann (anders als der ehepartner!!!) da nicht raus. man kann ja nun mit 16 nicht einfach ausziehen. dies nur mal ganz krass aus kindersicht. deine sicht kennst du ja selbst.

    also: überleg dir gut, wieviel du von deinem leben noch (sínnlos) opfern willst - war ja bis jetzt schon eine ganze menge. noch mehr?

    lieben gruß

    lavendel

    hallo stoffel,

    auch von mir noch ein herzliches willkommen hier im forum.

    hab auch lange überlegt nach deinem ersten beitrag, was ich schreiben kann.

    nur zwei sachen möchte ich meinen vorschreiber/inne/n noch hinzufügen.

    1. aus eigener erfahrung: vor einem mann, der klammert und mir nachrennt, obwohl ich ihm klar und deutlich gesagt habe, dass ich von ihm nichts mehr will und die beziehung beenden möchte, hätte ich persönlich schwierigkeiten respekt zu haben. aus zwei gründen: zum einen respektiert er meine entscheidung nicht (und zeigt mir so, dass er mich nicht für voll nimmt) und zweitens tickt frau oft so, dass sie mit solch einem mann eher mitleid hat, statt liebe und gleichberechtigte partnerschaft zu empfinden. vielleicht ist das jetzt sehr krass, aber so würde ich empfinden (bzw. hab das auch schon mal so empfunden). mir würde mehr imponieren, wenn der mann das erstmal ruhen lässt und sein ding macht, statt mir wie ein geprügelter hund hinterherzulaufen.

    2. dass sich in solchen therapien oft "verbindungen" ergeben, hat rose ja schon geschrieben. ein grund ist sicher, dass es in solchen einrichtungen ja richtig zur sache geht, und man sich dort inhaltlich und damit sicher auch emotional sicher sehr viel näher ist, als mit dem gesammelten freundeskreis oder der familie. in meinem tagebuch hier im der geschlossenen abteilung stehen auch meine innersten gedanken drin, die sonst kaum einer kennt. einfach weil es hier nicht mein alltag ist und weil man mich hier versteht. das ist draussen nicht so, was das thema alkoholismus angeht. und deshalb ist mir hier manch einer näher als meine freunde im der realen welt. das dürfte den patienten in der therapie ähnlich gehen. aber auch wie rose sagt: solchen "beziehungen" steht oft ein schnelles ende bevor.

    und da du sowieso nichts an den gefühlen deiner frau ändern kannst wünsche ich dir sehr, dass du ein bisschen gelassenheit finden kannst, dass du abwarten lernst. ich weiss, dass das tierisch schwer ist, aber letztlich ist das das einzige, was du tun kannst. und bitte, auch im eigenen interesse: lass das mit unangekündigten besuchen. ich persönlich würde mich kontrolliert fühlen und dich achtkant rausschmeissen.

    gruß

    lavendel

    hallo ulrike,

    willkommen hier!

    natürlich kannst du hier alles schreiben, vorausgesetzt, es ist nicht beleidigend oder ehrverletzend.

    wenn du hier ein bisschen liest kannst du feststellen, dass hier ganz viele über ihre innersten gedanken schreiben - offener vielleicht, als sie mit menschen in ihrer umgebung reden. oft hilft das sehr. also: versuch es, es lohnt sich ganz bestimmt für dich.

    dazu müsstest du aber auch ein bisschen mehr schreiben, was denkst du, was fühlst, woran machst du die angst vor einem rückfall fest, was tust du dagegen? und konkrete fragen machen es uns auch leichter, dir konkret zu antworten und tipps zu geben.

    gruß

    lavendel

    hallo sabrina,

    willkommen hier im forum, schön dass du hergefunden hast.

    ich bin ja nun schon etwas älter als du :wink:, aber ich bin auch in einer alkoholikerfamilie aufgewachsen, und ich kann mich noch gut an dieses gefühl der hilflosigkeit erinnern, wenn die mutter trinkt, man flaschen sucht, ausschüttet, immer neue dazu kommen, man nie weiss, wie sie drauf ist, heute hü und morgen hott ist - furchtbar. von daher wird es dir sicher gut tun, dich hier einfach mal auszuheulen - hier gibt es viele wie dich (und mich).

    dein vater hat schon recht: sie muss wollen, sonst wird nichts passieren. alles reden hat keinen sinn, alkohol suchen, fragen stellen danach auch nicht, das kostet euch nur nerven. vergiss es einfach.

    was ihr tun sollte ist in erster linie an euch denken. das ist schwer, wenn man kind ist und noch zuhause wohnt, das weiss ich. vielleicht setzt du dich nochmal in einer ruhigen minute mit deinem vater zusammen und sagst ihm, WIE schlimm das für euch ist? vielleicht ist ihm das garnicht so klar? vielleicht könntest du auch mal mit ihm (oder auch alleine, bist ja schon groß :wink:) zu einer suchtberatung in eurer stadt gehen. das kostet nichts und ist anonym. caritas und diakonie haben sowas, die stadt meistens auch, musst du mal im telefonbuch gucken. da könnte man dir erzählen, was es für möglichkeiten gibt - auch für dich und deinen bruder. es gibt zum beispiel selbsthilfegruppen für kinder von alkoholikern - der austausch allein tut oft schon gut.

    ja, und dann könntet ihr eurer mutter deutlich zeigen, dass ihr sie SO nicht mögt. ich hab mich immer in meinem zimmer eingesperrt, wenn sie getrunken hat. heute leg ich das telefon auf, wenn sie mich betrunken anruft. der alkoholiker muss MERKEN, dass sein handeln negative konsequenzen hat - liebesenzug zum beispiel. manchmal ist sowas ein baustein zum aufhören wollen.

    ansonsten kann ich dir nur viel kraft wünschen - und schreib hier ruhig ganz viel, wenn dir danach ist.

    lieben gruß

    lavendel