Beiträge von lavendel

    hallo nadine,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum und mein beileid zum tod deiner mutter. ich hab meinen vater an den alkohol verloren, und seine letzten tage waren nur noch grausam.

    Zitat von Lady of Ice

    Leider komme ich mit den Gefühlen die ich erst seit Ihrem Tod spüre nicht klar.... Und solche Schuldgefühle habe ich... So oft war ich distanziert, oder gar abweisend zu meiner Mutter, die trotz allem immer noch die Nähe zu mir und den Enkelkindern suchte... Sie wollte so gerne was mit mir spielen etc... Ich hatte immer abgeblockt... Hätte ich nur geahnt daß die Zeit weg rennt... Wie konnte ich nur so abweisend sein..? Ich kanns nie wieder gut machen... Nie mehr...

    mach dir keine schuldgefühle. ich weiss, das ist leichter gesagt als getan. ich hab mich auch lange damit gequält, genau mit solchen gedanken wie du. aber erstens weiss man nicht, wann ein mensch stirbt, und zweitens war deine abweisung die folge des handeln deiner mutter. mach dir das bitte klar. du warst ja nicht einfach bockig, sondern du mochtest deine trinkende mutter nicht - und das finde ich völlig legitim! ich rede auch nicht mit meiner mutter, wenn sie angetrunken ist (auch alki), lege das telefon auf. pflege nur noch sehr sporadischen kontakt mit ihr. nicht weil ich sie generell nicht mag, sondern weil ich sie nicht mag, wenn sie angetrunken ist, und weil ich ihr nicht mehr vertrauen kann. aber das hat sie verbockt, nicht ich, und deshalb habe ich da auch keine schuldgefühle (mehr).

    weiter schreibst du:

    Zitat

    Ich hatte meine Mutter immer "nur lieb", aber nicht geliebt... Vielleicht ein Schutz meiner Seele nicht mit dran kaputt zu gehen, diese Liebe spüre ich erst seit dem 20.03. und es schmerzt so sehr...

    auch das ging mir beim tod meines vaters ähnlich. ganz plötzlich - NACH seinem tod - hab ich ganz starke gefühle entwickelt, hab mir die augen aus dem kopf geheult, fotos von ihm in meiner wohnung aufgestellt - ich glaube, das ist erstmal eine normale stressreaktion - und das geht auch wieder weg, bzw. normalisiert sich auf die "normalen" gefühle, die vor dem tod da waren. natürlich vermisst man den toten erstmal, dann malt man sich aus, was alles (schönes) hätte sein können, vergisst vielleicht die weniger schönen dinge und hat plötzlich wirklich das gefühl von liebe. aber ich denke wirklich, dass sich das mit der zeit relativiert.

    bei mir ist übriggeblieben schon ein bisschen trauer, dass mein vater nicht mehr da ist (er ist mit 63 gestorben), er war halt mein vater, und eltern hat man nur einmal. aber trotzdem: ich hab mein leben, er hatte seins, und er hat seinen frühen tod selbst herbeigeführt, was soll ich da noch hadern?

    wünsche dir viel kraft.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo cosimax,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum.

    wie dein weg theoretisch aussieht, weisst du ja, und du hast ja auch schon einige antworten bekommen. dazu noch: du KANNST ihn nicht verstehen, da gibt es nichts zu verstehen für die angehörigen, warum der partner trinkt. sowas lässt sich nicht logisch erklären, das ist das wesen der sucht. man kann einafch nur aufhören, verstehen zu wollen. das fällt schwer, ich weiss, ich hab das auch hinter mir. ich kann mir jetzt nur noch sagen, es ist sein leben, er und nur er hat in der hand, ob er komplett abstürzt oder vielleicht doch noch die kurve kriegt. aber ICH kann NICHTS für ihn tun, garnichts.

    ich kann (und muss!) mich um mich kümmern, darum, dass MEIN leben ok ist, dass ich zufrieden bin. und du hast noch kinder, für die du ja auch verantwortung trägst. ich bin in einer alki-familie aufgewachsen, und ich kenne diese furchtbaren ohnmachtsgefühle eines kindes, wenn das elternteil komisch riecht, sich komisch benimmt, es immer wieder streit und spannungen gibt. ung glaub mir: lieber mit einem elternteil in frieden leben, als mit zweien in unfrieden. ganz bestimmt.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo stefan.

    auch von mir noch ein verspätetes willkommen hier im forum. letztlich ist alles wesentliche gesagt worden: DU hast KEINE chance, etwas zu ändern. null.

    Zitat von dadala

    Ich kann doch nicht zusehen wie sie vor die Hunde geht, wie sich sich zu Tode trinkt.....

    Ich weiss nicht weiter..

    Stefan

    ganz brutal gesprochen: dann geh.

    letztlich hast du nur die wahl: zusehen oder gehen. du wirst nichts machen können, das ist einfach so. was wir hier manchmal raten ist dem partner/der partnerin ein ultimatum zu stellen. ganz klar zu sagen "ich will mit dir leben, aber nur wenn du dauerhaft trocken bist. alles andere werde ich nicht mitmachen, ich werde dich nicht auf deinem weg in den untergang begleiten, weil auch ich dann untergehen werde." manchmal hilft das, wir haben solche beispiele. das solltest du aber erst dann tun, wenn du wirklich zur trennung bereit bist, und diese müsstest du dann auch durchziehen, sonst wirst du unglaubwürdig.

    manche alkoholiker kommen dadurch zur besinnung, dass sie erkennen, dass der partner wirklich WEG ist, wenn sie weitertrinken.

    gruß

    lavendel

    hallo teufelchen,

    du schreibst

    Zitat

    So und das nächste „Problem“ was kommen wird, was macht er nächstes Wochenende ???? Bekommen Besuch von seinem Arbeitskollegen und Familie, die schlafen dann im Gästezimmer. Da wo er jetzt eigentlich „einquartiert“ ist.

    hast du nicht ne freundin, bei der du dich übers wochenende einquartieren kannst? das würd ich machen.. schliesslich ist es "sein" besuch, soll er ihn doch verarzten. und ausserdem: möchtest du "heile welt" spielen? ich hab das oft genug getan und weiss, wie weh das tut. ich hab mich dabei verraten und würd mir das nicht mehr antun. small talk, lächeln, wenn er sich das bier einschüttet, so tun, als freue man sich auf den gemeinsamen urlaub - wär mir eine grauslige vorstellung...

    gruß

    lavendel

    hallo leominda,

    dass dein ausbruch absolut kontraproduktiv war, hast du ja schon selbst gemerkt.

    abstand bekommen heisst abstand wahren. gegen wut, enttäuschung, rachegelüste, frust, wehtunwollen - gegen ALLES. abstand halten und wahren gegen alle gefühle und sehnsüchte, mit dem kopf - wissend, dass anders kein abstand werden wird. und ohne abstand bekommst du den kopf nicht frei, für deine vorhaben (s. liste oben), für eine selbstliebe, oder sei es erst einmal nur eine selbst-zufridenheit = zufrieden mit dir selbst. solange er noch macht hat - und die räumst DU Ihm ein, solange wirst du achterbahn fahren und nicht weiterkommen, da hat karsten völlig recht.

    ich hab nach der trennung von meinem freund sechs oder sieben wochen völlige funkstille gehabt, und die hab ich mit aller kraft für MICH mobilisiert. natürlich hab ich mich hier auch (im geschlossenen) ausgeheult über frust, trauer und enttäuschung - dass diese gefühle da sind, will ich garnicht wegdiskutieren. aber GLEICHZEITIG hab ich mit dickkopf begonnen, dinge zu tun von denen ich geglaubt habe, dass sie MIR gut tun. hab mich im fitnessstudio angemeldet. bin regelmäßig am wochenende ins kino gegangen, hab mich mit freundinnen getroffen - auch ohne lust, wissend, hoffend, dass es sich auzahlen wird, dass ich loskomme von der fixiertheit auf ihn, loskomme von der trauer und dem phlegma, was mich keine sonne mehr hat sehen lassen.

    DU hast es in der hand, ob dein leben sortiert ist, ob du sport machst, ob du abnimmst. das kann dir keiner abnehmen, und mit all dem kannst du HEUTE beginnen. HEUTE, nicht morgen oder übernächste woche.

    ich war heute in der kirche, da war das motto der predigt "entdecken, was wirklich wichtig ist". ich finde, dass dieser satz alles sagt, was (für mich) zu einem gelungenen leben gehört: herauszufinden, was wirklich wichtig ist für mich und mein leben, und danach streben, das zu erreichen.

    wünsche dir gelassenheit, und dass du deine kraft in DEIN leben investierst, nicht in deinen ex oder potenzielle partner. jetzt bist erstmal du dran.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo teufelchen,

    Zitat von Teufelchen_im_Norden

    @ lavendel

    der urlaub war vor dem Ganzen hier gebucht. Einige Postings vorher schrieb ich ja schon meine Bedenken. Darum ist das die Vorstellung von Urlaub und Wohnung ziemlich verdreht. Bezüglich der Wohnung schrieb ich auch das mit das ziemlich komisch vorkam. Naja das ist das Ding mit den Gefühlen. Die kann man nicht schlagartig ausknipsen.

    das weiss ich doch.... aber wir hatten hier auch schon fälle, wo eine verlobung NICHT eingegangen wurde, oder eine gemeinsam gemietete wohnung NICHT bezogen wurde. was ich damit sagen will: du sitzt nicht auf einem zug, von dem du nicht abspringen kannst. wenn du mit ihm in den urlaub fahren MÖCHTEST und dich darauf freust wär ich die letzte die sagt "mach das nicht".

    aber das gefühl habe ich bei dir nicht, und eine der aufgaben dieses forums (bei den cos) ist es ja, uns gegenseitig in dem zu bestärken, was WIR möchten, was UNS gut tut. hinzusehen, wenn wir uns schon wieder für den alkoholkranken partner verbiegen, im zuliebe dinge tun, die uns schaden, oder auch oft einfach aus fehlenden mut heraus dinge tun, die nicht gut sind für UNS. und genau das gefühl hab ich bei dir. deshalb hab ich dir geschrieben, ob du deinen urlaub nicht nochmal überdenken möchtest. mir ist klar, dass solch ein gedanke angst macht, aber du bist doch hier, um dich mit dir auseinderzusetzen, oder?

    gruß

    lavendel

    hallo nofun,

    keine sorge, du kannst hier einfach so schreiben, das kostet nichts.

    um dich zu informieren, könntest du zu einer suchtberatungsstelle gehen, die caritas hat sowas, oder die diakonie. findest du bestimmt im telefonbuch. die erzählen dir dann ganz genau, was es für möglichkeiten gibt. vielleicht gehst du da mal mit deinem vater hin?

    ja, und dass sie sich schämt, dass sie trinkt, und das nicht will, das ist wahrscheinlich ernst gemeint. aber allein das reden nützt nichts, sie muss etwas TUN. und wie das geht, können sie euch bei der suchtberatung erzählen.

    lavendel

    hallo teufelchen,

    gut, das du anfängst, etwas für dich zu tun...

    sag mal, hab ich das richtig verstanden, dass ihr GEMEINSAM in gut drei wochen in den urlaub fliegt und du dir GLEICHZEITIG wohnungen anguckst? datt find ich ja ein bisschen schräg...

    den urlaub möchte ich noch kommentieren. ich hab das im letzten jahr auch so gemacht. hab gedacht, wenn mein freund und ich mal ein bisschen zeit für uns haben, reden können, was anderes sehen, abseits vom alltag, vielleicht ist das gut. wir haben dann für eine woche ein ferienhaus gebucht. und weisst du, wie für mich der urlaub aussah? ich hab mich ständig gefragt, ob ich im falschen film bin. ich hab den tag über gute mine zum bösen spiel gemacht. er hat mittags angefangen zu trinken, dann mittagsschlaf, dann vielleicht noch ein bischen was gemeinsam, dämmerschoppen, essen gehen, weitertrinken, um neun im bett. im anderen zimmer. ich hab mich mit meinem handy unter meiner bettdecke verkrochen und meiner freundin die ohren vollgeheult. so wütend, hilflos und ausgeliefert hab ich mich selten gefühlt im leben. keine möglichkeit wegzulaufen. das war der schlimmste urlaub meines lebens. mein freund erzählt, er hätte ihn richtig schön gefunden :shock:.

    will ich dir nur mal zum nachdenken geben. du wirst nichts damit retten, ganz sicher nicht. willst du dich dem wirklich aussetzen?

    gruß

    lavendel

    hallo nofun,

    ich schieb dich mal in die rubrik "kinder von alkoholikern", da gibt es ganz viele wie dich (oder mich), da kannst du dich sicher besser austauschen.

    du fragst nach "tipps". ja, so einfach ist das nicht. grundsätzlich gilt: ein alkoholiker muss von selbst aufhören WOLLEN zu trinken, sonst gibt datt nix. alkoholismus ist eine krankheit, das hat nichts mit dem willen zu tun, und deine mutter trinkt auch nicht, weil du, deine geschwister oder dein vater ihr was tun. sie trinkt, weil sie muss. das ist jetzt keine entschuldigung, nicht falsch verstehen. aber sie kann nicht anders.

    du solltest mal - vielleicht zusammen mit deinem vater - einen zeitpunkt abpassen, wo sie nüchtern ist, und ihr sagen, wie schlimm das alles für dich/euch ist und wie sehr du dir eine trockene mutter wünschst. ich weiss nicht, ob das wirklich was nützt, aber es wäre zumindest mal ein erster schritt. ansonsten kannst du nicht viel für sie tun, aber du kannst etwas für DICH tun, und das solltest du unbedingt. du solltest dich so gut wie möglich abgrenzen, versuchen dich abzulenken, nicht mit ihr reden, wenn sie getrunken hat (ich weiss, das ist schwer). ich bin dann immer in mein zimmer gegangen und hab die tür zugemacht, hab gesagt "ich rede nicht mit dir, wenn du getrunken hast".

    du musst dir auch immer wieder klarmachen, dass du nichts für ihr saufen kannst. gibts vielleicht in der nächstgrößeren stadt selbsthilfegruppen, wo du mal hingehen könntest? die anonymen alkoholiker zum beispiel bieten spezielle gruppen für kinder und jugendliche an. ich denke, dir würde es helfen, dich mit gleichbetroffenen auszutauschen. das kannst du natürlich auch hier machen.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo steffi,

    hab dich grad erst hier entdeckt :oops: und heiße dich herzlich willkommen. das kommt davon, wenn man einfach seine geschichte in andere threats schreibt, dann geht man schon mal unter :wink:.

    nur mal so als idee: magst du nicht die dinge, die du geschrieben hast, mal rauskopieren und damit in dieser rubrik einen eigenen threat aufmachen? dann würdest du sicher auch ne ganze mange antworten von anderen erwachsenen kindern von alkoholikern bekommen, und einen regeren austausch haben können. nur, wenn du magst, und mit uns an DEINER vergangenheit weitermachen willst, ich will dich nicht drängeln....

    das mit der verzerrten wahrnehmung ist so ne sache. meine mutter hat auch immer versucht mir einzureden, ich habe mir das alles nur eingebildet, was während meiner kindheit und ihrer trinkzeit passiert ist. da hab ich mich früher auch oft gefragt "spinne ich denn jetzt?", aber ich WEISS, dass ich mir all das nicht eingebildet hab. und ich habs auch erst mit psychotherapie und seelsorgegesprächen geschafft, (emotionalen) abstand von meinen trinkenden eltern zu bekommen. wünsche dir einen guten weg.

    lieben gruß

    lavendel

    loop,

    das ist KEINE antwort.

    wenn ich es recht verstehe, willst du den alkohol verstehen und kontrollieren? dann, denke ich, bist du hier nicht richtig.

    wir wollen niemanden dazu helfen, kontrolliert mit alkohol umgehen zu lernen. wir sind der überzeugung, dass kontrolliertes trinken nicht klappt, und dulden keine (auch versteckte) propaganda zu diesem thema.

    deshalb noch einmal konkret die frage:

    willst du künftig 100%ig abstinent leben? dann bist du hier willkommen. sonst nicht.

    gruß

    lavendel

    hallo volker,

    willkommen hier. du kannst dich glücklich schätzen, dass du nicht in der co-abhängigkeit gelandet bist.

    eines möchte ich aber klarstellen: wir sind hier ein selbsthilfeforum, d.h. für betroffene, die sich austauschen und voneinander lernen wollen - geholfen bekommen und helfen. was wir nicht so recht mögen, sind teilnehmer, die psychologisieren und belehren möchten, ohne betroffen zu sein.

    mag sein, dass dir das jetzt unfreundlich vorkommt, aber das passiert relativ häufig, und da ist es sicher besser, wenn du weisst, woran du hier bist, und womit du willkommen bist, und womit nicht.

    gruß

    lavendel

    hallo kassandra,

    was ich tun würde: den arzt JETZT anrufen und ihm sagen, dass mir die verantwortung zu groß ist, dass ich mir das nicht zutraue zu beurteilen, wann es wirklich kritisch wird, und ob er nicht nochmal vorbeikommen können und deinen mann einweisen lassen. ich würd mir diese verantwortung nicht aufbürden, und du bist doch auch kein esel, oder :wink:?

    gruß

    lavendel

    hallo kassandra,

    willkommen hier im forum.

    na, was der arzt da macht, finde ich ja höchst kritisch. war dein mann ehrlich, dass er ein massives alkoholproblem hat?

    du weisst, dass ein kalter entzug zu krämpfen, zum delir und zum tod führen kann? wenn dein mann astronomisch hohe werte hat, hat er auch astronomisch viel getrunken, entsprechend heftig kann der entzug ausfallen

    das problem ist ja, dass man niemenden gegen seinen willen ins krankenhaus einliefern kann, wenn der "nein" sagen kann, fährt der krankenwagen wieder. kannst du nicht nochmal mit ihm reden, ob er nicht doch ins krankenhaus geht? die verantwortung, die er dir aufbürdet, ist schon ganz schön groß....

    gruß

    lavendel

    hallo loop,

    willkommen hier im forum.

    darf ich dich fragen, ob du künftig komplett ohne alkohol ein freies leben leben möchtest? wenn ja, dann bist du bei uns richtig und wir werden dich gern auf deinem weg begleiten.

    wenn du allerdings über geborgene wirklichkeiten mit alkohol philosophieren möchtest, sind wir nicht die richtigen ansprechpartner für dich.

    gruß

    lavendel

    hallo vollfreies,

    jetzt hab ich dich mal komplett gelesen, und vieles kommt mir bekannt vor.

    ich bin in deinem alter, meine mutter ist auch alki (lebt aber noch), und mein freund trinkt auch seit 30 jahren und findet/fand das "ganz normal". als ich angefangen hab zu mosern, weil es immer mehr wurde, und dann auch oft aus langeweile, nicht zur ruhe kommen, frust.... hab ich mir die gleichen argumente eingefangen wie du.

    schlimmer noch, mien freund hatte bei natürlich ganz schnell das vermeintliche totschlagsargumentt bei der hand: du übertreibst, du projizierst von deiner mutter auf dich, die pure übertragung, übersensibel.... tja, dann versuch mal das gegenteil zu beweisen :wink:. ich denke, wir sind durch die erfahrungen aus dem elternhaus natürlich in bezug auf alkohol auch sensibler als solche menschen, die damit noch keine erfahrung haben. datt passt den herren natürlich erst recht nicht, können sie uns doch nicht so leicht ein X für ein U vormachen. das ärgert sie, und entsprechend versuchen, sie uns lächerlich zu machen.

    ich hab meinem freund ein ultimatum gestellt und das dann auch durchgezogen. nach einigen schleifen ist er dann (hoffentlich) doch zur einsicht gekommen und peilt jetzt eine langzeittherapie an.

    mir war völlig klar, dass ich nienienie mein leben mit einem nassen alki verbringen würde, ich weiss zu gut, wie sich das anfühlt. also kann ich dir nur raten: mach nägel mit köpfen. lieber in einer minibutze leben, als unter dauerstrom. ich hab mich dann auch ganz schnell auf die suche gemacht nach gesellschaft, damit ich mich ablenken kann. hab über anzeigen frauen für kino, kneipe, sport... gesucht und auch gefunden. das hat mir gezeigt, dass ich meinen alltag auch gut alleine geregelt bekomme und nicht einsam sein muss. das war mir ganz wichtig und hat funktioniert.

    wünsche dir viel kraft, DEINEN weg zu gehen.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo funnie,

    du hast dich vor einiger zeit hier mal beklagt, dass du keine antworten bekommst, und gefragt, ob wir dich nicht wahrnehmen, und dass du unterstützung gebrauchen könntest. ich hab dir damals geschrieben, dass ich dich zwar immer lese, mir dazu aber nicht wirklich viel einfällt.

    ich hab dich auch weiter verfolgt, und ich denke, ette hat es auf den punkt gebracht: du kreist immer noch und immer wieder in destruktiver weise um deinen ex. mir scheint manchmal, deine ganze "erfüllung" besteht darin, sich um ihn, den alk, das was er dir angetan hat, und deinem kind antun könnte zu drehen. davon handeln alle deine beiträge, immer mal wieder mit einer anderen facette, aber letztlich ohne innere und äußere entwicklung. du kultivierst deine enntäuschung und deinen hass. und solange du das tust, wirst du nicht frei werden für ein eigenständiges, erfülltes leben.

    deshalb weiss ich auch nicht mehr, was ich dir schreiben soll. wenn dir hier jemand deutlich sagt, was er denkt, fühlst du dich angegriffen- schreibst du selbst - und du wirst dich wahrscheinlich auch von mir angegriffen fühlen. letztlich ist es viel einfacher, sich als opfer zu fühlen als aktiv zu werden - innerlich und äußerlich.

    kann dir die worte von ette nur wärmstens ans herz legen - denk mal drüber nach.

    und noch was: ich kann sehr gut nachfühlen, wie es dir geht. mir ging es lange zeit mit meinen alki-eltern so, ich war zerfressen vor wut, enttäuschung, bitterkeit, ich konnte mich prima dahinter verstecken, was sie mir alles angetan haben - und das kann auch eine prima entschuldigung für eigene untätigkeit und selbstmitleid sein. erst wenn man all diese gefühle ablegen kann, wird man ein souveränes, erwachsenes leben führen können.

    gruß

    lavendel

    hallo larissa,

    nö, glaub ich nicht, dass trockenen alkies schneller lernen als cos. du findest hier in den beiden rubriken co und alkoholsucht welche die über monate/jahre und unmegen von seiten rumeiern. immer wieder sagen "ja, aber....". und es gibt welche, die relativ schnell begreifen und dann auch umsetzen. ich denke, da gibt es keinen unterschied.

    was für meine begriffe aber einen großen unterschied macht: die cos sind weg, wenn sie ihr aktuelles alkie-partner-problem gelöst haben. deshalb gibt es hier nicht so viele co-(erfolgs)geschichten nachzulesen. die cos meinen nämlich oft, sie seien "geheilt", wenn sie entweder den partner verlassen haben, oder aber der sich für die trockenheit entschieden hat. der alki weiss aber, dass er kontinuierlich dranbleiben muss. deshalb gibt es hier viele erfolgreiche geschichten von langzeittrockenen und keine langzeitgeschichten von cos.

    das ist in meiner realen shg auch so, da kommen kontinuierlich nur die alkies, das geht soweit, dass dort angehörige, die länger kommen, scherzhaft als "unsere vorzeigeangehörige" tituliert werden.

    im übrigen wäre es bei mir auch so: wenn die geschichte mit meinem freund in die eine oder andere richtung endgültig gelöst wäre, sähe ich für mich persönlich auch keinen grund mehr, über MEINE geschichte weiterzuschreiben. als ratgeberin, ok, aber als betroffenen dann nicht mehr. weil ich eben keinen alki-partner mehr hätte oder aber mich ausreichend emanzipiert hätte.

    gruß

    lavendel

    hallo nevio,

    herzlich willkommen hier im forum!

    aus nicht allzu schlimm kann ganz schnell ganz schlimm werden, und wenn du dir jetzt schon gedanken machst, solltest du vielleicht doch deinen mut zusammen nehmen und was sagen, ehe es dir so geht wie vollfreies. ist es denn wirklich so schwer? dann könntest du doch auch einen brief schreiben, so habe ich das damals bei meiner mutter gemacht.

    und eigentlich gibt es ja "nur" folgendes zu sagen: dass du dir sorgen um sie und ihren alkoholkonsum machst, dass du feststellst, dass sie häufig und eine ganze menge trinkst und dass du angst hast, dass ihr etwas passiert, wenn sie so weitermacht. das wär doch schon mal ein anfang.

    könntest ihr auch sagen, dass du dich mal ein bisschen umgeschaut hast im internet und schon glaubst, dass es nicht normal ist, flaschen zu verstecken und regelmäßig zu trinken. nur mal so als idee....

    gruß

    lavendel