hallo nadine,
auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum und mein beileid zum tod deiner mutter. ich hab meinen vater an den alkohol verloren, und seine letzten tage waren nur noch grausam.
Zitat von Lady of IceLeider komme ich mit den Gefühlen die ich erst seit Ihrem Tod spüre nicht klar.... Und solche Schuldgefühle habe ich... So oft war ich distanziert, oder gar abweisend zu meiner Mutter, die trotz allem immer noch die Nähe zu mir und den Enkelkindern suchte... Sie wollte so gerne was mit mir spielen etc... Ich hatte immer abgeblockt... Hätte ich nur geahnt daß die Zeit weg rennt... Wie konnte ich nur so abweisend sein..? Ich kanns nie wieder gut machen... Nie mehr...
mach dir keine schuldgefühle. ich weiss, das ist leichter gesagt als getan. ich hab mich auch lange damit gequält, genau mit solchen gedanken wie du. aber erstens weiss man nicht, wann ein mensch stirbt, und zweitens war deine abweisung die folge des handeln deiner mutter. mach dir das bitte klar. du warst ja nicht einfach bockig, sondern du mochtest deine trinkende mutter nicht - und das finde ich völlig legitim! ich rede auch nicht mit meiner mutter, wenn sie angetrunken ist (auch alki), lege das telefon auf. pflege nur noch sehr sporadischen kontakt mit ihr. nicht weil ich sie generell nicht mag, sondern weil ich sie nicht mag, wenn sie angetrunken ist, und weil ich ihr nicht mehr vertrauen kann. aber das hat sie verbockt, nicht ich, und deshalb habe ich da auch keine schuldgefühle (mehr).
weiter schreibst du:
ZitatIch hatte meine Mutter immer "nur lieb", aber nicht geliebt... Vielleicht ein Schutz meiner Seele nicht mit dran kaputt zu gehen, diese Liebe spüre ich erst seit dem 20.03. und es schmerzt so sehr...
auch das ging mir beim tod meines vaters ähnlich. ganz plötzlich - NACH seinem tod - hab ich ganz starke gefühle entwickelt, hab mir die augen aus dem kopf geheult, fotos von ihm in meiner wohnung aufgestellt - ich glaube, das ist erstmal eine normale stressreaktion - und das geht auch wieder weg, bzw. normalisiert sich auf die "normalen" gefühle, die vor dem tod da waren. natürlich vermisst man den toten erstmal, dann malt man sich aus, was alles (schönes) hätte sein können, vergisst vielleicht die weniger schönen dinge und hat plötzlich wirklich das gefühl von liebe. aber ich denke wirklich, dass sich das mit der zeit relativiert.
bei mir ist übriggeblieben schon ein bisschen trauer, dass mein vater nicht mehr da ist (er ist mit 63 gestorben), er war halt mein vater, und eltern hat man nur einmal. aber trotzdem: ich hab mein leben, er hatte seins, und er hat seinen frühen tod selbst herbeigeführt, was soll ich da noch hadern?
wünsche dir viel kraft.
lieben gruß
lavendel