Beiträge von lavendel

    hallo kirsi,

    ich schreibe dir mal aus der sicht einer angehörigen.

    mich haben erst die harten worte hier im forum und in meiner realen selbsthilfegruppe dazu gebracht, mein leben zu ändern. es hätte mir nicht weitergeholfen, hier betüttelt und bedauert zu werden. natürlich habe ich manches mal geschluckt, wenn so ein "rrrrruuuummmmms" kam, aber letztlich haben sie fast alle fast immer recht gehabt.

    ich finde auch nicht, dass jemand hier "angeprollt" wird. im gegenteil: wenn ich mir die mühe mache, jemanden zu lesen und ersthaft zu antworten: das tue ich doch nur, wenn ich ihm helfen will. "ich drücke dich" kann ich endlos kopieren und in jeden threat setzen: wem nutzt das?

    in den angehörigenrubriken stelle ich sehr oft fest, dass die (meistens die weiblichen) angehörigen zwar oft unter der situation leiden, sie aber meinen nicht ändern zu können oder auch nicht zu wollen. da hab ich dann irgendwann die wahl zwischen nix mehr schreiben, weil ich mir denke, das ist verschwendete zeit, oder eben harte worte zu schreiben. was meinst du, ist besser?

    ich bin sehr froh, dass ich häufig contra bekommen habe auf mein "ja, aber...". ich würde sonst nämlich immer noch in der selben situation stecken wie vor einem jahr - und heute gehts mir doch viel besser :wink:

    gruß

    lavendel

    liebe elfriede,

    ich staune immer wieder über deine kraft - dein mann kann wirklich glücklich sein, dich an deiner seite zu haben :) . aber wie schon mal gesagt: überfordere dich nicht, hör auch auf deinen körper, wenn du nämlich zusammenklappst, hilft das niemandem. mache mir schon ein bisschen sorgen...

    lieben gruß

    lavendel

    hallo alishanda,

    Zitat von Alishanda

    Aber sie ist es von Anfang an gewöhnt, die Führung zu übernehmen und sich um alles zu kümmern.

    böse gesagt: vielleicht "braucht" sie das? das ist ein zeichen der sogenannten co-abhängigkeit, dass manche menschen eine gewisse "befriedigung" darin finden, sich mehr als beiden gut tut um andere zu kümmern. sich quasi aus dieser situation heraus zu definieren: mein mann braucht mich also bin ich, mal etwas überspitzt formuliert. aber das ist nicht DEIN problem, soondern das deiner mutter.

    Zitat

    Das Problem warum mein Vater nichts einsehen will, ist, dass schon in seiner Familie viel getrunken wurde. Als die Großeltern noch jünger waren, war es völlig normal, dass jeder Gast seine eigene Weinflasche hatte, und ich denke, wenn man so groß wird, verschieben sich die Grenzen.

    das stimmt. aber trotzdem sind wir denkende menschen, und sollten unterscheiden können. manchmal ist die ausrede auch der einfachste weg "das ist doch normal, andere trinken doch auch viel."

    Zitat

    Du schreibst, dass ich mit meinem Vater reden sollte. Ich versichere Dir es schon unendliche Male getan zu haben, auch meine Mutter. Wie oft haben wir mit meinen Großeltern gesprochen, aber auch die meinen, es sei übertrieben. Aber ich weiß, dass unter vorgehaltener Hand in der Familie darüber gelästert wird.

    vielleicht hilft dann wirklich nur ein rausziehen. ich halte es so, dass ich jeglichen kontakt mit meiner mutter verweigere, wenn sie angetrunken ist. am telefon lege ich einfach auf. das hab ich ihr mal gesagt. sie reagiert zwar jedes mal konsterniert "ich hab doch garnichts getrunken", aber das weiss ich besser. du könntest eine strategie entwickeln zu sagen "ich komme euch nur besuchen, wenn papa nüchtern ist. sobald er was trinkt, fahre ich wieder". damit schützt du dich und zeigst deutlich, dass du ncht bereit bist das zu tolerieren.


    Zitat

    Ich habe Angst, dass mein Vater irgendwann kein Glück mehr hat, und es dann nicht mehr so glimpflich abläuft, wie vorgestern Nacht. Auf der anderen Seite erwische ich mich dabei manchmal zu wünschen, dass er sich wieder was bricht und von fremden Menschen ins Krankenhaus gebracht wird, damit er einen Schockmoment erlebt, der ihn vielleicht aufrüttelt.

    das kenne ich. ich hab mir auch, wenn es mal wieder immer schlimmer wurde gewünscht, dass es den richtigen crash gab, damit sie eben ins krankenhaus kamen und entgiftet wurden. das hat zwar meist nicht lange angehalten, aber es war allemal besser als eine tickende zeitbombe zu hause zu wissen, wo man immer angst hat, dass etwas passiert.

    Zitat

    Diese Familiengeschichte beeinflusst auch mein persönliches Leben. Wenn ich ausgehe und bei Parties jemand betrunken ist, dann ist für mich dieser Mensch gestorben. Kein Kontakt mehr, auch nicht, wenn es eine einmalige Sache war. Wie wird es sein, wenn ich mal einen Freund meinen Eltern vorstelle und er dann Reisaus nimmt, weil er nicht mit so einer Familie zu tun haben will?

    das kenne ich auch. menschen, die nicht mit alkohol umgehen können, sind mir zuwider. deshalb mag ich auch keinen karneval oder so etwas, wo eben viel betrunkene rumlaufen. bei mir ruft das immer noch eine mischung aus hass und ekel hervor. ich denke, dafür ist man einfach zu sehr geprägt, das ist fast wie ein reflex, obwohl ich ja weiss, dass das fremde sind, und es mir egal sein könnte. ist es aber nicht, allein der geruch *schüttel*.

    tja, und zu einem freund und vorstellen? das ist schwierig. ich weiss ja nicht wie alt du bist, und ob du ihn überhaupt vorstellen "musst". ich würde vorher ganz offen reden. du kannst nichts für deinen vater. es ist eine krankheit, du hast sie nicht, und du bist nicht deshalb ein schlechter mensch, weil dein vater trinkt. und wenn dein freund es wert ist dein freund zu sein, wird er das auch so sehen. ich hab meinem freund von meiner mutter erzählt, und mir war klar, dass wir sofort wieder gehen würde, wenn sie angetrunken wäre. du musst einfach differenzieren: ich bin ich und meine eltern sind meine eltern.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo alishanda,

    herzlich willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast. wenn du hier liest wirst du feststellen, dass es vielen ganz ähnlich geht wie dir.

    ein satz aus deiner beschreibung hat mich gleich "angesprungen":

    Zitat

    Was soll ich nur tun? Da ich im Ausland studiere, kann ich nicht immer schnell nach Hause fahren, ich muss meine Mutter da alleine lassen, kann und darf ich das überhaupt? Nach fast dreißig Jahren in denen sie jede Nacht Ausrufezeichen meinen Vater betrunken ins Bett gehen sieht, kann sie selber kaum noch schlafen und ist ständig nervös und gereizt. Ich versuche sie oft anzurufen und zu unterstützen, aber reicht das aus?

    ja, du "darfst" deine mutter alleine lassen. es "reicht" auch völlig, wenn du sie anrufst. soviel erst mal dazu.

    das einzige, was du als kind tun kannst ist mit deinem vater zu reden (wenn er nüchtern ist), ihm deine sorgen zu schildern und ihm den "normalen" weg aufzuzeigen: arzt, entgiftung, therapie. so wie du schreibst, will er das aber nicht, und indem deine mutter das seit jahrzehnten mitmacht und wahrscheinlich auch vertuscht, unterstützt sie ihn noch darin, weiterzutrinken. wenn er stürzt, sollte sie den notarzt rufen und versuchen, ihn ins krankenhaus einweisen zu lassen.

    so schwer das zu verinnerlichen ist: du bist nicht verantwortlich für deine eltern. weder für deinen vater noch für deine mutter. deine mutter ist erwachsen, sie müsste die schritte tun und konsequent sein. das will oder kann sie aber scheinbar nicht. und daran kannst du wahrscheinlich auch nichts ändern. ich weis nicht, ob sie mit dem internet umgehen kann, aber vielleicht kannst du ihr dieses forum mal ans herz legen zum lesen?

    mir ging es wie dir, ich hab auch im ausland studiert, als zuhause die größten katastrophen passiert sind. für mich war das die zeit, wo ich endlich den absprung von der ewigen verantwortlichkeit geschafft habe. ich war sooooo froh, dass ich nicht mehr einfach in den zug steigen konnte, um nach hause zu fahren und alles wieder auszubügeln. das hab ich natürlich nicht laut gesagt, aber gedacht. und danach konnte ich mich emanziperen und sagen "das ist euer leben". sieh also dein weit-weg-sein als chance für DICH, unabhängig von etwas zu werden, was du nicht zu verantworten hast. konzentrier dich auf dich und das, was dir guttut. die ständige sorge um eltern, die sich selbst kaputtmachen, tut dir sicher nicht gut.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo hobbit,

    zu deinen fragen:

    den denk- und abnabelungsprozess von meinen alkoholkranken eltern hab ich so etwa im alter von 20 bis 25 ausgefochten. so lange hat es aber auch gedauert, bis ich mich relativ "immunisiert" habe gegen ihre spielchen. damals hatte ich einen partner, der mir sehr beigestanden hat und der auch kein alkoholproblem hatte.

    mein jetziger partner hat eins (er wird gerade trocken, zum glück). ich bestreite mal, dass ich ihn mir aus dem alten muster heraus gesucht habe. mir war immer klar, dass ich nienienie mit einem alkoholiker zusammen sein würde. wir waren fünf jahre "normal" zusammen, da hat er angefangen massiv missbräuchlich zu trinken. ich hab das ziemlich schnell gemerkt und druck gemacht und mich dann letztlich auch von ihm getrennt, weil er nicht ernsthaft aufhören wollte. jetzt will er es, und vielleicht haben wir doch noch eine chance.

    was ich damit sagen will: ich glaube nicht, dass es immer auf dieses schädliche muster hinauslaufen MUSS. natürlich sind wir in einer gewissen weise konditioniert, anderen gefallen zu wollen, lieb gehabt zu werden und sich deshalb sicher auch mehr gefallen zu lassen, als kinder mit einem "gesunden" hintergrund das sind. aber ich bin sicher, dass dieser kreis zu durchbrechen ist, du musst keine angst haben, dass du jetzt den rest des lebens gefangen sein wirst. aber du musst halt auch was tun, und das ist oft anstrengend und auch schmerzlich. aber ich kann dir sagen: es lohnt sich.

    du schreibst:

    Zitat

    Wenn ich versuche etwas zu verändern habe ich das Gefühl mein Partner möchte das auf gar keinen Fall und drückt mich immer wieder in die Schublade zurück!!! So geht die abhängikeit weiter oder ? Geschockt

    was ich nicht so recht verstehe: du schreibst, deine eltern waren abhängig. dein partner auch? oder findest du "nur", dass deine kindheitserfahrungen deine partnerschaft beeinflussen? das wäre auch wichtig zu wissen, um dir adäquat zu raten. und zu deinen kindern: wie alt sind die?

    das mit der in eine schublade drücken hat viel mit selbstbewusstsein oder eben "gesundem" egoismus zu tun. wenn man sich selbst nicht mag, lässt man sich natürlich auch eher unterbuttern, weil man angst hat, die zuneigung zu verlieren. sowas geht aber auch dauer auch nicht gut. du leidest, weil du dich nicht ernst genommen fühlst, und dein partner hat keine richtige partnerin, sondern ein nicht wirklich greifbares gegenüber.

    gruß

    lavendel

    hallo hobbit,

    schön, dass du dich ein bisschen mehr öffnest, das tut dir sicher gut, und uns hilft es, ein bisschen mehr zu sagen.

    Zitat von Hobbit

    Du schreibst das du ruhiger geworden bist als du mit Profis geredet hast?
    Wie ist das gefühl einem gegenüber zu sitzen den man gar nicht kennt und sich zu öffnen und der jenige sagt nach einer Std. so bis zum nächstenmal?
    Diese Vorstellung( oder eine Verkehrte?) gibt mir ein Gefühl der Ohnmacht. Demütigungen möchte ich nicht mehr.

    mir ging es auch so, dass ich nach und nach nach gesprächen mit profis ruhiger geworden bin. zwar nicht während der gespräche, die sind natürlich aufwühlend, aber in der konsequenz. es ist ganz schwer, das fassbar zu machen. bei mir war es ein bisschen ein prozess, das ging von hilflosigkeit, hass, trauer, wut, verletzung, scham irgendwann über in akzeptieren, dass ich die vergangenheit nicht ändern kann, dass ich einen wert als mensch habe, dass ich einen gesunden egoismus entwickelt habe, auch mal öfter an mich zu denken bis hin zu einer gewissen art von "frieden", die ich geschlossen habe mit meiner vergangenheit. dieser frieden kam eben irgendwann aus der einsicht, dass alle wut, aller hass, all die negativen gefühle mich nich mehr kaputtmachen. aber das ist eher ein unbewusster prozess.

    ich bin auch immer mit pokerface rumgelaufen, alle fanden mich total stark, war ich aber nicht. irgendwann hab ich auch das aufgegeben, hab meine "freunde" danach selektiert, welche auch dann für mich da sind, wenn ich nicht immer die starke bin, hab irgendwann aufgehört mit gedanken zu machen, was "die leute" von mir denken. seitdem geht es mir deutlich besser.

    und zu der demütigung, bzw. der frage jemanden gegenüber zu sitzen, den man nicht kennt: ich fand das deshalb sehr gut, weil ich eben vor demjenigen irgendwann nicht mehr theater spielen musste. erstens hat er mich eh durchschaut, und ausserdem hat dieser mensch ja nix mit meinem realen leben zu tun, also kann es mir völlig wurscht sein, was er von mir denkt. er soll mir helfen, er muss mich nicht mögen. und kein fachmann wird dich demütigen, wie kommst du darauf? da hätte ich keine sorge.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo anne,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum. ich verschiebe dich mal in die rubrik "kinder von alkoholikern", dort wirst du vielleicht so manches von anderen betroffenen kindern und erwachsenen kindern von alkoholikern lesen können.

    wie henri schon sagt: das a und o ist, dass deine mutter einsieht, dass sie ein problem hat, und es selbst ändern möchte. wenn sie das nicht tut, könnt ihr letztlich nichts machen, dann könnt ihr nur zusehen, dass ihr euch nicht vereinnahmen lasst und dass ihr euer eigenes leben lebt.

    das ist als kind furchtbar schwer, ich weiss das aus eigener erfahrung. man fühlt sich gleichzeitig verantwortlich und hilflos, dazu kommt oft vielleicht noch trauer, dass ausgerechnet die eigenen eltern so sind, scham, ein ganzer strauss von gefühlen, dem man hilflos gegenüber steht.

    was ihr euch unbedingt klarmachen solltet: ihr habet keine schuld und auch keine verantwortung. eure mutter ist krank, und das hat nichts mit euch zu tun. ihr könnt versuchen, ihr einen weg zu weisen, aber gehen muss sie ihn alleine.

    wünsche euch viel kraft, und wenn immer du fragen hast: du bist hier willkommen. irgendwie hatte ich dich vorher übersehen :oops: , tut mir leid.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo elfe,

    Zitat von Elki

    Ganz objektiv betrachtet ist es einfach so, dass Kinder aus solchen kaputten Beziehungen extreme Schwierigkeiten haben können ein normales Leben zu führen, immerhin hat er lange genug in diesem Desaster gelebt. Lass ihn nicht vor die Hunde gehen, denn alles was er da tut ist im Grunde Ausdruck einer tiefen Verzweiflung.

    das sehe ich ein bisschen anders. dein sohn ist kein kleinkind mehr, dem man nachsieht, dass es bei stress mit fünf noch ab und zu in die hose pieselt. dein sohn ist - um das mal ganz krass zu sagen - auf dem besten wege kriminell zu werden - was ich jetzt nicht dir anlasten möchte, oder der vergangenheit. er entscheidet selbst, randale zu machen, zu klauen, zu lügen... und das damit zu entschuldigen, dass er ja eine schwere kindheit hatte - sorry, da hört es für mich auf, elki, das hat für meine begriffe auch nichts mit verzweiflung zu tun.

    ich denke, dass er knallharte grenzen braucht, zum beispiel eine anzeige wegen diebstahls. taschengeldentzug, um das parkett zu reparieren. so darf er nicht weitermachen. wer weiß, was als nächstes kommt. vielleicht könntest du dir rat bei einer erziehungsberatung holen?

    gruß

    lavendel

    hallo hobbit,

    nein, du hast uns bestimmt nicht verärgert, keine sorge. und ich denke auch, dass du dir keine sorgen machen musst von wegen anonymität. keiner wird bei dem, was du schreibst erraten, wer dahintersteckt. glaub mir, sonst würde ich hier auch nicht schreiben :wink: .

    dir geht es im prinzip wie vielen alkoholiker-kindern (mir auch, früher):

    die scham, was da "zuhause" passiert (ist), das mit niemandem drüber reden wollen/können, das nicht verstanden werden, das feststellen, dass das eigene leben irgendwie "komisch" verläuft, die "macken", die man an sich feststellt und die man sich nicht erklären kann, oft übertriebene fürsorge und übertriebenes verantwortungsgefühl, sorge, dass den angehörigen etwas passiert, schuldgefühle, dass man sich nicht mehr kümmert, die frage, ob man "es" hätte verhindern können..... all das sind aspekte und ideen, mit denen ich mich auch rumschlagen musste.

    du fragst nach strategien, damit umzugehen.

    ich hab irgendwann mit mitte zwanzig gemerkt, dass ich so nicht mehr kann. ich war dann bei einer therapeutin und im seelsorgegespräch bei meinem pfarrer und hatte einen partner, der mich sehr dabei unterstützt hat, mich von meinen eltern freizustrampeln. das war nicht einfach, und ich denke, viele verhaltensmuster hab ich heute immer noch, aber ich kann sie jetzt besser einordnen und auch dagegen vorgehen, wenn es mir zu weh tut.

    dass allerwichtigste ist sich davon zu überzeuigen, dass DU das wichtigste für DICH bist. du solltest versuchen, einen gesunden egoismus zu entwickeln, zu sehen, was dir gut tut und was nicht. und wenn dir etwas nicht gut tut, du unter dem kontakt mit deiner familie leidest, sie dich instrumentalisieren musst du versuchen, den kreis um dich zu ziehen. ganz wichtig: du kannst deine familie nicht ändern oder gar "heilen", das können sie nur selbst.

    was ich auch noch gemacht habe: ich bin in eine reale selbsthilfegruppe gegangen. das hat mir sehr gut getan, dort mit alkoholikern über meine alkholabhängigen anhänge zu reden. dort wurde mir oft (wie hier) der kopf geradegerückt, wenn ich mal wieder zu sehr die co-abhängigen-brille aufhatte.

    hobbit, du musst kieine angst haben. alle, die wir hier schreiben, haben sicher ganz ähnliche gedanken wie du gehabt, du befindest dich also in bester gesellschaft :wink: . sieh zu, dass du hier kriegst, was du brauchst. wir können dir dabei helfen.

    gruß

    lavendel

    hallo hobbit,

    willkommen im forum!

    ich verschiebe dich mal in die rubrik "kinder von alkoholikern". da bekommst du sicher antworten.

    mich persönlich würde aber erst einmal von dir konkret interessieren, wie deine geschichte ist, wer in deiner verwandtschaft alkoholiker ist und woran du leidest. versteh das nicht falsch, aber das forum hier baut auf vertrauen uns selbsthilfe betroffener, und auf ein paar wenig aussagekräftige mag ich nicht aus meinem leben erzählen. also ein bisschen mehr bei die fische, wenn du qualifizierte antworten haben möchtest :wink: .

    gruß

    lavendel

    hallo bille,

    Zitat von Bille

    Es tut im Moment natürlich auch ziemlich weh, dass seine Eltern jetzt denken, ich würde ihren Sohn als Alkoholiker hinstellen wollen, weil sie es ja nicht so sehen. Aber wie können sie auch? Sie haben ja viel zu wenig von all dem mitbekommen. Und er hat ihnen ja bestimmt auch eine ganz harmlose Erklärung geliefert. Das finde ich traurig. Das mir keiner glaubt, außer die, die es selber schon mitbekommen haben.

    so ist das mit den eltern wahrscheinlich ganz häufig. die mutter meines freundes hat mir nach meiner trennung von ihm genau eine karte zum geburtstag geschrieben, in der sie bedauert, dass ich nmich getrennt habe. kein fragen, kein verstehen, und wahrscheinlich genau das "sie lässt ihn fallen, er trinkt doch garnicht so schlimm, der arme kerl, sie spinnt ja....". so stelle ich mir das vor. und vorher war ich immer sein rettungsengel :shock: .

    was ich damit sagen will: ich denke, eltern stehen immer auf dr seite des eigenen kondes, und wenn sie es nicht sehen wollen, wirst du es ihnen nicht begreiflich machen können. ist auch garnicht deine aufgabe. du musst dich damit abfinden, dass dich keiner versteht.

    es hat ja auch KEINER mitgekriegt, was WIR mitgekriegt haben. verlass dich einfach auf dein gefühl.

    lieben gruß

    lavendel

    liebe elfriede,

    ja, da weiss ich auch kaum mehr etwas zu sagen. kann dir nur ganz viel durchhaltevermögen wünschen. ich finde es bewundernswert, mit welcher kraft du die vergangenen wochen gemeistert hast, und wie überlegt du gewesen bist, statt in kopflose panik zu verfallen. auch jetzt lese ich das aus deinem worten heraus.

    ich hoffe sehr für dich, dass du neben aller klarheit in dem, was organisatorisch zu tun ist, dich nicht vergisst, und auch mal auf dich und deinen körper hörst, falls alles zu viel wird. dass du dir auch ventile suchst wie gespräche mit dir lieben menschen, weinen, dich ein bisschen verwöhnen... pass auf dich auf.

    ganz lieben gruß

    lavendel

    hallo giny,

    herzlich willkommen hier im forum.

    zu diener konkreten frage, ob du ihn hassen "darfst"? du "darfst" alles, die frage ist, ob es dir gut tut.

    mir ging es mit meinem vater ganz ähnlich, er hat auch nie verstanden, was er mir angetan hat. er hat zwar mal gesagt, dass ihm das alles furchtbar leid tut, aber im nächsten moment auch, dass es ja alles nicht so schlimm gewesen sei :roll: . da hab ich mich auch nicht ernst genommen gefühlt und war richtig sauer. aber letztlich nützt das nichts, du leidest ja selbst darunter.

    ich hab mich dann nach und nach abgegrenzt, es hatte sowieso keinen sinn, es ihm verständlich machen zu wollen. irgendwann vergeht auch der hass, glaube ich. wenn man mehr auf sich guckt als auf das gegenüber.

    für dich solltest du spätestens da die grenze ziehen, wenn er angetrunken mit dir kontakt haben will (sollte er noch trinken, das geht nicht so richtig aus deinem beitrag hervor).

    lieben gruß

    lavendel

    saga schrieb:

    aileen schrieb:

    hallo wuezel,

    du schreibst:

    Zitat

    Ich sterbe lieber erhobenen Hauptes als kriechend zu Leben.

    Ich bin kein Engel und habe mehr falsch gemacht in meinem Leben als gut aber solch ein Leben habe ich nicht verdient.
    Ich habe nie einem Menschen Leid zugefügt sondern immer versucht zu helfen mag sein dass ich nicht der "Ideal Mensch" bin aber ich habe nun kapituliert.

    um es mal ganz krass auszudrücken: du spinnst ja wohl! du bist jung, du hast ein leben vor dir, irgendwann auch ohne eltern, du hast alle möglichkeiten, erhobenen hauptes durchs leben zu gehen. du hast keinen grund, jetzt in selbstmitleid zu versinken.

    kipp gefälligst die flasche weg und sei es nur um deiner mutter zu beweisen, dass sie unrecht. du stirbst lieber, als einen streit auszusetzen? von dem du theoretisch genau weisst, dass er völlig sinn- und grundlos ist? mensch, ich bin echt fassungslos. verflixt nochmal. du kommst hier oft so lebendig rüber, du hast ein riesenpotenzial, und jetzt KAPITULIERST du?

    überlegs dir nochmal, ob das wirklich der richtige weg ist.

    lavendel

    hallo marga,

    das hört sich doch alles schon mal sehr positiv ein.

    also, ich halte es so: drüber reden: nur wenn er will. anfangs hab ich das mit aller macht versucht, da hat er immer geblockt, es hat ständig streit gegeben, er fühlte ich in die enge getrieben. hab das dann hier und in meiner shg mal thematisiert, und da hieß es: zeit lassen. er kommt schon von selbst. ob er es tut, weiß ich nicht, dazu ist alles noch zu frisch. ein bisschen tut er es, indem er aus seiner shg erzählt, wie es ihm da geht. immerhin.

    einladungen: ich hätte da derzeit noch meine schwierigkeiten. letztlich müsste er entscheiden, wem er von seiner alkoholkrankheit erzählt, und ob er das thema auch in gesellschaft offensiv angeht. wenn die leute es wissen hätte ich auch kein problem damit, ausschliesslich wasser und saft auf den tisch zu stellen, wenn sie nix wissen, weil er nix erzählen will, dann fände ich das schon merkwürdig. weiss nciht, wie ich mich verhalten würde.

    da gibt es aber auch verschiedene philosophien. du solltest wirklich ihn fragen, wie er das will, nicht über seinen kopf hinweg entscheiden. ich kenne aus meiner shg welche, die haben null problem, wenn das gegenüber was trinkt, andere gehen dem konsequent aus dem weg. ich denke, du solltest mit deinem mann darüber reden und ihm vor allem nicht das gefühl geben, dass du etwas über sseinen kopf hinweg bestimmst, das geht nach hinten los.

    bei einladungen musst du sehen, ob du alleine hingehst. auch das ist eher eine frage, die du mit deinem mann erörtern solltest. ich für mich differenziere: was eher "meine" freunde sind: das mache ich auch alleine weiter. was ganz deutlich gemeinsame sind: das liegt (von meiner seite aus) erstmal auf eis, d.h. ich forciere kein treffen.

    kann dir wirklichnur empfehlen: reden, fragen und sehen, womit ihr beide gut klarkommt.

    gruß

    lavendel