Beiträge von lavendel

    hallo zusammen,

    skye, dir kann ich nur uneingeschränkt zustimmen. ganz genau so ist es mir ergangen, und erst nach dem ausbruch aus ungesunden co-beziehungen habe ich angefangen, mein eigenes leben zu leben.

    oskarchen, du schreibst:

    Zitat

    Vielleicht verschwinden ja deshalb hier wieder viele neue , weil sie merken man kennt hier nur Schema "f"
    Wer da nicht reinpasst fliegt raus-zumindestens wird er nicht mehr wohlwollend beurteilt !

    meinst du? weisst du was ich glaube? viele haben einfach angst, ihr leben in die hand zu nehmen. das ist furchtbar schwer, ich weiss. dafür muss dann eventuell erstmal streiten, mut haben, eventuell finanziell kräftig kürzer treten, sich mit sich selbst beschäftigen, einsamkeit aushalten, es der familie erklären - fürwahr: das IST schwer.

    was wir hier raten, hat nichts mit schema F zu tun. wenn du ein bisschen liest wirst du feststellen, dass am anfang in der regel bei allen neuen intensiv auf sie eingegangen wird. aber letztlich ist es so, und davon bin ich überzeugt: es gibt nicht 100 lösungen, es gibt vielleicht zweidrei. und die beschreiben wir hier, wir, die wir viele erfahrungen haben, die gleichen dinge, an denen die "neuen" noch leiden, auch alle durchgemacht und gesehen haben, dass man damit keinen erfolg hat. ich KANN nicht sagen "bleib bei deinem mann, wird schon wieder, wenn du ihn nur lieb genug hast." ich WEISS, dass das nicht funktioniert und BEIDE in die katastrophe reisst. und genau das, nicht mehr und nicht weniger, schreiben wir hier. tut mir leid, wenn das bei dir als schema F ankommt.

    vergleich es vielleicht mal mit diabetes (blöder vergeich, ich weiß). aber da hilft eben auch nur insulin, da kannste allenfalls wählen ob spritze oder pille. hustensaft hilft da nicht.

    aber ich bin nicht dafür da, euch glücklich zu machen. ich kann von mir erzählen und hoffen, dass die eine oder andere erfahrung angenommen wird. mehr kann ich nicht, und mehr will ich nicht. tja, und wo ich merke, dass meine erfahrungen alle als doof angesehen werden, da lasse ich es eben :wink:.

    gruß

    lavendel

    hallo ihr beiden,

    jetzt will ich doch auch mal eingreifen.

    wildcat, natürlich kannst du hier schreiben, was du möchtest, aber es darf nicht dazu kommen, dasss eine sichtweise, die vielleicht für dich (momentan, behaupte ich mal) die richtige ist, unwidersprochen auch von anderen als richtig angesehen wird.

    ich erzähl jetzt mal, wie es mir mit meinen alkoholkranken eltern ergangen ist. beide trinken/tranken, mein vater ist mittlerweile elendig daran verreckt (hier heißt es immer, am alkohol stirbt man nicht, man verreckt daran. und das kann ich nur unterschreiben. ich habs gesehen.) seit ich denken kann. komischerweise fand ich es bei meiner mutter immer schlimmer, obwohl es nicht so viel war. zu ihr hatte ich auch immer das bessere verhältnis - komisch. mit sieben, acht jahren hab ich den haushalt gemacht, für meine damals häufug betrunkene mutter und meinen kleinen bruder. mein vater war im aussendienst und nur an den wochenenden zuhause. ich war damals sehr stolz, dass ich das konnte. nur meinetwegen ging es ja irgendwie weiter.

    und aus diesem muster bin ich ganz lange nicht herausgekommen. später hab ich beim arbeitgeber meiner mutter gelogen, dass sie grippe habe. habe geburtstagsgeschenke für meinen bruder gekauft, bei der bank gejammert, dass sie die miete überweisen, damit wir nicht aus der wohnung fliegen. da war ich etwa 15.

    wildcat: ich hab gemacht, was ich meinte, als kind machen zu müssen, und ich bin von meinen trinkenden eltern prima instrumentalisiert worden. sicher nicht bewusst, aber trotzdem. solange lavendel immer weiter gemacht und gerödelt hat, sind die allergrößten katastrophen ausgeblieben. und lavendel war soooo stolz auf ihre stärke.

    zum glück hab ich es durch trickserei geschaft, zum studium von zuhause auszuziehen. ich bin heute noch sicher, dass mir das das leben gerettet hat. der terror ging weiter - über die entfernung. anrufe mit selbstmorddrohungen "ich hab tabletten genommen", mitleidstour "du bist doch das einzige, was ich noch habe". morgens mittags abends nachts. irgendwann, als es wirklich nicht mehr ging, habe ich den kontrakt abgebrochen.

    du schreibst:

    Zitat

    ich glaube damit wird man nie fertig man kann nur versuchen seine eigene Einstellung dazu zu ändern ich weiß das ist leichter gesagt als getan aber meiner Erfahrung nach ist es falsch den Kontakt abzubrechen wir müßen lernen den Menschen und den Alkohol zu trennen

    meine "einstellung", ich müsse immer da sein, mich kümmern, es seien ja schliesslich meine eltern hat mich fast wahnsinnig gemacht. das pflichtgefühl von innen, die ansprüche von aussen: ich bin daran fast zerbrochen. als ich etwa in deinem alter war, habe ich für mich gesagt "bis hierher und nicht weiter". und ich bin so froh darüber. mühsam, ganz mühsam habe ich danach wieder ein eigenes leben gelernt. ich zucke immer noch zusammen, wenn meine mutter hier betrunken anruft, natürlich, es ist meine mutter, aber ich rede dann nicht mit ihr. sie ist für ihr leben verantwortlich, ich für meins. schlimm genug, dass sie mir davon vieleviele jahre zur hölle gemacht hat. ich habe/hatte alles recht der welt zu sagen "schluss", und weil ich weiß, wie schwer und schlimm das für ein alkoholikerkind ist, und weil ich auch weiß, dass man in der regel erst NACH diesem schritt anfängt, ein lebenswertes eigenes leben zu haben rate ich hier im schlimmsten fall zum kontaktabbruch.

    mag sein, dass du stärker bist, als ich es war, mag sein, dass es dir alles nicht so nah geht, dein vater dich in ruhe lässt oder du dch gebraucht fühlen möchtest - ich weiß nicht, warum du so schreibst wie du schreibst. ich wäre an meiner mutter kaputt gegangen.

    mein bruder ist an meinen eltern kaputt gegangen. bei seinem ersten selbstmordversuch mit 16 hatte er einen zettel auf den tisch gelegt "trinkt ruhig weiter". meine eltern haben ihn dafür zusammengeschissen im krankenhaus. mit 18 hat er sich umgebracht, unter anderem weil er aus der situation nicht herauskam.

    deshalb bitte ich dich ganz dringend darum zu überlegen, ob dein weg, einen alkoholiker auf seinem nassen weg zu begleiten und damit auch zu unterstützen, wirklich für jeden das richtige ist.

    gruß

    lavendel

    hi wildcat,

    kopier doch einfach mal die beiträge zu deiner geschichte aus marie-nicoles threat hier rein. wenn josu das auch macht, könnt ihr hier eure spannende diskussion fortführen, fänd ich gut :wink: .

    gruß

    lavendel

    *************

    so, dann mach ich das mal flott, damit die antworten einen sinner ergeben.

    wildcat schrieb:

    Zitat

    Hallo, ich möcht mich kurz vorstellen ich bin w 25´J und kind eines Alkoholikers , Sche*** ich kann Euch so gut verstehen ich hab mich auch soooooo oft gefragt warum warum ich warum mein Vater warum tut er mir das an mein Vater ist mein ein und alles ich war immer schon ein Vater Kind ich glaube damit wird man nie fertig man kann nur versuchen seine eigene Einstellung dazu zu ändern ich weiß das ist leichter gesagt als getan aber meiner Erfahrung nach ist es falsch den Kontakt abzubrechen wir müßen lernen den Menschen und den Alkohol zu trennen auch wenn das schwer ist gerade im Vollrausch. Ich habe meinen Vater nie in meinem Leben nüchtern erleben dürfen und er war mir auch oft peinlich obwohl er immer ordentlich und sauber war auch immer einen Job hatte umklar zu kommen brauchte er morgends schon seinen Pegel wenn er frei hatte trank er ohne Grenze.Ich kann Dir nur empfehlen verlier Dich nicht das geht schneller als man glaubt Deine Mutter kann sich nur selber helfen Sie muß neu erlernen sich selbst zu mögen erst dann kann Sie etwas für Dich tun erst dann wird Sie mit dem Leben wieder klarkommen.Ganz ganz liebe Grüße Wildcat[/url]

    und

    Zitat

    Hey Josu , nein ich fühle mich nicht für meinen Vater verantwordentlich ich dachte lange Zeit aber ähnlich wie Du, bis ich mir die Frage stellte warum tut mein Vater dass .Ich mußte mir lange und sehr mühsam erarbeiten mich in andere Menschen hineinzu versetzen durch meinen Lebensweg der jetzt hier den Rahmen sprengen würde, war ich so zerfressen von den Gedanken warum ist mein Leben eine Ruine durch den Suff meines Vaters doch desto mehr ich mich damit auseinandersetzte umso klarer wurde mir 1. Ich kann nur mich ändern aber ich kämpfe an verlorenem Posten jemandem helfen zu wollen der sich nicht helfen lassen will 2.Alles hat eine Ursache warum jemand trinkt und auch warum derjenige davon nicht weg kommt 3. warum soll jemand einen Menschen den er lieb hat meiden damit höhrt er trotzdem nicht auf zu trinken damit tu ich mir doch nur selber weh weil ich Ihn dann : auch noch vermisse. Winken Smilie

    und

    Zitat

    Hallo Josu. ich ordne mich niemandem unter das hab ich garnicht nötig ich bin kein devoter Mensch ich stehe weder unter noch über den Dingen außerdem bin ich verheiratet und habe einen Ehemann der so selten Alkohol trinkt das ich das im Jahr an einer Hand abzählen kann, ich Pass schon auf mich auf. Einen A.Partner zu haben ist eine andere Nummer Eltern bleiben Eltern Partner kann man wechseln klar hab ich Mitleid für meinen Vater aber genauso liebe ich Ihn er ist schließlich mein Vater erst wenn es zu spät ist wirst Du meken was Du vermisst und wenn Du es dann noch nicht merkst bist Du ein Mensch ohne Gefühle. Ich merke bei Dir so eine Verbitterung was regt Dich so auf ? das ich anderer Meinung bin als Du oder das ich einen Schritt weiter bin als Du und verzeihen kann.

    **************************

    gruß

    lavendel

    hallo marga,

    Zitat

    Weg zu einer SHG. Sorry, ist nur für Betroffene.

    versuchs mal beim kreuzbund, da gehe ich auch hin. die haben gemischte gruppen. tatsächlich ist es auch dort so, dass da viel mehr alkoholiker als angehörige sind. mir hilft es aber trotzdem sehr, wenn ich eben sozusagen "aus der anderen perspektive" meinen freund "erklärt" bekomme.

    gruß

    lavendel

    hallo niyati,

    schön, dass du dich mal wieder gemeldet hast. der weg, den du jetzt gehst, scheint mir ein gesunder zu sein - auch wenn du natürlich auch mal angst hast und das heulende elend dich sicher auch mal packen wird - das ist normal.

    er will nichts ändern und hat kein problem, gut. du hast aber eins wenn er trinkt, und davon weichst du nicht ab und machst nägel mit köpfen. das ist auch gut. ich finde es auch sehr gut, dass du standhaft geblieben bist und ihm kein versprechen gegeben hast, dass du auf ihn warten wirst, denn das hätte dir vielleicht ein schlechtes gewissen gemacht.

    du schreibst:

    Zitat

    Irgendwie scheint mein Problem im außen ja damit gelöst zu sein. Mein emotionales Grundmuster von Co-Abhängigkeit ist damit bestimmt noch nicht gelöst – da mache ich mir nichts vor

    immerhin, die hälfte ist gelöst, ist doch schon mal was :wink:. ohne scherz: natürlich wirst du noch lange an der geschichte knabbern, und das thema co-abhängigkeit ist damit auch nicht gegessen. aber du wirst jetzt sehen, dass du auch alleine leben kannst. du kannst dich um andere kontakte und um hilfe für dein haus bemühen. du kannst dir selbst was gutes tun, dich verwöhnen, explizit versuchen, dich "nett" und "sympathisch" zu finden, um eine "selbstliebe" zu entwickeln. das ist schwer, ja, und wir cos haben das eben nicht einfach beim großwerden gelernt, warum auch immer, und sollten das jetzt schleunigst nachholen.

    ich hatte bei der trennung von meinem freund auch ziemlich viel angst vorm alleinsein, vorm sich-verlassen-fühlen. aber ehrlich gesagt: ich war doch auch vorher allein. ich konnte mich nicht auf ihn verlassen, wir haben kaum mehr zeit miteinander verbracht, und oft war er dann angetrunken - dann doch lieber allein sein. und bei mir haben sich oh wunder ganz neue (alte) sachen aufgetan: mit mancher freundin aus studientagen hat sich die alte freundschaft neu entwickelt - ganz einfach, weil ich für sie jetzt wieder zeit und kopf hatte. ich hab mir neue bekannte gesucht und mir am anfang meine zeit ganz voll gepackt, um nicht einsam zu sein, und mit vorsatz funktioniert das. davon bin ich überzugt.

    tja, und wenn du heir schreibst, wie es dir ium tiefsten innern geht, bist du auch nicht allein :wink:.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo kaltblut,

    schön, dass du dich mal wieder gemeldet hast. du hast einen bleibenden eindruck hinterlassen, wir haben hier öfter mal von dir gesprochen :wink:.

    nein, durchgeknallt finde ich dich nicht - fand ich dich nie. du hast eine poetische sprache, und du machst dir viele gedanken um deine frau und um dich - und das alles in eine gute richtung und ohn das übliche geeiere - das hat mir an deinen beiträgen immer sehr gefallen.

    dass man einfach mal die nase voll hat vom thema alkohol, das kann ich gut verstehen. ich frage mich auch immer mal wieder, warum ich mir das noch "antue", die tägliche beschäftigung damit - hier im forum, in der shg und in gedanken sowieso. aber ich denke genau wie du: es gehört irgendwie zu meinem leben, und mit gewalt zu versuchen, das thema ad acta zu legen, funktioniert einfach nicht. ich denke, wir werden schon spüren, wenn es "gut" ist.

    du schreibst:

    Zitat

    1.Januar - da habe ich zu mir gesagt: das Jahr wird anders werden, schön, erfolgreich, lebensfroh, einfach klasse, dieses Jahr wird mir gut tun, das wird mein Jahr.

    das freut mich sehr- genau so hab ich mir das auch vorgenommen. ich werde in erster linie zusehen, dass es MIR gut geht, dass ich fröhlich, entspannt, zufrieden und vielleicht sogar ein bisschen glücklich sein kann. ich hab das "verdient" - und du auch.

    Zitat

    Ihr habt es mir zeitig gesagt, aber ich wollte stärker sein.

    das ist halt so. aber immerhin: du hast es verstanden und umgesetzt. also, was solls, du brauchtest einfach die zeit.

    Zitat

    Wisst Ihr, ich möchte meine Frau nicht verlieren, ich liebe sie, aber in aller Konsequenz hat es über 8 Monate für diesen Schritt gebraucht, es ging vor und zurück, rauf und runter, aber jetzt gehe ich keinen Zentimeter zurück: er oder ich und ich bin schon weit fort, lasse sein.

    das hört sich gesund und trotzdem liebevoll an - das ist schön zu lesen. ich drücke dir ganz feste die daumen, dass du deinen weg zufrieden weitergehen kannst - es lohnt sich. ich gehe ihn mittlerweile seit vier monaten - und ich bin sehr froh drüber.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo beachy,

    herzlich willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast. wenn du hier mal ein bisschen liest wirst du feststellen, dass es viele wie dich (und mich :wink: ) gibt. ist natürlich in der konkreten situation nicht wirklich ein trost, aber trotzdem kannst du dir vielleicht das eine oder andere rausziehen oder dich vielleicht auch notgedrungen damit abfinden, dass DU im prinzip nicht viel machen kannst.

    also: der "normale" weg wäre, ein gespräch im nüchternen zustand mit deinem vater zu führen (wichtig: keine anschuldigungen, vorwürfe, schreien....). nur von dir reden. dass du angst um ihn hast, dir sorgen machst, ihn noch ien bisschen behalten möchtest....). so in der richtung. du könntest ihm auch dem weg skizzieren: gespräch mit dem arzt, entgiftung, therapie oder reha. ob er das dann macht oder will, kannst du nicht beeinflussen. vielleicht ist so ein gespräch ein schubs, wie du schreibst.

    aber ehrlich gesagt bin ich da nicht so fürchterlich optimistisch. wie du es beschreibst, arbeitet dein vater ja richtig auf seinen untergang hin.

    Zitat

    Ich will nicht mehr, dass es so weiter geht, wie bisher. Er schrammt am Tod vorbei und niemand macht etwas und ihn lässt das auch keine Lehre sein. Wie weit muss er denn noch sinken?

    jeder braucht seinen persönlichen tiefpunkt, und dein vater hat ihn scheinbar noch nicht gehabt. also muss er noch weiter sinken. das ist einfach so.

    Zitat

    Ich möchte mal gezielt mit ihm darüber reden, weiss aber nicht wie. Vielleicht kann es ihm ja einen Schupps in die richtige Richtung geben.

    Aber was und wie sage ich es, dass es nicht das Gegenteil bewirkt und er es wieder als Grund ansieht, zu trinken? Manchmal hat er auch schon angedroht, sich umzubringen, aber das ist schon länger her. Da habe ich Angst, dass er das auf mein Reden hin vielleicht tut.

    wie, hab ich ja oben schon beschrieben. dass er sich aufgrund solch eines gespächs umbringt, halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. im übrigen: dass er damit droht, ist an sich schon ganz schön gemein. und außerdem: wenn sich jemand ernsthaft umbringen will, kannst du ihn auch nicht daran hindern.

    und zum thema konsequenzen androhen: ich war im studium in einer ähnlichen lage wie du. ich hab dann irgendwann die konsequenzen gezogen: ich bin einfach nicht mehr nach hause gefahren. ganz einfach. und wenn ich meine freunde sehen wollte, sind sie entweder zu mir gekommen, oder ich bin eben zu ihnen gefahren. das geht alles. wer zwingt dich, die semesterferien zuhause zu verbringen? weitergehend habe ich als konsequenz angedroht, nur noch mit meinen eltern zu sprechen, wenn sie nüchtern sind, auch am telefon. dadurch hat sich der kontakt reduziert, aber ich konnte das lallen, erpressen und heulen am anderen ende einfach nicht ertragen irgendwann.

    du siehst:die möglichkeiten, deinem vater zu helfen, sind beschränkt. die möglichkeiten, dir dein leben erträglicher zu machen, nicht. auch wenn das alles am anfang furchtbar schwer fällt, das weiss ich. dafür sind eltern eben eltern. aber trotzdem: du hast auch ein recht auf ein schönes leben.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo maria-nicole,

    Zitat von Maria-Nicole

    Was mir sehr zu schaffen macht, sind meine eigenen Gedanken: manchmal wünschte ich mir, das alles wäre endlich vorbei, und im nächsten Moment bin ich über mich selber erschrocken, wie ich nur sowas denken kann.

    ich denke, solche gedanken haben "kinder" von alkoholikern öfter. ich hatte sie auch in momenten, wo mein vater oder meine mutter mich in einer weise vereinnahmt, drangsaliert oder erpresst haben dass ich ich einfach das gefühl hatte, ich komm da nur raus, wenn sie nicht mehr sind. ich hab mich für diese gedanken auch geschämt, war aber eben so.

    und zum vereinnahmen lassen: du hast es doch nicht in der hand, ob deine mutter zum beispiel isst oder nicht, sich um sich kümmert oder nicht. es sei denn, sie ist verwirrt, dann solltest du schon kümmern, aber so hört es sich für mich nicht an, eher nach erpressung. du musst für dich entscheiden, womit es DIR besser geht: dich vereinnahmen lassen und schlecht fühlen, oder dich nicht vereinnahmen lassen und auch (erst einmal) schlecht fühlen. aber ich bin sicher, dass man den abstand irgendwann hinkriegen kann.

    gruß

    lavendel

    hallo saga,

    herzlich willkommen hier im forum. ich verschieb dich mal in die rubrik "kinder von alkoholikern", da findest du eher gleichbetroffene.

    bei dir sehe ich im prinzip zwei probleme: das eine sind die hakeleien zwischen deiner mutter und ihren söhnen (blöde frage: du bist die tochter, aber nicht die leibliche? bruder B auch nicht? irgendwie verstehe ich das konstrukt nicht so richtig :( ). aber egal, ändert ja prinzipiell nichts an der situation.

    aus den streiterein mit den brüdern/söhnen solltest du dich komplett heraushalten, das müssen sie mit sich selbst ausmachen. das sollten für dich keine schauplätze sein, über die du dir gedanken machen solltest.

    was jedoch das trinken deiner mutter angeht, über das du dir ja doch viele gedanken machst. wobei mir auch hier nicht so richtig klar ist, was du willst: das familienleben wieder ins lot bringen oder deine mutter überzeugen, dass sie ein alkoholproblem hat und dieses angehen sollte.

    du schreibst:

    Zitat

    ...dachte ich, es waere das beste meine Brueder, Mutter und ich machen mal eine Therapie mit, um alles zu besprechen. Ich habe auch die Hoffnung, dass altes aufgearbeitet werden kann, dass vieles auf den Tisch kommt, was nie gesagt wurde, u. dass sie vielleicht auch dabei merkt, dass IHR Alkoholkonsum auch nicht normal ist.

    Mutter waere bereit zur einer Gespraechstherapie (alles, nur damit ihr geliebter Sohn wieder mit ihr redet!!), die Brueder gar nicht, wuerden aber mir zuliebe mitgehen.

    also: das ist für meine begriffe alles zu verquer, um auch nur irgendetwas zu bringen. querelen und alkoholproblematik sollten strikt getrennt werden.

    was ich dir raten würde: sprich deine mutter im nüchternen zustand darauf an, dass du dir gedanken über ihren alkoholkonsum machst. frag sie, ob sie ein nüchternes leben leben möchte und bereit ist, enstsprechende schritte zu gehen. wenn ja, wärst du für sie da. das übliche procedere wäre, den arzt aufzusuchen, oder eine suchtberatung, dort das problem ehrlich zu schildern und zu sehen, welche massnahmen da vorgeschlagen werden. das kann eine stationäre oder ambulante entgiftung sein, dann reha, therapie, selbsthilfegruppen... da gibt es verschiedene wege. aber das muss deine mutter WOLLEN, von sich aus und FÜR SICH SELBST, sonst hat das alles keinen sinn. nur damit ihr söhnchen wieder mit ihr redet: das wird nix.

    was ich aber fast noch wichtiger finde: DU solltest dich aus den ganzen familienstreitereien heraushalten. wenn du für dich einen strauß mit deiner mutter auszufechten hast, dann tu das. alles andere sind nicht deine probleme. töchter sind leider oft anfällig dafür, sich für den familienfrieden verantwortlich zu fühlen. sind sie aber nicht.

    und vielleicht hilft auch dir nur eine distanzierung, wenn deine mutter weiter trinken will. überreden kannst du sie nämlich nicht. du musst für dich sehen, womit du leben kannst. ich konnte irgendwann mit dem familienterror nicht mehr leben und habe mich zurückgezogen, damit es MIR wieder besser gehen konnte. und das tut es jetzt.

    gruß

    lavendel

    liebe dia *lächel*,

    du schreibst:

    Zitat

    So, und nun werde ich erst mal für längere Zeit eine "stille" Co werden, weil ich möchte ja niemandem in Zukunft falsch raten oder andere Leute dazu animieren, sich mit mir auseinanderzusetzen, da ich ja in den ganzen Monaten rein gar nichts begriffen habe.

    schade, kann ich dazu nur sagen, sehr schade. ich verfolge deinen weg ja nun seit vielen monaten, und mir warst (und bist :D ) du eine wertvolle ratgeberin und auch eine virtuelle freundin geworden. ich finde vieles sehr gut, gesund und gut durchdacht, wie du mit deinen töchtern, deiner familie, deinem leben und auch deinem mann umgehst, und in manchem warst du mir auch vorbild.

    ich persönlich finde es sehr schade, dass du dich zurückziehen willst, weil für meine begriffe dein threat missbraucht worden ist, um eigenen frust über gott und die welt, andere süchte, rückfallquoten oder das deutsche gesundheitssystem und ähnliches in einer aggressiven und unqualifizierten weise unters volk zu bringen. schade und feige, dass das in deinem threat passiert ist und nicht in einem eigenen. aber das ist kein grund bitter zu werden :!:. schau mal, es gibt hier eine ganze menge menschen, denen du geholfen hast. vergiss nicht, dass du viel zu geben hast! und lass dich nicht unterkriegen :wink:.

    hoffe sehr, dich trotzdem wieder zu lesen :D

    ganz lieben gruß

    lavendel

    hallo claudia,

    willkommen hier im forum.

    zuerst einmal: dein mann war immerhin acht jahre trocken, das ist schon eine sehr lange zeit. das zeigt an sich ja, dass er es schaffen kann wenn er will. dann stellst du ein paar konkrete fragen:

    Zitat

    Ich bin nicht mehr so überzeugt das ein zusammen wohin gehen so gut ist, vielleicht sagt man eher Dinge wenn man alleine ist.

    das ist wohl immer ansichtssache. es gibt paare, die gemeinsam in eine shg gehen und das gut finden. ich glaube, mein ding wäre das auch nicht. ich wäre längst nicht so offen, wenn mein partner daneben säße. so geht er in eine gruppe und ich in eine andere. am anfang hätte ich mir das anders gewünscht, jetzt glaube ich, dass die getrennte lösung für uns die bessere ist. aber das solltest DU für DICH entscheiden, und dir nicht von anderen diktieren lassen. für dich sollte es nämlich in erster linie um dich gehen. dein mann ist für sich selbst verantwortlich, es ist sein leben, wie du schreibst.

    Zitat

    Ihm ist sein Weg klar ( auch wenn ihn der Zwang stört, er hatte sich ja schon für diesen Weg entschieden) Ich weiß nicht ob ich diesen Weg noch mal mit gehe, es ist sein Leben- sein Weg. Wenn ich wieder bei seinem Weg dabei bin, wo bleibt dann meiner??? Ich merke auf der eine Seite will ich zu ihm stehen, auf der anderen weiß ich, ich bleibe auf der Strecke mir soll ein Weg aufgedrückt werden von dem ich nicht überzeugt bin.

    das verstehe ich nicht so recht. willst du zu ihm stehen? bleibst du auf der strecke, wenn du das tust? oder richtet sich dein ärger "nur" gegen die vorgabe, gemeinsam eine selbsthilfegruppe zu besuchen?

    wenn "dein" weg allerdings eher der ohne deinen mann sein sollte, müsstest du auch schritte ergreifen, aber so richtig lese ich das bei dir nicht heraus. es ist ja auch die frage, wie die trockenen acht jahre waren. möchtest du diesen zustand wieder? d.h. ganze familie mit trockenen mann? oder ist das auch nicht mehr dein weg? vielleicht kannst du mal ein bisschen mehr schreiben, dann können wir dir vielleicht auch besser antworten.

    gruß

    lavendel

    hallo michi,

    auch von mir beileid zum tod deines vaters.

    es tut kindern immer sehr weh, wenn man ein elternteil sterben sieht, und dann auch noch so. mein vater ist auch an alkoholmissbrauch gestorben, daher kann ich dich gut verstehen.

    aber sieh mal: er wollte so nicht "leben", und deshalb ist es bestimmt gut, so wie es jetzt ist, und auch, dass es sich nicht über jahre hingezogen hat. ich weiss, dass man - wenn man gerade in der trauer steckt - das nicht wirklich so sehen kann, aber das kommt mit der zeit auch bei dir, das weiss ich.

    ich kann dir nur wünschen, dass du auch die schönen momente mit deinem vater in erinnerung behalten kannst und dir vielleicht ein bisschen sagen kannst, dass es auch sein "gutes" hat, dass er jetzt seinen frieden hat.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo tigger,

    so brutal sich das anhört: wenn dein freund die beziehung wirklich beendet ist das das beste, was dir passieren kann. ich weiss, dass du das jetzt nicht so sehen kannst und willst, weil es einfach unheimlich wehtut. aber schau mal: du schreibst selbst, du hättest die kraft dazu nicht gehabt. ich hoffe jetzt einfach mal ganz doll für dich, dass dein freund sich wirklich trennt. so.

    weisst du, ich hab eben deinen threat nochmal gelesen und kann mich gut in dich hineinversetzen. mein freund hats zwar nicht so schlimm getrieben wie deiner, ich hab auch keine angst vor ihm gehabt, aber das verstrecken, die sorge, ob er trinkt, was er denkt, die angst vorm nächsten streit, an dem natürlich immer ich schuld war, weil er ja kein problem hatte: sowas ist doch kein leben :!: . sag, wann hast du das letzte mal ein unbeschwertes wochenende gehabt? gelacht, gealbert, dich mit freundinnen etroffen, dich verwöhnt, es dir gut gehen lassen und dich in deiner haut wohlgefühlt? ich denke, schon lange nicht mehr.

    und: willst du wirklich so weitermachen? du wirst doch nur gedemütigt und gedeckelt: und glaub mir, es wird immer schlimmer werden. das kanns doch nicht seoin für den rest deines lebens :idea: . das ist MENSCHENUNWÜRDIG!

    dass eine trennung tierisch weh tut ist klar, aber man kommt drüber weg, das ist einfach so. ich kann dir wirklich nur ganz dringend empfehlen, etwas für dich zu tun. vielleicht würde dir auch der besuch einer selbsthilfegruppe helfen? ich hab das gemacht, bin zum kreuzbund gegangen. dort haben mir die trockenen alkoholiker ganz brutral die augen geöffnet über das verhalten und die argumente meines freundes.

    überleg mal, ob sowas dir nicht neben dem forum hier helfen könnte. denn schlimmer kanns für dich für meine begriffe kaum mehr werden :!:

    lieben gruß

    lavendel

    hallo zusammen,

    Zitat von Ette

    Und ich kann auch den Satz von Oskarchen nachvollziehen, dass für Co-Abhängige zu wenig getan wird. Richtig ist schon, dass jede/r Co-Abhängige sich selbst auf den Weg machen muss, Hilfe zu finden und sich zu holen. Ich habe es aber als sehr, sehr anstrengend und zeitintensiv empfunden, Hilfe zu bekommen.

    tja, so ist das. man bekommt hilfe nun mal nicht auf dem goldenen tablett serviert. aber ich denke, das gilt überall. man muss auch etwas dafür tun.

    Zitat

    Geh mal als Angehörige zum Arzt und sage dem, dass du nicht mehr weiter kannst. Dann bekommst du eine dicke Liste mit Therapeuten, wo du dir einen aussuchen kannst. Wenn der dann einmal in der Woche telefonisch für eine halbe Stunde erreichbar ist, um einen Termin abzusprechen, hast du erst mal schon zu tun, diese Terminvereinbarungen in deinen Arbeitsalltag einzubauen. Wartezeiten bis zu einem Jahr, ganz viele Absagen, weil keine Termine mehr vergeben werden können oder Fahrtzeiten zur Praxis, die mit den Arbeitszeiten nicht vereinbar sind, haben mich irgendwann aufgeben lassen.

    vielleicht ist da der falsche arzt im spiel? als ich nicht mehr konnte, bin ich frietags mittags zu meiner hausärztin gegangen, habe dort rotz und wasser geheult, abgezählt fürs wochenenende schlaftabletten und angstlöser bekommen und eine telefinnummer einer therapeutin, bei der ich mich auf meine hausärztin beziehen sollte und eine kriseninterventionsstunde "beantragen" sollte. hab dort montags agerufen und für mittwoch morgen einen termin bekommen. ich denke, man muss den richtigen arzt haben (oder eben suchen), und dann ganz deutlich sagen, dass man nicht mehr kann. ich glaube. viele cos versuchen immer noch nach aussen cool zu sein.

    Zitat

    ...während Co-Abhängigkeit noch allzu oft als Dusseligkeit und übersteigerte Gutmütigkeit von außen gesehen wird.

    auch da glaube ich, dass es davon abhängt, wie ehrlich der co ist, wie man angesehen wird. mich hat nie jemand für dusselig oder gutmütig gehalten, wenn ich ehrlich erzählt habe, wie es mir geht.

    JEDER, egal ob alki oder co, muss sein leben selbst in die hand nehmen und ich bin überzeugt, dass es dann auch klappt. wenn ich natürlich arbeitszeiten als argument anführe, warum ich einen für mich überlebenswichtigen arzttermin nicht wahrnehmen kann, tja, dann hat man sich eben für einen anderen weg entschieden. und darf sich nicht beklagen, dass einem nicht geholfen wird.

    schon mal überlegt, in eine selbsthilfegruppe zu gehen? das klappt auch sofort - wenn man will.

    gruß

    lavendel

    hallo maja,

    auch von mir ein herzliches willkommen. wie doro sagt, schau mal unter "kinder und erwachsene kinder von alkoholikern" nach und lies ein bisschen.

    dort könntest du auch ein eigenes thema anfangen. du müsstest uns aber auch konkrete fragen schreiben, ich hab noch nicht so ganz raus, was du dir wünschst.

    dass man sich als kind von alkoholikern oft fragt "spinne oder überdramatisiere ich?" kenne ich auch. ich hab zum glück seit früher kindheit (vielleicht so ab 9 jahren) tagebuch geschrieben. da kann ich das jetzt alles nachlesen und WEISS, dass ich nicht spinne. das erleichtert es mir heute, mich fr "normal" zu halten in meinen erinnerungen :wink:.

    soviel nur erstmal dazu.

    lieben gruß

    lavendel

    hallo maria-nicole,

    herzlich willkommen hier im forum.

    ist ganz bestimmt ein guter schritt für dich, hier mal reden zu können und vor allem festzustellen, dass du nicht alleine bist. ich denke, fast alle kinder von alkoholkranken eltern haben nahezu dieselben gedanken.

    mir ging es als kind wie dir: meine mutter hat mich alk kaufen geschickt, ich hab sie betrunken aufgesammelt, erzählt, sie sei krank, hab mich in grund und boden geschämt und ihr sogar mein taschengeld gegeben, wenn sie drum gebettelt hat. ich hab sie gehasst dafür, und fühlte mich gleichzeitig schuldig - schuldig für den hass und meine ohnmacht. hatte irgendwie immer gedacht, mit genug mühe könne ich sie vom trinken abbringen oder wenigstens abhalten. war natürlich nix.

    die schuldgefühle und das gefühl der verantwortung haben mich bis etwa ins alter von 25 jahren begleitet; heute bin ich etwa so alt wie du. ich habs mir furchtbar schwer gemacht, ich hab ne therapie begonnen, seelsorgegespräche bei meinem pfarrer (war mir wichtig, von wegen "du sollst deine eltern lieben und achten"). nicht in erster linie religiös motiviert, aber irgendwie ist wohl in ALLEN kindern drin, dass sie "lieb" zu ihren eltern sein müssen, eben weils die eltern sind.

    baggerschen schreibt:

    Zitat

    Als Kinder und auch heute noch schämen wir uns ...und wollen eigentlich auch niemand von dem Problem erzählen...Also mir geht es jedenfalls so...Ich habe mmer Angst das mich jemand mit meiner Mutter vergleicht oder mich mit in denselben Topf schmeisst...

    also: ich schäme mich mittlerweile nicht mehr. das ist vorbei. meine mutter ist meine mutter und nicht ich. es hat NICHTS mit mir zu tun, wie sie ist. ich erzähle zwar nicht hinz und kunz davon, aberr alle meine freunde wissen mittlerweile davon. ich mag nicht mehr lügen. und es schmeisst mich niemand mit ihr in einen topf. mein umfeld kennt und mag mich, DAS ist wichtig. hat aber gedauert, das so zu sehen.

    du schreibst:

    Zitat

    Auch heute noch wird jede Äußerung vom mir nur mit dem Satz quittiert: „Du machst mich schlecht“; „Ich hab doch immer alles für dich getan“.

    frag dich mal, was deine mutter für dich getan hat, als MUTTER. solch ein satz wie oben ist ganz mies. hat meine mutter auch immer gesagt. weißt du, was mein pfarrer dazu gesagt hat: eltern sind eltern, wenn sie sich wie eltern benehmen. das hat mir sehr geholfen, meine mutter etwas distanzierter zu sehen. klar habe ich ihr ne menge zu verdanken, aber sie hat mir auch ne menge angetan, wo ich heute im zarten alter von 40 immer noch dran zu knapsen habe. das musst du auch mal sehen - und darüber kannst du sehr wohl stinkewütend sein.

    du schreibst:

    Zitat

    Den Kontakt zu Verwandten und Bekannten hat sie komplett abgebrochen. Ich bin ihr einziger Rückhalt.

    das bin ich bei meiner mutter auch, und früher hat sie prima versucht, mir damit ein schlechtes gewissen gemacht. aber DU bist NICHT dafür verantwortlich, dass sie freunde und verwandte verprellt hat, dass sie niemanden mehr hat. lass dir das nicht einreden. ich weiss, dass das schwer ist, aber alles andere macht dich fertig - das merkst du doch. und du hast einen eigene familie, die ein recht auf eine fröhliche und unbeschwerte marie-nicole hat.

    ich hab über jahre keinen kontakt mit meiner mutter gehabt. jetzt ist es so, dass ich nur mit ihr telefoniere, wenn sie nüchtern ist. natürlich lügt sie mich am telefon an, wenn sie angetrunken ist, aber dann lege ich auf. mir fällt das nicht leicht, ich hab danach herzrasen und natürlich kreisen die gedanken dann dauernd, was sie macht und wie es weitergeht. aber trotzdem: alles andere macht mich noch viel fertiger.

    mein größter horror ist, dass sie irgendwann einfach in ihrer wohnung umkippt und irgendwer sie dann irgendwann findet. aber auch das kann ich nicht verhindern. es ist ihr leben.

    wie gesagt, ich weiss aus eigener erfahrung, dass es auch für einen selbst schwer ist, grausam und herzlos aussieht, aber das ist es nicht. es ist purer selbstschutz. denk da mal drüber nach, ob du nicht vielleicht auch in solch eine richtung denken könntest....

    lieben gruß

    lavendel

    hallo sanhen und jessy,

    ich kann mich gumperli nur anschliessen. ich hab mich nach einem ultimatum an meinen trinken traummann auch von ihm getrennt. könnt ihr hier nachlesen:

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…opic3517-0.html

    war weiß gott nicht leicht, es hätte mich fast zerrissen, aber hätte ich es nicht getan, stünden wir beide noch immer am selben punkt: ich fertig mit den nerven bis hin zu suizidabsichten, er trinkend, mich beschimpfend, randale machend und im prinzip auch auf einem selbstmörderischen weg.

    JETZT bin ich zufrieden im meinem leben. nicht glücklich, aber zufrieden, und das ist sicher mehr, als ihr derzeit habt. und er versucht die kurve zu kriegen und scheint mir auf einem guten weg. er trinkt seit oktober nicht mehr und geht regelmäßig in selbsthilfegruppen. all das wäre ohne meine konsequenz NIE passiert.

    überlegt auch also gut, wem ihr "aus liebe" (und für meine begriffe ist das keine liebe, was da in euren beziehungen ist, sondern abhängigkeit und angst) was tut: euch macht ihr fertig, und eurem partner ermöglicht ihr das weitertrinken - eventuell bis zum tod. so hart ist das.

    gruß

    lavendel