Beiträge von lavendel

    hallo krümelmonster,

    auch ich heiße dich hier herzlich willkommen - du bist sicher nicht allein und hast auch keinen "an der marmel". habs jedenfalls noch nicht festgestellt :wink: . wenn du hier liest wirst du feststellen, das hier ganz viele erwachsenen kinder von alkoholikereltern sind, die immer noch oder wieder um "normalität" kämpfen, wo vieles aus der kindhwit wieder hochkommt, oder die (wieder) an einen alkoholiker geraten sind. ich denke es tut gut festzustellen, dass man nicht alleine ist - allein das ist schon viel wert. ich bin die tochter von alkoholkranken eltern, mein vater ist vor sieben jahren an leberkrebs gestorben, meine mutter ist derzeit trocken. auch in meiner jugend gabs kein internet, und geredet wurde darüber nicht.

    dass jugendliche heute die möglichkeit haben übers internet halbwegs anonym zu informieren, finde ich ne tolle sache - und wir als die mittlerweile erwachsenen kinder können da sicher oft gute ratgeber sein.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo pantha,

    wenn er nun meint, seine firma nicht alleine lassen zu können, dann wäre doch JETZT genau der richtige zeitpunkt für eine entgiftung unter aufsicht, im krankenhaus. nehmt die weihnachtsfeiertage, dann zwischen den jahren und über sylvester, und macht das. ich finde das auch unverantwortlich im wahrsten sinne des wortes, was ihr vorhabt. was, wenn er nachts kollabiert, ins delir fällt? willst du die verantwortung übernehmen? das ist viel zu gefährlich. macht das nicht!!! du wirst deines lebens nicht mehr froh, wenn was passiert.

    versuch doch noch einmal ihn davon zu überzeugen, an eurem wohnort in ein krankenhaus zu gehen. wegfahren könnt ihr immer noch, wenn er trocken ist :wink: , und weihnachten gibts auch jedes jahr wieder. jetzt ist erstmal sein überleben dran!

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo monsi,

    Zitat von monsi81

    Hallo zusammen,

    erstmal vorweg, ich wollte hier niemanden Angreifen, mit meiner Aussage das ihr es so locker seht :oops: , mit locker meine ich schon alleine das ihr hier in der "Öffentlichkeit" darüber redet, bei uns zu Hause war das immer ein Thema über das man nicht reden darf, dies wurde mir schon seit meiner Kindheit von meiner Mutter so beigebracht.

    schon klar :wink: . weißt du, ich denke, dass ganz viele soooooo froh sind hier offen schreiben zu können, dass all das mal raus kann von dem man immer meinte, man sei allein. als ich noch jugendliche war fand ich das ganz furchtbar, mit niemandem reden zu können, und als ich dann meinen ersten freund hatte und wir nach vielen drucksereien festgestellt haben, dass wir das gleiche problem hatten, nämlich trinkende eltern, waren die schleusen offen zum reden. und ich denke, ganz ähnlich ist das hier. gerade jugendliche kinder von alkoholikern können endlich mal all die katastrophen und gefühle rauslassen, halböffentlich, aber eben nur halb. und ich denke, das hilft allen. dir auch. du bist nämlich nicht allein :D

    lavendel

    hallo monsi,

    ich glaube nicht, dass irgendwer das problem alkoholismus "locker" sieht. ich kann mir vorstellen, dass dir vielleicht vieles abgeklärt vorkommt, was hier geschrieben wird. das mag aber daran liegen, dass sich vielleicht mancher damit abgefunden hat, dass man als angehöriger nichts tun kann, seine eigene hilflosigkeit erkannt hat, sich abgegrenzt hat... ich kann heute auch ziemlich emotionslos über die "alkoholikerkarrieren" meiner eltern schreiben - das hat aber nichts mit "locker" zu tun. ich stecke nur nicht mehr mittendrin, wie du.

    glaub mir, die wut, die enttäuschung, die hilflosigkeit, die du jetzt fühlst, die kennen wir alle. auch wenn sie momentan aus verschiedenen gründen nicht mehr so verzweifelt präsent ist. da musst du schon zwischen den zeilen lesen und genau hingucken :wink: .

    lavendel

    hallo britta,

    auch ich drücke dich mal virtuell und kann mich doro nur anschliessen. DU kannst garnichts machen, du kannst nur versuchen, dich abzulenken.

    vielleicht könntest du ihr eine art abschiedsbrief schreiben, wenn dich das erleichtert, all das sagen, was du ihr immer schon mal sagen wolltest, auch dass du sie liebst, trotz allem (das entnehme ich jedenfalls deinen zeilen).

    und zu deiner frage, ob du etwas falsch gemacht hättest oder es hättest ändern können: NEIN. kein mensch kann einen alkoholiker vom trinken abhalten, wenn der nicht will, und schon garnicht die eigenen kinder. deine mutter ist eine erwachsene frau und hätte schon längst, schon vor 20 jahren, schritte ergreifen können, wenn sie gewollt hätte. sie wollte aber nicht. und daran hättest weder du noch irgend ein anderer mensch etwas ändern können, hörst du? KEINER! du hast KEINE verantwortung für das, was da passiert (ist).

    ich hab meinen vater auf ähnlich jämmerliche weise verloren wie du, und auch meine mutter ist (allerdings jetzt trockene) alkoholikerin, deshalb kann ich mich gut in dich hineinfühlen. und ich kann dir nur sagen: du bist nur für dein leben verantwortlich. sieh zu, dass du mit deiner eigenen familie ein schönes leben hast. das ist das wichtigste!

    liebe grüße

    lavendel

    liebe little,

    kann dich nur bestärken: nicht schwach werden! gerade diese zeit ist dazu angetan, das gegenüber zu vermissen. geht mir auch so. erster advent, zweiter advent, händchenhaltende paar.... furchtbar. ich mag schon garnicht mehr rausgehen und das sehen. aber sei ehrlich: möchtest du mit deinem angetrunkenen freund über den weihnachtsmarkt gehen? möchtest du pläne machen für weihnachten und sylvester, und doch im innern angst haben, dass es alles entgleitet? ich halte mich dauernd daran fest: in einem jahr um diese zeit ist alles besser. das hilft. ein bisschen.

    drücke dich ganz feste

    lavendel

    p.s. wann nullste denn nu, oder haste etwa schon :shock: ?

    hallo blandi-blub,

    finde ich gut, dass das mal jemand (du!) geschrieben hat. ich hab genau die gleichen gedanken, und ich bin soweit zu sagen "ich mag nicht mehr". ich hab auch ein recht auf ein "normales" leben, einfach so, wie es millionen menschen führen - nicht mehr und nicht weniger.

    Zitat von Blandi-Blub

    Wie lange soll das gehen, bis ich alt und grau bin und der Zug einer glücklichen Beziehung gänzlich abgefahren ist?
    Ich bin in diesem Punkt, der ja noch nicht erreicht ist, vielleicht egoistisch, ich weiß es nicht, aber ich bin jetzt 38 Jahre alt und möchte endlich wieder glücklich sein, endlich wieder aufwachen und in ein Gesicht schauen was mir Freude bereitet und keine ewig wiederkehrenden Sorgen. Ich verlange nicht den Himmel auf Erden, aber eine intakte Beziehung, mit all ihren ups and downs.....
    Und trotzdem bin ich bis hier und jetzt bereit gewesen immer wieder Augen zuzudrücken, immer wieder Hoffnung zu schöpfen, immer für sie da zu sein, immer an sie zu glauben, immer wieder Liebe und Zuneigung zu investieren. Irgendwann ist sowas vorbei, dann ist jegliches Gefühl in mir ihr gegenüber erloschen und wenn die räumliche Trennung erst vollzogen ist, hat sich unsere Beziehung verabschiedet. Ich kann und ich möchte nicht mehr dieses ewige hin- und her zuhause. Einen Tag jubel-trubel-Heiterkeit, den anderen Tag am Boden zerstört und gedanklich auf den Hochhaus stehend......

    ich mag auch nicht mehr investieren und auf etwas hoffen, was vielleicht ne kommt und immer die angst im nacken zu haben "es geht wieder los". tut gut, dass du das geschrieben, dann denke ich wenigstens nicht alleine so :wink: . drücke dir die daumen, dass du für DICH eine gute lösung findest.

    das mit dem wegfahren kann ich nur unterstützen: hab das im oktober auch gemacht, und es war nur gut.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo mondschein,

    dann sage ich dir mal, was ich denke: nienienie würde ich mich sehenden auges auf einen nassen alkoholiker einlassen. NIE! ich kann da nämlich aus erfahrung reden, meine eltern waren beide alkoholiker und mein (ex)freund ist es und versucht gerade davon loszukommen. du kannst dir nicht vorstellen, wie das ist. du kannst dir nicht vorstellen, wie viel kraft das kostet, ewig gebrochene versprechen, immer die sorge, dass etwas passiert, nie dich anlehnen können, nie einfach unbeschwert sein... sehenden auges? NIE!

    und wenn du schreibst, dass er schon so lange alkoholiker ist, seine therapie nur unter auflagen gemacht hat uswusw. sehe ich momentan keinerlei anzeichen dafür, dass er vom alkohol loskommen will. und dann bist du immer die zweite geige, und dazu einen haufen voll sorgen dazu. willst du das? denn DU kannst ihn nicht beschützen, DU kannst ihn nicht retten, das kann er nur allein.

    du machst dir doch jetzt schon jede menge sorgen - und ich verspreche dir: das wird immer mehr. also überleg dir gut, was DU willst.

    lavendel

    liebe demi,

    das ist wirklich mist! und das tut mir auch sehr leid für dich. was ich in solch einer situation machen würde: ich würde alles aus meinem gedächtnis rauskramen, wo mich besagte freundin mal gekränlt hat, oberflächlich war, nicht da, wenn ich sie brauchte.... all sowas, und mir das vor augen führen. das hilft zumindest gegen die trauer und kitzelt die wut hervor, und für mich wäre wut in solch einer situation leichter auszuhalten. vielleicht kommt dir bei solchen erinnerungen auch das gefühl hoch, dass es ja durchaus auch andere situationene gab, wo sie sich eben nicht verhalten hat wie die "beste freundin". denn all das was du schreibst finde ich unmöglich. unsensibel. blöd. so KANN man als freundin nicht reagieren. mann kann nicht verstehen, zeit brauchen, aber nicht so ratzfatz die angeblich beste freundin zur spinnerin erklären. finde ich...

    kann jetzt nur hoffen, dass du stark wirst. wie wär es mit ner spazierengehen, im sausetempo, radeln, laufen, irgendwas, wo du deinen ärger körperlich ablassen kannst. danach in die badewanne. irgendwas, was dir gut tut....

    drücke dich unbekannterweise

    lavendel

    liebe demi,

    möchte mich dantes worten anschließen. sprich noch einmal mit ihr. ich will sie weiß gott nicht in schutz nehmen, aber ich habs früher oft erlebt (und tue das immer noch), das sich viele leute unter einem alkoholiker nicht so wirklich was vorstellen können. die assoziieren damit die leute unter der brücke, aber nicht die freundin nebenan. und reagieren dann vielleicht erst mal abwehrend, oder beschwichtigend, weil sie einfach überfordert sind. das kommt dann ganz blöd rüber, und dabei war es vielleicht einfach nur hilflosigkeit. in anderen zusammenhängen kenne ich so etwas auch bei mir.

    damit es DIR besser geht, möchte ich dir raten: such noch einmal das gespräch mit ihr. sag ihr vorab, dass du verletzt bist, aber so eine lange freundschaft nicht einfach so wegwerfen möchtest. damit sie merkt, dass es dir ernst ist. dann sag ihr, dass alkoholismus tötlich sein kann und du eben die reissleine ziehen willst und musst, und das eben harte maßnahmen erfordert. und dass sie sich überlegen soll, was DU ihr wert bist.

    das alles natürlich nur, wenn dir an ihr wirklich viel liegt, das kannst nur du beurteilen.

    ich will hier wirklich keine lanze für "alkproblem-ignoranten" brechen, aber ich hab genau dieses nicht-verstehen, geppart mit hilflosem verhalten und blöden witzchen auch schon erlebt - bei wirklich lieben leuten. die es dann irgendwann doch kapiert haben. ich denke nur, dass dir die rabiate methode "freundin direkt abschiessen" in diesem fall vielleicht eher schadet als nützt. deshalb der zweite versuch. und wenn sie dann immer noch so tickt, na dann weißt du wirklich, woran du bist... aber dann kannst du vielleicht statt traurig sauer sein :wink: .

    liebe grüße

    lavendel

    hallo yukka,

    natürlich ist das wichtigste, dass es DIR gut geht, trotzdem möchte ich auch noch was dazu sagen, was in annikas richtung geht. bin schließlich schon ein paar jährchen älter als du - darf ich also einen auf große schwester mit lebenserfahrung machen :D .

    ich denke, solange hass da ist, bedeutet dir das, wogegen sich der hass richtet, noch etwas. das ist jetzt egal, ob das der alkohol ist, der ex-freund, was weiß ich. hass ist sicher am anfang richtig und wichtig, aber du solltest darauf achten, dass er nicht überhand nimmt. dann hat dich der alkohol nämlich immer noch in der hand, du schenkst ihm gedanken, gefühle... ich denke, dass sich der hass in gleichgültig wandeln sollte. erst dann bist du frei von ihm. und das ist sicher das gesündere. dann kostest es dich auch keine kraft mehr, hass kann nämlich unheimlich kräftezehrend sein, weißt du...

    wünsche dir viel glück auf deinem weg.

    lavendel

    hallo bernd,

    du wirst sicher noch viele antworten bekommen. für mich ist es so, dass ich (allerdings als angehörige) beides mache und das gut finde. das forum hat den riesenvorteil, dass es eben 24 stunden da ist, die shg nicht.

    auf der anderen seite tut es MIR gut, in der shg auch mal realen menschen gegenüber zu sitzen und ein richtiges gespräch zu führen, mit direktem feedback. ich möchte beides nicht missen, und ich glaube, dass man sich - wenn man es drauf anlegt - im forum besser "verstecken" kann als in der realen shg. kann es sein, dass deine partneerin das so sieht, und deshalb nicht in eine shg will?

    gruß

    lavendel

    ach jukka,

    natürlich ist das ärgerlich und blöd und doof und und und.... aber eben nicht mehr zu ändern. jetzt heißt es "kopf hoch und schnauze aus dem dreck" - hat mein vater immer gesagt.

    hör nicht auf deine eltern, die haben es wohl immer noch nicht verstanden. verbuch es unter "dussel" und versuch, es nicht so dicht an dich heranzulassen. jetzt wieder neu durchstarten, immerhin hattest du schon einen guten anfang! wenn ich an unser erstes treffen im chat denke finde ich, dass du in sehr kurzer zeit schon sehr weit gekommen bist. das musst du dir auch mal klarmachen - und darauf kannst du stolz sein. also: weiter gehts!

    drücke dir die daumen!

    lavendel

    hallo romy,

    ich habe über jahre hinweg den kontakt zu meiner mutter verweigert, genau mit dem argument: es macht MICH fertig, dass du trinkst. ich habe ihr klipp und klar gesagt, dass ich nur noch nüchtern mit ihr kontakt pflege, ich habe aufgelegt, wenn sie betrunken angerufen hat und ich habe sie nicht zu meinr hochzeit eingeladen. ICH konnte einfach nicht mehr. und ich hatte auch keine lust mehr, mir von einem unbelehrbaren menschen mein leben weiter kaputtmachen zu lassen.

    leicht ist mir das nicht gefallen, ich hab ziemlich gelitten, auch unter schuldgefühlen, der angst, dass sie sich was antut, dem verantwortungsgefühl als einzig übriggebliebenes familienmitglied.... aber für mich war es irgendwann die entscheidung "sie oder ich" und da war ich mir doch näher. mag sich egoistisch anhören, aber einen anderen weg gab es für mich nicht mehr. und es ging mir irgendwann GUT mit dieser entscheidung. sie ist selbst für ihr leben verantwortlich, und ich für meins.

    jetzt ist sie trocken und wir haben ein distanziertes, aber freundschaftliches verhätnis.

    wünsche dir viel glück

    lavendel

    hallo demi,

    ich bin kind alkoholkranker eltern und kann mich an die schreckgespenster erinnern, da war ich sechs oder sieben. ich hab das genau in zusammenhang bringen können: flasche, mama riecht komisch, redet komisch, das gibt früher oder später ärger. dass das ne krankheit ist, war mir nicht klar. ich glaube, mir hätte es geholfen, wenn man mit mir geredet hätte - und mit 12 versteht man eine menge. für mich war das verhuschte darum, das verschleieren, lügen, verheimlichen etc. schlimmer, als wenn man mit mir klartext geredet hätte.

    du musst deinem sohn ja nicht gleich versprechen, dass es klappt, sondern nur, dass du es VERSUCHST. enttäuscht ist er wahrscheinlich sowieso jedesmal, wenn du wieder anfängst. ich war das als kind jedenfalls - obwohl eigentlich nicht enttäuscht, das ist nicht das richtige wort. ich hatte eher angst, welche katastrophe diesmal wieder passiert. ja, angst vor dem was kommt, das trifft es eher.

    und - was kiki glaub ich auch geschrieben hat, mach deinem sohn UNBEDINGT klar, dass das nichts mit ihm zu tun hat. ich hab nämlich immer gedacht, dass ich irgendwie schuld war, weil nicht brav, die flaschen nicht früh genug gefunden, nicht aufgepasst hab, und dass ichs ja vielleicht hätte verhindern können... das sollten eltern ihren kindern ersparen.

    vielleicht würde es ihm helfen, wenn du ihm sagst, dass du auch darunter leidest? ich hatte immer das gefühl, meiner mutter ist das schnurz, und kam mir alleingelassen vor. hätte ich das gefühl gehabt, dass auch sie kämpft und leidet, hätte mir das - glaube ich - geholfen.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo schnell,

    wirklich "helfen" kann dir hier keiner, diesen weg musst du alleine gehen. aber vielleicht tut es dir gut, manch ähnliches zu hören?

    bei mir war es ähnlich, ich hatte kaum kontakt zu meinem alkoholkranken vater, aber als er dann schlimm krank wurde (leberkrebs als folge des alkoholmissbrauchs) hat mich das doch mitgenommen. und als er dann gestorben ist, fand ich das sehr schlimm. man hat eben nur einen vater.

    was mir (im nachhinein) geholfen hat ist, dass ich bis kurz vor seinem tod im krankenhaus war. ich weiß nicht, ob du das kannst oder willst, du schreibst ja auch nicht, ob dein vater noch bei bewusstsein, aber ich würde dir raten, geh ins krankenhaus, halte sein hand und mach so gut es geht deinen frieden mit ihm. ich glaube, dass das für später für dich wichtig ist, dass du da dann nicht denkst "ach hätte ich doch". vielleicht kannst du ja auch jemenden mitnehmen, der dir sehr nah steht, der dann auf dich wartet?

    wünsxhe dir ganz viel kraft.

    lavendel

    hallo marti,

    auch ich kann mich meinen vorrednern nur anschließen. klar gibt es bessere startrampen ins leben als deine (oder meine) oder die vieler anderer, deren eltern alkoholabhängig sind oder waren. aber sorry: ab etwa 20 ist man selbst - und NUR man selbst - für sein leben verantwortlich. da kann man nämlich denken, und du hattest auch alle möglichkeiten der gestaltung. wirklich genutzt hast du sie nicht, scheint mir, und tust das auch immer noch nicht. tust dir leid mit antidepressiva und therapie und einem scheiternden studium vor der nase. es gibt weiß gott schlimmere schicksale als deins, und trotzdem fallen die leute nicht in ein loch, sondern treten sich in den hintern. und das könntest du auch - wenn du wolltest. aber vielleicht ist es leichter, das eigene scheitern auf einen trinken vater zu schieben, als mal in den spiegel zu gucken und zu sagen "junge, du bist erwachse. es liegt an DIR und nicht an einem bösen schicksal oder den bösen eltern, wenn du aus deinem leben nix machst."

    kommt mir, noch böser gesagt, ein bisschen vor wie leute, die sich dann vor gericht auf ihre schlimme kindheit berufen, wenn sie leiderleider eine bank ausrauben oder jemanden zusammenzuschlagen mussten.

    sorry. aber du bist alt genug, dich von deinen eltern zu emanzipieren. wenn du das willst. sonst guckst du auch noch mit fünfzig ratlos in den spiegel.

    packs an.

    lavendel

    hallo little,

    kann dich da nur immer wieder bestärken: hart bleiben! alles andere führt wieder zum gleichen zustand wie vor der trennung. und: sag EHRLICH: warst du da GLÜCKLICHER, ZUFRIEDENER als jetzt? das glaube ich einfach nicht. nicht, dass du jetzt glücklich wärst, das wäre ja auch ein bisschen viel verlangt. aber so ein gefühl der erleichterung? endlich den schritt getan zu haben? zu WISSEN, dass es richtig ist, weil es keinen anderen weg gibt? natürlich ist "entlieben" schwer - ich vermisse meinen freund auch, aber trotzdem. alles andere nützt doch nichts, und das weißt du!

    ich kenne das auch, diese heftigen phasen des vermissens. jetzt gerade gehts mir auch so. ich bekomme gleich besuch von meiner freundin mit ihrem mann und den beiden kleinen mädchen. eins davon ist mein patenkind. der tisch ist schön gedeckt, es gibt raclette, und ich hab jetzt schon einen kloß im hals, dass ich gleich allein gastgeberin bin und dann auch noch quasi das glückliche familienleben so direkt vor der nase habe habe. aber dann frage ich mich, wie es gewesen wäre, wenn mein freund dabei wäre. er hätte um diese uhrzeit schon ein bier und eine halbe flasche wein intus, so nebenbei bei den vorbereitungen. nacher wärs dann ne ganze flasche wein, noch ein verdauungsschnäpschen, weil raclette ja so schwer im magen liegt, und ich würde hoffen, dass es die anderen nicht merken. sag ehrlich: ist das besser? ich für meinen teil kann da ganz klar sagen: NEIN. dann lieber alleine, und ich werd einen schönen abend haben, weil ich das will und weil es in meiner hand liegt. also: kopf hoch! und wenns gar zu schlimm wird, mal dir die unangenehmen situationen mit ihm aus, um aus dem vermissens-trip wieder rauszukommen!

    liebe grüße an meine schwester im herzen

    lavendel