Beiträge von lavendel

    hallo kaltblut,

    es hat mich sehr berührt, was du geschrieben hast, finde ich mich doch in manchem wieder. auch ich finde meinen (ex?-)freund den charmantesten, intessantesten, attraktivsten mann, den ich mir vorstellen kann, und ich wüsste niemenden, den ich lieber hätte. ich habe für ihn eine so nicht gekannte liebe gefühlt und hätte alles für ihn getan, ja - wenn der nebenbuhler alkohol nicht gewesen wäre. aber so?

    irgendwann geht es nicht mehr. irgendwann geht es - abgesehen davon, dass es kraft ohne ende kostet - und die wirst auch du nicht unendlich haben - an die selbstachtung. was will man mit einem menschen, der als leblose hülle vor einem steht? mit einem menschen, wo nichts, aber auch garnichts fruchtet. einem menschen, der einen wissentlich und willentlich immer wieder verletzt, enttäuscht, im stich lässt - und wo keinerlei einsicht und interesse etwas zu ändern zu erkennen ist? was will man mit einem menschen, der zwar im besten fall bis 18:00 der tollste mensch ist, danach aber zu einem äußerst unangenehmen mutiert? das ist doch keine option für eine gemeinsame zukunft.

    ich kann dir nur ganz viel kraft für deinen weg wünschen. ich stecke auch noch mittendrin - bei mir ist die trennung jetzt 18 tage her. aber ich WEISS, dass es richtig war, und da nutzen alle gefühle und gedanken, wie sehr ich ihn liebe (geliebt habe?!, ich weiß es selbst nicht mehr) nicht, weil ich WEISS, dass ich dieses leben nicht auf dauer ausgehalten hätte.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo darkend,

    ja, das tut weh. habe mich ja aus dem gleichen grund wie du vor zwei wochen von meinem freund getrennt. ich denke, er verstehts auch nicht, und dann hätte eine fortsetzung einfach keinen sinn mehr gehabt, bei mir nichtt, bei dir nicht, auch du wärst irgendwann daran kaputt gegangen.

    bei mir war es am anfang eine mischung aus schmerz und wut, ich habe geheult, nicht geschlafen, gehadert und mir vor allem ganz viel ablenkung gesucht, um die ersten tage zu überstehen. jetzt ist der schmerz und die enttäuschung immer noch da, aber eben auch die klaren gedanken an situationen, die ich NIE wieder erleben will. und die bitterkeit kommt. vielleicht hilft es dir auch ein bisschen, zu überlegen, wo hat sie mich ernst genommen, auf mich gehört, mir zuliebe etwas getan, sich für mich angestrengt..... wenn ich deine zeilen so lese kommt wahrscheinlich heraus "selten bis nie".

    und dann überleg dir, ob du solch eine beziehung wirklich willst. auf dauer. natürlich tut es weh, den geliebten menschen zu verlieren, aber auf der anderen seite: es tut doch auch weh zu sehen, dass dem anderen deine gefühle und wünsche sch***egal sind. oder nicht? und so ist es doch bei dir, oder? bei mir jedenfalls... ich kann dir nur aus meiner erfahrung sagen: natürlich vermisse ich ihn sehr, aber ich bin auch froh, dass ich diesen schritt getan habe. er hätte mich sonst völlig fertig gemacht. und auch wenn ich jetzt traurig bin: ich stehe nicht mehr unter dauerstrom, was als nächstes passiert, und das allein finde ich schon sehr erleichternd. ich drücke dich mal aus der ferne.

    lavendel

    hi squirrel,

    ich finde mich in deiner geschichte wieder. bin jetzt 39, und meine mutter trinkt, seit ich denken kann. in nüchternen zeiten war sie meine beste freundin, wir hatten viel spaß, immer was zu erzählen, haben gelacht, es war einfach schön. meine freundinnen haben mich um meine mutter beneidet. aber wehe, sie hat getrunken. wie du schreibst: sie hat hat gebrüllt, gepöbelt, gott und die welt beschimpft (mich als schlampe, zum beispiel), hat wild in der gegend herumtelefoniert und mich schlecht gemacht, mir ein schlechtes gewissen gemacht, dass ich schuld an ihrem trinken bin, dass ich sie alleine lasse etcetc. ich hab mir das lange gefallen lassen, auch noch im studium, als ich schon lange zuhause weg war. erst mitte zwanzig hab ich mich emanzipiert und ihr gesagt "nur noch, wenn du nüchtern bist". da war dann in ihren trinkphasen auch mal zwei jahre funkstille. es ging nicht anders. ich wäre sonst daran kaputtgegangen (habe eh schon genug macken abbekommen). mein bruder hat irgendwann kapituliert und sich umgebracht.

    warum ich das so drastisch schreibe? du musst auf DICH aufpassen. du kannst ihr nicht helfen. sie muss das für sich wollen, und wenn sie das nicht will, wirst du sie nicht dazu bringen können. deine bulimie zeigt dir ja ganz deutlich, dass all das über deine kräfte geht. ich denke, man kann da einfach nur noch einen knallharten egoismus entwickeln und sagen "erst ich, dann der rest". sonst geht man unter, gerade weil alkoholiker ihre kinder so wunderbar manipulieren können. und lass dich nicht beirren von anderen, die dir ein schlechtes gewissen machen wollen "das ist doch schließlich deine mutter, das kannst du doch nicht machen...." und was da alles so kommen mag. du kannst. du musst. damit du nicht untergehst.

    wie meriamum sagt: du kannst ihr sagen, dass du für sie da bist, wenn sie nüchtern ist und trocken werden will, und ansonsten eben nicht. und das auch durchhalten, auch wenns schwer fällt.

    ich hab meine mutter auch gehasst früher, hab geheult, gek***, gezittert, wenn ich das mal wieder mitbekommen habe. heute hasse ich sie nicht mehr. aber sie ist mir fremd. wir sehen uns einmal im jahr. ich sehe sie mir an und denke "meine mutter", aber das gefühl ist weg. ich würd ihr auch nie mehr sagen "ich hab dich lieb". dazu ist zuviel passiert, und das misstrauen wird ewig bleiben. das ist eben so. traurig, aber nicht zu ändern.

    du musst dich um dich kümmern. das ist das allerwichtigste, damit DU halbwegs gesund überlebst. ich drücke dir die daumen.

    lavendel

    hallo abc,

    ein halb positiver bericht: meine mutter war - ist - seit ich denken kann alkoholikerin. sie hat es bis fast ganz unten "geschafft" - und ist dann doch wieder rausgeklettert. aber erst, nachdem sie wirklich ganz tief gefallen ist. ich als tochter habe mich in dieser zeit komplett distanziert bis dahin, dass ich sie nicht zu meiner hochzeit eingeladen und jeglichen kontakt verweigert habe.

    ich will nicht sagen, dass es mein verdienst war, dass sie (schon länger) nicht mehr trinkt, aber wenn ich weiterhin für sie dagewesen wäre, verhandlungen mit vermietern und banken geführt hätte, wäre es sicher nicht besser geworden.

    viele grüße

    lavendel

    liebe liz,

    ich freue mich sehr für dich - dein freund scheint es ja wirklich ernst zu meinen. ich wünsche euch von herzen, dass ihr es schafft, dass er dauerhaft trocken leben will und kann und ihr eine kleine, glückliche familie werdet. drücke euch alle daumen - und viele grüße an den heimlichen buchstabenhacker im chat - soll er doch mal mitreden :wink:

    liebe grüße

    lavendel

    liebe dia,

    kann dich gut verstehen. ein langsames begreifen, was alles in der vergangenheit passiert ist, ein abwägen, pro und contra dieser partnerschaft, ein weiter überlegen, was würde sich "ohne" ändern und der immer wieder hochkommende frust, wo man sich fragt "wofür eigentlich?".

    nur bei einem bin ich mir sicher: du würdest es auch "ohne" schaffen - und vielleicht ginge es dir dann sogar besser - wüsstest nämlich endlich, woran du bist!

    liebe grüße

    lavendel

    hallo josu,

    auch von mir ein herzliches willkommen. es ist gut zu hören, dass du für dich erkannt hast, dass du ein problem hast, und dich ernsthaft damit beschäftigst und willens bist, daran etwas zu ändern. deine schwester ist (noch) weit davon entfernt und macht sich vielleicht über dich lustig und ist aggressiv, weil sie sieht, das du etwas unternimmst und sie nicht. lass dich nicht von ihr runterziehen. beschäftige dich mit dir und deiner zukunft - deine schwester ist alt genug, um zur einsicht gelangen zu können - wenn sie will. wenn sie nicht will, bist du machtlos!

    ich weiß, dass es ein sch*** gefühl ist, jemenden um geld betteln zu lassen und "nein" zu sagen. ich hab das ab und zu mit meinem freund, auch dass er jammert, dass seine socken löcher haben und ich mir ein t-shirt kaufe. und, was passiert, wenn ich ihm was leihe? er hat nachschub und einen weiteren tag gewonnen, nichts tun zu müssen. also: sei für sie da, wenn sie hilfe braucht im sinne von gesprächen oder rat, aber ansonsten: kümmere dich um dich. damit hast du erst einmal genug zu tun :) .

    drücke dir die daumen

    lavendel

    hallo kerstin,

    warum sollte er sich ändern, wenn du ja doch alles mitmachst? du lässt dir nachäffen gefallen, spionieren am computer, dich lächerlich machen.... ihr habt alkohol im haus, DU TRINKST MIT IHM (das ist das erste, was ich eingestellt habe), und im zweifelsfall machst du auch noch das sofa sauber?!

    so richtig hat er keinen grund aufzuhören, und in gewisser weise scheint es mir, als ob du dich von ihm abhängig gemacht hast (oder es bist, finanziell). da hat er ein weiteres druckmittel, du stehst ja schließlich "in seiner schuld". überleg dir gut, wie weit du gehen kannst und willst, und sei sicher, das trinken wird sich steigern, damit auch die ausfälle, die anschuldigungen.... kannst/willst du so weiter leben? wenn man dir dein unglück jetzt schon ansieht? du hast auch das recht auf ein "schönes" leben. willst du immer die nummer zwei nach dem alkohol sein? du musst deinem freund klarmachen, dass er ein ernsthaftes alkoholproblem hat, das ihm und dir schadet, und dass du auf dauer so nicht mehr weitermachen wirst. dass es also an ihm liegt, etwas zu ändern. und dass du ansonsten die konsequenzen ziehen musst.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo nonens,

    kann mich meinen vorrednern, insbesondere lilly, nur anschließen. ich hab meinem partner das ultimatum "ich oder der alkohol" gestellt (findest du in der rubrik co-abängige). hab auch lange gezaudert, mein freund ist meine große liebe. aber als ich irgendwann im sommer angefangen habe zu denken, ich wäre lieber tot, wars vorbei. das war bei mitr der klick zu sagen "bis hierher und nicht weiter". zu sagen "ich habe auch ein recht auf leben" und "ich will nicht zusehen, wie sich mein partner totsäuft und ich darüber mein leben vergeude" (bin 39). kam auch zu der erkenntnis, dass es für MICH nur besser werden kann: entweder ein trockener partner oder ein leben allein, das aber OHNE ständige angst um alkohol, folgen, gesundheit, autounfälle.....

    DU wirst, wenn du so weitermachst, auf dauer alles verlieren: deine lebensfreude, deine zukunft, eventuell wirst du psychisch krank, weil du´s irgendwann dann doch nicht mehr wegstecken kannst, oder dein partner fährt einen menschen tot oderoderoder.... willst du ewig auf einem pulverfass leben? ich würd das nicht wollen, dafür ist mir mein leben zu kostbar.

    und nochwas zu den blendenden werten deines freundes: die hatte mein vater auch zeit seines lebens. plötzlich waren sie komisch, dann wurde leberkrebs diagnosiziert, ein gutes jahr später war er tot. aber eineinhalb jahre vorher war er noch ein kerngesunder mann mit blendenden leberwerten :roll:

    überleg dir gut, was du dir (und letztlich auch ihm) zumutest, wenn du immer weiter mitspielst. ihr werdet beide verlieren.

    gruß

    lavendel

    hallo ari,

    irgendwie beschleicht mich bei deinen worte ein komisches gefühl: auf der einen seite die supertolle frau, die ihr leben (äußerlich) supertoll meistert, die auf der anderen seite hier aber - so scheint es mir, wenn ich mir irre, tut es mir leid - versucht, die hier schreibenden und lesenden zu beeindrucken - mit fachchinesich, wie lilly so treffend schreibt. warum? das hast du doch nicht nötig. worum es hier geht, ist doch hilfe zu suchen und zu bekommen, nicht die anderen mit einer zumindest bei mir leicht arrogant ankommenden art vielleicht sogar abzuschrecken. dazu ist das thema doch viel zu ernst.

    ich drücke dir die daumen, dass du deinem mann und diesem forum gegenüber irgendwann die gelassenheit entgegenbringen kannst zu sagen "ich habe ein problem, ich will da raus." und ganz wichtig: "es ist mir egal, was die anderen über mich denken. ich und meine gesundheit sind mir wichtiger.".

    wünsche dir ganz viel echtes selbstbewusstsein.

    lavendel

    liebe dia,

    an deinerstelle würd ich langsam auf garnichts mehr verzichten, weißt ja doch nicht, ob er kommt. und du sitzt zuhause und grummelst - wofür? lässt die letzte sonne sonne sein - und? er kommt nicht. würd irgendwann mal klipp und klar sagen ICH mach mir jetzt termine, auf die ICH lust habe und die MIR gut tun. wenn du da reinpasst, ok, wenn nicht, dann eben nicht. vielleicht merkt ers dann?

    was er macht, ist nicht alkoholikerdeprikatastrophe, das ist schlicht ne frechheit und schlechtes benehmen!!!! *schimpf*!!! dafür MUSS man KEIN verständnis mehr haben, zumal das ja nicht das erste mal ist! mir scheinen da auch spielchen abzulaufen, bewusst oder unbewusst "wie weit kann ich gehen, ehe sie ausrastet?" lass dir das nicht gefallen!

    drücke dich ganz fest

    lavendel

    hi diandra,

    schwer.... eigentlich kann man da garnichts raten. manchmal denke ich, wie man es macht, ist es verkehrt. ich neige von natur aus dazu, aktivitäten vorzuschlagen, rauszusuchen, was man alles machen könnte, veruche ihm vorzuführen, wie schön das leben sein kann, wenn man sich mal treiben lässt, versuche, aus allem etwas schönes zu machen und mir sachen auch schön zu reden (nicht das leben, aber z.b. einen kinofilm, auch wenn ich ihn nicht so doll fand, nur um den abend nicht in einer miesen stimmung zu haben "was für ein sch**** film). so sachen. weiß auf der anderen seite aber auch nicht, ob ich ihn nicht mit meinem elan überfordere. ist schließlich nicht mehr der jüngste, mein schatz *grins*. oder ich mache den clown und spiele mit unseren geliebten stoffpinguinen kasperletheater, wenn er völlig deprimiert ist, nur damit er mal wieder lacht, auch wenn mir zum heulen ist. ob das gut ist, weiß ich nicht. ich kann halt nur so agieren, wie ICH denke und fühle, weil ich mich in ihn sowieso nicht reinversetzen kann. wenn ich frage heißt es "du mischst dich in mein leben ein". wenn ich nicht frage heißt es "das interessiert dich doch sowieso nicht". also: alles verkehrt. bleibt meiner ansicht nach wirklich nur noch das zu tun, was man selbst für richtig hält. und wenn der andere das nicht will, muss er es sagen, wir sind schließlich keine hellseherinnen.

    kannst ihn ja auch fragen "willst du reden, oder soll ich dich lieber in ruhe lassen?" oder einfach: "du bist willkommen. wir haben uns für das wochenende vorgestellt......, magst du mitmachen, oder willst du was anderes?" irgendwie so.

    furchtbar, dieses ewige stochern im nebel und das gefühl, den anderen wie ein rohes ei behandeln zu müssen, damit nicht wieder was passiert :? . ich kann dich verstehen, dass du darauf - und auch auf das ewige warten und nicht wissen - keinen bock mehr hast. ich glaube, irgendwann ist auch der galgenhumor erschöpft.... hoffe, dass du noch einen riesenvorrat hast!

    schicke dir jetzt einen großen korb voll sonne rüber! hab mich übrigens sehr gefreut, dich gestern im chat wieder zu lesen :lol: !

    liebe grüße

    lavendel

    hallo freund,

    kannst du´s oder willst du es nicht verstehen :)? es geht nicht um "weichspülen" oder bauch streicheln, es geht darum, auch sorgen, gedanken, gefühle und die hilflosigkeit ernst zu nehmen, nicht nur im inhalt, sondern auch im ton. und diese gedanken auch hier im forum oder im chat aussprechen zu dürfen.

    oder "darf" man hier nur schreiben, wenn man ganz straight ohne umwege den einzig gangbaren weg geht? so sind die meisten menschen aber nicht. und das heißt nicht, dass man das problem nicht ernst nähme - sonst wäre man ja wohl kaum hier. wie lange hast du gebraucht von der erkenntnis, ein alkoholproblem zu haben zum umsetzen der ersten schritte? sicher nicht nur einen tag. ich nehme an, dass du dir - wie sicherlich die meisten hier, egal ob co oder abhängig - viele gedanken über bestimmte wege gemacht hast. du hast dann deinen gefunden, und der war gut für dich. das heißt aber nicht, dass andere wege nicht anders aussehen können. und auch nicht, dass andere auch von erfahrungen profitieren können, die vielleicht in die falsche richtung gelaufen sind. kein mensch bestreitet hier ernsthaft, dass man aus dem alkoholismus nur mit radikalismus herauskommt, dass es da keine halben sachen gibt. aber für beide seiten ist das ein mühsamer weg, der einzelner schritte bedarf. das möchte ich (auch wenn ich "nur" co bin) verstanden und akzeptiert wissen. mehr nicht. aber auch nicht weniger.

    sonnige grüße

    lavendel

    hallo freundin,

    kann dazu nur sagen, dass ich es gestern nicht verstanden habe, bin ja auch erst später dazu gekommen und kann dann nicht jemenden "zurechtweisen" oder verteidigen, wenn ich nicht weiß, was vorher geschrieben wurd. sowas wie gestern sollte jedenfalls nicht passieren, und bisher war der chat immer entweder lustig oder ernst, aber nicht aggressiv. versuch´s einfach noch mal.

    was ich halt wichtig fände wäre, dass du merkst, dass es auch unter "ganz normalen" menschen alkoholiker gibt, und diese krankheit nicht zwangsläufig etwas mit gosse zu tun hat (deine worte). aber hier bist du ja auf dem besten weg :).

    sonnige grüße

    lavendel

    hi lotte,

    "der konsum ist ja gar nicht so hoch" schreibst du: oh weh.... aber einen pegel braucht er? das ist doch widersprüchlich! und "eigentlich" ist er nicht aggressiv: aber was er gestern mit dir gemacht hat war KÖRPERVERLETZUNG! mach dir das mal klar und überleg mal, was danach noch alles kommen mag, wenn einmal die schranken gefallen sind. beim nächsten mal ist es vielleicht der kopf, und nicht "nur" die schulter. will dir nicht zusätzlich angst machen, aber was du schreibst, finde ich schon sehr bedenklich.

    zu professioneller hilfe: soooo schlimm ist das gar nicht :wink: . ich gehe seit ein paar monaten in eine selbsthilfegruppe (shg) (mein partner trinkt), und mir ist das eine große hilfe, mit der situation besser fertig zu werden und vielleicht auch in einer art und weise zu reagieren, dass mein partner etwas versteht, vielleicht sogar einsieht und hoffentlich erkennt, dass er ein problem hat und etwas dagegen tut.

    bei shg gibt es ein breites spektrum: kreuzbund, freundeskreis, anonyme alkoholiker (al-anon für angehörige). such mal im web danach, ich kann dir das FÜR DICH nur empfehlen. du bekommst da auch rat, was dein mann machen könnte. aber dafür muss er natürlich erst einmal einsehen, dass er ein problem hat...

    liebe grüße

    lavendel

    hallo diandra,

    kann dich gut verstehen. alkoholkrank zu sein ist kein freibrief, sich schäbig zu verhalten. und dich einen tag lang schmoren zu lassen, finde ich schäbig und einfach schlechtes benehmen in - wie du schreibst - der zeit von handys. natürlich kann was dazwischen kommen, aber eine minute für einen anruf muss doch drin sein! ich wäre auch stinkesauer. ist ja schön und gut für unsere partner zu lernen, sich wichtig zu nehmen, auf ihre bedürfnisse zu schauen und danach zu handeln. aber wenn es andere betrifft, ist auch irgendwo eine grenze. vielleicht solltest du ihn einfach mal versetzen, wenn er sich auf dich gefreut hat :wink: .

    und ansonsten: hoffe, dass du wenigstens heute einen schönen tag hattest!

    liebe grüße

    lavendel

    hallo kristine,

    ich habe bei meinem freund auch ganz lange gedacht, ich kann ihn doch nicht alleine lassen lassen, ich muss da sein, meine ganze zeit für ihn freihalten, für ihn kochen und ihm sogar das essen hinterhertragen, weil der arme jung ja sonst nur fastfood isst uswusw.

    bis ich irgendwann gemerkt habe, dass ich nicht mehr kann, nicht mehr will, dass ich kein eigenes leben mehr habe. das ging soweit mit dem gedanken zu spielen - wohlgemerkt zu spielen - wie es wäre, vor einen baum zu fahren, weil ich das alles einfach nicht mehr wollte. habe mich dann getreten, angefangen hier im forum zu lesen und zu schreiben, habe mir viel anhören müssen, was ich nicht hören wollte, um dann irgendwann den dreh zu kriegen. bücher über co-abhängigkeit lesen, in eine shg gehen, sich den frust und die verpassten chancen ganz deutlich ausmalen um ihm dann irgendwann zu sagen "bis hierher und nicht weiter, ich oder der alkohol". obs auf die dauer hilft: ich weiß es nicht. aber zumindest hat es ihn erstmal furchtbar erschreckt, und drei wochen hat er nichts getrunken. gestern und heute bin ich mir nicht so sicher, aber immerhin - MIR geht es mit dieser - MEINER - entscheidung besser. ich weiß jetzt, dass ICH nicht vor die hunde gehen werde. was er tut, ist seine sache. ich kann und will ihn unterstützen, wenn er trocken werden will, auf seinem "nassen" weg werde ich nicht mehr für ihn da sein.

    eine andere chance sehe ich auch bei dir nicht. wie caruso schreibt: für deinen mann ist es doch ziemlich bequem so, wie es läuft. warum sollte er etwas ändern? auch wenn das nicht die worte sind, die du vielleicht erwartet hast...

    viele grüße

    lavendel