hallo abc,
puhhh, ganz schön viel, was du da erträgst oder meinst ertragen zu müssen. ich finde es ganz natürlich sich zu überlegen, ob man all das wegwirft, was man gemeinsam aufgebaut hat, ob man seine familie aufs spiel setzt und wirklich alleine leben kann und will, ob man sich das nicht alles einredet, was man derzeit an seinem partner negativ sieht, was einem missfällt, oder schlimmer noch, abstößt. man lässt sich nur allzu leicht wieder sand in die augen streuen, fängt an, dramatische dinge herunterzuspielen oder zu enstchuldigen, und das schöne, was man gemeinsam erlebt hat, wieder hervorzuholen. aber ich fürchte, dass das auf dauer trügerisch ist. es kann zwar sein, dass dein mann nach einem ausbruch eine zeitlang friedlich ist, nichts oder weniger trinkt, aber glaubst du, dass das trägt? nach so langer zeit? wenn du dir all das vor augen führst, was passiert ist, was er gesagt hat, was er getan hat? ich wäre da sehr skeptisch. wobei ich dich sehr gut verstehe
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mein freund ist auch alkoholiker (finde ich, er findet das nicht). ich kämpfe seit einem dreivierteljahr darum, wie und ob ein gemeinsames leben weitergehen kann. ich habe viele kontakte verloren, weil ich sie mit meinem freund nicht mehr gemeinsam pflegen wollte (man weiß ja nie, was passiert), habe mich immer weiter isoliert, immer mehr auf ihn gestarrt, alle gedanken haben nur noch darum gekreist, wie ich verhindern kann, dass er alkohol trinkt. mit hilfe dieses forums und einer selbsthifegruppe habe ich mich mühsam an die erkenntnis herangetastet, dass ich dieses leben nicht auf dauer weiterleben kann und will. ICH gehe dabei drauf. ICH leide. ICH zermatere mir das hirn. ICH bin unglücklich. ICH baue körperlich immer mehr ab. wahrscheinlich geht es meinem freund auch so, aber ER tut, was er will. ER nimmt keine rücksicht. ER macht die flasche auf. ER betrinkt sich. ER beschimpft mich. ER pumpt mich an. und ICH kann daran nichts ändern :-(. soweit bin ich mittlerweile, und jetzt heißt meine devise nur noch, mich selbst zu retten. ich habe ihm ein ultimatum getellt, dass er sich zwischen mir und dem alkohol entscheiden muss. er hat für die ersten schritte 10 wochen zeit. und wenn er sich dann nicht für ein trockenes leben entschieden hat, MUSS ich gehen :-(. es geht nicht mehr anders. ich lasse mir nicht mein leben kaputtmachen. ich brauche meine kraft für meinen job, dafür, neue freundschaften aufzubauen und wieder anzufangen, an anderes als den alkohol zu denken :-).
ich weiß nicht, was dabei herauskommt. ich habe tierische angst, dass er sich für den alkohol entscheidet, ich habe angst, alleine zu sein. aber trotzdem: objektiv betrachtet kann es für mich nur besser werden. was er mit seinem leben anfängt, ist seine entscheidung.
und vielleicht würde das auch für dich gelten. du hast kinder. du kannst neue freundschaften suchen oder alte wieder aufbauen. du kannst tun, wozu du lust hast. du könntest ein italienisches oder französisches essen kochen, OHNE dir darüber gedanken zu machen, dass ein gegenüber nach wein schreit (ich hab auch schon angefangen so zu denken und nur noch das zu kochen wo ich meine, dass kein alkohol dazu passt. das ist doch bescheuert, oder????). ich weiß, es ist leicht gesagt, dass dir nur eine trennung eine chance gibt. aber wer weiß, vielleicht bringt das deinen mann zur einsicht? solche beispiele gibt es hier im forum, und auch in meiner selbsthilfegruppe, was ich dir übrigens nur empfehlen kann. da lernt man nämlich, dass man nicht spinnt mit seiner wahrnehmung.
ach ja, und zum verstand: ich schreibe tagebuch, was er wann wo wie gesagt und getan hat. dann kann ich nämlich nachlesen und muss mich nicht immer fragen, ob ich das nicht alles falsch verstanden oder überdramatisiert habe, wie er immer mal wieder versucht mir einzureden
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wünsche dir viel kraft.
lvendel