Beiträge von lavendel

    hallo amine,

    da kann ich mich webby nur anschließen: ich denke auch, dass wir cos immer co sein werden :-(. wie ich dir ja auf deinen anderen threat schon geschrieben hatte, bin ich in einer alkoholikerfamilie aufgewachsen und wurde quasi von klein auf "dressiert", "lieb" zu sein. das hieß, für meine alkoholisierte mutter essen machen, da war ich sieben, oder den haushalt putzen. mit elf hat mein stiefvater mich dann gezwungen, mein taschengeld abzugeben, damit er sich was zu trinken kaufen konnte. ich habe mich nie gewehrt, immer den kopf eingezogen, damit es nur ja nicht noch mehr streit gibt. das ist ja auch ne form von coabhängigkeit, denke ich. später habe ich vor meinem chef gekuscht aus angst, dass er mich nicht "lieb hat" - im übertragenen sinn. jetzt habe ich angst, mich meinem coabhängigen partner ernsthaft zu widersetzen, weil ich angst vor streit habe. sonst bin ich tough, im job, mittlerweile meiner noch lebenden mutter gegenüber, aber da, wo es wirklich drauf ankommt, stecke ich immer noch zurück und lasse mir dinge gefallen, wo ich selbst über mich den kopf schüttele. :roll:

    was mir aber hoffnung macht: von meinen eltern habe ich mich irgendwann emanzipiert, also wird es mir in anderen bereichen auch gelingen, aber ich stelle fest, wie unendlich schwer mir das fällt. und bewundere andere, die völlig normal sagen, "bis hierher und nicht weiter". und es passiert keine katastrophe, und sie werden nicht weniger gemocht. das finde ich toll, und hoffe, dass ich irgendwann auch mal dahin gelange zu sagen "ich bin mir das wichtigste auf der welt". christlich geprägt, fällt mir dieser gesunde egoismus besonders schwer, aber ich denke, anders geht es nicht. und in kleinen schritten geht es voran: heute abend rief mein freund; wir waren bei mir zum essen verabredet. er schlug vor, eine flasche leffe (füher unser lieblingsbier) mitzubringen. ich sagte "nein". er fragt: "nie wieder?" ich sagte "nein". er kam trotzdem und trank alkoholfreies bier, und wir hatten einen lustigen abend. ich weiß, das ist ein minischritt, aber selbst das hätte ich mich vor drei monaten noch nicht getraut. also: es gibt einen weg aus der co-abhängigkeit, auch wenn ich ihn unglaublich schwer finde, und wir geschädigten alki-kinder es dabei sicher noch schwerer haben als andere, aber irgendwie schaffen wir das! das zu deiner frage, warum du dich immer noch unter druck fühlst: ich denke, die kindliche prägung wird man nie los, man kann nur versuchen, das zu durchschauen und entsprechend anders zu handeln, als man konditioniert worden ist.

    ich gehe seit ein paar wochen in eine selbsthilfegruppe (kreuzbund), und das gibt mir eine menge rückendeckung, an mich zu denken. :D

    liebe grüße

    lavendel

    liebe lisa,

    auch von mir beileid zum tod deines mannes. so furchtbar es auch für dich sein mag, es war sein leben! er hat entschieden, was er tun und lassen wollte. er hat entschieden, trinken zu wollen. er hat sich damit im prinzip gegen dich und damit gegen seine familie entschieden!

    das alles hat NICHTS damit zu tun, dass du ihn alleine gelassen hättest! NICHTS! mach dir jetzt bloss keine schuldgefühle! er hat seine gesundheit selbst aufs spiel gesetzt, du hast keinerlei verantwortung für das, was passiert ist, du hättest ihn auch nicht retten können! das musst du dir immer wieder sagen! und dich jetzt um dich und deine kinder kümmern - euer leben geht weiter!

    ich drücke dich ganz feste aus der ferne

    lavendel

    hallo belladonna,

    ob eine shg für dich sinn macht, kann dir sicher keiner beantworten, das musst du für dich herausfinden. ich erzähle dir mal, wie es mir dabei geht.

    peinlich war mir der erste besuch nicht, es sind alles leute, die mir sonst nicht begegnen, und die meinen freund nicht kennen. also ist es mir auch relativ schnurz, was sie von mir denken - in dem sinne, als dass ich vor ihnen kein theater spielen muss.

    ich war vor drei wochen zum ersten mal dort, in einer shg vom kreuzbund, und jetzt am montag zum dritten mal. theoretisch sind das gemischte gruppen, praktisch bin ich dort die einzige angehörige. es stimmt, was karsten sagt, im prinzip habe ich dort das gleiche erzählt bekommen wie hier im forum. ABER: in der shg hatte ich reale menschen vor der nase, keine virtuellen. und es gab ein gespräch, ein hin und her, nachfragen, nuancen, das fand ich für mich gefühlsmäßig (nicht rational!) besser als hier im forum, es war halt - logisch - lebendiger. was mir auch gut getan hat ist, dass diese menschen mich ernst genommen haben und ich das gefühl hatte, willkommen zu sein in einem kreis. das steht und fällt natürlich mit den teilnehmern. beim zweiten mal hatte ich noch konkrete fragen "was mache ich wenn...", "welche wirkung hat es auf einen alkoholiker, wenn....". da bekam ich antworten von leuten, die genauso ticken wie mein freund, ihn verstehen, warum er was tut und mir das emotionlos erklären konnten. das hat mir sehr geholfen.

    am letzten montag dann habe ich mir überlegt (und auch angesprochen), was ich da eigentlich weiterhin will. wo ich doch theoretisch weiß, was ich zu tun habe, es praktisch aber (noch) nicht kann. und da kam dann als antwort: "du entscheidest doch selbst, wann für dich der richtige zeitpunkt ist, zu handeln. und wenn du nur kommst, um dich auszuheulen, das wird dir guttun, und du bist hier willkommen.". das hat mich beeindruckt. wie es weitergeht, weiß ich nicht. aber ich kann dir nur empfehlen: probier es aus. ich bin froh, dass ich das gemacht habe.

    und weißt du noch was? es war das erste mal, dass mir alkoholiker als menschen sympathisch waren, d.h. ich die menschen hinter den alkoholikern gesehen habe. bisher beschränkte sich mein einziger (lebendiger, also nicht hier im forum) kontakt zu alkoholikern auf meine eltern und auf meinen freund, menschen, die mir sehr nahe stehen (standen), und die mir durch ihre krankheit so viel angetan haben, bzw. noch antun, dass ich sie in dieser beziehung gar nicht "normal" ansehen kann, weil da immer trauer, wut, hass, hilflosigkeit, schuldgefühle, enttäuschung.... im spiel sind. das war logischerweise bei den (mir fremden) mitgliedern der shg anders, und auch das hat mir sehr gut getan. tut mir leid, wenn sich das wirr anhört, kann es nicht besser beschreiben.

    fazit: ich fand´s für mich richtig gut.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo webby,

    ich will nicht diplomatie lernen, um ihn und die trinkmenge zu kontrollieren, ich weiß, dass ich das nicht kann. sondern um den einen satz zu finden, der ihn erreicht. aber ich glaube, du hast recht. er will trinken, und er wird sich von mir nicht davon abbringen lassen.

    wie ich mich gefühlt habe heute abend? tot irgendwie. ich hatte ein anderes szenario erwartet, nämlich dass er nichts mitbringt und mich nach wein fragt. DA hatte ich mir vorher zurecht gelegt, was ich sage. als er die flasche auf den tisch stellte, war ich innerlich sprachlos. ich hab mir das glas angeguckt, was in der sonne stand und gleichzeitig gedacht, was das für eine schöne farbe ist und wie widerlich es finde, es auf MEINEM tisch stehen zu sehen, in MEINER wohnung. das hat mich dran erinnert, wie meine mutter mich als kind gezwungen hat, ihr alkohol zu kaufen, und wie hilflos und vergewaltigt ich mich dabei gefühlt habe. und genau so war es heute abend auch. heulen und am ganzen körper zittern tu ich jetzt, wenn ich deinen beitrag lese. daran merke ich erst, wie ich das vorhin wirklich fand. mensch, ich bin 39, habe mich durch meine sch*** kindheit durchgekämpft, durch ein studium, eine ehe, habe einen job, der mir spaß macht und sitze jetzt vor meinem rechner und heule, weil ich immer noch die selbe sch*** mache wie vor 30 jahren. das kann doch nicht wahr sein! danke dir trotzdem für deine worte. gute nacht.

    lavendel

    hallo,

    der abend war schon um viertel nach sieben vorbei. er kam und stellte freudstrahlend ´ne flasche sekt auf den tisch :cry: . ich hab´ gesagt "ich möchte keinen." daraufhin eisiges schweigen. er setzt sich neben mich auf den balkon und sagt kein wort. ich auch nicht, weil ich (mal wieder) angst vor streit habe, der unweigerlich kommt, wenn ich das thema alkohol anspreche :twisted: . hab mir sogar überlegt, um des lieben friedens willen an einem glas zu nippen, aber wenigstens das hab ich nicht getan. wir haben dann gemeinsam gegessen, er hat dabei eineienhalb gläser getrunken und ist danach gegangen. der rest steht in meinem kühlschrank. und ich sitz hier, könnte mich in den hintern treten, nix gesagt zu haben, und würd´ mich wahrscheinlich bei nächsten mal wieder nicht trauen. es ist zum heulen. :roll:

    worüber ich mit heute nachmittag gedanken gemacht habe: wenn ich ihn jetzt vor die alternative stelle, alkohol oder ich weiß ich was er wählt: ersteres. hat er jedenfalls neulich gesagt. da hatte ich das ultimatum überhaupt nicht gestellt. dann ist schluss, und dann hab ich keine chance mehr, etwas "richtig" zu machen und ihn vielleicht zu überzeugen, dass er auf einem zerstörerischen weg ist. wenn ich jetzt aber anfange und ihm grundsätzlich keinen alkohol mehr gebe (sonst hat er, wenn er danach gefragt hat, natürlich eine flasche wein bekommen. aber jetzt liegt bei mir seit wochen schon nix mehr im kühlschrank) und mit ihm grundsätzlich auch keinen mehr trinke (dann ist es bei ihm deutlich weniger, als wenn jemand mitmacht) und außerdem in eine selbsthilfegruppe gehe (hab mir da den kreuzbund rausgesucht), vielleicht lerne ich dann ein bisschen mehr diplomatie und erreiche damit auf längere sicht auch was. oder ist das alles augenwischerei? *schulterzuck* lauter verquere gedanken, und das gefühl sich im kreis zu drehen, und einfach nicht weiterzukommen in einer erkenntnis, was für beide das beste wäre.... tut mir leid.:oops:

    lavendel

    hallo karsten,

    also ganz konkret für morgen: den tag miteinander verbringen, und wenn er von mir in meiner wohnung ein glas wein haben will: es ihm geben und gleichzeitig sagen, dass ich das nicht mag, und was ich mir wünsche? irgendwie finde ich es pervers, ihm selbst etwas hinzustellen. in letzter zeit hat er sich - weil er bei mir nichts mehr bekommt - immer selbst was mitgebracht. auch as hat mich schon gestört. aber es ihm jetzt aktiv hinstellen????? puuuuuuhhhhh. danke....

    lavendel

    hallo,

    ich habe aktuell eine ganz konkrete frage: war gerade mit meinem freund radeln, danach wollten wir eigentlich bei mir was essen. er hat´s abgesagt, er möge heute abend nicht. ich denke eher, er will was trinken, aber nicht vor mir, weil er heute ein für ihn sehr unangenehmes telefongespräch hatte. das sind so gelegenheit, wo er immer was (viel!) trinkt.

    jetzt waren wir eigentlich morgen für den ganzen tag verabredet. dabei wollten wir auch über eine für mich unangenehme jobsituation besprechen und eine strategie entwickeln. er sagt: "dafür kriege ich aber ein glas wein." ich: "nein." er: "warum nicht? morgen ist samstag... ich arbeite hier für dich und kriege noch nicht mal ein glas wein".

    frage: was tue ich jetzt? anrufen und sagen, ich treffe mich nur mit dir, wenn du nichts trinkst? habe mir gerade ein buch über alkoholismus gekauft, da steht drin, man solle nicht versuchen, dem gegenüber seine sucht zu "beweisen", das würde das vertrauen stören und sein selbstwertgefühl untergraben. und dass druck trotz bewirkt, und erst recht trinken. aber was tue ich denn in solch einer konkreten situation????? noch kann ich irgendwie reagieren und ansagen machen, morgen stecke ich mitten drin... danke.

    lavendel

    hi joker, guten morgen!

    langsam müssten wir viereckige augen bekommen ;-). zu deinem beitrag kann ich nur sagen: bleib stark! KEINE SMS, dass du ihn willst, egal wie er sich entscheidet. KEIN "ich liebe dich trotzdem". bloß nicht. dann sind alle deine androhungen in deinem brief in den wind geschossen, weil er dich ja doch kriegt, egal, was er tut oder eben nicht tut.

    und beziehungssucht und drüber nachdenken? nachdenken ist immer gut, ABER: wenn du schreibst, dass deine letzte beziehung erst ein paar wochen her ist und du jetzt schon wieder im chaos steckst: so kann das doch nix werden :roll:. du bist doch im kopf gar nicht frei für eine beziehung. ich war lange in therapie, wegen alkoholikereltern, nicht loslassen und allem möglichen anderen. eins hat meine therapeutin mir mal gesagt, und ich glaube, dass das stimmt: dass man immer ein drittel der zeit des zusammenseins mit einem partner braucht, um sich wirklich von ihm zu verabschieden. vorher sei man nicht reif für eine neue beziehung. also: wie wäre es denn, einfach mal ein paar monate OHNE partner zu sein und nur über dich nachzudenken? :) :)

    und zu den psychopharmaka: ich hab die auch mal verschrieben bekommen. hatte zwar tierisch schiss davor sie zu nehmen (mein stiefvater war neben alkohol auch noch von sowas abhängig) und hab es dann doch getan. und es war gut!!!! es ist ja nicht so, dass man davon eine ganz andere wird. mir haben sie einfach nur ein bisschen mehr gelassenheit gegeben, ich war nicht mehr so leicht vom sockel zu hauen. nicht gerade ein "alles egal"- gefühle aber ein bisschen "ihr könnt mich mal". das hat mir sehr geholfen, bis es dann wieder ohne ging.

    so, jetzt gehe ich in die stadt, bücher über co-abhängigkeit suchen, wie webby geschrieben hat. vielleicht komme ich damit ein stück weiter auf dem weg, wie ihn sie und auch laurina oben im threat beschrieben haben.

    und du? geh raus ein eis essen, oder spazieren, und lass die finger vom handy ;-).

    liebe grüße

    lavendel

    hi joker,

    dann ist ja gut. uff :)

    warum ich mir den abend versaut hab? ich bin nach einem schönen film mit einem dicken eis fröhlich aus dem kino gekommen und hätte gut nach hause fahren können, telefonieren (auch mit ihm), zeitung lesen, in die badewanne gehen.... halt so dinge, die mir gute laune machen. aber nein: er hatte heute morgen so von einem banalen halben hähnchen mit pommes gertäumt dass ich mir gedacht hab´ "mach ich ihm die freude, hole eins und esse es mit ihm". was ich dann ja auch getan habe. was mir den abend versaut hat ist, dass es mich jedes mal wieder mitnimmt wenn ich merke, dass er was trinkt. DAS versaut mir dn abend, weil das jetzt meine gedanken besetzt und mich unglücklich macht. statt mich an den schönenn film zu erinnern und all die netten oben genannten dinge MIT FREUDE zu tun.

    fies an der geschichte war für mich insbesondere, dass er jetzt auch heimlich trinkt. das hat er früher nicht getan. aber scheinbar habe ich ihm in bezug auf alkohol in letzter zeit so viel stress gemacht, dass er´s jetzt heimlich tut, bzw. heimlich vorlegt und dann vor mir dann demonstrativ das alkoholfreie bier trinkt, oder eben nur EIN bier.

    nein, es wäre nicht besser gewesen zu bleiben. bin froh, dass ich zuhause bin. aber ich hab nix gesagt. weil ich nicht schon wieder lust auf streit hatte. hab deshalb lieber geschwiegen und mich mit der ausrede, ich sei müde, nach hause verzogen. ganz schön feige. aber langsam fehlt mir die kraft und der nerv für auseinandersetzungen, die nichts bringen außer gebrochenen versprechungen und entsprechenden enttäuschungen. es ist eher eine trennung im kopf, die ich in minischritten vollziehe. weil mir für das andere der mut und die kraft fehlt. tja, und weil da auch noch gefühle sind. starke.

    was ich mit ihm schönes erlebe? heute morgen haben wir lange gefrühstückt, er hat brötchen, roastbeef und zeitungen mitgebracht. wir haben über politik und fußball geredet, über meinen job. dann waren wir zwei stunden radfahren. sowas machen wir oft, und das genieße ich sehr. wir telefonieren am wochenende zwanzig mal am tag, für allen möglichen unsinn. das ist nett. oft "erklärt" er mir die welt, politik, geschichte, wirtschaft.... er weiß viel mehr als ich. dafür bewundere ich ihn. ob das schöne überwiegt? quantitativ steht es 10 zu 90 dagegen, qualitativ bin ich mir da nicht so sicher, das ist das verhältnis sicher besser, aber auch nicht ausgewogen. negativ überwiegt derzeit. mal mehr, mal weniger :-(.

    was mich an ihm hält: schöne momente: s.o. verantwortungsgefühl (er ist meinetwegen in meine stadt gezogen. da hatte er aber noch kein alkoholproblem). sorge, dass er ohne mich den bach runtergeht (jaja, jetzt haut webby wieder und sagt, das ist CO. recht hat sie *grins*). und dass ich lange gedacht habe, das sei der mann meines lebens. und denke, das wäre er immer noch, wenn er sein alkoholproblem in den griff kriegen würde.

    danke, webby, für deine antwort, wie du das machst. werde mich morgen auch mal mit büchern zu CO versorgen. aber auch das forum hier tut schon gut. und vielleicht ne selbsthilfegruppe. mal sehen. und tagebuch schreiben und die guttempler gegen das vergessen *grins*.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo joker,

    wollte dir nicht zu nah treten....tut mir leid, wenn das passiert ist! :oops:

    irgendwie stecke ich ja in einem ähnlichen dilemma wie du: liebe meinen freund, weil es SOOO gut passen würde, wenn, ja wenn das mit dem alkohol und dessen neben- und nachwirkungen nicht wäre. ist aber so. führt zu fixierung, wie du schreibst und damit zu der frage: wie weit lasse ich mich von derart negativen gedanken beeinflussen und niederdrücken?

    hab mir mal durchgelesen, was webby in iher vorstellung geschrieben hat: hallo webby :lol: ! und denke, das ist wahrscheinlich neben der androhung von trennung und eben einhaltung derselben bei nichterfüllen der bedingungen die einzige lösung: versuchen, sein eigenes leben zu leben, wo der andere zwar vorkommt, aber eben nur platz hat, wenn er nüchtern ist. ich weiß nicht, wie webby das schafft: webby: wie geht das????? aber sowas würde ich mir wünschen. kann es aber auch (noch) nicht, zusehr sind die gedanken besetzt. :(

    komme gerade aus dem kino, habe hähnchen geholt und bin bei meinem freund vorbeigefahren. klingele, höre, wie er in der küche ein glas ausspült und weiß genau: da war wein drin :evil: . tja, und damit hab ich mir mal wieder selbst den abend versaut - weil ich eben NICHT sagen kann "ist mir doch egal, soll er doch machen, was er will". sondern ich bin nach dem essen direkt nach hause gefahren, bin jetzt wieder alleine und schlecht gelaunt und drehe am rad - so wie du. und auf dauer ist das nix, ganz bestimmt nicht. gerade bei einer asketischen zicke *grins*.

    den ruf hab ich übrigens auch, weil ich mich so schön kasteien kann: joggen gegen frust und bis fast zum umfallen, so wenig essen, bis ich kreislaufprobleme bekomme, in der fastenzeit konsequent auf alkohol, fernsehen und süßes verzichten, auch bei einem schönen essen im restaurant, exerzitien.... und weißt du was? ich glaube, all das neiden die uns, die das nicht können. deshalb lästern sie. also: sei stolz drauf ;-)).

    und noch was: ich glaub nicht, dass er weniger trinkt, wenn er zufriedener ist. alkoholiker trinken immer mehr - oder eben garnix... kenn ich von meinen eltern.

    oh weh, hoffe für dich, dass du konsequent bleibst. drücke dir die daumen.

    lavendel

    hallo joker,

    ich hab ein bisschen (naja, mehr als ein bisschen) :wink: das gefühl, dass du dich gar nicht magst. kann das sein?

    erstens redest du fast nur von ihm :evil: : was er tut, sagt, meint, denkt, will, nicht will.... was willst du denn? außer einen mann an deiner seite, der dich liebt (das will wahrscheinlich jede von uns!) :). wie sieht dein "idealer" tag aus? was willst du in einer beziehung mit einem mann unternehmen? wie stellst du dir gemeinsame abende, feiertag, ferien vor? welche rolle spielt deine tochter? was machst du mit ihr, und wäre dein freund bereit, solche (kinder-) unternehmungen mitzumachen? welche art von gesprächen und umgangston wünschst du dir? all solche fragen solltest du dir stellen und (ehrlich) beantworten. und dann abgleichen mit dem, was du jetzt hast. geht das mit diesem freund? klar, man mus nicht alles mit seinem freund teilen können, aber die schnittmenge sollte schon groß sein, und das sehe ich bei dir nicht. :(

    ich lese bei dir als argument immer "nur" (ich weiß, das ist ein großes), dass du ihn liebst und dich bei ihm anders fühlst. reicht das? ich weiß, das klingt brutal, aber da ich im glashaus sitze, schmeisse ich gerne mit steinen :wink: . ich stelle mir diese fragen auch immer nur im ansatz, weil ich angst vor der konsequenz habe :-(. aber sie wird kommen, irgendwann. und hoffentlich nicht so wie bei webby mit einem suizid-versuch. meine freundin, bei der ich mich immer ausheule, nervt mich immer mit dem vorschlag, ich solle eine liste machen "was ich an ihm mag" und "was ich nicht an ihm mag". und dann abwägen....

    und zweitens: du redest und schreibst dich selbst runter :twisted: . schreibst von beziehungssucht und ärger über dich selbst. he! du hast eine tochter, du hast dich aus eigenen süchten befreit, du machst dir viele (und gute!) gedanken - mir scheinst du eine ganz patente frau zu sein!!!! :D also: ein bisschen selbstliebe und selbstachtung! und ich wette, es gibt auch andere männer, die sowas zu schätzen wissen. und die dich nicht ausnutzen, an deine hilfe und dein verständnis appellieren und sich vielleicht klammheimlich freuen, dass sie eine freundin gefunden haben, die sich all das, was dein freund treibt, gefallen lassen! hm? was meinst du?

    jaja, ich weiß, die liebe ist eine himmelsmacht (glashaus!!! :wink: ), aber trotzdem: überleg dir gut, mit welchen kompromissen du leben kannst. und überleg dir, ob du wirklich dein leben lang mit dem gedanken an alkohol ins bett gehen und damit aufstehen willst.

    wünsche dir einen schönen feiertag (so du da wohnst, wo es ihn gibt)

    liebe grüße

    lavendel

    hallo joker,

    wenn du klare ansagen machst, musst du

    * unbedingt konsequent sein. also wirklich durchziehen, was du ankündigst.
    * und dich und deine tochter nicht vergessen.
    * und aufpassen, dass er nicht anfängt, dein ganzes leben zu beherrschen,
    * dass du irgendwann auch in gedanken nur noch um ihn kreist.
    * aufpassen, dass du - wie webby schreibt - dir strohhalme suchst, dir dein leben neben ihm erträglich machen.

    sowas fällt mir ein wenn du fragst, wie du denn mit einem alkoholiker leben könntest. und ich kann dir nur sagen: ich hab (hatte?!?!, ich weiß es es auch oft nicht mehr) das gefühl, dass mein freund DER mann meines lebens ist. aber wenn das gegenüber einen kaputt macht auf dauer? pass auf deine grenzen auf!!!!

    liebe grüße

    lavendel

    hi strange,

    das hat nix mit rumhacken zu tun. joker wollte einen rat, und den bekommt sie. was sie daraus macht, ist ihre sache. sie kann ja immer noch sagen "meine liebe ist stärker". sie muss ja auch ncht tun, was wir ihr raten. aber ich finde halt einfach krass, was sie schreibt. und liebe kann nicht alles und hält nicht alles aus. ist einfach so.

    gruß lavendel

    hi joker,

    ich kann noch deutlicher. soll ich? bin nämlich in einem alkoholiker-haushalt aufgewachsen. ich sehe meine mutter tagelang durch die wohnung torkeln, ich sehe sie umkippen und sich den kopf blutig schlagen. ich sehr sie im delirium den garten umgraben, weil sie meinte, jemand hätte ihr den ehring weggenommen und dort vergraben. ich sehe meinen vater, der von der leberzirrhose zum leberkrebs gekommen ist und darn jämmerlich gestorben ist. und ich erinnere mich daran, wie sich das als kind angefühlt hat. ich erinnere mich an die tausende von gebrochenen versprechen und lügen "ich hab das im griff", "ich höre auf", "ich hab doch garnichts getrunken". ich erinnere mich an den terror, als ich von zuhause ausgezogen bin zum studium, bis hin zu anrufen "ich habe tabletten genommen, wollte mich nur vin dir verabschieden". so ging das immer weiter. ich hatte damals keine wahl, mich dem zu entziehen. du hast sie. und wie gesagt: wenn dein freund dich schon nach einem monat sooooo viel kraft kostet: wo soll das hinführen? und ihr habt doch noch überhaupt kein fundament, auf das ihr bauen könnt. wofür willst du dir alles antun?

    du sagst, es sei liebe. willst du so ein leben leben? alle hier werden sagen, dass ein alkoholiker sich nur ändert, wenn er das selber will. du wirst keinen alkoholiker dazu bringen, mit dem trinken aufzuhören. ich hab hier mal was gelesen, das bringt es wahrscheinlich auf den punkt: man kann keinen alkoholiker trocken lieben, man kann ihn nur in liebe fallen lassen.

    zu mir: mein freund ist weitweit von dem entfernt, was ich oben geschrieben habe, oder was man hier im forum findet. er hatte im letzten halben jahr fünf abstürze, die so aussahen, dass er abends "nur" betrunken war. keine ausfälle, nix. so, wie das viele männer eben ab und zu sind (nicht, dass ich das verteidigen will, ich finde das immer widerlich). mir hat´s mit meiner vorgeschichte gelangt, mir sorgen zu machen und das sehr misstrauisch zu beäugen, zumal ich das gefühl habe, dass es weitergehen wird, wenn seine lebensumstände schwieriger werden (beruflich). aber ich weiß es nicht. als ich hier im forum meine erfahrungen geschrieben habe, haben alle gesagt, er sei alkoholiker. wahrscheinlich ist er es und ich mache immer noch die augen zu. aber wir hatten eben auch viereinhalb gute jahre bis jetzt. trotzdem trage ich mich mit trennungsgedanken oder eben dem ultimatum "alkohol oder ich", weil ich das hin und her, die sorgen, die hilflosigkeit mit anzusehen, wie sich jemand wissentlich und willentlich schadet, die enttäuschung, wenn er was trinkt, obwohl er versprochen hat, es nicht zu tun, nicht mehr haben will...... und bei dir scheint mir das alles noch viel krasser.

    zu dem namen "joker": mir sagen sie, ich sei der engel, der meinem freund über den weg gelaufen ist. tja, und was hab ich davon? fühle mich als retter und leide wie hund an ihm und der situation. das scheint bei dir nicht anders zu sein.

    und zu deiner letzten frage: klar sind diese menschen es wert, geliebt zu werden. ich liebe meinen freund auch (noch). aber ich weiß auch, dass ich in dieser situation irgendwann vor die hunde gehen werde. und irgendwann wird die waage kippen, wenn ich nämlich endgültig fühle, dass ich nicht mehr kann.

    du sagst, er habe dir ja gesagt, dass er alkoholiker sei, sage aber gleichzeitig, dass er kontrolliert trinken kann. das ist ein widerspruch in sich. vielleicht wollte er dir ja auch nur nachher sagen können "was willst du denn, du hast es ja gewusst, also maul jetzt nicht."

    und die 18 anrufe? das ist nicht normal!!!!! verzweifelt hin oder her. man muss den anderen auch leben lassen können. hätte ja auch einfach sein können, dass du nicht mit ihm reden wolltest, auch dass hätte er akzeptieren müssen. sorry, ich sehe das als terror. und frag dich mal, warum er UNBEDINGT mit dir zusammensein will. liebe kann das nicht sein. er ist doch scheinbar gar nicht er selbst.

    soviel dazu. wie gesagt: wenn ich das mit meinem freund vorher gewusst hätte: ich hätte mir das nicht angetan.

    überleg dir gut, was dir dein leben wert ist.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo joker,

    brutal gesprochen: mach, dass du da wegkommst. sieh zu, dass du deine haut und die deiner tochtet rettest. noch geht das. wenn ich mir durchlese, was du jetzt schon im ERSTEN monat deiner beziehung mitmachst und dir gefallen lässt: das hat doch nichts mit liebe zu tun!!!! und ich wette, dass die situation immer schlimmer wird. du drohst, machst schluss, pause, wiederkommen, terror :evil: (oder wie interpretierst du 18 (!!!) anrufe an einem abend nach einem streit). das mag ich mir gar nicht vorstellen. und was dir hier jeder sagen wird: ein alkoholiker KANN nicht WENIGER trinken, er kann ganz oder gar nicht.

    viele von uns hier leiden an einer beziehung mit einem alkoholiker, aber da dauert die beziehung meistens schon viel länger, es sind gemeinsame kinder oder haus im spiel, das scheint alles bei dir nicht der fall zu ein. also: rette dich! gerade wo du ja wahrscheinlich auch nicht der fels in der brandung bist und dir ruhst (cannabis, essstörung). also: ich würde NIENIENIE sehenden auges eine beziehung mit einem alkoholiker eingehen, so nett er auch nüchtern sein mag. und wie es aussieht, sieht er ja seine krankheit nicht und ist auch nicht bereit, sich damit auseinanderzusetzen. überleg dir, ob du dir das freiwillig antun willst. mein freund ist oder ist auf dem weg (ich blicke es nicht wirklich) zum alkoholiker, und das beeinflusst mein ganzes denken, freiwillig würde ich mich nie in solch einen stress begeben.

    wünsche dir kraft für deine entscheidung

    gruß

    lavendel

    hallo laurina,

    vielen dank für deinen ausführlichen beitrag. habe ihn sehr aufmerksam gelesen. ich fühle mich dabei (und auch bei anderen beiträgen im forum) irgendwie immer mitten dazwischen. vielleicht fällte es mir auch deshalb so schwer, den richtigen weg für mich zu finden. :roll:

    mein freund behandelt mich nicht schlecht im suff, macht keine schulden, vernachlässigt sich und seine wohnung nicht. ich grenze mich ab, ich habe meine eigene wohnung, meinen eigenen beruf, eigene freunde, tue mir öfter etwas gutes, tue selten ihm zuliebe dinge, die ich absolut nicht will und bin mit meinem leben im großen und ganzen zufrieden. jetzt fragst du dich wahrscheinlich, was ich dann in diesem forum zu suchen habe. :oops:

    ich bin mir nicht mal sicher, ob mein freund wirklich alkoholiker ist. karsten hat in einem anderen threat dinge aufgezählt, die mein freund alles nicht tut: morgens trinken zum beispiel. filmriss, tagelang trinken. streit gibt es allerdings wohl, wenn ich seinen alkoholkonsum kritisiere. er trinkt regelmäßig, es macht ihm auch schwierigkeiten, einfach so einen abend ohne alkohol zu verbringen (er sagt, er will nicht), aber betrunken habe ich ihn in unserer gut fünfjährigen beziehung genau fünfmal erlebt, diese fünf mal allerdings in den letzten sechs monaten. und das macht mir angst, dass es so weitergehen könnte, dass diese abstürze regelmäßig werden. deshalb bin ich hier. vielleicht ist es ein bisschen wie bei webby, die auch sagt, sie lebt ihr eigenes leben, eben mit einem alkoholiker an der seite, aber in abgrenzung. ich muss halt rausfinden, was meinem partner und mir hilft, und genau diese spurensuche hier im forum hilft. immerhin hab ich schon raus, dass trennung eine wirkliche option ist, ja, und vielleicht läuft es darauf hinaus. dann wird es auch irgendwann so kommen, und wahrscheinlich werde ich es dann bereuen, dass ich den schritt nicht eher gewagt habe, aber nun gut. wie du schreibst: alles hat seine zeit, und irgendwann ist sie reif.

    wünsche dir auch viel kraft auf deinem weg, der sich ja auch nicht gerade leicht anhört.... :cry:

    liebe grüße

    lavendel

    hi webby, hi karsten,

    genau. nachdenken. nicht antworten einfordern, die man nicht hören will (schon wieder ne unterstellung an die co´s :wink: ). mir geht´s so, dass es in mir u.a. in diesem forum seit drei wochen mächtig rumort, gerade wegen all der kommentare und erfahrungsberichte. und das ist doch schon was. ahb auch erste (winzige, ich geb´s zu) erfolge. habe meinem freund neulich mal wieder eine szene gemacht, wie mich sein trinken ankotzt. immerhin, er wird mit seiner therapeutin sprechen, ob da nicht eine paartrherpie angesagt wäre. gestern eine weitere szene. er wollte abends bei mir was trinken. ich habe gemault, das sei nicht vereinbart gewesen, und ich fühlte mich von ihm über´n tisch gezogen. hat er dann gelassen und sich ne flasche alkoholfreis bier genommen.

    okok, in den augen eines alkoholikers vielleicht viel zu schwach, aber ich fands klasse, einen üchternen abend mit meinem freund zu verbringen, und allein DAS ist für mich schon ein erfolg.

    und wie du, webby, schreibst: ich kümmere mich ja um mich, habe eine eigene wohnung und verweigere abende mit trinken. das allein tut ihm schon weh, und hat (manchmal) erfolg. das sind eben die kleinen schritte. aber besser als garkeine. finde ich.

    und ich suche hier nicht bestätigung für mein "falsches" verhalten, denn wie mancher hier dann doch schreibt: jeder ist anders, und was bei dem einen mit der knallharten methode funktioniert, funktioniert bei dem anderen eben vielleicht nicht so.

    wenn ich meinem freund das ultimatum stellen würde "ich oder der alkohol" würde er derzeit wohl allein aus trotz letzters wählen. ich glaube, dass ich bei ihm mit dem "leichten" entzug von gemeinsamkeit weiterkomme. ich glaube, dass es ihm schwerer fällt, wenn ich ihn ständig in kleinen dosen drauf anspreche, als wenn ich ihn vor die radikale wahl stelle, er in wut alles hinschmeißt und sich dann wirklich totsäuft "meine freundin hat mich verlassen". ich weiß auch nicht. aber genau solche dinge möchte ich hier gerne besprechen (können) und meinungen und erfahrungen hören.

    und eben nicht "du bist naiv und/oder hast versagt".

    danke euch allen

    lavendel

    hi webby,

    das reicht mir ja schon, dass ich einfach "nur" (nein, ich haue nicht) :wink: co-krank bin, und natürlich bin ich willig, mir ratschläge anzuhören, drüber nachzudenken, für mich abzuwägen, was wann wie und unter welchen umständen machbar ist - und sie irgendwann umzusetzen. sonst wär ich ja nicht hier :lol: . habe halt nur schwierigleiten mit der rabiatheit mancher beiträge und überleg mir ob ich mich dann noch traue zu schreiben "hab wieder versagt. hab ihn wieder nicht vor die tür gesetzt." mir ist halt aufgefallen, dass dass die eine seite das "darf" und die andere nicht.

    nein, und flaschen verstecken tue ich nicht. bei mir gibt´s ganz einfach keine mehr. :wink: ich WEISS ja theoretisch, was ich tun könnte/sollte/müsste und kann´s halt (noch) nicht. und das will ich sagen/schreiben dürfen. mehr nicht. weil allein das manchmal schon hilft und ein schritt ist, klarheit zu gewinnen.

    gruß

    lavendel

    hallo zusammen,

    ich muss jetzt mal was loswerden, auch auf die gefahr hin, dass ich nun mächtig prügel bekomme: nur zu! ich will´s trotzdem schreiben! :roll:

    was mich seit einigen tagen mich beim lesen dieses (co-abhängigen-) forums umtreibt, ärgert und auch traurig - oder eher hilflos - macht: dieser teil des forums ist überschrieben "co-abhängige und angehörige". also hatte ich gedacht, gehofft, hier auf der einen seite tipps und erfahrungsberichte zu bekommen, aber auf der anderen seite auch mit anderen co-abhängigen frei von der leber weg reden zu können, über ängste, unsicherheiten, sorgen, nicht wissen, was richtig ist, über eigenen ärger über inkonsequenz und das leiden an der situation, auch wenn mann vielleicht nicht gleich schafft, die guten ratschläge in die tat umzusetzen. also schlicht und einfach ein forum zu haben wo ich all das loswerden kann, was ich eben im alltag nicht loswerden kann. natürlich auch die eigenen erfahrungen zu teilen und so - vielleicht - anderen ein bisschen helfen zu können.

    nun habe ich aber das gefühl, dass die co´s zwar erstmal erzählen "dürfen", dann aber ganz schnell den rat bekommen, den partner vor die wahl zu stellen "alkohol oder ich" oder sich gleich zu trennen, und wenn dann ein zaghaftes "aber so leicht ist das nicht" kommt zu hören, "dann beklag dich hier nicht".

    ich will jetzt um gottes willen nicht die lebensgefährliche krankheit alkoholismus mit einer "banalen" co-abhängigkeit vergleichen. aber in den anderen foren ist platz für jede kleinste begebenheit rund um trinken, rückfall, beweggründe, therapien...., und hier werden wir co´s oft behandelt wie die doofen, weil wir eben nicht immer gleich so konsequent sind, wie es vielleicht gut wäre. das sind die alkoholiker auch nicht, sonst wären sie keine!

    und noch was: die unterstellung, dass co´s sich mehr als alles andere lieben, finde ich schon gewagt. dass wir schwach sind und lebensveränderungen scheuen: meinetwegen. aber dass man es mit einem alkoholiker an der seite auch ganz schön schwer und auch das recht, sich mal in aller ausführlichkeit auszukotzen (tschuldigung!), ohne gleich zu hören "selbst schuld", das finde ich doch.

    so, jetzt könnt ihr mit steinen schmeißen. aber ich wollte das einfach mal loswerden, denn mir liegt was an diesem forum.

    viele grüße

    lavendel :roll::roll::roll:

    hallo zicklein, hallo liebhabmaus,

    ich bin in einer ähnlichen situation und kämpfe auch, wie es mit mir und meinem freund weitergehen kann. ich halte ihn für einen alkoholiker, er selbst sich nicht. hier im forum ist der tenor, man solle den partner vor die wahl stellen: alkohol oder partner/in. ich finde das auch ganz furchtbar schwer, auch wenn der kopf sagt "wahrscheinlich haben sie recht." aber irgendwie suche ich immer noch nach alternativen, weil ich eben dieses ultimatum fürchte. was heißt fürchten? gestern hat er mir klipp und klar gesagt "ich werde nicht aufhören, alkohol zu trinken." OHNE dass ich das ultimatum gestellt habe, ich habe ihm "nur" gesagt, wie sehr es mich stört, dass kein abend ohne alkohol vergeht. tja. konsequent wäre es jetzt zu sagen "das war´s dann." aber das kann ich eben (noch?) nicht.

    jetzt hat er eine paartherapie vorgeschlagen, in der er mir klarmachen möchte, wie es ihm geht, und warum ich mich in meiner einschätzung täusche, dass er seinen alkoholkonsum nicht im griff habe. er meint nämlich, dass ich kindheitserfahrungen auf ihn übertrage (beide eltern waren alkoholiker), und dass das alles nichts mit ihm zu tun hat...

    wahrscheinlich muss bei uns co´s wirklich der leidensdruck so groß werden, dass wir wirklich fühlen: er geht vor die hunde, oder ich. und dann endlich gehen. oder das ultimatum stellen und die konsequenzen tragen. und das macht einfach angst...

    wünsche euch viel kraft

    lavendel