hallo amine,
da kann ich mich webby nur anschließen: ich denke auch, dass wir cos immer co sein werden :-(. wie ich dir ja auf deinen anderen threat schon geschrieben hatte, bin ich in einer alkoholikerfamilie aufgewachsen und wurde quasi von klein auf "dressiert", "lieb" zu sein. das hieß, für meine alkoholisierte mutter essen machen, da war ich sieben, oder den haushalt putzen. mit elf hat mein stiefvater mich dann gezwungen, mein taschengeld abzugeben, damit er sich was zu trinken kaufen konnte. ich habe mich nie gewehrt, immer den kopf eingezogen, damit es nur ja nicht noch mehr streit gibt. das ist ja auch ne form von coabhängigkeit, denke ich. später habe ich vor meinem chef gekuscht aus angst, dass er mich nicht "lieb hat" - im übertragenen sinn. jetzt habe ich angst, mich meinem coabhängigen partner ernsthaft zu widersetzen, weil ich angst vor streit habe. sonst bin ich tough, im job, mittlerweile meiner noch lebenden mutter gegenüber, aber da, wo es wirklich drauf ankommt, stecke ich immer noch zurück und lasse mir dinge gefallen, wo ich selbst über mich den kopf schüttele. ![]()
was mir aber hoffnung macht: von meinen eltern habe ich mich irgendwann emanzipiert, also wird es mir in anderen bereichen auch gelingen, aber ich stelle fest, wie unendlich schwer mir das fällt. und bewundere andere, die völlig normal sagen, "bis hierher und nicht weiter". und es passiert keine katastrophe, und sie werden nicht weniger gemocht. das finde ich toll, und hoffe, dass ich irgendwann auch mal dahin gelange zu sagen "ich bin mir das wichtigste auf der welt". christlich geprägt, fällt mir dieser gesunde egoismus besonders schwer, aber ich denke, anders geht es nicht. und in kleinen schritten geht es voran: heute abend rief mein freund; wir waren bei mir zum essen verabredet. er schlug vor, eine flasche leffe (füher unser lieblingsbier) mitzubringen. ich sagte "nein". er fragt: "nie wieder?" ich sagte "nein". er kam trotzdem und trank alkoholfreies bier, und wir hatten einen lustigen abend. ich weiß, das ist ein minischritt, aber selbst das hätte ich mich vor drei monaten noch nicht getraut. also: es gibt einen weg aus der co-abhängigkeit, auch wenn ich ihn unglaublich schwer finde, und wir geschädigten alki-kinder es dabei sicher noch schwerer haben als andere, aber irgendwie schaffen wir das! das zu deiner frage, warum du dich immer noch unter druck fühlst: ich denke, die kindliche prägung wird man nie los, man kann nur versuchen, das zu durchschauen und entsprechend anders zu handeln, als man konditioniert worden ist.
ich gehe seit ein paar wochen in eine selbsthilfegruppe (kreuzbund), und das gibt mir eine menge rückendeckung, an mich zu denken. ![]()
liebe grüße
lavendel